Covid-19: Einsatzstab des Landes endet vorerst nach 108 Tagen

Leiter Markus Kurcz und Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz mit einem Rückblick und Ausblick
Salzburger Landeskorrespondenz, 12. June 2020

(LK) 108 Tage war der Einsatzstab des Landes Salzburg unter der Leitung von Markus Kurcz im Einsatz, heute Freitag stellt er seine Tätigkeit – vorerst – ein. Die aktuelle Corona-Lage lässt dies zu, die Aufgaben übernehmen bis Ende Juni Hand in Hand der Katastrophenschutz des Landes, die Landessanitätsdirektion und die Bezirkshauptmannschaften in enger Zusammenarbeit mit dem Landes-Medienzentrum. Oberstes Ziel: Bei Neuinfektionen möglichst rasch und effektiv die Kontaktpersonen isolieren und so eine weitere Ausbreitung verhindern.

 

Landeshauptmann Wilfried Haslauer hob am Freitag die Leistung aller, die an der Bewältigung der Corona-Akutphase in Salzburg beteiligt waren hervor und betont: „Ich danke ausdrücklich allen Bediensteten des Landes Salzburg, die in den vergangenen drei Monaten im Landeseinsatzstab Großartiges geleistet haben. Dieser hat die Herausforderungen während der Coronakrise stets hervorragend bewältigt und den Entscheidungsträgern immer ein klares Lagebild sowie gute Entscheidungsgrundlagen geliefert. Einmal mehr hat sich auch gezeigt, wie gut der Landeseinsatzstab aufgestellt ist und rasch seine Strukturen hochfahren kann.“

 

Seit 29. Februar im Einsatz

Der Landeseinsatzstab wurde von Landeshauptmann Wilfried Haslauer am 29. Februar aktiviert. Seither unterstützte er die Gesundheitsbehörden und koordinierte jene Aufgaben, die mehrere Partner wie Einsatz, Hilfs- und Rettungsorganisationen sowie Behörden betroffen haben. Künftig werden diese Agenden vom Katastrophenschutz des Landes Hand in Hand mit der Landesanitätsdirektion und den Bezirkshauptmannschaften in enger Zusammenarbeit mit dem Landes-Medienzentrum übernommen. „Das oberste Ziel muss es sein, eine zweite Welle zu verhindern. Das heißt: Das ganze Land arbeitet zusammen, um bei einer Neuninfektion die Kontaktpersonen zu ermitteln und zu isolieren, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Nur so können wir einen zweiten Lockdown vermeiden. Denn wir wissen alle: Die Zahlen sehen in Salzburg derzeit sehr gut aus, aber das Virus ist nicht verschwunden. Wir müssen weiter alles tun, um die Gesundheit aller zu schützen. Dazu gehört auch, dass wir uns auch nach den Lockerungen an die Verhaltensregeln halten“, appelliert Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

Mehr als 16.200 Arbeitsstunden

Ob es um die Beschaffung und Verteilung von Schutzausrüstung ging, das Grenzmanagement oder die Abstimmung mit den Bezirksverwaltungsbehörden. „Kräfte bündeln und bestmöglich koordinieren“, lautete die zentrale Aufgabe für den Leiter Markus Kurcz und sein Team. Egal, ob mit den Experten der Landessanitätsdirektion, der Bezirkshauptmannschaften, der Sozialabteilung, der Spitäler, Seniorenwohnhäuser und dem Roten Kreuz oder die Abstimmung mit den Bundesbehörden in Wien - in den vergangenen 15 Wochen gab es alle Hände voll zu tun für den Einsatzstab, der insgesamt 16.220 Stunden aktiv war, teilweise rund um die Uhr.

Kurcz: „Ein Einsatz wie wir ihn nicht kannten.“

Markus Kurcz zieht auch eine etwas persönliche Bilanz: „Dieser Einsatz war sicher nicht nur aufgrund seiner Länge außergewöhnlich. Man war in gewisser Weise auch selber betroffen, hatte die Sorge, krank zu sein oder Kontaktperson zu werden. Es konnte ja jeden treffen, egal ob im Einsatzstab oder nicht. Das hat den Einsatz sehr speziell gemacht.“

Juhasz: „Ich konnte mir nicht vorstellen, was auf uns alle zukommt.“

Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz und ihr gesamtes Team waren in den vergangenen 108 Tagen gefordert, sehr gefordert. „Als am 29. Februar die erste Infektion in Salzburg bestätigt wurde, konnten wir uns in Wirklichkeit alle nicht vorstellen, was auf uns zukommt. Wir haben es bisher ganz gut bewältigt, aber ich als Ärztin werde nicht müde zu betonen: Das Virus ist nicht weg, wir müssen weiter aufpassen. Freuen wir uns über das fast wieder normale Leben, aber halten wir uns an die Regeln: Sorgsame Handhygiene, Abstand halten, wo dies nicht geht, eine Mund-Nasen-Maske tragen.“

Derzeit zwei aktiv Infizierte im Bundesland

Aktuell gibt es heute landesweit zwei Infizierte (je eine Person im Flachgau und Tennengau), eine Person davon befindet sich im Krankenhaus. Bisher gab es zirka 34.500 Tests und insgesamt 1.241 positiv Getestete. Nach dem frühzeitigen Ende der Wintersaison und dem österreichweiten Lockdown am 15. bzw. 16 März erreichte die Covid-19-Welle in Salzburg Ende des Monats ihren Höhepunkt: der 27. März war jener Tag, an dem die meisten Neuinfektionen (105) verzeichnet wurden. Genau eine Woche später, am 3. April, war dann der Tag mit der Höchstzahl der aktiv Infizierten: insgesamt 857 Personen. Gleich nach diesem Peak setzte der ersehnte Abwärtstrend ein. Am 4. April gab es erstmals mehr Neu-Genesene als Neu-Infizierte und am 10. April mehr Genesene gesamt als aktiv Infizierte.

Der Plan für die kommenden Monate

Und während der Einsatzstab des Landes am Freitag vorläufig zusammengepackt hat, steht der Plan für die nächste Zeit. Bis Ende Juni wird ein Team aus Katastrophenschutz des Landes, Landessanitätsdirektion, Bezirkshauptmannschaften und Landes-Medienzentrum die Agenden rund um das Corona-Virus übernehmen. Dann wird das Land seine Organisation im Rahmen eines Alltagsbetriebes für die kommenden Monate und darüber hinaus aufgestellt haben. Auch an die Möglichkeit, dass sich die Lage wieder zuspitzt, ist gedacht. In diesem Fall tritt ein Stufenplan in Kraft, der je nach Bedarf aktiviert wird. Verkleinerte Einsatzstäbe in den Bezirkshauptmannschaften sind genauso angedacht wie die Reaktivierung des Landeseinsatzstabes. „Wir wollen bestmöglich vorbereitet sein, denn die Gesundheit steht an oberster Stelle“, so Landeshauptmann Wilfried Haslauer. LK_200612_20 (kg/mel)

 

Medienrückfragen: Christian Pucher, Büro Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Tel.: +43 662 8042-2325, Mobil: +43 664 88719098, E-Mail: christian.pucher@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum