Auch Salzburger Forstwirtschaft profitiert von 350-Millionen-Euro-Paket

Wiederaufforstung nach Schäden, klimafiter Wald und Errichtung von Lagerstätten als wichtigste Maßnahmen
Salzburger Landeskorrespondenz, 21. June 2020

(LK)  Der Bund stellt ein Entlastungs- und Investitionspaket in Höhe von 350 Millionen Euro zur Verfügung. Im Zentrum: Wiederaufforstung nach Unwetterereignissen, den Wald klimafit zu machen und die Errichtung von Lagerstätten für das Schadholz. Auch Salzburg profitiert von der zusätzlichen Hilfe.

„Mit dieser Unterstützung des Bundes können die ambitionierten Maßnahmen rasch umgesetzt werden“, betont Landesrat Josef Schwaiger am Freitag. „Wichtig dabei ist die Einbeziehung der Waldbesitzer und der Fachleute der Landwirtschaftskammer. Die Unterstützung kommt gerade zum richtigen Zeitpunkt. Insbesondere die Mittel für die Forcierung des Holzbaues werden wir im Bundesland Salzburg intensiv nützen! Hier haben wir ein Potenzial, das insbesondere beim mehrgeschoßigen Wohnbau ganz enorm ist“, fügt Schwaiger hinzu.

Geschädigte Flächen brauchen Mischwaldaufforstung

150.000 Festmeter Schadholz fiel im Land Salzburg in den Jahren 2018 und 2019 an, vor allem durch Schneedruck und Stürme. Das ist mehr als die Hälfte der in zwei Jahren üblicherweise geschlägerten Gesamtmenge an Bäumen und entspricht einer Fläche von rund 1.000 Hektar. Auf etwa der Hälfte dieser Fläche ist eine Mischwaldaufforstung nötig. Bei durchschnittlichen Kosten von 3.000 Euro pro Hektar ergibt das ein Volumen von 1,5 Millionen Euro.

Wälder werden klimafit gemacht

Mit rund 800.000 Euro werden die Kosten für die Entwicklung klimafitter Wälder veranschlagt. Damit werden die an die Schadflächen angrenzenden Waldbestände stabilisiert. Angenommen wird, dass auf 200 Hektar dringend Maßnahmen mit Kosten von etwa 4.000 Euro pro Hektar durchgeführt werden müssen. Dazu gehören zum Beispiel die Wahl der richtigen Baumart, naturnahe Pflanzung, Bodenverdichtung vermeiden, schonender Umgang mit Baumwurzeln und der Schutz vor Wildschäden.

Lagerstätten für Schadholz im Lungau und Flachgau

Als wichtige Maßnahme gegen die Ausbreitung des Borkenkäfers gilt die Errichtung von Lagerstätten für Schadholz. Derzeit sind zwei solcher Stätten im Lungau und im Flachgau geplant. Die Kapazität wird insgesamt 10.000 Festmeter betragen, eine Erweiterung ist jederzeit möglich. Salzburg ist im Vergleich zu den Bundesländern Nieder- und Oberösterreich bisher wenig von der Borkenkäfer-Plage betroffen und hat derzeit keine übermäßigen Schäden zu verzeichnen.

Kampf gegen den Borkenkäfer

Derzeit läuft in Salzburg ein Versuch, befallene Bäume mechanisch zu entrinden. Dazu werden Holzernte-Maschinen wie beispielsweise der „Harvester“ mit Entrindungsmesserköpfen umgerüstet. Dadurch wird dem Borkenkäfer die Grundlage zur Vermehrung entzogen. Geplant sind zwei Entrindungsköpfe um insgesamt 10.000 Euro. LK_200621_51 (grs/mel)

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Redaktion: Landes-Medienzentrum