Ferienbeginn für 73.500 Schüler

Ungewöhnliches Corona-Halbjahr geht zu Ende / Normalstart im Herbst, sofern Infektionszahlen passen
Salzburger Landeskorrespondenz, 08. July 2020

(LK) Es war ein zweites Semester wie nie zuvor – Covid-19 hat den Schulalltag ordentlich durcheinandergewirbelt und alle Beteiligten gefordert. „Schüler, Lehrer, Eltern haben diese außerordentliche Situation gut gemeistert, auch wenn es für viele Familien sicher nicht immer leicht war“, hebt Landesrätin Maria Hutter anlässlich des bevorstehenden Ferienbeginns am Freitag anerkennend hervor.

Es klingt angesichts der Berichte im In- und Ausland beinahe unglaublich: „Wir haben es ohne epidemiebedingte Schulschließung geschafft, lediglich aufgrund der strengen Quarantänebestimmungen mussten kurzzeitig zwei Schulen schließen“, blickt Bildungsdirektor Rudolf Mair zurück. 10.000 Schutzmasken wurden mit kräftiger Mithilfe der Feuerwehr an Salzburger Pflichtschullehrer verteilt, mehr als 3.000 Liter Desinfektionsmittel kamen zum Einsatz, zusätzliche Gesichtsschilder und Plexiglas-Trennwände wurden verteilt beziehungsweise aufgestellt.

Lernfähiges System Schule

96 Prozent aller Schulen haben an schulautonomen Tagen freiwillig Betreuung angeboten. „Das 'System Schule' selber hat sich als äußerst lernfähig erwiesen. Ich danke allen für den besonderen Einsatz, ihre Flexibilität und den Mut, sich auf geänderte Bedingungen einzulassen“, so die Bildungslandesrätin. Die Lockdown-Phase hat eine Digitalisierungsoffensive ausgelöst, bestehende Kommunikationsmöglichkeiten sind ausgebaut worden. 800 Tablets gab es für Salzburgs Pflichtschüler.

Neue Chancen im Sommer

Keineswegs lernfrei sind die nun bevorstehenden neun Ferienwochen. Für hochbegabte und besonders interessierte Schüler bietet der Talentesommer an zwei Standorten in Grödig und Radstadt Workshops zu Physik, Grafikdesign, Schach, Chinesisch, Bionik oder Rhetorik. „Das Interesse ist riesig, die Kurse waren rasch ausgebucht“, berichtet Hutter. Die beiden letzten Wochen vor dem Schulstart werden mehr als 1.500 Kinder und Jugendliche die Sommerschule an 57 Standorten, verteilt auf das ganze Bundesland, besuchen und hier ihre Deutschkenntnisse vertiefen.

Viel Neues im bevorstehenden Schuljahr

Sofern es die Infektionszahlen zulassen, beginnt die Schule im Herbst mit gewohntem Stundenplan und ohne Schichtbetrieb. Die Neue Mittelschule wird zur Mittelschule, ab der sechsten Schulstufe (3. Klasse) wird in Deutsch, Englisch und Mathematik auf zwei Leistungsniveaus unterrichtet. Die Polytechnischen Schulen erhalten einen zeitgemäßen Lehrplan, Berufsorientierung und die Entwicklung von Berufswahlkompetenz stehen künftig noch mehr im Vordergrund.

Gut gerüstet in den Herbst starten

Vera Duft unterrichtet Englisch, Biologie, IT, Bildnerische Erziehung und Werken an der Neuen Mittelschule Goldenstein in der Flachgauer Gemeinde Elsbethen. Das Landes-Medienzentrum (LMZ) hat mit ihr über Schulerfahrungen aus der Corona-Zeit gesprochen.

LMZ: Ein ungewöhnliches Semester geht zu Ende. Viel Neues war zu lernen, improvisieren angesagt. Wie haben Sie es und wie haben Sie Ihre Schüler dabei erlebt?

Vera Duft: Für Schüler als auch für Lehrer, aber auch für die Eltern war die Homeschooling-Phase sehr arbeitsintensiv. Es war viel Kontakt per Mail und Telefon notwendig. Das hat sie in schwierigen Phasen zum Weiterlernen motiviert.

LMZ: Unterricht zuerst ohne Schüler in der Klasse, dann im täglichen Wechselbetrieb mit halber Besetzung - wie hat sich das auf das Lernen ausgewirkt?

Vera Duft: Zuerst war die Freude über soziale Kontakte groß, aber es gab auch Schwierigkeiten, die gleichen Lernziele in beiden Gruppen zu erreichen. Durch die wenigen Schultage ab Mitte Mai haben viele Schüler bis zum Schluss keine Routine im neuen Schulalltag entwickeln können.

LMZ: Mit welchen Vorhaben und Erkenntnissen starten Sie in den Herbst?

Vera Duft: Wir alle sind durch die Corona-Phase gezwungen gewesen, Neues auszuprobieren und uns auf die neuen Technologien einzulassen. Wir alle können stolz sein, wie wir diese Situation gemeistert haben. Mit den positiven Erkenntnissen und Erfahrungen aus der Corona-Zeit im Talon sind wir gut gerüstet für ein funktionierendes Distance-Learning, wenn es nötig ist. INT_200708_60 (sm/kg)

Medienrückfragen: Maximilian Brugger, Büro Landesrätin Maria Hutter, Tel.: +43 662 8042-4931, Mobil: +43 664 3046837, E-Mail: maximilian.brugger@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum