Neue Bundes-Richtlinien für Screening-Testergebnisse

Kombination aus Symptomfreiheit, PCR-Test und Antikörper / Grenzwert maßgeblich für Quarantäne
Salzburger Landeskorrespondenz, 14. July 2020

(LK)  Die neuen Empfehlungen des Gesundheitsministeriums zur Entlassung von Covid-19-Fällen aus der Absonderung hat auch Auswirkungen auf die Arbeit der Gesundheitsbehörden in Salzburg. Die Gretchenfrage, ob jemand, der schon einmal die Krankheit durchgemacht hat, noch infektiös ist und daher in häusliche Quarantäne muss, dürfte beantwortet sein. „Und zwar durch den Ct-Wert höher als 30 beim PCR-Test. Sinn ergibt das aber nur bei symptomfreien Personen, also meist bei Screening-Tests. Aber es hat den großen Vorteil, dass man nichtinfektiöse Personen nicht mehr zwingend in Quarantäne schicken muss“, erklärt Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz.

Dass die Anzahl jener Personen, die an Covid-19 erkrankt waren oder sind und es nicht einmal bemerken, weil sie symptomfrei sind, hoch ist, weiß man aus den vergangenen Monaten der Corona-Pandemie. „So kam es auch dazu, dass zum Beispiel bei Screening-Tests Zufallstreffer gemacht wurden. Die Leute hatten keinerlei Symptome oder hatten die Krankheit schon zuvor durchgemacht, auch hier oft unbemerkt, der Test schlug aber immer noch an“, erklärt Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz. Mitunter führte eine so genannte „Alt-Viruslast“ dazu, dass man in Quarantäne geschickt wurde – und die Kontaktpersonen.

Kombination aus Faktoren

Der Bund hat nun neue Kriterien zur Entlassung aus der Absonderung festgelegt. Wichtigste Voraussetzung: Symptomfreiheit. Wenn der Ct-Wert im PCR-Test höher als 30 ist und bestimmte Antikörper vorliegen, geht man aus derzeitiger Sicht davon aus, dass die Person nicht mehr infektiös ist. „Das verändert vieles, denn die betroffenen Personen müssen nicht mehr in Quarantäne, auch die Kontaktpersonen nicht“, erklärt Juhasz und sie ergänzt: „Der Bund arbeitet gerade an einem neuen Kontaktpersonenmanagement, das auf diese neuen Faktoren eingehen wird.“

Einige, wenige Bescheide aufgehoben

Der vom Bund festgelegte Grenzwert (Ct höher als 30) hatte bereits Auswirkungen auf Bescheide in einigen von Salzburgs Bezirken. Im Pongau zum Beispiel werden in diesen Fällen die Bescheide für einen Betroffenen und zwei Kontaktpersonen zurückgenommen. Im Flachgau wurde ein Absonderungsbescheid aufgehoben und einer nicht ausgesprochen, weil die nötigen Faktoren zutrafen. Aus der Stadt Salzburg, dem Tennengau und dem Pinzgau ist noch kein Fall bekannt, im Lungau gibt es derzeit keine aktiv mit dem Corona-Virus infizierten Personen. LK_200714_70 (mel/sm)

 

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