Heimische Traditionen zum Nachlesen und weitergeben

Immaterielles Kulturerbe Salzburgs als Buch erschienen
Salzburger Landeskorrespondenz, 17. August 2020

(LK)  Das weltberühmte Stille-Nacht-Lied ist ein solches, aber auch das traditionelle Handwerk des Spitzen-Klöppelns, das Viehumtragen in St. Georgen im Pinzgau oder das Salzburger Marionettentheater und das Heilwissen der Pinzgauerinnen. Sie alle tragen die Auszeichnung „Immaterielles Kulturerbe“. Das Erbe Salzburgs liegt nun als Buch vor.

„Samsontragen, Aperschnalzen, Hundstoaranggeln und noch mehr, all diese Traditionen sind ein Teil der Identität Salzburgs und prägen unser gesellschaftliches Zusammenleben“, so Wissenschaftslandesrätin Andrea Klambauer. Erstellt vom Landesinstitut für Volkskunde, entstand ein Band mit mehr als 120 Seiten, der als Nummer 27 der „Salzburger Beiträge zur Volkskunde“ erschienen ist.

Lebendige Weitergabe des Erbes wichtig

„Immaterielles Kulturerbe heißt nicht, Traditionen unter einen Glassturz zu stellen“, sagt Institutsleiter Michael Greger. Die Bewertung als solches durch die UNESCO benötigt ausdrücklich die lebendige Weitergabe an die nächste Generation. „Immaterielles Kulturerbe soll sich weiter entwickeln können, denn nur so ist seine zukünftige Bedeutung auch gesichert“, meint Greger.

Vom Dürrnberger Schwerttanz und dem Aberseer Schleunigen

Bis zum Jahresende 2018 wurden für das Bundesland Salzburg zwölf Elemente bewertet, darunter bekannte gesellschaftliche Praktiken wie das Samsontragen, der Dürrnberger Schwerttanz, das Hundstoaranggeln oder das Aperschnalzen. Das Landesinstitut für Volkskunde hat sie für das Buch zusammengetragen und ausführlich beschrieben. Weitere Traditionen wie die Falknerei, die Köhlerei, oder der „Aberseer Schleunige“ werden ebenfalls in einer Kurzdarstellung am Ende des Buches vorgestellt.

Immaterielles Kulturerbe wächst ständig

Im Vorjahr wurden die Federkielstickerei sowie das Kehren, Beschliefen, Patschokieren und kontrollierte Ausbrennen von Rauchfängen als „Traditionelles Handwerk in ganz Österreich“ bewertet. „Diese müssen dann schon in einem Fortsetzungsband Platz finden, denn das Immaterielle Kulturerbe wächst ständig“, so Greger.

Kostbares bewahren

Seit zehn Jahren bewertet ein Fachbeirat der österreichischen UNESCO-Kommission immaterielles Kulturerbe in Österreich und führt darüber ein nationales Verzeichnis. Darunter sind nicht-materielle Lebensäußerungen von Menschen, eben mündlich überlieferte Traditionen und Ausdrucksformen, darstellende Künste, gesellschaftliche Praktiken, Rituale und Feste, Wissen und Praktiken in Bezug auf die Natur und die Welt sowie traditionelle Handwerkstechniken versammelt.

Geballte Tradition in Buchform

Das Buch „Salzburgs Immaterielles Kulturerbe“ kann ab sofort schriftlich beim Salzburger Landesinstitut für Volkskunde, Michael-Pacher-Straße 40, 5020 Salzburg, oder per E-Mail unter volkskunde.slivk@salzburg.gv.at zum Preis von zwölf Euro bestellt werden. LK_200817_51 (grs/ram/mel)

Medienrückfragen: Melanie Reinhardt, Büro Landesrätin Andrea Klambauer, Tel.: +43 662 8042-4910, Mobil: +43 664 5405895, E-Mail: melanie.reinhardt@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum