Güterwege sind Salzburgs Lebensadern

3.000 Kilometer langes Netz wird tagtäglich in Stand gehalten / Eine Reportage aus St. Koloman
Salzburger Landeskorrespondenz, 11. September 2020

(LK)  Salzburgs Güterwege sind mit rund 3.000 Kilometern mehr als doppelt so lang wie das gesamte heimische Landes- und Bundesstraßennetz. „Wir brauchen diese Wege zur Bewirtschaftung der bäuerlichen Betriebe, der unzähligen Weiler sowie für die Pflege und Erhaltung der Kulturlandschaft. Sie sind die Lebensadern, die fein verästelt in alle Regionen reichen“, ist Landesrat Josef Schwaiger überzeugt.

 

Der Lastwagen mit dem Schotter bewegt sich langsam vorwärts, Polier Josef Pichler und seine Mannschaft, bestehend aus Hans Buchegger und Michael Russegger, sanieren das schmale Bankett. Sie arbeiten sich Meter für Meter voran – meist bei jedem Wetter. Wir sind in St. Koloman auf dem Weg Richtung Seewaldsee – ein Beispiel von 3.000 Kilometern Güterwege, die regelmäßig in Salzburg in Stand gehalten werden müssen. Die Arbeit geht nie aus, der Fonds zur Erhaltung des ländlichen Straßennetzes (FELS), stellt jedes Jahr zirka fünf Millionen Euro bereit.

 

Schwaiger: „Seit fast 40 Jahren einzigartig.“

Etwa die Hälfte des jährlichen zirka Zehn-Millionen-Budgets im FELS fließt in die Fahrbahnsanierung. Seit Beginn 1981 wurden so inzwischen schon 40.000 Kilometer erneuert. „Das System ist einzigartig in Österreich. In einem Rhythmus von zirka drei Jahren wird wieder an den Güterwegen gearbeitet, dazu kommen natürlich auch neue Projekte“, erklärt Landesrat Josef Schwaiger, auch Vorsitzender der FELS-Kommission, und er fügt hinzu: „Sanierungen aufzuschieben führt bereits wenige Jahre später zu notwendigen Neubauten, die dann erst recht noch wesentlich schwerer zu finanzieren sind.“ Insgesamt werden heuer 1.097 Kilometer ländliche Straßen saniert, davon 1.066 Kilometer mit Asphalt und 31 Kilometer Schotterwege.

Walkner: „Für St. Koloman unverzichtbar.“

Bürgermeister Herbert Walkner streicht die Bedeutung funktionierender Wege für die Gemeinde St. Koloman heraus: „Gehöfte und Häuser, auch wenn sie abgelegen sind, werden so erschlossen. Durch den Erhaltungsfonds werden bei uns mehr als 50 Kilometer alle drei Jahre saniert – für die Menschen hier bei uns sehr wichtig.“

Hirscher: „Viel zu tun nach den Unwettern 2019.“

Der Tennengauer Wegmeister Herbert Hirscher jedenfalls ist mit seinen Mitarbeitern noch heuer dabei, die Unwetterschäden aus dem Vorjahr aufzuarbeiten. „Zum Beispiel die neue Kurhaus-Brücke in Abtenau. Abgesehen davon haben wir in Krispl-Gaißau ein großes Projekt laufen“, fasst Hirscher viel Arbeit in wenigen Worten zusammen. 550 Kilometer Wege müssen im Tennengau erhalten werden.

Über 1.000 Brücken muss man gehen

Ganze 1.000 Brücken umfasst das Wegenetz in Salzburg – und die sollen auch in Zukunft sicher sein. Komplett neu gebaut werden sie heuer in Abtenau (Lammerweg II), Faistenau (Mahdbrücke), Fuschl (Perfalleckbrücke), Golling (Bluntaubrücke), Großarl (Gstattbrücke), Mittersill (Thalbachweg), Neumarkt am Wallersee (Irrsbergbrücke), Taxenbach (Wiesfleckbrücke) und in Zederhaus (Bruckdorfwald). Dazu kommen 50 Sanierungsmaßnahmen wie zum Beispiel die Erneuerung von Geländern, Belägen oder Tragwerkserneuerungen. REP_200913_61 (sm/mel)

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Redaktion: Landes-Medienzentrum