7,4 Millionen Euro für die Entlastung von pflegenden Angehörigen

Neues Angebot im Pflegebereich / Weitere Maßnahme der Plattform Pflege
Salzburger Landeskorrespondenz, 11. September 2020

(LK)  Die Pflege und Betreuung von Angehörigen ist oft mit hohen Belastungen verbunden. Um diese Menschen bestmöglich zu unterstützen, hat das Land Salzburg nun die „Angehörigenentlastung“ ins Leben gerufen: Bis Ende 2023 stehen insgesamt 7,4 Millionen Euro zur Verfügung. „Damit haben wir eine wichtige Ergänzung für pflegende Angehörige – zusätzlich zu bestehenden Unterstützungen wie Tageszentren, mobilen Diensten oder Kurzzeitpflege geschaffen“, so Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn bei der Präsentation anlässlich des nationalen Aktionstages für pflegende Angehörige am 13. September.

Das neue Angebot ist eine weitere Maßnahme, die aus der Plattform Pflege hervorgegangen ist. Eines der großen Ziele war die Entlastung der Angehörigen, der größten Gruppe der pflegenden Personen. In Österreich werden nach wie vor etwa 80 Prozent aller Menschen mit Pflegebedarf zuhause von ihren Angehörigen betreut. Österreichweit sind es rund 800.000 pflegende Angehörige. Der Großteil davon ist weiblich und bewältigt Pflege und Betreuung alleine. Viele der Betroffenen nehmen keine oder kaum Hilfe von außen in Anspruch. „Genau da möchten wir ansetzen, in diesen herausfordernden Situationen unterstützen und das bieten, was meist zu kurz kommt: Zeit für sich selbst - zum Verschnaufen, zum Ausruhen, die Möglichkeit einer Auszeit und das regelmäßig“, so Schellhorn.

Flexibel, einfach, kostengünstig

Durch das neue Angebot können pflegende Angehörige regelmäßige Auszeiten nehmen. Eine Betreuungskraft eines anerkannten Pflegedienstes des Landes übernimmt einstweilen die Obhut des Angehörigen im eigenen Lebensumfeld. Und was besonders wichtig ist: Dieses Angebot kann schnell, einfach und kostengünstig gebucht werden“, erläutert Andreas Eichhorn, Leiter der Sozialabteilung des Landes. Die Eigenleistung beträgt acht Euro für jede in Anspruch genommene Stunde und kann ab Pflegestufe 3 in Anspruch genommen werden. Die Einsatzdauer muss mindestens drei und kann bis zu maximal sechs Stunden pro Tag und Haushalt betragen. In einem Monat sind bis zu zehn Stunden Entlastung möglich, ab Pflegestufe 5 sind es 20 Stunden. „Es ist eine völlig neue Leistung. Wir werden Erfahrungen sammeln, evaluieren und können dann auf mögliche, abweichende Bedarfe reagieren“, so Eichhorn.

7,4 Millionen Euro bis 2023

Für diese neue Unterstützungsleistung des Landes ist heuer eine Million Euro budgetiert, kommendes Jahr sind es zwei Millionen, bis Ende 2023 sind es 7,4 Millionen Euro. Mit insgesamt 205 Millionen Euro nimmt das Budget für Pflege und Betreuung heuer den größten Posten im Sozialbudget ein.

Weitere Voraussetzungen und Detailinformationen zur „Angehörigenentlastung“ wie etwa die Liste aller teilnehmenden Träger: www.salzburg.gv.at/angehoerigenentlastung

Breites Angebot und professionelle Beratung

Von Tageszentren über mobile Dienste, Haushaltshilfen bis hin zu Kurzzeitpflege-Plätzen in Seniorinnen- und Seniorenwohnhäusern: Im Land Salzburg stehen weitere zahlreiche Entlastungsangebote zur Verfügung. „Pflegende Angehörige haben ganz unterschiedliche Bedürfnisse und daher werden unterschiedliche Leistungsangebote zur Unterstützung bei der Betreuung benötigt. Eine stundenweise Entlastung zu Hause wird in Beratungsgesprächen immer wieder nachgefragt“, berichtet Rosemarie Löcker von der Pflegeberatung des Landes Salzburg, die eine wichtige Anlaufstelle in allen Fragen zur Pflege und Betreuung ist. Bei der Pflegeberatung stehen Expertinnen unter der Hotline: 0662-8042-3533 kostenlos zu allen Hilfen, die in Anspruch genommen werden können, zur Verfügung. LK_200911_10 (ram/mel)

Medienrückfragen: Johanna Jenner, Büro LH-Stv. Heinrich Schellhorn, Tel.: +43 662 8042-4841, Mobil: +43 664 8565718, E-Mail: johanna.jenner@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum