Covid, Wolf und Alpenraum

Regierungschefs der Arge Alp verstärken Krisenkooperation und fordern von der EU eine Neubewertung des Wolfstatus und Geld für Herdenschutz
Salzburger Landeskorrespondenz, 30. September 2020

(LK)  Der Alpenraum im Schatten der Corona-Krise und der Wolf als grenzüberschreitende Herausforderung waren die bestimmenden Themen bei der Konferenz der Arge-Alp-Regierungschefs in Salzburg. Bei der Zusammenkunft der politischen Entscheidungsträger aus Bayern, Graubünden, der Lombardei, Salzburg, St. Gallen, Südtirol, Tessin, Tirol, Trentino und Vorarlberg übergab Landeshauptmann Wilfried Haslauer den Vorsitz an die Lombardei, den Salzburg im Vorjahr von Südtirol übernommen hatte.

„Die politischen Fragestellungen sind in unserer Gruppe meist dieselben. Gemeinsam bewegen wir mehr. Wir sind daher übereingekommen, als umfassenden Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie eine vertiefende Kooperation im Krisenfall anzustreben“, so Landeshauptmann Wilfried Haslauer. Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher freut es besonders, „dass unter dem Vorsitz Salzburgs bedeutende Beschlüsse zum Thema Wolf und zu Covid-19 gefasst werden konnten. Es geht nun darum, diese Position gegenüber der staatlichen und der EU-Ebene geschlossen zu vertreten“, so Kompatscher.

In der Krise zusammenstehen

Die Alpenregionen vereinbarten, im Fall von Lieferengpässen gegenseitig medizinische Geräte und Verbrauchsgüter bereitzustellen, bei vorübergehenden Überlastungen der Krankenhauskapazitäten vor allem Intensiv-Patienten aufzunehmen, beim Grenzmanagement sowie bei der Kommunikation und Prävention im öffentlichen Gesundheitswesen eng zusammenzuarbeiten. Das internationale Contact Tracing soll etwa durch technische Hilfsmittel und Kompatibilität der Apps effizienter werden. Die Regionenvertreter verständigten sich darauf, dass es eine einheitliche und objektivierte Vorgehensweise bei der Definition von Risikoregionen und für Covid-Maßnahmen im Wintertourismus geben soll. Dazu wird eine Expertengruppe der Arge-Alp-Länder gebildet, um zu gemeinsam anerkannten Standards zu gelangen.

Ein Plan für den Wolf

Beim Thema Wolf forderten die Regierungschefs der Arge Alp die Europäische Kommission einhellig auf, zum Schutz der alpinen Land- und Almwirtschaft den Schutzstatus des Wolfs in der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie neu zu bewerten und genügend Geld zur Verfügung zu stellen, um Herdenschutzmaßnahmen zu finanzieren. An die Kommission gerichtet sprachen sie sich weiters dafür aus, ein gesamteuropäisches Monitoring und eine wildökologische Raumplanung für den Wolf einzurichten.

Nachhaltigkeit und Regionalität sind die Stärken im Tourismus

Eine weitere in Salzburg verabschiedete Resolution hat nachhaltigen Qualitätstourismus im Alpenraum zum Ziel. Regionalität, Tourismusgesinnung und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden als Stärken benannt, die weiter auszubauen sind. Bemühungen um nachhaltige Mobilität sollen mit geringen CO2-Emissionen insbesondere bei An- und Abreise kombiniert werden.

Neue Projekte von Kulinarik bis cleverer Verwaltungsarbeit

Auch fünf neue gemeinsame Projekte wurden heute in Salzburg in Auftrag gegeben. Sie beschäftigen sich mit alpiner Kulinarik, mit der Heilkraft der Alpen, einer Internationalen Sommerakademie für alpines Bauen und Siedlungsentwicklung sowie „Smart Working“ in der öffentlichen Verwaltung.

Der Klang der Alpen

Zum Auftakt der feierlichen Vorsitzübergabe gab es eine Uraufführung. Erstmals erklang die Arge-Alp-Fanfare, eine Komposition des Südtiroler Jazz-Saxophonisten und Arrangeurs Valentin Gasser. Das Stück für vier Trompeten, drei Posaunen, Tuba, Pauke und Schlagzeug ging aus einem von der Arbeitsgemeinschaft Alpenländer initiierten Wettbewerb unter 42 Einreichungen als Sieger hervor. Es verbindet Traditionelles mit Innovativem und kommt als offizielle Fanfare bei Veranstaltungen, auf der Homepage, als Videokennung und als imageprägender Bestandteil dieses Zusammenschlusses von zehn Ländern, Regionen und Kantonen aus Deutschland, Italien, Österreich und der Schweiz zum Einsatz. LK_200930_60 (sm/ram)

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Redaktion: Landes-Medienzentrum