Covid-19: Regionale Versorgung in Salzburgs Spitälern

Sieben dezentrale Covid-Krankenhäuser im ganzen Land / Aktuell 14 Personen hospitalisiert, eine auf Intensivstation
Salzburger Landeskorrespondenz, 08. October 2020

(LK)  In der Akutphase der Coronavirus-Pandemie im Frühjahr 2020 wurden hospitalisierte Patientinnen und Patienten ausschließlich im Covid-Haus des Uniklinikums Campus LKH in der Stadt Salzburg versorgt. Mit dem Hochfahren der Spitäler nach dem Lockdown wurde auf eine wohnortnahe, dezentrale Betreuung mit sieben Standorten umgestellt. „Die Vorteile: Jedes Spital hat eigene Strukturen für die infizierten Patienten geschaffen. So ist eine regionale und abgestimmte Versorgung vollumfänglich garantiert“, erklärt Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl.

 

„Im Februar und März waren die Prioritäten noch anders: Das Aufbauen von Infrastruktur und Logistik sowie das Ziel, die Spitäler covid-frei zu halten, standen im Vordergrund. Im vergangenen halben Jahr haben wir viel dazugelernt, und die Spitäler können den regulären Spitalsbetrieb nun so gut wie möglich parallel zu den Coronavirus-Behandlungen garantieren. Das neue dezentrale System ist effizienter und lässt uns mehr Spielraum in der längerfristigen Planung. Zudem sichert ein Kooperationsabkommen die Zusammenarbeit aller sieben beteiligten Krankenanstalten untereinander“, ist Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl überzeugt.

 

Sieben Standorte für Covid-Versorgung

Die sieben Standorte für die Versorgung von Coronavirus-Patienten im ganzen Land: Uniklinikum Campus LKH, Christian-Doppler-Klinik und Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in der Stadt Salzburg, das Kardinal Schwarzenberg Klinikum in Schwarzach im Pongau, das Krankenhaus Oberndorf, die Landesklinik in St. Veit im Pongau und das Tauernklinikum in Zell am See.

Stöckl: „Alle Patienten werden versorgt.“

Während die Coronavirus-Akutphase zu einer Konzentration auf die Coronavirus-Behandlungen geführt hat, herrscht seit ein paar Monaten wieder Normalbetrieb in Salzburgs Spitälern. Aufgeschobene Operationen und Behandlungen wurden und werden gut nachgeholt, sodass die Spitäler fast wieder auf dem Stand vor der Coronavirus-Pandemie sind. „Normalbetrieb mit einem wichtigen Unterschied: Parallel dazu müssen wir auch die Covid-Patienten bestmöglich versorgen, und ich rechne schon damit, dass die Hospitalisierungsrate hier noch steigen wird“, so Stöckl.

Mittermair: „Vorteile für die Bevölkerung.“

Besonders im Innergebirg bringen die kürzeren Wege eine spürbare Erleichterung im medizinischen Betrieb. „Coronavirus-Patienten müssen so nicht mehr zwingend nach Salzburg ‚übersiedelt‘ werden. Der nicht nötige Transport spart Zeit, und gleichzeitig werden die Kolleginnen und Kollegen in der Landeshauptstadt entlastet“, so Manfred Mittermair, stellvertretender ärztlicher Leiter im Kardinal Schwarzenberg Klinikum Schwarzach.

Covid-19: Derzeit 109 Normalbetten, 45 Intensivbetten

Im gesamten Bundesland stehen derzeit 109 Normalbetten, davon 66 in der Stadt Salzburg, 24 im Pongau, 15 im Pinzgau sowie vier im Flachgau für Coronavirus-Patienten zur Verfügung. Dazu kommen 45 Intensivbetten (35 im Uniklinikum Campus LKH, zehn im Kardinal Schwarzenberg Klinikum). Bei zusätzlichem Bedarf können die Kapazitäten relativ rasch und jederzeit ausgebaut werden. „Wir haben bereits in der ersten Phase der Pandemie gesehen, dass hier landesweit und spitalsübergreifend gut zusammengearbeitet wird. Darauf setzen wir auch in den kommenden Wochen und Monaten“, sagt Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl.

Moderater Anstieg der Covid-Hospitalisierungsrate

Mit Stichtag heute, 8. Oktober, 7.30 Uhr, sind in Salzburg 14 Personen aufgrund einer Covid-19-Infektion hospitalisiert, ein Patient liegt auf der Intensivstation. „Die Hospitalisierungsrate steigt auch bei uns merklich, aber moderat. Die dezentrale Versorgung hilft uns in der Koordinierung und bietet die nötige Flexibilität, um auf Änderungen zu reagieren“, betont Stöckl.

Schwarzach: Bestmögliche Sicherheit

Auch innerhalb der Spitäler haben sich die Abläufe geändert. „Der Zugang in das Klinikum ist ausschließlich über einen einzigen großen Eingang nach erfolgtem Screening mit Temperaturkontrolle sowie Symptomabfrage möglich. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind zudem gut an die Situation angepasst und sensibilisiert, darüber hinaus haben wir natürlich alle Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt“, berichtet Primar Mittermair.

Appell an die Patienten

Vieles hat sich nach dem 29. Februar 2020 – an diesem Tag gab es die erste bestätigte Coronavirus-Infektion in Salzburg – geändert, die Medizin und Gesellschaft haben dazu gelernt. Eines ist allerdings unverändert geblieben: „Wir wollen das Spital zu einem möglichst sicheren Ort machen. Daher appelliere ich nach wie vor dringend an die Salzburgerinnen und Salzburger: Bitte den Gesundheitszustand genau beobachten, mit Symptomen nicht in die Ambulanzen kommen, sondern anrufen. Wir sind sehr genau beim Screenen und den Vorsichtsmaßnahmen, ohne die Hilfe der Bevölkerung geht es aber nicht“, unterstreicht Primar Mittermair. LK_201008_142 (luk/mel)

Medienrückfragen: Harald Haidenberger, Büro LH-Stv. Christian Stöckl, Tel.: +43 662 8042-3311, Mobil: +43 664 8921060, E-Mail: harald.haidenberger@salzburg.gv.at

Redaktion: Lucas Kröll/Landes-Medienzentrum