„A echta Pinzga Zaun“

Leogang wird zum „Zaundorf“ und zeigt für alle zugänglich alte, bäuerliche „Grenzkultur“
Salzburger Landeskorrespondenz, 09. October 2020

(LK)  Ein leichter „Schräg“, ein dichterer „Hag“ und ein „Pinzgauer Zaun“: Die traditionelle Kunst des Zaunbauens kann ab sofort in Leogang bewundert werden. Das macht ein Leaderprojekt möglich. „Zäune grenzen ein und grenzen aus, sie bewahren aber auch und schützen. Jedenfalls prägen sie das Gesicht unseres Landes als ein wichtiges Element unserer Kulturlandschaft und ein Teil unserer Identität. Und Holzzäune gehören zu den ältesten Zeugnissen unserer bäuerlichen Kultur“, so Landesrat Josef Schwaiger bei einem Besuch in Leogang.

„Tradition erhalten und öffentlichen Raum gestalten“, so lautet das Credo des Projekts in Leogang, bei dem rund 700 Laufmeter historischer Umzäunung im Ortszentrum von Leogang und entlang der wichtigsten Straßen errichtet werden. Die Zäune werden von geübten und routinierten Handwerkern, die das Wissen des Zaunbaus nach historischem Vorbild von der vorherigen Generation erlernt haben, aufgestellt. Zudem werden in diesem Bereich Blumenwiesen aus 100 Prozent österreichischem Saatgut angelegt. „Dies trägt zur Schaffung des Lebensraums für Bienen und Insekten bei und ist von hoher ökologischer Bedeutung“, so Landesrat Josef Schwaiger.

Wertvolles Kulturgut am Wiesenrand

Mit diesem Projekt will man wertvolles Kulturgut zurück ins Ortsbild und damit ins Gedächtnis der Menschen bringen. Die Abgrenzungen dienten ja seit jeher zur Einfriedung des Besitzes, zum Schutz der Herde, des Ackerlandes oder der benachbarten Weide. „Sie können in der Folge aber auch an Grenzen erinnern und wie wir selber damit umgehen oder wie weit wir schauen. Die Bedeutung geht jedenfalls über jeden Ortskern hinaus“, so Schwaiger.

Leaderprojekt über (Zaun)Grenzen hinaus

Das Projekt wurde über Leader gefördert. Die Gesamtkosten betragen 63.000 Euro. Die Förderung beträgt 37.800, wobei die EU 30.240 Euro (80 Prozent), der Bund 4.536 Euro (zwölf Prozent) und das Land 3.024 Euro (acht Prozent) beisteuern. LK_201009_11 (ram/mel)

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Redaktion: Landes-Medienzentrum