Marko Dinic erhält Jahresstipendium Literatur

Förderung mit 10.000 Euro dotiert
Salzburger Landeskorrespondenz, 27. October 2020

(LK)  Marko Dinic erhält das Jahresstipendium 2020. Der in Wien lebende Autor konnte bereits mit seinem Debutroman „Die guten Tage“ überzeugen. „Mit diesem Jahresstipendium ermöglichen wir Literaturschaffenden eine intensive Auseinandersetzung mit einem konkreten literarischen Projekt“, so Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn.

In der Jurybegründung heißt es: „Im eingereichten Romanprojekt mit dem Arbeitstitel ‚ISAK‘ beschäftigt er sich abermals mit einem Kapitel aus der Geschichte Belgrads, jenen traumatischen Jahren während der Zeit der Okkupation durch die Nationalsozialisten; im Zentrum des Romans steht ein jüdisches Schicksal in der von der Gestapo für ‚judenfrei‘ erklärten Stadt.“

Hoher formaler Anspruch und souveräne Manier

Weiter begründet die Jury: „Dinics Romanprojekt überzeugt durch die Dringlichkeit des Themas, durch das formale Konzept – ein Roman in sechs Kapiteln mit je anderen Zentralfiguren aus dem Umfeld des Protagonisten Isak Ras und eigenständiger sprachlicher Ausformung, was die Ambivalenz der Situation hervorragend spiegelt – sowie durch einen Text-Auszug, in dem es ihm gelingt, auf wenigen Seiten ein lebendiges Panorama der belagerten Stadt zu zeichnen. Was jüdische Identität bedeutet und was das in Zeiten, in denen diese Identität einem Todesurteil gleichkommt, heißt, das wird dieser Roman, so viel ist jetzt schon abzusehen, plausibel und anschaulich machen. Marko Dinics Schreiben versteht sich insofern als Selbst- und Weltbefragung mit literarischen Mitteln, ein Schreiben jedenfalls mit hohem formalen Anspruch, dem er in souveräner Manier gerecht wird.“

Insgesamt 15 Einreichungen

Die Jury bestand aus Elke Laznia (Autorin), Joe Rabl (freier Lektor und Literaturveranstalter in Innsbruck) sowie Josef Kirchner (Verein mosaik und Kurator Literaturfest Salzburg). Insgesamt wurden 15 Einreichungen zur Beurteilung vorgelegt.

Dinic dankt der Jury und dem Land Salzburg

„Ich danke von ganzem Herzen der Jury und dem Land Salzburg. Es ist mir nicht nur eine Freude, sondern eine Ehre vonseiten jenes Literaturbetriebs gewürdigt zu werden, den ich gemeinsam mit meinen Freundinnen und Freunden von der Literaturplattform mosaik über Jahre hinweg mitgestalten durfte, von dem ich am meisten, mein Handwerk betreffend, gelernt habe – von dem ich nach wie vor lerne“, so Marko Dinic.

Autor mit Salzburger Geschichte

Marko Dinic wurde 1988 in Wien geboren, lebt und arbeitet als freischaffender Autor in Wien. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Belgrad. Seit 2008 lebt er in Österreich, viele Jahre davon in Salzburg, wo er maßgeblich bei der Entwicklung einer jungen Literaturszene in Salzburg beigetragen hat. Er ist Vorstandsmitglied der Literaturplattform mosaik sowie Redaktionsmitglied der hauseigenen Literaturzeitschrift. Er ist Mitbegründer des Kunstkollektivs Bureau du Grand Mot sowie Organisator des Interlab – Festival für transdisziplinäre Kunst und Musik. Zahlreiche Veröffentlichungen erschienen in Zeitschriften und Anthologien, unter anderem in Kolik, Lichtungen und Lyrik im Anthropozän. 2016 war er für den Bachmannpreis nominiert. Im Frühjahr 2019 erschien im Wiener Paul Zsolnay Verlag sein Debütroman „Die guten Tage“. LK_201027_10 (ram/grs)

Medienrückfragen: Johanna Jenner, Büro LH-Stv. Heinrich Schellhorn, Tel.: +43 662 8042-4841, Mobil: +43 664 8565718, E-Mail: johanna.jenner@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum