Sicherer Bildungsbetrieb so lange wie möglich

Positionsbestimmung von Ländern und Bund für Kindergärten und Schulen
Salzburger Landeskorrespondenz, 23. October 2020

(LK)  Die politisch Zuständigen der Länder für Elementarpädagogik und Bildung haben heute unter dem Vorsitz Salzburgs ihre Positionen und diese mit dem Bund abgestimmt. „Oberstes Ziel ist, den Betrieb an Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen sicher und aufrecht zu erhalten“, betonten der Generalsekretär des Bildungsministeriums Martin Netzer, Landesrätin Andrea Klambauer und Landesrätin Maria Hutter im Anschluss an die Konferenz.

„Ich bin froh, dass wir über alle Länder hinweg einen breiten Schulterschluss erzielen konnten, um einheitlich mit den Risiken im Bildungsbereich umzugehen. Wir haben einen gemeinsamen Weg gefunden, der Personalknappheit bei der Elementarpädagogik entgegenzutreten. Im Kinderbetreuungsbereich können nicht ausgeschöpfte Förderungen und Zuschüsse ins kommende Jahr mitübernommen werden“, so Generalsekretär Martin Netzer. Die Sommerschule soll es auch im kommenden Jahr geben. „Bildung wird im nächsten Finanzausgleich einen sehr großen Stellenwert haben müssen – von Sprachförderung, über psychosoziale Unterstützung bis hin zu schulischen Gesundheitsmaßnahmen“, sagte Netzer.

Kinderbetreuung finanziell und personell absichern

„Frühe Bildung ist der Schlüssel zu Chancengerechtigkeit, daher braucht es bestens qualifizierte Pädagoginnen und Pädagogen, die unseren Jüngsten ein solides Fundament für ihre Zukunft mitgeben“, so Landesrätin Andrea Klambauer. Die Länder fordern daher vom Bund, Quereinstiege durch Bachelorstudien zur Sicherstellung von ausgebildeten Elementarpädagogen zu ermöglichen und die angekündigte Ausbildungsoffensive mit zusätzlichen berufsbegleitenden Kollegs in Angriff zu nehmen. Darüber hinaus wollen die Länder vom Bund eine verbindliche Zusage über die im Regierungsprogramm angekündigte Erhöhung der Zweckzuschüsse für die Kinderbetreuung.

Gemeinsame Leitlinien bei Verdachtsfällen

Bildungslandesrätin Maria Hutter betont, dass Covid-19 die gesamte Gesellschaft und nicht nur den Bildungsbereich massiv fordert. „Über den Sommer gab es intensive Abstimmungen und Vorarbeiten der Länder mit dem Bildungsministerium. Gemeinsam wurde ein Leitfaden für Schulen mit umfangreichen Checklisten und Handlungsanleitungen bei Verdachts- und Covid-Fällen erarbeitet. Die Herausforderung ist aber, dass ab der Meldung eines Verdachtsfalles die Gesundheitsbehörden in den Bezirken zuständig sind. Hier wurde bundesweit oft unterschiedlich agiert. Aus diesem Grund gab es in den letzten Wochen intensive Abstimmungen mit dem Bildungs- und Gesundheitsministerium. Das Ergebnis sind gemeinsame Leitlinien, wie bei einem Verdachts- und bestätigtem Fall vorgegangen wird“, so Hutter.

Vorbereitet auf den Schichtbetrieb an Schulen

In Bezug auf die aktuell in Salzburg weitgehend im Home-Teaching befindlichen Oberstufe sagte Hutter: „Wir tun derzeit alles, um nach Allerheiligen in den roten und orangen Bezirken vom Heimunterricht in den Schichtbetrieb – das heißt abwechselnder Unterricht der halben Klasse – wechseln zu können. Die endgültige Entscheidung können die Gesundheitsbehörden aber erst Anfang kommender Woche auf Grundlage der Entwicklung treffen.“

Kontaktpersonen-Regelung für Schüler bis 14 ausweiten

Den Gesundheitsminister ersuchen die Vertreter der Länder zu prüfen, ob die derzeit für die Primarstufe geltende „Kontaktpersonen-Regelung“ auf die Sekundarstufe 1 (Mittelschulen und AHS-Unterstufe) erweitert werden kann. Konkret soll geprüft werden, ob auch unter 14-Jährige bei Kontakt mit einem Infizierten generell als K2-Personen gewertet werden, da man bei dieser Altersgruppe von einem viel geringeren Infektionsrisiko als bei Erwachsenen ausgeht. „Das würde die Weiterführung eines geregelten Schulbetriebs wesentlich erleichtern“, so Landesrätin Hutter.

Antigen-Tests: Schneller Gewissheit

„Darüber hinaus setzen wir aktuell große Hoffnung in die neuen Antigen–Schnelltests. Dafür wird derzeit an der Einrichtung eigener mobiler Test-Teams für den Zentralraum und Innergebirg gearbeitet, die dann an den Schulen Schnelltests durchführen. Davon erhoffen wir uns eine Verbesserung der Situation, weil schneller Gewissheit besteht und die entsprechenden Maßnahmen getroffen werden können“, so Hutter.

Genügend Geld für ganztägige Schulformen

Auch im Schulbereich fordern die Länder Verbindlichkeit: „Wir haben uns heute auch dafür ausgesprochen, eine nachhaltige Finanzierung der ganztägigen Schulformen sicherzustellen. Insbesondere muss eine dauerhafte Lösung zur Finanzierung der Personalkosten im Freizeitbereich für bestehende schulische Tagesbetreuungen gefunden werden“, sagte Landesrätin Maria Hutter.

Lehrerausbildung neu bewerten und Comeback der Sonderpädagogik

Auch die pädagogische Ausbildung soll in Hinblick auf Dauer und Rahmenbedingungen neu bewertet werden. Einigkeit herrschte darüber, wieder eine Sonderpädagogikausbildung einzuführen. LK_201023_60 (sm/luk)

 

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Redaktion: Landes-Medienzentrum