Salzburg Museum gibt Kulturgüter an Archäologisches Museum in Temryuk zurück

Fünf Grabreliefs und drei Amphoren werden restituiert
Salzburger Landeskorrespondenz, 09. November 2020

(LK)  Von acht antiken Kulturgütern, die im Zweiten Weltkrieg nach Salzburg gekommen sind, konnte im Salzburg Museum die Herkunft eindeutig geklärt werden, sodass fünf Grabreliefs und drei Amphoren heute an das Historisch Archäologische Museum in Temryuk in der Region Krasnodar am Schwarzen Meer im heutigen Russland zurückgegeben werden konnten.

„Die Rückstellung ist ein Zeichen unserer gemeinsamen Geschichte und Beziehungen und ein konkretes Beispiel für den Sotschi-Dialog zur Vertiefung der kulturellen Beziehungen zwischen Österreich und Russland“, betonte Landeshauptmann Wilfried Haslauer bei der Übergabe an den russischen Botschafter Dmitrij Ljubinskij im Salzburg Museum.

Pallauf: „Vergangenheit konsequent aufgearbeitet.“

Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf, stellvertretende Vorsitzende des Salzburg Museum Aufsichtsrats, begrüßt ausdrücklich, dass die Provinienzforschung und damit die Aufarbeitung der Vergangenheit vom Salzburg Museum konsequent durchgeführt wurden. „Es freut mich, dass speziell in Zeiten wie diesen die Verbindung zwischen Museen und Ländern zum Ausdruck kommt“, so Pallauf.

Auf Kriegswegen nach Salzburg

„Die acht Kulturgüter stammen aus der hellenistischen Zeit und sind mit dem griechischen Kulturraum verbunden. Es ist eindeutig belegt, dass sie nicht Teil einer mit Salzburg verbunden Kunst- und Kulturgeschichte sind. Eine exakte Provenienzforschung hat ergeben, dass die Objekte aus dem Historisch-Archäologischen Museum in Temryuk stammen. So ist dem Salzburg Museum die Rückführung der Objekte an ihren Herkunftsort ein großes Anliegen“, stellt Martin Hochleitner, Direktor des Salzburg Museum fest. Im Zuge des Zweiten Weltkrieges sind die Amphoren und Grabreliefs 1943 von einem Offizier, der aus Salzburg stammte, aus dem sowjetischen Museum in Temryuk in seine Heimat geschickt worden und fanden ihren Weg ins Salzburg Museum.

Rückgabe mit hoher politischer Symbolkraft

Präsident Wladimir Putin und Bundespräsident Alexander Van der Bellen vereinbarten im Mai 2019 im Rahmen des Sotchi-Dialogs die Rückstellung. Unterstützt vom Österreichischen Kulturforum in Moskau und von der Österreichischen Botschaft konnte nun nach Zustimmung des Kuratoriums des Salzburg Museum und des Stadtsenats die Rückführung der Kunstobjekte in die Wege geleitet werden. „Die Initiative des Salzburg Museum ist ein seltenes Beispiel der Bereitschaft während des Großen Vaterländischen Kriegs geraubte Kulturgüter in zivilisierter Manier auf Eigeninitiative und nicht verbunden mit entgegengesetzten Forderungen an Russland zurückzugeben. Es ist sehr symbolisch, dass diese Aktion gerade heuer, im Jahr des 75. Jubiläums des Sieges über den Faschismus und der Beendigung des Zweiten Weltkrieges, erfolgreich realisiert wurde“, so Botschafter Dmitrij Ljubinskij. Bis Jahresende sollen die Kulturgüter im Museum in Temryuk eintreffen. LK_201109_61 (sm/mel)

 

Medienrückfragen:

Christian Pucher, Büro Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Tel.: +43 662 8042-2325, Mobil: +43 664 88719098, E-Mail: christian.pucher@salzburg.gv.at

Katharina Wimmer, Büro Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf, Tel. +43 662 8042-2600, Mobil: +43 664 1278655, E-Mail: katharina.wimmer@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum