Corona-Impfung und Massentests: Länder fordern praktikables Konzept

Gesundheitsreferentenkonferenz unter Salzburger Vorsitz im Zeichen von Covid-19
Salzburger Landeskorrespondenz, 20. November 2020

(LK)  Die Bekämpfung der Pandemie und ihre Auswirkungen auf das Gesundheitssystem standen im Mittelpunkt der Tagung der Landesgesundheitsreferenten, die heute unter Salzburger Vorsitz als Videomeeting stattfand. „Es ist gelungen, die Positionen der Länder zu wesentlichen Punkten abzustecken und einen Schulterschluss zu erreichen. Nur mit einer engen und guten Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern sowie allen Partnern werden wir erfolgreich sein, darin sind sich alle einig“, betonte Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl im Anschluss.

 

Unter dem Vorsitz von Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl haben die Gesundheitsreferenten der Bundesländer heute noch einmal entsprechende Ausgleichszahlungen für die Spitäler und Lösungen für die Zukunft vom Bund eingefordert. Stöckl in seinem Resümee: „Innerhalb kürzester Zeit wurden und werden die Krankenhäuser den aktuellen Entwicklungen des Pandemiegeschehens angepasst. Das ist mit großem organisatorischen und finanziellen Aufwand verbunden, der abgegolten werden muss.“

Stöckl: „Massentests nur mit Ausbau der Infrastruktur sinnvoll.“

Auch für die von der Bundesregierung geplanten Corona-Massentests verlangen die Gesundheitsreferenten rasch ein entsprechendes Konzept. „Mit der aktuellen, extrem belasteten Struktur von Personal über Logistik bis hin zu IT wird das nicht machbar sein. Es muss sichergestellt werden, dass die Teststraßen in den Gemeinden, die Laborkapazitäten und die Logistik bis hin zum Contact Tracing ausgebaut werden. Zudem müssen die elektronischen Daten- und Meldesysteme verknüpft werden, damit die Statistiken mithalten können und eventuelle Corona-Cluster rasch erkannt werden können“, fordert Christian Stöckl.

Impfung soll in drei Phasen erfolgen

Mit Gesundheitsminister Rudolf Anschober wurde in der heutigen Konferenz besprochen, dass die Covid-19-Impfung in drei Phasen erfolgen soll. Zu Beginn werden Bewohner und Personal in den Seniorenwohnhäusern geimpft sowie das Gesundheitspersonal. In der zweiten Phase folgen Bundesheer, Polizei, Pädagogen und Menschen in der vulnerablen Gruppe der über 65-Jährigen. In der dritten Phase wird die Impfung dann auf die gesamte Bevölkerung ausgerollt.

Hacker: „Impfen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“

„Ich bedaure, dass bisher noch keine Klarheit von Seiten des Bundes geschaffen werden konnte, dass Impfen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist und daher über die Krankenkassen bezahlt werden sollte. Ich freue mich aber, dass Minister Rudolf Anschober noch für diesen Dezember Gespräche zu diesem eminent wichtigen Thema angekündigt hat. Heute wurde auch ein wichtiger Beschluss in der Konferenz gefasst, dass alle Bundesländer den elektronischen Impfpass einführen werden. Zudem ist man übereingekommen, dass angesichts der Pandemie die öffentlichen Gesundheitsdienste grundlegend modernisiert werden müssen“, sagt Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker.

Bogner-Strauß: „Bundesweit einheitlicher Weg ist wichtig.“

Für Juliane Bogner-Strauß, Gesundheitsreferentin der Steiermark, stand neben den Corona-bedingten Themen vor allem die Sicherung der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum im Mittelpunkt. Ein österreichweiter Schulterschluss bei der Pandemiebekämpfung ist auch für sie unabdingbar: „Für die Steiermark ist es wichtig, dass in der Planung zukünftiger Versorgungsprozesse im Falle einer Pandemie ein österreichweiter einheitlicher Weg gefunden wird. Deshalb sind die Ergebnisse der bundesweiten Arbeitsgruppe ein wichtiger Schritt, den wir Länder aktiv eingefordert haben“, fasst Juliane Bogner-Strauß zusammen. Sie wird mit 1. Jänner 2021 den Vorsitz der Gesundheitsreferenten von Christian Stöckl übernehmen.

Neuaufstellung des Gesundheitsdienstes

„Die Corona-Pandemie hat eines deutlich gezeigt: Der öffentliche Gesundheitsdienst – der die dritte Säule des österreichischen Gesundheitswesens bildet, neben den Krankenanstalten und dem niedergelassenen Bereich – und die medizinischen Fachstäbe auf den verschiedensten Ebenen sind das Rückgrat der Pandemiebekämpfung“, betont Christian Stöckl. „Die Krisensituation hat uns besonders deutlich gemacht, dass eine moderne Neuaufstellung des öffentlichen Gesundheitsdienstes dringend notwendig ist und die begonnenen Reformarbeiten unbedingt vorangetrieben werden müssen. Wir brauchen aber auch eine Attraktivierung und Neudefinition des Berufsbildes Amtsarzt. Denn nur dadurch lassen sich ausreichende und qualifizierte Personalressourcen sicherstellen“, so Stöckl. LK_201120_30 (mw/mel)

 

Medienrückfragen: Harald Haidenberger, Büro LH-Stv. Christian Stöckl, Tel.: +43 662 8042-3311, Mobil: +43 664 8921060, E-Mail: harald.haidenberger@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum