Aus Überzeugung: Der Lungau testet

Reportage aus St. Michael, Unternberg und Tamsweg / Gemeinden gegen das Corona-Virus
Salzburger Landeskorrespondenz, 12. December 2020

(LK)  Es ist noch stockfinster als heute früh im Corona-Testlokal in St. Michael im Lungau schon Hochbetrieb herrscht. Im Festsaal der Gemeinde stehen Testkits bereit, die Helferinnen und Helfer streifen die Schutzanzüge über, ziehen Handschuhe an und der Bürgermeister motiviert das engagierte Team noch ein letztes Mal, bevor alle noch einen Schnelltest machen und dann die Türen für die Bürger öffnen. Eine Reportage aus dem südlichsten Bezirk des Landes, von der Mini-Gemeinde bis zur Bezirkshauptstadt.

 

An 18 Standorten sind heute seit 8.00 Uhr Früh im Lungau Teams mit Freiwilligen und Mitarbeitern von Rotem Kreuz, Feuerwehren und Gemeinden für die Massentests im Einsatz. Die erprobten Abläufe funktionieren perfekt, die Helfer sind top motiviert und die Bürgermeister zuversichtlich, dass mit den Tests ein wichtiger Beitrag zur Unterbrechung der Infektionsketten geleistet wird.

 

Bürgermeister betonen den Zusammenhalt

Manfred Sampl, Bürgermeister von St. Michael strahlte schon um 7.00 Uhr Früh Optimismus aus: „Es geht ja um ein gutes Werk, darum die Gesundheit zu schützen. Alle helfen zusammen schon seit den frühen Morgenstunden. Ich bin riesig dankbar, dass es so viele freiwillige Helfer mit einem gemeinsamen Ziel gibt. Mit den Tests können wir Infektionsketten unterbrechen und damit noch schwerere Folgen für Gesellschaft und Wirtschaft verhindern“, betont Sampl.

Persönliche Einladung vom Bürgermeister

Der Unterberger Vizebürgermeister Andreas Fanninger sieht das ähnlich: „Mit Hilfe der Einsatzkräfte und freiwilligen Helfer war es einfach zu organisieren, es findet sich in Unternberg immer jemand der mithilft.“ In der Bezirkshauptstadt Tamsweg wurden 5.200 Bewohner vom Bürgermeister persönlich per Brief eingeladen: „Wir haben fünf Teststraßen vorbereitet die gut angenommen werden. So können wir Abstände und Sicherheit gewährleisten. Bei uns helfen von den Fachleuten bis zu den Freiwilligen viele zusammen. Das funktioniert gut und dafür bin ich sehr dankbar“, so Georg Gappmayer, Bürgermeister von Tamsweg.

Freiwillige Helfer aus Überzeugung

Große und kleine Testlokale im Lungau haben eines gemeinsam: Die Freiwilligen sind aus Überzeugung und zu 100 Prozent für die Sache im Einsatz. Elisabeth Gruber ist in einem Abstrichteam in St. Michael und verbringt den Tag im Schutzanzug. Sie hofft auf viele Teilnehmer: „Ich habe das Gefühl, die Solidarität der Menschen hat seit dem Frühjahr abgenommen. Die zuletzt aber große persönliche Betroffenheit im Lungau hat jetzt wieder zu einem Umdenken geführt. Die Leute sagen jetzt wieder, sie möchten niemanden anstecken und deshalb gehen sie zum Testen.“ Bernhard Aigner, Pensionist und freiwilliger Helfer, ist es wichtig, „dass man aktiv etwas tun kann. Ich habe viele ältere Leute dazu animiert, dass sie kommen und helfe gerne im Testlokal mit.“

„Der Abstrich ist überhaupt nicht schlimm.“

Positiv ist auch die Stimmung bei den Gemeindebürgern die in die Testlokale in St. Michael, Unternberg und Tamsweg kommen, kein Murren ist zu hören, wenn sie die Testlinien absolvieren. „Ich finde es sehr wichtig und wenn alles passt, möchte ich meine Eltern endlich wiedersehen“, sagt Maria Lüftenegger nach dem Schnelltest in Unternberg. Für Leonhard Hinterberger aus derselben Gemeinde sind die wichtigsten Gründe „Selbstsicherheit und das Eindämmen der Pandemie.“ Auf den Punkt bringt es Josef Sonnberger aus St. Michael: „Es ist überhaupt nicht schlimm, das sollte jeder machen.“

Auch kleine Gemeinden meistern das Contact-Tracing

Bernhard Knapp, Amtsleiter und Contact-Tracer der Gemeinde Unternberg, hat gegen 9.00 Uhr einen positiven Fall zur Kontaktpersonenverfolgung übermittelt bekommen: „Für eine kleine Gemeinde ist das Contact-Tracing eine riesige Herausforderung. Wir sind nur zwei Mitarbeiter und machen das neben den alltäglichen Aufgaben. Die positiv Getesteten geben aber bereitwillig Auskunft in unserer Gemeinde.

Einsatzorganisationen und Gemeinde Hand in Hand

Perfekt organisiert und mit allen Beteiligten abgestimmt sind auch im Lungau die Einsatzorganisationen, betont Toni Schilcher, Bezirksrettungskommandant des Roten Kreuzes: „Wir haben im Lungau 240 ehrenamtliche Mitarbeiter, davon haben wir heute ungefähr 100 für die Tests im Einsatz und die Stimmung ist sehr gut, wir nehmen ja seit Wochen Tests ab und das macht das Arbeiten heute auch leichter. „Für die Feuerwehr ist es motivierend solche Einsätze zu absolvieren, der Zusammenhalt in der Feuerwehr ist natürlich gegeben, die Kameraden arbeiten gerne mit“, sagt Patrick Bacher, Ortsfeuerwehrkommandant in Tamsweg. REP_201212_30 (mw/mel)

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