Unterricht zwischen Kuhstall und Weide

34 Salzburger Betriebe zeigen, was es heißt, Landwirt zu sein
Salzburger Landeskorrespondenz, 23. December 2020

(LK)  Das Projekt Schule am Bauernhof bringt  Kinder und Jugendliche österreichweit in 400 bäuerliche Betriebe. Dort können sie Landwirtschaft hautnah erleben. „Die Herkunft unserer Lebensmittel und das bäuerliche Leben sind vielen Kindern und Jugendlichen nicht nur in der Stadt fremd, da der Bezug zur Landwirtschaft völlig fehlt. Schule am Bauernhof wirkt dem entgegen und zeigt den echten Alltag der Bauern“, so Landesrat Josef Schwaiger.

Die Kinder und Jugendlichen erhalten bei den Besuchen am Hof einen altersgerechten Einblick in den Alltag am Bauernhof. Die Exkursionen werden halb- oder ganztägig angeboten und sprechen alle Sinne an. Eines der Ziele ist es, den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur, das Verständnis für Tierschutz und die Qualität von regionalen Lebensmitteln zu vermitteln. „Unsere Kinder sollen spielerisch darüber aufgeklärt werden, was auf einem Bauernhof geschieht, wie dort mit Tieren und der Natur gearbeitet wird und was dort alles für uns produziert wird“, erklärt Schwaiger.

Verzerrtes Bild der Landwirtschaft korrigieren

„Leider ist zu beobachten, dass in den Medien ein romantisches und verzerrtes Bild der Landwirtschaft transportiert wird. Zudem betreiben Tierschutzorganisationen mitunter gezieltes Skandalisieren insbesondere in den sozialen Medien, um auf scheinbare Missstände auf Bauernhöfen hinzuweisen“, hält Schwaiger fest und betont, dass die Schule am Bauernhof-Initiative als Gegenpol wirken soll. „Den Kindern wird die reale Situation gezeigt und was es heißt, Landwirt zu sein“, so Schwaiger und ergänzt: „Dort wo im Einzelfall tatsächlich in der Tierhaltung untragbare Zustände sind, habe ich die Veterinärbehörde angewiesen, streng und klar für Ordnung zu sorgen.“

Familie Putz: „Wir zeigen mit Begeisterung, wie Landwirtschaft funktioniert.“

Einer der 34 teilnehmenden Salzburger Betriebe ist der Bauernhof von Familie Putz: vulgo Vorderreith in Hof bei Salzburg. Die dortige Bäuerin, Petra Putz, sprach mit dem Landes-Medienzentrum (LMZ) über die Leidenschaft Kindern Landwirtschaft zu erklären.

LMZ: Was können die Kinder bei euch lernen?

Putz: „Wir sind ein kleiner moderner Milchviehbetrieb mit vielen verschiedenen Tieren. Die Kinder sehen wo die Milch herkommt, was die Kühe fressen und wie die Milch schmeckt. Außerdem haben wir auch Hühner die Eier legen, wir machen Saft aus unseren Äpfeln oder mahlen Getreide und backen Brot mit den Kindern. Bei uns gibt es immer etwas Neues zu entdecken.“

LMZ: Warum ist es euch wichtig, dass Kinder euren Hof kennenlernen?

Putz: „Es ist erschreckend, dass teilweise auch unseren Landkindern das praktische Wissen, wie Landwirtschaft funktioniert, fehlt. Vor allem den Volksschülern geben wir gerne einen Einblick in unseren Betrieb. Sie sind mit Begeisterung dabei und hinterfragen beziehungsweise machen die Eltern auf gesehenes, gelerntes kritisch aufmerksam.“

LMZ: Gibt es Erlebnisse mit Kindern und Jugendlichen, die besonders in Erinnerung geblieben sind?

Putz: „Eigentlich gibt es bei jeder Exkursion etwas Besonderes, exakt genau nach Plan geht es nie. Es kann schon mal vorkommen, dass während ich mit der Schulklasse das Fressen der Kühe entdecke, auf der anderen Seite des Stalls die Kuh ein Kälbchen zur Welt bringt. Das ist ein ganz besonderer Moment für Kinder, das frische Kalb wird bestaunt und die Situation bleibt lange in Erinnerung. Ich merke aber auch, dass Kinder die oft als ‚schwierig‘ oder ‚lebhaft‘ vorangekündigt werden, am Hof dann sehr interessiert sind und sich genau gegenteilig verhalten.“ LK_201223_20 (bk/mw)

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Medienrückfragen: Michael Rausch, Büro Landesrat Josef Schwaiger, Tel.: +43 662 8042-2700, Mobil: +43 664 2640444, E-Mail: michael.rausch@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum