Virus-Mutationen: Voruntersuchungen liefern Hinweise

Britische Mutation in acht Fällen bestätigt / Alle positiven PCR-Proben werden analysiert / So laufen die Screenings in Salzburg ab
Salzburger Landeskorrespondenz, 04. February 2021

(LK)  Acht Fälle der britischen Coronavirus-Mutationen sind aktuell in Salzburg bestätigt. Hinzu kommen noch nachgewiesene Virenreste im Abwasser und weitere Verdachtsfälle. Damit letztere nicht „verdächtig“ bleiben, bringen weiterführende Analysen in Laboren Gewissheit über die Virusvariante. „Es werden deshalb alle positiven PCR-Proben einem Vorscreening auf Mutationen unterzogen. Damit können wir Veränderungen erkennen und entsprechend reagieren. Die endgültige Bestätigung kommt aber von der AGES in Wien“, betont Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz.

„Es gab in zwei Kindergärten im Flachgau und Pongau einen Verdacht auf die britische Mutation. Somit können wir die südafrikanische und die brasilianische Mutation in Salzburg derzeit nicht bestätigen, es gibt von diesen beiden bisher auch keinen Verdachtsfall. Allerdings gibt es im Bundesland verteilt derzeit acht bestätigte Fälle der britischen Variante“, erklärt Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz. Sie fügt hinzu: „Ich denke, wir können die britische Mutation nicht mehr aufhalten, eventuell gelingt uns das mit den beiden anderen.“

Intensiveres Contact Tracing

Auswirkungen haben die mutierten Virus-Varianten auch auf das Contact Tracing: So werden Kontaktpersonen der ersten Kategorie am fünften Tag nach dem positiven Test ein zweites Mal abgestrichen. Kontaktpersonen der Kategorie 2 werden ebenso einem Test unterzogen, zudem müssen Haushaltsangehörige von Kontaktpersonen 1 außerhalb des Haushalts eine FFP2-Maske tragen.

Vollanalyse in Wien

Während eine Voruntersuchung auf Mutationen schon in Laboren in Salzburg möglich ist, wird die weiterführende Analyse von der AGES in Wien durchgeführt. „In Salzburg gibt es derzeit die Möglichkeit, die Proben einem Vorscreening zuzuführen. Die Ganzgenom-Sequenzierung erfolgt derzeit in Wien. Vorscreenings und Ganzgenom-Sequenzierungen sind zwei unterschiedliche Analysewerkzeuge. Umfassende Informationen zu neuen Virus-Varianten erhalten wir nur durch die Ganzgenom-Sequenzierung“, so Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz.

Mehrere Wege zum Erfolg

Der Nachweis von Corona-Mutanten erfolgt aktuell in einem mehrstufigen Verfahren. „Ist der PCR-Test positiv, erfolgt entweder ein weiterführender PCR-Test, der nur auf bestimmte Mutationen des Corona-Virus anspricht oder ein Variantenscreening auf mehrere Mutationen, das die zur Zeit relevanten Mutationen umfasst. Damit können wir einen Großteil der Mutationen von Interesse abdecken und erkennen. Derzeit werden alle positiven PCR-Tests auf Mutationen auf diesem Weg voruntersucht aber eine Sequenzierung muss angeschlossen werden“, betont Hans Georg Mustafa vom Labor medilab.

Spezielle PCR-Tests im Tauernklinikum

Das Tauernklinikum in Zell am See setzt seit kurzem auf spezialisierte PCR-Abstriche, die gezielt auf die bereits bekannten Mutationen des Virus aus Großbritannien und Südafrika reagieren. Seit dem 1. Februar ist diese Maßnahme zur Erkennung offiziell vom Gesundheitsministerium anerkannt. „Damit können wir unkompliziert und zeitsparend bestimmte Mutanten herausfiltern und direkt in das epidemiologische Meldesystem, kurz EMS, eintragen“, so Franz Öller, Geschäftsführer des Tauernklinikums in Zell am See.

Maßnahmen helfen auch gegen Mutationen

Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz sieht in den Voruntersuchungen einen wirksamen Schritt Mutationen entgegenzuwirken: „Mit den umfangreichen Vorscreenings aller positiven PCR-Tests entdecken wir alle Mutationen.“ Neben der Erforschung dürfen wir allerdings die wirksamsten Maßnahmen gegen sämtliche Corona-Varianten niemals vergessen: Abstand halten, Hände waschen, FFP2-Maske tragen, regelmäßig testen gehen und weniger Leute treffen. Die gute Nachricht ist, dass diese Maßnahmen auch gegen die Ansteckung mit einer mutierten Variante helfen“ LK_210204_140 (luk/mel)

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