Geistiges Kraftholen inmitten der Krise

Sieben Kirchen gedachten mit Vertretern aus Politik, Medizin, Einsatzorganisationen und Behörden der Covid-Opfer und Betroffenen
Salzburger Landeskorrespondenz, 05. March 2021

(LK)  Seit mehr als einem Jahr sorgt das Corona-Virus dafür, dass unser Leben ganz anders läuft als gewohnt. Politische, medizinische Entscheidungen müssen täglich neu getroffen und abgewogen, auf Liebgewordenes verzichtet werden, geliebte Angehörige haben den Kampf gegen die Krankheit verloren. Für das spirituelle Innehalten versammelten sich Vertreter sieben christlicher Konfessionen und die Verantwortlichen bei der Pandemiebewältigung im Salzburger Dom zu einem Gedenkgottesdienst, alles unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln.

Entzündet wurde dabei eine vom Land gestiftete Corona-Kerze mit dem Spruch: „Nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“ Die Online-Übertragung kann nachträglich heruntergeladen und angesehen werden.

Haslauer: „Den Kopf nicht hängen lassen.“

„Alles, was wir heute gut machen, hilft uns morgen weiter, und zwar nicht nur uns selber, sondern auch vielen anderen Menschen in unserem Land. Geben Sie nicht auf, lassen Sie den Kopf nicht hängen, mobilisieren Sie ihre Kräfte, sehen Sie auch, dass jede Krise relativ ist und dass dieses Land schon viel schwerere Schicksalsschläge hat überwinden müssen“, machte Landeshauptmann Wilfried Haslauer Mut.

Hofer: „Niemand ist vergessen.“

„Niemand von all denen, die oft einsam und ohne Beisein ihrer Angehörigen sterben mussten, ist vergessen. Für sie alle beten wir, besonders auch für ihre trauernden Hinterbliebenen und Freunde“, sagte Weihbischof Hansjörg Hofer als „Hausherr“ des Doms anstelle von Erzbischof Franz Lackner, der sich in vorsorglicher Selbstisolation befindet.

Eisenbraun: „Spirituelle Rituale als Zeichen der Solidarität.“

Pfarrer Martin Eisenbraun, Generalvikar der Altkatholischen Kirche in Österreich und derzeit Vorsitzender des ökumenischen Arbeitskreises in Salzburg, hielt fest: „Zu all diesen vielen Zeichen der Solidarität, wie wir sie täglich erleben und leisten, zählt auch dieser Gottesdienst. Wir möchten der Gesellschaft das anbieten, was wir als Kirchen können: nämlich spirituelle Rituale und Begleitung durch diese schwierige Zeit.“

Dantine: „Wer glaubt, lebt Gewissheit in der Unsicherheit.“

Die Predigt der ökumenischen Feier hielt Olivier Dantine, Superintendent der Evangelischen Kirche: „Wir erleben schmerzlich, dass wir das Leben nicht in der Hand haben. Aber das heißt gerade nicht, dass wir der Situation völlig ausgeliefert sind. Wer glaubt, weiß sich auch in solchen Zeiten getragen. Getragen von dieser Gewissheit, von Gottes Liebe und Solidarität können wir auch den Blick weiten: Nicht nur uns selber und unsere Bedürfnisse sehen, sondern auch den anderen, all jene, die so unterschiedlich an dieser Krise leiden.“ LK_210305_61 (sm/mw)

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Redaktion: Landes-Medienzentrum