Salzburg macht seine Wälder klimafit

Neun Millionen Euro aus dem bundesweiten Waldfonds / Tanne und Ahorn in Göming gepflanzt / Landesforstdirektion wird mit Förstern verstärkt
Salzburger Landeskorrespondenz, 18. March 2021

(HP)  Rund 62 Prozent der gesamten österreichischen Holzernte waren 2019 auf Schadholz nach Naturereignissen zurückzuführen. In Salzburg beträgt dieser Anteil sogar 77 Prozent, das sind mehr als drei Viertel. Um diesen Entwicklungen gegenzusteuern und den Wald zukunftsfit zu machen, wurde der österreichweite Waldfonds gegründet. Insgesamt sind darin für Salzburg neun Millionen Euro für umfassende Maßnahmen zum Schutz der Wälder vorgesehen.

Ein erster symbolischer Schritt wurde heute in Göming gesetzt. In der Flachgauer Gemeinde pflanzten Landesrat Josef Schwaiger, Landwirtschaftskammerpräsident Rupert Quehenberger und Waldverbandobmann Rudolf Rosenstatter zum Internationalen Tag des Waldes am 21. März klimafitte Bäume, nämlich Tannen und Ahorn. Diese Baumarten halten trockenen Bedingungen gut stand und sind damit für die nächsten Jahrzehnte besser geeignet als etwa Fichten.

Schwaiger: „Sieben Millionen Euro für Aufforstung und Pflege.“

Für das Land Salzburg sind aus dem frisch eingerichteten österreichweiten Waldfonds 9,1 Millionen Euro vorgesehen. Landesrat Schwaiger hebt vor allem die Aufforstung mit klimafitten Baumarten und die vermehrte Pflege der Waldbestände als wichtigste Maßnahmen hervor: „Allein für diese beiden Schritte stehen den Salzburger Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern für die nächsten drei Jahre rund sieben Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung. Es ist notwendig, die Waldbewirtschaftung über mehrere Jahre zu unterstützen. Denn der Wald hat zahlreiche wichtige Funktionen wie Klimaschutz, Schutz vor Naturgefahren und Aufbereitung von Trinkwasser und dient als viel genutzter Erholungsraum.“

Aufforsten, Pflegen und Regulieren

Zu den österreichweiten Vorhaben zählen unter anderem Wiederaufforstung und Pflege nach Katastrophen, Regulierung der Zusammensetzung der Baumarten zur Entwicklung klimafitter Wälder, Errichtung von Nass- und Trockenlagern für Schadholz, mechanische Entrindung und Waldbrandprävention.

Umsetzung und Abrechnung bis 31. Jänner 2024

Anträge zur Unterstützung der Maßnahmen können bis 1. Februar 2023 online gestellt werden. Umsetzung und Abrechnung erfolgen bis 31. Jänner 2024. „Die im Vorjahr eingeführte Struktur der Regionalbetreuung der Landesforstdirektion gewährleistet eine flächendeckende Umsetzung, ohne in den momentan stark belasteten Bezirkshauptmannschaften zusätzliche Arbeitskräfte zu binden“, weist Landesrat Schwaiger auf aktuelle Reformmaßnahmen hin.

Drei Viertel der Ernte aus Schadholz

Neben dem Verlust durch Schadholz muss die Forstwirtschaft auch die aufgrund der Coronavirus-Pandemie eingebrochene internationale Nachfrage nach dem Rohstoff verkraften. Exporte in traditionelle Märkte wie zum Beispiel Italien gingen massiv zurück. Ein Investitionspaket der Bundesregierung unterstützt mit 350 Millionen Euro und ist eines der größten Pakete der vergangenen Jahre für die heimischen Wälder.

Holz als regionale Antwort auf globale Herausforderungen

Landesrat Schwaiger bekräftigt die künftig wichtigere Rolle von Holz als nachwachsenden Bau- und Werkstoff: „Nach der Pandemie wird die Klimakrise auch politisch wieder die Agenda dominieren. Wir brauchen regionale Antworten für globale Herausforderungen. Salzburg hat seit jeher Stärken in der Holzbranche. Das zeigen auch die hochqualitativen Ausbildungsstätten wie der Wissenscampus Kuchl. Das müssen wir stärker nutzen, für Wirtschaftswachstum zur Bewältigung der wachsenden Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt und für Klimamaßnahmen durch verstärkte Verwendung von Holz.“

Landesforstdirektion mit drei Förstern verstärkt

Zur Umsetzung des ambitionierten Programms verstärken ab Mitte April drei Försterinnen und Förster das Team der Landesforstdirektion. Damit soll die flächendeckende Betreuung der Waldbewirtschaftung in der Antragstellung, der Beratung, der Umsetzung und Abrechnung bestmöglich gewährleistet werden. „Und mit der Landwirtschaftskammer und dem Waldverband Salzburg stehen uns wichtige Partner zur Seite“, so Landesrat Schwaiger. LK_210318_51 (grs/mw)

Medienrückfragen: Alexandra Meinhart, Büro Landesrat Josef Schwaiger, Tel.: +43 662 8042-2430, E-Mail: alexandra.meinhart@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum