Salzburg hat einen Plan für Klima und Energie

Mobilitätswende und Ausbau der „Erneuerbaren“ / Maßnahmenpaket bis 2030 fixiert
Salzburger Landeskorrespondenz, 19. March 2021

(LK)  Das große Ziel lautet: In 30 Jahren soll Salzburg klimaneutral, energieautonom und nachhaltig sein. Der Weg dorthin: der Masterplan Klima und Energie, ein Kompass zum ersten Etappenziel im Jahr 2030. „Wir haben ihn gemeinsam und ressortübergreifend erarbeitet. Er leitet uns an, Tempo, Zeitplan und Richtung einzuhalten“, fassen Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn und Landesrätin Andrea Klambauer zusammen.

 

Die drei Regierungsmitglieder unterstreichen dabei die Symbolkraft des Plans: „Er steht dafür, dass wir in der Bekämpfung der Klimakrise, im Umwelt- und Naturschutz und beim Erhalt der Lebensqualität in unserem Bundesland nur mit vereinten Kräften vorankommen“, so die Koalitions-Spitzen der Regierung, Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn und Landesrätin Andrea Klambauer.

Haslauer: „Energie effizient nutzen – in allen Bereichen.“

Im Fokus des Planssteht eine Änderung des Mobilitätsverhaltens durch entsprechende Angebote der kombinierten Mobilität. „Effiziente Energienutzung sowie der gleichzeitige Umstieg auf erneuerbare Energie ist auch in Zukunft der einzige Weg, um eine sichere, leistbare und umweltverträgliche Energieversorgung sicherzustellen. Wir bekennen uns daher bewusst zu ambitionierten, nachhaltigen Energiezielen und betrachten das Thema Klima & Energie als Querschnittsmaterie, die in alle Bereiche wirken soll“, so Landeshauptmann Wilfried Haslauer.  

Schellhorn: „Bevölkerung mit im Boot.“

Neben der Ausarbeitung des Masterplans durch die Experten wurde 2019 auch ein breiter Beteiligungsprozess gestartet. Dabei konnte sich die Bevölkerung einbringen. Parallel zu den Veranstaltungen wurde mit Unterstützung der Landesstatistik eine landesweite Online-Konsultation mit insgesamt knapp 500 Rückmeldungen durchgeführt. Die eingegangenen Umsetzungsvorschläge wurden in den Masterplan eingearbeitet. „Jeder und jede einzelne von uns kann mit Ressourcenschonung, mit einer Entscheidung für erneuerbare Energien, mit Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel einen großen Beitrag leisten. Der Masterplan ist nur so gut, wie sich die Salzburgerinnen und Salzburger daran beteiligen“, so Schellhorn.

Klambauer: „Zersiedelung stoppen, nachhaltig und verdichtet bauen.“

Im Wohnbauressort von Landesrätin Andrea Klambauer wurde bereits durch die Förderung des mehrgeschossigen Wohnbaus, die Sanierungsförderung und dem Schwerpunkt auf Bauen mit Holz eine Trendumkehr für eine nachhaltige, klimafreundliche Wohnbaupolitik eingeleitet. „Wir wollen leistbaren, lebenswerten und nachhaltigen Wohnraum schaffen. Dabei steht der Mehrwert einer Wohnung gegenüber dem Haus im Grünen klar im Vordergrund. Wir setzen jetzt Maßnahmen, um den Flächenverbrauch zu reduzieren und eine dichtere Verbauung mit ökologischeren Baustoffen zu leisten. Parallel dazu forcieren wir den Ausbau der E-Mobilität und die Stärkung der Ortszentren. Wir können die Wohnbedürfnisse der jungen Menschen in unserem Land erfüllen, aber wir müssen mit deutlich weniger Bodenfraß und Zersiedelung nachhaltigen Wohnraum schaffen – ob in Eigentum oder Miete“, sagt Wohnbaulandesrätin Andrea Klambauer.

Etappenziel 2030: Hälfte an Treibhausgasen, 100 Prozent Öko-Strom

Das Etappenziel 2030 für Salzburg lautet: Minus 50 Prozent an Treibhausgasen im Vergleich zu 2005, ein 65-Prozent-Anteil von erneuerbaren Energien, Strom wird zu 100 Prozent aus „Erneuerbaren“ erzeugt. Die Maßnahmen, die die Regierung bis 2030 umsetzen will, betreffen alle Bereiche im Bundesland Salzburg: Verkehr, Mobilität, Gebäude, Energie, Raumordnung und Gemeinden sowie die Vorbildwirkung des Landes. Insgesamt sollen so bis 2030 die jährlichen Treibhausgasemissionen um einen Wert verringert werden, der 1,55 Millionen Tonnen CO2 entspricht.

Die Maßnahmen sind in fünf Schwerpunktthemen zusammengefasst:

Verkehr: Ausbau für Öffis und Rad

Größter „Brocken“ des Plans ist die Mobilität. Durch Preisreduktionen soll die Zahl an Jahreskartenkäufen für die öffentlichen Verkehrsmittel steigen. Diese werden durch Taktverdichtung und Ausbau des Streckennetzes noch attraktiver. Auch der Radverkehr steigt laut Plan durch Ausbau von Wegen und Infrastruktur um 28 Prozent. 1,7 Milliarden Euro sollen insgesamt von Land und Bund für Öffis und Rad eingesetzt werden. Ortskerne und Stadtzentren werden verkehrsberuhigt, Parkgebühren in urbanen Kernbereichen eingeführt sowie ein Konzept für E-Lieferverkehr erarbeitet. Weiters soll ein Viertel aller Autos bis 2030 mit E-Antrieb fahren.

Gebäude: Weg vom Ölkessel

Bis 2030 sollen 26.000 Ölkessel in Häusern ersetzt sein, damit werden 184.000 Tonnen CO2 eingespart. Investitionen von 50 Millionen Euro pro Jahr werden dadurch ausgelöst. Das bringt auch weniger Abhängigkeit und finanzielle Vorteile: Die Heizölimporte sinken dadurch um 28,5 Millionen Euro pro Jahr, Haushalte sparen sich durch modernere Heiztechnik 20 Millionen Euro jährlich, der jährliche Förderbedarf für das Land beträgt 15 Millionen Euro.

Energie: Importe zurückfahren, freie Bahn für „Erneuerbare“

Die Energieimporte sollen um 40 Millionen pro Jahr verringert werden. Wasserkraft, Windkraft, Photovoltaik und Kraft-Wärme-Kopplung sollen im Gegenzug ausgebaut werden. Mehr Geld wird es für Photovoltaik geben, sowohl für Private als auch für das Gewerbe. Die Versorgung mit Fernwärme wird weiter ausgebaut und zur Erzeugung sollen künftig noch mehr erneuerbare Energieträger zum Einsatz kommen. Damir reduzieren sich die fossilen Energieimporte um vier Millionen Euro pro Jahr. Hier werden 16 Millionen Euro pro Jahr eingesetzt und jährliche Investitionen von 127,5 Millionen Euro ausgelöst. Begleitend wird die Energieraumplanung weiterentwickelt, um die volkswirtschaftlichen Kosten der Energiewende gering zu halten.

Gut geplant schont das Klima

Eine vorausschauende Raumplanung trägt maßgeblich zu den Energiezielen bei. Bodenverbrauch und Flächenversiegelung werden spürbar eingeschränkt. Kürzere Wege senken den Mobilitätsaufwand der Haushalte, doppelte Wärmeinfrastruktur wird vermieden. Das Land unterstützt Gemeinden bei der Entwicklung zukunftsfähiger Raumstrukturen.

Land geht mit gutem Beispiel voran

Das Land will nicht nur Vorgaben machen, sondern mit gutem Beispiel vorangehen: Durch energiesparende Landesgebäude, effizientere Dienstreisen, eine weitere Flottenumstellung der Dienstfahrzeuge in Richtung alternative Antriebe und die Ausrichtung der Beschaffung nach Klimakriterien sollen bis 2030 eine Einsparung erreicht, die 1.900 Tonnen CO2 entspricht.

Einig beim gemeinsamen Ziel

Der Fortschritt bei den Maßnahmen wird laufend analysiert. „Wir werden regelmäßig den Zwischenstand überprüfen, damit behalten wir den Überblick über die umgesetzten Maßnahmen“, so Schellhorn. „Ein weiter, herausfordernder Weg liegt vor uns. Aber wir haben mit dem Masterplan eine exakte Streckenbeschreibung und sind überzeugt, Salzburgs ehrgeizige Klima- und Energieziele gemeinsam zu erreichen“, betonen Haslauer, Schellhorn und Klambauer gemeinsam. LK_210319_60 (sm/grs)

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Redaktion: Landes-Medienzentrum