Regionen mit Gesundheitstourismus sind besser gegen Krisen abgesichert

EU-geförderte Forschungen / Vorbild Krimmler Wasserfälle
Salzburger Landeskorrespondenz, 11. May 2021

(LK)   Naturbezogener, gesundheitsfördernder Tourismus zählt zu den vielversprechenden nachhaltigen Zukunftsmärkten Salzburgs. „Die intakte Umwelt der Alpenregion mit ihren Heilressourcen rückt immer mehr in den Fokus. Regionen, die auf Gesundheitstourismus setzen, verzeichneten auch 2020 Zuwächse und sind somit krisensicher“, betont Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

Als eines der ersten impulsgebenden EU-Projekte erforschte die Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) im Projekt TauernHealth die Heilwirkung der Krimmler Wasserfälle. Und sie stieß Innovationen im Tourismus an, etwa zertifizierte, allergiefreie Hotelzimmer. Entstanden sind Kooperationen mit der regionalen Holzwirtschaft, Hotelzimmer allergiefrei auszustatten, und mit einem Tennengauer Unternehmen, das entsprechende Matratzen entwickelte. „Solche Erfolgsbeispiele beeindrucken und machen Lust auf mehr“, ist Landeshauptmann Wilfried Haslauer überzeugt.

Krise stärkt Wunsch nach Natur

Evidenzbasierter gesundheitsfördernder Tourismus geht noch einen Schritt weiter und verwertet die Ergebnisse der Forschung für nachhaltige Gästeangebote. Da natürliche Heilressourcen nicht kopiert werden können, sind sie Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Regionen. Krimml verzeichnete entgegen dem Trend im Krisensommer 2020 steigende Nächtigungszahlen. „Die zunehmende Urbanisierung der Bevölkerung und die damit einhergehenden Zivilisationskrankheiten verstärken den Wunsch nach Erholung in der Natur“, so Haslauer.

Bewiesen: Wandern macht jung

Die wachsenden wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Heilwirkungen der Natur auf die Gesundheit des Menschen bilden eine wichtige Basis für weitere Projekte im Gesundheitstourismus“, freut sich Johanna Freidl vom Institut für Ökomedizin an der PMU über die Auswirkungen der Forschungsergebnisse. So konnte Freidl mit ihren Forschungskollegen in der „Jungbrunnen-Berg-Studie“ herausfinden, dass bereits innerhalb eines siebentägigen Wanderurlaubs ein nachhaltiger Verjüngungsprozess im Immunsystem von Älteren in Gang gesetzt wird.

„Heilende“ Alpen

Ein weiteres EU-Projekt mit PMU-Beteiligung, das über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert wird, ist das Projekt HEALPS 2. Elf Partner aus dem gesamten Alpenraum wollen hier Wege aufzeigen, wie Heilressourcen der Alpen nachhaltig genützt werden können und stellen die Ergebnisse interessierten Regionen zur Verfügung.

Alternativen, wenn der Schnee schmilzt

Auf natürliche Heilressourcen fokussierte sich ebenfalls das EU-Projekt „Win-Health“. Dabei wurden grenzüberschreitende innovative Wertschöpfungsketten und Business-Modelle für den Wintertourismus entwickelt. Weil sich das Klima verändert, müssen vor allem Wintertourismusregionen, die auf den Schnee angewiesen sind, ihre Angebote überarbeiten. Die grenzüberschreitenden Maßnahmen zielen auf die Entwicklung von bisher ungenutzten Ressourcen ab. 

EU-Alpenstrategie: Klima, Forschung, Digitales

Die übergeordnete „Makrostrategie Alpenraum“ der EU, kurz EUSALP, will die herausragende Umweltqualität der Alpen erhalten, die wirtschaftliche Entwicklung ermöglichen und den sozialen Zusammenhalt sichern. Sieben Länder kooperieren über verschiedene Ebenen und Grenzen hinweg. Die Innovations- und Technologietransfer Salzburg GmbH (ITG) leitet dabei die Subarbeitsgruppe der EUSALP zum Thema Gesundheitstourismus. „Aktuell werden die Weichen für die EU-Förderperiode 2021 bis 2027 gestellt. Gesundheit, Life Sciences und Innovationen werden auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Gerade im Alpenraum sind die Themen eng mit den großen Themen Klima, Umwelt, Forschung und Digitales verknüpft“, weiß Bernhard Lehofer, der sich intensiv mit neuen EU-Projekten beschäftigt. LK_210510_61 (sm/grs)

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Redaktion: Landes-Medienzentrum