Wohnbaugipfel: 30 Millionen zusätzliche Förderung

15 Prozent mehr für Mietwohnungen / Baustoff Holz wird stärker gefördert / Höchstgrenzen bei Eigentum angehoben
Salzburger Landeskorrespondenz, 10. May 2021

(LK)  Bauunternehmen sind ausgelastet, Rohstoffe knapp und die Preise entsprechend hoch. Der aktuelle Bauboom ließ in Salzburg einen Stopp im Mietwohnbau befürchten, ähnlich ist die Situation bei Eigentumswohnungen. Die wichtigsten Akteure in Salzburg einigten sich heute bei einem Gipfelgespräch deshalb auf deutlich höhere Förderungen und eine Aufwertung des heimischen Rohstoffes Holz.

 

„Wir haben uns heute, nach vielen Vorgesprächen, mit allen Stakeholdern aus der Baubranche getroffen, um final unsere Strategie gegen die dramatischen Entwicklungen bei den Baukosten zu akkordieren. In einem gemeinsamen Schulterschluss konnte dabei ein massives Sonderwohnbauprogramm geschnürt werden“, betonten Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Landesrätin Andrea Klambauer nach dem Gespräch mit Beteiligten aus der Branche.

Erhöhung der Wohnbauförderung

Ergebnis des heutigen Wohnbaugipfels ist ein Schulterschluss von Wohnbaubranche und Land. Die Wohnbauförderung wird auf zwei Jahre befristet für den Mietwohnbau um 15 Prozent erhöht. Die Zuschüsse im Holzwohnbau steigen dauerhaft um sieben Prozent, und die Einkommensgrenzen bei Eigentumswohnungen werden angehoben. In Kraft treten sollen die neuen Bestimmungen noch vor dem Sommer.

Haslauer: „Mit dem Förderpaket ermöglichen wir leistbaren Wohnbau.“

„Die Preisentwicklung ist dramatisch, es gibt einfach keine Angebote mehr für die gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaften mit den Kosten, die wir derzeit haben. Faktum ist, dass sich die Salzburgerinnen und Salzburger derzeit kaum Miet- oder Eigentumswohnungen leisten können, und dem wollen wir abhelfen. Deshalb haben wir ein befristetes Förderpaket beschlossen. Zusätzlich gibt es in den Jahren 2022 und 2023 30 Millionen, in Summe also 330 Millionen Euro. Mein Dank gilt allen Beteiligten, die ein rasches, zielgerichtetes und konsequentes Handeln ermöglicht haben, vor allem unserem Finanzreferenten Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl. Ein gemeinsamer Kraftakt“, sagt Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

Klambauer: „Gemeinsamer Beschluss stellt Bautätigkeit sicher.“

„Wir konnten heute einen gemeinsamen Beschluss fassen, der die Bautätigkeit sowohl bei geförderten Mietwohnungen als auch im Eigentumsbereich sicherstellt. Die Wohnbauförderung ist für mich der Hebel für erschwingliche Mietwohnungen. Derzeit gibt es in Salzburg über 35.000 solcher geförderter Wohnungen mit dauerhaft leistbaren Mieten. Aber die Bevölkerung wächst. Mit der deutlichen Anhebung der Förderungen sorgen wir dafür, dass auch in Zukunft ausreichend gebaut wird,“ ist Wohnbaulandesrätin Andrea Klambauer zuversichtlich.

Gröger: „Keine Angebote.“

„Wir haben derzeit keine Firmen, die uns Angebote machen. Die Branche ist ausgelastet, die Preise horrend. Für ein Projekt in Tamsweg hat von zwölf eingeladenen Baufirmen nur eine angeboten, und das mit über 30 Prozent zu hohen Baukosten. Das zeigt die Problematik. Ich möchte deshalb heute Danke sagen, dass die Politik so schnell reagiert hat. Das ist auch ein wichtiges Signal nach außen, gerade in Zeiten wie diesen, in denen die Ressourcen knapp und die Preise hoch sind“, sagt Stephan Gröger, Obmann der Gemeinnützigen Bauvereinigungen in Salzburg.

Egger: „Erhöhte Errichtungskosten für Holz jetzt gedeckt.“

„Die zusätzlichen sieben Prozent sind genau die erhöhten Errichtungskosten für unseren ökologischen Baustoff Holz. Letztlich ist dann aber der Mieter der Nutznießer, weil die Folgekosten mit Holz wesentlich günstiger sind“, sagt Friedrich Egger von der Landesinnung der Salzburger Holzbaumeister.

Eigentumswohnungen werden marktgerecht gefördert

„Die steigenden Preise für Eigentumswohnungen werden in der Wohnbauförderung ebenso berücksichtigt. 6.000 Euro pro Quadratmeter wurden vor einigen Jahren für eine Luxuswohnung bezahlt, heute ist das der Marktpreis in der Stadt Salzburg. Durch die Erhöhung der Kaufpreisobergrenze wird eine marktgerechte Förderung weiterhin sichergestellt. Zudem erhöhen wir die Einkommensgrenzen“, sagt Landesrätin Klambauer.

Wohnbaupaket vor Sommer in Kraft

Beim heutigen Wohnbaugipfel wurde zudem beschlossen, dass das Wohnbaupaket noch vor dem Sommer im Landtag beschlossen werden soll. Damit wäre sichergestellt, dass die erhöhten Förderungen bereits im Laufe der zweiten Jahreshälfte zugesagt werden können. LK_210510_30 (mw/mel)

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Redaktion: Landes-Medienzentrum