Corona-Lockerungen: Das Ehrenamt in Salzburg erwacht wieder zum Leben

Landeshauptmann tauschte sich mit Vertretern aus / Vereinsleben mit 3G-Regel wieder möglich
Salzburger Landeskorrespondenz, 09. June 2021

(LK)  7.155 Vereine gibt es im Land, 2.200 sind es allein in der Landeshauptstadt. Die 50.000 aktiven Mitglieder der Salzburger Volkskultur verbringen in „normalen“ Jahren mehr als zwölf Millionen Stunden zusammen. Dazu kommen die freiwilligen Helfer in den Einsatzorganisationen. „Nur einige Daten, die belegen, wie reich unser Land an wertvollen gemeinsamen Aktivitäten ist, die jetzt nach einer langen pandemiebedingten Pause mit Vorsicht endlich wieder starten können“, so Landeshauptmann Wilfried Haslauer nach einem – noch online abgehaltenen – Treffen mit Vertretern der „Ehrenamtlichen“.

 

„Salzburg ohne Ehrenamt, das ist einfach undenkbar und das Vereinsleben gehört zu unserer Identität. Denken wir an die Volkskultur, die Chöre, die Theatergruppen, aber auch an die Einsatzorganisationen von der Feuerwehr bis zur Bergrettung. Das Ehrenamt ist das Rückgrat dieses Bundeslands und ich habe mich bei der Bundesregierung vehement für Lockerungen in diesem Bereich eingesetzt. Diese kommen bald und ich bin überzeugt, dass unter Berücksichtigung der 3G-Regelung im Sommer ein normales Vereinsleben stattfinden kann“, so Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

 

Haslauer: „Servicestelle unterstützt.“

Die Einhaltung der Covid-Regeln um Neuinfektionen zu verhindern sind vor allem für Vereine nicht immer einfach. „Wir haben daher die Servicestelle Ehrenamt eingerichtet, die mit Rat und Tat zur Seite steht und Hilfestellung bietet“, so Haslauer. Vereine und Organisationen, die Unterstützung – zum Beispiel bei Veranstaltungen - benötigen, finden hier rasch und unkompliziert Unterstützung.

Vom Hochzeitslader bis zum Feuerwehrmann

Die Salzburgerinnen und Salzburger sind in Vereinen sehr engagiert, von der Tanzgruppe über die Schnalzer bis hin zur freiwilligen Feuerwehr und alle anderen Einsatzorganisationen. „Auf sie ist immer Verlass, durch sie alle wird das Leben in Salzburg bunt“, so Haslauer. Einige Zahlen, die beindrucken: 31.980 Personen sind in 372 Heimatvereinen oder Brauchtumsgruppen aktiv, in 110 Kompanien lassen 10.909 Schützen die Bräuche hochleben. Es gibt zum Beispiel rund 17.000 Feuerwehrleute, 4.700 Rot-Kreuz-Mitarbeiter und bei der Bergrettung sind zum Beispiel 1.445 engagiert.

Schützen: „Anton Wallner Feier im September.“

Ihre Ausrückungen vermissen zum Beispiel auch die Schützenkompanien in Salzburg, noch dazu steht hier ein großer Wechsel bevor. Nach 23 Jahren gibt Franz Meissl den Schützenobristen ab, die Briefwahl läuft gerade. „Im September wäre es schön, wenn wir unsere Anton-Wallner-Feier nachholen könnten. Hoffentlich sind dann die Zahlen bei den Neuinfektionen noch so, dass es geht. Ich möchte an den neuen Schützenobristen offiziell übergeben und denke, das wäre für uns der Höhepunkt des Jahres. Allgemein ist die Vorfreude auf die Lockerungen groß.“

Musikkapellen: „Wir wollen loslegen.“

Geradezu tonlos wären die nun wieder möglichen Feiern ohne die 7.809 Mitglieder im Salzburger Blasmusikverband, die in 147 Kapellen und Vereinen tätig sind. Landeskapellmeister Roman Gruber aus dem Lungau: „Die Musikanten brennen, wieder proben und spielen zu können. Musik, die stellt man ja nicht einfach ab, die gibt es weiter. Wir hoffen sehr auf weitere Lockerungen, denn im Grunde genommen ist in der Praxis nach wie vor aufgrund der Covid-19-Vorschriften wenig möglich. Jedenfalls sind wir bereit und freuen uns sehr darauf, wieder gemeinsam aufspielen zu können.“ Das gilt gleichermaßen für die mehr als 10.000 Sängerinnen und Sänger in 420 Chören im Land, die nun ihre Probearbeit mit Abstand aber endlich wieder gemeinsam aufnehmen dürfen.

Heimatvereine: „Wollen das tun, was wir gern tun.“

Hannes Brugger vom Landesverband der Salzburger Heimatvereine kann es ebenfalls kaum erwarten, bis es wieder losgeht. „Das Brauchtum und die Traditionen im Jahreszyklus pflegen, das tun wir gerne und hoffen, dass bald wieder mehr möglich sein wird“, so Brugger, zu dessen Verband rund 37.000 Mitglieder gehören.

2019 war jede/r Dritte in Salzburg beim Sportverein

Hoch hinaus kommen die fast 60.000 Mitglieder der 53 alpinen Vereine im Land. Hier hat die „Corona-Delle“ keine Spuren bei der Zahl der Aktiven hinterlassen. Die 1.800 Sportvereine hingegen büßten 2020 gegenüber 2019 ein Viertel ihrer Mitglieder ein und halten nun bei rund 150.000, immerhin fast so viele, wie die Stadt Salzburg Einwohner hat.

Millionen an freiwilligen Stunden

Auf 650.000 Einsatzstunden kommen die Freiwilligen der Salzburger Feuerwehr im Vorjahr, 2019 waren es mit mehr als 1,2 Millionen Stunden noch beinahe das Doppelte, obwohl der Rückgang bei den Einsätzen von knapp 15.000 auf 11.000 vergleichsweise geringer ausfiel. Praktisch konstant ist der Mitgliederstand: 16.920 „Florianis“ sind bei Brandeinsätzen, Alarmen, Brandsicherheitswachen, technischen Einsätzen, bei der Feuerwehrjugend, in der Schulung und Verwaltung aktiv. Absolut gefordert in Pandemie-Zeiten war das Rote Kreuz. Hier wurden 2020 von den 4.671 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern 1,1 Millionen Stunden freiwillig geleistet.

Servicestelle für Vereine und Ehrenamt

Für rechtliche, organisatorische und praktische Fragen der Vereine und „Ehrenamtlichen“ hat das Land eine eigene Koordinierungs- und Servicestelle eingerichtet. Sie fungiert auch als Sprachrohr gegenüber der Politik und ist per E-Mail unter ehrenamt@salzburg.gv.at sowie telefonisch unter +43 662 8042-2014 erreichbar. Ein digitales Vereinsportal ist in Vorbereitung. LK_210609_61 (sm/mel)

 

Medienrückfragen: Christian Pucher, Büro Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Tel.: +43 662 8042-2325, Mobil: +43 664 88719098, E-Mail: christian.pucher@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum