Flatterndes Juwel im Lungau soll sich „vernetzen“

Seltener Schmetterling erhält „Brücken“ für genetischen Austausch
Salzburger Landeskorrespondenz, 13. June 2021

(LK)  Der Blauschillernde Feuerfalter kommt in Österreich nur mehr in sehr kleinen Populationen in zwei Regionen vor. Eine davon ist der Lungau. Nun soll er dort verstärkt geschützt werden und sich „vernetzen“.

„Das Land Salzburg trägt eine besondere Verantwortung für diese europaweit gefährdete Tagfalterart und setzt sich aktiv für den Erhalt dieser Art ein. Durch Maßnahmen wie zum Beispiel den Aufbau von Habitatnetzwerken werden die kleinen Vorkommensgebiete gesichert und miteinander vernetzt“, so Landesrätin Daniela Gutschi.

Auch Habitate können netzwerken

Die Vorkommen im Lungau sind sehr verinselt. Das heißt, es gibt innerhalb des Gebietes mehrere kleine, voneinander getrennte Flächen, in denen die Blauschillernden Feuerfalter vorkommen. Diese Inseln sollen sich nun vernetzen. Das gelingt mit einer Art Brückenbau, nämlich durch Pflege von feuchten Wiesen vor allem an Waldrändern. Somit gelangen einzelne Falter von einem Habitat zum nächsten.

Brückenbau für genetischen Austausch

„Nur dadurch kann der notwendige genetische Austausch zwischen den Teilpopulationen stattfinden“, erklärt Landesrätin Gutschi. „Erhalt und Wiederherstellung von Feuchtwiesen und Mooren ist zudem eine wichtige Anpassungsstrategie an den Klimawandel. Es trägt auch maßgeblich zum Erhalt dieser einzigartigen Lungauer Tagfalterart bei.“

Bauern und Schüler helfen mit

Auch die Bauern sind mit eingebunden. Sie helfen mit, die Pflege dieser Feucht- und Streuwiesen aufrecht zu erhalten. Das geschieht mit Hilfe attraktiver Angebote über den Vertragsnaturschutz. Dort, wo das nicht gelingt, stellen engagierte Freiwillige aus der Region den guten Zustand der Lebensräume sicher. So führten Schülerinnen und Schüler der Landwirtschaftlichen Fachschule in Tamsweg Entbuschungen durch. Auch das verbesserte den Lebensraum des Feuerfalters.

Akut vom Aussterben bedroht

Die Art ist laut Roter Liste akut vom Aussterben bedroht. Bei den Gebieten handelt es sich um Niedermoorstandorte im Übergangsbereich zu lichten Moorwäldern. Die Lungauer Population besteht aus einem System mehrerer sehr kleinflächiger, individuenarmer Lebensstätten. Diese kleinen Teilpopulationen sind besonders empfindlich gegenüber Beeinträchtigungen. Durch die Klimaerwärmung kommt es zum Rückgang des Grundwasserspiegels und in Folge zu Austrocknung und Verbuschung der Wiesen. Das nimmt dem Schmetterling seinen Lebensraum.

Männliche Falter glänzen blau

Namensgebend für den nur fingernagelgroßen Tagfalter ist ein bläulicher Schiller auf der Flügeloberseite. Dieser kommt vor allem bei den Männchen im Sonnenlicht wunderschön zur Geltung. Der kleine Schmetterling besiedelt Feuchtwiesen mit guten Beständen des Schlangen-Knöterichs. Nur an den Blättern dieser Pflanze kann sich die Raupe entwickeln. Die erwachsenen Falter hingegen saugen Nektar von Wiesenschaumkraut und Sumpf-Vergissmeinnicht. Am besten beobachten kann man den flinken Schmetterling nur von Anfang Mai bis Ende Juni. LK_210613_51 (grs/mw)

Medienrückfragen: Christian Blaschke, Büro Landesrätin Daniela Gutschi, Tel.: +43 662 8042-4921, Mobil: +43 664 5917126, E-Mail: christian.blaschke@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum