Salzburg stellt die Weichen für Energiewende

Land und Bund setzen umfassende Klimaschutz-Maßnahmen / 100 Prozent Ökostrom bis 2030
Salzburger Landeskorrespondenz, 23. July 2021

(LK)  Das große Ziel steht fest: Bis 2030 soll Österreich seinen Strom komplett aus heimischen und erneuerbaren Quellen produzieren. Der gesetzliche Weg dorthin wurde vor kurzem im Nationalrat beschlossen: „Das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) ist Österreichs Gesetz für die Energiewende und die wichtigste Reform in Hinblick auf dieses Thema seit Jahrzehnten. In nicht einmal zehn Jahren werden wir damit in Österreich nur noch Strom aus erneuerbarer Erzeugung verbrauchen und sind damit Vorreiter in Europa“, geben Bundesministerin Leonore Gewessler und Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn den künftigen Weg vor.

 

Um den zunehmenden Folgen des Klimawandels entgegenzuwirken, wurden von der Bundesregierung im Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz, kurz EAG, umfassende und rasche Maßnahmen im Bereich der erneuerbaren Energie sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene verankert.

Schellhorn: „Große Investitionen von Bund und Land.“

„Insgesamt soll österreichweit bis 2030 ein Investitionsvolumen von 30 Milliarden Euro ausgelöst werden, in Salzburg allein sollen laut Masterplan Klima und Energie 2030 jährlich zehn Millionen Euro vom Land dafür eingesetzt werden. Als positiver Nebeneffekt können dadurch österreichweit bis zu 100.000 Arbeitsplätze geschaffen werden“, so Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn gemeinsam mit Bundesministerin Leonore Gewessler.

Gewessler: „Energiewende startet jetzt.“

„Mit dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz startet jetzt die Energiewende in ganz Österreich und natürlich auch in Salzburg. In den nächsten zehn Jahren werden wir gemeinsam auf unseren Dächern Photovoltaikanlagen montieren, wir werden die Kraft von Wind und Wasser nutzen und aus Biomasse Energie erzeugen. So schaffen wir unser Ziel 2030 100 Prozent des Stroms in Österreich aus heimischen Erneuerbaren erzeugen. Damit uns das gelingt, müssen alle an einem Strang ziehen – egal ob in Bund, Land oder in der Gemeinde. Und ich freue mich, dass Salzburg hier mit Nachdruck und Mut dabei ist“, betont Gewessler.

Gemeinsam mehr Power

Ein wichtiger Punkt auf dem Weg zur nachhaltigen Zukunft: Möglichst viele Menschen, aber auch kleine und mittlere Unternehmen miteinbeziehen. Einerseits ermöglichen „Erneuerbare-Energiegemeinschaften“ die gemeinsame Nutzung von lokal produzierter Energie in der Nachbarschaft, der Siedlung und so weiter, andererseits forcieren „BürgerInnen-Energiegemeinschaften“ das auf einem überregionalen Level. Dabei tritt ein neuer Marktakteur am Strommarkt auf, wenn sich mehrere Nutzer zu einer rechnerischen oder virtuellen Gemeinschaft zusammenschließen.

Energiegemeinschaften: Umfassende Beratung

Für Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn sind die Energiegemeinschaften „das entsprechende Handwerkszeug, damit die Menschen selbst beim Klimaschutz aktiv werden können. Neben den finanziellen Förderungen auf Bundes- und Landesebene ist das eine entsprechende Information- und Beratungsstruktur. Wir hoffen mit diesem Angebot viele Salzburgerinnen und Salzburger entsprechend motivieren zu können.“ In Salzburg wird dafür im Institut für Raumordnung (SIR) eine eigene Infostelle eingerichtet.

Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit

„Gerade sozial schwache Haushalte sind sehr oft hohen Energiekosten ausgesetzt. Intelligente und konsequente Klimapolitik sichert unser aller Zukunft und sorgt gleichzeitig für mehr soziale Gerechtigkeit. Von vernünftiger Klimapolitik profitieren am Ende alle – durch saubere Luft, durch eine intakte Umwelt und durch geringere Kosten“, betonen Gewessler und Schellhorn.

90.000 Salzburger Haushalte profitieren

Im EAG wurden deshalb auch wichtige Schutzmaßnahmen für einkommensschwache Personen verankert. Sowohl die bei Bedarf vollständige Befreiung als auch eine Teilbefreiung von Haushalten mit geringen Einkommen ist vorgesehen. So zahlt die letzte Gruppe maximal 75 Euro Ökostromabgabe. Insgesamt profitieren so sozial treffsicher rund 550.000 Haushalte in Österreich – und aus derzeitiger Sicht knapp 90.000 Salzburger Haushalte von keinen oder verringerten Abgaben.

Klimaschutz senkt Heizkosten

Neben den laufenden Energiekosten soll den Menschen vor allem der Umstieg auf erneuerbare Energie leicht gemacht werden, zum Beispiel weg von den Ölheizungen. Salzburg hat mit einer Novelle des Baurechts ein generelles Ölkesseleinbauverbot mit Alternativenprüfung beschlossen. Diese Regelung tritt mit 1. August 2021 in Kraft. Bereits jetzt gibt es eine attraktive Förderung zum Umstieg auf erneuerbare Energie bis zu 9.500 Euro – je nach Heizform. Der Bund unterstützt hier mit insgesamt 650 Millionen Euro in den Jahren 2021 und 2022 den Umstieg.

Ausbauziele erneuerbare Energie bundesweit:

Plus 27 Terawattstunden (TWh) bis 2030 (= achtmal die Leistung des Reaktors in Zwentendorf). Dieser Ausbau gliedert sich in:

  • 11 TWh Photovoltaik
  • 10 TWh Windkraft
  • 5 TWh Wasserkraft
  • 1 TWh Biomasse

Besonders im Bereich der Photovoltaik gibt es eine Reihe von Maßnahmen, die die Installation von kleineren Anlagen bei Haushalten und kleinen sowie mittleren Unternehmen ermöglichen. Hierzu zählen vor allem erleichterte Förderbedingungen für Anlagen unter 10 Kilowatt und das Recht auf Einspeisung und erleichterte Netzanschlussbedingungen für Kleinanlagen.

Ausbauziele erneuerbare Energie in Salzburg:

  • Ausbau der Wasserkraft um 220 Gigawattstunden (GWh)
  • Ausbau Windkraft um 250 GWh
  • Ausbau der Photovoltaik um 500 GWh
  • Ausbau Kraft-Wärme-Kopplung um 80 GWh

 

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