Salzburgs größte „Naturbaustelle“ ist fertig

LIFE-Salzachauen-Naturschutzprojekt abgeschlossen / Kinder erkunden Auenerlebnisweg
Salzburger Landeskorrespondenz, 17. September 2021

(LK)  Nachts jagen Fledermäuse im Wald und tagsüber spazieren Menschen auf ausgeschilderten Wegen. Die Salzachauen sind nicht nur Rückzugsraum für die vielfältige Natur, sondern auch Erholungs- und Lernraum für Menschen. „Wir haben es mit dem bisher größten Naturschutzprojekt in Salzburg geschafft, die kostbare Auenlandschaft zu bewahren und den ursprünglichen natürlichen Zustand so weit wie möglich wieder hergestellt. Ein Projekt mit Vorbildwirkung für Auengebiete in ganz Europa“, so Naturschutz-Landesrätin Daniela Gutschi.

 

Für die Renaturierung der Weitwörther Au im Herzen des Natura 2000-Gebiets Salzachauen hat das Land Salzburg von den insgesamt 10,5 Millionen Euro Projektbudget selber 4,15 aus dem Naturschutzfonds übernommen. „Wir haben hier ein Naturjuwel, das seinesgleichen sucht, und die Artenvielfalt sowie der hohe Erholungswert für die Bevölkerung sind unbezahlbar. Es lohnt sich für alle Natur liebenden Menschen hierherzukommen und diesen Schatz hautnah zu erleben“, so Gutschi bei der Eröffnung des Auenerlebniswegs und dem offiziellen Abschluss des LIFE-Naturschutzprojekts. 

10,5 Millionen für Mensch, Tier und Pflanzenwelt

Vom Projektbudget wurden neben den Investitionen des Landes auch 6,3 Mio. Euro von der EU aus dem LIFE-Förderprogramm, 25.000 Euro vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus und je 12.500 Euro von den Gemeinden Nußdorf am Haunsberg und St. Georgen bei Salzburg beigesteuert. „Damit wurden 127 Hektar in der Weitwörther Au südlich von Oberndorf angekauft und anschließend großflächig renaturiert. So wurden Fichtenforste in artenreiche Auwälder umgewandelt oder zahlreiche Augewässer verbessert oder neu angelegt“, so Projektleiter Bernhard Riehl.

Brandstetter: „Ein Ort zum Seele baumeln lassen.“

„Mit dem Salzachauen-Naturschutzprojekt wurde ein barrierefreier Erholungsplatz für Jung und Alt geschaffen. Dank der guten Unterstützung durch EU, Bund, Land und den Gemeinden wurde die größte Renaturierung im Bundesland Salzburg vollzogen. Gut angelegte Wege, Stege und Aussichtsplätze gehen Hand in Hand mit geschützten Bereichen für die Tier- und Pflanzenwelt. Ein Platz zum Erholen, Genießen und Seele baumeln lassen“, so die Bürgermeisterin von Nußdorf, Waltraud Brandstetter.

Djundja: „Wichtiges Naherholungsgebiet für Oberndorf.“

„Die Weitwörther Au war schon immer für uns Oberndorferinnen und Oberndorfer ein wichtiges Naherholungsgebiet. Daher hat auch die Stadtgemeinde Oberndorf die Errichtung eines neuen Weges sowie die Sanierung des bestehenden Reitbachsteges und den Bau eines neuen Steges mitfinanziert. Dadurch ist es weiterhin möglich, dass man auch von Oberndorf aus in die schöne Weitwörther Au gehen und die Natur genießen kann“, so der Bürgermeister von Oberndorf bei Salzburg, Georg Djundja.

Auenerlebnisweg auch barrierefrei

Herzstück des LIFE-Projekts Salzachauen und der Infrastruktur für Besucherinnen und Besucher ist der zwei Kilometer lange Auenerlebnisweg. Barrierefrei wird man hier rund um den Ausee geführt, Stege und Aussichtsplattformen machen den Weg zu einem echten Erlebnis. In einem „Hide“ kann man seltene Vögel wie den Eisvogel hautnah beobachten. Zahlreiche liebevoll gestaltete Schautafeln informieren über die neu geschaffenen Lebensräume mit ihren seltenen Tier- und Pflanzenarten. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Naturvermittlung für Kinder gelegt. 

Sechs Jahre und 14 neue Tümpel später

Von 2015 bis 2021 wurden die Salzachauen renaturiert. Der Spatenstich fand im Oktober 2017 statt. Seither hat sich viel getan, wie die folgenden Zahlen eindrucksvoll beweisen:

  • 127 Hektar angekaufte Fläche
  • 100.000 Kubikmeter bewegte Erdmenge
  • 11 Hektar entfernte Fichtenforste
  • 5.000 Festmeter geerntete Fichten-Holzmenge
  • 14.000 gepflanzte Aubäume
  • 7 Kilometer ausgeschilderte Besucherwege
  • 2 Kilometer barrierefreier Auenerlebnisweg
  • 21 Informationstafeln
  • 13 angelegte Amphibientümpel
  • 6.700 aufgewendete Arbeitsstunden für die Projektbetreuung
  • 30 beteiligte Firmen
  • 20 beteiligte Personen an der Planung
  • 70 beteiligte Personen an der Ausführung

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