Gerechte Bezahlung in Kunst und Kultur

Land Salzburg startet Fair Pay / Arbeitsplätze absichern
Salzburger Landeskorrespondenz, 04. October 2021

(LK) Kulturschaffende gerecht bezahlen – das verfolgt die Initiative „Fair Pay“. In Salzburg kommt dieser Prozess jetzt in Bewegung. „Wir wollen die Löhne, Gehälter und Honorare im erforderlichen Ausmaß anheben. Das braucht einen Schulterschluss aus Bund, Länder und Gemeinden. Salzburg steht als erstes Bundesland in den Startlöchern. Für den ersten Teil der Fair Pay-Umsetzung haben wir eine Million Euro vorgesehen“, erklärt Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn.

„Eines unserer zentralen kulturpolitischen Ziele in Salzburg lautet: die finanzielle Absicherung von allen Berufstätigen in der Kunst- und Kulturszene. Das haben wir auch im Kulturentwicklungsplan des Landes Salzburg festgeschrieben“, so Schellhorn. Eine Verbesserung der Einkommenssituation ist nach Ansicht von Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn mehrfach sinnvoll: „Einerseits wird in die Qualität von künstlerischer Produktion und Kulturarbeit investiert. Andererseits werden Arbeitsplätze gesichert und außerdem kommt es zu einer Reduktion von schwierigen Arbeits- und teils auch Lebenssituationen.“ In den kommenden drei Jahren wird Fair Pay in Salzburg Schritt für Schritt umgesetzt.

Bedarf: 2,5 Millionen allein für Angestellte

Mit 2022 startet Fair Pay in Salzburg. Für dieses erste Jahr stehen 250.000 Euro zur Verfügung, eine Summe, die schrittweise erhöht wird. „Insgesamt haben wir – allein für den Angestelltenbereich – ein benötigtes Budget von 2,5 Millionen Euro errechnet. Bis 2024 stellt das Land Salzburg für die Fair Pay Umsetzung eine Summe von einer Million Euro zur Verfügung. Parallel dazu arbeiten wir an dem Teil zwei, dem Konzept Fair Pay für den selbstständigen Bereich. Sie sollen wie ihre angestellte Kollegenschaft in den kommenden Jahren besser entlohnt werden und faire Arbeits- und Produktionsbedingungen in Salzburg vorfinden“, so Schellhorn.

Von der Kultur, für die Kultur

Fünf Monate lang hat in Salzburg eine Arbeitsgruppe von rund zehn Personen aus Kunst und Kultur die Voraussetzungen für Fair Pay in Salzburg erarbeitet. „Der Prozess war einer der konstruktivsten, in denen ich je war. Das Klima war von Anfang an von Vertrauen und Wertschätzung geprägt. Die Gruppe in ihren Verantwortlichkeiten und Kompetenzen war sehr gut gemischt. Die Zielsetzung war klar abgegrenzt und formuliert. Damit konnten wir einen praktikablen und konkreten Lösungsansatz erarbeiten“, so Daniela Gmachl, kaufmännische Leitung der Arge, Mitglied in der Arbeitsgruppe Fair Pay Salzburg. Auch mit der Stadt Salzburg und dem Bund gab es bereits konstruktive Gespräche über die Umsetzung. 

In der Kultur ist die Einkommensschere groß

Laut Umfragen wird in Österreich wird überhaupt nur die Hälfte des Kulturpersonals von Vereinen entlohnt. Gerade einmal vier Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten eine Vollzeitstelle, weitere zehn Prozent arbeiteten Teilzeit. Im Einkommensbericht 2018 rangierte der Kunstbereich unter 18 Kategorien an vorletzter Stelle, bei einem mittleren Bruttojahreseinkommen von knapp über 20.000 Euro. Der Dachverband Salzburger Kulturstätten hat mit Stichtag Dezember 2019 eine salzburgweite Umfrage bei den Kultureinrichtungen durchgeführt und die Differenz zwischen der derzeitigen Entlohnung der Mitarbeiter und der Einführung einer Entlohnung nach dem Schema Fair Pay erhoben. Er kommt dabei auf eine Summe von 2,3 Millionen Euro (ohne selbstständige Kunstschaffende). LK_211004_60 (sm/luk)

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Redaktion: Landes-Medienzentrum