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Nr. 0 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(2. Session der 12. Gesetzgebungsperiode)

                 2. S i t z u n g, Mittwoch, 10. November 1999

 

 

Inhalt:

 

1. Entschuldigungen von der Haussitzung

2. Wahl eines Mitgliedes und eines Ersatzmitgliedes des Bundesrates

3. Genehmigung des stenographischen Protokolles der 3. Sitzung der 1. Session der 12. Gesetzgebungsperiode

4. Berichte und Anträge der Ausschüsse

4.1 Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zur Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz über die Berufsvertretung der Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer in der Salzburger Land- und Forstwirtschaft (Salzburger Landarbeiterkammergesetz 2000 – LAK-G)

(Nr. 143 der Beilagen – Berichterstatter: Abg. Ing. Griessner)

4.2 Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zur Vorlage der Landesre-

gierung betreffend ein Gesetz, mit dem das Salzburger Schulorganisations-Ausführungsgesetz 1995 geändert wird

(Nr. 144 der Beilagen – Berichterstatterin: Abg. Fletschberger)

4.3 Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zur Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz, mit dem das Salzburger Sozialhilfegesetz, das Salzburger Pflegegeldgesetz, das Salzburger Behindertengesetz 1981, die Salzburger Kinder- und Jugendwohlfahrtsordnung 1992 und das Salzburger Krankenanstalten-Finanzierungsfonds-Gesetz geändert werden

(Nr. 145 der Beilagen – Berichterstatterin: Abg. Mosler-Törnström)

4.4 Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zur Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz, mit dem das Salzburger Landes-Beamtengesetz 1987 geändert wird

(Nr. 146 der Beilagen – Berichterstatter: Abg. Mag. Neureiter)

4.5 Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zur Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz über das Dienst- und Besoldungsrecht der Vertragsbediensteten des Landes (Landes-Vertragsbedienstetengesetz 2000 – L-VBG)

(Nr. 147 der Beilagen – Berichterstatter: Abg. Mag. Neureiter)

 

4.6 Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zur Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz, mit dem das Salzburger Magistratsbeamtengesetz 1981, das Salzburger Gemeindebeamtengesetz 1968, das Salzburger Gemeindevertragsbedienstetengesetz 1968, das Gemeinde-Haushaltsstrukturgesetz und das Gesetz LGBl. Nr. 29/1999 geändert werden

(Nr. 148 der Beilagen – Berichterstatter: Abg. Brenner)

4.7 Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zum Antrag der Abg. Naderer, Dr. Schnell und Dr. Schöppl betreffend die Änderung des § 3 Salzburger Gemeindeordnung 1994

(Nr. 149 der Beilagen – Berichterstatter: Abg. Naderer)

4.8 Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zum Antrag der Abg. Ing. Griessner, Saliger, Dr. Wagner-Schöppl und Dr. Petrisch betreffend die Änderung des Salzburger Parkgebührengesetzes

(Nr. 150 der Beilagen – Berichterstatter: Abg. Mag. Neureiter)

4.9 Bericht des Finanzüberwachungsausschusses zum Bericht der Landesregierung über die Gebarung des Salzburger Umweltfonds und den Stand der Fondsmittel

(Nr. 151 der Beilagen – Berichterstatter: Abg. Dr. Petrisch)

4.10 Bericht des Finanzüberwachungsausschusses zum Bericht der Landesregierung über den Salzburger Krankenanstalten-Finanzierungsfonds (SAKRAF) betreffend das Jahr 1998

(Nr. 152 der Beilagen – Berichterstatter: Abg. Ing. Griessner)

4.11 Bericht des Finanzüberwachungsausschusses zum Bericht der Landesregierung über den Nationalpark Hohe Tauern und über den Salzburger Nationalparkfonds in den Jahren 1997 und 1998

(Nr. 153 der Beilagen – Berichterstatter: Abg. Scheiber)

4.12 Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zum Antrag der Abg. Ing. Griessner, Saliger, Illmer und Scheiber betreffend die Vollziehung der Salzburger Feuerpolizeiordnung

(Nr. 154 der Beilagen – Berichterstatter: Abg. Mag. Neureiter)

4.13 Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zum Antrag der Abg. Mag. Thaler, Schröcker und Mayr betreffend eine Änderung der Feuerpolizeiordnung

(Nr. 155 der Beilagen – Berichterstatter: Abg. Brenner)

4.14 Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zum Antrag der Abg. Dr. Schnell, Naderer und Dr. Schöppl betreffend eine Novellierung des Raumordnungsgesetzes

(Nr. 156 der Beilagen – Berichterstatter: Abg. Naderer)

 

4.15 Bericht des Ausschusses für Raumordnung, Umweltschutz und Verkehr zum Antrag der Abg. Schwaighofer und Dr. Reiter betreffend die von der EU verlangten Nachnominierungen von Natura 2000

(Nr. 157 der Beilagen – Berichterstatterin: Abg. Mag. Strebl)

4.16 Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zum Antrag der Abg. Ing. Griessner, Mag. Neureiter und Lindenthaler betreffend eine ressortübergreifende Revitalisierungsoffensive vor allem für den Bereich der Halleiner Altstadt

(Nr. 158 der Beilagen – Berichterstatter: Abg. Mag. Neureiter)

4.17 Bericht des Ausschusses für Raumordnung, Umweltschutz und Verkehr zum Antrag der Abg. Ing. Griessner, Mag. Neureiter, Saliger, Illmer und Scheiber betreffend die Prüfung der Auswirkungen des Salzburger Landesstraßengesetzes 1972 auf finanzschwache Gemeinden

(Nr. 159 der Beilagen – Berichterstatter: Abg. Scheiber)

4.18 Bericht des Ausschusses für Raumordnung, Umweltschutz und Verkehr zum Antrag der Abg. Mag. Neureiter und Saliger betreffend die dauernde Öffnung der Betriebsauffahrt von der Wiestal-Landesstraße auf die Tauernautobahn in Richtung Norden und zum Antrag der Abg. Rainer, Mag. Thaler und Holztrattner betreffend die zurzeit provisorisch geöffnete Betriebsauffahrt von der Wiestal-Landesstraße auf die Tauernautobahn Richtung Salzburg

(Nr. 160 der Beilagen – Berichterstatter: Abg. Mag. Neureiter)

4.19 Bericht des Ausschusses für Raumordnung, Umweltschutz und Verkehr zum Antrag der Abg. Naderer und Wiedermann betreffend Verkehrsmaßnahmen bei der Anschlussstelle Salzburg West in Wals

(Nr. 161 der Beilagen – Berichterstatter: Abg. Wiedermann)

4.20 Bericht des Ausschusses für Raumordnung, Umweltschutz und Verkehr zum Antrag der Abg. Wiedermann und Naderer betreffend die Errichtung von Autobahnanschlüssen auf die A 1

(Nr. 162 der Beilagen – Berichterstatter: Abg. Wiedermann)

4.21 Bericht des Ausschusses für Raumordnung, Umweltschutz und Verkehr zum Antrag der Abg. Schwaighofer und Dr. Reiter betreffend eine Novellierung des Baurechts für behindertengerechtes Bauen

(Nr. 163 der Beilagen – Berichterstatter: Abg. Schwaighofer)

4.22 Bericht des Ausschusses für Raumordnung, Umweltschutz und Verkehr zum Antrag der Abg. Mag. Thaler, Mag. Strebl und Bommer betreffend die Inbetriebnahme des Atomkraftwerkes Temelin

(Nr. 164 der Beilagen – Berichterstatter: Abg. Mayr)

4.23 Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zum Antrag der Abg. Naderer, Dr. Wagner-Schöppl und Dr. Schöppl betreffend die Novellierung des Salzburger Tierschutzgesetzes 1999

(Nr. 165 der Beilagen – Berichterstatter: Abg. Dr. Petrisch)

 

4.24 Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zum Antrag der Abg. Naderer, Dr. Wagner-Schöppl und Dr. Schöppl betreffend die Novellierung des Nutztierschutzgesetzes

(Nr. 166 der Beilagen – Berichterstatter: Abg. Dr. Petrisch)

4.25 Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zum Antrag der Abg. Dr. Schnell, Naderer und Essl betreffend eine Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre

(Nr. 167 der Beilagen – Berichterstatter: Abg. Naderer)

4.26 Bericht des Finanzüberwachungsausschusses zum Bericht des Rechnungshofes über Teilgebiete der Gebarung im Land Salzburg

(Nr. 168 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Saliger)

4.27 Bericht des Finanzüberwachungsausschusses zum Bericht des Landesrechnungshofes über die Salzburger Parkgaragen GmbH

(Nr. 169 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Saliger)

4.28 Bericht des Finanzüberwachungsausschusses zum Bericht des Landesrechnungshofes über die Prüfung der Gebarung des Salzburger Institutes für Raumordnung und Wohnen (SIR) (1992 – 1997)

(Nr. 170 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Mayr)

4.29 Bericht des Finanzüberwachungsausschusses zum Bericht des Landesrechnungshofes „Pflegegebühren für die psychiatrischen Pflegepatienten im Landeskrankenhaus St. Veit im Pongau und in der Landesnervenklinik"

(Nr. 171 der Beilagen - Berichterstatterin: Abg. Hofer)

4.30 Bericht des Finanzausschusses zur Vorlage der Landesregierung betreffend die Durchführung der Förderungsaktion „Förderung des bargeldlosen Kunden-Zahlungsverkehrs" für Salzburger Kleinbetriebe der gewerblichen Wirtschaft zur Unterstützung der Einführung des bargeldlosen Konsumentenzahlungsverkehrs (Verwendung von „Plastikgeld" im Geschäftsverkehr)

(Nr. 223 der Beilagen – Berichterstatter: Abg. Dr. Petrisch)

5. Einlauf

5.1 Zuweisung von Vorlagen und Berichten der Landesregierung

5.1.1 Vorlage der Landesregierung betreffend den Landesvoranschlag und das Landeshaushaltsgesetz für das Jahr 2000

(Nr. 172 der Beilagen)

5.1.2 Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz zum Schutz von Personen in Pflegeeinrichtungen (Salzburger Pflegegesetz – PG) und zur Änderung des Salzburger Sozialhilfegesetzes

(Nr. 173 der Beilagen)

 

5.1.3 Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz, mit dem das Salzburger Abfallwirtschaftsgesetz geändert wird

(Nr. 174 der Beilagen)

5.1.4 Vorlage der Landesregierung betreffend die Durchführung der Förderungsaktion „Förderung des bargeldlosen Kunden-Zahlungsverkehrs" für Salzburger Kleinbetriebe der gewerblichen Wirtschaft zur Unterstützung der Einführung des bargeldlosen Konsumentenzahlungsverkehrs (Verwendung von „Plastikgeld" im Geschäftsverkehr)

(Nr. 193 der Beilagen)

5.2 Anträge

5.2.1 Dringlicher Antrag der Abg. Ing. Griessner, Mag. Thaler, Mag. Neureiter und Mayr betreffend eine Novelle des Raumordnungsgesetzes, die weiterhin Teilabänderungen von bestehenden Flächenwidmungsplänen bis zu deren genereller Überarbeitung ermöglichen soll

(Nr. 194 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Dr. Petrisch)

5.2.2 Antrag der Abg. Ing. Griessner, Mag. Rogatsch und Saliger betreffend die Einführung von Preisermäßigungen für Studenten der Universität Salzburg und der Studierenden an ähnlichen Einrichtungen im Bundesland Salzburg

(Nr. 195 der Beilagen – Berichterstatter: Abg. Saliger)

5.2.3 Antrag der Abg. Ing. Griessner, Mag. Neureiter und Saliger betreffend eine Überprüfung der Regelung für die Errichtung von Sendemasten im Salzburger Ortsbildschutzgesetz

(Nr. 196 der Beilagen – Berichterstatter: Abg. Mag. Neureiter)

5.2.4 Antrag der Abg. Ing. Griessner, Breitfuß, Saliger, Dr. Petrisch und Mag. Neureiter betreffend die Einfügung einer Staatszielbestimmung, in der sich das Land Salzburg grundsätzlich zum arbeitsfreien Sonntag bekennt, in das Salzburger Landes-Verfassungsgesetz

(Nr.197 der Beilagen – Berichterstatter: Abg. Mag. Neureiter)

5.2.5 Antrag der Abg. Ing. Griessner, Dr. Petrisch und Saliger betreffend die Nutzung der West- und Tauernautobahn rund um die Stadt Salzburg als Nahverkehrsträger

(Nr. 198 der Beilagen – Berichterstatter: Abg. Saliger)

5.2.6 Antrag der Abg. Ing. Griessner, Mag. Neureiter, Saliger und Illmer betreffend Optimierungen der Grundlagen für Lärmschutzmaßnahmen im Interesse der Anrainer

(Nr. 199 der Beilagen – Berichterstatter: Abg. Mag. Neureiter)

5.2.7 Antrag der Abg. Ossberger, Dritte Präsidentin Bommer und Mag. Strebl betreffend den Salzburger Familienpass

(Nr. 200 der Beilagen – Berichterstatterin: Dritte Präsidentin Bommer)

 

5.2.8 Antrag der Abg. Mag. Thaler, Mayr und Ossberger betreffend eine Änderung des Salzburger Ortsbildschutzgesetzes

(Nr. 201 der Beilagen – Berichterstatter: Abg. Mayr)

5.2.9 Antrag der Abg. Dr. Schöppl und Wiedermann betreffend die Durchführung einer Erhebung des Bedarfes an Kinderbetreuungsplätzen im Land Salzburg

(Nr. 202 der Beilagen – Berichterstatter: Abg. Dr. Schöppl)

5.2.10 Antrag der Abg. Naderer , Dr. Schnell und Dr. Schöppl betreffend die Überprüfung von Landesgesetzen hinsichtlich ihrer Lesbarkeit und Verständlichkeit durch die Universität Salzburg

(Nr. 203 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Dr. Schöppl)

5.2.11 Antrag der Abg. Dr. Schnell und Essl betreffend eine finanzielle Unterstützung der Universitätsbibliothek Salzburg durch das Land Salzburg

(Nr. 204 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Dr. Schnell)

5.2.12 Antrag der Abg. Naderer, Dr. Schnell, Essl, Wiedermann und Doppler betreffend die Gemeindearchive im Bundesland Salzburg

(Nr. 205 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Naderer)

5.2.13 Antrag der Abg. Essl und Naderer betreffend die Unterstützung der Gemeinde Golling beim Ankauf und bei der Erhaltung der Burg Golling

(Nr. 206 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Essl)

5.2.14 Antrag der Abg. Naderer, Dr. Schnell, Dr. Schöppl und Blattl betreffend die Schaffung einer umfassenden „Bürgeranwaltschaft"

(Nr. 207 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Naderer)

5.2.15 Antrag der Abg. Dr. Reiter und Schwaighofer betreffend die Untersuchung und Überprüfung von NS-Beutegut

(Nr. 208 der Beilagen - Berichterstatterin: Abg. Dr. Reiter)

5.2.16 Antrag der Abg. Dr. Reiter und Schwaighofer betreffend die Unterstützung von Familien zur Benützung öffentlicher Verkehrsmittel

(Nr. 209 der Beilagen - Berichterstatterin: Abg. Dr. Reiter)

5.2.17 Antrag der Abg. Schwaighofer und Dr. Reiter betreffend die Verhandlungen im Rahmen der sogenannten „Milleniumsrunde" der Welthandelsorganisation WTO in Seattle

(Nr. 210 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Schwaighofer)

5.3 schriftliche Anfragen

5.3.1 Anfrage der Abg. Dr. Reiter an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner betreffend Regressforderungen jener Personen, denen zu Unrecht Notstandshilfe gekürzt oder gestrichen wurde

(Nr. 135 der Beilagen)

 

5.3.2 Anfrage der Abg. Mag. Rogatsch und Stadlober an das für Jugendangelegenheiten und insbesondere den Jugendschutz zuständige Mitglied der Landesregierung, Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner, betreffend energische Maßnahmen gegen den Alkoholmissbrauch von Kindern und Jugendlichen

(Nr. 136 der Beilagen)

5.3.3 Anfrage der Abg. Saliger und Scheiber an Frau Landesrätin Mag. Burgstaller betreffend Finanzleistungen des Bundes aus dem ÖPNRV-G

(Nr. 137 der Beilagen)

5.3.4 Anfrage der Abg. Ing. Griessner, Mag. Neureiter und Lindenthaler an Frau Landesrätin Mag. Burgstaller betreffend den Schutz der Anrainer an der Wiestal-Landesstraße im Bereich von Seidenau

(Nr. 138 der Beilagen)

5.3.5 Anfrage der Abg. Mag. Thaler, Mag. Strebl und Mayr an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger betreffend die Ausarbeitung eines Sachprogrammes „Rohstoffsicherung"

(Nr. 139 der Beilagen)

5.3.6 Anfrage der Abg. Dr. Schnell und Essl an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger betreffend die Verwendung des Erlöses aus dem Verkauf von Anteilen an der Landes-Hypothekenbank

(Nr. 140 der Beilagen)

5.3.7 Anfrage der Abg. Dr. Schnell, Dr. Schöppl und Naderer an die Landesregierung betreffend die Gegenstände der Regierungssitzung und der Regierungsumläufe zwischen dem 1. und 30. September 1999

(Nr. 141 der Beilagen)

5.3.8 Anfrage der Abg. Mag. Thaler, Holztrattner und Mag. Strebl an Herrn Landesrat Eisl betreffend die Wiestal-Landesstraße L 107

(Nr. 142 der Beilagen)

5.3.9 Anfrage der Abg. Mag. Thaler, Rainer und Schröcker an die Landesregierung betreffend eine Salzburger Pendlerbeihilfe

(Nr. 211 der Beilagen)

5.3.10 Anfrage der Abg. Dr. Schnell, Dr. Schöppl und Naderer an die Landesregierung betreffend die Gegenstände der Regierungssitzungen und der Regierungsumläufe zwischen dem 1. und 31. Oktober 1999

(Nr. 212 der Beilagen)

 

5.3.11 Anfrage der Abg. Mosler-Törnström, Mag. Thaler und Mayr an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend die Umsetzung des dringlichen Antrages der Abg. Dr. Schausberger, Ing. Griessner und Dr. Nindl betreffend die Erstellung eines Entwicklungs- und Förderungskonzeptes für die Region Mittersill/Oberpinzgau unter besonderer Berücksichtigung der Insolvenz der Firma Blizzard vom 10. Mai 1995

(Nr. 213 der Beilagen)

5.3.12 Anfrage der Abg. Mag. Thaler, Steidl und Ossberger an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend Weisungen in der Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung

(Nr. 214 der Beilagen)

5.3.13 Anfrage der Abg. Mag. Thaler, Mag. Strebl und Mosler-Törnström an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend die Ausweitung des Angebots an Fachhochschulen in Salzburg

(Nr. 215 der Beilagen)

5.3.14 Anfrage der Abg. Mag. Thaler, Holztrattner und Schröcker an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend den Zivilschutz im Bundesland Salzburg

(Nr. 216 der Beilagen)

5.3.15 Anfrage der Abg. Mag. Thaler, Mag. Strebl und Rainer an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend den Salzburger „Bildungsscheck"

(Nr. 217 der Beilagen)

5.3.16 Anfrage der Abg. Dr. Schnell und Dr. Schöppl an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger betreffend die weitere Nutzung landeseigener Liegenschaften

(Nr. 218 der Beilagen)

5.3.17 Anfrage der Abg. Mosler-Törnström, Mag. Thaler und Mayr an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger betreffend das Förderungssystem im Bundesland Salzburg

(Nr. 219 der Beilagen)

5.3.18 Anfrage der Abg. Dr. Schnell, Dr. Schöppl und Naderer an die Landesregierung betreffend die Umgestaltung eines Campingplatzes in Gschwand bei St. Gilgen am Wolfgangsee in einen Campingpark

(Nr. 220 der Beilagen)

5.3.19 Anfrage der Abg. Ing. Griessner, Saliger und Dr. Petrisch an Frau Landesrätin Mag. Burgstaller betreffend die weitere Vorgangsweise bei der Realisierung des Kapuzinerbergtunnels

(Nr. 221 der Beilagen)

 

6. Beantwortung schriftlicher Anfragen

6.1 Anfrage der Abg. Dr. Schnell, Dr. Schöppl und Naderer an die Landesregierung betreffend die Gegenstände der Regierungssitzung und der Regierungsumläufe zwischen dem 1. Juli und 31. August 1999

(Nr. 175 der Beilagen)

6.2 Anfrage der Abg. Dr. Schnell und Naderer an die Landesregierung betreffend die Bestellung und Einsetzung von selbständigen Fahrprüfern

(Nr. 176 der Beilagen)

6.3 Anfrage der Abg. Dr. Schöppl und Naderer an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend die verfassungskonforme Verwendung der Landessprache

(Nr. 177 der Beilagen)

6.4 Anfrage der Abg. Dr. Schnell, Dr. Schöppl und Naderer an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend die Dienstwohnungen von Bezirkshauptleuten

(Nr. 178 der Beilagen)

6.5 Anfrage der Abg. Dr. Schnell, Dr. Schöppl, Essl und Wiedermann an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend die Dienstwohnungen von Bezirkshauptleuten

(Nr. 179 der Beilagen)

6.6 Anfrage der Abg. Ing. Griessner und Mag. Rogatsch an Herrn Landeshauptmann-Stellveretreter Buchleitner betreffend „Keiler-Methoden" der GPA in der Salzburger Gebietskrankenkasse

(Nr. 180 der Beilagen)

6.7 Anfrage der Abg. Dr. Schnell und Naderer an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner betreffend die Überprüfung öffentlicher und privater Seniorenheime in Salzburg

(Nr. 181 der Beilagen)

6.8 Anfrage der Abg. Dr. Schöppl und Naderer an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger betreffend die verfassungskonforme Verwendung der Landessprache

(Nr. 182 der Beilagen)

6.9 Anfrage der Abg. Dr. Schnell, Dr. Schöppl und Naderer an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger – teilweise ressortzuständige Beantwortung durch Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger - betreffend die Dienstwohnungen von Bezirkshauptleuten

(Nr. 183 der Beilagen)

 

6.10 Anfrage der Abg. Mag. Neureiter, Lindenthaler und Dr. Wagner-Schöppl an Herrn Landesrat Dr. Raus betreffend die Bereitstellung von Wohnbauförderungsmitteln insbesondere für Altbauten und denkmalgeschützte Objekte und eine Revitalisierungsoffensive

(Nr. 184 der Beilagen)

6.11 Anfrage der Abg. Dr. Schöppl und Naderer an Herrn Landesrat Dr. Raus betreffend die verfassungskonforme Verwendung der Landessprache

(Nr. 185 der Beilagen)

6.12 Anfrage der Abg. Naderer und Doppler an Herrn Landesrat Dr. Raus betreffend die gegen das Abfallwirtschaftsgesetz verstoßende Sperrmüllabfuhr in der Marktgemeinde St. Johann

(Nr. 186 der Beilagen)

6.13 Anfrage der Abg. Hofer und Saliger an Herrn Landesrat Dr. Raus betreffend den Konkurs des Kleinen Theaters Salzburg

(Nr. 187 der Beilagen)

6.14 Anfrage der Abg. Dr. Schöppl und Naderer an Herrn Landesrat Eisl betreffend die verfassungskonforme Verwendung der Landessprache

(Nr. 188 der Beilagen)

6.15 Anfrage der Abg. Dr. Schöppl und Naderer an Frau Landesrätin Mag. Burgstaller betreffend die verfassungskonforme Verwendung der Landessprache

(Nr. 189 der Beilagen)

6.16 Anfrage der Abg. Stadlober und Illmer an Frau Landesrätin Mag. Burgstaller betreffend verkehrssichernde Maßnahmen auf der B 99 Katschberg-Bundesstraße im Bereich Schmölzbrücke – Tauernblick und der B 146 Ennstal-Bundesstraße

(Nr. 190 der Beilagen)

6.17 Anfrage der Abg. Dr. Schöppl und Naderer an Frau Landesrätin Dr. Haidinger betreffend die verfassungskonforme Verwendung der Landessprache

(Nr. 191 der Beilagen)

6.18 Anfrage der Abg. Mag. Thaler und Ossberger an Frau Landesrätin Dr. Haidinger betreffend Patientenbeschwerden gegen die Landeskrankenanstalten

(Nr. 192 der Beilagen)

aus der letzten Sitzung:

6.19 Anfrage der Abg. Naderer und Wiedermann an die Landesregierung betreffend die Handhabung des Salzburger Landespolizeistrafgesetzes und die Entschließung des Salzburger Landtages vom 11. Dezember 1997 im Zusammenhang mit der Novellierung des Salzburger Landespolizeistrafgesetzes zur gesetzlichen Regelung der Prostitution und Bordellbewilligungen

(Nr. 65 der Beilagen)

 

6.20 Anfrage der Abg. Naderer, Dr. Schöppl und Dr. Schnell an die Landesregierung betreffend die Gemeinnützige Salzburger Wohnbau GesmbH (GSWB)

(Nr. 66 der Beilagen)

6.21 Anfrage der Abg. Dr. Schnell, Dr. Schöppl, Naderer, Blattl, Essl, Doppler und Wiedermann an die Landesregierung betreffend die Gegenstände der Regierungssitzung und der Regierungsumläufe zwischen dem 27. April und 31. Mai 1999

(Nr. 68 der Beilagen)

6.22 Anfrage der Abg. Naderer, Dr. Schnell und Dr. Schöppl an die Landesregierung betreffend den schleißigen Umgang mit elektronischen Datenträgern des Landes, wobei vertrauliche und geheime Daten aufgrund von Fahrlässigkeit in den Besitz Dritter gelangten

(Nr. 72 der Beilagen)

6.23 Anfrage der Abg. Dr. Schnell, Dr. Schöppl und Naderer an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend die Verwendung von Sachmitteln des Landes zur Wahlwerbung

(Nr. 74 der Beilagen)

6.24 Anfrage der Abg. Mag. Thaler, Steidl und Mayr an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend eine Änderung des Landes-Polizeistrafgesetzes

(Nr. 75 der Beilagen)

6.25 Anfrage der Abg. Dr. Schnell und Dr. Schöppl an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend die Tätigkeit des Referates 0/06 - Interne Revision

(Nr. 79 der Beilagen)

6.26 Anfrage der Abg. Naderer, Dr. Schnell, Essl und Wiedermann an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend das Gesetz über die Gemeindevertreter-Medaille

(Nr. 81 der Beilagen)

6.27 Anfrage der Abg. Dr. Schnell, Essl und Naderer an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend die Verwendung von ÖVP-Briefpapier für eine offizielle Aussendung der Volksschule Mattsee

(Nr. 85 der Beilagen)

7. Dringliche Anfragen (Aufruf um 14:30 Uhr)

7.1 Dringliche Anfrage der Abg. Dr. Schnell, Dr. Schöppl und Naderer an Herrn Landtagspräsidenten Dr. Schreiner betreffend die Gewährung von Akteneinsicht für die Landtagsparteien

(Nr. 222 der Beilagen)

im Anschluss:

 

8. Mündliche Anfragen (Fragestunde)

8.1 Mündliche Anfrage des Abg. Schwaighofer an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend die Zuwanderungsquote für das Land Salzburg im Jahr 2000

 

- . - . - . - . - . -

 

(Beginn der Sitzung: 9:03 Uhr)

Präsident Dr. Schreiner: Sehr geehrte Damen und Herren! Ich eröffne die 2. Sitzung der 2. Session der 12. Gesetzgebungsperiode.

 

Punkt 1: Entschuldigungen von der Haussitzung

Meine Damen und Herren! Entschuldigt von der heutigen Haussitzung sind bis 10:00 Uhr der Herr Landeshauptmann, die Frau Landesrätin Dr. Haidinger ganztägig und zwischen 16:00 Uhr und 18:00 Uhr die Frau Landesrätin Mag. Burgstaller. Es ist vorgesehen, die Mittagspause zwischen 12:30 Uhr und 14:30 Uhr anzusetzen. Die Tagesordnung liegt Ihnen vor. Sie ist bereits einmal ergänzt und wir haben eine weitere Ergänzung in der Präsidialkonferenz in Aussicht genommen, und zwar um die allfällige Erledigung des dringlichen Antrages, der sich heute im Einlauf befindet, sowie um einen Ausschussbericht.

Wir kommen damit zu

 

Punkt 2: Wahl eines Mitgliedes und eines Ersatzmitgliedes des Bundesrates

Meine Damen und Herren! Im Zusammenhang mit der Nationalratswahl ist der ehemalige Bundesrat Mag. Mainoni in den Nationalrat gewählt worden. Dadurch haben wir heute das Erfordernis von Neuwahlen. Mir ist ein Schreiben der Freiheitlichen Partei mit folgendem Wortlaut zugegangen: "Der Landtagsklub der FPÖ erstattet für die Neuwahl eines Mitgliedes des Bundesrates am 10. November 1999 folgenden Wahlvorschlag: Dr. Robert Aspöck und Ersatzmitglied Dr. Karl Schnell." Mir liegen auch die Zustimmungserklärungen vor.

Meine Damen und Herren! Nach der Landesverfassung steht dieser Wahl der Wahlvorschlag der FPÖ zu. Sie haben den Antrag gehört. Gibt es irgendwelche Wortmeldungen

dazu? Das ist nicht der Fall. Dann kommen wir zur Wahl. Wahlberechtigt ist der gesamte Landtag. Ich bitte alle Personen, die mit dem vorgeschlagenen Mitglied Dr. Aspöck und Ersatzmitglied Dr. Schnell einverstanden sind, um ein Handzeichen. Danke. Die Gegenprobe! Ich stelle die einstimmige Wahl fest und bitte nun den neu gewählten Bundesrat hereinzuführen. (Beifall der Abgeordneten)

Meine Damen und Herren! Ich darf dem neu gewählten Bundesrat herzlich im Namen aller zur Wahl gratulieren. Ich stelle fest, damit hat der Salzburger Landtag wieder alle zur Verfügung stehenden Mandatare gewählt und wir haben auch Herrn Dr. Schnell als Ersatzmitglied des Bundesrates gewählt. Auch ihm herzliche Gratulation zur Wahl.

(Zwischenruf Abg. Dr. Schnell: Ich bedanke mich!)

Wir kommen zu

 

Punkt 3: Genehmigung des stenographischen Protokolles der 3. Sitzung der 1. Session der 12. Gesetzgebungsperiode

Einwendungen sind bei mir keine eingelangt. Das Protokoll ist damit genehmigt. Wir kommen zu

 

Punkt 4: Berichte und Anträge der Ausschüsse

Ich darf nun, meine Damen und Herren, jene Ausschussberichte verlesen, bei denen Einstimmigkeit im Ausschuss vorgelegen ist und ich bitte Sie, wenn Diskussion gewünscht wird, mir das anzuzeigen. Ich verlese jetzt langsam die Punkte, die einstimmig waren. 4.1 - Die Grünen, 4.2, 4.3, 4.4 - Die Grünen, 4.5, 4.7, 4.9 hat die FPÖ Debatte angemeldet, 4.10 ebenfalls FPÖ Debatte, 4.11 - Grüne, 4.12, 4.13, 4.14 hat die FPÖ Debatte angemeldet und die Grünen, 4.16, 4.17, 4.18, 4.19 - FPÖ, 4.20 - FPÖ, 4.21 - FPÖ, 4.22, 4.26, 4.28, 4.29 - Die Grünen.

Ich verlese jetzt alle Berichte, bei denen keine Debatte stattfindet. Diese werden dann zusammengezogen und in einem verabschiedet. Es waren

 

Punkt 4.2: Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zur Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz, mit dem das Salzburger Schulorganisations-Ausführungsgesetz 1995 geändert wird - Nr. 144 der Beilagen

Punkt 4.3: Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zur Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz, mit dem das Salzburger Sozialhilfegesetz, das Salzburger Pflegegeldgesetz, das Salzburger Behindertengesetz 1981, die Salzburger Kinder- und Jugendwohlfahrtsordnung 1992 und das Salzburger Krankenanstalten-Finanzierungsfonds-Gesetz geändert werden - Nr. 145 der Beilagen

Punkt 4.5: Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zur Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz über das Dienst- und Besoldungsrecht der Vertragsbediensteten des Landes (Landes-Vertragsbedienstetengesetz 2000 - L-VBG) - Nr. 147 der Beilagen

Punkt 4.7: Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zum Antrag der Abg. Naderer, Dr. Schnell und Dr. Schöppl betreffend die Änderung des § 3 Salzburger Gemeindeordnung 1994 - Nr. 149 der Beilagen

Punkt 4.12: Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zum Antrag. der Abg. Ing. Griessner, Saliger, Illmer und Scheiber betreffend die Vollziehung der Salzburger Feuerpolizeiordnung - Nr. 154 der Beilagen

Punkt 4.13: Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zum Antrag der Abg. Mag. Thaler, Schröcker und Mayr betreffend eine Änderung der Feuerpolizeiordnung - Nr. 155 der Beilagen

Punkt 4.16: Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zum Antrag der Abg. Ing. Griessner, Mag. Neureiter und Lindenthaler betreffend eine ressortübergreifende Revitalisierungsoffensive vor allem für den Bereich der Halleiner Altstadt - Nr. 158 der Beilagen

Punkt 4.17: Bericht des Ausschusses für Raumordnung, Umweltschutz und Verkehr zum Antrag der Abg. Ing. Griessner, Mag. Neureiter, Saliger, Illmer und Scheiber betreffend die Prüfung der Auswirkungen des Salzburger Landesstraßengesetzes 1972 auf finanzschwache Gemeinden - Nr. 159 der Beilagen

Punkt 4.18: Bericht des Ausschusses für Raumordnung, Umweltschutz und Verkehr zum Antrag der Abg. Mag. Neureiter und Saliger betreffend die dauernde Öffnung der Betriebsauffahrt von der Wiestal-Landesstraße auf die Tauernautobahn in Richtung Norden und zum Antrag der Abg. Rainer, Mag. Thaler und Holztrattner betreffend die zurzeit provisorisch geöffnete Betriebsauffahrt von der Wiestal-Landesstraße auf die Tauernautobahn Richtung Salzburg - Nr. 160 der Beilagen

Punkt 4.26: Bericht des Finanzüberwachungsausschusses zum Bericht des Rechnungshofes über Teilgebiete der Gebarung im Land Salzburg - Nr. 168 der Beilagen

Punkt 4.28: Bericht des Finanzüberwachungsausschusses zum Bericht des Landesrechnungshofes über die Prüfung der Gebarung des Salzburger Institutes für Raumordnung und Wohnen (SIR) (1992 - 1997) - Nr. 170 der Beilagen

Diese nunmehr von mir aufgerufenen Tagesordnungspunkte werden in einem zusammengefasst. Wer mit den in diesen Geschäftstücken enthaltenen Anträgen einverstanden ist, den bitte ich um ein Handzeichen. Danke. Die Gegenprobe! Ich stelle die einstimmige Erledigung fest. Wir kommen damit zu Tagesordnungspunkt

 

Punkt 4.1: Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zur Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz über die Berufsvertretung der Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer in der Salzburger Land- und Forstwirtschaft (Salzburger Landarbeiterkammergesetz 2000 - LAK-G) - Nr. 143 der Beilagen

Die Diskussion wurde von den Grünen beantragt. Bitte Herr Abg. Schwaighofer!

Abg. Schwaighofer: Herr Präsident! Hohes Haus! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen!

Bei der Diskussion um eine Novelle des Salzburger Landarbeiterkammergesetzes haben wir im Ausschuss bereits festgehalten, dass wir prinzipiell natürlich die Berufsvertretung der Landarbeiterinnen und Landarbeiter für wichtig halten, dass wir es aber für zeitgemäß hielten, dieses Gremium in Frage zu stellen und allenfalls einem anderen einzugliedern.

Es wird derzeit in Österreich auf breiter Basis über wichtige Reformvorhaben der Interessensvertretungen diskutiert. Im Bereich der Wirtschaftskammer ist eine notwendige Reform zur Kostenreduktion und zur Effizienzsteigerung mittlerweile unbestritten. Über eine Zusammenlegung der Sozialversicherungsanstalten wird aus eben diesen Gründen auch diskutiert. Diese Diskussion sollte nicht vor Einrichtungen in den Ländern Halt machen. Notwendige, zeitgemäße Änderungen sind in Angriff zu nehmen. Seit Jahren nimmt die Zahl der von der Landarbeiterkammer vertretenen Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer im Rahmen des wirtschaftlichen Wandels stark ab. So sank die Zahl der Mitglieder von 15.500 zur Zeit der Gründung auf mittlerweile 2.200. Diesem Umstand wird zwar in der vorgeschlagenen Novelle durch eine Verkleinerung der Gremien Rechnung getragen, trotzdem bleibt natürlich ein entsprechender zusätzlicher Arbeits- und Gremialaufwand,

der zum Teil, wie wir aus der Ausschusssitzung wissen, mit öffentlichen Geldern bestritten wird, erhalten. Noch etwas kommt hinzu.

In vielen Bereichen überschneiden sich die Berufsvertretungen der Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer der Landarbeiterkammer zB mit der der Arbeiterkammer in einer Weise, die nicht mehr nachvollziehbar und zeitgemäß ist. So ist zB ein Lagerhausangestellter Mitglied der Landarbeiterkammer, ein Baumarktangestellter Mitglied der Arbeiterkammer. Oder ein Arbeiter im Güterwegerhaltungsfonds Mitglied der Landarbeiterkammer, ein Straßenbauarbeiter, der dieselbe Tätigkeit verrichtet, in einer anderen Kammer.

Die besondere Behandlung von Mitgliedern der Landarbeiterkammer im Bereich der Wohnbauförderung lässt sich auch gerade angesichts des hier gerade Geschilderten - gleiche Berufe, gleiche Tätigkeiten, verschiedene Kammern - nur mehr sehr schwer argumentieren. Wir sind daher der Meinung, dass es aus Sparsamkeits- und Wirtschaftlichkeitsgründen und auch aus Gründen der Effizienz richtig wäre, die Kammer für Land- und Forstarbeiter einer entsprechenden anderen Interessensvertretung zuzuordnen, weil das auf lange Sicht eine wesentlich effizientere und sparsamere Maßnahme wäre und werden daher diese Novellierung ablehnen.

Präsident Dr. Schreiner: Danke. Nächste Wortmeldung Herr Abg. Roßmann!

Abg. Roßmann: Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Vor allem liebe Zuseherinnen!

Der Herr Kollege Schwaighofer hat die Effizienz in Frage gestellt. Ich glaube, dass gerade dieses Gesetzeswerk Effizienz zeigt, dass Reformen zügig angegangen wurden. Zum Ersten war das Gesetz reformierungsbedürftig, da die Textierung 50 Jahre alt war, zum anderen glaube ich, dass die Landarbeiterkammer sehr wohl effizient ist, sehr wohl kostengünstig arbeitet - man bedenke nur die Reduktion der Zahl der Mandate in der Vollversammlung und im Vorstand. Ein ganz wesentlicher Aspekt ist die Einführung des vereinfachten, mitgliederfreundlichen Briefwahlrechtes.

Ich bedanke mich bei den Fraktionen von SPÖ und FPÖ, dass sie auch im Ausschuss dieser Gesetzesänderung und dieser Neuformulierung des Landarbeiterkammergesetzes 2000 zugestimmt haben und bitte Sie auch heute um Ihre Zustimmung.

Präsident Dr. Schreiner: Wortmeldungen liegen keine vor. Die Debatte ist geschlossen. Wir kommen zur Abstimmung. Der Antrag wurde im Ausschuss einstimmig erledigt. Wer

mit dem Antrag einverstanden ist, den bitte ich um ein Handzeichen. Danke. Die Gegenprobe! Gegen zwei Stimmen der Grünen verabschiedet. Wir kommen damit zu

 

Punkt 4.4: Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zur Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz, mit dem das Salzburger Landes-Beamtengesetz 1987 geändert wird - Nr. 146 der Beilagen

Hier liegt ein Entschließungsantrag der Grünen dazu vor. Wem darf ich das Wort erteilen? Frau Dr. Reiter!

Abg. Dr. Reiter: Sehr geehrte Damen und Herren!

In den beiden folgenden Gesetzen handelt es sich um eine Kodifizierung des Beamtendienstrechtes und des Verwaltungsbedienstetendienstrechtes. Dh. eine Kodifizierung ist der Versuch, Gesetze wieder verständlich zu machen, gebrauchsfähig zu machen, zumindest für Juristen und für Juristinnen, indem die zahlreichen Querverweise, indem die zahlreichen Novellierungen in das Gesetz eingearbeitet werden, sodass dann wieder ein ganzes vor uns steht. Dh. hier wird in den Gesetzen nicht verändert oder geändert, sondern sie werden verständlicher gemacht.

Dazu haben die Grünen im Ausschuss den Antrag eingebracht, diese Gesetze geschlechtsneutral zu formulieren. Wir bringen dazu heute den Entschließungsantrag ein, dass ab sofort, beginnend mit dem Salzburger Landesbeamtengesetz und dem Gesetz über das Dienst- und Besoldungsrecht der Vertragsbediensteten des Landes, geschlechtergerechte Bezeichnungen im Sinne der Publikation des Frauenministeriums "Anleitung zu geschlechtergerechtem Sprachgebrauch" zu verwenden sind.

Dieser Kampf um das Erscheinen der Frau auch in Formularen, auch in Gesetzestexten, also in ganz offiziellen Texten, hat eine lange Geschichte. Es gibt bereits 1990 eine Empfehlung des Europarates über die Beseitigung von Sexismus aus der Sprache. Begründung dieser Empfehlung war, dass die Tatsache, dass das Maskulinum gegenüber dem Femininum überwiegt, dass diese Tatsache die Durchsetzung der Gleichstellung von Mann und Frau behindert. Resultat dieser Empfehlung war eine Empfehlung an die Regierungen, diesen Sexismus in der Sprache zu bekämpfen und zu beseitigen. Diese Entwicklung endete im Land Salzburg oder gipfelte im Land Salzburg in einem Regierungsbeschluss aus dem Jahre 1997, einem Grundsatzbeschluss, in dem festgelegt wird: "Die Salzburger Landesregierung bekennt sich zu einer geschlechtergerechten Sprache und hält dies für einen wichtigen Schritt zur Umsetzung des Landesgleichbehandlungsgesetzes. Das Land Salz-

burg ist daher weiterhin bestrebt, die geschlechtergerechte Sprache in seinem Einflussbereich einzuführen und alle Dienststellen werden aufgefordert, in ihrem Tätigkeitsbereich diesem Beschluss der Landesregierung nach Möglichkeit Rechnung zu tragen."

Aus dem gleichen Jahr stammt eben das Handbuch der Frau Bundesministerin Prammer über kreatives Formulieren, über geschlechtergerechte Formulierungen auch in Gesetzen und Formularen. Es wird dazu immer wieder angemerkt, auch hier diskutiert in diesem Buch, dass es dadurch zu einer Unverständlichkeit in den Gesetzen kommt, dass dadurch Gesetze nicht mehr lesbar würden. Dazu ist hier angemerkt, dass Gesetze an und für sich nicht besonders lesbar und nicht besonders leicht handhabbar sind, dass aber eine sprachliche Angleichung der Geschlechter dies keinesfalls verschlechtern würde. Es ist einfach so, dass diese Personenbezeichnungen, dass diese Gesetze Frauen und Männer in gleicher Weise betreffen. So ist zwar das Beamtengesetz vor allem für die Männer da zu 71 %, aber das Vertragsbedienstetengesetz überwiegend für Frauen. Wir haben das nachgeprüft für das Land Salzburg. 68 % Frauen sind davon betroffen.

Das Ganze war auch Thema des Frauenvolksbegehrens und so kam es im Vorfeld der Nationalratswahlen auch zu einer Anfrage der Betreiberinnen des Frauenvolksbegehrens an die Parteiführer und die Parteiführerin wie sie es mit der geschlechtergerechten Sprache in Gesetzen zu halten gedenken. Alle, alle haben sich dazu vor den Wahlen eindeutig bekannt.

Ich sehe, meine Herren vor allem, wie Sie unter dieser Diskussion auch hier jetzt leiden. Ich weiß nicht, ob irgend jemand diesem Leiden auch hier Ausdruck geben wird. Dieses Leiden teilen Sie natürlich mit vielen. Es ist für viele, insbesondere Männer, schlicht und einfach die Meinung, dass die Forderung nach Sichtbarmachung der Frau auch in den Texten so etwas wie ein privates Steckenpferd einiger wildgewordener Feministinnen wäre. Es ist aber so, dass sich hinter solchen Argumenten sehr oft und in den meisten Fällen eine ideologisch motivierte und sehr emotional gefärbte Abwehr verbirgt. Das zeigt sich ganz einfach auch in der Diskussion darum, dass eingeworfen wurde, bemerkt wurde, dass in der Verfassung ja sehr wohl drinnen steht "immer wenn ein Mann gemeint ist im Gesetzestext, wenn die maskuline Formulierung dort ist, das generische Maskulinum, dann sei natürlich die Frau mitgemeint". Denken Sie das konsequent zu Ende und die Abwehr von Männern auf die Bemerkung: "Gut, wir ändern diese Bestimmung. Wir formulieren Gesetze grundsätzlich weiblich, legen in der Präambel fest: Immer wenn diese weibliche Formulierung vorkommt, ist natürlich der Mann mitgemeint".

Meine Herren, das was Sie jetzt daraufhin in Ihrem Magen, in Ihrem Bauch fühlen, das ist genau das, was die Frauen immer wieder bewegt, gegen die derzeitige Regelung vorzu-

gehen. Es ist für Männer auch nicht akzeptabel, als solche in den Texten nicht mehr vorzukommen. Im Sinne einer positiven Diskriminierung wäre das doch ohne weiteres möglich. Es ist klar, dass in der täglichen Formulierung, so wie wir es verwenden, eben immer Männer und Frauen gleichermaßen gemeint sind im generischen Maskulinum, aber empirische Untersuchungen haben ganz klar bewiesen, dass damit das natürliche Maskulinum auch mitassoziiert wird. Das ist in der täglichen Erfahrung, das ist in der Konditionierung von uns allen so passiert und so geschehen.

Aber Sprache, meine Damen und Herren, ist nicht starr, ist nicht etwas, das nicht verändert werden könnte, sie ist ebenso wenig starr wie sie neutral ist. Die Sprache entwickelt sich im Rahmen sozialer Gegebenheiten. Solche soziale Gegebenheiten reflektiert sie und vermittelt sie. Eine weitere Ablehnung dieses Begehrens, auch in Gesetzestexten Frauen vorkommen zu lassen und männliche und weibliche Formen gleichermaßen zu verwenden, kann auch als Weigerung interpretiert werden, den sozialen Wandel, der vor sich geht, nicht anzuerkennen und durch eine gezielte Sprachverwendung nicht zu unterstützen. Ich bitte Sie aber, das zu tun. Danke. (Beifall des Grünen Abgeordneten und Abg. Dr. Wagner-Schöppl)

Präsident Dr. Schreiner: Danke. Der Herr Abg. Rainer mit der nächsten Wortmeldung!

Abg. Rainer: Herr Präsident! Meine sehr geschätzten Damen und Herren!

Ich bin Sozialdemokrat und alles andere als frauenfeindlich. Sexismus in Gesetzestexten konnte ich bis heute nicht entdecken, beileibe nicht erkennen. Die Frage der Gleichberechtigung beginnt nicht in Gesetzestexten, sondern in den Köpfen der Menschen, der Männer, der Gesellschaft. Bis zur Erschöpfung die Weiblichkeit zu betonen, ist eine Form der Gleichberechtigung, aber sicherlich nicht die geeignete. Ich leide, liebe Kollegin, weil ich die Wirksamkeit der Maßnahme bezweifle und ich denke konsequent zu Ende und sage, die Emanzipation der Frau passiert nicht auf dem Papier und in Gesetzestexten, sondern im echten Leben. (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Nächste Wortmeldung Herr Klubobmann Thaler!

Abg. Mag. Thaler: Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Liebe studierende Jugend der HBLA Annahof!

Ich freue mich, dass wir heute so viele Zuschauer haben. Das Gesetz, das jetzt zur Behandlung kommt, soll eine bessere Lesbarmachung der Beamtendienstrechtsgesetze bringen und die Frau Kollegin Reiter hat ja schon darauf hingewiesen, dass das ein großer

Fortschritt sein wird. Gleichzeitig verlangt sie aber in einem Entschließungsantrag, dass die Gesetze alle zunächst einmal geschlechtsneutral formuliert werden sollen, wobei ich mir überhaupt nicht vorstellen kann, was geschlechtsneutral bedeutet, weil es ein neutrales Geschlecht nur im sprachlichen Bereich als Neutrum gibt, aber nicht im natürlichen Bereich, und nachdem Gesetze im wesentlichen zwar aus Sprache bestehen, sich aber auf natürliche Gegebenheiten beziehen, ist allein schon der Begriff geschlechtsneutral von den Damen, die ihn damals geprägt haben, ein unrichtiger Begriff gewesen, der jetzt durch den Begriff geschlechtergerecht ersetzt worden ist. Nun, meine Damen und Herren, wir haben im Land Salzburg Hunderte von Gesetzen. Ich möchte daher zunächst einmal auf die legale Dimension dieses Ansinnens der Grünen zu sprechen kommen.

Würden wir jetzt alle unsere Landesgesetze inklusive der daraus abgeleiteten Verordnungen geschlechtergerecht umformulieren müssen, würden wir unsere Legisten und die hochrangige Beamtenschaft über Monate, wenn nicht Jahre beschäftigen in einer Art und Weise, die letzten Endes keinem wirklich zugute kommt ... (Zwischenruf Abg. Dr. Reiter: Das habe ich nicht verlangt im Entschließungsantrag!) ... keinem wirklich zugute kommt. Wenn Sie jetzt davon sprechen, dass es um den Kampf des Erscheinens der Frau in den Gesetzen geht. Ja natürlich, wir würden uns auch wünschen, schönere Gesetze zu haben und wahrscheinlich würden diese Gesetze schöner sein, wenn die Frauen durchscheinen, wie Sie gemeint haben, aber ich kann mir das nicht vorstellen. Wir haben ja bitte im Art. 7 Abs. 2 der Verfassung folgende Bestimmung festgehalten: "Die in Landesgesetzen oder in dazu ergehenden Verordnungen verwendeten personenbezogenen Begriffe wie Präsident, Vorsitzender, Beamter, Kindergärtnerin, usw. umfassen Frauen und Männer" - die Frauen sind vorangestellt - "in gleicher Weise, wenn darin nichts anderes bestimmt ist. Sie können in der Form verwendet werden, die das Geschlecht der betreffenden Person zum Ausdruck bringt."

Es ist also aufgrund dieser verfassungsgesetzlichen Norm gar nicht notwendig, jetzt jedes Gesetz zu verkomplizieren, sprachlich schwieriger lesbar zu machen. Ich glaube, dass wir mit dieser eindeutigen Festlegung in der Salzburger Landesverfassung das zum Ausdruck gebracht haben, was alle 36 Abgeordneten des Salzburger Landtages meinen, dass wir nämlich bemüht sein sollen, die Gleichstellung von Frauen und Männern im Land Salzburg weiterhin zu betreiben und dass es dazu nicht unbedingt irgendwelcher linguistischer Umformulierungen bedarf. Ich darf Ihnen dazu sagen: Es gibt auch Landesgesetze, in denen die Männer überhaupt nicht vorkommen, zum Beispiel das Kindergartengesetz. Im Kindergartengesetz ist nur von Kindergärtnerinnen die Rede. Im Kindergartengesetz ist nur die Rede davon, dass es Leiterinnen gibt, da gibt es keinen Leiter und da gibt es keinen Kindergärtner, obwohl es mittlerweile auch Kindergärtner gibt.

 

Aber jetzt zu dem, was die Kollegin Reiter hier gemeint hat, und ich kenne dieses Büchlein des Ministeriums ebenso gut. Ich kenne die Ansätze der feministischen Linguistik, meine Damen und Herren. Ich kenne die Ansätze der feministischen Linguistik. Das ist ein Wissenschaftsbereich, der sich in den letzten Jahren entwickelt hat. Ich habe nichts dagegen. Das Problem liegt nur darin: Die Sprache spiegelt immer einen gesellschaftlichen Zustand wider. Ich kann mit Gewalt zwar die Sprache verändern und ich kann mit Gewalt Gesetzestexte verändern. Wenn die Gesellschaft nicht im gleichen Ausmaß verändert wird, verändern die Gesetze deswegen aufgrund der linguistischen Formulierung noch gar nichts. Wir haben einfach in der Sprache viel zu viele Begriffe, zu denen es entweder keine oder schwierige weibliche Gleichstellungen gibt.

Ein Beispiel: Das haben Sie wahrscheinlich auch nachgelesen, Frau Kollegin Reiter, auf der Seite 18 dieses Büchleins lesen wir, dass im Jahre 1985 in Deutschland männliche Hebammen zugelassen worden sind. Da stellt sich dann die Frage, wie bezeichne ich denn diese männliche Person, die da als Geburtshelfer in Erscheinung tritt. Nun ist man in Deutschland dazu übergegangen, die Begriffsbestimmung „Entbindungspfleger" einzuführen. Das finde ich sehr vernünftig. In Österreich ging die Diskussion ganz anders aus. Das Hebammengesetz vom 29. April 1994 kennt nun zwei Begriffsbezeichnungen, nämlich die Hebamme und der Hebamme. ... (Zwischenruf Abg. Dr. Reiter: Weil es für Männer unverträglich war, mit einer weiblichen Berufsbezeichnung zu leben!) ... Der Hebamme. Es gibt der Hebamme. Nun, Sie sehen aber, dass die Sprache in Österreich diesen Begriff, diese generische Form in keiner Weise noch akzeptiert hat. Das Gesetz als solches verändert noch nichts. Wir glauben immer, dass wir mit Gesetzen alles verändern können. In Wirklichkeit, wir werden das beim Raumordnungsgesetz heute noch sehr leidvoll besprechen müssen, wir haben mit unserem Raumordnungsgesetz nicht das verändert, was wir verändern wollten, nämlich die Gemeinden dazu zu zwingen, bis zum Ende des Jahres 1999 die Flächenwidmungspläne zu überarbeiten, und jetzt glauben wir, dass wir mit Formulierungen im Sinne der feministischen Linguistik schon die Gesellschaft total verändern werden und den Frauen ein entsprechend besseres Dasein, mehr Rechte und mehr Positionen verschaffen können.

Es gibt ja auch den Zimmermann. Wie heißt denn die weibliche, die generische Berufsbezeichnung? Die Zimmerfrau, die da am Dach den Dachstuhl macht. Es gibt ein Zimmermädchen im Hotel. Wie heißt der junge Mann, der dieselbe Arbeit verrichtet? Heißt dieser Zimmerbursch und ähnliches? Oder ist das der Zimmerherr? Das ist wieder etwas ganz anderes. Wo haben wir denn, meine Damen und Herren, weibliche Bezeichnungen zum Diskjockey? Ich kenne noch keine. Aber bitte, die Kollegin Reiter wird mich linguistisch aufklären. Wenn ich diese feministische Linguistik weiterverfolge, dann darf ich Ihnen eines dazu sagen. Es ist nach Jahrzehnten gelungen, eine sehr schwache Rechtschreibreform

einzuführen, eine sehr schwache Rechtschreibreform. Man hat sich bemüht, die deutsche Orthographie einfacher zu machen, leichter lesbar zu machen. Nun gehen wir her, weil es einige Linguistinnen so wollen und wir müssen jeden Text generisch auf weiblich ausformulieren. Dh. dann, ... (Zwischenruf Abg. Dr. Reiter: Das steht nicht im Antrag, Herr Thaler!) ... In Ihrem Antrag nicht, aber das ist dann die Fortsetzung. Es darf dann jeder nur mehr so geschrieben werden, jede klein und das R groß. Wir haben es ja in den letzten Jahren erlebt. Ein Buchstabe im deutschen Alphabet hat eine irrsinnige Karriere gemacht, nämlich der Buchstabe I. Sind Sie schon draufgekommen warum? Weil wir dauernd schreiben müssen KollegInnen u.dgl.m. Das verkompliziert ja nur die Sprache, meine Damen und Herren. Man tut sich ja wirklich schwer, wenn man das dann formulieren muss. Es gibt der Angestellte und es gibt die Angestellte. Wenn ich jetzt den Plural bilde, dann habe ich diese generische Unterscheidung nicht mehr, weil das I fehlt. Da gibt es dann nur die Angestellten und ich frage mich dann: Sind damit nur weibliche Angestellte gemeint, sind nur männliche Angestellte gemeint? Oder sind weibliche und männliche Angestellte gemeint? Dasselbe etwa bei der Verantwortliche/die Verantwortliche. Wenn es im Plural heißt die Verantwortlichen, dann frage ich Sie, Frau Kollegin, wie soll ich als einfacher Staatsbürger aus dem Gesetz herauslesen können, ob die Verantwortlichen jetzt weiblich, männlich oder zweierlei Geschlechts sind.

Meine Damen und Herren! Die Gesetze sind ein Teil der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Der viel größere Teil dessen, was zu Papier gebracht wird, wird Gott sei Dank ja nicht als Gesetz zu Papier gebracht, sondern das sind die Medienprodukte, das ist die Literatur im weitesten Sinne. Wenn ich jetzt hergehe und diese feministische Linguistik, die sich zunächst einmal in Gestalt von Gesetzen äußern möchte, überall zum Durchbruch verhelfen will, dann werden alle diese Texte nicht mehr lesbar. Ich darf dann auch nicht mehr sagen: Heide oder Patrizia, Du bist mein liebster Gast. Ich muss sagen, Du bist meine liebste Gästin, weil es eine weibliche Form dazu geben muss und Gast ist nun einmal männlich.

Meine Damen und Herren! Ich komme damit zur letzten, zur dritten Dimension. Das erscheint uns Sozialdemokraten als die wohl wichtigste, das ist nämlich die gesellschaftspolitische Dimension. Wenn gewisse feministisch orientierte Politiker die feministische Politik nur dahingehend auslegen, dass sie meinen, die Sprache sei ein Instrument zur Unterdrückung der Frau und wir müssen jetzt die Sprache reformieren, dann werden wir die endgültige Gleichstellung von Frauen und Männern herbeiführen, wenn Sie das glauben, dann liegen Sie mit uns nicht auf derselben Welle. Sie haben vom Kampf gesprochen, von der Bekämpfung des Sexismus in den Gesetzen. Wenn Sie das glauben, dann sind Sie nicht auf unserer Ebene. ... (Zwischenruf Abg. Dr. Reiter: Der Europarat glaubt das!) ... Ich glaube, dass wir nicht die Situation der Frauen durch die Sprache in den Gesetzen verändern, sondern dass wir die Situation der Frauen durch gute Gesetze verändern sollten!

Meine Damen und Herren! Verbessern wir die soziale Realität der Frauen. Da gibt es noch so viel zu tun. Verplempern wir nicht unsere Kraft damit und die Kraft unserer Experten, dass wir jetzt alle Gesetze in dieser generischen Form auf das weibliche Geschlecht hin orientieren. Zum Schluss darf ich eines sagen. Ich weiß es, jetzt bin ich der Blitzableiter für viele. Ich hoffe, dass es in Zukunft auf den Dächern auch Blitzableiterinnen gibt. (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke vielmals. Frau Dr. Reiter meldet sich noch einmal. Bitte!

Abg. Dr. Reiter: Kurz, Herr Klubobmann Thaler, muss ich darauf schon replizieren. Es ist nicht nur Gegenstand feministischer Politik, sich um die Sprache zu kümmern. Die Sprache ist Ausdruck der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Da gibt es eine Wechselwirkung zwischen dieser gesellschaftlichen Wirklichkeit und der Sprache, die in beide Richtungen geht. Aus diesem Grund ist die Beschäftigung mit der Sprache ein sehr wichtiger Teil der feministischen Politik, aber keineswegs ein einziger zentraler Teil.

Es ist so, dass in diesem Antrag nicht verlangt ist, sämtliche Gesetzestexte, sämtliche Vorlagen in dieser Richtung zu formulieren. Es ist dies eine Kodifizierung eines Gesetzes. Dh., eine Überarbeitung eines Gesetzes in sprachlicher Hinsicht ist die Gelegenheit, es auch in dieser Hinsicht zu überprüfen und zu überarbeiten. Und zum Wort der Beamte gibt es eine sehr einfache Form: die Beamtin. Warum soll in diesem Gesetz nicht, wenn davon die Rede ist, von dem Beamten und der Beamtin die Rede sein und dann kommen sie gleichberechtigt vor, das ist keine Überforderung der Leute, die ein Gesetz machen und würde dieses Gesetz auch nicht ins Unendliche aufblähen. ... (Zwischenruf Abg. Mag. Thaler: Das ist aber nur ein Gesetz!) ... Das ist ein Gesetz. Eine Kodifizierung eines Gesetzes ist eine gute Gelegenheit, das zu tun und ein Beginn, das zu tun, und das ist die Forderung dieses Antrages. Nicht mehr und nicht weniger.

Hier wird auch ein Gesetz beschlossen, das völlig unverständlich ist, wo nicht einmal mehr Juristen und Juristinnen damit etwas anfangen können. Auch hier die Forderung, dass es kodifiziert wird, in eine verständliche Form gebracht wird. Auch das ist dann wieder eine Gelegenheit, es dahingehend zu überprüfen, ob ich eben nicht auch die Frau, indem ich zB. die doppelte Formulierung verwende, wenn ich von einem Beamten/einer Beamtin spreche, einer Bediensteten und einem Bediensteten, das ist wirklich keine ungebührliche Aufblähung, aber es macht die Frau, die diese Gesetze ganz genauso betrifft, in dieser Weise auch sichtbar. Wie gesagt, für Hebammer war es völlig unerträglich, unter einer weiblichen Berufsbezeichnung ihren Beruf auszuüben. Hier wurde sofort nach einer männlichen Berufsbezeichnung gesucht und auch Lösungen dafür gefunden. Umgekehrt scheint es auf unüberwindliche Hindernisse zu stoßen. So ist das nicht.

Es wird kommen, Herr Klubobmann Thaler, früher oder später, unabhängig davon, was heute hier beschlossen wird oder nicht. Ich glaube, dass die Kodifizierung eines Gesetzes eine gute Gelegenheit wäre, hier ein fortschrittliches Gesetz, auch linguistisch fortschrittliches Gesetz, zu machen. Diese Gelegenheit kann man vorübergehen lassen, man kann sie aber auch ergreifen.

Präsident Dr. Schreiner: Danke. Mir liegen keine weiteren Wortmeldungen mehr vor. Wir kommen damit zunächst zur Abstimmung über den Entschließungsantrag der Grünen. Wer dem Entschließungsantrag der Grünen die Zustimmung erteilt, den bitte ich um ein Handzeichen. Das sind die beiden Grünen. Gegenprobe! Mit allen anderen Stimmen abgelehnt.

Wir kommen zum Hauptantrag, der im Ausschuss einstimmig verabschiedet wurde. Wer mit dem Hauptantrag einverstanden ist, den bitte ich um ein Handzeichen. Danke. Die Gegenprobe! Einstimmige Verabschiedung. Wir kommen damit zu

 

Punkt 4.6: Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zur Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz, mit dem das Salzburger Magistratsbeamtengesetz 1981, das Salzburger Gemeindebeamtengesetz 1968, das Salzburger Gemeindevertragsbedienstetengesetz 1968, das Gemeinde-Haushaltsstrukturgesetz und das Gesetz LGBl. Nr. 29/1999 geändert werden - Nr. 148 der Beilagen

Die Gesetze wurden im Ausschuss gegen die Stimmen der FPÖ verabschiedet. Herr Dr. Schöppl bitte!

Abg. Dr. Schöppl: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus!

"In der Z. 2 wird angefügt: Art. II, Z. 3, 6 bis 11, 13 bis 16, 34, 46, 48 bis 55, 59 bis 60 aus BGBl. Nr. I 123/1998, wobei in der Novellierungsanweisung in der Z. 34 anstelle des § 83a der § 74c, in der Z. 46 und 48 bis 55 jeweils anstelle des § 112c der § 24d, anstelle des § 112d der § 24e, anstelle des § 112e der § 24f, anstelle des § 112f der § 24g sowie anstelle des § 112g der § 24h tritt und in der Z. 59 anstelle des § 123 Abs. 1 der § 30b Abs. 1 sowie in der Z. 60 anstelle des § 124 Abs. 1 der § 30 Abs. 1 tritt, Art. I, Z. 13, 43, 59, 62 bis 67 und 71 bis 75 aus BGBl. I Nr. 9/1999, wobei in den Novellierungsanweisungen in der Z. 43 anstelle des § 83 Abs. 1 der § 74b, in der Z. 59 anstelle des § 114 der § 86, in der Z. 62 anstelle des § 118 der § 28, in der Z. 63 anstelle des § 118 Abs. 4 der § 39 Abs. 3, in der Z. 64 anstelle des § 118 Abs. 5 der § 28 Abs. 3, in der Z. 65 anstelle des § 120 der § 30, in der Z. 66 anstelle des § 123 der § 30 b, in der Z. 67 anstelle des

§ 124 der § 30c, in der Z. 71 anstelle des § 138 der § 72, in der Z. 72 anstelle des § 140 der § 73, in der Z. 73 anstelle des § 141 der § 73a, in der Z. 74 anstelle des § 142 der § 73b und in der Z. 75 anstelle des § 143 der § 74 tritt."

Hohes Haus! Ich habe aus Rücksichtnahme nur einen Teil der Novelle zitiert. Meine Damen und Herren! Sie werden mir Recht geben. Das, was ich verlesen habe, ist unverständlich und für keinen Menschen nachvollziehbar. Ein derartiges Gesetz mit einem derartigen Text zu beschließen, ist - erlauben Sie es mir als Rechtsanwalt anzumerken - rücksichtslos gegenüber Betroffenen und rücksichtslos gegen jeden Rechtsanwender. In der Begutachtung hat sogar die zuständige Gewerkschaft die Auskunft erteilt, hier sei eine Begutachtung nicht möglich, weil sie den Text nicht verstehen kann. Bitte, nicht einmal Fachleute, nicht einmal die, die den Unterworfenen Auskunft geben sollten, wie die Gewerkschaft, nicht einmal jene können das, was heute hier beschlossen wird, verstehen.

Im Ausschuss hat sich herausgestellt, dass niemand von uns hier herinnen weiß, was inhaltlich geändert wird, weil es mit einem vernünftigen Aufwand gar nicht nachvollziehbar ist. Auch die Erläuterungen teilen uns nur mit - wir haben es alle miteinander im Ausschuss erörtert -, dass etwas geändert wird. Nur was genau inhaltlich sich jetzt im Detail ändert, wir wissen es alle nicht. Unsere Legisten, sie haben im Ausschuss die Mitteilung gegeben und mir Recht gegeben, dass das, was da beschlossen wird, auch verfassungswidrig ist, weil der Wille des Gesetzgebers, weil der Gesetzestext kaum oder nicht mehr erschließbar ist. Das widerspricht jeder Rechtskultur. Es ist eine Zumutung für jeden Rechtsunterworfenen.

Vergessen wir bitte eines nicht. Das Recht soll für den Bürger da sein und dazu ist eine elementare Grundvoraussetzung, dass der Bürger auch das Recht verstehen kann. Allein schon aus diesem Grund, weil es unverständlich ist und für niemanden nachvollziehbar ist, was da heute beschlossen wird, allein schon aus diesem Grund werden wir Freiheitlichen nicht zustimmen. Aber ich gehe davon aus, dass wir heute alle dem freiheitlichen Zusatzantrag zustimmen werden, dieses Gesetz zu kodifizieren, damit endlich eine Fassung vorliegt, die Betroffene, aber auch Fachleute zumindest lesen und verstehen können. (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke. Herr Klubobmann Ing. Griessner!

Abg. Ing. Griessner: Hohes Haus! Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren!

Das vorliegende und zur Diskussion stehende Gesetzvorhaben, und man soll schon einmal klarstellen, worum es eigentlich geht, zielt darauf ab, das Dienstrecht der Gemeinde- und

Magistratsbediensteten zu ändern und die auf Bundesebene mit der ersten Dienstrechtsnovelle 1998 vorgenommenen Änderungen zu übernehmen. Die Kritik, die hier geäußert wurde gegenüber der Regierungsvorlage, ist sicherlich berechtigt, Herr Dr. Schöppl. Ich möchte aber schon dazu anmerken, dass auch zu dieser Regierungsvorlage, zum Gesetzesentwurf ein Begutachtungsverfahren durchgeführt wurde, wo all jene Stellen, die von diesen Gesetzen betroffen sind, diese Gesetze inhaltlich begutachtet haben und uns mitgeteilt haben, dass grundsätzlich keine Einwände gegen das Gesetzesvorhaben bestehen.

Nunmehr wurde auch im Ausschuss klargestellt, dass es einen zeitlichen Druck gibt, Bundesgesetz in Landesgesetz zu übernehmen und daher war es auch notwendig, die Regierungsvorlage in der Form, wie sie vorgelegt wurde, zu verabschieden. Wenn auch Kritik geäußert wurde, berechtigte Kritik geäußert wurde, dass nur Gesetzesstellen angeführt wurden, und es für Abgeordnete durchaus sehr schwierig ist, das muss man einbekennen, sich da durchzulesen, genau zu wissen, worum es sich handelt, so muss man aber auch richtigstellen, dass hier nicht etwas beschlossen wird, von dem niemand etwas versteht, sondern dass man schon weiß, worum es geht.

Ich möchte auch ausführen, dass wir im Ausschuss den Entschließungsantrag der Freiheitlichen, in dem die Landesregierung aufgefordert wird, eine Kodifizierung des Salzburger Gemeindedienstrechtes durchzuführen, einstimmig beschlossen haben. Das war sicher ein guter Antrag, ein guter Vorschlag, weil es einfach darum geht, das gesamte Gesetzeswerk neu aufzulegen, dass man nicht immer auf Verweisungen angewiesen ist, dass man nicht Querlesen muss sozusagen, sondern dass man in einem Guss diese Gesetzesvorhaben vor sich liegen hat.

Ich möchte daher abschließend noch einmal sagen. Sicherlich wird es in Zukunft darum gehen, dass wir kritischer hinschauen, weil ja nicht nur wir als Abgeordnete vielleicht Schwierigkeiten haben, sondern auch andere, die so einen Gesetzesentwurf lesen. Aber dass er nicht verstanden worden wäre und dass nicht jene, die davon betroffen sind, Bescheid wissen über den Beschluss, der jetzt zu fassen ist, das möchte ich in Abrede stellen. Man kann das nicht so hinstellen, als wüsste überhaupt niemand mehr Bescheid, vielleicht nur der Landeslegist, der sich als einziger noch auskennt, das stimmt sicher nicht. Wir bekennen uns aber dazu, dass Gesetze lesbar sein müssen, auch Gesetzesvorschläge lesbar sein müssen, damit sich die Damen und Herren Abgeordneten vielleicht besser vorbereiten können. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke. Weitere Wortmeldungen liegen nicht vor. Wir kommen damit zur Abstimmung. Diese Novelle wurde im Ausschuss gegen die FPÖ verabschiedet.

Wer mit diesem Antrag einverstanden ist, den bitte ich um ein Handzeichen. Gegenprobe! Gegen FPÖ und Grüne angenommen. Wir kommen damit zu

 

Punkt 4.8: Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zum Antrag der Abg. Ing. Griessner, Saliger, Dr. Wagner-Schöppl und Dr. Petrisch betreffend die Änderung des Salzburger Parkgebührengesetzes - Nr. 150 der Beilagen

Im Ausschuss gegen eine FPÖ Stimme beschlossen. Debatte von der FPÖ beantragt. Wem darf ich das Wort erteilen? Keine Wortmeldung. Wir kommen damit zur Abstimmung. Wer diesem Antrag die Zustimmung gibt, den bitte ich um ein Handzeichen. Danke. Die Gegenprobe! Gegen eine Stimme der FPÖ angenommen. Danke. Wir kommen zu

 

Punkt 4.9: Bericht des Finanzüberwachungsausschusses zum Bericht der Landesregierung über die Gebarung des Salzburger Umweltfonds und den Stand der Fondsmittel - Nr. 151 der Beilagen

Einstimmig im Ausschuss beschlossen. Debatte wurde von der FPÖ angemeldet. Wem darf ich das Wort erteilen? Bitte Herr Abg. Wiedermann!

Abg. Wiedermann: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus!

Der Finanzüberwachungsausschuss hat sich in seiner Sitzung am 6. Oktober mit dem Bericht der Landesregierung über die Gebarung des Salzburger Umweltfonds befasst. Dabei wurde festgestellt, dass die ÖSAG gegenüber dem Land eine Abgabenschuld in der Höhe von ca. S 70 Mio. hat. Wir Freiheitliche sind der Meinung, dass das Land nicht auf S 70 Mio. verzichten kann. Im Sinne einer Gleichbehandlung bei sonstigen Abgabenschuldnern bringen wir folgenden Zusatzantrag ein, den ich hier zur Verlesung bringe:

"Der Salzburger Landtag wolle beschließen: Die Landesregierung wird aufgefordert, die Abgabenschuld der ÖSAG aus der Mautstraßenerhaltungsabgabe unverzüglich unter Beschreitung des Gerichtsweges einzuheben und dem Landtag bis zum 31. Dezember 1999 über die gesetzten Maßnahmen und deren Erfolg zu berichten." (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke vielmals. Es haben auch die Grünen einen Entschließungsantrag eingebracht. Frau Dr. Reiter!

 

Abg. Dr. Reiter: Auch der Entschließungsantrag der Grünen geht in die gleiche Richtung. Er lautet, dass der von der ASFINAG dem Land Salzburg geschuldete Betrag aus der Mautstraßenabgabe umgehend einzuheben ist, aber zusätzlich dazu für Belange des Natur- und Umweltschutzes zu verwenden ist. Dazu wurde dieser Umweltfonds geschaffen und diese Mittel sollten dann auch zweckgebunden verwendet werden.

In unserem Entschließungsantrag sind auch zwei Vorschläge zur Verwendung dieser Gelder enthalten. Der eine Vorschlag wäre die Anpachtung von Jagdflächen im Gebiet des Nationalparks Hohe Tauern. Der zweite Vorschlag würde mehr die Tauernautobahn betreffen, die Umsetzung der WHO-Charta für Verkehr, Umwelt und Gesundheit für die Tauernautobahn in Betracht zu ziehen. Da sind sicher Kofinanzierungen notwendig. Das wäre ein sehr wichtiges Projekt, für Salzburg sehr wichtiges Projekt. Dh. die Überwachung der Tauernautobahn, was ihre gesundheitlichen Auswirkungen, ihre Umweltauswirkungen betrifft, das würde auch einfließen in die weitere Ausgestaltung der Tauernautobahn, wäre also auch direkt mit diesem Projekt verbunden und wäre ein Umweltschutz- und Gesundheitsprojekt, das für die Salzburger Bevölkerung von eminent wichtiger, großer Bedeutung ist. Daher diese beiden Vorschläge zur Verwendung dieser Gelder und eben der Antrag, diese Gelder auch umgehend einzutreiben. Danke.

Präsident Dr. Schreiner: Die Frau Landesrätin Burgstaller!

Landesrätin Mag. Burgstaller: Herr Präsident! Meine Damen und Herren!

Es ist tatsächlich so, dass es eine rechtskräftige Abgabenschuld der ÖSAG gibt beim Land Salzburg. Ich habe mir diesen Akt vor wenigen Wochen kommen lassen, um die Vorgangsweise festzulegen. Es handelt sich aber um eine Abgabenschuld, die weit zurückliegt. Ich glaube, die Entscheidung wurde rechtskräftig im Jahr 1996 oder 1997, also lange vor meiner Ressorttätigkeit. Ich bin zur Zeit in Verhandlungen mit der ÖSAG bzw. mit der Muttergesellschaft ASFINAG und im Hintergrund stehen natürlich das Wirtschaftsministerium, insbesondere und das Finanzministerium. Ich würde Sie aber ersuchen, diesen Antrag nicht zu beschließen aus folgendem Grund:

Das Land Salzburg will von der ASFINAG in den nächsten Jahren große Finanzierungen. Ich erinnere Sie vor allem an die Umsetzung des Beschlusses zur Errichtung der zweiten Tauerntunnelröhre. Das kostet mindestens S 2 Mrd. Die ASFINAG ist mittlerweile eine eigenständige Gesellschaft, deren Finanzierungsgrundsätze in einem Gesetz festgelegt sind. Wenn wir jetzt gerichtlich eintreiben, dann besteht die Gefahr, dass unter Umständen bestimmte Wünsche nicht mit dem notwendigen Druck auch umgesetzt werden. Es gibt niemanden, der hier Weisungen erteilen könnte.

Das Zweite ist, dass wir zur Aufschließung des Gewerbegebietes Urstein-Au zur Zeit mit der ASFINAG darüber verhandeln, ob die ASFINAG den Autobahnanschluss finanziert. Mein Vorschlag an die ASFINAG lautet, ein Kompensationsgeschäft zu machen. Dh., dass die Altforderung erfüllt wird, indem bestimmte Wünsche des Landes, die nicht von der ASFINAG zu finanzieren wären, aber im Interesse des Landes Salzburg sind, sozusagen über eine Abarbeitung dieser Abgabenschuld tatsächlich erfüllt werden.

Sie sollten auch den Hintergrund bedenken. Die Abgabenschuld ist entstanden aus dem Salzburger Umweltfondsgesetz. Dieses Gesetz wurde vom Verfassungsgerichtshof als verfassungswidrig erkannt. Die ÖSAG war nicht Nutznießer der Entschließung. Dh., man könnte natürlich rechtlich konsequent sagen, sie muss bezahlen. Aber es gibt an die ASFINAG, die ÖSAG selbst hat ja kein Geld, eine klare Aufforderung des Wirtschaftsministeriums - so viel konnte ich schon erfragen -, dass das nicht bezahlt werden kann, sondern im Falle einer gerichtlichen Eintreibung alle Rechtsmittel ergriffen werden.

Also ich glaube, die bessere Vorgangsweise ist dafür zu sorgen, dass das tatsächlich bezahlt wird, aber nicht in der Form von Geld, sondern in der Form von Kompensationsgeschäften, dass die ASFINAG im gleichen Geldwert in etwa tatsächlich Wünsche des Landes etwa auf Anschlüsse von Gewerbegebieten oder auch andere Geschichten, Verlängerung Lieferinger Tunnel fällt auch unter dieses Verhandlungspouvoir, tatsächlich abarbeitet. Ein Beschluss heute, auch etwas überraschend für mich, wäre ein gewisser Affront, und ich würde Sie ersuchen, uns die Zeit zu geben, darüber seriös zu verhandeln. Wenn bei den Verhandlungen nichts herauskommt, bin ich durchaus der Meinung, dass man sich andere Dinge überlegen muss.

Ich frage mich allerdings, was etwa Ressortvorgänger mit dieser Frage bisher gemacht haben. Wie gesagt, ich weiß das erst seit Juli, dass es diese Abgabenschuld gibt und wir sind dabei, das auch aufzuarbeiten und vor allem abzuarbeiten im Interesse des Landes Salzburg. Denn beides, sowohl Verlängerung Umweltschutztunnel Liefering als auch die Erschließung des Gewerbegebietes Urstein sind ja wohl vordringlich im Interesse des Landes Salzburg. (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Nächste Wortmeldung Herr Klubobmann Dr. Schnell!

 

Abg. Dr. Schnell: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten jungen Damen und Herren Zuhörer!

Sie werden sich fragen, wozu diese Sessel da sind, die hier leerstehen. Das ist normalerweise die Regierung. Seit wir nach der Wahl hier die Landtagssitzungen abhalten, haben wir die Regierungsmitglieder hier sehr wenig gesehen.

Frau Kollegin Burgstaller! Ich würde mich freuen, wenn die Regierung, wenn die Politik beim kleinen Mann oder bei der kleinen Frau im Staat ebenfalls so nachgiebig wäre, wie Sie es hier jetzt in Ihrer Rede getan haben. ... (Zwischenruf Landesrätin Mag. Burgstaller: Was haben denn Sie gemacht die letzten Jahre?) ... Gestern haben wir im Fernsehen gehört, dass hunderttausend Mindestlohnbezieher hier von der Gebietskasse angeschrieben werden und Nachzahlungen in Kauf nehmen müssen. Im Steuerbereich ist der Staat hier nicht so zimperlich, während es hier im Zig-Millionen-Bereich offensichtlich opportun ist, nur damit man es sich nicht verscherzt, nachgiebig und nachsichtig zu sein. Das kann es nicht sein, Frau Kollegin, ich glaube, hier gibt es Gesetze und hier gibt es wichtige Regeln, die auch dementsprechend zu handhaben sind. Das gilt auch für die Großen dieses Landes. Danke. (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke. Nächste Wortmeldung der Herr Abg. Neureiter!

Abg. Mag. Neureiter: Hohes Haus! Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Ich gehe davon aus, dass der Kollege Dr. Schnell nicht Recht hat, wenn er von Nachsicht und von Nachgiebigkeit redet. Ich gehe davon aus, das hat der Bericht der Frau Landesrätin bestätigt, dass die Abgabenschuld hereingebracht werden wird, dass die Abgabenschuld hereingebracht wird in einer Form der Gegenverrechnung, in der Form der Kompensation in den vielen Beziehungen, die zwischen Land und ASFINAG und ÖSAG im Moment gegeben sind. Ich gehe auch davon aus, dass wir von der Regierung über den Erfolg dieser Gegenverrechnungen, den Erfolg dieser Kompensationen, ständig informiert werden, so wie es auch in dem Antrag vorgeschlagen wird. Ich denke, dass wir mit der Information, die wir von der Frau Landesrätin bekommen haben, durchaus das Auslangen finden können. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Frau Landesrätin!

 

Landesrätin Mag. Burgstaller: Meine Damen und Herren!

Ich glaube, es braucht noch eine Richtigstellung. Faktum ist, als ich das erste Mal von dieser Abgabenschuld gehört habe, habe ich mir die Unterlagen besorgt und ich wundere mich schon etwas, Herr Kollege Schnell, soweit ich mich erinnern kann, waren Sie zuständig etwa für die Straßenbauagenden in diesem Land. Es würde mich einfach interessieren, was ist in den letzten Jahren mit dieser Abgabenschuld passiert, wer hat sich darum gekümmert. Für mich ist es völlig klar. Ich will, dass dieser Geldwert im Land Salzburg tatsächlich verbaut wird für die Interessen der Bürger und wenn das nicht möglich ist, dann ist meiner Meinung nach die Abgabenschuld anders abzuarbeiten. Keiner, und ich schon gar nicht, denkt an Verzicht auf diese Forderung, an Nachsicht oder sonst etwas, sondern ich möchte, dass das tatsächlich auch erfüllt wird, obwohl, wie gesagt, der Bescheid auf der Basis eines verfassungswidrigen Gesetzes zustande gekommen ist. Weil ich für die Gleichbehandlung aller bin und weil es auch sonst so ist im Wirtschaftsleben, dass nicht jeder einen Nutzen davon hat, wenn ein Verfassungsgesetz aufgehoben wird.

Aber Faktum ist, Sie können nicht nach jahrelanger Nichtbeachtung dieser Abgabenschuld davon ausgehen, dass wir morgen eine Klage einbringen, sondern ich glaube schon, dass die Zeit sein muss, das auszuverhandeln und selbstverständlich berichte ich Ihnen gerne vom Ergebnis und hoffentlich auch vom Nutzen für das Land Salzburg. (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Herr Klubobmann Mag. Thaler!

Abg. Mag. Thaler: Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Es ist eindeutig schon klargestellt worden. Die Abgabenschuld von Seiten der ASFINAG gegenüber dem Land Salzburg besteht zu Recht. Es ist eindeutig festgestellt worden, dass die Salzburger Landesregierung, dass die derzeit zuständige Straßenbaureferentin, Landesrätin Mag. Burgstaller, dafür sorgen wird, dass dieses Geld auch beim Lande eintrifft. In welcher Form und ob es im Kompensationswege für Forderungen, die das Land Salzburg an die ASFINAG bzw. an die ÖSAG hat, geschieht, das ist eine zweite Frage.

Aber eines muss schon klargestellt werden, lieber Kollege Schnell. Es ist ein ganz böswilliger Populismus, sich hier hinzustellen und so zu tun, erstens einmal "schaut her liebe junge Freunde aus dem Annahof, früher ist da eine Regierung gesessen und jetzt sitzt keine Regierung mehr da". ... (Zwischenruf Abg. Dr. Schnell: Stimmt ja!) ... Meine Damen und Herren! ... (Zwischenruf Abg. Dr. Schnell: Seit der Wahl haben wir sie nicht mehr gesehen!) ... Ich möchte jetzt die Jugend aufklären, damit das nicht mehr so im Raum stehen-

bleibt. Es kommen jetzt Berichte zur Behandlung, die sehr ausführlich in den zuständigen Ausschüssen des Salzburger Landtages behandelt worden sind. Anlässlich dieser Ausschussberatungen sind die ressortzuständigen Regierungsmitglieder immer anwesend und geben die erforderlichen Auskünfte. Und wenn es jetzt darum geht, um diese Angelegenheit, ist das zuständige Regierungsmitglied, die Frau Mag. Burgstaller, anwesend.

Der Kollege Schnell weiß ganz genau aus der Präsidialkonferenz, dass bis ca. 10:00 Uhr, und wir befinden uns jetzt in diesem Zeitrahmen, der Herr Landeshauptmann zB. entschuldigt ist. Er weiß genau, dass die Frau Landesrätin Haidinger heute entschuldigt ist. Unsere Regierungsmitglieder, ... (Zwischenruf Abg. Dr. Schnell: Bei jeder Sitzung!) ... Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner und Dr. Raus sind im Hause, können sofort, wenn es um Angelegenheiten ihrer Ressorts geht, beigezogen werden. Soviel einmal zum einen, um diese billige Polemik entsprechend richtig zu stellen. (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Zur zweiten Polemik: Man soll nämlich die Jugend nicht in die Irre führen und damit eine Politikverdrossenheit herbeiführen, die einfach in dieser Form nicht gerechtfertigt ist. Zum Zweiten, meine Damen und Herren. Die Abgabenschuld, von der hier die Rede ist, die in einer Höhe von S 70 Mio. besteht, ist ja nicht im Jahre 1999 angefallen, ist nicht angefallen unter der Frau Landesrätin Mag. Burgstaller, sondern kommt aus Vorjahren und die damals dafür zuständigen Regierungsmitglieder waren Regierungsmitglieder der Freiheitlichen Partei, ein Landesrat Dr. Schnell und in der Folge dann eine Landesrätin

Dipl.-Vw. Hofer. So gesehen, meine Herrschaften, müssen Sie sich schon ein bisschen überlegen, was Sie sagen und ob das, was Sie sagen, nicht auf Sie selbst zurückfällt.

Jetzt zum inhaltlichen Aspekt der Abänderungen. Zum Antrag der Freiheitlichen Partei hat die Frau Landesrätin Mag. Burgstaller eindeutig Stellung genommen. Es ist klargestellt, dass die Forderungen in keiner Weise von Seiten der Landesregierung abgeschrieben werden oder dass sie nicht eingetrieben werden. Ich glaube auch nicht, dass es notwendig ist, ständig der Landesregierung sagen zu müssen, was sie heute und was sie morgen zu tun hat. Wir haben sie gewählt, wir haben Vertrauen dazu, dass sie ihrer Aufgabe gerecht werden.

Zum Entschließungsantrag der Grünen muss ich sagen, wir dürfen es uns nicht angewöhnen, Frau Kollegin Reiter und Kollege Schwaighofer, dass wir hier im Hause spontan Budgetbeträge in enormer Summe einfach zuordnen. Es ist Aufgabe des Salzburger Landtages, das Budget zu beschließen. Aber es ist nicht Aufgabe des Salzburger Landtages, während laufender Sitzungen Entschließungsanträge einzubringen und große Budgetbeträge zweckzubinden, die dann mittelfristig ein wirkliches Budget nicht mehr ermöglichen

werden, weil ein Budget enthält ja auch ... (Zwischenruf Abg. Schwaighofer: Das ist eh nicht drinnen im Budget!) ... die ausstehenden Forderungen und diese ausstehenden Forderungen sind ja einnahmenseitig bereits verbucht. Wenn Sie heute hergehen und sagen die S 70 Mio. nehmen wir dazu her, um neue Jagdflächen anzupachten, ja dann verändern Sie das laufende Budget oder Sie greifen jetzt schon massiv in das künftige Budget ein, das demnächst im Hause, im Ausschuss beraten werden wird. Sie können das als Entschließungsantrag durchaus im Ausschuss dann einbringen. Wir werden sehen, ob eine Bedeckung möglich ist, aber diese Art von Budgetpolitik können wir in dieser Form nicht mittragen, daher werden wir Ihren Entschließungsanträgen auch die Zustimmung verweigern müssen. (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Nächste Wortmeldung Herr Abg. Schwaighofer!

Abg. Schwaighofer: Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen!

Ich glaube, wir sollten wegkommen von der Zuschreibung wer, wann, welche Abgaben nicht eingehoben hat, sondern versuchen, uns auf den Kern noch einmal zu besinnen und zu beziehen. Es geht bei diesen Mitteln ganz eindeutig um Mittel für einen Umweltfonds. Daher glauben wir, und das dürfte relativ unbestritten für alle sein, dass diese Mittel, so sie erreichbar sind, und dafür wollen Sie sich ja einsetzen, auch in diesem Bereich verwendet werden sollen. Ich kann nicht nachvollziehen, dass die Erschließung des Gewerbegebietes Urstein eine vordergründig umweltbezogene Maßnahme ist und ich kann auch nicht nachvollziehen, dass das Hineinreklamieren dieser Beträge in die Errichtung der zweiten Tauernautobahntunnelröhre eine umweltbezogene Maßnahme sein muss, wenn wir wissen, dass wir mit einer Steigerung des Verkehrs von derzeit maximal 40.000 auf 70.000 Fahrzeuge pro Tag zu rechnen haben.

Es kann also aus unserer Sicht nicht vernünftig und richtig sein, hier eine Kompensation über den Straßenbau mit der ASFINAG abzuwickeln, sondern diese Mittel sollten einfach ganz klar und deutlich der Umwelt zugute kommen. Ich kann nicht ganz verstehen, warum Sie unserem Entschließungsantrag daher nicht zustimmen können, wenn der erste Punkt von der Frau Landesrätin ohnedies zustimmend kommentiert wurde, dass man diese Mittel auf jeden Fall eintreiben und einheben will und dass wir im zweiten Teil des Entschließungsantrages ja nur ersuchen, in Betracht zu ziehen, dass die Verwendung dieser Mittel für die Anpachtung von Jagdflächen im Nationalpark Hohe Tauern bzw. als zweite Möglichkeit für ganz dezidiert auf Umweltfragen im Zusammenhang mit dem Tauerntunnel stehende Maßnahmen abzielt, nämlich dieses WHO-Projekt, das gerade diese gesundheitlichen Auswirkungen des so drastisch zunehmenden Verkehrs, der mit dieser zweiten Röhre kommen würde, untersuchen sollte.

Zur Wortmeldung vom Klubobmann Thaler, das Budget betreffend, ist mir nicht ganz klar, wenn er sagt, dass diese Beträge sehr wohl als Forderung im Budget enthalten sind, dann dürfte man nachfragen, welche Maßnahmen die Frau Landesrätin dafür im Budget bereits vorgesehen hat. Wir haben ja auch keineswegs festgelegt, dass diese Mittel im nächsten Jahr für die WHO-Studie ausgegeben werden müssen, sondern es ist einfach in Betracht zu ziehen, dass man sie für die Umwelt und für Umweltmaßnahmen verwendet.

Präsident Dr. Schreiner: Danke. Nächste Wortmeldung Herr Klubobmann Dr. Schnell!

Abg. Dr. Schnell: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus!

Lieber Kollege Thaler, lieber lasse ich mich als Populist bezeichnen, wenn es wirklich um etwas geht, als Ihnen stundenlang bei Ihren Kropfreden zuzuhören, bei Themen, die in Wirklichkeit niemanden interessieren. Nur zu Ihrer Aufklärung, Herr Kollege, und auch zur Aufklärung für die Jugend, die heute dieser Debatte folgt.

Die Regierungssitze sind schon seit der Landtagswahl, seit Sitzungen wieder durchgeführt werden, fast immer verwaist. Um das geht es. Ich habe das Gefühl, dass die Regierung letztendlich den Landtag und die Opposition als lästige Sache betrachtet. Nur zur Aufklärung. Erstens, glaube ich, ist es niemand verborgen geblieben und möchte ich Ihre Erinnerung auffrischen, dass ich als Landesrat damals massiv gegen die Ausgliederung aufgetreten bin und auch gegen dieses Monstergebilde ASFINAG war. Ich möchte auch in Erinnerung rufen, dass es der Landesrat Schnell war, der letztendlich erreicht hat, dass das Bundesstraßenbudget aufgestockt wurde und für das Abgabenamt, lieber Kollege Thaler und Kollegin Landesrätin Burgstaller, bin ich zufälligerweise nie zuständig gewesen. Danke. (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Nächste Wortmeldung der Herr Abg. Saliger!

Abg. Saliger: Liebe Kolleginnen und liebe Kollegen!

Es sollte doch gesagt werden, es muss mit allem Nachdruck dafür gesorgt werden, dass die Interessen des Landes Salzburg so gut als möglich vertreten werden. Wenn die Frau Landesrätin Burgstaller heute hier dargestellt hat, welche Vorgangsweisen sie pflegen wird, so wird sie uns darüber berichten. Ich denke, dass dieser Nachdruck ja auch durch die Debatte hier im Hause entsprechend stark wird. Ich glaube, dass die Frau Landesrätin Burgstaller auch die Interessen des Landes Salzburg ganz vehement vertreten wird, dass wir sie ab und zu einmahnen, das ist ja unser legitimes Recht und daher denke ich, dass wir durchaus in dieser Frage aktiv werden können.

Es war nämlich die Voraussetzung für die Einhebung dieser Steuer oder Abgabe eine gute und ich denke, dass man das auch nicht vergessen sollte. Wenn das andere anders sehen, so hat das für das Land dann weitere Auswirkungen. Wenn die Frau Kollegin Burgstaller heute hier darstellt, dass es eine Frage ist, den Umwelttunnel in Liefering entsprechend zu erweitern, das ist eine gute Sache und wir sollten das entsprechend einfordern. Ich glaube, dass es, wenn es in diesem Zusammenhang gesehen wird, ganz wichtig ist.

Herr Kollege Dr. Schnell! Ich lese halt Zeitungen und offensichtlich ist in den Zeitungen immer wieder ein wichtiges Thema festzustellen, wer ist da und wer nicht. Ich habe in den Zeitungen jetzt mit großer Aufmerksamkeit manchmal verfolgt, dass sich Landeshauptleute aus Österreich im Ausland befunden haben und Kinderbetreuungseinrichtungen auf dem Weg durch New York betrachtet haben. Fußgängerisch. Offensichtlich war das derjenige, von dem Du hier nicht sprechen willst, der der größte aller zu sein scheint, weil er geht im Bundesland Kärnten, glaube ich, seit drei Wochen nicht mehr besonders ab und daher sollte man das auch, wenn man darüber spricht, dass jemand eine Arbeit verrichten muss, ins Kalkül ziehen, weil ich annehme, dass Du jetzt bei Deiner Wortmeldung, Kollege Schnell, gute Gründe dafür anführen wirst, warum ein Landeshauptmann eines anderen Landes seit drei Wochen oder ich weiß es nicht, ich verfolge das nur in den Zeitungen, sich außer Landes befindet und sich mit den Fragen des Landes nicht beschäftigen kann in der Form, dass er dort persönlich anwesend ist, sondern ausschließlich damit, dass er möglicherweise die Fäden von woanders her zieht.

Wenn hier im Landtag das eine oder andere Mal ein Regierungsmitglied fehlt, so gibt es immer gute Gründe dafür und ich hoffe, wenn die Frau Landesrätin Mag. Burgstaller einmal hier fehlt und am Weg ist nach Wien, um vom Bautenministerium zu verlangen, dass wir die Mittel für das Land Salzburg so einsetzen, dass sie entsprechend wirken und im Umweltbereich wirken, dann ist das eine gute Sache. Ich glaube, das sollte man auch entsprechend unterstützen. Wir haben das Land in allen Bereichen zu fördern und zu unterstützen, das ist unser vornehmstes Anliegen und ich bitte, dass man diese Debatte auch in diesem Lichte sieht und ich wünsche der Frau Landesrätin Burgstaller wirklich allen Erfolg beim Einbringen dieser Mittel für uns im Lande Salzburg. Herzlichen Dank. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Nächste Wortmeldung Herr Abg. Schröcker!

 

Abg. Schröcker: Herr Präsident! Meine geschätzten Kolleginnen und Kollegen! Geschätzter Kollege Schwaighofer!

Ich stelle seit längerer Zeit fest, dass gerade die Grünen in diesem Landtag immer wieder versuchen, mit mehr oder weniger feinen, groben Nadelstichen gegen Beschlüsse des Salzburger Landtages, der Salzburger Landesregierung, der Bundesregierung aufzutreten, um doch noch zu erreichen, dass die zweite Tunnelröhre verhindert wird. Kollege Schwaighofer, ich darf Dich nur informieren. Auch heute ist wieder ein schwerer Unfall im Tauerntunnel passiert und der Tauerntunnel wurde daraufhin wieder gesperrt. Für uns zählt die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer als oberste Priorität und wir sollten nicht die Umweltverträglichkeitsprüfung, das Ergebnis vorwegnehmen, indem man jetzt schon behauptet, das wird entsprechend schlecht ausschauen, sodass ein Bau der Tauerntunnelröhre nicht vertreten werden kann. Aber so kommt es immer wieder bei jeder Wortmeldung von den Grünen zwischen den Sätzen heraus, dass man immer diesen Eindruck wahrnehmen muss. Das Gleiche gilt auch bei Ihren Presseaussendungen, usw.

Ich sage noch einmal. Ich bin mir im Gegensatz zu Ihnen sehr sicher, dass die Belastung der Umwelt, die Belastung der Bürger, die Belastung der Gemeinden an dem derzeitigen Status quo wesentlich größer ist, als wenn wir eine zweite Tunnelröhre haben. Nehmen Sie doch zur Kenntnis, dass der Verkehr auch durch Radstadt, durch das Landschaftsschutzgebiet Obertauern, durch die Gemeinde Untertauern/Obertauern, durch die Gemeinde Tweng, durch die Gemeinde Mauterndorf, durch die Gemeinde St. Michael rollt, aber das ist Ihnen anscheinend egal. Ihnen geht es nur darum, dass Sie ein Projekt, das Sie aus nicht nachvollziehbaren Gründen einmal hintertrieben haben, dass Sie dieses Projekt nicht zustande kommen lassen können, um - nach Ihrem Glauben vielleicht - einen Imageverlust zu vermeiden.

Kollege Dr. Schnell, wie Sie mit Ihren Geschäftspartnern umgehen, von denen Sie möglichst viel für sich, in diesem Fall für das Land Salzburg, erwarten, ist Ihre Sache. Wir glauben nicht, dass man einen Geschäftspartner wie die ASFINAG dermaßen brüskieren sollte, dass man ihnen gleich eine Klage androht und dann erwartet, dass sie möglichst mehr Mittel zur Verfügung stellen sollen, dass sie möglichst mehr Aufgaben in Angriff nehmen sollen, als sie unbedingt müssen.

Ich glaube, der Weg, den die Frau Landesrätin Mag. Burgstaller aufgezeigt hat, in Verhandlungen mit der ASFINAG möglichst einen hohen Anteil an Bautätigkeit für diese Schuld herauszuholen, ist der richtige und wir sollten die Kollegin Landesrätin hier massiv unterstützen. (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

 

Präsident Dr. Schreiner: Vorläufig letzte Wortmeldung der Frau Landesrätin Burgstaller und dann noch einmal Herr Schwaighofer!

Landesrätin Mag. Burgstaller: Meine Damen und Herren!

Während andere Landeshauptleute aus anderen Bundesländern in New York Marathon laufen, arbeiten unsere Regierungsmitglieder da draußen im Vorzimmer und machen Besprechungen. Ich glaube, es gibt doch einen kleinen, feinen Unterschied, ... (Zwischenruf Abg. Dr. Schnell: Bringt's ihnen eine Jause!) ... Herr Kollege Schnell, und Sie können damit rechnen, dass die Regierung in Landtagssitzungen immer vertreten ist, wenn sie gebraucht wird, und darüber hinaus, wie Sie auch heute an meiner Anwesenheit wieder erkennen konnten.

Zum Inhalt. Auch ich bin nicht zuständig für das Abgabenressort, Herr Kollege Schnell. Aber ich bin dafür verantwortlich, ob Projekte in diesem Bundesland umgesetzt werden können oder nicht. Auf der Suche nach Finanzierungsquellen bin ich eben auf diese Altlast gestoßen und ich sehe es als meine Aufgabe und auch als meine Verpflichtung, dafür zu sorgen, dass wir dieses Geld auch tatsächlich verwenden können, und zwar eben in diesem Fall für den übergeordneten Straßenbau und für den Umweltschutz. Da muss ich leider dem Kollegen Schwaighofer ein bisschen Nachhilfeunterricht geben, wie weit der Umweltbegriff im Straßenbau mittlerweile geht.

Faktum ist, es wird niemand von Ihnen bezweifeln können, dass der - sagt ja schon der Name - Umweltschutztunnel Liefering dem Umweltschutz dient, und sonst gibt es eigentlich dafür wenig Rechtfertigungen. Faktum ist, der Autobahnanschluss Urstein dient nicht nur der Erschließung des Gewerbegebietes, sondern insbesondere der Bevölkerung im Tennengau. Sie spart sich damit von Experten berechnete ca. 4 Mio. km, gefahrene Kilometer, im Jahr. Ich sage Ihnen, es ist auch ein Beitrag zum Umweltschutz, wenn man 4 Mio. km weniger fahren muss, weil man rascher auf der Autobahn ist, weil man nicht mehr so viel durch Ortsgebiete fahren muss. Auch das ist eine Umweltentlastung.

Faktum ist auch, wobei ich nicht glaube, dass das ein Kompensationsgeschäft wird mit dem Tauerntunnel, dass selbstverständlich unser Projekt „Entlastung der Bevölkerung und Errichtung der zweiten Tunnelröhre" mit dem Umweltschutz zu tun hat. Nicht umsonst wird neben dem Bohren von zwei Löchern, was ja das geringste Problem ist, ein sehr hoher Betrag, nämlich geschätzte ca. S 800 Mio. für den Umweltschutz im Pongau und vor allem im Lungau ausgegeben werden und da glaube ich, ist das Geld gut investiert und da würde ich es wirklich für absurd halten, hier darüber zu reden, dass diese Gelder, wenn sie

so eingesetzt werden, nichts mit der Bevölkerung und ihrem Schutz zu tun haben. (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Nächste Wortmeldung Herr Abg. Schwaighofer!

Abg. Schwaighofer: Sehr geehrter Herr Kollege Schröcker!

Ich möchte Dir kurz auf Deine Wahrnehmung der grünen Positionen im Hinblick auf den Tauerntunnel antworten. Ich glaube, es muss doch möglich sein, dass es in diesem Landtag verschiedene Meinungen gibt. Es kann doch nicht so sein, dass, wenn eine Regierung etwas beschließt, der gesamte Landtag inklusive der Opposition dann sich dieser Meinung anzuschließen hat. Soviel einmal grundsätzlich.

Das Zweite ist: Natürlich sind die Grünen der Meinung, dass es zu einer Verkehrswende im ganz großen Stil kommen muss. Das haben wir auch nie verhohlen. Die Tauernautobahn bzw. die Errichtung oder Nichterrichtung der zweiten Tunnelröhre der Tauernautobahn ist eben nach unserer Meinung eine Möglichkeit, diese Verkehrswende herbeizuführen, indem eine Vielzahl von Maßnahmen, die auch die Frau Landesrätin Burgstaller an dieser Stelle ja schon angeführt hat, von der Vermeidung von Leerfahrten, über alle möglichen Beschränkungen, die ergriffen werden könnten, die damit die Möglichkeit geben, geben könnten, den Verkehr entsprechend zu reduzieren, inklusive der etwas länger dauernden Verlagerung auf die Schiene. Diese Vielzahl der Maßnahmen könnte die Chance in sich bergen, den Verkehr eben nicht in dem von der ASFINAG und ÖSAG vorausgesagten unglaublichen Menge zunehmen zu lassen.

Wenn es so ist, wie wir gehört haben, dass die Belastung von 40.000 auf etwa 70.000 Autos pro Tag kommen wird, wenn die beiden Tunnels ausgelastet werden sollten, dann kann doch niemand Vernünftiger glauben, dass man mit Umweltschutzmaßnahmen alle diese zusätzlichen Belastungen wegnehmen kann. Das kann doch nur blauäugig sein. Man kann Lärmschutzwände bauen, aber die Emissionen von 70.000 Fahrzeugen ... (Zwischenruf Abg. Schröcker: Möchten Sie den Verkehr lieber über den Radstädter Tauern schicken?) ... Die Emissionen von 70.000 Fahrzeugen werden doch mehr sein als von 40.000 Fahrzeugen nach dem derzeitigen technischen Stand. Es geht nicht darum, die Fahrzeuge über den Radtstädter Tauern zu schicken, sondern insgesamt eine Reduktion der Fahrzeuge oder eine Einschränkung der Steigerung zumindest herbeizuführen. Und da sehen wir andere Maßnahmen als notwendig als Sie. Dieses Recht müssen Sie uns schon lassen. Sie brauchen auch nicht glauben, dass wir einen Imageverlust dabei befürchten, wenn wir jetzt nicht mehr gegen die Tauerntunnelröhren wären. Wir sind es nach wie vor

und bringen unsere Argumente. Sie haben Ihre. Das sei Ihnen unbenommen, unsere bitte auch.

Zwischen den Zeilen, wie Sie gesagt haben, klingt es immer wieder durch, als wären wir gegen die zweite Röhre. Wir brauchen das nicht zwischen den Zeilen zu schreiben, sondern wir glauben einfach, dass es insgesamt nicht die richtige Maßnahme ist. Wir wollen auch nicht die Umweltverträglichkeitsprüfung vorwegnehmen mit dieser WHO-Untersuchung, das hat damit überhaupt nichts zu tun, sondern diese WHO-Untersuchung ist etwas ganz anderes. Sie würde die Chance bieten, modellhaft für ganz Salzburg, ... (Zwischenruf Abg. Schröcker: Warten wir zuerst auf das Ergebnis und dann beurteilen wir das!) ... für die gesamte Region Auswirkungen des Verkehrs insgesamt und der Verkehrsentwicklung auf die Gesundheit der Bevölkerung zu beurteilen und als Modellfall könnte die Tauernautobahn dienen. Nicht mehr und nicht weniger. Das wäre eine Chance, wo uns wichtige Grundlagen auch mitfinanziert würden.

Ganz kurz noch, Frau Landesrätin. Natürlich ist es mittlerweile möglich, fast jede Maßnahme als Umweltschutzmaßnahme zu interpretieren. Die Frage ist natürlich, wenn man Umweltschutz im Sinne dessen meint, dass man Maßnahmen zur Reduzierung von Abgasen, zur Lärmreduzierung u.dgl.m. meint, dann engt sich das ein bisschen ein. Es kann nicht jede Baumaßnahme, weil sie zufällig auch eine Verkehrsreduktion in einem kleinen Bereich bringt, als Umweltschutzmaßnahme gesehen werden. Das würde ja heißen, dass jeglicher zukünftig gesteigerte Straßenbau auch als Umweltschutzmaßnahme zu bezeichnen wäre, wenn er nur zB. eine Abkürzung oder ähnliches bringen würde. Da bin ich einfach nicht ganz Ihrer Meinung, aber das macht ja nichts, wenn uns da etwas ein bisschen trennt. (Beifall der FPÖ- und Grünen Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke. Mir liegen keine weiteren Wortmeldungen mehr vor. Wir kommen damit zur Abstimmung. Ich lasse zunächst über die beiden Entschließungsanträge abstimmen. Wir stimmen über den Entschließungsantrag der Freiheitlichen ab. Wer mit dem Antrag der FPÖ einverstanden ist, den bitte ich um ein Handzeichen. Das ist die FPÖ. Gegenprobe! Gegen die Stimmen der übrigen Parteien abgelehnt.

Wir kommen jetzt zur Abstimmung über den Antrag der Grünen. Wer mit dem Entschließungsantrag der Grünen einverstanden ist, den bitte ich um ein Handzeichen. Danke. Freiheitliche und Grüne dafür. Gegenprobe! ÖVP und SPÖ dagegen, damit abgelehnt.

 

Wir kommen damit zum Hauptantrag, der im Ausschuss einstimmig verabschiedet wurde. Wer dem Hauptantrag seine Zustimmung geben will, den bitte ich um ein Handzeichen. Danke. Gegenprobe! Einstimmige Annahme. Wir kommen damit zu

 

Punkt 4.10: Bericht des Finanzüberwachungsausschusses zum Bericht der Landesregierung über den Salzburger Krankenanstalten-Finanzierungsfonds (SAKRAF) betreffend das Jahr 1998 - Nr. 152 der Beilagen

Debatte von der FPÖ angemeldet. Herr Klubobmann Dr. Schnell!

Abg. Dr. Schnell: Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus!

Ich habe mich deswegen zu Wort gemeldet, weil das Gesundheitswesen eines der größten Probleme darstellt, das die Politik in den nächsten Jahren, Jahrzehnten zu bewältigen hat. Wir haben uns zu diesem Bericht bekannt, wir haben hier zugestimmt. Ich möchte nur die Gelegenheit nutzen, auch ein paar warnende Worte an die zuständige Regierung zu richten.

Meine sehr geehrten Damen und Herren! SAKRAF, nomen est omen, himen hamen. Ein Monstergebilde - ich habe gerade nachgedacht so im Stillen, wie das in Kärnten heißt, wahrscheinlich KAKRAF -, ist nicht unbedingt das Gelbe vom Ei. Wir wissen alle, dass wir Sorgen haben. Ich glaube, die Gesundheit ist das höchste Gut eines jeden Menschen, egal ob es einen Mann oder eine Frau betrifft, und deswegen bitte ich die, die in Regierungsverantwortung stehen, darüber nachzudenken, ob man nicht eine generelle Form oder Reform sich einmal überlegt, was das Gesundheitswesen, auch die Sozialversicherungsträger betrifft. Wir werden sonst diesem Problem nicht Herr werden. Letztendlich schwebt diese Bedrohung wie eine Wolke über uns. Auch Herr Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger hat anlässlich seiner Budgetkonferenz ja darauf hingewiesen, dass das Gesundheitswesen einer der problematischesten Bereiche ist.

Ich glaube, die Politik hat sich zu überlegen, ob wir auf der einen Seite unseren Bürgerinnen und Bürgern des Landes das Beste bieten oder eben das, was machbar und finanzierbar ist. Die Politik muss in dieser Richtung ehrlicher werden, sonst werden wir eines Tages vor dem großen Dilemma stehen.

Ich habe einmal hier Emotionen als Arzt gezeigt, als man in der Politik beschlossen hat, dass in der Peripherie gewisse Bereiche von Spitälern geschlossen oder verlagert werden

sollen, während auf der anderen Seite im Zentralbereich sehr wohl Einsparungspotentiale meines Erachtens vorhanden wären. Ich werde meine Emotionen als Arzt dieses Mal in Zaum halten, aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, ich werde das Gefühl nicht los, dass öffentliche Diskussionen, die derzeit in den Medien nicht nur in unserem Land, sondern auch im Nachbarland Deutschland laufen, betreffend Ärzte und Spitäler, eine nicht zufällige Sache darstellen. Dass man hier den Problembereich ähnlich verlagern will, wie zB. dass der Innungsmeister der Juweliere gemeint hat, dass die Juweliere Schuld sind, weil sie überfallen werden, weil sie zu wenig Geld praktisch für die Sicherheitsanlagen verwenden. Oder wie ich gestern vernommen habe vom Kollegen Buchleitner, dass die Eltern Schuld sind, wenn die Kinder Drogen nehmen, weil offensichtlich hier die Gesprächsbereitschaft innerhalb der Familie nicht so gut ist, dass man praktisch diesem Problem nicht Herr wird.

Wir dürfen, glaube ich, die Verantwortung der Politik nicht verlagern, wenn wir gewissen Problemen nicht mehr Herr werden. Deswegen bitte meine mahnenden Worte als Arzt und Oppositionspolitiker, sich dieses Themas so rasch wie möglich anzunehmen. Zur Freude der Freiheitlichen habe ich vernommen, dass die ÖVP bezüglich der Reform der Sozialversicherungsträger sich unserer Meinung annähert und auch hier tätig werden will. Danke. (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Keine weiteren Wortmeldungen. Wir kommen damit zur Abstimmung. Wer mit dem Antrag einverstanden ist, den bitte ich um ein Handzeichen. Danke. Die Gegenprobe! Einstimmig angenommen. Wir kommen zu

 

Punkt 4.11: Bericht des Finanzüberwachungsausschusses zum Bericht der Landesregierung über den Nationalpark Hohe Tauern und über den Salzburger Nationalparkfonds in den Jahren 1997 und 1998 – Nr. 153 der Beilagen

Präsident Dr. Schreiner: Frau Dr. Reiter ist zu Wort gemeldet!

Abg. Dr. Reiter: Der Nationalpark, meine Damen und Herren, ist für das Land Salzburg von eminenter Bedeutung. Dazu haben sich auch alle Parteien bei diesem Bericht über den Nationalpark ganz eindeutig bekannt.

Daraus zieht nun der Herr Hofrat Dipl.-Ing. Kremser zumindest in der Darstellung in diesem Bericht den Schluss, dass man sich daher aufgrund dieser allgemeinen Anerkennung in der letzten Zeit sehr bemüht, Einsparungs- und Rationalisierungsmaßnahmen zu setzen. Meine Damen und Herren! Ich halte das für den falschen Schluss.

Wenn man sich diesen Bericht des Nationalparkfonds betrachtet, so ist eindeutig festzustellen, dass es zu wenig Geld gibt für die Forschung im Nationalpark. Ich habe das auch im Ausschuss erwähnt: 23 von 31 Forschungsprojekten laufen aus. Und meine Frage war nicht, warum nicht alle 31 mit dem heurigen Jahr zu Ende sind, sondern meine Frage ist, wo sind mindestens 23 neue, mit denen die Forschung weitergeführt, intensiviert und ausgebaut wird im Nationalpark. Es ist nicht einmal eine halbe Million Schilling für diese Forschungsaufgaben im Budget reserviert, während, bedenken Sie, um S 900.000,-- eine Almseilbahn zB. gebaut wird!

Es wird zu wenig Geld im Nationalpark ausgegeben für die Erreichung der internationalen Anerkennung dieses Nationalparks. Es sind zwar wichtige Schritte gesetzt worden durch die Anpachtung weiterer Jagden und, Gott sei Dank, gibt es derzeit über 20.000 ha bereits mit einer Nutzungsfreistellung. Da ist Großartiges erreicht worden. Denn damit haben wir schon für mehr Hektar Nutzungsfreistellung als zB. in einem Nationalpark Neusiedler See, wo es 7.000 ha sind. Aber hören Sie und staunen Sie: Für diese 7.000 ha werden S 70 Mio. ausgegeben. Also ich glaube, dass in unserem Nationalpark sehr sparsam gewirtschaftet wird. Und dass das wirklich an der Grenze und wahrscheinlich auch schon darunter ist, die überhaupt noch vertretbar ist.

Dh. wir brauchen Mittel, um die internationale Anerkennung voranzutreiben und wir brauchen Mittel, um den Nationalpark auch durch entsprechende Forschungsarbeiten aufzuwerten und zu begleiten! Es wird aber zu viel Geld meiner Meinung nach immer noch für den Wegebau ausgegeben. Es wird zuviel Geld ausgegeben für eine Intensivierung der Almwirtschaft. Es ist Tatsache, dass wir im Nationalpark sehr viele Almen besitzen. Diese Almen sind in extensiver Wirtschaftsweise entstanden. Diese Almen wurden alle inzwischen erschlossen, auch die letzte Milchwirtschaftsalm ist dort erschlossen worden. Sie wurden durch Wege, durch Seilbahnen erschlossen. Es werden aus Nationalparkmitteln, nicht aus Landwirtschaftsmitteln, meine Damen und Herren, aus Nationalparkmitteln Stallausbauten finanziert, dh. dass dort die doppelte Anzahl an Vieh zB. gehalten werden kann auf der Alm. Diese Tiere müssen dann auch durch Kraftfutter gefüttert werden, weil natürlich diese Almregion nicht für solche hohen Bestände gemacht ist und gedacht ist. Dadurch kommt es aber zu einer Veränderung der ursprünglichen Ökologie in diesen Almregionen, meine Damen und Herren! Und das kann doch nicht Ziel des Nationalparks und der Entwicklung dieses Nationalparks sein.

Dh. wenn es sich nicht mehr rentiert, diese Almen zu bewirtschaften, extensiv zu bewirtschaften, so wie sie in der Geschichte sich entwickelt haben, dann muss es zu Nutzungsabgeltungen kommen. Und diese Flächen müssen eben mit Nutzungsfreistellung in den Nationalpark eingegliedert werden. Es kann nicht sein, dass es aus Nationalparkmitteln zu

einer Intensivierung der Jagd kommt. Es wird Fütterungsgeld aus Nationalparkmitteln bezahlt, dh. dass die Bestandsgrößen im Nationalpark über das natürliche Maß hinaus gehalten werden können. Auch das widerspricht einfach der Idee eines Nationalparks!

Ein weiteres Beispiel nur: Für den Abschuss eines Murmeltiers bezahlen Sie S 1.000,--. Wenn Sie auf diesen Schuss verzichten, bekommen Sie S 3.000,-- aus Nationalparkmitteln. Also das sind Relationen, die einfach nicht stimmen, meine Damen und Herren und die so doch nicht akzeptiert werden können!

Viele der Mittel, die hier hineinfließen, werden also falsch verwendet, für eine Intensivierung der Landwirtschaft verwendet. Sie sollten umgeleitet werden in eine Intensivierung der Forschung und in Nutzungsfreistellung von mehr Flächen und größeren Flächen.

Gott sei Dank wurde im Ausschuss nach eingehenden Beratungen beschlossen, dass die internationale Anerkennung des Nationalparks angestrebt wird und dass es auch einen Bericht darüber geben wird, dass man feststellen wird, welche Gelder dazu notwendig sind. Aber als Tatsache bleibt bestehen, dass im Regierungsprogramm des Landes Salzburg nach wie vor drinnen steht, dass die internationale Anerkennung des Nationalparks Hohe Tauern nicht angestrebt wird sondern eine Veränderung der internationalen Richtlinien.

Das wird nicht passieren, meine Damen und Herren! Und wir stehen eben hier vor der Situation, dass es mehr und mehr international anerkannte Nationalparks in Österreich gibt, und dass Umweltminister Bartenstein ganz klar festgestellt hat, dass eine Förderung von Bundesseite nur mehr für international anerkannte Nationalparks erfolgen wird.

Dh. wenn es in Salzburg nicht passiert, werden wir Bundesmittel in Millionenhöhe, ungefähr S 14 Mio., verlieren! Ich bitte Sie deshalb, unserem Entschließungsantrag beizutreten, dass die Salzburger Landesregierung aufgefordert wird, sich zur internationalen Anerkennung des Nationalparks Hohe Tauern, und zwar der Kernzone, wo wir eben schon über 20.000 ha mit Nutzungsfreistellung haben, die dieses Kriterium bereits erreichen, sich dazu zu bekennen und eben eine diesbezügliche Änderung im Regierungsprogramm herbeizuführen.

Das ist nur mehr ein winziger Schritt zu dem, was im Ausschuss beschlossen wurde, besprochen wurde, auch als notwendig erkannt wurde und wir sollten uns zu dieser Entwicklung des Nationalparks zu einem internationalen bekennen und die Kernzone hier frühestmöglich, und ich glaube, das ist sehr bald mit geringem finanziellen Aufwand möglich, diese internationale Anerkennung erreichen. Danke.

Präsident Dr. Schreiner: Danke. Die Pinzgauer Runde wird eingeleitet durch den Herrn Abg. Scheiber!

Abg. Scheiber: Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Geschätzte junge Zuhörer!

Ich stelle vorerst fest, dass ich ein großer Anhänger des Nationalparks bin. Und ich bin überzeugt, dass die Schaffung des Nationalparks eine der großen Leistungen dieses zu Ende gehenden Jahrhunderts war.

Ich sage aber in aller Deutlichkeit, Frau Kollegin Reiter, meines Erachtens gehen Sie entschieden zu weit! Ich stimme mit Ihnen überein, wir verfolgen die Anerkennung in Richtung internationaler Anerkennung. Ich stelle aber fest, dass die Vorgaben für diese internationale Anerkennung einigermaßen hoch sind und dass wir 75 % der Gesamtfläche in der Kategorie zwei der Nutzung entziehen müssen. Und wir wissen genau, dass 80 % unseres Nationalparks im Grundbesitz der Privaten sind. Und ich bin fest überzeugt, dass es nicht der Weg sein kann, dass wir von oben herab bestimmen, wie es geschehen soll, sondern dass wir den umgekehrten Weg gehen, dass wir mit unseren Grundbesitzern gemeinsam die Linie besprechen und vornehmen.

Ich stimme überhaupt nicht mit Ihrer Meinung überein, dass wir die landwirtschaftliche Nutzung streichen oder einschränken sollen. Ich glaube, dieser Wirtschaftszweig, diese Nutzung dieser hochqualifizierten Region, die über Generationen und Jahrhunderte in einem perfekt ökologischen Gleichgewicht passiert ist, der Bauer hat die Nutzung über das Vieh, über die Milchwirtschaft und selbstverständlich sind Erschließungen notwendig. Wir brauchen Wege im vernünftigen Maß. Wir brauchen Seilbahnen, um eine perfekte Bewirtschaftung ermöglichen zu können. Ich bin nicht überzeugt, dass wir mit Forschung allein den Nationalpark aufrecht erhalten können, sondern dass hier eine Harmonie zwischen Bewirtschaftung und natürlich aber auch Forschung vorhanden sein muss.

Ich sage „Respekt vor dem privaten Grundbesitz". Und nur gemeinsam mit den Grundbesitzern soll die internationale Anerkennung vorsichtig vorangetrieben werden! Es ist ein großer Wert, den wir schon einmal als Pinzgauer haben, den wir als Land Salzburg haben, für unsere Bevölkerung, für unseren Tourismus und deshalb bitte ich hier, vorsichtig damit umzugehen.

Ich bin nicht dafür, dass wir den Entschließungsantrag mittragen, sondern bitte, den Bericht zur Kenntnis zu bringen. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke. Bitte Herr Abg. Zehentner!

Abg. Zehentner: Herr Präsident! Hohes Haus! Sehr verehrte Damen und Herren! Sehr verehrte junge Damen und Herren!

Vielleicht kann ich hier zur Aufklärung ein paar Dinge beitragen. Beim Nationalpark Hohe Tauern handelt es sich um ein sehr gebirgiges, um ein sehr sensibles ökologisches Gebiet. Ich glaube, und ich habe viele Beispiele aus der Praxis, dass beide Wege für dieses Gebiet falsch sind. Es ist falsch, solche Gebiete aus der Nutzung zu stellen und der Wildnis zu überlassen. Es ist deswegen falsch, denn dann würde auch das Argument, dass der Nationalpark durch die Almen, durch uns Bauern, zu dem jetzt schützenswerten Gebiet geführt hat, dann wäre das auch falsch.

Genauso ist aber falsch, und es passiert leider jetzt in zunehmendem Maß, dass unsere Almen intensiver bewirtschaftet werden. Eine 6.000-Liter-Kuh und Kraftfutter hat auf einer Alm, auf einer Nationalpark-Alm genauso wie auf einer Nicht-Nationalpark-Alm nichts zu suchen! Das ist keine wirklich standortgerechte Bewirtschaftung!

Es ist auch nicht unbedingt schon geklärt und sinnvoll, wenn man den jagdlichen Bereich hernimmt, wo man also jetzt schön langsam dort und da Jagden anpachtet und diese Jagden dann aus der Jagd sozusagen herausnimmt. Ob das ein sinnvoller Weg ist, ist noch nicht erwiesen. Es ist wahrscheinlich viel klüger, wenn man die Jagden sinnvoll bewirtschaftet. Dh. genauso, dass eine Überfütterung, eine Überhegung natürlich immer eine Katastrophe ist, ob es ein Nationalparkgebiet oder ein normales Waldgebiet ist! Also man muss hier sehr differenziert vorgehen und muss genau hinschauen!

Ich kann Euch ein Beispiel nennen, wo aus Almgebieten die Schafhaltung im Sommer verdrängt worden ist und wo dann das Gras aufgewachsen ist und es wird dann sehr lang, und „reitet mit der Lawine" sozusagen hinunter, reißt riesige Wunden heraus. Man sieht das. Das ist genau das negative Beispiel, wenn man sagt, jetzt nehme ich etwas aus der Nutzung! Es ist sehr sinnvoll, wenn diese Flächen beweidet werden. Genauso sinnlos ist aber, wenn die Flächen überbeweidet werden und wir haben heute, und da muss ich den Grünen eindeutig Recht geben: Wir haben heute in vielen Almen, nicht nur im Nationalpark, eine Übernutzung! Und wir müssen uns dieser Frage stellen! Wir können nicht sagen, das ist nicht so. Aber ich warne davor, zu sagen „das Kind mit dem Bad auszuschütten" und zu sagen „jetzt stellen wir das alles aus der Nutzung heraus und da machen wir überhaupt nichts mehr". Das würde zur großen Gefahr für Lawinen und es würde auch zur Entsiedelung dieser Gegenden führen und das werden wir sicher alle nicht wollen. Danke. (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke. Herr Klubobmann Mag. Thaler!

Abg. Mag. Thaler: Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Wenn man Ihnen, Frau Kollegin Reiter, zuhört, dann muss man Ihnen zunächst oberflächlich betrachtet Recht geben. Ich sage oberflächlich betrachtet deshalb, weil ich den Nationalpark schon kenne, als er noch kein Nationalpark war und weil ich bei den intensiven Bemühungen um die Realisierung des Nationalparks im Jahre 1982 und 1983 damals unter dem ressortzuständigen Landesrat Oberkirchner mit dabei war, als es darum ging, die Grundeigentümer von dieser Idee des Nationalparks überhaupt zu überzeugen.

Und wenn Sie heute beklagen, zu wenig Geld für die Forschung, zu wenig Geld um sich um die internationale Anerkennung des Nationalparks zu bemühen, dann darf ich Ihnen sagen, das klingt alles schön und gut. Aber mit diesen Argumenten hätten wir heute noch keinen Nationalpark. Und mit diesen Argumenten werden wir auch die internationale Anerkennung des Nationalparks nicht erreichen können!

Wir wollen mit dem Geld nicht Forscher von der Universität fördern. Der Nationalpark ist kein jahrhundertelanges Brachland, in dem sich nur die Natur entwickeln konnte. Der Nationalpark ist jahrhundertelang ein sehr intensives Wirtschaftsgebiet gewesen. Und es war nur möglich, die Grundeigentümer, wie der Kollege Scheiber gesagt hat, zu 80 % private Grundeigentümer, dafür zu gewinnen, dass sie dem Nationalpark zustimmen, indem man ihnen nicht gleich mit der 100 %igen Anerkennung als internationaler Park gedroht hat!

Liebe Kollegin Reiter! Auf der einen Seite bekämpfen Sie mit Ihren Argumenten, es klingt nicht durch, aber wenn man die Situation kennt, bekämpfen Sie im Grunde die Leute, die Sie brauchen, damit wir langfristig die internationale Anerkennung durchsetzen werden. Sie fahren auf der falschen Schiene! Wir müssen schauen, dass wir die Wirtschaftssituation der Landwirte in den Nationalparkgemeinden nicht verschlechtern, sondern sie verbessern. Es handelt sich bei diesen Gebieten ja insgesamt ausschließlich um Orte, die nicht wirtschaftlich zu den begünstigten Regionen unseres Bundeslandes gehören. Das ist der Oberpinzgau, das sind Teile des Pongaus und das sind Teile des Lungaus.

Wenn ich jetzt komme und sage „weg mit der Almwirtschaft, radikale Einschränkung der Almwirtschaft, keine Ermöglichung einer Seilbahn zu hochgelegenen Bergalmen", dann werden Sie von diesen Landwirten niemals die Zustimmung bekommen. Denn der braucht diese Wege, um mit seinem Vieh hinauf zu kommen, der braucht diese Seilbahn, weil er sonst die Alm nicht bewirtschaften kann. Es ist ja nicht jede Alm im Nationalparkgebiet durch eine Seilbahn erschlossen. Dort wo es nicht anders geht, werden halt Förderungsmittel dazu verwendet werden!

 

Ich bitte Sie also eindringlich, Ihre Zielsetzungen sind gut, wir alle wollen das. Aber so wie Sie vorgehen, verschrecken Sie die Grundeigentümer. Und wir werden länger brauchen oder wir werden die internationale Anerkennung des Nationalparks nicht erleben. Ich bitte Sie, bleiben Sie auf dem Boden der Realität und glauben Sie nicht, mit schönen Worten etwas verändern zu können! (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke. Aus den Reihen der Damen und Herren keine Wortmeldungen. Der Herr Landeshauptmann als Nationalparkreferent. Bitte!

Landeshauptmann Dr. Schausberger: Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren!

Es ist jetzt eine relativ große Bandbreite in den Wortmeldungen zutage getreten, wie man die weitere Entwicklung des Nationalparks sehen kann. Und ich darf zuerst einmal festhalten, dass die Einrichtung des Nationalparks und der Aufbau des Nationalparks tatsächlich eine Großtat gewesen ist für unser Land.

Ich glaube, der Nationalpark ist eine Einrichtung, zu der wir uns uneingeschränkt bekennen müssen, weil er von ganz, ganz großer Bedeutung für unser Land ist. Die Salzburger Landesregierung, die sich nach der Wahl im März gebildet hat, hat dazu auch eine klare Vorgangsweise festgelegt. Sie hat nämlich gesagt, wir wollen den Nationalpark selbstverständlich ökologisch weiterentwickeln und die Schritte dieser ökologischen Weiterentwicklung sollen natürlich konform sein, mit einer späteren internationalen Anerkennung.

Aber es wurde auch ganz klar festgelegt, dass wir uns weiterhin bemühen, die Kriterien für die internationale Anerkennung für den Nationalpark in Salzburg, in Mitteleuropa, anzupassen an unsere Verhältnisse und an unsere Gegebenheiten. Denn, meine Damen und Herren! Man kann einfach nicht davon absehen, dass heute ein Nationalpark in Amerika, der wesentlich größer ist, wo es keine dichte Besiedelung gibt, wo keine Menschen eine lange kulturelle Tradition aufgebaut haben und entwickelt haben über Generationen, dass die Kriterien für solche Nationalparks natürlich ganz andere sind, als etwa bei uns in Salzburg, im Oberpinzgau, wo seit Jahrtausenden, kann man sagen, die Menschen dieses Gebiet besiedeln und sich auch eine kulturelle Tradition entwickelt hat.

Daher müssen wir beides tun: Uns bemühen, Schritte zu setzen weiter in die ökologische Richtung, aber auf der anderen Seite kann das nur geschehen, meine Damen und Herren, in Übereinstimmung und gemeinsam mit der dort wohnenden Bevölkerung! Denn wir können nicht, so wie das einige Jahre auch zu Beginn des Nationalparks Hohe Tauern ge-

wesen ist, sozusagen von oben her verordnen und Dinge drüberstülpen, die von der Bevölkerung nicht getragen werden.

Der Nationalpark kann sich nur entwickeln, wenn ihn die Bevölkerung mitträgt! Und das ist natürlich mühsam und dauert auch etwas länger: Aber wir sind wirklich bemüht, meine Damen und Herren, hier mit der Bevölkerung, mit der Landwirtschaft, mit den Jägern, mit allen, die davon betroffen sind, immer wieder neue Schritte zu setzen. Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist natürlich auch, dass die Bevölkerung sehen will, dass der Nationalpark ihr auch etwas bringt. Ganz konkret sage ich, es muss daher auch der touristische Nutzen und der touristische Effekt des Nationalparks weiter entwickelt werden und muss für die Bevölkerung auch tatsächlich etwas bringen!

Frau Dr. Reiter! Ich anerkenne sehr Ihren Einsatz für Umwelt, für Natur! Aber ich bitte Sie doch auch, wenn Sie sich hier zu Worte melden, etwas schärfer die Dinge zu sehen und etwas klarer zu differenzieren. Zum Ersten darf ich einmal sagen: Nach vielen, vielen Jahren ist es mir für das heurige Jahr gelungen, den Beitrag des Landes Salzburgs für den Nationalpark um S 2 Mio. zu erhöhen. Wir werden nächstes Jahr keine Erhöhung vornehmen können, Sie kennen die budgetäre Situation des Landes. Aber nach vielen, vielen Jahren sind S 2 Mio. zur Verfügung.

Zum Teil natürlich auch für Grundlagenforschung, die wir brauchen. Das ist überhaupt keine Frage und ich darf bei dieser Gelegenheit gleich sagen, dass selbstverständlich, Herr Abg. Zehentner, das Projekt Anpachtung Nationalpark und, es ist ja nicht so, dass dort keine Jagd stattfindet, sondern es wird eine nationalparkgerechte Jagd durchgeführt, und das wird in den nächsten neun Jahren durch ein Forschungsprojekt begleitet, damit wir nach neun Jahren auch tatsächlich sagen können, ob das, was wir als nationalparkgerechte Jagd gemacht haben, auch tatsächlich richtig gewesen ist und ob es das gebracht hat, was wir eigentlich wollten und welche Auswirkungen es generell auf die Jagd und auf die umliegenden Jagden hat. Das ist einmal das Eine. Hier wird ein Forschungsprojekt diese nationalparkgerechte Jagd begleiten und wir werden dann die Ergebnisse selbstverständlich nach neun Jahren haben und vorlegen.

Zum Zweiten: Es ist nicht richtig, Frau Dr. Reiter, dass seitens des Bundesministeriums gesagt wird: „Wenn wir nicht die internationale Anerkennung haben, dann wird es keine Mittel des Bundes geben." Zum einen darf ich Ihnen sagen, dass wir selbstverständlich die Bundesmittel auch wieder für das nächste Jahr gesichert haben und dass wir aber auch, da haben Sie Recht, vonseiten des Bundes her den Wunsch immer wieder deponiert bekommen, weitere Schritte in Richtung Internationalisierung des Nationalparks zu setzen. Aber es ist keine Koppelung und kein Junktim damit da, dass es heißt: „Ja wenn ihr nicht bis

dorthin die internationale Anerkennung erreicht, dann bekommt ihr die Mittel des Bundes nicht." Sie sind für nächstes Jahr gesichert und ich bin auch überzeugt, dass sie in den nächsten Jahren gesichert sein werden.

Was tun wir jetzt im Moment und ich glaube, dass das ganz wichtig ist. Wir reden immer über die internationale Anerkennung, wir reden immer davon, was ist notwendig für die internationale Anerkennung und haben bis heute keinen Status quo: „Wie weit sind wir denn eigentlich schon auf dem Weg zu einer möglichen späteren internationalen Anerkennung?" Und daher wird gerade jetzt erhoben, etwa für die Kernzone, wie viel haben wir schon von diesen 75 %, die jetzt vorgeschrieben sind? Denn erst wenn wir diesen Status haben, dann können wir überlegen, welche weiteren Schritte wir setzen.

Und ich sage Ihnen ganz offen: Ich möchte das Ergebnis nicht vorwegnehmen, weil ich das nicht kann und weil ich das nicht kenne. Aber ich bin überzeugt, dass wir eigentlich schon wesentlich weiter sind, als normalerweise in der Öffentlichkeit gemeint wird. Und daher würde ich Sie sehr bitten, dass wir einmal diese Untersuchung und diese Erhebung des Status quo abwarten und dann die weiteren Schritte überlegen.

Ich bitte Sie auch, nicht davon zu reden, dass wir hier Almen finanzieren. Oder die Errichtung von Almhütten etc. Was wir finanzieren, Frau Dr. Reiter, und ich glaube, das ist auch richtig und dazu bekenne ich mich, ist, dass solche Almhütten und andere Gebäude, die für den landwirtschaftlichen Betrieb notwendig sind, nationalparkgerecht und nationalparkkonform errichtet werden. Dh. wo die Landwirtschaft oder wo der Landwirt meint, er könnte viel besser ein Blechdach auf eine Hütte draufgeben, dort sind wir der Meinung, sollte im Nationalpark entsprechend natürlich ein Schindeldach draufkommen. Das kommt ihm aber wesentlich teurer. Und das unterstützen wir und das fördern wir aus Nationalparkmitteln. Ich glaube, dass das auch richtig ist. Und daher glaube ich nicht, dass man davon reden kann, dass wir eine Intensivierung der Almwirtschaft fördern und unterstützen, sondern wir unterstützen und Sie können sicher sein, dass das Nationalparkkuratorium sehr genau darauf schaut, welche Maßnahmen unterstützt und gefördert werden, dass es wirklich nur solche sind, die im Interesse und im Einklang mit der Weiterentwicklung des Nationalparks stehen. Eingereicht werden viele Projekte. Aber unterstützt werden wahrlich nicht alle, weil sie eben nicht alle im Interesse des Nationalparks sind!

Und so meine ich, sollten wir diesen Weg weitergehen, meine Damen und Herren! Es darf beim Nationalpark keinen Stillstand geben. Das ist überhaupt keine Frage. Stillstand würde Rückschritt bedeuten. Aber wir müssen immer schauen, dass wir die Schritte, die wir in Richtung Ökologisierung setzen, im Einvernehmen und im Einklang mit der betroffenen Bevölkerung setzen. Und ich kann Ihnen sagen, die Bereitschaft der Bevölkerung, wenn

man mit ihnen ausführlich über diese Dinge diskutiert, ist sehr groß, auch mitzugehen, bei weiteren Schritten.

Wir müssen aber auf der anderen Seite auch alles tun, und da sind wir dabei, wenn ich jetzt nur das Stichwort Nationalparkzentrum erwähnen darf. Wir sind auch dabei, für den Nationalpark und die Bevölkerung, die in diesem Bereich wohnt, auch dafür zu sorgen, dass der wirtschaftliche Nutzen, dass der touristische Nutzen nicht außer Acht gelassen wird.

Wenn wir beide Schienen gehen und wenn wir sie gemeinsam mit der Bevölkerung gehen, dann bin ich überzeugt, dass sich unser Nationalpark in die richtige Richtung weiterentwickeln wird. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke. Frau Dr. Reiter!

Abg. Dr. Reiter: Meine Damen und Herren! Herr Landeshauptmann!

Wir stehen alle hier mit den gleichen Intentionen. Wir stehen alle hier mit dem Bekenntnis zu diesem Nationalpark und seiner Bedeutung. Und deshalb habe ich es weder im Ausschuss verstanden, dass dieses Bekenntnis nicht beschlossen wurde, noch verstehe ich es jetzt, warum man unserem Antrag hier nicht nähertreten kann.

Wenn Sie sich noch einmal durchlesen, was wir fordern: Ein Bekenntnis zur internationalen Anerkennung des Nationalparks Hohe Tauern Kernzone. Wobei das eben untersucht wird, dankenswerterweise, was hier überhaupt noch fehlt. Und genauso wie Ihnen geht es mir: Ich bin der Überzeugung, dass das nur mehr Kleinigkeiten sind. Dass das marginale Schritte sind, was die internationale Anerkennung dieser Kernzone derzeit noch verhindert.

Es ist nichts in diesem Antrag drinnen, wann das zu geschehen hat, ob heuer oder ob die entsprechenden Voraussetzungen in zwei, drei oder vier Jahren erreicht sein werden. Ganz bewusst ist das dort nicht drinnen. Aber ich glaube, dass wir uns doch alle einig sind und ich erkenne das auch aus den Wortmeldungen, dass diese internationale Anerkennung anzustreben ist. Es ist, glaube ich, nicht so, dass die internationalen Richtlinien sich ändern werden. Es gibt auch in Mitteleuropa und gerade in unserer Nachbarschaft einen Nationalpark internationaler Anerkennung, wie Berchtesgaden zB., dh. es ist also auch in dem dicht bevölkerten Mitteleuropa schon möglich gewesen, diese Anerkennung zu erreichen. Und darum bin ich der festen Überzeugung, dass es zumindest für den Kernbereich in einer sehr nahen Zukunft erreichbar ist. Und zwar ohne über Grundbesitzer hinwegzufahren, ohne hier Maßnahmen zu setzen, die also die Bevölkerung völlig verschrecken. Sondern diese Maßnahme dient dazu, dass es nicht eines Tages es heißt, wir haben hier eine Mogelpackung Nationalpark. Und das glaube ich, wäre schlicht und einfach fatal.

Deshalb bitte ich Sie doch, sich alle zu dieser Entwicklung zu bekennen. Es steht nichts drinnen, wie lange sie dauern wird. Ich hoffe natürlich und ich glaube auch mit Ihnen, dass es früher sein wird und nicht später, sich zu dieser Entwicklung zu bekennen für die Kernzone, wo nach den Daten, die mir vorliegen und den Unterlagen, die mir vorliegen, wir schon sehr weit und nahe diesem Ziel sind. Und darum bitte ich Sie, diesem Entschließungsantrag der Grünen näher zu treten!

Präsident Dr. Schreiner: Danke. Nun liegen keine weiteren Wortmeldungen mehr vor. Wir kommen zur Abstimmung.

Wir stimmen zunächst über den Entschließungsantrag der Grünen ab: Wer diesem Entschließungsantrag seine Zustimmung geben will, den bitte ich um ein Handzeichen. Das sind Freiheitliche und Grüne. Gegenprobe. Mit den Stimmen von ÖVP und SPÖ abgelehnt.

Wir kommen nun zum Hauptantrag, der im Ausschuss einstimmig verabschiedet wurde. Wer dem Hauptantrag seine Zustimmung gibt, den bitte ich um ein Handzeichen. Danke. Die Gegenprobe. Einstimmig angenommen. Wir kommen zu

 

Punkt 4.14: Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zum Antrag der Abg. Dr. Schnell, Naderer und Dr. Schöppl betreffend eine Novellierung des Raumordnungsgesetzes – Nr. 156 der Beilagen

Debatte angemeldet von FPÖ und Grünen. Wem darf ich das Wort erteilen? Herr Klubobmann Dr. Schnell!

Abg. Dr. Schnell: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus!

Ich melde mich deswegen zu Wort, weil im Protokoll bezüglich dieses Berichtes vermerkt wird, Herr Präsident, dass Sie damals für die Auflösung des Planungsfachbeirates waren und ich Sie deswegen scharf angegriffen hätte.

Ich darf daran erinnern, dass ich als Ressortchef mit der Abteilung 7 dafür eingetreten bin, den Planungsfachbeirat zu reduzieren. Diesem Begehren wurde ja damals von der Regie-

rung, und zwar von den anderen zwei Parteien, die in der Regierung vertreten waren, nicht beigepflichtet. Nur zur Richtigstellung auch und zur Erinnerung dessen, was in der Politik Wahrheit und Geschehnisse sind!

Ich möchte aber eines dazu schon noch vermerken. Dass der Planungsfachbeirat obsolet ist, hat gerade die Diskussion, die jetzt geführt wird um die HL-AG eigentlich gezeigt. Offensichtlich sitzen da Vertreter von Institutionen und vom Planungsfachbeirat, die nicht hingehören. Aber auf jeden Fall hätte die ÖBB dort Platz nehmen sollen. Was mich völlig befremdet, ist, dass ich auch damals als zuständiger Landesrat niemals darüber aufgeklärt wurde, dass es überhaupt eine Neutrassierung geben soll, wo die Trasse führen soll. Damit hätten nämlich damals die Gemeinden bei der Erstellung des REK und der Flächenwidmungspläne darauf Bezug nehmen und dementsprechend vorausdenken und vorausplanen können. Und damit hat sich der Planungsfachbeirat selbst ad absurdum geführt. Danke. (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Herr Abg. Neureiter!

Abg. Mag. Neureiter: Hohes Haus! Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Ich bedanke mich beim Kollegen Dr. Schnell ausdrücklich dafür, dass er bestätigt hat, was hier im Bericht auch festgehalten ist, dass wir mit Genugtuung festhalten konnten, dass ein alter Wunsch von uns jetzt durch einen Meinungsumschwung der FPÖ auch mehrheitsfähig geworden ist.

Wir stellen allerdings auch fest, dass im Bericht nicht mit der notwendigen Deutlichkeit enthalten ist, dass dieser Meinungsumschwung auch bei den Sozialdemokraten Platz gefunden hat. Herzlichen Dank allen! (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Keine weiteren Wortmeldungen? Frau Dr. Reiter!

Abg. Dr. Reiter: Wir sind auch der Meinung, dass die derzeitige Zusammensetzung und Arbeit des Planungsfachbeirates ungenügend ist und unzureichend ist und in keiner Art und Weise befriedigend.

Es wurde von uns deshalb im Ausschuss der Antrag eingebracht, zu überlegen, wie dieses Gremium verbessert werden könnte, zu einem wirklichen Expertengremium, was in Sachen Raumordnung in Salzburg vielleicht wirklich auch eine Ordnung herstellen kann oder zumindest zu einer erweiterten Bewusstseinsbildung und Problemdebatte etwas beitragen kann.

Diesem Antrag wurde dort nicht nähergetreten, was ich schade finde. Ich glaube, die Raumordnung hätte es nötig, dass man sich überlegt, wie ein Gremium ausschauen könnte von unabhängigen Experten, das den Planungsablauf wesentlich verbessert, beschleunigt, transparenter macht.

Vielleicht kommt jetzt in der Enquete und in der Diskussion um die Vertragsraumordnung hier einiges in Gang und können Überlegungen in diese Richtung dann doch auch noch stattfinden und wir kommen nicht nur zu einem Nullgremium, sondern vielleicht in der Folge zu einem verbesserten Gremium. Das wäre unser Wunsch. Danke!

Präsident Dr. Schreiner: Weitere Wortmeldungen liegen jetzt nicht vor. Wir kommen damit zur Abstimmung. Dieser Antrag wurde im Ausschuss einstimmig verabschiedet. Wer mit dem Antrag einverstanden ist, den bitte ich um ein Handzeichen. Danke. Die Gegenprobe. Ich stelle die einstimmige Annahme fest.

Wir kommen zu

 

Punkt 4.15: Bericht des Ausschusses für Raumordnung, Umweltschutz und Verkehr zum Antrag der Abg. Schwaighofer und Dr. Reiter betreffend die von der EU verlangten Nachnominierungen von Natura 2000 – Nr. 157 der Beilagen

Ein Entschließungsantrag der Grünen. Besteht eine Wortmeldung? Sonst verlese ich kurz den Entschließungsantrag. Gut. Der Punkt 3 soll geändert werden: Dem Landtag bis zum 10. Dezember dJ darüber zu berichten. Wir kommen damit zur Abstimmung. Wir stimmen zunächst über den Abänderungsantrag, den Entschließungsantrag der Grünen ab. Wer mit dem Antrag der Grünen einverstanden ist, bitte ein Handzeichen. Eine Wortmeldung? Bitte die Wortmeldung immer deutlich zu geben, sonst hemmt das den Geschäftsgang. Bitte, Frau Dr. Reiter!

Abg. Dr. Reiter: Wenn man sich mit Naturthemen derartig stresst – nun, bevor ich den Überblick verliere, möchte ich mich dafür entschuldigen.

Die Angelegenheit der Natura 2000-Gebiete wurde sehr eingehend debattiert. Es ist so, dass das ein Projekt darstellt innerhalb von Europa, das sehr, sehr ehrgeizig Artenschutz in ganz Europa betreiben will und der Schutz von wichtigen Lebensräumen. Dh. Lebensräume und Arten in ganz Europa sollten miteinander verknüpft werden, sodass ein Überleben

der einzelnen Arten und auch ein Bestand der entsprechenden Lebensräume gesichert wird.

Man muss sich vorstellen, wie schwierig das ist. Dh. es müssen von den einzelnen Ländern Gebiete nominiert werden, für die es bestimmte Kriterien gibt. Das fließt wieder zusammen auf Europaebene. Dort wird geprüft, ob damit ein Bestand gesichert werden kann, mit dem, was derzeit nominiert wird, ob die Kriterien erfüllt sind und dann geht es wieder zurück sozusagen in die Länder, zu sagen, das ist unzureichend, das entspricht den Kriterien nicht, oder wir brauchen noch zusätzliche Nominierungen.

Das ist also ein äußerst schwieriges, auch schwierig zu koordinierendes Projekt. Aber ein sehr ehrgeiziges und notwendiges Projekt. Naturschutz ist nun einmal nicht eine Sache, die sich auf ein Land beschränkt, sondern die eben viel größere Räume umfasst. Darum glaube ich, ist es unbedingt notwendig, dass wir uns an diesem sehr ehrgeizigen Projekt auch mit allem Ernst beteiligen.

Es hat sich nun herausgestellt, dass es noch Lücken gibt, was die Nominierung betrifft, dass es noch wichtige Lebensräume und Gebiete gibt, auch im Land Salzburg, die noch nominiert werden müssten. Das ist sowohl die Meinung des Naturschutzes, das ist die Meinung des WWF, aber auch des Umweltbundesamtes. Also auch dort wurden diese Gebiete genannt. Das ist eine einhellige Meinung der Fachleute.

Das Problem ist nun, dass die Zeit für diese Nominierungen abläuft. Dh., diese Zeit ist schon dreimal verlängert worden und läuft nun definitiv mit Ende dJ. ab. Dann kommt ein langer Prüfungszeitraum wieder auf der EU, der stattfinden muss. Das ist im Ausschuss vielleicht zu wenig klar und deutlich geworden, dass Ende dJ. eine wirkliche deadline ist und dass die Nominierung noch in diesem Jahr erfolgen muss, weshalb wir eben den Antrag stellen, dass der Bericht, der vom Ausschuss gefordert wird, noch zeitgerecht im Dezember fertig wird, dass in diesem Jahr der Beschluss noch erfolgen kann. Ich bitte Sie, das zu berücksichtigen.

Präsident Dr. Schreiner: Danke. Weitere Wortmeldungen liegen nicht vor. Doch eine Wortmeldung, Herr Landesrat, bitte!

Landesrat Eisl: Geschätzter Herr Präsident! Hohes Haus!

Es ist ja, wie die Frau Abg. Reiter gesagt hat, eingehend im Ausschuss diskutiert worden. Es ist so, dass in der Konferenz, im GAP, festgestellt worden ist, dass im alpinen Raum noch ein gewisser Nominierungs- und Nachnominierungsbedarf besteht, dass auch in

Salzburg eventuell solche Flächen vorhanden sind, die dafür entsprechend dienen könnten. Es gibt mittlerweile eine Arbeitsgruppe, die sich ja damit schon befasst, die intensivst darüber tagt. Aber ich traue mir nicht zu versprechen, dass wir es bis zu diesem Zeitpunkt schaffen können. Wir werden es bis dorthin nicht schaffen können. Wir werden aber zum ehest möglichen Zeitpunkt dem Landtag auch entsprechend berichten. Ich sehe mich aber außerstande, diesen Zeitpunkt, nämlich 10. Dezember dJ., wirklich schaffen zu können.

Wir werden diese Flächen ehest möglich nachnominieren und ich gehe davon aus, dass es auf jeden Fall möglich ist. Wenn sich herausstellt, dass wir solche Flächen haben, dass wir diese auch unterbringen und nachnominieren können.

Präsident Dr. Schreiner: Es liegen keine weiteren Wortmeldungen vor. Wir stimmen nun über den Abänderungsantrag der Grünen ab. Wer dem Abänderungsantrag der Grünen die Zustimmung geben will, ein Handzeichen. Das sind Freiheitliche und Grüne. Gegenprobe. Mit den Stimmen von ÖVP und SPÖ abgelehnt.

Wir stimmen nun über den Hauptantrag ab, der einstimmig im Ausschuss verabschiedet wurde. Wer mit dem Hauptantrag einverstanden ist, den bitte ich um ein Handzeichen. Danke. Die Gegenprobe. Ich stelle die einstimmige Annahme des Hauptantrages fest.

Wir kommen damit zu

 

Punkt 4.19: Bericht des Ausschusses für Raumordnung, Umweltschutz und Verkehr zum Antrag der Abg. Naderer und Wiedermann betreffend Verkehrsmaßnahmen bei der Anschlussstelle Salzburg West in Wals – Nr. 161 der Beilagen

Debatte wurde von der FPÖ angemeldet. Wem darf ich das Wort erteilen? Abg. Wiedermann bitte!

Abg. Wiedermann: Geschätzter Herr Präsident! Hohes Haus!

Auch wenn die Abteilung 6 bei der Ausschusssitzung die Meinung vertreten hat, die Errichtung eines Kreisverkehrs im Bereich Salzburg-West, in Edelweiß, sei aus Platzgründen nicht möglich, so bin ich der Meinung, dass die derzeitige Verkehrslösung mit dieser Autobahnauffahrt bzw. –abfahrt im Gemeindegebiet Wals eine totale Fehlplanung war und ist.

 

Wenn ich mir Kreisverkehre im Bundesland Salzburg ansehe, zB. in Saalfelden, oder in anderen Ortsgebieten, wo kaum Platz da war, um einen Kreisverkehr zu errichten, dann sollte es auch in Salzburg-West, wo links von der Stadt kommend in Richtung Grenze zur Autobahn gesehen, ausreichend Platz ist und zwar nur Grünfläche ist, dass man dort Verkehrsmaßnahmen, Verkehrslösungen finden kann, die auch für die Zukunft des Verkehrs ausreichend sein können.

Dort, wie die Fachexperten der Abteilung 6/2 gemeint haben, man müsste einige Häuser ablösen, um einen Kreisverkehr errichten zu können, bin ich anderer Meinung, auch wenn ich nicht Experte oder Sachverständiger bin. Das Ersuchen an die Gemeinde Wals-Siezenheim bzw. an den Bürgermeister, ein Verkehrskonzept zu erstellen, mag wohl richtig sein. Dieses Thema wurde in der Gemeinde mehrmals diskutiert und von der ÖVP-Mehrheit in der Gemeinde immer damit argumentiert, das sei nicht Sache der Gemeinde, sondern das sei Sache der Bundesstraßenverwaltung. Also ist dieses Ansinnen, glaube ich, nach derzeitigem Stand wohl eher hinfällig.

Die Zufahrt in das Gewerbegebiet und zwar wenn man vom Walserberg Richtung Himmelreich, sprich Stadtgebiet fährt, nach links, wurde nachträglich durch Aufstellen von Betonpollern verhindert. Dies führt nicht nur zu täglichen Gefahrensituationen und zahlreichen, zum Teil schweren Verkehrsunfällen, sondern hat auch Wirtschaftsbetriebe, die dort angesiedelt sind, zu erheblichen Schwierigkeiten gebracht, wobei es sogar soweit gekommen ist, dass einer dieser Betriebe mit mehreren Bediensteten und Angestellten abgesiedelt wurde, weil keine Zufahrt mehr vorhanden ist.

Ich nehme aber selbstverständlich den Bericht zur Kenntnis, weise aber noch einmal darauf hin, dass die derzeitige Verkehrslösung eine absolute Fehlplanung ist. (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Herr Abg. Saliger bitte!

Abg. Saliger: Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Ich habe Dir jetzt sehr aufmerksam zugehört, Kollege Wiedermann, die Frage einer Fehlplanung hast Du hier angesprochen. Soweit ich weiß, geht sie auf Landesrat Winkler zurück, weil das ein Versprechen von Landesrat Winkler gewesen ist im Zusammenhang mit einer weiteren Pausenmaßnahme im Bereich Himmelreich und ich glaube, dass die Entlastung, die in diesem Bereich stattgefunden hat, die wesentliche Entlastung für die Bürgerinnen und Bürger dort ist.

 

Ich möchte an dieser Stelle auch sagen, dass die Frau Landesrätin Burgstaller in der Debatte darauf hingewiesen hat, welche Maßnahmen jetzt erst kürzlich in diesem Bereich gefasst worden sind, die durchaus positive Auswirkungen auf diesen Raum haben. Und die Debatte, die in der Gemeinde Wals-Siezenheim stattgefunden hat, war eine sehr intensive darüber. Die Gemeinde ist sich auch dessen bewusst, welche Probleme damit weiter entstanden sind. Ich glaube, man sollte es in dieser Form zur Kenntnis nehmen und nach Möglichkeiten in anderen Bereichen suchen, wie die Zufahrten zu den Firmen vielleicht besser gelöst werden könnten.

Das ist allerdings nicht die Aufgabe, glaube ich, des Hauses hier. Sondern wir sollten das den Fachexperten in diesem Bereich überlassen, die Bitte dazu äußern und entsprechende Vorgangsweisen finden. Ich glaube, dass es nicht angebracht ist, jetzt hier politische Diskussion darüber zu führen und von Fehlplanung zu reden, weil seinerzeit Landesrat Winkler sich sicher etwas dabei überlegt hatte und die Vorgangsweise zum Zeitpunkt für mein Dafürhalten eine vernünftige ist.

Wir sollten vielleicht noch etwas deutlicher darstellen, dass die Linksabbieger in diesem Bereich nicht gewünscht sind. Es sollte früher informiert werden, sodass es gar nicht dazu kommt, dass Autofahrer dann plötzlich vor der Situation stehen, in diesem Bereich links abbiegen zu wollen, wenn sie auf die Autobahn fahren wollen. Also das sollte man, glaube ich, berücksichtigen. Und ich denke und ich lade dazu herzlich ein, dass wir alle, die sich mit den Verkehren im Land Salzburg auseinandersetzen, dass wir alle aufgerufen sind, die Themen gemeinsam zu besprechen. Ich darf hier ankündigen, dass Kollege Holztrattner und ich eine entsprechende Initiative dazu haben. Wir laden recht herzlich alle übrigen im Hause vertretenen Parteien zu einer derartigen Debatte ein. Ich glaube, dass es nicht gut ist, sich über die Zeitungen die Dinge auszurichten, sondern dass es klüger ist, auf dieser Basis hier gemeinsam miteinander zu arbeiten und daher nehmen wir diesen Bericht zur Kenntnis. (Beifall der ÖVP- und SPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: So. Weitere Wortmeldungen liegen nicht vor. Wir kommen damit zur Abstimmung über diesen Bericht, der im Ausschuss einstimmig verabschiedet wurde. Wer damit einverstanden ist, den bitte ich um ein Handzeichen. Danke. Die Gegenprobe. Die einstimmige Kenntnisnahme ist erfolgt. Wir kommen damit zu

 

 

Punkt 4.20: Bericht des Ausschusses für Raumordnung, Umweltschutz und Verkehr zum Antrag der Abg. Wiedermann und Naderer betreffend die Errichtung von Autobahnanschlüssen auf die A 1 – Nr. 162 der Beilagen

Von den Freiheitlichen ist die Debatte gewünscht. Keine Wortmeldung, oder? Damit kommen wir zur Abstimmung. Wer diesem, im Ausschuss einstimmig gefassten Beschluss beitreten will, bitte um ein Handzeichen. Danke. Gegenprobe. Einstimmig erledigt.

Wir kommen damit zum

 

Punkt 4.21: Bericht des Ausschusses für Raumordnung, Umweltschutz und Verkehr zum Antrag der Abg. Schwaighofer und Dr. Reiter betreffend eine Novellierung des Baurechts für behindertengerechtes Bauen – Nr. 163 der Beilagen

Wortmeldung? Herr Schwaighofer!

Abg. Schwaighofer: Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen!

Die Novellierung des Baurechtes im Hinblick auf behindertengerechte Ausstattung, respektive dorthin, dass wir zu barrierefreiem Bauen kommen, hat gemündet in einem Antrag, der die ÖNORMEN B1600 und 1601 überprüfen soll und der erarbeiten soll, wie weit diese beiden Normen, die sich auf barrierefreies Bauen beziehen, in das Bautechnikgesetz übernommen werden können.

Ich möchte nur noch einmal daran erinnern, dass im Ausschuss eigentlich allen klar war oder weitgehend klar war, dass das nur ein erster Schritt sein kann in eine Richtung, nämlich Diskriminierungen für alte und behinderte Menschen Zug um Zug aus der Welt zu schaffen. Dh. dieser erste Schritt, der mit diesem Beschluss getan wird, dem müssen weitere Schritte folgen und dem muss auch eine deutliche Ausweitung in verschiedenen Bereichen folgen.

Im Salzburger Bautechnikgesetz, geht es in der derzeitigen Formulierung nur um gehbehinderte Menschen. Wir haben aber im Ausschuss einhellig festgestellt, dass es natürlich auch darum geht, Barrieren zu entfernen für Menschen mit anderen Behinderungen, wie ebenso auch für alte Mitmenschen. Dh. in Zukunft wird das Augenmerk sehr stark auf den Begriff barrierefreies Bauen für Behinderte und Alte zu lenken sein.

 

Ein zweiter Aspekt, der sicher auch noch verstärkt zu verfolgen sein wird, ist der, dass wir über diese ÖNORMEN österreichweit einheitliche Regelungen für alte und behinderte Menschen Zug um Zug erreichen sollten.

Ein dritter Aspekt ist der, dass das bisherige Bautechnikgesetz in dieser Hinsicht, in ihren Beschreibungen für Maßnahmen für gehbehinderte Menschen nur öffentliche Bauten umfasst. Wichtig wird in Zukunft sein, das ist teilweise schon geschehen, aber das muss erweitert werden, dieses auf Wohnungen, auf Heime auszuweiten und vor allem auch auf zugehörige bauliche Anlagen, wie es zB. im oberösterreichischen Gesetz vorgesehen ist. Dh. eine Änderung von „Bauten" in „bauliche Anlagen".

Insgesamt glauben wir, dass dieser heutige Beschluss ein wichtiger Schritt, ein wichtiger erster Schritt allerdings nur ist auf dem Weg zum Abbau von Diskriminierungen von alten und behinderten Menschen.

Präsident Dr. Schreiner: Danke. Weitere Wortmeldungen liegen nicht vor. Der Antrag wurde im Ausschuss einstimmig verabschiedet. Wer mit dem Antrag einverstanden ist, den bitte ich um ein Handzeichen. Danke. Die Gegenprobe. Einstimmige Annahme.

Wir kommen damit zu

 

Punkt 4.22: Bericht des Ausschusses für Raumordnung, Umweltschutz und Verkehr zum Antrag der Abg. Mag. Thaler, Mag. Strebl und Bommer betreffend die Inbetriebnahme des Atomkraftwerkes Temelin – Nr. 164 der Beilagen

Die Grünen haben sich zu Wort gemeldet. Frau Dr. Reiter!

Abg. Dr. Reiter: Wir sind der Überzeugung, dass es wichtig ist, gegen Atomkraftwerke, insbesondere Temelin anzukämpfen, auch hier vom Landtag aus, wenngleich die Möglichkeiten nur beschränkt sind.

Wir glauben aber auch, dass es wichtig ist, im Land Salzburg selbst Maßnahmen zu setzen, um gegen Atomstrom vorzugehen und zwar auf ökonomischer Basis auch Maßnahmen zu setzen.

Es wurde daher auch von uns der Antrag eingebracht, die Möglichkeiten zu prüfen, wie Atomstrom im eigenen Land verhindert, erschwert werden könnte bzw. über Lieferverträge vom heimischen Markt auszuschließen ist. Dieser Prüfungsantrag wurde, Gott sei

Dank, akzeptiert, wenngleich auch mit großer Skepsis. Und deshalb möchte ich auch noch einmal kurz gegen diese Skepsis sprechen.

Es stimmt schon, dass der Strom kein Mascherl hat. Das ist mir auch bewusst. Ich bin Naturwissenschaftlerin und habe zwar nur rudimentäre, aber doch gewisse Physikkenntnisse. Das ist schon richtig, dass sich das wie ein großer See darstellt, in dem eben der Strom sozusagen schwimmt, das Wasser darstellt und ich, wenn ich da was rausnehme, nicht feststellen kann, wo dieser Strom jetzt herkommt, und der also kein Atomstrommascherl hat. Ich kann aber natürlich sehr wohl feststellen, wo was und in welcher Menge in diesen See hineinfließt!

Es ist mit der Liberalisierung des Strommarktes, obgleich in Österreich noch nicht sehr weit fortgeschritten, bereits eine Vervierfachung des Imports von Atomstrom in Österreich eingetreten. Es wird notwendig sein, wenn wir unsere Wasserkraft behalten wollen, konkurrenzfähig machen wollen, wenn wir unsere EVU‘s konkurrenzfähig erhalten wollen, notwendig sein, sich Maßnahmen zu überlegen, wie man gegen die Dumpingpreise der Atomstromlobby vorgeht. Es ist so, dass viele dieser Preise eben erzielt werden durch nicht EU-konforme Stützungsmaßnahmen einer französischen Regierung, was ihre Stromwirtschaft betrifft.

Ich bin der Überzeugung, dass es hier Möglichkeiten gibt, ökonomisch Atomstrom zu benachteiligen, nicht mehr so interessant zu machen, dann ist es für Ostkraftwerke natürlich bei weitem nicht mehr so interessant, mit diesem Atomstrom auch auf den europäischen Markt zu drängen. Ich glaube, dass das für das Land Salzburg eine sehr wichtige Prüfung ist und dass man sie nicht unbedingt mit so viel Skepsis begleiten sollte, sondern dass man darauf achten sollte, dass möglichst kreative Fachleute aus Wirtschaft und der Rechtsprechung hier sich dieses Themas annehmen und versuchen, hier Wege zu gehen, die Salzburg atomstromfrei machen. Danke.

Präsident Dr. Schreiner: Weitere Wortmeldungen liegen nicht vor. Wir kommen damit zur Abstimmung des Antrages, der im Ausschuss einstimmig verabschiedet wurde. Wer mit dem Antrag einverstanden ist, den bitte ich um ein Handzeichen. Danke. Die Gegenprobe. Die einstimmige Annahme ist erfolgt.

Wir kommen nun zu

 

 

Punkt 4.23: Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zum Antrag der Abg. Naderer, Dr. Wagner-Schöppl und Dr. Schöppl betreffend die Novellierung des Salzburger Tierschutzgesetzes 1999 – Nr. 165 der Beilagen

Herr Abg. Naderer bitte!

Abg. Naderer: Sehr geehrter Herr Präsident! Verehrte nunmehr 5/7-Regierung! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen des Hohen Hauses!

An den Eingängen vieler öffentlicher Ämter und Dienststellen hängen Plakate. Plakate mit der Aufschrift: „Wer wegschaut, macht sich mitschuldig!" Thema dieser Plakate ist allerdings der Kindesmissbrauch. Aber auch hier handelt es sich um missbrauchte Geschöpfe, die nicht in der Lage sind, sich selbst zu helfen. Sie sind auf die Courage der Menschen und der Mitbürger angewiesen.

Ebenso wehrlos sind uns oft andere Lebewesen ausgeliefert. Geschöpfe, die atmen, die spüren können, die sensible Sinne haben, etwa die Nase des Hundes, die Augen der Katzen oder zB. das hoch komplizierte Navigationssystem der Fledermäuse. Tiere, Geschöpfe. Geschöpfe, die Zuneigung und Abwehr zeigen können. Geschöpfe, die uns oft hilfreich sind, hilfreich freilich auch als Nahrung. Unbestritten müssen Tiere aus diesem Grund oft getötet werden.

Der Mensch sollte sich aber seiner Vormachtstellung in der Natur bewusst sein und sie nicht missbrauchen, einfach zum Spaß zu töten. Zum Spaß, zur Unterhaltung, zu künstlerischen, zu sportlichen Zwecken, also aus Lust zu töten. Es muss seitens des Landesgesetzgebers klar entgegengewirkt und untersagt werden. Deshalb haben wir uns entschlossen, den bekannten Antrag, der jetzt zur Verhandlung steht, nämlich im § 4 des Salzburger Tierschutzgesetzes, nach dem ersten Satz einzufügen: „Das Töten von Tieren zu künstlerischen, sportlichen und Unterhaltungszwecken stellt jedenfalls keinen vernünftigen Grund dar und ist somit verboten."

Jedes Verbrechen und auch natürlich jede Tierquälerei findet zuerst im Kopf des Täters, der Täterin statt. In einem solchen geistigen Verständnis eigentlich, fand sechs Tage lang im niederösterreichischen Prinzendorf eine Blutorgie statt. Eine Blutorgie! Der Name allein ist schon bezeichnend!

Eine Blutorgie, die viele Tiere mit dem Tod zu bezahlen hatten. Einem sinnlosen Tod. Um zu verdeutlichen, was sich im August 1998 im Weinviertel abgespielt hat, gibt es folgenden Bericht, den ich hier nur auszugsweise zitiere des Dr. Bernd Habertizl über seine

Wahrnehmungen anlässlich des Orgien-Mysterien-Theaters des Nitsch in Prinzendorf an der Zaya, das er im Auftrag des Vereines „Internationaler Bund" als Tierversuchsgegner besucht hat.

Erster Tag. Montag. 3. August 1998: Um 5.30 Uhr wird ein Stier mit einem Lebendtiertransporter der Fleischerei Zuber, Willersdorf, gebracht. Der Stier hat eine Augenklappe auf, sodass er nichts sieht. Er ist locker angebunden und ich bemerke, dass er eine blutige Schnauze hat. Von Zeit zu Zeit bekommt der Stier panische Anfälle und schlägt fest und sehr laut hörbar gegen die Seiten- und gegen die vordere Stirnwand, die er nicht sehen kann. Der Lkw fährt durch die Gebäudeeinfahrt in den Schlosshof an die gegenüberliegende Stirnseite, wo der Stier auf folgende Weise entladen wird:

Ein Mann schlingt dem Stier eine Art Lassoschlinge um die Hörner und windet das andere Ende um einen Pflock oder um einen, am Boden hinter dem Lkw eingelassenen Ring, sodass sehr wohl ein Verkürzen des Seiles durch Zug aber kein Zurückweichen des Tieres möglich ist. Dann wird der Stier losgebunden und durch Ziehen und Schieben wird er an den Rand des Lkw-Laderaums gebracht. Da er eine Augenklappe auf hat, kann er die schräge Laderampe nicht sehen. Da er sich weigert, weiter zu gehen, wird er mit einem Holzstock geschlagen. Als er dem Ziehen und Schieben und den Schlägen nicht mehr standhält, muss er glauben, ins Leere zu treten. Er macht einen gewaltigen Satz und stürzt über die für ihn unsichtbare schräge Laderampe und landet auf den Knien seiner Vorderbeine auf der Erde.

Der Stier sprang immer noch mit der Augenklappe panisch in kurzen Sätzen hin und her. Der Schlachter versuchte, in den nur einige Sekunden dauernden Pausen, den Polzenschussapparat anzusetzen, wozu er die Augenklappe etwas herunterschieben musste, um die Stirn freizulegen. Wegen der immer wieder einsetzenden Bewegung des Stiers wiederholte sich das vier- oder fünfmal. Dann gelang der Schuss und der Stier fiel.

Dann wurde der Stier längsseits aufgeschnitten und ausgeweidet. Anschließend begannen die Aktionen der Akteure. Innereien wurden in den Stier hineingepresst und ständig von unten in Bewegung gehalten. Von oben wurde abwechselnd Blut und Wasser hinzugegossen. Auf Barren liegende nackte Männer und Frauen wurden darunter gelegt. Das Gemisch aus Blut, Wasser und Innereien ergoss sich über sie. Daneben wurden an Kreuzen festgebundene nackte männliche und weibliche Akteure herangetragen und abgestellt. Ihnen wurde wiederholt Blut in den Mund gegossen.

 

Ich höre ein Gespräch des Herrn Nitsch mit anderen Herren. Es herrscht noch Unklarheit über die Entsorgung, da ein menschlicher Verzehr nicht mehr infrage kam und weil der Stier den ganzen Tag der Sommerhitze (zirka 30° C) ausgesetzt war.

Während des Tages wurden von einem Kühl-Lkw des Schlachthofes Wiefler in St. Margarethen geschlachtete Schweine samt abgesonderten Innereien angeliefert. Wieder wurden nackte Männer und Frauen an Kreuzen davorgestellt und gelegt. Den Stehenden wurde wieder Blut in den Mund gegossen, das den Körper entlang der Erde rann.

Zweiter Tag. Dienstag. 4. August 1998: Auch Schafe finden Verwendung. Im Bad des Schlosses an der Nordseite befindet sich eine Umzäunung mit Schafen und Stallungen. Es wird der Verdacht ausgesprochen, dass im Laufe der Woche mehrere Schafe dort vorschriftswidrig, vielleicht durch Schächtung geschlachtet wurden. Der blutige abgehäutete Kopf eines hängenden Schafes wird in die Vagina einer darunterliegenden Frau eingeführt. Ein liegendes Paar simuliert unter einem hängenden Kadaver einen Geschlechtsakt oder führt ihn durch. Von oben wird Blut in den Kadaver gegossen, das sich auf das Paar gießt. Kinder schauen zu. Die Schamhaare der Frau sind wegrasiert.

Dritter Tag. Mittwoch. 5. August 1998: Ich bemerke einen Lebendtiertransporter der Fleischhauerei Zuber vor dem Tor zur Einfahrt in den Schlosshof und will ihn mir von der Nähe anschauen. Der Stier wirkt ruhig, hat aber keine Augenklappe. Kann also sehen und ist nicht angebunden. Er wird an derselben Stelle wie der erste Stier auf die gleiche Weise entladen. Da er aber sehen kann, stürzt er nicht ins Leere, sondern springt letztendlich mit einem Satz über die schräge Laderampe, ohne zu stürzen. Während er durch das Verkürzen des Seils fixiert wird, brüllt er in Todesangst. Der Schlachter setzt den Schussapparat an der Stirn an und will schießen. Der Apparat funktioniert nicht. Der Schlachter entfernt sich einige Meter und wechselt etwas aus. Dann kehrt er zurück, setzt an, schießt, der Stier fällt. Danach die gleichen vorerwähnten Aktionen mit Akteuren.

Donnerstag. 6. August 1998. Es ist der vierte Tag dieser Orgie: Fünf Schweine und ein Schaf werden zu den Aktionen in den Schlosshof gebracht. Zwei davon werden nach den Aktionen wieder in den Schlachthof-Kühl-Lkw verladen. Das ist immer nur auszugsweise.

Fünfter Tag. Freitag. 7. August 1998: Eine Prozession formiert sich und verlässt das Schloss durch den Nordausgang. An der Spitze ein Raupen- und ein Radpanzer. Dann auf Tragen liegende und auf Kreuzen stehende, angebundene nackte Männer und Frauen. Ich bemerke, dass ein Lebendtiertransporter der Fleischhauerei Zuber im südlichen Teil des Schlossparkes neben der Allee im Schatten steht. Ich kann aus einer Entfernung durch eine Seitenöffnung einen sich bewegenden Rinderschwanz erkennen. Dann schreibt er, das ist

eine ganze Seite, dass er erkannt wird als Spion und daraufhin fassen ihn vier Herren an Armen und Beinen und er wird aus dem Schlosshof getragen. Der Herr Dr. Bernd Habertizl.

So seine Wahrnehmungen, hier auszugsweise zitiert. Es ist bei weitem nicht alles und Sie können sich sicher sein, meine geschätzten Damen und Herren des Hohen Hauses, dass ich Ihnen das Gröbste erspart habe!

Es gäbe natürlich auch zu hinterfragen, was ist dort wirklich passiert und was kann jeden Tag hier in Salzburg legal passieren? Wir haben keine gesetzliche Grundlage, dass das jetzt Geschilderte, in groben Zügen Geschilderte, nicht morgen, nicht übermorgen, auch bei uns in Salzburg stattfindet. Ich habe mir auch die Mühe gemacht und diesen Hermann Nitsch etwas hinterleuchtet und ich werde Ihnen eine Kostprobe geben. Ich sage es Ihnen: Es hat mich angeekelt, als ich das in dem Buch lesen musste! Eine einzige Seite zitiere ich hier:

Die Eroberung von Jerusalem: „Christus wird in ein Schlachthaus geführt. Er schlachtet mit Hilfe von Metzgern 20 Rinder. Die Tiere werden ausgeblutet und abgehäutet. Hat Christus einen Stier getötet, legt er sich auf das am Rücken liegende abgehäutete, noch zuckende Tier, saugt am Geschlechtsteil des Stieres und beißt in das Geschlechtsteil des Stieres. Er küsst die Hoden des Stieres, schlägt die Hoden ab, beißt in die Hoden und zerfleischt und zerschneidet sie schreiend mit einem Skalpell. Christus liegt auf dem warmen Bauch des eben geschlachteten Stieres, saugt das Blut von jener Stelle, wo er die Hoden abgetrennt hat.

Hat Christus eine Kuh getötet, legt er sich auf das am Rücken liegende abgehäutete noch zuckende Tier, schlägt das Geschlechtsteil der Kuh und steckt eine Zunge tief hinein. Er saugt an dem Euter der Kuh, quetscht das Euter, beißt in das Euter und krallt seine Fingernägel hinein. Er zerschneidet mit einem Skalpell das prallgefüllte Euter, Milch und Blut spritzt auf den Boden und Christus ins Gesicht. Im aufgeschnittenen Euter der Kuh mischt sich Milch und Blut. Jesus liegt auf dem warmen Bauch der eben geschlachteten Kuh und schleckt das warme Blut- und Milchgemisch von dem zerschnittenen Euter. Christus fährt mit einem Skalpell tief in das Geschlechtsteil der Kuh, zerfleischt das Innere des Geschlechtsteiles, er dringt zu den Gedärmen durch, welche er ebenfalls zerschneidet. Christus trampelt und springt auf dem Bauch der geschlachteten Kuh ekstatisch schreiend herum.

Die 20 abgeschlachteten, abgehäuteten Rinder werden an den Wänden des Schlachthauses wie gekreuzigt befestigt. Unter den meisten Tierkadavern werden breite, mit weißen

Leintüchern überzogene Betten gestellt. Auf manchen Betten liegen weiße Federbetten. In der Mitte des Schlachthauses stehen viele Betten, mit weißen Leintüchern überzogene Betten, so angeordnet, dass sich ein riesiges Bett ergibt. Auf den zusammengestellten Betten liegen ebenfalls weiße Federbetten und Kissen. In das Schlachthaus werden große Mengen rohes Fleisch und Eingeweide gebracht und vor die in der Mitte des Raumes stehenden Bettengruppe auf den Betonboden geworfen. Christus und Akteure beginnen, darauf herumzutrampeln. Beschütten und bespritzen die herumliegenden Gedärme, das rohe Fleisch, den Betonboden, die Wände und sich gegenseitig mit hellrotem, schaumig geschlagenen Blut, mit heißem Wasser und heißem Blutwasser und Eidotter.

Wenn Christus ausrutscht springt Nummer 38 auf ihn, steckt seinen erigierten Penis in die Afteröffnung von Christus und begattet ihn. Andere Akteure spritzen aus Schläuchen Wasser auf die blutüberschütteten Gedärme und auf das blutige rohe Fleisch. Auf den unter den Ochsen stehenden weiß überzogenen Betten liegen Männer und Weiber und begatten sich. Gleichzeitig werden von Metzgern die an der Wand hängenden Ochsen aufgehackt und ausgeweidet. Die blutig feuchten und warmen dunstenden Gedärme der Rinder fallen während des Orgasmus auf die sich Vermischenden. Die Paare balgen sich während des Geschlechtsverkehrs auf den blutfeuchten, warmen, dunstenden Gedärmen. Auf den herabfallenden Eingeweiden, in die aufgehackten Leiber der Ochsen wird aus Kübeln hellrotes, schaumig geschlagenes Blut, heißes Wasser und laues Blutwasser geschüttet. Menstruierende Frauen legen sich unter die geschlachteten Ochsen, weiße Kaninchen werden über den Geschlechtsteilen der Frauen geschlachtet. Die Kaninchen werden ausgeblutet, warmes Blut fließt auf die menstruierenden Geschlechtsteile der Frauen. Die geschlachteten Kaninchen werden ausgeweidet. Blutfeuchte, warmgedunstete Gedärme der Kaninchen fallen auf die menstruierenden Geschlechtsteile der Frauen. Die Frauen drücken und quetschen mit ihren Händen die warmen Gedärme gegen ihr Geschlechtsteil. Sie versuchen, die Gedärme in ihr Geschlechtsteil zu stopfen, krallen ihre Fingernägel in die Haut der Gedärme, bis die Haut der Gedärme platzt und warmer Kot herausquillt.

Die Spielteilnehmer tauchen die Gedärme in Blut, Eidotter, heißes Blutwasser und heißes Wasser, klatschen sie an Wände und auf den Boden, trampeln darauf herum, stoßen mit den Füßen vor sich her und treten sich gegenseitig zu. Sie bewerfen sich damit, die Ochsen und die in der Mitte des Schlachthauses stehende Bettengruppe. 18-jährige, in der Mitte des Schlachthauses stehende Jünglinge, deren Schädel kahl geschoren sind, begatten sich auf der Bettengruppe. Einige Spielteilnehmer, welche die Vorgänge beobachten, onanieren und schmieren sich das fließende Sperma ins Gesicht usw. usw. usw."

 

Und ich erspare Ihnen die weiteren Vorgänge! Das alles hat in einem zivilisierten Land, wie es Österreich ist, vor einem Jahr stattgefunden! ... (Zwischenruf Abg. Mag. Strebl: Das ist ein Text!) ... (Zwischenruf Abg. Schröcker: Lesen lernen!) ...

Dieser Text ist ein Drehbuch. Sie, meine Damen und Herren des Hohen Hauses, wissen nun ansatzweise, was für blasphemische Untriebe sich in Prinzendorf im Jahr 1998 im August ereignet haben. Und dass viele Tiere durch das widerwärtige Spektakel sinnlos hingemordet worden sind! Den Wert der Kunst über den Wert des Lebens zu stellen, des Lebens, welches Geschöpfes auch immer, halten wir für untragbar, für lebensverachtend!

Aber ist es überhaupt eine Kunst? Eine Kunst ist es vielleicht, sich dabei nicht zu übergeben, wenn man solche Sachen nur vorgelesen bekommt oder vorlesen muss. Der Prinzendorfer Pfarrer Franz Engl kann jedenfalls keine Kunst darin erkennen und spricht auch von Gotteslästerung in diesem Zusammenhang.

Jedenfalls wurden all diese Ungeheuerlichkeiten mit Steuergeldern subventioniert. Tierquälerei, Gotteslästerung oder sadomasochistische Umtriebe. Geschätzte Damen und Herren! Lassen Sie so etwas in unserem Bundesland, in unserem schönen Heimatbundesland Salzburg nicht zu. Wir haben es in der Hand, ob sich in Salzburg so etwas wiederholen kann oder nicht. Wir können bei einem positiven Beschluss heute darüber hinaus sicherlich auch noch mehr bewegen, ob so etwas in Salzburg passiert oder nicht. Wir können mit einem positiven Beschluss auch das Meinungsbild bei vielen Bürgerinnen und Bürgern verändern, eine Meinungsbildung herbeiführen. Nicht nur hier in Salzburg in unserem Heimatbundesland. Darüber hinaus in ganz Österreich oder vielleicht sogar in Teilen von Europa.

Sollten wir mit dem positiven Beschluss auch nur ein einziges Tierleid damit verhindern können, glaube ich, hätten wir heute mehr bewegt als bei vielen anderen Sitzungen zusammen. Und denken Sie darüber nach, was ich einleitend gesagt habe: „Wer wegschaut, macht sich schuldig!" (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Nächste Wortmeldung, Frau Dr. Wagner-Schöppl!

Abg. Dr. Wagner-Schöppl: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren!

Wissen Sie, warum ich heute spreche? Ich bin Tierärztin. Ich habe auch an der Novellierung des Tierschutzgesetzes damals mitgearbeitet, aber wir haben leider etwas übersehen. Die Novellierung des Tierschutzgesetzes ist sehr gut und vorbildhaft für Österreich und für

Europa gelungen. Aber leider haben wir etwas Wichtiges übersehen: Ich fühle mich verpflichtet, in meinem Namen und im Namen der Bevölkerung, ich habe in den letzten Wochen und Tagen viele Anrufe bekommen, habe Briefe bekommen: ZB. habe ich auch mit dem Landesjägermeister gesprochen, mit dem Fischermeister. Und alle haben mir bestätigt: So etwas darf es in Salzburg nicht geben!

Es ist abstoßend. Große Teile der Bevölkerung sehen es so. Es ist einfach abstoßend, Tiere für die Kunst oder für den Sport oder für eine Veranstaltung zu töten. Es ist abstoßend und nicht nachvollziehbar. Wissen Sie, was ich in dieser Diskussion ganz eigenartig finde und was ich vermisse? Es kann nicht sein, dass in unserem Land mit anderen Maßstäben gemessen wird. Unsere Bauern haben täglich strengste Auflagen zu erfüllen. Sie müssen hunderttausende Schilling in Schlachtanlagen stecken. Sie sparen sich das von ihrem Mund ab. Das wird nicht mit Förderungen bezahlt. Jeder Bauer muss dafür hart arbeiten und es kann nicht gehen, dass bei der Kunst, wenn dort Tiere geschlachtet oder getötet werden, mit anderen Maßstäben gemessen wird.

Wofür appelliere ich als Vertreterin der Bevölkerung? Wir sind in Salzburg ein Tierschutz-Vorbildland. Europa hat sich an uns ein Beispiel genommen. Wir waren die ersten, die 1995 angefangen haben. Wir haben gegen die internationalen Tiertransporte aktiv gekämpft. Wir haben nicht gejammert, wir haben gehandelt. Wir gemeinsam, über alle Parteien, im Salzburger Landtag, ist es uns gelungen, zuerst Tränkewannen anzuschaffen, dann die erste europaweit zugelassene Tränkestation einzurichten. Wir waren einfach vorbildhaft.

Dann ist es uns gelungen, mit Hilfe von Herrn Landesrat Raus, dass ein Verbot kommt von den Zirkustieren. Und zwar Großkatzen dürfen in einigen Jahren in Salzburg nicht mehr auftreten, weil wir gesehen haben, man kann sie unter tierwürdigen Bedingungen einfach nicht mehr auftreten lassen. Die Tiere kommen dann in Auffanglager, sie werden nicht getötet, sondern sie bekommen das Gnadenbrot. Aber sie brauchen nicht mehr in Käfigen Tag und Nacht durch das Land gefahren werden.

Ich wünsche mir nur eines: Ich wünsche mir Taten und Fakten. Ich bin für die absolute Kunstfreiheit. Doch ich bin auch für das Leben. Ich trete für das Leben ein. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass sich ein Künstler in seiner Freiheit eingeschränkt fühlt, wenn er Tiere nicht mehr töten darf. Ich bitte deshalb, dass ein Gutachten gemacht wird. Und ich stelle somit hier diesen Antrag und ich bitte Sie wirklich noch einmal, jeden einzelnen Abgeordneten, es mit seinem Gewissen zu entscheiden, was gegen diesen Antrag sprechen sollte.

 

Ich beantrage gemäß § 57 Geschäftsordnungsgesetz die Rückverweisung des Gegenstandes an den Ausschuss und die Unterstützungsfrage gemäß § 57 Abs. 3 zu stellen. Ich brauche dazu die Zustimmung von drei anderen Abgeordneten. Ich würde mich sehr freuen, wenn es mehr sind. Es schadet keinem einzigen Künstler, wenn das noch einmal überprüft wird anhand von Verfassungsjuristen, ob wir die Kunstfreiheit, das war das Hauptthema, einschränken, wenn wir verbieten, dass in Zukunft Tiere getötet werden. Vielen Dank. (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke. Bevor ich das Wort weitergebe, ich glaube, es wäre das Einfachste, geschäftsordnungsmäßig, diesen letzten Antrag gleich zu erledigen. Unterstützen drei Abgeordnete? Gut. Dann stimmen wir sofort ab über den Geschäftsordnungsantrag auf Rückverweisung dieses Gegenstandes an den Ausschuss. Wer diesem Antrag zustimmt, den bitte ich um ein Handzeichen. Das ist FPÖ. Gegenprobe. Danke. Damit ist dieser Antrag verworfen.

Wir fahren in der Rednerliste fort. Nächste Wortmeldung Herr Schwaighofer.

Abg. Schwaighofer: Sehr geehrte Frau Dr. Wagner-Schöppl!

Ich glaube, das was Sie mit Ihrem Antrag beabsichtigen, ist in etwa genau das, was wir versucht haben mit unserem Antrag im Ausschuss, dem von den Freiheitlichen dort zugestimmt worden ist, und was wir auch für richtig halten.

Ich komme noch einmal auf unseren Entschließungsantrag vorher zurück. Der ursprüngliche Antrag, der gelautet hätte: „Das Töten von Tieren zu künstlerischen, sportlichen und Unterhaltungszwecken stellt jedenfalls keinen vernünftigen Grund dar." sollte ergänzt werden um das Wort „ausschließlich". Es geht also darum, es darf das Töten von Tieren nicht zu ausschließlich künstlerischen Zwecken geschehen, nicht zu ausschließlich sportlichen und nicht zu ausschließlichen Unterhaltungszwecken, weil, wenn Sie die Ausschussberatungen mitverfolgt haben und das haben Sie ja in stummer Weise, dann haben Sie ja gehört, dass es natürlich nicht darum gehen kann, die Jagd insgesamt infrage zu stellen, die natürlich sportliche Aspekte hat, die Fischerei infrage zu stellen, sondern dass es darum gehen soll, hier zu vermeiden, dass ausschließlich zu Unterhaltungszwecken Tiere zB. getötet werden.

Und ich habe mit Kunstsachverständigen und Künstlern gesprochen, die diese Meinung, die wir in diesem Antrag zum Ausdruck bringen, teilen. U.a. Prof. Weiermeier vom Rupertinum, der sagt: „Mit dieser Formulierung ist die Freiheit der Kunst nicht bedroht und sie drückt in etwa das aus, was ich glaube, was Sie auch wollen."

Aber ich möchte gerne die Gelegenheit hier benützen bei diesem Antrag, doch eine Vorbemerkung dazu zu machen, wie er entstanden ist und wie er behandelt wurde. Ich halte das für unumgänglich für die Darlegung einer demokratiepolitischen Sonderleistung der Österreichischen Volkspartei bzw. auch unseres Herrn Landeshauptmannes.

Und zwar eine Sonderleistung im Hinblick darauf, in welcher Form eine Wählertäuschung par excellence im Ausschuss vorgeführt wurde und auch wie die Mitglieder des Ausschusses nach meinem Empfinden bei diesem Tagesordnungspunkt verhöhnt worden sind.

Was sind die Zutaten zu dieser kurzen Geschichte im Rückblick auf den Ausschuss? Der Salzburger Landtag verfügt seit März dJ. auch über eine „Stimme für die Tiere" in der Person von Frau Dr. Wagner-Schöppl. Diese Aufwertung unseres Hohen Hauses wurde von Landeshauptmann Schausberger im Wahlkampf mit großem Getöse verkündet und entsprechend medial ausgebreitet. Besondere Aufwertung erfuhr diese Stimme für die Tiere in Person von Frau Dr. Wagner-Schöppl durch ihre spätere Ernennung zur Salzburger Tierschutzbeauftragten. Beides ist wohl ohne Zweifel ein Beweis von hoher Kompetenz in Tierschutzfragen.

Was wäre nun die logische Zielsetzung für eine qualitätsvolle Ausschussarbeit zu einem Tierschutzthema, wenn man über derart speziell qualifizierte Mandatare und Beauftragte verfügt? Es wäre wohl so, dass die Stimme für die Tiere im Ausschuss diese erheben sollte, um alle Mitglieder mit ihrem Engagement und mit ihrer Fachkenntnis aufzuklären. Noch dazu, wo die von Landeshauptmann Schausberger in den Landtag geholte Stimme für die Tiere auch Mitantragstellerin ist. Wie würde man üblicherweise hier vorgehen? Man würde den Ausschuss so umbesetzen, was ja laufend in den Ausschussberatungen geschieht bei uns, das erleben wir ja, dass die kompetente Vertreterin in diesem Fall auch im Ausschuss ihren Beitrag leisten kann. Das wäre angesichts der Ankündigungen und dessen, was wir über Frau Wagner-Schöppl und ihr Engagement gehört haben, wohl selbstverständlich!

Zwischenbemerkung dazu: Ich teile die Meinung von Frau Wagner-Schöppl in Dingen, die sich mit Kunst beschäftigen, in weiten Teilen nicht. Aber trotzdem hätte mich sehr interessiert, ihre Meinung als Tierschutzbeauftragte zu hören.

Was aber tut die ÖVP mit ihrer Stimme für die Tiere? Sie delegiert sie nicht in den Ausschuss, damit sie dort kompetent ihre Meinung vertreten könnte. Sie verweigert ihr sogar standhaft, trotz Bemühungen der Opposition, jegliche Stellungnahme, dies auch mit Unterstützung der SPÖ-Vertreter im Ausschuss. Der Grund, Frau Dr. Wagner-Schöppl, lässt

sich offensichtlich nicht bedingungslos in die Regierungs- und Parteimaschinerie einspannen und wird daher sozusagen geschäftsordnungsgemäß kaltgestellt.

Zusammenfassend jetzt rückblickend auf diesen Ausschuss ein beschämender Vorgang von entlarvender Deutlichkeit für das Demokratieverständnis der ÖVP! Soviel zur Vorgeschichte.

Ich möchte zu dem, was der Abg. Naderer uns vorgelesen hat, nur einige kurze Gedanken noch äußern, weil ich glaube, so wird die Debatte völlig falsch geführt und es ist auch für mich erhellend, dass der Antrag der FPÖ, nämlich ganz klar kein Antrag wirklich im Sinne des Tierschutzes in erster Linie ist, sondern es ist ein Antrag im Sinne eines Kulturkampfes.

Vieles erinnert mich bei dieser Nitsch-Diskussion an heiße Kunst- und Kulturdebatten in früheren Jahren in Goldegg, in jenem Dorf, in dem ich arbeite. Natürlich ist uns das Quälen von Tieren ein Greuel, uns allen, wir sind bestrebt, tierisches Leid womöglich zu vermeiden. Gleichzeitig wissen wir aber, wie selbstverständlich und dauernd Tiere nicht artgerecht gehalten werden. Und sei es im Anbindestall eines Bauern, was viele von uns ja selber arbeitend erlebt haben. Wo fangen wir mit dem Tierschutz an? Wo darf der Markt dann doch zu seinem angeblichen Recht kommen? Können letztendlich gesetzliche Regelungen überhaupt das mitkreatürliche Empfinden ersetzen? Kann man das alles mit Gesetzen regeln? Auf die Kunst bezogen: Können wir eine künstlerische Aktion einfach am Ergebnis beurteilen? Ist nicht das dahinterstehende künstlerische Konzept mitentscheidend für die Beurteilung? Braucht Beurteilung von Kunst nicht auch intensive Auseinandersetzungen mit ihr?

Ich kann mir kein endgültiges Urteil erlauben, was genau beim Orgien-Mysterien-Theater des Hermann Nitsch geschehen ist. Ich war, wie die meisten der lauthals verurteilenden Kritiker, auch nicht selbst dabei. Aber ich weiß, dass Hermann Nitsch neben anderen künstlerischen Ambitionen, auf die man hier nicht noch einmal eingehen muss, das dramatische Aufzeigen dessen, was wir tausendfach tun, nämlich Tiere oft in ihrer blühenden Jugend zu schlachten, um sie anschließend zu verzehren, ein Anliegen ist. Das dramatische Aufzeigen. Und zwar in seiner anschaulichsten Form - im direkten Miterleben; nicht in der uns oder uns Tierschützern lieb gewordenen Art, nämlich vacuumverpackt, klinisch sauber, natürlich ohne Blut, auf dem Teller fein garniert serviert. Hermann Nitsch, glaube ich, hat in seiner Arbeit und in seinem Lebenswerk wahrscheinlich mehr über das Leid und das Leiden der Tiere in unserer Zivilisation nachgedacht und darunter auch gelitten, als so manch einer sich beim Wiener Schnitzel ereifernden Kritiker.

 

Eine der Aufgaben der Kunst ist es wohl, uns einen Spiegel vorzuhalten über unser Verhalten in der Gesellschaft. Hermann Nitsch tut dies auf dramatische, drastische, ekstasische, betroffen, aber auch wütend machende Weise. Kunst soll eben Lust bereiten. Sie muss aber auch aufrütteln und erregen, damit uns Misstände klar werden und sich etwas ändern kann.

Abseits aller ästhetischen, dramaturgischen Überlegungen hat uns Hermann Nitsch einfach eines auch aufgezeigt. Wir töten, um zu essen. Nicht mehr und nicht weniger. Und das könnte uns auch zu denken geben.

Abschließend noch einmal zu unserem Abänderungsantrag: Wie schon erwähnt, war oder ist aus meiner Sicht, und das haben wir jetzt bestätigt erhalten vom Abg. Naderer, der FPÖ-Antrag in erster Linie als ein Anti-Nitsch-Gesetzesentwurf zu verstehen. Im Ausschuss haben aber Klubobmann Schnell und Dr. Schöppl unisono betont, dass es um keine Kunst- und Kulturdebatte ginge, sondern sehr wohl um einen noch verbesserten Schutz der Tiere.

Wir nehmen das sehr ernst und glauben, nachdem von der FPÖ im Ausschuss unserem Antrag zugestimmt wurde, dass dieser eine wichtige Präzisierung bringen kann, weil er nicht, wie in seiner ursprünglichen Formulierung, Jagd und Fischerei in größere oder in Teilbereichen zumindest in Probleme bringen könnte.

Dieser unser Antrag stellt einen hohen Anspruch an unser Verständnis von Tierschutz, indem er eben explizit das Töten von Tieren nur zu Unterhaltungszwecken, nur zu sportlichen Zwecken und nur zu künstlerischen Zwecken verbietet. Sondern dass dieses immer auch mit einem wichtigen Ziel, wie dem Verzehr oder mit der Hege, im Falle der Jagd, verbindet.

Wir ersuchen daher im Sinne einer weiteren Präzisierung des Tierschutzgesetzes, diesem unserem Abänderungsantrag zuzustimmen. (Beifall von Abg. Dr. Reiter)

Präsident Dr. Schreiner: Danke. Nächste Wortmeldung Herr Klubobmann Mag. Thaler!

Abg. Mag. Thaler: Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Der Kollege Naderer hat gemeint, mit einer Kopie, wahrscheinlich aus einem Buch, seine Rede verstärken zu müssen und damit zum Kunstexperten in Sachen Nitsch und anderer Künstler sich zu stilisieren. Ich habe auch etwas mitgebracht. Es handelt sich hier nicht um eine Kopie, sondern um ein Originalbild von Hermann Nitsch. Und wer sich interessiert für

Hermann Nitsch, dem kann ich nur das Buch von der ORF-Redakteurin Danielle Spera zur Lektüre empfehlen. Ich werde aber nicht, so wie der Kollege Naderer, hergehen und Textstellen aus einem Buch zitieren, die zweifellos in ihrer Herausnahme durchaus den Eindruck, und zwar den starken Eindruck des Obszönen, erwecken.

Ich sage deutlich dazu, diese Szenen sind obszön. Aber es ist niemand gezwungen, „Die Reise nach Jerusalem" zu lesen, so wie niemand gezwungen ist, bei dem Fünf-Tages-Fest in Prinzendorf im niederösterreichischen Weinviertel als Zuschauer oder als Akteur dabei zu sein.

Meine Damen und Herren! Worum es mir geht, ist Folgendes: Und das ist ein Herzensanliegen meinerseits und ich glaube, dass der Salzburger Landtag sich in seiner Geschichte ohnehin viel zu wenig und wenn, dann zu oberflächlich mit Kunst und Kultur auseinandergesetzt hat. Ich erinnere mich sehr deutlich, es muss im Jahre 1968 oder 1969 gewesen sein, als hier im Salzburger Landtag erörtert wurde, ob man dem damals noch sehr jungen Schriftsteller Thomas Bernhard aufgrund seines literarischen Werkes „Frost", das im pongauischen Weng spielt, nicht Werfenweng, sondern in Goldegg-Weng, nicht eine Landesauszeichnung zuteil werden lassen sollte, etwa in Form eines Literaturpreises. Und der Salzburger Landtag hat sich damals, ich sage das ganz deutlich und drastisch, nicht entblödet, dagegen zu stimmen, weil eben selbst ernannte Literaturexperten, die es nicht sind, den Wert und die Wichtigkeit Thomas Bernhards damals nicht erkannt haben.

Heute wissen wir, dass Thomas Bernhard einer der größten Schriftsteller der deutschen Sprache im 20. Jahrhundert ist und dass seine Werke international gelesen und auch aufgeführt werden. Ich erinnere mich an die erste Sitzung, bei der ich angelobt wurde, nämlich am 12. Mai 1982, als ich mit Verwunderung feststellen musste, dass der damalige Abg. Wiesner von der Freiheitlichen Partei hier am Rednerpult wüst polemisiert hat gegen ein Gedicht. Es war die erste Sitzung. Ich hatte noch gar keine Unterlagen. Und beim Zuhören und beim Vorlesen des Gedichtes habe ich sofort den Eindruck gehabt, das muss doch ein Gedicht von Erich Fried sein. Und siehe da, es war ein Gedicht von Erich Fried. Und ich habe mich dann bemüßigt gefühlt, in meiner ersten Landtagssitzung, obwohl das in keiner Weise vorgesehen war, mich sofort zu Wort zu melden, als einer, der die österreichische Literatur glaubt einigermaßen zu kennen, viel mehr aber noch zu lieben und habe dem Herrn Kollegen Wiesner damals mitteilen müssen, dass er leider Gottes von der Literatur, schon gar nicht von der modernen Literatur, und schon gar nicht von Erich Fried nur die blasseste Ahnung hat und dass er solche Dinge eigentlich nicht landtagsanhängig machen sollte, wenn er sich nicht auskennt!

 

Meine Damen und Herren! Ich stelle in aller Deutlichkeit fest, dass im Bundesland Salzburg, Frau Kollegin Wagner-Schöppl, weil Sie sich Sorgen machen und Ihre Sorgen verstehe ich noch eher als die der Kollegen von der Freiheitlichen Partei, dass im Bundesland Salzburg zu künstlerischen, zu sportlichen Zwecken noch nie ein Tier getötet worden ist. Noch nie ein Tier getötet worden ist! Ich stelle aber mit der ebensolchen Deutlichkeit fest, dass nach wie vor im Bundesland Salzburg Tiere aus meiner Anschauung heraus unnötigerweise gequält werden. Ich erlebe es wöchentlich, weil ich es sehe, dass in Teichen im Pinzgau solche Karpfen herausgefangen werden, fotografiert werden mit dem stolzen Fischer und dann wieder ins Wasser geworfen werden. Das ist für mich reine Quälerei. Weil der Fischer gar nicht daran denkt, das Tier zu verspeisen. Er ist Sportfischer. Er liebt es – das Fischen – das kann ich mitvollziehen. Ich habe es nicht verstanden, dass es damals beim Tierschutzgesetz nicht auch gelungen ist, dem Brauchtum im Flachgau, den Fängern von Singvögeln einmal klarzumachen, dass das nichts mit Tierschutz zu tun hat, Frau Kollegin! Da könnte man sich auch noch stark machen!

Und wir tun so, hier im Salzburger Landtag, als würde jeden Tag oder ständig oder in naher Zukunft zum Zwecke des Hermann Nitsch ein Stier geschlachtet. Ich sage auch in aller Deutlichkeit, dass ich mit Hermann Nitsch einen langen gemeinsamen Weg gegangen bin, ohne ihn wirklich zu kennen. Aber ich bin im Jahre 1982 damals von einem sehr jungen ÖVP-Abgeordneten, der mir noch nicht bekannt war, in der Salzburger Volkszeitung heftig attackiert worden, weil bekannt war, dass mein Kollege, der Direktor der Bundeshandelsakademie in Zell am See, Herbert Gadenstätter und ich erstmals im Bundesland Salzburg Hermann Nitsch ausgestellt haben.

Und es wurde uns vorgeworfen, dass wir eben einen solchen Blutorgien-Künstler einer breiten Öffentlichkeit vorstellen. Der junge Abgeordnete ist jetzt Landeshauptmann und heißt Franz Schausberger. Ich nehme an, dass er in künstlerischen Belangen auch die damalige Ansicht nicht mehr trägt, wenngleich ich dazusagen muss, dass ich mit allem, was Nitsch produziert, nicht einverstanden bin, aber dass mir die künstlerische Freiheit mehr wert ist, als das, was ich selbst verstehe oder nicht verstehe.

Meine Damen und Herren! Ich muss mit aller Deutlichkeit sagen, weil es einfach nicht stimmt, was der Kollege Naderer gesagt hat, dass für dieses Prinzendorfer Orgien-Mysterien-Theater ein einziger Subventionsschilling aus öffentlichen Geldern gewährt wird. Das ist nicht der Fall! Das ist ein Theaterspektakel unter Verwendung, das ist richtig, eines geschlachteten Stiers oder auch geschlachteter Kälber oder Schafe, aber ohne Subventionsmittel!

 

Und ich frage mich, warum der Kollege Naderer, wenn er diese „Reise nach Jerusalem" ablehnt, weil es strotzt von Obszönitäten, warum er dann gerade diese Textstellen hier vorliest? Ich bin doch, wenn ich ein Buch ablehne, nicht interessiert, dieses Buch sozusagen noch zu verbreiten. Es braucht dieses Buch auch niemand zu lesen und es wird ja ohnehin kaum gelesen. Die wenigen, die sich mit Nitsch intensiv auseinandersetzen, Kunstkritiker und dergleichen, ja die werden es lesen und die sollen sich ihren Reim darauf machen und ihre Kommentare dazu abgeben.

Geschätzte Damen und Herren! Ich habe hier noch dieses Bild mitgebracht. Auch in diesem Bild befindet sich Blut. Es ist zum Teil mit Blut gemalt. Ich habe das Bild im Jahre 1987, glaube ich, erworben. Ich freue mich, es in meinem Arbeitszimmer hängen zu haben. Ich sehe an diesem Blut nichts Abstößiges und nichts Obszönes, weil ich aus der Kulturgeschichte weiß, dass Blut von Anbeginn an als Farbmittel verwendet wurde und in vielen Farben früherer Wandmalereien zum Teil auch enthalten ist.

Aber jetzt zum Wesentlichen: Ich wäre durchaus der Meinung, man könnte sich mit einer Novelle des Salzburger Tierschutzgesetzes auseinandersetzen, wenn es darum geht, wirklich Tierquälerei oder unnötiges Leid für Tiere abzuwenden. Wir alle wissen, dass Tiere geschlachtet werden, obwohl es nicht sein müsste. Ja. Es gibt sogar Anlässe und es werden immer wieder neue Anlässe erfunden. Ich war gestern bei einem solchen Anlass dabei. In meiner Jugend hat es das Martiniganslessen noch nicht gegeben. Heute werden Gänse zu diesem Zweck gemästet, um im besten Alter abgestochen zu werden und dann halt im November verspeist zu werden. Es werden zu Ostern mit Vorliebe Kitzbraten serviert. Und diese Kitze werden im blühenden jugendlichen Alter abgestochen. Wäre nicht unbedingt notwendig! Die Menschen essen ohnehin viel zu viel Fleisch. Ja. Aber die produzierende Fleischindustrie lässt sich immer wieder irgendwelche Anlassfälle einfallen, um entsprechende Absätze zu tätigen.

Was hier die eigentliche Ursache des Antrages ist, ist nicht das Tierschutzgesetz, sondern ist, und das hat der Kollege Schwaighofer ganz deutlich gesagt, einfach eine Auseinandersetzung mit moderner Kunst. Und ich möchte Sie wirklich bitten: Es haben in den vergangenen Jahrzehnten so viele kunstkritische Äußerungen sich als falsch erwiesen, die die breite Zustimmung der Menschen gefunden haben. Ich lese Ihnen auch ein paar Dinge vor, damit Sie mir glauben können:

Da gab es einmal einen sehr großen Aufhänger, da wurde gegen einen Maler polemisiert und es hieß, seine Landschaften sind wahre Warnungstafeln. Muster, die man nicht kopieren, komponieren und durchführen muss. „Wie man erzählt", das ist immer das Beste, wenn man irgend etwas berichtet, was man selbst gar nicht kennt oder gesehen hat,

„kam er auf seine alten Tage auf den Einfall, um glänzende Farben zu erhalten, müsse man im Sonnenlicht malen. Das erklärt wohl die seltsam grelle Farbgebung auf vielen seiner späten Bilder." Das hat man abgelehnt, diese grellen Farben auf den Bildern. Der so gescholtene Maler, der in der Öffentlichkeit so gescholten wurde, diskriminiert wurde, wurde dann aufgrund seiner revolutionären Kunst und seiner revolutionären Kunstanschauungen auf der Akademie zwangspensioniert und er starb verarmt, vereinsamt. Sie alle wissen, dass es sich um den von uns sehr geschätzten Georg Waldmüller handelt!

Meine Damen und Herren! Als ein berühmter anderer Wiener Maler sein Bild „Einzug Karls V. in Antwerpen" ausstellte, es war ungefähr 50 m² groß, ging ein Aufschrei der Empörung durch Wien, weil hier nackte Jungfrauen den Kaiser auf dem Bild begleitet haben. Obszön für die damalige Zeit. Und was noch obszöner war: Diese nackten Jungfrauen trugen die Köpfe bekannter Wienerinnen aus den obersten Gesellschaftsschichten. Wissen Sie, was der Effekt war? Dass binnen zwei Tagen 40.000 Wienerinnen und Wiener sich dieses Bild angeschaut haben. Seither haben das Bild wahrscheinlich nicht mehr Wienerinnen und Wiener gesehen als damals an diesen zwei Tagen.

Meine Damen und Herren! Skandale und der Aufschrei der künstlerisch Uninformierten sind der Humus, auf dem der Ruhm des Künstlers sprießt. Sie tragen dazu bei, dass Hermann Nitsch, der es gar nicht benötigen würde, noch berühmter wird. Aber wenn ich Künstler verfolge, unter Umständen auch mit Plakaten, „Lieben Sie Peymann, Jelinek, Turrini, Pasterk, Scholten oder Kultur und Kunst?", dass ich mit solchen Kampagnen unter Umständen Künstler verunsichere, sehr sensible Menschen vor die Frage stelle, ob ihre Existenz berechtigt ist. Der Erbauer der Wiener Staatsoper, Eduard Van der Nüll wurde durch solch eine Kampagne in den Freitod getrieben!

Meine Damen und Herren! In den Fünfzigerjahren entstand in Wien der sogenannte Art-Club. Ein Sumpf der Perversitäten, wie damals sich die öffentliche Meinung über diese junge Künstlergarde ergoss. Aus diesem Art-Club, dem kein geringerer als Albert Paris Gütersloh, Schriftsteller, Maler, Regisseur, Schauspieler, Bühnenbildner, vorstand, sind Künstler hervorgegangen, wie Ernst Fuchs, Wolfgang Hutter, Rudolf Hausner, Anton Lehmden. Erst als sich Monsignore Otto Mauer, ein Geistlicher in Wien, um diese Menschen annahm, die verfolgt wurden, von der breiten Öffentlichkeit diskriminiert wurden, war es auch möglich, die zweite Generation dieser Art-Club-Künstler wie Arnulf Rainer, Wolfgang Hollegha, Josef Mickl, Markus Prachenski oder Oswald Oberhuber einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen.

Meine Damen und Herren! Kollege Naderer hat zitiert. Ich zitiere jetzt, und damit komme ich zu Hermann Nitsch, einen kleinen Satz: „Er kam und füllte zwei Säle. Mit seinen, aus

einer Brühe von molkigem Eiter, Blutgerinnsel und salbig verdicktem Schweiß gezogenen Lemuren." Das war nicht Hermann Nitsch! Es klingt nur so, als würde hier Hermann Nitsch kritisiert oder charakterisiert. Das stand in der Wiener Presse, und der Satz stammt aus dem Jahre 1911 und bezieht sich auf Oskar Kokoschka, meine Damen und Herren!

Oskar Kokoschka, der uns die Schule des Sehens auf der Festung beschert hat, der damit das begründet hat, worauf wir stolz sind, nämlich auf die Sommerakademie auf der Festung, bei der internationale Künstler jedes Jahr tätig sind. Einer von ihnen ist Hermann Nitsch. Jetzt will man ja der Sommerakademie die Subvention entziehen, sagen die Freiheitlichen, weil dieser Hermann Nitsch, dieser „Dreckskerl" dort oben seine Bilder möglicherweise malt und seine Schüttbilder den jungen Künstlern vor Augen führt.

Meine Damen und Herren! Ich komme jetzt zu Hermann Nitsch: Auffallend an allen diesen Skandalen und Verfolgungen der Künstler ist, dass an der Art und Weise, wie über Künstler und wie über moderne Kunst polemisiert, geschimpft und gespottet wird, sich seit Waldmüller nichts geändert hat: Das Unverständnis bestimmt die verbalen Eruptionen!

Das Orgien-Mysterien-Theater des Hermann Nitsch schaut furchtbar aus. Ich würde mich auch nicht als Zuschauer und schon gar nicht als Teilnehmer daran beteiligen. Aber mein Kollege, den ich sehr schätze, mit dem ich tagtäglich als Lehrer und Direktor im Schulhaus zusammentreffe und wir alle wichtigen organisatorischen Belange versuchen, gemeinsam zu lösen, Herbert Gadenstätter von der Handelsakademie in Zell am See, nimmt daran teil. Und das ist ein hoch angesehener Mensch in Zell am See. Er ist gleichzeitig mit mir damals Direktor geworden und Sie können das auch nachlesen und nachschauen. Er ist zweimal groß abgebildet, in diesem Buch von Danielle Spera.

Wir verunglimpfen nicht nur Hermann Nitsch. Wir verunglimpfen mit Hermann Nitsch auch Leute, die versuchen, sich mit seiner Kunst auseinander zu setzen, ohne dass sie dabei gleichzeitig alles, was Nitsch produziert, auch akzeptieren. Meine Damen und Herren! Das Orgien-Mysterien-Theater ist ein Theater und es greift zurück auf uralte Formen des Theaters, weil wir ja wissen müssen, dass das Theater aus der Antike in Griechenland entsprungen ist und ursprünglich nichts anderes war, als ein dionysisches Fest anlässlich der Weinlese, bei der Tiere geschlachtet wurden und wo gefeiert wurde.

Das ganze war ein chorisches, ein gemeinsames Auftreten und erst später hat der Dichter Thespis dem Chor, dieser Gruppe von Menschen, die da gefeiert haben, einen Schauspieler gegenübergestellt und später war es dann Aeschylos und Sophokles, die zwei oder drei Schauspieler noch dazugestellt haben. Und damals wurde gespielt im Sinne von selbst-

sinnlich erlebt, wurde nicht wie heute eine Handlung im Nachhinein reproduziert. Wir erleben Theater heute ja nur mehr als Reproduktion einer Handlung und nicht mehr als Spiel der Zuschauer.

Hermann Nitsch greift auf diese alten mythischen Formen zurück, indem er die Zuschauer zu Akteuren macht. Und jeder, der dort mitspielen will, weiß von vornherein, in welche Rolle er unter Umständen hineingeraten kann. Als Gekreuzigter, als einer der mit Blut übergossen wird u.dgl.m. Aber er muss es nicht. Für mich ist es unappetitlich und ich würde mich dabei auch erbrechen. Aber niemand muss dabei sein. Niemand muss sich das anschauen. Aber: Was hier an Obszönitäten zitiert wurde vom Kollegen Naderer, das sind Obszönitäten, meine Damen und Herren!

Nur: Die Freiheit der Kunst ist mir wichtiger als das Herausnehmen von kurzen Textstellen aus einem Gesamtkunstwerk. Und da könnte ich Ihnen auch stundenlang noch einiges erzählen. Das hat in der Romantik begonnen mit Schlegels Roman „Lucinde". Das war ein Skandal sondergleichen, weil hier Dinge beschrieben wurden, die in der damaligen Zeit einfach noch nicht gang und gäbe waren, weil sie der Gesellschaft widersprochen haben.

Und der Künstler ist immer der Außenseiter, lieber Karl Schnell. Wir alle befinden uns - unser Österreich ist viel zu klein - wir alle befinden uns in einem Verästelungswerk und wir können diese Verästelungen nicht abschneiden, so wie ich mich von Dir nicht abschneiden kann, weil Du lange mein Schüler warst, so wenig kann ich mich abschneiden vom Herbert Gadenstätter, und der ist wieder verästelt mit Hermann Nitsch. Und Du selbst warst als junger Mensch ein sehr progressiver Typ. Du hast in einem modernen Kriegsstück von Fernando Arrabal mit Herbert Gadenstätter zusammengearbeitet, zusammen gespielt. Du hast mit Christl König, die fünf Jahre mit Hermann Nitsch zusammengelebt hat, seine Lebensgefährtin war, ohne dass sie ihn jemals geheiratet hat, auch Theater gespielt. Wir alle bekämpfen hier einen Menschen, den wir nicht ausreichend verstehen. Gleichzeitig in der Vernetzung des kleinen Österreich schlagen wir auch gewisse Verästelungen ab zu Menschen, die wir durchaus verstehen, die aber vielleicht unter Umständen bemüht sind, ihren künstlerischen Horizont zu erweitern.

Wissen Sie, was wahrhaft obszön ist für mich? Wahrhaft obszön in unserer Welt ist nicht, dass irgendwo ein Stier geschlachtet wird, der dann von Hermann Nitsch zu künstlerischen Zwecken nach seiner Schlachtung verwendet wird. Das, was der Herr Naderer vorgelesen hat über die Schlachtung des Stiers, das erleben Sie am Salzburger Schlachthof hundertfach, jeden Tag, jede Woche. Die Beschreibung können Sie nachvollziehen. Das kann ich genauso beschreiben. Es ist unappetitlich für mich. Aber wahrhaft obszön in unserer modernen aufgeklärten Gesellschaft ist es, dass es immer noch Krieg gibt, dass es

immer noch Vertreibung von Menschen gibt, dass in unserer Gesellschaft immer noch Frauen und Kinder geschlagen werden, dass in unserer Gesellschaft immer noch Ausländer diskriminiert werden und obszön ist für mich auch, wenn man versucht, die Kunst und die künstlerische Freiheit zu kastrieren! (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Meine Damen und Herren! Ich habe jetzt eine Reihe von Wortmeldungen. Ich glaube, es zahlt sich aus, dass wir dieses Thema vor Mittag erledigen und daher unsere Mittagspause vielleicht etwas verkürzen. Es sind fünf Wortmeldungen. Nächste Wortmeldung Frau Mag. Strebl!

Abg. Mag. Strebl: Liebe Kolleginnen und Kollegen! Hohes Haus! Liebe Gertraud Schöppl!

Ich möchte Dich persönlich ansprechen. Du hast uns vor der Entstehung des Tierschutzgesetzes als sehr wertvolle Expertin zur Seite gestanden. Wir hatten eine Runde mit Juristen, mit dem Herrn Tiergartendirektor, mit Tierfreunden, und die Beratung war eine gute. Und Du hast selber zugegeben, auch das Ergebnis des Tierschutzgesetzes ist ein gutes.

Wir haben uns damals darauf beschränkt, zu sagen, es kommt auf die Art des Tötens an. Tierquälerei müssen wir verhindern. Dh. so wie die Tiere transportiert werden, was mit ihnen passiert, bevor sie getötet werden. Ja. Das ist wichtig und da würde ich auch mit Dir auf die Barrikaden gehen.

Allerdings was den Zweck des Tötens anlangt, da würde ich um äußerste Vorsicht bitten. Das geht uns nichts an und da begeben wir uns auf ein sehr, sehr gefährliches Terrain.

Der Herr Kollege Naderer hat eindringlich die Fahrt zum Schlachthof geschildert und wir haben auch schon gehört, mein Kollege Zehentner hat es bestätigt: das passiert jeden Tag dutzend- und tausendfach und da müssen wir ansetzen! Das ist das Entscheidende! Denn sonst müssten wir im Umkehrschluss wirklich sagen: Ja ist das Töten von Tieren überhaupt ein vernünftiger Grund? Dann würde ich sagen, auch das Essen von Tieren ist kein sehr vernünftiger Grund.

Ich meine, ich weise nur darauf hin, Du bist Ärztin und der Kollege ist auch Arzt. Wenn man weiß, wie viele Krankheiten aufgrund von Verzehr von tierischer Nahrung uns belasten. Ich habe ein wunderschönes Video vom Aufschneiden einer Halsschlagader von verfetteten Leuten gesehen, das war auch ein sehr erhellendes Bild, na das ist gar nicht so schlimm, das passiert tagtäglich, diese Operation. Da kommt das Fett aus den Arterien nur so raus, wie Shrimps kommt es raus. Also das ist vielleicht grauslich! Und ungesund obendrein. Und so gesehen kann man sagen, auch das Essen von Tieren ist zu hinterfragen.

Aber jetzt Spaß beiseite. Ich möchte darauf hinweisen, dass der Zweck nicht von uns zu hinterfragen ist. Ich möchte hier auch Nitsch zitieren. Nitsch hat sich selber dazu geäußert und Du hast dieses Zitat auch von Herrn Dr. Peter Krön bekommen. Der Herr Dr. Peter Krön ist ein sehr ehrenwerter Mann. Er ist der Präsident des Salzburger Kulturvereins. Er hat zitiert: „Die Zurschaustellung der Schlachtung ist abzulehnen, wenn dem Tier zusätzlich Leid zugefügt wird. Auch ist es wesentlich, sagt Nitsch, dass der geschlachtete Stier ohnedies zur Schlachtung bestimmt wäre. Würde man ein Tier von der Weide wegholen, für die Schlachtung meines Theaters, wäre dies abzulehnen. Mir war immer wichtig, dass alle von mir verwendeten geschlachteten Tiere nach der Aktion gegessen werden." So zitiert Peter Krön Herrn Nitsch.

Und ich bin der Meinung: Was wir heute gehört haben, das ist eine unerträgliche Vermischung von zwei verschiedenen Dingen, die miteinander absolut nichts zu tun haben. Das eine ist Tierquälerei und gehört zum Tierschutzgesetz. Das andere ist Kunst und ist eine Kulturdebatte, und ob die Kunst goutiert wird oder nicht, ob sie gut oder schlecht ist, das haben wir hier nicht zusammen mit dem Tierschutzgesetz zu diskutieren, sondern das gehört auf eine andere Schiene. Natürlich kann uns die Kunst gefallen oder nicht. Man kann hingehen. Man kann sich ein Bild kaufen oder auch nicht. Aber es ist unerträglich, vorzuschreiben, was Kunst ist. Diese Kunstrichter brauchen wir nicht. Wenn wir jetzt nämlich sagen, „zu künstlerischen Zwecken", dann würde das ja beinhalten, dass sich irgendwer aufspielen muss und sagen muss, was Kunst ist.

Und meine lieben Damen und Herren! Sie wissen ganz genau. Es ist wieder November. Es gab eine Reichskristallnacht. Da hat es Leute gegeben, die offenbar gewusst haben, was gute und schlechte Kunst ist. Und vor diesen Leuten müssen wir uns hüten, das ist mein Beitrag zu dieser Debatte. Danke. (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke. Nächste Wortmeldung Herr Klubobmann Griessner!

Abg. Ing. Griessner: Hohes Haus! Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen!

Es ist nicht nur im Ausschuss und jetzt, sondern es ist einfach so passiert und gekommen, wie wir uns das, aufgrund dessen, dass uns diese beiden Anträge vorgelegen sind, erwartet haben. Es war nämlich schon aus den Anträgen sichtbar und zu vermuten, dass nicht der Tierschutz im Vordergrund steht, sondern dass man in diesem Zusammenhang eine Diskussion über Kunst, eine ganz spezielle Diskussion über einen Künstler hier im Hohen Hause abführen und durchführen möchte.

 

Und es ist, Frau Kollegin Strebl, nicht nur eine Frage, dass hier zwei Themenbereiche durchmischt werden, Tierschutz und Kunst, sondern es gehört auch der Nutztierschutz noch dazu. Wir haben zwei Gesetze, die uns da beschäftigen.

Und ich möchte noch einmal für die ÖVP-Fraktion festhalten, dass man natürlich eine Kunstdiskussion führen kann und da steht ja nichts dagegen, wenn wir zu gegebener Zeit und zu gebotener Stunde uns damit, mit Kunst, mit Kultur, mit der Ausübung der Kunst und Kultur, mit den Aktivitäten der Künstler auseinandersetzen, wie wohl wir wissen müssen, auf welches Glatteis wir uns in diesem Zusammenhang allenfalls begeben.

Wir wissen, dass die Freiheit der Kunst ein verfassungsmäßig gesichertes Grundrecht ist. Ich möchte aber dazu sagen, dass in der Demokratie auch die Freiheit des Einzelnen besteht, ob er damit einverstanden ist, ob er sich identifizieren kann, ob er eine Veranstaltung besucht oder nicht besucht. Ich glaube, diese Freiheit sollte man auch nicht vergessen. Es liegt an uns, ob man hingeht. Es liegt am Einzelnen, ob er einverstanden ist. Es liegt am Einzelnen, ob ihm etwas missfällt oder ob ihm Kunst und Kunstaktivität gefällt.

Und wenn man die Geschehnisse von Prinzendorf, und damit möchte ich diese Seite abschließen, noch einmal anspricht, stelle ich fest, was dort passiert ist, vor allem wenn man in Blut badet, wenn man in den Eingeweiden liegt, und ich habe das im Ausschuss schon betont, das ist nicht meine Vorstellung. Ich kann damit nichts anfangen. Andere können damit etwas anfangen. Da glaube ich, sollte man sich über das Pornographiegesetz unterhalten. Da wäre allenfalls ein Ansatzpunkt, liebe Kolleginnen und Kollegen, aber nicht Tierschutz soll der Anlass sein, dass wir eine Kunst- und Kulturdebatte hier führen.

Wir von der ÖVP-Fraktion, mit Ausnahme der Kollegin Wagner-Schöppl, sind der Meinung, dass das bestehende Nutztierschutz- und das bestehende, seit 1. Oktober in Kraft befindliche Tierschutzgesetz ausreicht, um das in Salzburg, was man hier angekreidet hat, was in Niederösterreich passiert ist, wenn man es aus der Sicht des betroffenen Tieres betrachtet, durchaus verhindern kann.

Es stellt keinen vernünftigen Grund dar und das ist auch im § 4 ganz eindeutig klargestellt. Niemand darf ein Tier ohne vernünftigen Grund töten. Und es kann doch nicht in der Abwägung, was vernünftig oder unvernünftig ist, das Ergebnis zustande kommen, dass man es als vernünftig betrachtet, wenn man in Ausübung einer sportlichen Tätigkeit, in Ausübung der künstlerischen Tätigkeit oder zu Unterhaltungszwecken ein Tier tötet. Ich glaube, dass damit kein Novellierungsbedarf gegeben ist. Wir sollten doch auch anerkennen und es wurde ja schon darauf hingewiesen, dass beide Gesetzesmaterien sehr breit diskutiert worden sind, dass im Vorfeld alle Experten mit eingebunden waren. Da waren ja

nicht wir als Politiker die ersten, die daran gearbeitet haben, sondern jene, die als Experten mit diesen Gesetzesmaterien zu tun haben oder zu tun haben werden. Die waren auch entsprechend eingebunden in die Gesetzeswerdung.

Genauso ist es auch im Nutztierschutzgesetz, wo die Mutwilligkeit festgehalten ist. Wenn man die Schilderungen des Kollegen Naderer als gegeben annimmt, wie Tiertransport in dem Zusammenhang passiert ist, das Abladen, das Entladen der Tiere passiert ist, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass das auf diese Art und Weise aufgrund der gesetzlichen Grundlage in Salzburg überhaupt möglich wäre, wobei, sehr geehrte Damen und Herren: Transport von Tieren ist grundsätzlich keine einfache Sache. Und wir wissen, dass da sehr schnell die Grenze hin zum Tierleid vorhanden ist, zur Tierquälerei gegeben sein kann.

Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen. Ich habe genügend mit dem Transport von Tieren, von Pferden usw. zu tun gehabt. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwierig es ist, Tiere aufzuladen, auf einen Anhänger, auf einen LKW, Tiere, die den ganzen Sommer über auf der Weide waren, die frei herumgelaufen sind, die nicht gewohnt waren, dass sie an der Halfter, an der Kette geführt werden. Da geht es nicht immer, da brauchen wir uns nichts vormachen, mit Streicheleinheiten. Da geht es nicht darum, dass da Menschen am Werke sind, die ganz bewusst dem Tier Leid zufügen wollen, sondern da geht es manchmal so, dass man Ziehen und Schieben muss und das kann auch nicht ganz das Feinste sein, das wissen wir.

Ich möchte also noch einmal für die ÖVP-Fraktion festhalten, dass wir schon sehr davon betroffen sind, dass man heutzutage nicht mehr in der Lage ist, das Mittelmaß zu finden. Man fällt von einem Extrem in das andere. Und das andere Extrem jetzt in dieser Diskussion ist für mich oder sind für mich die Geschehnisse in Maishofen beim Fohlenmarkt, wo, das wissen wir alle, extreme Tierschützer aus dem Ausland kommend, entsprechend ausgerüstet mit Handys, vorinformiert die Medien und die Presse, nur jene nicht, die es dort vor Ort betroffen hat. Ausgerüstet mit Handys, um sofort weiter zu berichten über den Ablauf der Demonstration. Die Aktion wurde auch vom Fernsehen aufgenommen.

Ich glaube, auch da kann man nicht ja sagen einfach zu so einer Art und Weise. Wir alle wissen, dass die Landwirte nicht jene sind, die zu den Tierquälern gehören. Es gibt überall Ausnahmen, das wissen wir und es gibt überall negative Beispiele. Die Landwirte sind nicht jene, die ihre Fohlen partout nach Italien verkaufen wollen oder zum Metzger liefern wollen. Aber letzten Endes leben sie davon. Letzten Endes haben sie sehr viel Zeit, Energie und Mühe aufgewendet, um diese Tiere entsprechend groß werden zu lassen und nur jene Tiere, die entsprechend gepflegt und auch gehegt werden, werden sich auch dementsprechend entwickeln.

Und so denke ich mir, stehen wir in der Mitte von extremen Anschauungen. Und ich möchte wirklich bitten, dass man im Zusammenhang mit Tierschutz und mit Nutztierschutz die Kunst aus dem Spiel lässt. Schauen wir genau hin, wo Tierquälerei passiert. Schauen wir dort hin, wo allenfalls Kontrolle notwendig ist. Und ich denke mir, dass gerade das Tierschutzgesetz einen sehr großen Aufgabenbereich eröffnet, weil ich nicht glaube, dass viele Menschen, die durchaus engagiert und bemüht ihre Haustiere halten, diese auch artgerecht halten.

Wenn man da genau hinschaut, glaube ich, gibt es genügend Notwendigkeit zur Beratung und Unterstützung. Es gibt aber auch sicher genügend Notwendigkeit, allenfalls einzugreifen.

Noch einmal möchte ich abschließend bitten: Führen wir nicht eine Kunstdebatte. Führen wir die Debatte über den Bereich, um den es geht. Es geht um Tierschutz. Es geht um Nutztierschutz. Hier sind wir immer offen für eine Diskussion. Und ich möchte für die ÖVP-Fraktion noch einmal abschließend festhalten: Uns ist klar, dass man als Tierschutzbeauftragte nicht unbedingt den Weg des Mittelmaßes suchen kann, sondern hier hat man eindeutig und ganz klar aufzuzeigen, wo Fehler, wo Mängel vorliegen, wo Tierquälerei vorliegt.

Und es macht es nicht leichter, wenn man gleichzeitig ein Mandat bekleidet, denn als Politiker hat man sich um das Mittelmaß zu sorgen, hat man dafür zu sorgen, dass man zu ausgewogenen Entscheidungen und Beschlüssen kommt.

Wir sind der Meinung, dass die vorliegenden Gesetze ausreichend Handhabe bieten, um jene Vorfälle, die hier aufgezeigt wurden, um jene Missstände, die hier aufgezeigt wurden, in Salzburg nicht zu ermöglichen. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Nächste Wortmeldung, Herr Abg. Dr. Schöppl!

Abg. Dr. Schöppl: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus!

Ja. Wir führen heute eine Kulturdebatte. Werte sind es, die im Zentrum jeder Kultur stehen. Die Werte sind es, die eine Kultur, die eine Gesellschaft prägen. Wir reden heute über Werte. Und deswegen ist es auch eine Kulturdebatte. Eine Debatte über Kunst ist es jedoch nicht. Dazu wollen es nur die Sozialisten machen.

Das Leben ist ein Wert in unserer Gesellschaft. Auch das Leben von Tieren. Auf der anderen Seite ist auch die Unterhaltung des Menschen, sei es Sport, sei es Spiel oder sei es

beispielhaft auch die Kunst, ein Teil unserer Kultur. In unserer Kultur stehen sich also einerseits die Werte des Lebens, damit auch des tierischen Lebens, aber andererseits die Werte der Unterhaltung, zu der zweifelsfrei auch die Kunst gehört, gegenüber.

Eine Kultur, eine Gesellschaft lebt im Spannungsverhältnis Werte gegeneinander abzuwägen. Und genau um diese Abwägung von Werten geht es. Ist die Unterhaltung des Menschen, ist die Kunst berechtigt, Leben, sei es auch tierisches Leben, zu vernichten um daraus Unterhaltung für den Menschen zu ziehen? Das ist die Frage, das ist die Kulturfrage, das ist die zentrale Frage der Werte dieser Gesellschaft, vor der wir heute hier stehen.

Ich kann Ihnen nur eines sagen: wir Freiheitliche stehen bei dieser Debatte auf Seiten der Natur, auf Seiten des Lebens und auf Seiten der Schöpfung. Uns ist Leben mehr wert als das Gaudium der Spezies homo sapiens. Für uns handelt es sich bei dieser Werteabwägung, bei dieser Kulturdebatte, um eine Frage der Anständigkeit und des Bekenntnisses zum Leben.

Über manche Beiträge heute bin ich etwas entsetzt! Die Sozialdemokraten, die sonst immer die Humanität vorantragen, wollen heute nicht den Missbrauch des Lebens zum Zwecke der Unterhaltung, der Tötung zum Zwecke der Unterhaltung entgegentreten. Ja ich habe heute sogar gehört, für Sie ist wichtig die Art des Tötens. Das Motiv ist für Sie ohne Bedeutung. Denken Sie darüber nach, was Sie damit sagen!

Oder meine Kollegen von der ÖVP. Als christliche Partei sollten Sie doch gerade die Schwächsten, die Unschuldigen vertreten. Sie haben heute gesagt, es stünde ja jedem frei, an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Für Menschen ja. Die Tiere, die dort zum Zwecke der Kunst getötet wurden, die sind nicht freiwillig dort hingegangen.

Überlegen Sie auch die Beispielswirkung, wenn Sie heute sagen, das Leben ist weniger wert als die Unterhaltung des Menschen: Wir lehnen den Antrag ab. Man könnte Tierquälerei, Tötung von Menschen begehen, man könnte sich sofort frei waschen, würde man das nur unter einem Deckmäntelchen, vielleicht auch unter einem falschen Deckmäntelchen der Kunst tun.

Und vergessen Sie auch nicht, vom Wert des Lebens, vom Wert des tierischen Lebens, ist es nicht mehr weit zu anderen Werten. Und ich möchte den heute oft angesprochenen Herrn Nitsch nur ganz kurz zitieren, damit Sie wissen, was ich meine.

 

Zitat 1: „Die Kunst ist vollkommen frei wie die Wissenschaft und hat keine Grenzen. Ich könnte mir vorstellen, dass ein Mord Bestandteil eines Kunstwerkes ist. Kunst kann auch ein Verbrechen sein." Zitat eins Ende.

Zitat 2: „Ich würde viel lieber mit Menschen als mit Tieren arbeiten." Zitat zwei Ende.

Zitat 3: „Auszug aus einem Mysterienspiel: ‚Die Leiche eines sechsjährigen Mädchens wird wie gekreuzigt an die Wand genagelt. Ein Akteur tritt mit seinen Füßen in die Gegend des Geschlechtsteils des toten Kindes.‘" Ich hoffe, meine Damen und Herren Kollegen, Kommentar überflüssig.

Wir haben heute gehört: Wehret den Anfängen. Treten wir dem Missbrauch der Kreatur, dem Missbrauch von Tieren, dem Missbrauch der Natur, dem Missbrauch der Schöpfung dieser Erde entgegen! Das Leben, und sei es auch das tierische Leben, ist mehr wert, als Gaudium, als Unterhaltung, sei es Spiel, sei es Sport, sei es Kunst. Als Unterhaltung, als Gaudium der Spezies Homo sapiens!

Setzen wir hier heute ein eindeutiges Signal für das Leben! (Beifall der FPÖ-Abgeordneten und Frau Abg. Dr. Wagner-Schöppl)

Präsident Dr. Schreiner: Nächste Wortmeldung, Frau Dr. Wagner-Schöppl!

Abg. Dr. Wagner-Schöppl: Das Töten von Tieren ist eine Tierschutzdebatte. Es wird kein Mensch bekämpft, ich bekämpfe keinen Künstler, sondern ich kämpfe für das Leben!

Der Unterschied, wenn Bauern schlachten, weil das immer wieder herangezogen wird, oder wenn Bauern Transporte ausführen: Ich habe genau diese Art, wie dort das Tier transportiert worden ist, wie es abgeladen worden ist, mit Salzburger Viehhändlern besprochen. Und sie haben alle gesagt, wenn sie so einen Pfusch machen würden, dann würden sie so einen Pfuscher vom Platz verweisen. Der dürfte in Salzburg gar keine Tiere mehr abladen. Dasselbe war auch dort, wie die Tötung erfolgt ist. Auch das war einfach Pfusch.

Man kann das Töten auch anders aufzeigen. Man kann das Töten mit Video aufzeigen, wenn der Hermann Nitsch sagt, es passiert hinter Schlachthofmauern, so hat er recht. Aber er hat die Möglichkeit, es gibt ein Video, er kann das immer wieder aufzeigen, wenn das sein Anliegen ist.

Im Gegensatz zu Ihnen, habe ich mit Hermann Nitsch Kontakt aufgenommen. Ich werde mich mit ihm treffen und ich werde ihn auch bitten um das Leben der Tiere. Ich werde ihn bitten, dass er in Zukunft Kunstblut verwendet oder Phantomtiere. Ich glaube, nach dem,

was ich bis jetzt mit ihm besprochen habe, dass er ein Mensch ist, der auch für so was offen ist.

Die Vermischung von Tiere töten und schlachten: Es wird alles vermischt. Es wird Kunstdebatte, Tierschutzdebatte, das gefällt manchen. Die Tiere sind nicht freiwillig dabei. Die Menschen die dort sind, da gebe ich Ihnen vollkommen recht, die sind freiwillig dort. Aber nicht die Tiere.

Noch dazu zum Salzburger Naturschutzgesetz, ja, falls Sie das nicht wissen sollten: Mit Hilfe von Landesrat Eisl ist das Fangen von Singvögeln in Salzburg verboten. Es ist noch in Oberösterreich erlaubt, aber bei uns ist es verboten. Wir haben in Salzburg sehr viel erreicht und ich werde mich auch weiter dafür einsetzen, dass es im Guten weitergeht. Tiere haben keine Stimme und ich werde für die Tiere weiterkämpfen. (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Nächste Wortmeldung, Herr Klubobmann Dr. Schnell!

Abg. Dr. Schnell: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus!

Letztendlich bleibt eines übrig: Die Stimme der Tiere soll unterdrückt werden. Das ist das Resümee, das ich für mich persönlich aus der heutigen Diskussion ziehe.

Ich gebe Herrn Kollegen Thaler völlig recht. Die Kunst sollte die größtmögliche Freiheit in diesem Lande, in unserer Kultur erfahren. Das ist richtig.

Es ist auch richtig, dass ich mit Christine König, die also Lebensgefährtin und Kindesmutter von Herrn Nitsch war, Theater gespielt habe. Ein avantgardistisches Theater von Ferdinand von Araball „Picknick auf dem Felde".

Ich bin auch stolz darauf, lieber Walter Thaler, dass Du es warst, der mich damals vorgeschlagen hat als Hauptdarsteller. Ich erinnere mich noch gerne daran. ... (Zwischenruf Abg. Mag. Thaler: Ich habe deinen politischen Werdegang entscheidend geprägt. Du kannst jetzt auftreten.) ... So ist es. Ich gebe auch Kollege Griessner völlig recht, was er sagt: Wir fallen von einem Extrem ins andere.

Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist richtig. Wir haben das eine Extrem, wo Kunst und Kultur beschnitten wurde, ich sage jetzt nicht „kastriert" lieber Walter Thaler, weil das schon wieder ein Ausdruck ist, der mir etwas zu weit geht. In einer unheilsamen

Zeit des Herrn Adolf Hitler wo nur gewisse Kunst und Kultur ihre Berechtigung gehabt haben.

Ich glaube aber, dass die Freiheit der Kunst nicht so weit führen darf, wie sie derzeit führt. Und deswegen glaube ich, war es auch wichtig, dass Helmut Naderer hier einige Dinge zitiert hat. Warum? Warum, meine sehr geehrten Damen und Herren? Und auch da gebe ich dem Kollegen Griessner recht. Eigentlich sollten wir mehrere Bereiche noch in diese Debatte einfügen, wie das Pornographiegesetz oder vor allem auch das Mediengesetz.

Denn wozu führt das? Die Freiheit des Menschen, dafür sollte sich der Politiker einsetzen. Da hat es einmal ein sehr schönes Zitat gegeben: „Der Politiker sollte dafür eintreten und verantwortlich sein, dass die Freiheit des Einzelnen so groß wie möglich ist, in einer Gemeinschaft, die erst dort wieder ihre Grenzen erfährt, wo sie die Freiheit eines anderen wiederum gefährdet."

Worauf will ich hinaus? Warum wird ein Mensch RAF-Terrorist, warum wird ein Mensch Neonazi? Und genau das ist es, worauf Dr. Schöppl auch hingewiesen hat. Irgendwo, meine sehr geehrten Damen und Herren, sind auch in einer Kulturgemeinschaft Grenzen zu setzen. Denn es gibt Ausnahmesituationen von Menschen, die auch sehr oberflächlich von der Medienlandschaft, von uns allen behandelt werden. Ausnahmesituationen, die zu unglaublichen Taten führen, wie wir sie leider nicht nur aus Amerika kennen, sondern sogar in unserem eigen Land schon miterleben mussten wie im Lungau oder jetzt in unserem Nachbarstaat.

Aber keiner letztendlich hinterfragt, warum das passiert. Keiner geht wirklich auf die Menschen ein, die in solche Situationen kommen. Keiner hinterleuchtet wirklich, was passiert ist. Es ist sehr einfach, dann zu sagen, bei dem hat man ein Gewehr gefunden, das ist ein Waffennarr. Und dann wird wieder sehr oberflächlich ein Waffenverbotsgesetz diskutiert. Es ist sehr oberflächlich zu sagen, ja der andere fühlt sich von der Gesellschaft bedroht, wird RAF-Terrorist, entführt quasi politische Gegner und ermordet sie. Das ist alles zu einfach.

Aber wir sollten einmal überlegen, warum wir es uns so einfach machen. Warum wir letztendlich unsere Jugend, der wir in der Richtung eine Chance geben sollten, nicht die Unterstützung leisten, die sie haben sollten, wenn wir wirklich um 8:00 Uhr morgens die Fernsehprogramme aufschalten bis spät in die Nacht, wo bereits am Vormittag – schauen Sie an, welches Programm Sie nur wollen – Leute hingerichtet werden, umgebracht werden, worauf dann von unserer Gesellschaft Leute ausgezeichnet werden, die mit einem

Gewehr herumlaufen, ganze Dörfer in die Luft schießen und ganze Gebäude. Und genauso geht es uns um die Tiere.

Ich bin froh, lieber Walter Thaler, dass ich Dich als Lehrer hatte. Das sage ich ganz offen. Ich habe auch sehr viel gelernt. Du hast mich geprägt. Aber ich war auch als Jugendlicher ein vehementer Verfechter des Tierschutzes und habe mich immer für jene eingesetzt, die sich nicht helfen konnten. Und da bedürfen die Tiere unseres besonderen Schutzes. Und da gebe ich dem Kollegen Cyriak Schwaighofer recht: Endlich haben wir wirklich eine Stimme für die Tiere und dann wird sie zum Schweigen gebracht. Und das, meine sehr geehrten Damen und Herren, darf es nicht sein! Es wurde von Ihnen, Frau Dr. Schöppl, ein Gespräch mit Hermann Nitsch angeregt. Warum sollte man in der Kunst nicht Kunsttiere oder Kunstblut verwenden? Völlig richtig. Auch das habe ich schon im Ausschuss bereits debattiert.

Der eine mag dafür sein oder dagegen. Nur das hat der Dr. Schöppl hier gesagt: Es muss irgendwo Grenzen geben. Diese Grenzen werden durchschritten. Tagtäglich. Im Fernsehen, im Kunst- und Kulturbereich und überall. Und dann wundern wir uns, wenn junge Menschen, die noch nicht ihr Leben vollständig geprägt hat, aber durch diese Dinge geprägt werden, wenn sie in Ausnahmesituationen kommen, Taten setzen, die sie tagtäglich vor Augen geführt bekommen! In jedem Fernsehprogramm bereits am Vormittag. Tagtäglich aber auch in der Kunst und Kultur in diesen Bereichen vor Augen geführt bekommen. Und das ist für mich nicht der richtige Weg!

Wobei ich dem Kollegen Thaler recht gebe: Dass ich deswegen nicht dahingehend verfallen bin, Kunst und Kultur zu kastrieren. Das wollen wir alle zusammen nicht, Kollege Thaler. Das wollen wir nicht. Aber dass wir diese Debatte im Nutztierschutzgesetz führen, ist ja klar, weil es den Anlassfall gegeben hat. Und ich glaube auch in aller Freiheit, die wir hier für die Kunst beanspruchen, sollten wir trotzdem die Diskussion ehrlich führen, ob es vernünftig ist, ob es wirklich sinnvoll ist und ob es gut ist, für Menschen, die Verantwortung übernommen haben, über die Jugend, aber auch über die Tiere. Ich wünschen Ihnen viel Erfolg bei dem Gespräch mit Hermann Nitsch. Vielleicht können Sie ihn dazu bringen, vielleicht können Sie ihn auch dahin bringen, dass er mit derartigen Dingen vielleicht aufhört. Jeder wird einmal gescheiter oder jeder sieht gewisse Dinge, vielleicht wenn er mit anderen Menschen gesprochen hat, die eine andere Sicht der Dinge haben, anders, dann auch vielleicht umkehrt und sagt: „Naja, vielleicht haben wir hier wirklich überzogen."

 

Ich glaube aber, das letztendlich diese Debatte, meine sehr geehrten Damen und Herren, etwas Nützliches gehabt hat. Die heutige Diskussion wurde sehr ruhig, sehr sachlich, sehr vernünftig geführt. Sie sollte in dieser Richtung weitergehen. Danke. (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Nächste Wortmeldung, Herr Klubobmann Mag. Thaler!

Abg. Mag. Thaler: Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Ich bin zum einen einmal froh, dass hier dem Bereich der Kunst im Salzburger Landtag ein so breiter Raum gewidmet wird. Ich bin zum zweiten auch froh, dass diese Debatte in sachlicher Form über die Bühne geht, aber ich muss noch ein paar Bemerkungen anbringen, und zwar gerade weil ich meine, dass der Kollege Dr. Schöppl hier Dinge verwechselt und damit also in einen Bereich abgleitet, in den wir nicht kommen wollen.

Zunächst einmal: Es ist immer sehr gefährlich, mit Zitaten einen Beweis anzutreten. Und ich glaube, ich habe es im Ausschuss schon gesagt, dass mir mein Professor an der Universität geraten hat, bei Zitaten vorsichtig zu sein. Es könnte eine völlige Entstellung der Wirklichkeit damit eintreten. Mit dem Zitat ... (Zwischenruf Abg. Dr. Schnell: Ist ein Zwischenruf gestattet?) ... Natürlich! ... (Zwischenruf Abg. Dr. Schnell: Meistens zitiert derzeit wird offensichtlich Jörg Haider!) ... Das ist Deine Wahrnehmung, lieber Karl Schnell. Ich glaube nicht, dass das die Realität ist. Mit Zitaten kann ich natürlich Feldzüge führen gegen eine unliebsame Person. In der Bibel steht geschrieben: Judas ging hin und erhängte sich und Jesus sprach: Gehet hin und tuet desgleichen. Das steht in der Bibel, meine Damen und Herren. Beide Sätze stehen in der Bibel. Aus dem Kontext gerissen. Aus dem Sinnzusammenhang ergeben sie ein völlig falsches Bild, nämlich den kollektiven Aufruf zum Selbstmord. So ist die Bibel nicht! Und so ist auch Hermann Nitsch nicht, wie er hier zum Teil mit Zitaten dargestellt wird.

Kollege Schöppl! Lesen Sie das Buch von der Danielle Spera, die kennt ihn seit gut zehn Jahren. Sie hat dort einen Satz zum Ausdruck gebracht. „Hermann Nitsch ist für mich der größte Tierfreund, den ich kenne."

Mit Zitaten lassen sich Tumulte erzeugen. Am 23. Dezember des Jahres 1920 wurde mit Zitaten aus Schnitzlers Werk „Der Reigen" in Berlin ein ungeheurer Kunst- und Kulturskandal fabriziert, ein ungeheurer Kunst- und Kulturskandal. Heute zählt Schnitzler, und auch damals war er es schon, für die, die sich damit beschäftigt haben: einer der größten österreichischen Dichter.

 

Und im Grunde frage ich mich: Warum debattieren wir über Hermann Nitsch, der seit 20 Jahren das macht, jetzt nach 20 Jahren? Ich komme mir vor wie im englischen Parlament. Da hat man 30 Jahre nach dem Tod des D. H. Lawrence und 33 Jahre nach Erscheinen seines Werkes „Lady Chatterly‘s Lover" eine Parlamentsdebatte geführt und beschlossen, dass dieses Werk in England nicht mehr erscheinen darf.

Inzwischen war es längst Gut der Weltliteratur, in der gesamten Welt gelesen, nur weil einige obszöne Textstellen enthalten sind, die gewisse Kreise in England negativ berührt haben, und so negativ berührt fühlen wir uns jetzt durch Hermann Nitsch, der dieses Orgien-Mysterien-Theater ja nicht erstmals heuer und schon gar nicht im Lande Salzburg aufgeführt hat.

Kollege Schöppl, noch einmal bitte! Verwechseln wir nicht Kunst mit Unterhaltung. Sie bringen das immer so heraus! Genau das Gegenteil: Kunst ist niemals Unterhaltung. Sobald etwas zur Unterhaltung wird, ist es nicht mehr Kunst im Sinne des Künstlers! Sie verwechseln kulturelle Emanationen. Ja. Ein Theaterstück ist als Stück vom Dichter geschaffen ein Kunstwerk. Aber sobald es produziert wird im Rahmen einer Aufführung, ist es Bestandteil unserer österreichischen oder deutschsprachigen oder abendländischen Kultur. Und Sie verwechseln Kunst mit Unterhaltung. Das ist falsch.

Da halte ich eher mit Franz Kafka, der gesagt hat: „Kunst ist die Axt für das gefrorene Meer in uns." Wir alle haben ein gefrorenes Meer, das im Grunde Unverständnis für viele Dinge ist. Und das Orgien-Mysterien-Theater ist die archetypische Aufarbeitung von jahrhundertealter Menschheitsgeschichte, von jahrhundertealter Menschheitsgeschichte, die der Mensch verdrängt hat und die Nitsch sozusagen wieder ans Licht der Öffentlichkeit bringt. Und das, was er hier zeigt als Spiel, passiert leider Gottes oder ist in den letzten Jahren im jugoslawischen Raum tausendfach passiert. Leider nicht als Kunst, sondern als bittere Realität!

Für mich gibt es im Grunde überhaupt nur drei Möglichkeiten, wie die menschliche Gesellschaft in einem einigermaßen geordneten Rahmen zusammengeführt werden kann: Der eine Rahmen ist die Religion. Die Weltreligionen bemühen sich mit ihren moralischen Vorstellungen, das Leben der Menschheit zu regeln. Es würde normalerweise genügen, mit den zehn Geboten Gottes das Auslangen zu finden. Man hat das Auslangen nicht gefunden, daher gibt es eine Gesetzgebung. Die zweite Form, der zweite Rahmen, das Leben zu regeln, ist die Gesetzgebung, meine Damen und Herren, von der wir ein Bestandteil sind. Und der dritte Rahmen, meine Damen und Herren im Sinne eines Humanisierungsprozesses ist die Kunst. Da können Sie sagen, was Sie wollen. Auch wenn ich nicht mit

jeder Form der Kunst einverstanden bin. Die größten Fortschritte der Humanisierung in der Weltgeschichte haben die Künstler hervorgebracht. (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: So, meine Damen und Herren! Wir sind damit an das Ende der Debatte angelangt. Wir stimmen zunächst über den Zusatz-Ergänzungsantrag der Grünen ab, die eine Ergänzung im § 4 Abs. 1 des Tierschutzgesetzes wollen. Wer dem Grünen Ergänzungsantrag zustimmen will, bitte um ein Handzeichen. Das ist FPÖ und Grüne und Frau Dr. Wagner-Schöppl. Gegenprobe. ÖVP mit Ausnahme von Frau Dr. Wagner-Schöppl und SPÖ abgelehnt.

Abg. Dr. Schnell: Zur Geschäftsordnung! Herr Präsident, wir bitten für die nächste Abstimmung um namentliche Abstimmung!

Präsident Dr. Schreiner: Der Antrag, der zur Abstimmung vorliegt, ist ein von der Ausschussmehrheit abgeänderter. Der ursprüngliche Antrag steht nicht zur Abstimmung. Der Antrag, über den abgestimmt wird, hat die Fassung bekommen durch die Mehrheit. Jetzt werden die Damen und Herren namentlich aufgerufen und bitte mit ja oder nein stimmen. Damit kein Missverständnis entsteht, es wird nicht über den ursprünglichen Antrag, sondern über den Antrag der Ausschussmehrheit abgestimmt.

Bitte, Herr Dr. Schöppl!

Abg. Dr. Schöppl: Also um das klarzustellen. Wer für den ursprünglich eingebrachten Antrag stimmt, und diesen unterstützen will, muss mit nein stimmen?

Präsident Dr. Schreiner (setzt fort): Also ich bitte nun den Herrn Schriftführer, alphabetisch vorzulesen und die Damen und Herren mit ja oder nein zu antworten:

Abg. Brenner (verliest):

Abg. Rosemarie Blattl: nein

Dritte Präsidentin Maria Bommer: ja

Abg. Ilse Breitfuss: ja

Abg. David Brenner: ja

Abg. Rupert Doppler: nein

Abg. Lukas Essl: nein

Abg. Theresia Fletschberger: ja

Abg. Ing. Georg Griessner: ja

Abg. Margit Hofer: ja

Zweiter Präsident Johann Holztrattner: nicht anwesend

Abg. Simon Illmer: ja

Abg. Helmut Lindenthaler: ja

Abg. Josef Mayr: ja

Abg. Gudrun Mosler-Törnström: ja

Abg. Helmut Naderer: nein

Abg. Mag. Michael Neureiter: ja

Abg. Hilde Ossberger: ja

Abg. Dr. Bernd Petrisch: ja

Abg. Wolfgang Rainer: ja

Abg. Dr. Heidi Reiter: nein

Abg. Mag. Gerlinde Rogatsch: ja

Abg. Werner Rossmann: ja

Abg. Wolfgang Saliger: ja

Abg. Matthias Scheiber: ja

Abg. Dr. Karl Schnell: nein

Abg. Dr. Andreas Schöppl: nein

Präsident Dr. Helmut Schreiner: ja

Abg. Alfons Schröcker: ja

Abg. Cyriak Schwaighofer: nein

Abg. Roswitha Stadlober: ja

Abg. Walter Steidl: ja

Abg. Mag. Anita Strebl: ja

Abg. Mag. Walter Thaler: ja

Abg. Dr. Gertraud Wagner-Schöppl: nein

Abg. Friedrich Wiedermann: nein

Abg. Robert Zehentner: ja

Präsident Dr. Schreiner: Wenn meine Mitschrift stimmt, ist eine Mehrheit für den Ausschussantrag. Meine Zählung ergibt 23 gegen 10.

Damit hat der Antrag des Ausschusses eine Mehrheit gefunden. Meine Damen und Herren, bevor ich zur Mittagspause unterbreche, darf ich bekannt geben, dass wir uns um 14:30 Uhr wieder treffen werden zur dringlichen Anfrage. Anschließend an die dringliche Anfrage wird dann der Tagesordnungspunkt 4, soweit er offen ist, noch erledigt und Punkt 5 und 6 die Zuweisungen und dann in den Ausschuss.

Ich schließe die Sitzung bis 14:30 Uhr.

(Unterbrechung der Sitzung: 13:05 bis 14:35 Uhr)

Zweiter Präsident Holztrattner: Meine sehr geschätzten Damen und Herren!

Wir nehmen die unterbrochene Sitzung wieder auf. Zur Behandlung gelangt

 

 

Punkt 7: Dringliche Anfragen

Punkt 7.1: Dringliche Anfrage der Abg. Dr. Schnell, Dr. Schöppl und Naderer an den Präsidenten des Landtages betreffend die Gewährung von Akteneinsicht für die Landtagsparteien – Nr. 222 der Beilagen

Ich ersuche den Schriftführer, den Antrag zu verlesen.

 

Abg. Brenner (verliest den Antrag).

Zweiter Präsident Holztrattner: Die dringliche Anfrage wurde verlesen. Dem Anfragesteller stehen zehn Minuten zur Begründung zu. Wer meldet sich zu Wort? Herr Abg. Naderer oder Herr Dr. Schnell, wer? Niemand. Bitte Herr Präsident!

Präsident Dr. Schreiner: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Meine Damen und Herren!

Die Frage 1 an mich lautete: Hat der Landesgesetzgeber im zitierten Ausschussbericht den Willen geäußert, dass sich Abgeordnete bei der Akteneinsicht moderner Hilfsmittel bedienen können, und ein bloßes Einlesen des Textes mit Hilfe moderner Technik nicht unter das Verbot Kopien anzufertigen, fällt? Ich darf dazu antworten wie folgt: § 80 Abs. 3 der Geschäftsordnung sieht vor, Zitat: "Das Ablichten und die Mitnahme von Akten oder Aktenteilen sind unzulässig." – Zitat Ende. Der Ausschussbericht zu dieser Bestimmung enthält den ausdrücklichen Hinweis über den im Ausschuss viel geredet wurde, dass ein bloßes Einlesen von Texten nicht unter dieses Verbot fällt. Anders als zum Beispiel § 17 AVG, der ausdrücklich bestimmt, dass die Parteien sich vom Akt oder den Aktenteilen an Ort und Stelle Abschriften selbst anfertigen oder nach Maßgabe der technischen Möglichkeiten auf ihre Kosten Kopien anfertigen können, enthält der § 80 des Geschäftsordnungsgesetzes keine ausdrückliche Regelung, ob und wie eine die Akteneinsicht vornehmende Person den Inhalt der eingesehen Akten oder Aktenteile festhalten kann. Schon aus der Negativaussage, dass ein Ablichten unzulässig ist, wird aber deutlich, dass ein Festhalten des Inhaltes grundsätzlich möglich ist und als vom Recht auf Akteneinsicht

mitumfasst anzusehen ist. Das Verbot des Ablichtens schließt eine bestimmte Technik dafür mit der Zielsetzung aus, dass kein Faksimile entstehen kann. Das hat offenbar der Landesgesetzgeber in der Geschäftsordnung des Landtages festgehalten.

Bei dieser Frage des Faksimiles kommt es weniger auf die Größe an, als auf die Ausführung und Nachbildung. Im Hinblick auf diesen Zweck des Verbotes besteht auch bei anderen modernen Techniken, die ebenso wie ein Ablichtegerät eine originalgetreue Nachbildung eines Aktenstückes wie durch Ablichten herstellen, kein wesentlicher Unterschied zum Vorgang des Ablichtens. Solche Techniken, die also ein Faksimile produzieren, wären deshalb ebenso unzulässig. In diesen Fällen kann aber von einem bloßen Einlesen nicht die Rede sein. Nur einen solchen Vorgang hatte der Landtag vor Augen, und er hielt ihn auch für zulässig, das bloße Einlesen, das zu keinem Faksimile führt. Ich halte daher das bloße Einlesen mit Geräten, welcher Art auch immer, die keinen Faksimileeffekt haben, als im Sinne des § 80 der Geschäftsordnung des Landtages für zulässig.

Zur Frage 2 – die Frage lautet: Dürfen sich Abgeordnete daher bei der Akteneinsicht moderner Hilfsmittel bedienen, insbesondere Akten oder Aktenteile mit technischen Hilfsmitteln einlesen? Die Antwort: Abgeordnete dürfen sich sehr wohl bei der Akteneinsicht moderner Hilfsmittel bedienen, aber, wie ich schon bei der Frage 1 ausgeführt habe, nicht unbeschränkt. So ist sicherlich die Benutzung des traditionellen Diktiergerätes als eine Form anzusehen, die ein sich Bedienen eines modernen Hilfsmittel darstellt und zulässig ist. Im Ergebnis gleichartige Möglichkeiten, wie zB. das bloße Einlesen von Texten mit entsprechenden technischen Geräten wäre daher, sofern, wie gesagt, kein Faksimileeffekt entsteht, als ebenso zulässig zu betrachten.

Frage 3: Wie werden Sie das Recht der Abgeordneten, Akten oder Aktenteile mit technischen Hilfsmitteln einzulesen, durchsetzen? Das Geschäftsordnungsgesetz hat das Akteneinsichtsrecht als Recht der Fraktionen der Landtagsparteien konstruiert. Es hat dabei die Rolle des Präsidenten des Landtages bedauerlicherweise außerordentlich stark beschränkt. Der Präsident hat lediglich das Begehren der Landtagspartei nach einer formellen Prüfung an das zuständige Mitglied der Landesregierung weiterzuleiten.

Ich hoffe, meine Damen und Herren, mit meinen Ausführungen zu Punkt 1 und 2 und mit der Feststellung, dass ein bloßes Einlesen von Texten im Rahmen der Akteneinsicht zulässig ist, zur Klärung einer wichtigen politischen Frage beigetragen zu haben. Ich bedauere nur, dass die Frage nicht früher an mich herangetragen worden ist. Ich danke Ihnen! (Beifall der ÖVP-, FPÖ- und Grünen-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Holztrattner: Herr Abg. Naderer!

Abg. Naderer: Herr Präsident! Geschätzte Ein-Siebtel-Regierung! Meine Kolleginnen und Kollegen des Hohen Hauses!

Sie als Regierungspartei wissen es genauso gut wie wir in der Opposition, es sind Spielregeln der Demokratie. Macht braucht Kontrolle! Kontrolle allerdings, und das wissen wir spätestens seit dem Oktober 1997, Kontrolle ist lästig, ist unangenehm. Und wenn Kontrolle lästig ist und unangenehm und sie so lästig ist, dass man sie gar nicht mehr ertragen kann, weil man einfach zu zweit besser mauscheln und packeln kann, dann wählt man einfach das entsprechende Regierungsmitglied ab. Kontrolle kann aber auch noch lästiger sein, soweit dass man unschuldige Mitarbeiter dann vor Gericht stellt. Kontrolle kann auch so weit gehen, dass sie unangenehm ist, dass man Gemeindemandatare im Lungau vor den Staatsanwalt, vor das Gericht zerrt, weil sie kontrolliert haben. So der Status quo unserer Rechtsdemokratie.

In diesem Bereich des demokratiepolitischen Defizits haben wir uns es zur Aufgabe gemacht, trotzdem, auch wenn man aus der Regierung hinausfliegt, die Regierenden zu kontrollieren. Eine Kontrolle, eine Art der Kontrolle ist es, die Akten der Regierungssitzungen für die Abgeordneten der Oppositionsparteien zugänglich zu machen. Und dieser Zugang wird mir trotz der großen Hilfe, die mir immer wieder vom Hofrat Faber bei meinem Ansinnen angedeiht, diese Akteneinsicht wird immer erschwert. Einmal, wenn mir das per Gesetz zugestandene Recht, etwas einzuscannen aus den Regierungsakten, nicht durchgeführt werden soll, dann sagt man, es gibt kein technisches Gerät in der Nähe. Beim zweiten Mal nimmt unser Sekretär dieses technische Gerät – wenn auch nicht leicht, aber trotzdem, er schleppt es mit – in das Sitzungszimmer des LAD und dann kommt der LAD höchstpersönlich und sagt, "nein hier wird nicht eingescannt". Obwohl explizit ausdrücklich in den Unterlagen des Ausschusses, der am 8. Dezember 1998 getagt hat, festgehalten wurde, so wie auch vom Präsidenten Prof. Schreiner bestätigt, ein bloßes Einlesen des Textes mit Hilfe moderner Technik fällt aber nicht unter das Verbot. Also ich muss mich als Abgeordneter, als ein Angehöriger jener Parteien, die die Regierenden in diesem Land kontrollieren sollen, die vom Gesetz, vom Bürger diese Aufgaben übertragen bekommen haben, ich muss mir vom Landesamtsdirektor sagen lassen, dass dies nicht durchgeführt wird, obwohl mir dies in der Landesverfassung und eben auch im § 80 der Geschäftsordnung ausdrücklich zugebilligt wird.

Ich hoffe, dass die Worte, die heute der Landtagspräsident gesprochen hat, hier eine entsprechende Klarheit bringen, dass auch die Regierungsmitglieder der SPÖ in Zukunft diese Akteneinsicht genehmigen, denn die Regierungsmitglieder der ÖVP haben bis dato alle Akten vorgelegt, kein einziger Akt aus Reihen der SPÖ-Mitglieder, was sehr verwunderlich ist. Und ich glaube ich schließe mit der landläufigen Weisheit, diesen bekannten

Spruch habe ich einmal gehört, dass nur der Macht hat, der etwas weiß. Dann sagt der Nächste: Jetzt weiß ich, warum so viele Machtlose im Landtag sitzen. Dazu will ich mich nicht länger zählen. (Beifall der Grünen- und FPÖ-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Holztrattner: Als nächster zu Wort hat sich gemeldet der Herr Dr. Schnell!

Abg. Dr. Schnell: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus!

Ich bedanke mich ausdrücklich beim Herrn Präsident Prof. Schreiner, dass er in seinen Ausführungen klargestellt hat, wie diese Problematik zu sehen ist und auch unsere Meinung teilt, wie die Beratungen damals, die Ausschussberatungen hier stattgefunden haben. Ich kann mich nämlich genau erinnern, dass wir auch den Terminus technicus Scanner verwendet haben. Es war zuerst verwunderlich, warum keine Kopien gemacht werden dürfen und sehr wohl aber ein modernes Einlesegerät, sprich ein Scanner, verwendet werden darf. Aber das hat der Herr Präsident jetzt klargestellt, weil man vermeiden will, dass Faksimileproduktionen hier hergestellt werden können.

Was mich allerdings – das geht nur die Regierung an – verwundert, ist warum man sich so sehr verwehrt, im demokratischen Sinne der Opposition im Landtag Akteneinsicht zu gewähren, wobei man ja vorher großmächtig davon gesprochen hat, wie man hier die Rechte der Opposition stärken will – vor der Änderung der Landesverfassung. Ich verstehe auch nicht, warum man sich so sehr verwehrt, weil ja damit das Kontrollprinzip nicht mehr bestehen kann. Wie soll man etwas kontrollieren von dem man gar nichts weiß, von dem man gar nichts wissen kann und nichts wissen darf. Und der Schelm ist so wie er denkt, denkt sich auch die Opposition. Na ja, warum hat man denn etwas zu verbergen?

Ich verstehe überhaupt nicht, welchen Grund es geben sollte, warum die Regierung den Landtagsfraktionen eine Einsicht in einen Regierungsakt verwehren sollte. Ich habe damals als Regierungsmitglied noch dem Fraktionsführer der Bürgerliste jederzeit angeboten, Akteneinsicht in die Regierungsakte zu nehmen. Ja bitte, meine sehr geehrten Damen und Herren! Das kann es ja nicht sein, das ist ja bitte wirklich fragwürdig, warum man hier so bedacht ist, dass zwei Fraktionen aus Informationen ausgeschlossen werden. Ähnlich wie das Verhalten gestern bezüglich der Informationen, die die Regierung in Sachen HL-AG hier von sich gegeben hat.

Ich sehe es nicht ein und ich sehe auch den Zweck nicht und ich frage mich, was das soll, wenn zwar die Landtagsabgeordneten und Fraktionsführer oder Fraktionsvorsitzenden,

wie auch immer, der Regierungsparteien, die im Landtag sitzen, Informationen erhalten dürfen, aber die Fraktionschefs oder wie immer Sie das wollen – wir haben da ja auch schon die Diskussion gehabt, wie man das richtig bezeichnet – hier keine Informationen erhalten sollten. Noch dazu, wo bei einer Fraktion der Herr Vizebürgermeister Naderer als Bürgermeister eingeladen ist. All diese Diskussionen wären eigentlich unnotwendig in einer offenen Demokratie, die vor allem immer wieder von den zwei Regierungsparteien so sehr in medialen Aussendungen und in der Öffentlichkeit beansprucht werden. Da heißt es eben immer, die modernste Verfassung, die größten Rechte der Opposition, die es jemals gegeben hat, in keinem anderen Land gibt es das. Und wenn man dann von diesen Rechten Gebrauch machen will, dann geht das offensichtlich nicht. Ich danke dem Herrn Präsidenten wirklich, dass er hier eine Klarstellung getroffen hat, ich hoffe aber auch, dass der Herr Landesamtsdirektor und der Hofrat Faber uns an unseren Rechten nicht mehr hindern. Danke! (Beifall der FPÖ- und Grünen Abgeordneten)

Zweiter Präsident Holztrattner: Somit ist die dringliche Anfrage der Freiheitlichen Partei beantwortet. Wir kehren jetzt zurück zum Tagesordnungspunkt 4, so mich der Herr Präsident informiert hat, die Erledigung des

 

Punkt 4: Berichte und Anträge der Ausschüsse

Ich rufe auf

 

Punkt 4.24: Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zum Antrag der Abg. Naderer, Dr. Wagner-Schöppl und Dr. Schöppl betreffend die Novellierung des Nutztierschutzgesetzes – Nr. 166 der Beilagen

Herr Dr. Schöppl!

Abg. Dr. Schöppl: Some animals are more equal. Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus!

Dieser berühmte Satz gilt nicht für die Antragsteller. Was für das Tierschutzgesetz gilt, gilt natürlich auch für jene, die unter das Nutztierschutzgesetz fallen. Was ich heute hier zum Tierschutzgesetz gesagt habe, gilt natürlich auch für den Antrag, der hinsichtlich des Nutztierschutzgesetzes gestellt wurde. Ich bitte Sie daher nochmals, bei der folgenden Abstimmung für das Leben zu stimmen.

 

Zweiter Präsident Holztrattner: Keine weiteren Wortmeldungen. Bitte!

Abg. Schwaighofer: Ich wollte nur festhalten, dass auch ein Abänderungsantrag der Grünen vorliegt. ... (Zwischenruf Abg. Dr. Wagner-Schöppl: Meiner auch!) ...

Zweiter Präsident Holztrattner: Abänderungsantrag zu 4.24. Wollen Sie das Wort haben Herr Schwaighofer? Keine Wortmeldungen, dann lasse ich über den Abänderungsantrag, der Ihnen allen zugegangen ist, abstimmen. Wer mit diesem Abänderungsantrag einverstanden ist, den bitte ich um ein Zeichen mit der Hand! FPÖ, Grüne und Frau Dr. Wagner-Schöppl – dagegen ÖVP und SPÖ! Ich lasse über den Hauptantrag abstimmen. Wer für den Hauptantrag ist, wer dagegen? Mit den Stimmen der ÖVP und SPÖ angenommen.

Wir kommen zu

 

Punkt 4.25: Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zum Antrag der Abg. Dr. Schnell, Naderer und Essl betreffend eine Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre – Nr. 167 der Beilagen

Zu Wort gemeldet hat sich der Abg. Brenner!

Abg. Brenner: Herr Präsident! Geschätzte Landesregierung! Werte Kolleginnen und Kollegen!

Erlauben Sie mir noch einmal mit meinem Beitrag einen Versuch zu starten, wie schon zu erwarten war, für diese wichtige Frage der Wahlaltersenkung und damit die Frage und die Thematik der verstärkten Einbindung und Beteiligung der Jugendlichen in die Gemeindepolitik und in das Gemeindeleben den Versuch zu unternehmen, eine Mehrheit dafür zu bekommen. Heute soll in einem ersten Schritt darüber abgestimmt werden, indem eine Vorlage der Landesregierung dafür erstellt werden soll. Ganz besonders appelliere ich natürlich dabei an die Kollegen und Kolleginnen der ÖVP, an denen es leider in der letzten Periode gescheitert ist und so wie es ausschaut, auch diesmal zu scheitern droht.

Ich hege deswegen da noch einen Funken Hoffnung, weil ich zunehmend den Eindruck gewonnen habe, es handelt sich dabei um keine grundsätzlich ideologische Frage in der ÖVP, sondern wird in den verschiedenen Ländern und auch im Bund ganz unterschiedlich betrachtet. Die Sonja Moser hat seinerzeit als Familienministerin für die Wahlalterabsenkung eine Patenschaft übernommen. Ihr Nachfolger, Minister Bartenstein, hat im SN-In-

terview vor einigen Jahren angekündigt, dass die Frage der Einbeziehung der 16-Jährigen auf kommunaler Ebene in den nächsten Jahren Berücksichtigung finden sollte. Und ganz besonders hoffnungsfroh bin ich eigentlich deswegen, weil gerade letztes Frühjahr die ÖVP Steiermark selbst einen Antrag auf Wahlaltersenkung eingebracht hat, und deswegen denke ich mir, es geht nicht um eine grundsatzideologische Frage, sondern es könnte hier vielleicht auch noch zu einer Bewegung bei Ihnen führen, was mich natürlich sehr freuen würde.

In den letzten Jahrzehnten hat sich das Leben der Jugendlichen dramatisch verändert. Es hat einen Schwung an neuen Kommunikationsmitteln, neuen Technologien, neuen Transportmitteln gegeben, die den Jugendlichen eine erhöhte Mobilität, neue Chancen, neue Möglichkeiten gebracht hat, aber gleichzeitig auch an die Jugendlichen enorme Anforderungen gestellt hat. Eine höhere Eigenverantwortung, permanente Leistungsbereitschaft im Bereich zB. des sich dauernd wandelnden Wissens – alle sieben Jahre aktualisiert sich heute unser Wissen um 100 %, erneuert es sich. Und diese Eigenverantwortung und Leistungsbereitschaft hat man in den letzten Jahren von den Jugendlichen erleben können. Sogar die Katholische Kirche hat dem bereits Rechnung getragen. In Niederösterreich zB. ist es seit 1997 üblich, dass der Pfarrgemeinderat von allen, die bereits gefirmt sind, dh. dass theoretisch ab dem zwölften Lebensjahr möglich ist, gewählt werden kann. Also selbst da ist ab dem zwölften Lebensjahr bereits wählen möglich.

In all diesen Bereichen nehmen wir die Jugendlichen zu Recht ernst, beziehen sie voll in die Verantwortung ein und verlangen Ernsthaftigkeit. Mit 14 Jahren, sagt das Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch, kann man bei der Berufsauswahl oder soll man bei der Berufsauswahl und bei der Ausbildung mitsprechen. In diesem Alter schließen Jugendliche Lehrverträge ab, zahlen in der Folge als Lehrlinge auch Steuern mit. Mit 16 Jahren fällt die Schutzgrenze für Alkohol und Tabak, mit 16 Jahren kann man vor Gericht gestellt werden und ist für seine Handlungen verantwortlich. ... (Zwischenruf Abg. Dr. Schöppl: Mit 14!) ... Mit 14 Jahren? Danke, danke, noch besser. ... (Unverständliche Zwischenrufe) ... Mit 14 Jahren kann man also, - Zwischenruf, ob ich das Wahlalter auf 14 Jahre senken will - nein ich bringe nur gerade Beispiele, wo Jugendliche von uns voll in die Verantwortung genommen werden und das, wir könnten natürlich dann noch darüber diskutieren, was das Alter genau sein soll. 14 Jahre würde ich nicht fordern. Mit 16 Jahren kann man mittlerweile heiraten, mit 16 Jahren darf man ein Moped lenken und mit 16 Jahren kann man – man höre und staune – in Österreich sogar ein Flugzeug oder einen Hubschrauber fliegen. Aus dieser Erkenntnis heraus denke ich mir, hat der Landtag eigentlich in der letzten Periode schon die ersten Schlüsse gezogen, und diese ganz zu Recht. Wir haben ein neues Jugendschutzgesetz beschlossen – mit den Stimmen der ÖVP übrigens auch –, wir haben in diesem Jugendschutzgesetz zB. die Ausgehzeiten ab 16 Jahren völlig frei gemacht. Dh. auch, da ist der erste Schritt in diese Richtung erfolgt. Mit 16 Jahren kann man heute, so es die Eltern auch erlauben, ausbleiben, so lang man will. Wir haben die Wahl der Jugendbeauftragten in den Gemeinden in diesem Gesetz vorgesehen, das Jugendreferat und Akzente Salzburg, die das im Auftrag des Landes Salzburg vollziehen, haben das passive Wahlrecht hier für zwölf Jahre angesetzt, das aktive Wahlrecht – umgekehrt, das passive Wahlrecht ist ab 16 Jahre, das aktive Wahlrecht auf zwölf Jahre angesetzt.

Ich glaube es ist jetzt Zeit, den nächsten gemeinsamen Schritt zu machen und den

16-Jährigen die Chance und auch das Recht zu geben, ihr unmittelbares politisches Umfeld auch mitzugestalten. Eine Vielzahl von den Vorteilen und den Ängsten, die da immer mitschwingen, wenn wir um Wahlaltersenkung debattieren – ich denke da zB. an die Frage, wie die Wahlbeteiligung ausschauen würde, wenn die 16- und 17-Jährigen mitwählen; ich denke da an die Frage, wie positionieren sich diese jungen Wähler gegenüber extremeren Parteien. Eine Vielzahl von diesen Tendenzen und von diesen Sorgen, die kann ich mittlerweile ausräumen. Es hat in Deutschland, ich habe im Ausschuss ja schon darauf hingewiesen, bereits vor einigen Jahren eine Wahlaltersenkung in drei Bundesländern stattgefunden – das war in Niedersachsen, in Nordrhein-Westfalen und in Schleswig-Holstein –, und es hat sich ganz klar in den begleitenden Studien dazu gezeigt, dass keine dieser Befürchtungen richtig ist. Tatsächlich ist es so, dass der Nichtwähleranteil sich um nichts unterscheidet von dem aller anderen Altersgruppen. Ganz im Gegenteil, die 16- bis 18-Jährigen sind weit mehr zur Wahl gegangen als die 18- bis 35-Jährigen. Gewählt haben diese jungen Wähler die SPD, die CDU, die Grünen und die FDP; die Republikaner und die PDS sind von den 16- bis 18-Jährigen weit weniger gewählt worden, als von allen anderen Altersgruppen.

Mit dem Wahlrecht für 16- und 17-Jährige würden wir die Jugendlichen in Zukunft verstärkt in unsere Gesellschaft einbinden, integrieren, und sie würden auch endlich formal Verantwortung für ihr Umfeld übernehmen können. Ich glaube, das ist ein ganz ein wichtiger Beitrag auch in der Frage und in der Setzung von Gegenmaßnahmen gegen diesen Trend der zunehmenden Entsolidarisierung, und im Jugendbereich nennt man es Cocooning, dieses Abkapseln von Jugendlichen aus dem gesellschaftlichem Umfeld, aus der Familie, aus den Schulbereichen, aus dem Freundesbereich.

Es wäre weiters ein bedeutsamer Schritt, unser von der Bevölkerung oft als sehr intransparentes, also sehr komplexes politisches System den Jugendlichen näher zu bringen. Und ich glaube, das wäre ein ganz wesentlicher Schritt im Hinblick auf eine politische Bildung, sie Step by Step, Schritt für Schritt in unsere Demokratie einzuführen. Sie können ab zwölf Jahren mittlerweile den Jugendbeauftragten in den Gemeinden wählen, ab 16 Jahren dann auf kommunaler Ebene wählen, mit 18 Jahren dann mit der Volljährigkeit die Land-

tage und den Nationalrat wählen. Ich glaube, da würden wir einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die Jugendlichen auch hier stärker in die politische Verantwortung und in die demokratische Bildung stärker mit einzubeziehen.

Und schließlich ist die Wahlaltersenkung natürlich ein hervorragendes und wichtiges Instrument, den Anliegen der Jugendlichen, also allen diesen ganzen jugendpolitischen Bereichen, endlich verstärkt Berücksichtigung zu schenken. Es ist für Jugendliche einfach schwer, ihren Themen das notwendige Gewicht zu verleihen, wenn ihnen dazu auch die Wahlstimme fehlt. Für Parteien und für uns politischen Akteure würde das natürlich im Umkehrschluss oder in der weiteren Folgerung heißen, dass wir verstärkt auf die Jugend zugehen müssen, verstärkt zielgruppenorientierte Informationsarbeit machen müssen und natürlich verstärkt entsprechende Angebote setzen müssen und die Themen der Jugendlichen aufnehmen müssen, wie wir das in der SPÖ ja bereits erfolgreich tun.

Falsch ist es, mit dem Argument des politischen Desinteresses Jugendlichen das Wahlrecht vorzuenthalten. Richtig ist, dass es sich dabei um ein Grundrecht handelt, über dessen Verwendung die Bürger selbst entscheiden müssen. Wäre es anders, müssten wir wohl auch die Interessen und das politische Verständnis von Erwachsenen einer Prüfung unterziehen, wenn wir es so bewerten würden.

Falsch ist, dass Jugendliche die Wahlbeteiligung drücken würden und extreme Parteien bevorzugen. Richtig ist es, dass 16-Jährige in unserer sehr komplexen Gesellschaft eine Vielzahl von Pflichten und Aufgaben übernehmen und, wenn ich das generalisiert sagen darf, auch höchst verantwortungsvoll diese wahrnehmen. Wählen mit 16 Jahren ist sicherlich keine generelle Problemlösung für alle Fragen der Gemeindedemokratie und für alle Jugendprobleme. Aber richtig ist, dass die Absenkung des Wahlalters eine stärkere Einbindung der Jugendlichen in der Gemeinde, im Gemeindeleben beinhalten würde, dass die Beteiligung, das Verständnis und das Engagement der Jugend für die Politik gefördert werden würde und dass endlich ihren Anliegen damit auch das nötige Gehör verschafft würde. Danke sehr! (Beifall der SPÖ- und Grünen-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Holztrattner: Zu Wort hat sich gemeldet der Herr Abg. Naderer!

Abg. Naderer: Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Präsident! Geschätzte Ein-Siebtel-Regierung!

Wahlalter mit 16 Jahren – was spricht dafür, was spricht dagegen? Ich kann fast alles, was der Kollege David Brenner jetzt hier von sich gegeben hat, unterschreiben. Er hat es treffend analysiert. Warum sollte man Jugendlichen, die eine Vielzahl von Verantwortungen

im täglichen Leben übertragen bekommen, hohe Verantwortung sogar, nicht das Wahlrecht auf kommunaler Ebene zukommen lassen? Was spricht da wirklich dagegen? Warum soll man die Jugend nicht einbinden in die Entscheidungsprozesse einer Kommune, einer Gemeinde? Einerseits ist ein Jugendlicher ab 14 Jahren strafmündig; er muss für seine Taten gerade stehen. Er wird auch von den Banken und von der Wirtschaft als Konsument umworben, kann dort Rechtsgeschäfte tätigen, die zur Folge viele tausend Schilling an Geldverkehr haben können. Die Regierung in Wien will sogar oder hat sogar beschlossen, dass Jugendliche nicht nur heiraten können, sondern auch gleichgeschlechtliche Beziehungen eingehen können. Die Tragweite ist eine ganz andere, als wenn man bei einer Gemeindevertretung wählen geht.

Die ÖVP sagt aber dazu, die Wähler in diesem Alter sind nicht reif genug an einer Entscheidung mitzuwirken. Dabei gäbe es viele besondere Anliegen, die diese Wählergruppe attraktiv machen würde, attraktiv für uns Politiker, nämlich sich intensiv um sie zu kümmern und nicht mit irgend welchen Programmen oder Philosophien abzutun. Hier geht es um Jugendzentren in den Gemeinden. Jugendbeauftragte – wir müssten dann kein Gesetz schaffen, wo das explizit verankert ist, dass eine Gemeinde so etwas braucht. Das würde sich ganz von allein ergeben. Freizeiteinrichtung – ich denke an die Skaterparks u.dgl., oder die Mitsprache beim Jugendschutzgesetz. Elementare Anliegen dieser Arbeitsgruppe, die einfach negiert werden, die, wie gesagt, vielleicht auf philosophischer Ebene behandelt werden, aber nicht in der Form, dass normal eine Wählergruppe sich das erwarten könnte. Auch der Kinder- und Jugendanwalt schreibt in seiner Analyse: Der pragmatische Zugang zur Frage der Herabsetzung des Wahlalters reiht sich historisch in die Öffnung des Wahlrechtes für Frauen, für Strafgefangene, so wie in die bisherigen Herabsetzungsschübe auf 19 Jahre bzw. 18 Jahre ein und setzt diese fort. Aus kinderrechtlicher Sicht ist umgekehrt zu fragen, ob das Wahlrecht mit sachlichen Argumenten der Gruppe der Unter-18-Jährigen verwehrt werden kann.

1996 war hier in diesem Haus, in diesem Plenarsaal ein Jugendlandtag mit einem ganz großen positiven Erfolg. Und alle haben wir uns danach bekannt, wir werden die Jugend unterstützen. Schon 1997, nicht erst 1998 wurde bereits in deutschen Bundesländern das Wahlalter gesenkt, in Niedersachsen, wie das der Kollege Brenner richtig angeführt hat. Und was ist passiert? Es ist gar nichts passiert. Die demokratischen Entscheidungsprozesse bei den Wahlen sind genauso vor sich gegangen wie vorher, nur die Klientel "der Jugendliche" hat jetzt ein eigenes Sprachrohr. Die Politiker dort kümmern sich um ihre Anliegen. Ich bin auch der Meinung, dass sehr wohl 16-Jährige ihre politische Urteilsfähigkeit sehr weit entwickelt haben können. Nicht alle, aber auch alle darüber Älteren haben diese Entwicklungsfähigkeit nicht unbedingt.

 

Die hohe Sensibilität der Jugendlichen im Bereich der Themen Friedenssicherung, Umweltschutz oder bei den kommunalen Anliegen, wie gesagt Jugendzentren u.dgl., ist uns ja allen bekannt. Sie alle diskutieren mit Menschen dieses Landes, Sie wissen welche Altersgruppe in etwa welche Themen anspricht. Sie wissen genau, dass die nun von mir genannten Themen, insbesondere die Jugend betreffend. Daher treten wir dafür ein, dass man diesen Generationendialog führt und auch in der ÖVP zu führen ist – ich habe letztes Mal spaßhalber gesagt, wer denn nun der Jugendsprecher ist von diesen Fünfen, die da dagesessen sind? Man lächelte nur. Dieser Generationendialog, der ist zu führen und auszubauen, die Jugend ist einzubinden, die Jugend ist zu fördern und die Jugendanliegen, die sind ernst zu nehmen. Und sie werden von einem Parlament nur dann ernst genommen, wenn sie Wähler sind.

Senken wir daher gemeinsam dieses Wahlalter auf kommunaler Ebene auf 16 Jahre, meine Damen und Herren des Salzburger Landtages! Wenn Sie sich heute dazu durchringen können, insbesondere Kolleginnen und Kollegen der ÖVP, dieses Wahlalter auf 16 Jahre zu senken, dann setzen Sie heute eine historische Tat, die, wie ich vorher schon angeführt habe, sicherlich vergleichbar ist mit der Einführung des Wahlrechts für Frauen oder die Herabsetzung des Wahlalters auf 18 Jahre. Helfen Sie mit bei dieser historischen Tat! (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Holztrattner: Zu Wort hat sich gemeldet die Frau Abg. Stadlober! Herr Schwaighofer, ich habe Sie aufgeschrieben.

Abg. Stadlober: Hohes Haus! Liebe Kolleginnen! Liebe Kollegen!

Dieses Thema betreffend eine Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre wurde schon mehrmals ausreichend im Landtag behandelt. Viele Jugendstudien und zahlreiche Diskussionsveranstaltungen mit Jugendlichen belegen, dass Wählen mit 16 Jahren bei vielen Jugendlichen nicht das Wichtigste ist. Mehr Mitbestimmen Ja – früher Wählen Nein. Die Senkung des Wahlalters wäre aus mehreren Gründen problematisch, weil der Wahlkampf damit in die Schule hineingetragen würde. Gleichzeitig fehlt aber in den meisten Lehrplänen das Fach Politische Bildung. Es besteht die Gefahr, dass die Wahlwerbung und der politische Wahlkampf nicht nur vor den Schulen, sondern auch in den Schulen, Vereinen und Jugendeinrichtungen stattfindet. Der Wahlkampf würde zwingend in die Unterrichtsstunden hineingetragen und es besteht die Gefahr, dass die Lehrer gezwungenermaßen in der Diskussion die Schüler politisch beeinflussen.

Bei der Ausschusssitzung vom 7. Oktober 1998 sagte Professor Firlei zur Wahlaltersenkung Folgendes: "Der Vorwurf an die ÖVP, die Interessen der Jugendlichen durch ihre

Blockade bei der Wahlaltersenkung nicht zu vertreten, stimmt in dieser Allgemeinheit nicht. Die Interessen der Kinder und Jugendlichen sind bei der ÖVP in guten Händen. Hätten wir die ÖVP nicht, stünde es um die Interessen der Kinder und Jugendlichen in Österreich sehr viel schlechter.", so Dr. Firlei. Für die ÖVP ist das Wichtigste, das lebensweltliche Umfeld für die Kinder und Jugendlichen zu erhalten. Dh. die Familien zu unterstützen und zu fördern, die Rahmenbedingungen für eine gute Ausbildung unserer Jugend verbessern, für genügend Lehrstellen und Berufschancen sorgen. Einrichtungen schaffen, in denen sich die Jugend begegnen und wohl fühlen kann.

Durch die Wahlaltersenkung hat man für die Jugendlichen noch nichts getan. Insofern ist es eine Alibiaktion, wenn man sie als Jugendförderaktion verkauft. Auch Dr. Firlei sah damals die Wahlaltersenkung nur als symbolische Geste. Verpflichtungen gegenüber der jungen Generation müssen anders eingelöst werden. Danke! (Beifall der ÖVP-Abgeordneten und Abg. Schröcker)

Zweiter Präsident Holztrattner: Zu Wort hat sich gemeldet Herr Abg. Zehentner!

Abg. Zehentner: Herr Präsident! Hohes Haus!

Wählen mit 16 Jahren und dies auf Gemeindeebene: Als ehemaliger Landesobmann der Salzburger Landjugend ist es wohl selbstverständlich (Heiterkeit), dass ich mich zu diesem Thema zu Wort melde, und ich weiß nicht, was es da zu Lachen gibt. (Heiterkeit und Beifall Abg. Schröcker) Es ist jetzt fast 25 Jahre aus, dass ich damals diese ehrenamtliche Funktion bekleidet habe, und es war damals unter uns Jungen schon ein Thema, ob wir wählen gehen dürfen oder nicht. Und wir haben damals die Alten schon nicht verstehen können, warum sie diesem Ansinnen so skeptisch, so ablehnend gegenüberstehen.

Die Jugend von heute ist sehr viel mehr Gefahren noch ausgesetzt, wie wir damals. Wir haben damals eine Droge gehabt und mit der haben wir nicht immer umgehen können, das war der Alkohol. Heute sind wesentlich mehr und wesentlich härtere Sachen in diesem Bereich. Die Jugend muss heute, und das haben einige meiner Vorredner ja schon ausführlich dargelegt, sehr viel Verantwortung übernehmen. Es stimmt, es ist für die Jugendlichen das Wählen gehen nicht das Wichtigste – ein Lehrplatz, ein Ausbildungsplatz ist viel wichtiger. Aber es ist schließt doch das eine das andere nicht aus. (Beifall der SPÖ- und Grünen-Abgeordneten)

Wir brauchen, um dieses Gesetz zu ändern, eine Verfassungsmehrheit. Und ich appelliere an die ÖVP, ja ich flehe euch an, werdet Eurer Verantwortung bewusst und nehmt die jungen Leute für voll. Danke! (Beifall der SPÖ-, FPÖ- und Grünen-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Holztrattner: Zu Wort hat sich gemeldet Herr Abg. Schwaighofer!

Abg. Schwaighofer: Sehr geehrte Damen und Herren!

Ich war nicht Obmann der Landjugend, aber auch in einer Jugendorganisation tätig und habe auch diese Diskussion miterlebt. Ich möchte gerne zuerst auf einige Argumente von der Kollegin Roswitha Stadlober eingehen, ganz kurz. Ein maßgebliches Argument schien mir zu sein, dass mit der Senkung des Wahlalters der Wahlkampf in die Schulen getragen würde. Für mich nicht ganz schlüssig, wenn es jetzt bei 18 Jahren ist, dann wird es ebenso in die AHS getragen, wie es dann mit 16 Jahren in die AHS getragen würde. Und die übrigen Schulen betrifft es in keiner Weise. Also ich kann nicht nachvollziehen, es geht hier offensichtlich um zwei Klassen, die hier möglicherweise frühzeitig von politischen Ideen beeinflusst würden. Aber insgesamt wird es trotzdem in die Schulen getragen, und sind wir froh, wenn grundsätzliche politische Debatten in den Schulen ihren Platz finden.

Das zweite Argument, die ÖVP tut sehr viel für die Jugend: Ja natürlich, das kann man ja nur unterstreichen und das wird auch von niemandem hier herinnen, glaube ich, bestritten, aber wie Robert Zehentner schon gesagt hat, das eine kann doch das andere nicht ausschließen als Argument. Natürlich sollen wir viel für die Jugend tun, sie tut sehr viel, schließt aber das andere nicht aus. Und es kann auch nicht einfach argumentiert werden, es sei eine Alibiaktion, wenn man die jungen Menschen in den Gemeinden mit dem aktiven Wahlrecht versieht. Die Gemeinden, das ist uns doch ja allen klar, sind das nächste soziale Umfeld der jungen Menschen. Dort haben sie weitestgehend ihre Beziehungen, dort sind sie in Vereinen tätig, dort erleben sie auch Kommunikation, dort erleben sie auch Angenommensein, dort erleben sie ihre Schwierigkeiten. Und genau in diesem Feld, glaube ich, ist es notwendig, den jungen Menschen als ersten Schritt eine Möglichkeit zu geben, mitzubestimmen.

Ich habe vor einigen Tagen, weil mich das Thema interessiert hat, mit jungen Gymnasiasten gesprochen, was sie davon halten würden, wenn eben in der Gemeinde das Wahlrecht für 16-Jährige käme. Und dort war der Tenor durchgehend, dass sie gemeint haben, wenn ein junger Mitschüler oder eine Mitschülerin oder einer aus dem Freundeskreis in der Gemeinde säße, dann würde das natürlich auch schlagartig das Interesse, nicht bei allen, aber bei vielen, heben, was da drinnen passiert. Da sitzt einer von uns drinnen, der hat die Möglichkeit mitzustimmen, Vorschläge zu machen, und das wäre auch sicherlich eine Belebung dieses wichtigen sozialen Umfeldes Gemeinde.

Ich möchte auch ganz kurz auf ein paar Argumente, die im Bericht angeführt sind, der ÖVP eingehen, ganz kurz zwei Dinge nur. Ein Argument war, dass die ÖVP darauf hin-

weist, dass vielen Jugendlichen die Herabsetzung des Wahlalters kein Anliegen sei. Diese Feststellung, glaube ich, gilt für andere Altersgruppen ebenso; es gibt auch in anderen Altersgruppen genug Menschen, denen das Wählen nicht unbedingt ein großes Anliegen ist. Das zeigt ja auch die Wahlbeteiligung. Und hier kann man einfach nicht sozusagen eine Gruppe, die das Wahlrecht noch nicht hat, hervorheben, dass es ihr auf Grund irgendwelcher Studien kein besonderes Anliegen sei.

Noch weniger einsehen kann ich die zweite Argumentation, dass durch die Verleihung des Wahlrechtes lediglich der Anteil der Wahlbeteiligung durch eine derartige Maßnahme sinken würde. Das würde ja heißen, dass für uns der Prozentpunkt der Wahlbeteiligung entscheidend ist. Ist nicht der entscheidende Punkt, wie viele Menschen wählen gehen? Und wenn von einer größeren Anzahl möglicher Wähler insgesamt mehr gehen, ist das nicht ein Vorteil? Ist es entscheidend, ob prozentuell jetzt ein etwas kleinerer Anteil geht oder ist es wichtiger, dass auch junge Menschen dieses Recht wahrnehmen? Das kann doch nicht so sein, dass hier der Prozentsatz, der befürchtete niedrigere Prozentsatz den Ausschlag gibt, hier dieses Wahlrecht den jungen Menschen nicht zuzugestehen.

Ich glaube also, dass die Herabsenkung des aktiven Wahlrechtes auf Gemeindeebene, wie schon von vielen betont, wirklich eine Chance wäre, junge Menschen wieder im kommunalen Bereich für Mitarbeit, für mehr Engagement zu gewinnen. Viele Ansätze sind mit dem neuen Jugendschutzgesetz geschaffen worden, und ich schließe mich dem Appell der SPÖ und der FPÖ an, dass hier die ÖVP mit uns gemeinsam diesen ersten Schritt setzen möge. (Beifall der SPÖ-, FPÖ- und Grünen-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Holztrattner: Zu Wort hat sich gemeldet Herr Abg. Essl!

Abg. Essl: Herr Präsident! Meine geschätzten Damen und Herren des Plenums! Werte Volksvertreterinnen und Volksvertreter der Österreichischen Volkspartei!

Ich habe mit Genugtuung die Wortmeldungen der Kollegen Brenner, Naderer, Schwaighofer und Zehentner vernommen, die die Argumente für die Herabsetzung des Wahlalters hervorragend unterstrichen haben. Von Ihrer Seite, werte Mitglieder der Volkspartei, ist dies nicht geschehen. Sie haben Scheinargumente vorgeschoben, Scheinargumente, sonst nichts. Ist es nicht wahr, dass Banken und Versicherungen um diese Altersgruppe werben, sie als gute zahlungskräftige Kunden zu gewinnen? Ist diese Altersgruppe nicht dazu auch verdammt bzw. bestimmt, gute Konsumenten abzugeben für den Bereich der Wirtschaft? Stellen sie nicht im Bereich der Arbeitsmarktpolitik hervorragende Fachkräfte?

 

Ich gehe noch einen Schritt weiter. Wir, die Republik sagt, Ihr müsst unsere Heimat schützen, Ihr müsst im Bereich der allgemeinen Wehrpflicht Euren Dienst tun. Das machen die jungen Leute. Ich möchte nur die Jugoslawien-Krise in Erinnerung rufen, wie sie sich vor unserer Haustür abgespielt hat, im slowenisch-österreichischen Grenzgebiet, wo wehrdienstpflichtige Jugendliche an die Grenze geschickt wurden, wo Kugeln flogen. Bitte vergessen wir diese Zeiten nicht. Da sind sie recht, um unser Land zu schützen.

Ich gehe noch einen Schritt weiter. Es werden auch eingezogen in den Stellungen und in den Wehrdienst, die noch nicht ... (Zwischenruf Abg. Mag. Neureiter: Mit welchem Alter bitte, Lukas.) ... Ja, mit 18 Jahren, mein lieber Herr Kollege Neureiter, da sind sie noch nicht wahlberechtigt, weil sie haben es ja noch nicht vollendet. Und ich gehe noch einen Schritt weiter. Es ist ja auch so, dass auch im Zivildienst gute Arbeit geleistet wird, im Sozialbereich, im Gesundheitsbereich. Deshalb unterstreiche ich noch einmal die Argumente der Vorredner und appelliere an die Fraktion der ÖVP, umzudenken und aus diesem Thema nicht nur wahlstrategische Gesichtspunkte zu sehen. Danke! (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Holztrattner: Zu Wort hat sich gemeldet der Herr Dr. Schöppl!

Abg. Dr. Schöppl: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus!

Pflichten und Rechte, das ist das Spannungsverhältnis zwischen Staatsbürger und Staat. Wer in einem Staat Pflichten hat, dem sollten wohl auch Rechte zukommen. Jugendliche mit 16 Jahren haben eine Vielzahl von Pflichten, die denen der Erwachsenen fast gleich sind. Rechte als Staatsbürger und insbesondere das Wahlrecht werden ihnen im Wesentlichen verwehrt. 16-Jährige sind uns recht als Steuerzahler, als Konsumenten, wählen dürfen sie nicht gehen. 16-Jährige können bereits voll zur Verantwortung gebracht werden, sie können für ein Fehlverhalten Gefängnisstrafen bekommen. Sie werden voll von der Gesellschaft in die Pflicht für ihr Verhalten genommen. Wählen dürfen sie nicht gehen. Doch bevor jemand wählen gehen darf, unterliegt er der Wehrpflicht, wählen darf ein junger Soldat manchmal noch nicht.

Wir reden nur vom Wahlrecht auf kommunaler Ebene. Und, meine Damen und Herren Kollegen von der ÖVP, denken Sie daran, dieses Wahlrecht kommt auch EU-Bürgern zu, die weitaus weniger Pflichten gegenüber der Gemeinde, Pflichten gegenüber unserem Land haben als jene 16-Jährigen. Und erklären Sie einmal einem 17-jährigen Soldaten, warum er nicht zur Wahl gehen darf, aber ein EU-Ausländer an dieser teilnehmen darf. Ich bin gespannt, wie Sie das argumentieren. Und Ihre Gegenargumente, die ich heute gehört habe, seien Sie vorsichtig. Da heißt es, man könne Jugendliche nicht wählen las-

sen, weil sie das Fach Politische Bildung in der Schule noch nicht hätten. Ich sage Ihnen, der Großteil unserer Bürger hat so einen Unterricht nicht genossen. Und jene, die nicht eine AHS besuchen, sondern Lehrlinge sind, die werden auch dann, wenn sie 18 Jahre sind und das Wahlrecht bekommen, noch immer nicht dieses Fach in der Schule gehabt haben. Ein bestimmter Unterricht und eine Ausbildung zum Wahlrecht lehnen wir Freiheitliche jedenfalls ab.

Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die ÖVP eine besondere Bürgerausbildung verlangt, damit jemand ein Wahlrecht bekommen darf. Und eine Gefahr, dass das in Schulen und Vereinen von Jugendlichen diskutiert wird, sehen wir nicht. Wir sehen es eher als positiv, wenn sich Jugendliche in Vereinen, dort wo sie sich treffen, auch mit der Politik auseinander setzen, denn die Politikverdrossenheit der Jugend, ein Problem das uns alle betrifft, kann wohl nur dadurch bekämpft werden, dass wir den Jugendlichen Gelegenheit geben, darüber zu reden, darüber zu diskutieren und sich natürlich auch im Gespräch eine Meinung zu bilden. Und ein Interesse für Politik und damit auch für die Verantwortung für die Gemeinschaft werden Sie bei den Jugendlichen auch nur erwecken können, wenn Sie ihnen ein bisschen Verantwortung und ein bisschen Recht der Mitsprache geben und sie an Wahlen auf kommunaler Ebene teilnehmen lassen. Wenn wir also Jugendlichen Pflichten auferlegen, so wie Erwachsenen, dann geben wir ihnen auch die Rechte und lassen sie wählen und lassen sie in unserem Land auf kommunaler Ebene mitbestimmen. (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Holztrattner: Ich erteile das Wort dem Herrn Klubobmann Dr. Karl Schnell!

Abg. Dr. Schnell: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Frau Kollegin Stadlober!

Dass Sie mit Ihrer Argumentation nicht Recht haben, das, die Tatsache, dass wenn 16-Jährige wählen dürften auf kommunaler Ebene, dann möglicherweise die Politik in den Schulen Einzug hält, haben wir eigentlich heute schon dargestellt mit dem Kollegen Thaler und mit mir. Der Kollege Thaler hat als mein Professor sicher das Interesse für die Politik geweckt und geschärft und trotzdem haben wir eine andere Ansicht. (Heiterkeit)

Ich möchte mich aber entschuldigen beim Kollegen Zehentner, weil wir gelacht haben, obwohl er eigentlich das wichtigste Argument überhaupt gebracht hat. Derzeit steht die Jugend einem ganz großen Problem, und ich sage es offen, und der größten Seuche unseres Jahrhunderts, das uns ins nächste Jahrtausend begleiten wird und beschäftigen wird, gegenüber, dem Drogenproblem. Das ist ein Problem, dem die Jugendlichen gerade in diesem Alter ausgesetzt sind; ein Problem, dem sie selber nicht Herr werden können und

auch ihre Familien nicht. Weil teilweise Mittel angewendet werden, die haarsträubend sind und die Jugendlichen, wenn sie einen Discobesuch tätigen, aufpassen müssen, dass ihnen nicht irgendwas in ihr Glas geleert wird.

Aber, meine sehr geehrten Damen und Herren der ÖVP, was mich am meisten wundert ist, dass Sie Ihre eigenen Argumente hier so locker wegstecken. Es war Ihr Bundesparteiobmann und Vizekanzler Dr. Schüssel, Wolfgang Schüssel, der in einem Interview bezüglich der Familienpolitik gesagt hat, "na ich diskutiere vor allem mit meinen Söhnen über dieses Problem, denn die haben oft eine bessere Meinung, als so mancher Politiker". Und ich frage mich vor allem, was wird – keine Aufregung –, was werden Max und Moritz sagen, wenn sie 16 Jahre sind. Was werden Max und Moritz sagen, wenn sie 16 Jahre sind und erfahren, dass ihr Vater und Landeshauptmann gegen die Senkung des Wahlalters war, obwohl man die Kinder so gerne oft gerade für politische Werbung benutzt und in den Medien mit ihnen abbilden lässt.

Aber für mich ein Argument, das mich persönlich auch betrifft, ist die Tatsache, dass meines Wissens nach EU-Recht 16-Jährige zwar gleichgeschlechtliche Beziehungen eingehen dürfen, dass aber vor allem 16-jährigen Leute in einem Berufsbereich tätig werden können, dass sie zB. ein Luftfahrzeug lenken dürfen, einen Hubschrauber, ein Flugzeug, und dass das Luftfahrtrecht hier genaueste Bestimmungen enthält und die Personen, die das dürfen, nach Zuverlässigkeit und Vertrauen prüft und hier genauestens durchleuchtet.

Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ein 16-Jähriger, der die Verantwortung auf sich nehmen kann, einen Hubschrauber zu lenken, ein Flugzeug zu lenken, was eine gewaltige Verantwortung darstellt, einen derartigen Menschen in diesem Alter nicht wählen zu lassen, ist einfach absurd. Absurd, meine sehr geehrten Damen und Herren. Und denken Sie daran, reden Sie noch einmal mit Ihrem Landeshauptmann. Was würden Max und Moritz sagen, wenn sie 16 Jahre sind, was würden sie über ihren Landeshauptmann, über ihre Partei denken. Danke! (Beifall der FPÖ- und Grünen-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Holztrattner: Zu Wort gemeldet hat sich der Herr Klubvorsitzende Mag. Walter Thaler! Ich erteile ihm das Wort.

Abg. Mag. Thaler: Herr Präsident! Meine Damen und Herren!

Ja, was würden Max und Moritz sagen: Max und Moritz, diese beiden, werden sich nicht mehr bescheiden. Wollen nicht nur den LH sehen, wollen auch zur Wahl gehen. (Heiterkeit und Beifall) Ist zwar nicht ganz Wilhelm Busch und der Vers mag auch da und dort

holprig sein, aber in der Eile des Gefechtes beim Herausgehen ist mir nichts Besseres eingefallen.

Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben diese Debatte im Hause schon gehabt. Es hat im Grunde die Kollegin Stadlober als neue Jugendsprecherin genau dasselbe gesagt, wie damals die Jugendsprecherin, Kollegin Hofer. Es hat sich an der Argumentation nichts geändert. Ich glaube aber, dass diese Argumentation einfach nicht mehr stimmt und auch damals nicht gestimmt hat. Es wurde von meinen Vorrednern schon angezogen, in welchen Bereichen die Jugend durchaus auch Rechte bekommen hat, aktiv mitzugestalten und zu wählen. Und die Sorge der ÖVP-Fraktion, dass mit dem Wahlrecht für Jugendliche, für das aktive Wahlrecht bei den Kommunalwahlen die Politik in die Schulen getragen würde, stimmt in dieser Form nicht, weil die Politik außerhalb der Schultore Halt zu machen hat und politische Werbung in Schulen auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen (Beifall der FPÖ-Abgeordneten) einfach nicht stattfinden darf.

Und wenn der Kollege Schnell gesagt hat, ich habe ihm das Interesse für Politik nahe gebracht und seine politischen Interessen geschärft ... (Zwischenruf LHStv. Dr. Gasteiger: Einer Deiner größten Fehler.) ... geschärft, Kollege Gasteiger, dann muss ich sagen, es mag für den einen oder anderen ganz lustig wirken, aber ich sehe darin trotzdem noch ein Kompliment, und zwar deshalb, weil es ja Aufgabe eines Lehrers ist, den jungen Menschen für die Belange der Öffentlichkeit, sprich für die Politik, zu interessieren. Es ist nicht Aufgabe des Lehrers, es ist dem Lehrer verboten, die Schüler zu indoktrinieren auf Grund seines eigenen politischen Selbstverständnisses. Und das habe ich nicht getan, und es ist ja nicht nur der Kollege Schnell als freiheitlicher Mandatar durch meine Hände gegangen in der Schule, sondern es sind auch andere Parteienvertreter daraus herausgewachsen, namhafte Politiker auf Bundes- und kommunaler Ebene.

Meine Damen und Herren! Den Schülern wird durchaus zugestanden, dass sie in wesentlichen Belangen, dort, wo es um sie geht, die richtigen Entscheidungen treffen können. Der Bundesgesetzgeber hat eindeutig normiert und das wird jetzt im Zuge der Lehrplanreform, die von der Frau Ministerin Gehrer gekommen ist, Lehrplan 1999, noch eine viel stärkere Auswirkung haben. In Zukunft wird jede Schule ein eigenes Leitbild sich zu erarbeiten haben, wird jede Schule ein eigenes Schulentwicklungsprogramm zu erarbeiten haben – das ist eine Arbeit von ungefähr einem Zeitraum von zwei Jahren –, und dieses Leitbild und dieses Schulentwicklungsprogramm wird sodann im demokratischen Gremium des Schulgemeinschaftsausschusses, der drittelparitätisch zusammengesetzt ist, zu beschließen sein. Dh.: Dort sitzen drei Schüler, drei Eltern und drei Lehrer und die drei Schüler haben genau dieselben Rechte wie die Lehrer, die glauben es besser zu wissen, aber nicht immer besser wissen, und genauso viele Rechte wie die Eltern, die um ihre Kinder bemüht in diesem

Schulforum oder Schulgemeinschaftsausschuss drinnen sitzen. Meine Damen und Herren, hier hat zB. ein Direktor kein Stimmrecht, aber ein Schüler aus der fünften Klasse hat ein Stimmrecht. Und in diesem Gremium können nicht Eltern und Schüler, Eltern und Lehrer etwa die Schüler überstimmen, weil aus jedem dieser paritätischen Teile zumindest eine Mehrheit vorhanden sein muss. Also es müssen zumindest zwei Schüler auch dafür sein. Es geht nicht, dass sechs Eltern- und Lehrervertreter etwa die Schüler überstimmen. Dh. mit anderen Worten, es gibt doch wichtige Entscheidungen, bei denen der Jugend sehr wohl zugetraut wird, das Richtige zu beschließen, das Richtige zu tun.

Meine Damen und Herren! Ich darf Ihnen die Meinung eines namhaften Politikers kurz zur Kenntnis bringen und ich bitte Sie, dass Sie diesen seinen Appell dann bei Ihrer Beschlussfassung entsprechend berücksichtigen. An die Bereitschaft zur Mitgestaltung in der Gemeinde, zum Engagement in der Gemeinschaft und zur Planung der gemeinsamen Zukunft appellierte kürzlich ein namhafter Salzburger Landespolitiker: "Nur mit der Bereitschaft jedes Einzelnen, aktiv mitzugestalten, sei es möglich, Demokratie zu leben, positive Ideen umzusetzen und die Gemeinschaft lebendig zu gestalten. Demokratie lebe von der Vielfalt der Meinungen und gerade von der Jugend seien seit jeher stets positive Impulse zur Bewältigung gesellschaftlicher und politischer Probleme ausgegangen, auf die man auch heute noch angesichts der weltweiten Umwälzungen und Veränderungen nicht verzichten könne. Dazu sei es notwendig, neuen Entwicklungen aufgeschlossen gegenüber zu stehen." Ich glaube, dass die Einführung des kommunalen Wahlrechts für Jugendliche mit 16 Jahren eine neue Entwicklung ist und ich darf Sie bitten, diesem Appell des Herrn Landeshauptmann-Stellvertreters Dr. Gasteiger zu entsprechen. (Beifall der SPÖ-, FPÖ- und Grünen-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Holztrattner: Zu Wort hat sich gemeldet der Herr Klubvorsitzende Ing. Georg Griessner, Herr Ingenieur!

Abg. Ing. Griessner: Hohes Haus! Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen!

Ich möchte mit einer Bitte einleiten, Herr Klubobmann Schnell, die Söhne des Herrn Landeshauptmannes heißen nicht Max und Moritz, sondern Max und Alexander. Ich glaube man sollte sich vorher überlegen, wenn man so eine Wortwahl verwendet, weil damit für mich am Beginn meiner Ausführungen feststeht, dass die freiheitliche Fraktion diese Entscheidung "Wählen mit 16 Jahren bei Kommunalwahlen" noch nie ernst genommen hat. Und ich möchte das untermauern, nicht nur damit, womit ich begonnen habe, sondern auch damit, dass wir in der letzten Legislaturperiode zwei Mal über Wählen mit 16 Jahren auf kommunaler Ebene abgestimmt haben. Einmal hat die freiheitliche Fraktion mit uns

gegen den Antrag gestimmt, das Wahlalter herabzusetzen und einmal eben mit den Sozialdemokraten und der Bürgerliste für die Herabsetzung.

Als weiteren Punkt möchte ich anführen, dass allein schon aus der Vorbereitung des Antrages die „Ernsthaftigkeit" hervorgeht. Man hat in der Präambel, ist ja für jedermann, jede Frau nachzulesen, ua. festgehalten – immerhin ein Antrag, der am 6. August dJ eingebracht wurde –, "gerade der kürzlich abgehaltene Jugendlandtag hat eindrucksvoll gezeigt" usw., usw. Wir wissen, sehr geehrte Damen und Herren, dass dieser Jugendlandtag mindestens zwei Jahre her ist. Und weiters hat man beim Abschreiben des damaligen sozialdemokratischen Antrages etwas zu wenig aufgepasst, was auch wieder die geringe Ernsthaftigkeit unterstreicht, weil man im Antrag formulierte "die Landesregierung wird ersucht, dem Landtag eine Regierungsvorlage zuzuleiten, die eine Absenkung des Wahlalters für das aktive und passive Wahlrecht für Landtags- und Gemeindewahlen auf 16 Jahre vorsieht. Wohlgemerkt Bürgermeister mit 16 Jahren.

Sehr geehrte Damen und Herren! Wir nehmen die Argumente der Sozialdemokraten durchaus ernst, weil sie eigentlich immer bei ihrer Linie geblieben sind, so wie wir bei unserer Linie bleiben. Und daher konnte die Frau Kollegin Stadlober, nicht weil wir sie da gezwungen haben, sondern weil wir über diese Frage ernsthaft diskutiert haben, ja nichts anderes tun, als die Argumente wiederzugeben, die schon verwendet wurden bei der damaligen Abstimmung. Und ich denke mir, liebe Kolleginnen und Kollegen von der freiheitlichen Fraktion, das muss man einfach aufzeigen. Man versucht da mit diesen Anträgen, die hier im Hohes Haus ja mehrfach jetzt aufliegen, dass man einfach frühere Anträge der Sozialdemokraten oder der Österreichischen Volkspartei abschreibt, versucht man halt einen Kern, eine Spaltung in die Koalition zu treiben. Das wird Euch sicherlich nicht gelingen. Es gibt keinen Sinn, dass man einer Fraktion nunmehr völlig eine andere Haltung aufzwingt, sondern dass man natürlich auch in einer Partnerschaft versucht, bei seiner Meinung bleiben zu können, wobei das ja nicht immer so einfach ist. Partnerschaft bedeutet Zusammenarbeit, bedeutet einen gemeinsamen Weg eine gewisse Zeit – in diesem Fall fünf Jahre, eine Legislaturperiode – zu gehen und da ist man natürlich aufeinander auch angewiesen.

Wir haben in den letzten Wochen und Monaten bewiesen, dass wir als Koalitionsparteien durchaus bereit sind, Vorschläge, Anträge der Opposition aufzunehmen, sie auch zu unterstützen. Wir werden uns darum auch weiterhin bemühen, weil die politische Arbeit im Landtag und in den Ausschüssen ja nicht darin bestehen kann, dass eine Mehrheit partout andere, vielleicht vernünftige gute Vorschläge ablehnt, sondern wir sind bereit und haben das bewiesen, darüber zu diskutieren.

 

Politik in den Schulen, Herr Klubobmann Thaler, da muss man differenzieren. Politik soll schon stattfinden, aber keine Parteipolitik, keine parteipolitische Beeinflussung, weil wir ja wollen, dass sich der junge Mensch selber ein Urteil bildet. Daher ist politische Bildung derart wichtig, dass man den jungen Menschen vorbereitet auf das politische Geschehen, auf die politischen Zusammenhänge hinweist, ihn in die Lage versetzt, dass er selber urteilen und beurteilen und letzten Endes dann selber entscheiden kann.

Ich möchte gerade im Zusammenhang mit Parteipolitik und politischer Beeinflussung noch anhängen –, Kollege Thaler, auch Drogen sind verboten und Drogenmissbrauch findet in Schulen statt. Das wissen wir. Das ist nicht so einfach zu sagen, was stattfinden darf und was nicht stattfinden darf. Ich möchte nicht alle übrigen Argumente wiederholen. Ich möchte noch einmal darauf verweisen, dass wir der Meinung sind, dass es viele, viele andere Probleme der Jugendlichen gibt, die wir vorrangig zu lösen haben. Wir haben das Gefühl, dass mit der Herabsenkung und mit dem Antrag der Herabsenkung des Wahlalters auf 16 Jahre man glaubt, man hat seine Schuldigkeit getan, der Jugendliche kann nunmehr wählen und er soll sich selber um seine Probleme kümmern. Er ist gar nicht in der Lage, liebe Kolleginnen und Kollegen, sich um verschiedene Bereiche selber so zu kümmern, wenn nur der Bereich der Drogenproblematik noch einmal angesprochen werden darf.

Und abschließend möchte ich noch ein Argument, das wahrscheinlich nicht den Eindruck machen wird, den ich mir erwarte, anführen. Ich habe auch gemeinsam mit meiner Frau vier Kinder, ich weiß aus eigener Erfahrung und aus der Erfahrung meiner Arbeit mit Jugendlichen, dass die Jugendlichen es heute nicht leichter sondern eher schwerer haben. Wenn wir Älteren an unsere Jugendzeit denken, so ist es doch, glaube ich, im überwiegenden Maße so, dass wir uns mit vielen Problemen der heutigen Jugendlichen nicht auseinander setzen mussten. Wir haben eigentlich, denke ich mir, eher ein leichteres, vielleicht auch ein schöneres, wenn auch manchmal unter schwereren Bedingungen, das ist ja immer relativ, Aufwachsen gehabt. Ist es unbedingt notwendig, dass wir noch zusätzlich und vermehrt Verpflichtungen und Lasten dem Jugendlichen aufladen? Ich würde einladen, darüber nachzudenken.

Abschließend möchte ich, geschätzte Damen und Herren, im Namen der ÖVP-Fraktion gemäß § 41 der Landtags-Geschäftsordnung, des Landtags-Geschäftsordnungsgesetzes den Antrag auf geheime Abstimmung stellen. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Holztrattner: Nächste Wortmeldung Klubobmann Dr. Karl Schnell!

 

Abg. Dr. Schnell: Hohes Haus! Herr Kollege Griessner!

Ich möchte mich hierorts höflichst entschuldigen. Ich war wirklich der Meinung, die beiden Kinder hießen Max und Moritz. Tut mir Leid, wenn die Namen Moritz und Alexander heißen. Aber ich bitte darum ... (Zwischenrufe: Max und Alexander!) ... Max und Alexander, Entschuldigung. ... (Zwischenruf Abg. Ing. Griessner: Der Namen eines Menschen ist wichtig.) ... Ja mag ja sein, aber es ist ja nicht so tragisch, wenn ich die Namen nicht so genau kenne von den Kindern vom Herrn Landeshauptmann. Ich habe nur damals gelesen in den Medien anlässlich der Wahl, ich war wirklich der Meinung, sie hießen Max und Moritz. Aber es ist eh gleich. Ich möchte mich von dieser Stelle hier entschuldigen. Wenn die Entschuldigung nicht angenommen wird, kann ich auch nichts machen.

Aber in der ganzen Debatte, und das möchte ich feststellen, wurden von hier eigentlich nur Argumente sachlicher und fachlicher Natur gebracht. Das erste Mal, lieber Georg Griessner, hast Du jetzt Politik ins Spiel gebracht. Und jeder weiß, dass dieser Antrag ursprünglich von der SPÖ stammt. Wir haben auch überhaupt nichts dagegen einzuwenden, wir haben diesen Antrag so übernommen bitte. Genauso, lieber Georg Griessner, wie wir einen Antrag der ÖVP übernommen haben vor Jahren, das war ganz am Anfang meiner politischen Tätigkeit damals, meine Fraktion hat nämlich Eueren Antrag "Zehn-Punkte-Programm zur Reform der Sozialversicherungsträger" übernommen. Wir haben ihn wortident von Euch eingebracht, übernommen und eingebracht, nur im Gegensatz zur SPÖ, die zu ihrem eigenen Antrag steht, habt Ihr dann damals Eurem eigenen Antrag nicht zugestimmt. Das ist halt der kleine Unterschied.

Naja, nur Kollege Griessner, wenn Du davon sprichst, dass man ja quasi Partner braucht – richtig, in der Regierung gibt es Einheitsbeschlüsse. Ich nehme doch wohl nicht an, dass die Einheitsbeschlüsse der Regierung auch hier für den Landtag gelten. Oder ist mir das verborgen geblieben, dass die ÖVP- und SPÖ-Fraktion offensichtlich auch hier im Hohen Haus immer einer Meinung sein müssen und dasselbe Stimmverhalten an den Tag legen müssen. Das wäre äußerst bedenklich, äußerst bedenklich, Kollege Griessner, und hat mit Gewaltentrennung, Demokratie, Kontrolle, die der Landtag darstellen soll gegenüber der Regierung, ja wirklich nichts mehr zu tun.

Und eines möchte ich also auch ganz klipp und klar feststellen. Offensichtlich vertritt hier die SPÖ eine Meinung, vertritt die FPÖ eine Meinung und vertritt auch die grüne Fraktion eine Meinung. Dh., eine eigentlich sehr breite demokratische Mehrheit in diesem Land. Und ich hoffe doch wohl, dass man nicht mit irgend welchen politischen Verbundenheiten praktisch hier ein Sachthema zu Fall bringen will, das wirklich wichtig ist, und das auch bei allen meinen Vorrednern hier so zum Ausdruck gekommen ist. Der Einzige, der dieses

Thema jetzt ins politische Eck gedrängt hat, lieber Georg Griessner, das warst jetzt Du. (Beifall der Abg. Mosler-Törnström, Abg. Dr. Reiter und der FPÖ-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Holztrattner: Zu Wort hat sich gemeldet die Frau Kollegin Blattl!

Abg. Blattl: Herr Präsident! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren!

Nur noch ein paar Worte zum Abschluss und vor allem an die ÖVP gerichtet. Was hindert Sie daran, der Jugend diese Chance zu gewähren. Ich sehe da überhaupt kein Hindernis. Es ist bei der Jugend wie auch bei allen anderen, wenn sie zur Wahl gehen wollen, werden sie diese Pflicht oder diese Freude, was immer es ihnen sein wird, ausüben, und wenn nicht, dann ist es wie auch bei allen anderen Wählern, dann werden sie eben nicht gehen. Ich frage mich nur, was sind Ihre Bedenken, Ihre Ängste in dieser Richtung? Wir bürden der Jugend ab 16 Jahren und auch oft zum Teil noch viel früher sehr viele Pflichten auf. Sie müssen arbeiten, sie müssen für sich selbst sorgen, sie müssen in der Lage sein, so manches Leid über sich ergehen zu lassen. Und warum sollen sie nicht die Möglichkeit haben, auch hier frei zu entscheiden und deshalb bitte ich Sie, überdenken Sie das noch einmal. Geben Sie uns die Möglichkeit, der Jugend diese Chance zu schaffen! (Beifall der SPÖ- und FPÖ-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Holztrattner: Es sind keine Wortmeldungen mehr notiert. Der Herr Klubobmann Ing. Griessner hat den Antrag gestellt nach § 41 Abs. 1 auf geheime Abstimmung. Auf Verlangen eines Viertels der Mitglieder des Landtages ist eine geheime Abstimmung durchzuführen. Ich lasse über diesen Antrag abstimmen. Wer mit einer geheimen Abstimmung einverstanden ist, bitte ein Zeichen mit der Hand! ... (Zwischenruf Abg. Ing. Griessner: Der ist durchzuführen.) ... Nein bitte, ich lese vor, auf Verlangen eines Viertels der Mitglieder des Landtages ist eine geheime Abstimmung durchzuführen. Der Herr Ing. Griessner hat den Antrag gestellt, ich habe jetzt abzustimmen, ob ein Viertel dafür ist. ... (Zwischenrufe) ... Ich ersuche die Damen und Herren Abgeordneten, mir oder meinem Verständnis nachzukommen. Ich lasse über den Antrag abstimmen. Wer mit einer geheimen Abstimmung einverstanden ist, bitte ein Zeichen mit der Hand, wenn auch einige den Kopf beuteln. Geht sich aus, es wird eine geheime Abstimmung durchgeführt. Ich ersuche den Herrn Landtagsdirektor, zur Geschäftsordnung Herr Dr. Schnell!

Abg. Dr. Schnell: Zur Geschäftsordnung! Herr Präsident, ich möchte bitte vermelden, dass der Abg. Doppler auf Grund eines dringenden Gespräches fort musste und deshalb fehlt.

Zweiter Präsident Holztrattner: Danke, Abg. Doppler wird gestrichen. Herr Ing. Griessner!

 

Abg. Ing. Griessner: Herr Präsident! Ich möchte nur noch einmal festhalten, dass eine Abstimmung über meinen Antrag nicht notwendig war, denn es steht ganz genau in der Geschäftsordnung.

Zweiter Präsident Holztrattner: Herr Ing. Griessner, es gibt Präsidenten die genauer sind und die noch genauer sind. Ich glaube, dem Genaueren Rechnung zu tragen. Ich glaube, dass Du damit einverstanden bist. (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Der Herr Landtagsdirektor bereitet alles vor. Wir brauchen eine Liste. Herr Landtagsdirektor, können wir beginnen? Wir beginnen mit der geheimen Abstimmung. Der Stimmzettel lautet: Ich stimme dem Antrag des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zum Antrag der Abg. Dr. Schnell, Naderer und Essl betreffend die Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre (Kästchen) zu/nicht zu. Bitte Herr Landtagsdirektor! So, ich ersuche die Schriftführer um Verlesung und die Abgeordneten, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Bitte Herr Schriftführer!

Abg. Essl: Ich rufe auf die Damen und Herren Abg. Rosemarie Blattl, Dritte Präsidentin Maria Bommer, Ilse Breitfuß, David Brenner, Theresia Fletschberger, Klubobmann Ing. Georg Griessner, Margit Hofer, Zweiten Präsidenten Johann Holztrattner, Simon Illmer, Helmut Lindenthaler, Josef Mayr, Gudrun Mosler-Törnström, Helmut Naderer, Mag. Michael Neureiter, Hilde Ossberger, Dr. Bernd Petrisch, Wolfgang Rainer, Dr. Heidi Reiter, Mag. Gerlinde Rogatsch, Werner Roßmann, Wolfgang Saliger ...

Zweiter Präsident Holztrattner (unterbricht): Ich ersuche den Lärmpegel ein bisserl zu senken.

Abg. Essl (setzt fort): Matthias Scheiber, Klubobmann Dr. Karl Schnell, Dr. Andreas Schöppl, Präsident Dr. Helmut Schreiner, Alfons Schröcker, Cyriak Schwaighofer, Roswitha Steiner-Stadlober, Walter Steidl, Mag. Anita Strebl, Klubobmann Mag. Walter Thaler, Dr. Gertraud Wagner-Schöppl, Friedrich Wiedermann, Robert Zehentner und Lukas Essl.

Zweiter Präsident Holztrattner: Ja, es stimmt, ein Abgeordneter ist entschuldigt. Ich ersuche den Herrn Hofrat, mit den Schriftführern die Stimmen auszuzählen.

Meine sehr geschätzten Damen und Herren Abgeordneten, ich darf das Abstimmungsergebnis bekannt geben. Das Ergebnis: abgegebene gültige Stimmen 35, zwei ungültig, ergibt 33 gültige Stimmen. Davon mit Ja 18, mit Nein 15. (Beifall der FPÖ-Abgeordneten) Somit ist der Antrag in der Regierungsvorlage auf Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre gegeben. (Beifall der FPÖ-Abgeordneten) Herr Präsident bitte!

Präsident Dr. Schreiner (übernimmt den Vorsitz): Meine Damen und Herren! Wir kommen zu

 

Punkt 4.27: Bericht des Finanzüberwachungsausschusses zum Bericht des Landesrechnungshofes über die Salzburger Parkgaragen GmbH – Nr. 169 der Beilagen

Debattenforderung von der FPÖ. Wer meldet sich zu Wort? Keine Wortmeldung, dann kommen wir zur Abstimmung. Im Ausschuss wurde dieser Antrag gegen die Stimmen der FPÖ verabschiedet. Wer mit dem Antrag einverstanden ist, den bitte ich um ein Handzeichen. Danke, Gegenprobe! Gegen die Stimmen der FPÖ verabschiedet.

 

Punkt 4.29: Bericht des Finanzüberwachungsausschusses zum Bericht des Landesrechnungshofes "Pflegegebühren für die psychiatrischen Pflegepatienten im Landeskrankenhaus St. Veit im Pongau und in der Landesnervenklinik – Nr. 171 der Beilagen

Von den Grünen eine Wortmeldung, bitte Herr Klubobmann, Herr Vorsitzender der Landtagspartei, Entschuldigung!

Abg. Schwaighofer: Sehr geehrte Damen und Herren!

Ich will versuchen, das jetzt möglichst kurz zu machen. Wir haben über den Bericht zum Rechnungshofbericht zu den Pflegegebühren in Grafenhof abzustimmen. Der Rechnungshof bestätigt ja die Vermutungen und Vorwürfe, die von Seiten der Bürgerliste erhoben worden sind, die die Behandlung der Patienten in St. Veit betraf, die jahrelang unter, wie man ohne weiters sagen kann, unzumutbaren unwürdigen Zuständen untergebracht waren. Es wurden seinerzeit, wie wir wissen, Mittel von St. Veit in Richtung Landesnervenklinik nach Salzburg abgezogen.

Es ist auch aufgetaucht in den Ausschusssitzungen, am Rande allerdings nur, dass es offensichtlich bei dieser Andauer der Missstände eine Person immer im Hintergrund als Verursacher, als Schuldigen gegeben haben sollte, den großen Unbekannten, von dem of-fensichtlich doch jeder weiß, wer gemeint war. Ich möchte nur eines noch anfügen. Wenn

es auch diese Person in der medizinischen Leitung gegeben hat, so bleibt doch für uns evident oder ist klar, dass das kein Argument für derartige Missstände sein darf und dass es auch dafür natürlich eine politische Verantwortung gibt, die wahrzunehmen ist.

 

Ich möchte abschließend zu dem, was in diesem Bericht festgehalten wurde, nur noch einige Dinge feststellen, die jetzt nicht mehr die Vergangenheit so sehr betreffen, sondern die Zukunft dieser Einrichtung und die Gegenwart. Es ist derzeit der Ausbau und Umbau der psychiatrischen Sonderpflege in St. Veit im Gang. Es ist allerdings schon wieder eine Situation eingetreten, wo dort vor Ort große Verunsicherung herrscht, ob wirklich das, was im Ausschuss noch als guter Wille bekundet wurde, auch entsprechend umgesetzt wird. Es ist zurzeit so, dass zB. für die Übersiedlung der Ausbau des vierten Stockes im Landeskrankenhaus St. Veit notwendig wäre, um die Übersiedlung der psychiatrischen Patienten ohne größere Schwierigkeiten über die Bühne zu bringen. Diese Entscheidung steht nach wie vor aus und man hat Sorge, dass sie auch nicht in dieser Art und Weise, wie sie gebraucht wird, fallen wird.

Ein weiterer Punkt, der in St. Veit nach wie vor große Sorge bereitet, ist die Frage, inwieweit man wirklich von Seiten der Holding bereit sein wird, der psychiatrischen Sonderpflege in St. Veit den Status einer sozialpsychiatrischen Einrichtung für den Bereich Innergebirg zuzuerkennen, nämlich auch im Hinblick darauf, dass damit verbunden auch eine entsprechende Personalausstattung gegeben sein muss. Hier ist es nach wie vor so, dass es gravierende Mängel in der Personalausstattung gibt, und es ist auch notwendig und wird auch notwendig sein, in der nächsten Zeit ein Konzept zu erstellen, wie in Zukunft die Betreuung der psychiatrischen Patienten Innergebirg insgesamt, und nicht nur der gerontologischen Patienten vonstatten gehen soll. Es gibt in St. Veit von dem neu eingesetzten Arzt ein Konzept, und es ist der Wunsch vorhanden, dieses Konzept nach Möglichkeit umzusetzen und zwar im Zusammenwirken auch mit der für Schwarzach geplanten Akutstation für psychiatrische Patienten.

Ich will damit abschließend nur sagen, es ist auf Grund des Rechnungshofberichtes einiges in der psychiatrischen Sonderpflege in St. Veit geschehen. Es hat auch einige positive Veränderungen gegeben. Wir sollen aber nicht aufhören, hier uns zu bemühen, Zustände herbeizuführen, die für diese alten und kranken Menschen auch menschenwürdig sind. Danke! (Beifall der Grünen-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke, weitere Wortmeldungen liegen nicht vor. Wir kommen zur Abstimmung. Der Antrag wurde im Ausschuss einstimmig verabschiedet. Wer dem Antrag seine Zustimmung gibt, den bitte ich um ein Zeichen mit der Hand. Danke, Gegenprobe! Einstimmig angenommen.

Meine Damen und Herren, damit ist der Punkt 4 vorläufig erledigt. Wir erledigen noch die Punkte 5 und 6.

 

Punkt 5: Einlauf

Im Einlauf befinden sich 16 Anträge, elf schriftliche Anfragen, davon sind acht bereits eingebracht. Wenn es keinen Einwand gibt, werden die Anträge an die dort beantragten Ausschüsse zugewiesen. Wenn sie einverstanden sind, erledigen wir noch schnell die Regierungsvorlagen, die Zuweisungen, bevor wir den dringlichen Antrag behandeln.

 

Punkt 5.2: Anträge

5.2.2 Antrag der Abg. Ing. Griessner, Mag. Rogatsch und Saliger betreffend die Einführung von Preisermäßigungen für Studenten der Universität Salzburg und der Studierenden an ähnlichen Einrichtungen im Bundesland Salzburg - Nr. 195 der Beilagen

5.2.3 Antrag der Abg. Ing. Griessner, Mag. Neureiter und Saliger betreffend eine Überprüfung der Regelung für die Errichtung von Sendemasten im Salzburger Ortsbildschutzgesetz - Nr. 196 der Beilagen

5.2.4 Antrag der Abg. Ing. Griessner, Breitfuß, Saliger, Dr. Petrisch und Mag. Neureiter betreffend die Einfügung einer Staatszielbestimmung, in der sich das Land Salzburg grundsätzlich zum arbeitsfreien Sonntag bekennt, in das Salzburger Landes-Verfassungsgesetz - Nr. 197 der Beilagen

5.2.5 Antrag der Abg. Ing. Griessner, Dr. Petrisch und Saliger betreffend die Nutzung der West- und Tauernautobahn rund um die Stadt Salzburg als Nahverkehrsträger - Nr. 198 der Beilagen

5.2.6 Antrag der Abg. Ing. Griessner, Mag. Neureiter, Saliger und Illmer betreffend Optimierungen der Grundlagen für Lärmschutzmaßnahmen im Interesse der Anrainer -

Nr. 199 der Beilagen

5.2.7 Antrag der Abg. Ossberger, Dritte Präsidentin Bommer und Mag. Strebl betreffend den Salzburger Familienpass - Nr. 200 der Beilagen

5.2.8 Antrag der Abg. Mag. Thaler, Mayr und Ossberger betreffend eine Änderung des Salzburger Ortsbildschutzgesetzes - Nr. 201 der Beilagen

 

5.2.9 Antrag der Abg. Dr. Schöppl und Wiedermann betreffend die Durchführung einer Erhebung des Bedarfes an Kinderbetreuungsplätzen im Land Salzburg - Nr. 202 der Beilagen

5.2.10 Antrag der Abg. Naderer , Dr. Schnell und Dr. Schöppl betreffend die Überprüfung von Landesgesetzen hinsichtlich ihrer Lesbarkeit und Verständlichkeit durch die Universität Salzburg - Nr. 203 der Beilagen

5.2.11 Antrag der Abg. Dr. Schnell und Essl betreffend eine finanzielle Unterstützung der Universitätsbibliothek Salzburg durch das Land Salzburg - Nr. 204 der Beilagen

5.2.12 Antrag der Abg. Naderer, Dr. Schnell, Essl, Wiedermann und Doppler betreffend die Gemeindearchive im Bundesland Salzburg - Nr. 205 der Beilagen

5.2.13 Antrag der Abg. Essl und Naderer betreffend die Unterstützung der Gemeinde Golling beim Ankauf und bei der Erhaltung der Burg Golling - Nr. 206 der Beilagen

5.2.14 Antrag der Abg. Naderer, Dr. Schnell, Dr. Schöppl und Blattl betreffend die Schaffung einer umfassenden „Bürgeranwaltschaft" - Nr. 207 der Beilagen

5.2.15 Antrag der Abg. Dr. Reiter und Schwaighofer betreffend die Untersuchung und Überprüfung von NS-Beutegut - Nr. 208 der Beilagen

5.2.16 Antrag der Abg. Dr. Reiter und Schwaighofer betreffend die Unterstützung von Familien zur Benützung öffentlicher Verkehrsmittel Nr. 209 der Beilagen

5.2.17 Antrag der Abg. Schwaighofer und Dr. Reiter betreffend die Verhandlungen im Rahmen der sogenannten „Milleniumsrunde" der Welthandelsorganisation WTO in Seattle - Nr. 210 der Beilagen

 

Punkt 5.3: Schriftliche Anfragen

5.3.1 Anfrage der Abg. Dr. Reiter an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner betreffend Regressforderungen jener Personen, denen zu Unrecht Notstandshilfe gekürzt oder gestrichen wurde - Nr. 135 der Beilagen

 

5.3.2 Anfrage der Abg. Mag. Rogatsch und Stadlober an das für Jugendangelegenheiten und insbesondere den Jugendschutz zuständige Mitglied der Landesregierung, Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner, betreffend energische Maßnahmen gegen den Alkoholmissbrauch von Kindern und Jugendlichen - Nr. 136 der Beilagen

5.3.3 Anfrage der Abg. Saliger und Scheiber an Frau Landesrätin Mag. Burgstaller betreffend Finanzleistungen des Bundes aus dem ÖPNRV-G - Nr. 137 der Beilagen

5.3.4 Anfrage der Abg. Ing. Griessner, Mag. Neureiter und Lindenthaler an Frau Landesrätin Mag. Burgstaller betreffend den Schutz der Anrainer an der Wiestal-Landesstraße im Bereich von Seidenau - Nr. 138 der Beilagen

5.3.5 Anfrage der Abg. Mag. Thaler, Mag. Strebl und Mayr an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger betreffend die Ausarbeitung eines Sachprogrammes „Rohstoffsicherung" - Nr. 139 der Beilagen

5.3.6 Anfrage der Abg. Dr. Schnell und Essl an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger betreffend die Verwendung des Erlöses aus dem Verkauf von Anteilen an der Landes-Hypothekenbank - Nr. 140 der Beilagen

5.3.7 Anfrage der Abg. Dr. Schnell, Dr. Schöppl und Naderer an die Landesregierung betreffend die Gegenstände der Regierungssitzung und der Regierungsumläufe zwischen dem 1. und 30. September 1999 - Nr. 141 der Beilagen

5.3.8 Anfrage der Abg. Mag. Thaler, Holztrattner und Mag. Strebl an Herrn Landesrat Eisl betreffend die Wiestal-Landesstraße L 107 - Nr. 142 der Beilagen

5.3.9 Anfrage der Abg. Mag. Thaler, Rainer und Schröcker an die Landesregierung betreffend eine Salzburger Pendlerbeihilfe - Nr. 211 der Beilagen

5.3.10 Anfrage der Abg. Dr. Schnell, Dr. Schöppl und Naderer an die Landesregierung betreffend die Gegenstände der Regierungssitzungen und der Regierungsumläufe zwischen dem 1. und 31. Oktober 1999 - Nr. 212 der Beilagen

 

5.3.11 Anfrage der Abg. Mosler-Törnström, Mag. Thaler und Mayr an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend die Umsetzung des dringlichen Antrages der Abg. Dr. Schausberger, Ing. Griessner und Dr. Nindl betreffend die Erstellung eines Entwicklungs- und Förderungskonzeptes für die Region Mittersill/Oberpinzgau unter besonderer Berücksichtigung der Insolvenz der Firma Blizzard vom 10. Mai 1995 - Nr. 213 der Beilagen

5.3.12 Anfrage der Abg. Mag. Thaler, Steidl und Ossberger an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend Weisungen in der Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung - Nr. 214 der Beilagen

5.3.13 Anfrage der Abg. Mag. Thaler, Mag. Strebl und Mosler-Törnström an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend die Ausweitung des Angebots an Fachhochschulen in Salzburg - Nr. 215 der Beilagen

5.3.14 Anfrage der Abg. Mag. Thaler, Holztrattner und Schröcker an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend den Zivilschutz im Bundesland Salzburg - Nr. 216 der Beilagen

5.3.15 Anfrage der Abg. Mag. Thaler, Mag. Strebl und Rainer an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend den Salzburger „Bildungsscheck" - Nr. 217 der Beilagen

5.3.16 Anfrage der Abg. Dr. Schnell und Dr. Schöppl an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger betreffend die weitere Nutzung landeseigener Liegenschaften - Nr. 218 der Beilagen

5.3.17 Anfrage der Abg. Mosler-Törnström, Mag. Thaler und Mayr an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger betreffend das Förderungssystem im Bundesland Salzburg - Nr. 219 der Beilagen

5.3.18 Anfrage der Abg. Dr. Schnell, Dr. Schöppl und Naderer an die Landesregierung betreffend die Umgestaltung eines Campingplatzes in Gschwand bei St. Gilgen am Wolfgangsee in einen Campingpark - Nr. 220 der Beilagen

5.3.19 Anfrage der Abg. Ing. Griessner, Saliger und Dr. Petrisch an Frau Landesrätin Mag. Burgstaller betreffend die weitere Vorgangsweise bei der Realisierung des Kapuzinerbergtunnels - Nr. 221 der Beilagen

 

Punkt 5.1: Zuweisung von Vorlagen und Berichten der Landesregierung

Unter 5.1 finden sich einschließlich der ergänzenden Tagesordnung vier Regierungsvorlagen.

5.1.1 Vorlage der Landesregierung betreffend den Landesvoranschlag und das Landeshaushaltsgesetz für das Jahr 2000 – Nr. 172 der Beilagen

5.1.2 Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz zum Schutz von Personen in Pflegeeinrichtungen (Salzburger Pflegegesetz – PG) und zur Änderung des Salzburger Sozialhilfegesetzes – Nr. 173 der Beilagen

5.1.3 Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz, mit dem das Salzburger Abfallwirtschaftsgesetz geändert wird – Nr. 174 der Beilagen

5.1.4 Vorlage der Landesregierung betreffend die Durchführung der Förderungsaktion "Förderung des bargeldlosen Kunden-Zahlungsverkehrs" für Salzburger Kleinbetriebe der gewerblichen Wirtschaft zur Unterstützung der Einführung des bargeldlosen Konsumentenzahlungsverkehrs (Verwendung von "Plastikgeld" im Geschäftsverkehr – Nr. 193 der Beilagen

Wenn kein Einwand erfolgt, sind diese Regierungsvorlagen auch an die dort benannten Ausschüsse zugewiesen. Das ist erfolgt. Wir kommen nun beim Einlauf zum Punkt 5.2.1, das ist der dringliche Antrag. Ich bitte den Herrn Schriftführer, den dringlichen Antrag zu verlesen und hernach werden wir die Debatte abführen. Bitte!

Abg. Brenner verliest:

 

5.2.1 Dringlicher Antrag der Abg. Ing. Griessner, Mag. Thaler, Mag. Neureiter und Mayr betreffend eine Novelle des Raumordnungsgesetzes, die weiterhin Teilabänderungen von bestehenden Flächenwidmungsplänen bis zu deren generellen Überarbeitung ermöglichen soll – Nr. 194 der Beilagen

Präsident Dr. Schreiner: Danke. Sie haben den Antrag gehört. Zur Begründung der Dringlichkeit der Herr Klubobmann Griessner! Ich darf hinweisen, fünf Minuten ist jeweils die Redezeit.

 

Abg. Ing. Griessner: Herr Präsident! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren!

Bereits durch die Verlesung der Präambel und natürlich auch durch den vorliegenden Antrag ist inhaltlich klar, warum wir die Dringlichkeit für diesen Antrag begehren. Es geht darum, dass eine ganze Reihe von Gemeinden ihren Flächenwidmungsplan aus verschiedensten Gründen noch nicht an das neue Raumordnungsgesetz angepasst haben und es auch nicht zu erwarten ist, dass noch viele Gemeinden bis Ende dJ diese Anpassung schaffen werden. Da gibt es sicherlich unterschiedliche Gründe, ua. möchte ich auch anführen, dass wir doch immer wieder auch Bestimmungen des Raumordnungsgesetzes geändert haben, auch das kann mitunter ein Grund zumindest dafür sein, dass Gemeinden sehr vorsichtig an die Materie herangegangen sind. Zweitens ist es sicher in den Gemeinden nicht einfach, das Einvernehmen mit Grundbesitzern, allen anderen Betroffenen und den Experten in der Raumplanung, herzustellen. Es kann vielleicht auch sein, dass dort und da das Engagement zu gering war, um den Flächenwidmungsplan einschließlich des räumlichen Entwicklungskonzeptes entsprechend rasch dem Raumordnungsgesetz anzupassen.

Um aber, wie schon aus der Präambel hervorgeht, nicht das Ganze zum Nachteil für den Bürger und vor allem auch für die Wirtschaft ausarten zu lasen, glaube ich ist es vernünftig, diese Fristen bezüglich der Teilabänderungen zu verlängern, wobei die prozentuelle Abstufung von 5 % im nächsten Jahr bzw. 2½ % im übernächsten Jahr auch dazu führen wird, dass es einen Schub dafür gibt, die Flächenwidmungspläne rechtzeitig vorzulegen. Es wird auch an uns liegen, in den Gemeinden, bei unseren Gemeindevertretern und Bürgermeistern entsprechend Nachdruck zu verleihen, dass die Flächenwidmungspläne endlich abgeschlossen werden. Ich ersuche die Damen und Herren Kolleginnen und Kollegen, unserem Begehren auf Zuerkennung der Dringlichkeit zu entsprechen und sie zu unterstützen. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke, nächste Wortmeldung Herr Abg. Mayr!

Abg. Mayr: Herr Präsident! Meine Damen und Herren!

Mein Vorredner und die Verlesung der Präambel haben die Gründe aufgezeigt. Um eventuellen Schaden von Bürgern und der Wirtschaft abzuwenden, schlagen wir vor, diese Novelle zum Beschluss zu erheben. Es ist leider Tatsache, dass einige Gemeinden sehr arg säumig sind. Es gibt Gemeinden, die haben noch nicht einmal ein aktuelles räumliches Entwicklungskonzept beschlossen. Es gibt nämlich Gemeinden, die leben derzeit mit einem räumlichen Entwicklungskonzept aus dem Jahre 1982 oder 1984. Und es gibt eine Gemeinde, die lebt noch mit einem Flächenwidmungsplan aus dem Jahre 1979.

Dieser sanfte Druck, den wir mit dieser Novelle auch ausüben wollen auf die säumigen Gemeinden, sollte uns jedoch eine nochmalige Verlängerung dieser Frist ersparen. Schon wegen jener Gemeinden, die sich ordnungsgemäß an die Vollziehung der Gesetze halten.

Präsident Dr. Schreiner: Danke, nächste Wortmeldung Frau Dr. Reiter!

Abg. Dr. Reiter: Im Gegensatz zu meinen Vorrednern ist mir die Dringlichkeit insofern nicht ganz klar, da man von dem Auslaufen dieser Frist seit gut sechs Jahren bereits weiß. Also auch schon seit vielen Monaten weiß, dass mit Ende dJ eben diese Frist ausläuft und dass viele Gemeinden keine bis wenige Anstalten machen, ihren Flächenwidmungsplan auch wirklich zeitgemäß fertig zu stellen. Es ist andererseits Tatsache, dass es große Gemeinden inklusive die Stadt geschafft haben, in dieser Zeit ihren Flächenwidmungsplan über die Bühne zu bringen. Dh. es kann also nicht an organisatorischen und ähnlichen Rahmenbedingungen liegen.

Andererseits ist es die einzige Sanktionsmöglichkeit, die es überhaupt gibt, um Gemeinden dazu zu bringen, dem Raumordnungsgesetz zu entsprechen und ihre Planungsaufgaben auch wirklich ernsthaft zu betreiben und wahrzunehmen. Was für mich schwierig war in der Behandlung dieses Antrages ist, dass nur gestern Zeit war, sich über die Konsequenzen dieses Antrages – was heißt das für die einzelnen Gemeinden, warum treten in so vielen Gemeinden welche Schwierigkeiten auf, welche Fälle sind es wirklich konkret, die es jetzt hier zu behandeln und zu bedenken gibt, dass diese Abklärungen schlicht und einfach nicht möglich waren. Dh., ich stelle daher den Antrag, diesen Antrag auf den nächsten Ausschusstermin zurückzustellen. Da bleibt wenigstens eine Woche, um sich mit entsprechenden Experten auch wirklich abzustimmen und diese doch sehr wichtige Angelegenheit, auch für die Rechtssicherheit, in den Gemeinden sehr wichtige Angelegenheit mit Fachleuten wirklich zu beraten und zu besprechen, um hier vielleicht auch noch bessere Überlegungen zu schaffen, wie es möglich wäre, dass die einzelnen Gemeinden ihren Aufgaben hier entsprechend nachkommen. Das ließe immer noch Zeit genug für den Beschluss einer entsprechenden Regelung vor Jahresende, wenn wir das auf einen Ausschuss verschieben, wo es dann wirklich zu einer ernsthaften Auseinandersetzung mit diesem doch sehr wichtigen Thema kommen kann. Und ich bitte daher, diesen Antrag auf den nächsten Ausschusstermin zu verschieben.

Präsident Dr. Schreiner: Danke, weitere Wortmeldungen liegen nicht vor. Wir kommen daher zur Abstimmung über das Begehren auf Zuerkennung der Dringlichkeit. Wer diesem Antrag die Dringlichkeit zuerkennen will, bitte ein Handzeichen! Danke, Gegenprobe! Gegen die Stimmen von Freiheitlichen und Grünen ist die Dringlichkeit zuerkannt. Bitte Herr Abg. Dr. Schöppl!

Abg. Dr. Schöppl: Zur Geschäftsordnung! Herr Präsident! Ich verweise auf die Bestimmung des § 63 Abs. 3 der Geschäftsordnung und darf kurz vorlesen: Bei Zuerkennung der Dringlichkeit für einen Antrag, der einen Vorschlag für einen Gesetzesbeschluss oder für eine Entschließung zur Ausarbeitung einer Vorlage eines Gesetzesvorschlages durch die Landesregierung zum Gegenstand hat, hat die Vorberatung durch den Ausschuss, dem der Antrag zugewiesen ist, in der auf die Sitzung des Landtages nächstfolgenden Sitzung des Ausschusses bis längstens zur nächsten Sitzung des Landtages zu erfolgen.

Ich verweise dazu auf die gegenteilige Regelung des Abs. 2, wo für nicht Gesetzesanträge eine andere Frist vorgesehen ist. Da wir unzweifelhaft einen Antrag vor uns haben, der in Abs. 3 der Bestimmung fällt, ist dieser zwingend nach der Geschäftsordnung in der auf die heutige Sitzung nächstfolgende Ausschusssitzung zu behandeln. Dh. eine Behandlung in einer heutigen Ausschusssitzung wäre im Widerspruch zu § 63 Abs. 3 der Geschäftsordnung und daher unzulässig. Der Sinn und Zweck des Gesetzgebers ist auch klar ersichtlich, darum verweise ich auch auf die Begründung der Kollegin Dr. Reiter, die ausdrücklich auch erklärt hat, man muss Zeit haben etwas zu machen, und deswegen der Gesetzgeber auch offensichtlich will, dass bei Gesetzesanträgen, die von besonderer Bedeutung ja sind für dieses Haus, entsprechend Zeit ist, um das auch vorzubereiten. Deswegen ist eine Behandlung im heutigen Ausschuss gegen die Geschäftsordnung.

Präsident Dr. Schreiner: Danke, das war jetzt eine sehr lange Ausführung zur Geschäftsordnung. Es ist aber nicht verboten, dass der Landtag heute in den Ausschussberatungen beginnt mit diesen Beratungen, und dann in der nächstfolgenden Ausschussberatung dann daran anknüpft. Die Geschäftsordnung sieht lediglich den formellen Abschluss im Ausschuss als maßgeblich an.

So, wir haben die Dringlichkeit zuerkannt. Wir haben einen zweiten Tagesordnungspunkt für den Ausschuss, diese Regierungsvorlage, die in der erweiterten Tagesordnung zugewiesen wurde. Ich unterbreche zu Ausschussberatungen.

(Unterbrechung der Sitzung von 16:28 Uhr bis 17:20 Uhr)

Zweiter Präsident Holztrattner (übernimmt den Vorsitz): Wir setzen die Beratungen fort. Sind alle vier Parteien anwesend? Auf Ersuchen des Herrn Landeshauptmannes, weil er einen Termin hat um 19:00 Uhr, dass wir die mündliche Anfrage des Abg. Schwaighofer an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend Zuwanderquoten für das Land Salzburg im Jahr 2000 vorziehen als nächsten Punkt, die Ergänzung der Tagesordnung um einen Punkt, der jetzt im Ausschuss behandelt wurde und anschließend die Anfragen der Abgeordneten, die gerichtet sind an den Landeshauptmann. So, Aufruf des

Punkt 8: Mündliche Anfragen

8.1 Mündliche Anfrage des Abg. Schwaighofer an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend die Zuwanderungsquote für das Land Salzburg im Jahr 2000

Herr Abg. Schwaighofer bitte!

Abg. Schwaighofer: Sehr geehrter Herr Landeshauptmann!

Das Land Salzburg wird im kommenden Jahr die ohnehin schon geringe Einwanderungsquote um weitere 38 % verringern. Nur noch 330 Ausländern soll im Jahr 2000 erlaubt werden, sich in Salzburg niederzulassen. Auch die Familienzusammenführungsquote soll um 33 % reduziert werden. Ganze 200 Menschen dürfen ihren seit vielen Jahren in Salzburg lebenden Familienangehörigen nachreisen, um bei ihnen zu leben. Gerade die Familienzusammenführung ist aber ein wesentlicher Bestandteil von Integration, denn ausländische Arbeiter und Mitbürger sind leichter zu integrieren, wenn sie ihre Familie bei sich haben. Und je jünger Menschen sind, die sich bei uns niederlassen, desto leichter finden sie sich in unserer Kultur zurecht.

Die in ganz Österreich mit Abstand höchste Reduktion der Einwanderungsquote muss jetzt von der Regierung auf Landesebene beschlossen werden. Zurzeit liegt von Innenminister Schlögl ja nur ein Verordnungsentwurf vor. In diesem Zusammenhang möchte ich an Sie, Herr Landeshauptmann, folgende mündliche Anfrage stellen: Das Innenministerium erfindet die Reduktion der Quoten nicht, sondern geht auf Wünsche und Forderungen der Länder ein. Von wem und wann wurde dem Innenministerium eine Reduktion der Quote in welcher Höhe und mit welcher Begründung, auf das Bundesland Salzburg bezogen, übermittelt?

Und die erste Unterfrage dazu: Die Zuwanderung ist zurzeit gleich null, weil laut Experten mindestens genauso viele Ausländer Salzburg wieder verlassen wie sie sich neu niederlassen dürfen. Wann gedenkt das Land Salzburg Zuwanderung in kontrollierter Form wieder zuzulassen?

Und die Unterfrage 2: Wie gedenkt man auf die Forderung der Wirtschaft, die immer wieder erhoben wird vor allem auch von Seiten des Tourismus, nach ausländischen Arbeitskräften zu reagieren?

Zweiter Präsident Holztrattner: Herr Landeshauptmann!

 

Landeshauptmann Dr. Schausberger: Meine sehr verehrten Damen und Herren Abgeordneten! Lieber Kollege!

Das Bundesministerium für Inneres hat am 10. September 1999 alle Ämter der Landesregierungen ersucht, zur Vorbereitung der Niederlassungsverordnung 2000 den Bedarf für das Jahr 2000 bekannt zu geben. Es wurde daraufhin in Salzburg eine Umfrage bei den bisher im Bereich der Quotenfestsetzung eingebundenen Stellen durchgeführt. Und auf Grund der Ergebnisse der eingelangten Stellungnahme haben wir dann dem Bundesministerium für Inneres am 21. September 1999 von meinem Ressort, Referat Wahlen und Sicherheit, mitgeteilt, dass im Vergleich zum Jahr 1999 kein Mehrbedarf an Quotenplätzen bestehen würde, und vom Land Salzburg im Rahmen der bevorstehenden Begutachtung voraussichtlich eine Reduzierung der Teilquoten vorgeschlagen werde. Dieses Schreiben wurde von mir auch dem Bundesminister für Inneres, Mag. Schlögl, in Durchschrift übermittelt. Es hat sich nämlich herausgestellt, dass in fast allen Bereichen die Quoten des Vorjahres nicht ausgeschöpft wurden, sodass wir schon auf die erste Anfrage seitens des Innenministeriums mitteilen konnten, dass wir es auf eine Reduzierung der Quoten anlegen würden.

Gemäß dem Prinzip Integration vor Neuzuzug hat das Land meines Erachtens primär die Aufgabe, für die sich im Land befindlichen Einwanderer bestmögliche Voraussetzungen für die Integration zu ermöglichen, bevor man daran geht, großzügige Regelungen für den weiteren Zuzug zu schaffen. Es gibt, und das sollte man nicht verschweigen, und darüber gibt es meines Erachtens ja auch kaum Diskussionen, insbesondere in städtischen Ballungszentren speziell im Bereich der Beschäftigung, im Wohnbereich und auch im Schulbereich, Probleme mit Einwanderung, und ich glaube wir sollten gemeinsam daran gehen, hier Lösungen zu erarbeiten.

Wir haben auch bewusst Reduktionen vorgenommen. Ich stehe auch zu diesen Reduktionen. Und ich kann nur sagen, es wurde – natürlich haben wir uns auch erkundigt bei den zuständigen und davon betroffenen Stellen, welche Quoten unbedingt notwendig sind, und es wurde bei den Quoten die unbedingt notwendige Quote genommen. Dh. wir können damit Härtefälle vermeiden, dh. aber auch, dass wir ganz bewusst, und das war eine politische Entscheidung, auf die untere Ebene des gerade noch Möglichen gegangen sind.

Zur Unterfrage 1: Dass die Zuwanderung zurzeit gleich null sei, diese Feststellung kann von mir nicht bestätigt werden. Die Zuwanderungsquoten werden jedes Jahr neu festgelegt, und zwar nach Bedarf und nach Möglichkeit. Und ich möchte schon sehr deutlich sagen, dass man wirklich nicht behaupten kann, dass die Zuwanderung zurzeit gleich null

ist, und es werden auch in den nächsten Jahren wieder mögliche Zahlen für Zuwanderer bekannt gegeben werden, aber eben in einem Ausmaß, das den Bedarf deckt, den unbedingten Bedarf deckt, und das auch die Möglichkeiten im Lande berücksichtigt.

Was nun die Forderung der Wirtschaft betrifft, so kann ich sagen, dass wir bei der Erstattung unseres Vorschlages von Seiten der Länder betreffend die Höhe der Quoten ua. die Interessensvertretungen der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer auf Landesebene anzuhören haben. Diese Stellen sind auch im derzeit noch laufenden Anhörungsverfahren zur Erstattung des Quotenvorschlages eingebunden. Die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite sind nach meinen derzeitigen Informationen mit den vorgeschlagenen Quoten für Erwerbstätige samt Familienangehörige bzw. für Schlüsselkräfte im Wesentlichen einverstanden. Das wird mir auch bestätigt durch ein Schreiben seitens der Arbeiterkammer, die mir jetzt mitgeteilt hat, dass sie mit den von mir vorgeschlagenen Quoten in allen Punkten einverstanden ist. Bis dato kann also festgestellt werden, dass die Quoten für Führungs- und Spezialkräfte sowie Erwerbstätige nie zur Gänze, ich habe das schon gesagt, ausgeschöpft wurden, weshalb eine Reduzierung angebracht war. Eine Forderung der Salzburger Wirtschaft nach einer zusätzlichen Einwanderung von ausländischen Arbeitskräften ist mir zumindest bis dato nicht bekannt.

Zweiter Präsident Holztrattner: Herr Abg. Schwaighofer, Zusatzfrage?

Abg. Schwaighofer: Ich hätte gern gewusst, Herr Landeshauptmann, Sie haben gesagt, die Umfrage in Salzburg bei betroffenen Stellen hat ergeben, dass kein entsprechender Bedarf vorhanden ist oder keine Quote entsprechend gewünscht wird. Können Sie sagen, welche Stellen das sind, das ist das Erste, und vielleicht können Sie auch noch aus Ihrer Sicht darlegen, weil Sie gesagt haben, die Quoten wurden nicht ausgeschöpft in den letzten Jahren, können Sie sich den einen oder anderen Grund dafür vorstellen?

Zweiter Präsident Holztrattner: Herr Landeshauptmann!

Landeshauptmann Dr. Schausberger: Darf ich festhalten, dass nach § 18 Abs. 2 Fremdengesetz 1997 vor allem die Interessensvertretungen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf Landesebene anzuhören sind. Ich kann jetzt die anderen Stellen, die noch befragt werden, nicht bekannt geben, bin aber gerne bereit, das auch noch nachzuliefern. Das ist das eine. Das Zweite, wir haben jeden einzelnen Bereich genau überprüft und durchgegangen und haben feststellen müssen, dass tatsächlich in den vergangenen Jahren nicht alle Quoten ausgeschöpft worden sind. Und ich muss ganz offen sagen, ich halte es einfach nicht für richtig, dass wir dort, wo Quoten nicht benötigt werden und nicht ausgeschöpft werden,

von uns aus höhere Quoten verlangen, denn das versteht die Bevölkerung nicht und es besteht auch keine Notwendigkeit.

Ich darf auch dazu sagen, es wurde uns dann von Seiten des Ministeriums noch inoffiziell ein Vorschlag gemacht. Und ich bin dann auch von diesen inoffiziellen Vorschlägen noch etwas heruntergegangen, weil ich feststellen musste, dass man bisher diese Quoten nicht ausgeschöpft hat. Ich habe jene Quoten genommen, die sich als absolut notwendig herausgestellt haben. Und ich glaube, wir sollten das einmal im nächsten Jahr probieren und ich bin überzeugt, dass wir mit diesen Quoten letztendlich durchkommen werden können. Die Begründung dafür kann ich nicht liefern, denn ich weiß ja nicht, warum keine Anforderungen da sind. Das kann ich nicht nachvollziehen. Ich kann nur feststellen, wie viele Anforderungen da sind.

Zweiter Präsident Holztrattner: Herr Abg. Schwaighofer!

Abg. Schwaighofer: Danke! Jetzt bin ich auch nicht gescheiter.

Zweiter Präsident Holztrattner: Somit, meine sehr geschätzten Damen und Herren Abgeordneten, sind die mündlichen Fragen beantwortet. Wir kommen zu der Beantwortung der schriftlichen Anfragen. Bitte zur Geschäftsordnung, Herr Dr. Schöppl!

Abg. Dr. Schöppl: § 27 der Geschäftsordnung entnehme ich, dass die Mitglieder der Landesregierung an den Sitzungen des Landtages teilnehmen. Den Verhandlungen des heutigen Tages entnehme ich, dass die Regierung dem entgegen mehrmals wechselnde Beobachter in den Landtag entsendet. Ich frage Sie daher, der Herr Landeshauptmann ist anwesend, die anderen Regierungsmitglieder fehlen, welche Entschuldigungen liegen Ihnen vor, dass sie derzeit jetzt in dieser Minute und Stunde nicht anwesend sind im Landtag?

Zweiter Präsident Holztrattner: Herr Dr. Schöppl, der Dr. Raus, die Frau Mag. Burgstaller haben sich eine gewisse Zeit entschuldigt. Der Zeitablauf war kürzer als angenommen, aber wir können versuchen, die Damen und Herren der Regierung anzurufen, dass sie an der Sitzung teilnehmen, wenn es der Wunsch von Ihnen ist? ... (Zwischenruf Abg. Dr. Schöppl: Das steht in der Geschäftsordnung!) ... Ja, Herr Landeshauptmann!

Landeshauptmann Dr. Schausberger: Herr Abg. Dr. Schöppl! Ich möchte nur für meine Person festhalten, dass ich schon seit längerem bis 10:00 Uhr Vormittag entschuldigt gewesen bin. Ab dort bin ich hier gewesen und auch schon entschuldigt ab 19:00 Uhr, weil ich eine andere Verpflichtung habe, sonst darf ich mich als anwesend betrachten.

 

Zweiter Präsident Holztrattner: Herr Dr. Schöppl, ich werde dem Landtagspräsidenten, dem Vorstand mitteilen, dass die Landesregierungsmitglieder ersucht werden, an den Sitzungen teilzunehmen.

Abg. Dr. Schöppl: Zur Geschäftsordnung! Herr Landeshauptmann! Die Kritik hat nicht Sie betroffen, Ihre Entschuldigung wurde heute vom Herrn Ersten Präsidenten zur Kenntnis gebracht, und dass Sie anwesend sind, sehe ich. Zwei Mitglieder der Landesregierung wurden soeben ohne Angabe von Gründen vom Vorsitzenden entschuldigt. Es fehlen noch immer vier Stück. Wo sind sie?

Zweiter Präsident Holztrattner: Herr Dr. Schöppl! Die Frau Dr. Haidinger ist für den ganzen Tag entschuldigt, wurde auch in der Früh vom Herrn Landtagspräsidenten Dr. Schreiner gesagt. Herr Dr. Schöppl, damit beantwortet? Danke, wir können in der Tagesordnung weiterfahren.

 

Punkt 6: Beantwortung schriftlicher Anfragen

Der Herr Landeshauptmann hat mich ersucht, dass man seine Fragen vorzieht auf Grund einer Terminvereinbarung. Wir rufen auf 6.1 – ich lese nur vor – 6.1 war eine Wortmeldung der FPÖ und der Grünen; 6.2 der FPÖ; 6.3 der Grünen; 6.4 SPÖ und FPÖ; 6.5 SPÖ und FPÖ; 6.6 ÖVP und dann müssen wir die Anfragen aus der letzten Sitzung, die nicht beantwortet wurden, noch behandeln. Da ersucht der Herr Landeshauptmann, auch diese zu beantworten, das ist von 6.19 bis 6.26. Ich rufe die erste Anfrage auf.

 

6.1 Anfrage der Abg. Dr. Schnell, Dr. Schöppl und Naderer an die Landesregierung betreffend die Gegenstände der Regierungssitzung und der Regierungsumläufe zwischen dem 1. Juli und 31. August 1999 – Nr. 175 der Beilagen

Gibt es Wortmeldungen? Keine Wortmeldungen!

 

6.2 Anfrage der Abg. Dr. Schnell und Naderer an die Landesregierung betreffend die Bestellung und Einsetzung von selbstständigen Fahrprüfern – Nr. 176 der Beilagen

Gibt es Wortmeldungen? Keine Wortmeldung!

 

6.3 Anfrage der Abg. Dr. Schöppl und Naderer an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend die verfassungskonforme Verwendung der Landessprache – Nr. 177 der Beilagen

Gibt es Wortmeldungen? Keine Wortmeldungen!

 

6.4 Anfrage der Abg. Dr. Schnell, Dr. Schöppl und Naderer an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend die Dienstwohnungen von Bezirkshauptleuten – Nr. 178 der Beilagen

Zu Wort gemeldet ist Mag. Walter Thaler!

Abg. Mag. Thaler: Herr Präsident! Herr Landeshauptmann! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen!

Ich nehme die Anfrage der Freiheitlichen Partei zum Anlass darauf hinzuweisen, dass eine ähnliche Anfrage von meiner Seite bereits am 28. Mai 1997, also vor knapp zweieinhalb Jahren eingebracht worden ist. Damals zwar beantwortet wurde, aber daraus keinerlei Konsequenzen gezogen worden sind. Ich nehme mit Freude zur Kenntnis aus den „Salzburger Nachrichten" vom 9. November dJ, dass manche Dinge einfach länger dauern, obwohl es nicht sein müsste, dass jetzt der Herr Landeshauptmann bereit ist, diese Privilegien der Zurverfügungstellung von Mietwohnungen für Bezirkshauptleute abzuschaffen.

Meine Damen und Herren! Was ich nicht verstehe ist die Argumentation, wenn zur Frage 9 etwa gesagt wurde, ohne Zuweisung einer Dienstwohnung hätten in diesen Funktionen nur Beamte bestellt werden können, welche die Bestqualifikation nicht aufgewiesen haben. Meine Damen und Herren! Wenn eine Stelle für einen Bezirkshauptmann oder eine Bezirkshauptfrau ausgeschrieben wird, dann gehe ich davon aus, dass genügend qualifizierte Fachleute aus dem Bereich des Amtes der Salzburger Landesregierung vorhanden sind, die sich um diese Stelle bewerben werden. Und wenn ich höre, dass etwa die allein stehende Bezirkshauptfrau des Pinzgaues ein Nettoeinkommen von S 42.000,-- hat, dann ist es nicht einzusehen, warum einer Person noch S 7.500,-- gewährt werden als Miete, als Mietzuschuss, weil die Landesregierung diese Wohnung bezahlt. (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Mit welcher Argumentation, mit welcher Argumentation treten wir gegenüber Familien auf, die mehrere Kinder haben, die ein Nettoeinkommen von S 25.000,-- haben und die ihre Mietwohnung von S 8.000,-- bis S 10.000,-- aus diesem Betrag zu finanzieren haben.

Im Übrigen gebe ich zu bedenken, dass eine Mietwohnung im Ausmaß von 48 m² im Raum von Zell am See mit S 7.500,-- überbezahlt ist, zumal das Land Salzburg im Bereich der Schmittenstraße über ein eigenes Wohnhaus verfügt, in dem Landesbedienstete untergebracht werden können.

Ich sehe auch aus der Argumentation der Frau Bezirkshauptfrau keine Schlüssigkeit, dass sie sagt, sie braucht ihre Wohnung im Stadtgebiet weiterhin und dass dieses förderlich sei, wenn sie am Abend nach Dienstschluss oder am Wochenende in die Stadt Salzburg fährt, weil ihr enger Kontakt zur Zentrale, dem Amt der Salzburger Landesregierung, in der Hauptstadt bringe dem Pinzgau viel mehr, als wenn sie fast ausschließlich in Zell am See wäre. Ich gehe von einer anderen Überlegung aus. Dem Pinzgau wäre mehr geholfen, wenn die Bezirkshauptfrau, die ja ein Organ der mittelbaren Bundesverwaltung ist und so auch für die Gendarmerie zuständig ist, in einem sehr tourismusintensiven Gebiet, wie es der Pinzgau ist, auch am Wochenende anwesend wäre und bei den diversen Veranstaltungen vorhanden wäre, was andere Bezirkshauptleute durchaus machen. Ich hoffe, dass nun endlich Bewegung hineinkommt. Es ist nicht einzusehen, dass wir selbst als Politiker vorbildhaft unsere eigenen Bezüge vor zwei Jahren begrenzt haben und dass dasselbe nicht auch für hochrangige Landesbeamte gelten soll.

Ich verstehe auch nicht, warum ein hochrangiger Beamter wie der Herr Hofrat Faber, nicht einen Mietzuschuss von S 7.500,-- pro Monat wie der Herr Bezirkshauptmann aus dem Pongau, der gleich noch mehr kostet, bekommt, der im Grunde eine genauso wichtige Arbeit leistet in exponierter Situation – sage in exponierter Situation, es ist nicht leicht, ständig der Kritik von 36 Abgeordneten und sieben Regierungsmitgliedern entsprechend begegnen zu können. Diese Form von Privilegien haben ausgedient. Man hätte sie schon vor zwei Jahren abschaffen können. Man hätte sie gerade im Bereich der Bezirkshauptfrau des Pinzgaues, deren Vertrag erst heuer wieder verlängert worden ist, außer Kraft setzen können, weil wenn sie um die Verlängerung bei der Landesregierung einkommt, dann hätte man sagen können, jetzt hast Du fünf Jahre die Möglichkeit gehabt, Dich um eine geeignete Wohnung im Pinzgau umzuschauen, ab jetzt fällt dieser Mietzuschuss weg.

Es ist nämlich ein Unterschied, ob ich mich im Bundesland Niederösterreich um die Stelle eines Bezirkshauptmannes bewerbe, denn dort werden Bezirkshauptleute grundsätzlich nur für vier Jahre auf einen Posten gesetzt, und müssen nach diesen vier Jahren auf eine andere Bezirkshauptmannschaft wechseln. Dort ist es natürlich notwendig, dass dem jeweiligen Bezirkshauptmann eine Dienstwohnung zur Verfügung gestellt wird. Mit mehr Sensibilität hätte man dem Land Salzburg in den letzten zwei Jahren in etwa S 800.000,-- ersparen können, ein Geldbetrag, den wir immer wieder bei Budgetberatungen dringend benötigen. (Beifall der SPÖ-, FPÖ- und Grünen-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Holztrattner: Der Herr Landeshauptmann!

Landeshauptmann Dr. Schausberger: Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren!

Nur ganz kurz ein paar Worte dazu. Ich teile die Meinung all derer, die der Ansicht sind, dass eine solche Dienstwohnung für Bezirkshauptleute nicht mehr zeitgemäß ist. Ich habe daher auch, Herr Klubobmann, es ist leichter hier manchmal etwas aus der Sicht eines Landtagsabgeordneten darzustellen, als aus der Sicht dessen, der es zu vollziehen hat. Es -ist jedenfalls so, dass unter meiner Zeit kein Bezirkshauptmann, der neu bestellt worden ist, mehr eine Dienstwohnung bekommen hat. ... (Unverständlicher Zwischenruf Abg. Mag. Thaler) ... Darf ich bitte ausreden, darf ich bitte ausreden.

Wir haben den Bezirkshauptmann des Flachgaues bestellt und in seinem Dienstvertrag ist selbstverständlich keine Dienstwohnung mehr drinnen gewesen. Was die Bezirkshauptfrau des Pinzgaues betrifft, so ist es um eine formale Verlängerung eines Vertrages gegangen, der an sich ohnehin eine unbefristete Dauer gehabt hat. Denn, und das darf ich auch ganz offen sagen, die Befristung ist eine, die der Betroffene sich selber gesetzt hat, die aber keine arbeitsrechtlichen Auswirkungen hätte. Daher war es nicht möglich, den Vertrag inhaltlich zu ändern, verändern, sondern entweder zu sagen, verlängern oder eben nicht zu verlängern. Ich kann Ihnen nur sagen, meine Damen und Herren, dass ich in Hinkunft selbstverständlich so wie schon beim Bezirkshauptmann des Flachgaues in den Dienstvertrag und in die Ausschreibung festlegen werde, dass es keine Dienstwohnungen mehr gibt, weil ich der Ansicht bin, dass das nicht mehr zeitgemäß ist. (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Dass andere, meine Damen und Herren, in der Vergangenheit in ihren Dienstverträgen solche Bestimmungen drinnen gehabt haben, müssen wir zur Kenntnis nehmen und können wir auch jetzt nicht ändern, denn es würde jeder seinen arbeitsgerichtlichen Prozess gewinnen, wenn wir ihm das jetzt wegnehmen. Ich glaube daher, wir sollten diese Dinge auslaufen lassen, und in Hinkunft wird es keinen Bezirkshauptmann oder keine Bezirkshauptfrau mehr geben, die eine Dienstwohnung haben. (Beifall der ÖVP- und FPÖ-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Holztrattner: Keine weiteren Wortmeldungen. Ich rufe auf

 

 

6.5 Anfrage der Abg. Dr. Schnell, Dr. Schöppl, Essl und Wiedermann an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend die Dienstwohnungen von Bezirkshauptleuten – Nr. 179 der Beilagen

Gibt es dazu Wortmeldungen? Wir haben zwei, Herr Landeshauptmann, ich muss alle beide aufrufen. Keine Wortmeldung, dann darf ich überleiten auf die letzte Sitzung oder zurückführen auf die letzte Sitzung. 6.19, ich rufe den Tagesordnungspunkt

 

6.19 Anfrage der Abg. Naderer und Wiedermann an die Landesregierung betreffend die Handhabung des Salzburger Landespolizeistrafgesetzes und die Entschließung des Salzburger Landtages vom 11. Dezember 1997 im Zusammenhang mit der Novellierung des Salzburger Landespolizeistrafgesetzes zur gesetzlichen Regelung der Prostitution und Bordellbewilligungen – Nr. 65 der Beilagen

Gibt es dazu Wortmeldungen? Keine Wortmeldungen! Ich rufe die

 

6.20 Anfrage der Abg. Naderer, Dr. Schöppl und Dr. Schnell an die Landesregierung betreffend die Gemeinnützige Salzburger Wohnbau GesmbH (GSWB) – Nr. 66 der Beilagen

Keine Wortmeldung! Erledigt. Ich rufe auf

 

6.21 Anfrage der Abg. Dr. Schnell, Dr. Schöppl, Naderer, Blattl, Essl, Doppler und Wiedermann an die Landesregierung betreffend die Gegenstände der Regierungssitzung und der Regierungsumläufe zwischen dem 27. April und 31. Mai 1999 – Nr. 68 der Beilagen

Gibt es dazu Wortmeldungen? Keine Wortmeldungen! Erledigt!

 

6.22 Anfrage der Abg. Naderer, Dr. Schnell und Dr. Schöppl an die Landesregierung betreffend den schleißigen Umgang mit elektronischen Datenträgern des Landes, wobei vertrauliche und geheime Daten aufgrund von Fahrlässigkeit in den Besitz Dritter gelangten – Nr. 72 der Beilagen

Gibt es dazu Wortmeldungen? Keine Wortmeldungen. Nächste

 

6.23 Anfrage der Abg. Dr. Schnell, Dr. Schöppl und Naderer an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend die Verwendung von Sachmitteln des Landes zur Wahlwerbung – Nr. 74 der Beilagen

Erledigt! Nächster Punkt

 

6.24 Anfrage der Abg. Mag. Thaler, Steidl und Mayr an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend eine Änderung des Landes-Polizeistrafgesetzes – Nr. 75 der Beilagen

Gibt es dazu Wortmeldungen? Ich sehe keine, erledigt!

 

6.25 Anfrage der Abg. Dr. Schnell und Dr. Schöppl an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend die Tätigkeit des Referates 0/06 – Interne Revision – Nr. 79 der Beilagen

Gibt es dazu Wortmeldungen? Keine, erledigt!

 

6.26 Anfrage der Abg. Naderer, Dr. Schnell, Essl und Wiedermann an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend das Gesetz über die Gemeindevertreter-Medaille – Nr. 81 der Beilagen

Gibt es dazu Wortmeldungen? Ich sehe keine, erledigt!

 

6.27 Anfrage der Abg. Dr. Schnell, Essl und Naderer an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend die Verwendung von ÖVP-Briefpapier für eine offizielle Aussendung der Volksschule Mattsee – Nr. 85 der Beilagen

Erledigt. Herr Landeshauptmann, die Fragen an Sie sind getätigt. ... (Zwischenruf LH Dr. Schausberger: Ich bleibe als Platzhalter der Regierung.) ... Herr Landeshauptmann, ich bedanke mich. So, wir setzen fort.

 

 

7.6 Anfrage der Abg. Ing. Griessner und Mag. Rogatsch an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner betreffend "Keiler-Methoden" der GPA in der Salzburger Gebietskrankenkasse – Nr. 180 der Beilagen

Wortmeldung Abg. Mag. Rogatsch!

Abg. Mag. Rogatsch: Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Herzlichen Dank an den abwesenden Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner für die Beantwortung dieser Anfrage. Sie hätte thematisch eigentlich ganz gut zum Tagesordnungspunkt 4.25 gepasst. Sie bestätigt nämlich, wie in der Salzburger Gebietskrankenkasse Politik gemacht wird und wie dort mit Jugendlichen, mit Ferialpraktikanten umgegangen wird. Inhaltlich: Schüler, die dort einen Ferialjob ausüben, werden in der Gebietskrankenkasse zu politischen Informationsveranstaltungen geschickt. Dort wird ihnen von Gewerkschaftssekretären Werbematerial, insbesondere Gasfeuerzeuge – ein eigenartiges Werbemittel für 15-Jährige, für Schüler – überreicht mit der Aufschrift "Erst wenn die letzte Sozialleistung gestrichen, die letzte Steuer abgeschafft und der letzte Arbeitnehmer gekündigt ist, werdet ihr merken, dass niemand Eure Produkte kauft und Ihr Euer Geld nicht essen könnt". Und niemand in der Gebietskrankenkasse weiß angeblich etwas davon, und der zuständige Ressortchef für Jugendarbeit, für Jugendliche, sagt in seiner Anfragebeantwortung, das ist eine übliche Informationsveranstaltung.

Die Diskussion heute über Wählen mit 16 Jahren und diese Anfragebeantwortung, die zeigen in ihrer Gesamtheit und in ihrer Zusammenarbeit und in ihrem Zusammenhang schon ein ganz eigenartiges Bild von Ihrem Verständnis für politische Jugendarbeit. Ich kann nur sagen, unseres ist das nicht! (Beifall der ÖVP- und FPÖ-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Holztrattner: Zu Wort gemeldet hat sich der Herr Abg. Steidl!

Abg. Steidl: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Die Väter gewöhnen sich daran, zu erlauben, dass ihre Kinder das tun was sie wollen, und sie fürchten sich, ihnen alles zu sagen. Was die Kinder betrifft, sie wollen die Rolle der Väter und sie haben nur einen Wunsch, die Unabhängigkeit von den Erwachsenen. Am Ende verachten die Jugendlichen die Erwachsenen. Soweit Plato aus "Die Republik".

Plato beschreibt in zwei Sätzen sehr treffend den Generationenkonflikt zwischen Alt und Jung. Ein Konflikt, der auf vielen Ebenen in unserer Gesellschaft in unterschiedlichen

Schattierungen, einmal etwas heftiger, einmal etwas weniger heftig, stattfindet und auch ausgetragen wird. Auch hier und heute in diesem Hause wurde dieser Generationenkonflikt behandelt, wie es darum gegangen ist, das Wahlalter auf 16 Jahre abzusenken. Er, Plato, ordnet die Verantwortung die Zukunft betreffend eindeutig, also welche Entwicklung unser Zusammenleben nimmt, den erwachsenen Mitgliedern in unserer Gesellschaft zu. Und, meine sehr geehrten Damen und Herren, politische Organisationen in einer demokratischen Gesellschaft sind besonders gefordert, die Interessen aller Altersgruppen ausgleichend zu verfolgen. Und genau das machen die österreichischen Gewerkschaften, sowohl auf betrieblicher, als auch auf überbetrieblicher Ebene, auch mit der jungen Generation in Dialog zu treten.

Zukunft passiert nicht, wie uns eine große österreichische Handelskette in ihrem Werbeslogan zu vermitteln versucht, Zukunft wird gestaltet. Machen wir es gemeinsam und gleichberechtigt, lautet dabei der Grundsatz der österreichischen Gewerkschaftsbewegung. Und genau das, meine Damen und Herren, hat in der Salzburger Gebietskrankenkasse stattgefunden, wie übrigens in zig anderen Salzburger Betrieben auch. Ihre Diktion, Kollegin Rogatsch, in der Presseaussendung vom 16. August d.J. ist unverständlich, nicht nachvollziehbar und haltlos. Warum? Ihre schlechte und mangelhafte Recherche ist keine, ich wiederhole, ist keine entschuldbare Fehlleistung. Deshalb keine entschuldbare Fehlleistung, da Sie Behauptungen von einem Ihrer Funktionäre übernommen haben, der an der Veranstaltung gar nicht teilgenommen hat. Übrigens wurden alle Vorwürfe mittlerweile entkräftet.

Sie, Frau Kollegin Rogatsch, unterstellen der Gewerkschaft der Privatangestellten absichtliche Missachtung gesetzlicher Grundlagen und junge Arbeitnehmer unter Druck und zwangsweise einer Veranstaltung zuzuführen – Ihre Diktion in der Presseaussendung. Sehr geehrte Frau Abg. Rogatsch! Die GPA ist nicht irgendeine schwindelsüchtige oder mieselsüchtige Organisation, die sich Keilermethoden bedienen muss. Nehmen Sie zur Kenntnis, der soziale, der wirtschaftliche und der gesellschaftliche, als auch der kulturelle Aufstieg der österreichischen Angestellten in der Zweiten Republik ist untrennbar mit der Tätigkeit der Gewerkschaften und insbesondere mit der Tätigkeit der Gewerkschaft der Privatangestellten verbunden.

Nehmen Sie weiters zur Kenntnis, Arbeitnehmer werden in diesem Land nicht einer Veranstaltung zugeführt, sondern Arbeitnehmer werden immer noch eingeladen. Fragen Sie nach bei Ihrem Kollegen Abg. Wolfgang Saliger. Er war jahrelang Betriebsrat und hat die jungen Angestellten in seinem Betrieb und auch den zuständigen Gewerkschaftssekretär zu Versammlungen immer eingeladen und nie einer Versammlung zugeführt. Ich weiß das

deshalb so genau, da der regelmäßig eingeladene Gewerkschaftssekretär zu der Zeit, als Kollege Saliger Betriebsrat war, ich persönlich war.

Für Juristen hat jedes Gesetz ein Herzstück, so auch das Arbeitsverfassungsgesetz. Und das Arbeitsverfassungsgesetz ist auch nicht irgendein Gesetz. Es regelt zB. die kollektive Rechtsgestaltung und damit auch die Einkommenspolitik des Großteils der in Österreich unselbstständig Erwerbstätigen. Übrigens, nur eine Randbemerkung, es bildet auch die Grundlage für die Entwicklung des persönlichen Einkommens jenes Trittbrettfahrers, der sich über diese Versammlung so fürchterlich alteriert hat. Das Herzstück des Arbeitsverfassungsgesetzes bildet der § 39 – Grundsätze der Interessensvertretung. Der Gesetzgeber hat in diesem Paragraphen das Zusammenarbeitsgebot von Betriebsräten und Gewerkschaften geregelt, Auftrag des Gesetzgebers. Nehmen Sie daher auch noch zur Kenntnis, Frau Abgeordnete, gestützt auf diese Gesetzesstelle finden Versammlungen mit gewerkschaftlicher Beteiligung statt, so auch in der Salzburger Gebietskrankenkasse.

Abschließend Kollegin Rogatsch, gäbe es keine politischen Jugendorganisationen, getragen von einer Gesamtorganisation, und das wäre also auch wieder in Verbindung zu sehen mit der Herabsetzung des Wahlalters auf 16 Jahre, hätte also auch zu diesem Tagesordnungspunkt gut gepasst, hätte dieses Haus personell ein anderes Gesicht, sowohl auf der Regierungsbank als auch auf den Abgeordnetenbänken. Mir ist es recht, so wie es ist, weil damit die Voraussetzungen, den Konflikt der Generationen konstruktiv und positiv zu bewältigen, gute sind. Und damit Plato nicht Recht haben wird, was die Verachtung betrifft. (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Holztrattner: Zu Wort gemeldet hat sich der Herr Abg. Saliger. Ich erteile es ihm!

Abg. Saliger: Liebe Kolleginnen und Kollegen!

In einem zitiert zu werden mit Plato, ist schon eine große Ehre für einen kleinen Flachgauer. Ich möchte Dir, lieber Kollege Steidl, nur mitteilen, dass das ja der Unterschied meiner arbeitnehmerischen Tätigkeit war, und zu dem was manchmal in diesem Bereich passiert, und das wissen wir alle. Ich glaube, dass gerade in diesem Zusammenhang mit jungen Menschen sehr viel vorsichtiger umgegangen werden muss, als das vielleicht in dem Zusammenhang – ich kenne den Fall nicht dezidiert, nur aus der Anfragebeantwortung – gewesen ist. Ich nehme das jetzt einmal so an, aber ich möchte grundsätzlich etwas feststellen. Der Unterschied ist einfach dann, wenn man jemanden einlädt und das positiv beurteilt in der gesamten Abwicklung, dann schaut das so aus, dass man jemanden nicht unter Druck setzt.

Ich erlebe leider Gottes in vielen Unternehmungen, und nicht nur dort, auch in öffentlichen Dienststellen, und es ist gerade passiert in einer Dienststelle des Bundes im Bundesland Salzburg, ich könnte das Beispiel hier nennen, dass es dazu kommt, dass Menschen unter Druck gestellt werden, weil sie offensichtlich eine andere politische Auffassung haben, als die vielfach in der Gewerkschaft Vertretenen. Und ich nehme ein Beispiel heraus, das möchte ich doch, weil es in der Öffentlichkeit ja schon diskutiert worden ist, das auch ein Beispiel dafür ist, wie man mit Arbeitnehmern umgeht. Und ich will Eure Zeit nicht besonders lang strapazieren, aber ich möchte das deshalb sagen, weil es vielleicht auch das Bild dann abrunden kann über diese Diskussion.

Es gibt die Fa. Schösswender in Salzburg, die abwandert, das weiß man seit einiger Zeit bereits, und die Kollegen dort haben sich damit auseinander gesetzt wie denn dieser Verlust ihres Arbeitsplatzes zu bewerkstelligen ist. Die Hälfte der dort beschäftigten Arbeitnehmer ist mehr als 50 Jahre und hat damit automatisch, und das ist ja jedem bekannt, ein gröberes Problem. Als die Leute sich mit der Salzburger Arbeiterkammer auseinander gesetzt haben, hat der dort Zuständige oder das Telefon Abnehmende, ich hoffe er war auch zuständig, weil wenn er das sagt, sollte er das auch sein, den Kollegen Folgendes gesagt. Ich zitiere das und ich zitiere es deshalb, weil mir die Leute gesagt haben, ich kann das so sagen. Er hat gesagt: "Seid ihr bei der Gewerkschaft?" "Nein, sind wir nicht bei der Gewerkschaft." "Ja, dann können wir Euch in dem Fall nicht vertreten." So weit geht das. Ich habe diesen Fall deshalb erfahren, weil die Leute meine Tätigkeit von damals gekannt haben, ältere Herren so wie ich, und sind daher auf mich zugegangen und haben mir gesagt, die Schwierigkeiten haben wir dort. Nun, wir haben mittlerweile alles auf die Reihe gebracht. Wir haben versucht, eine gemeinsame Vorgangsweise zu finden. Allerdings leider nicht mit der Unterstützung der Arbeiterkammer in Salzburg.

Und wenn Frau Kollegin Rogatsch hier einen Fall aufzeigt, der sich mit jungen Menschen auseinander setzt, so halte ich das im Lichte der heute abgewickelten und von diesem Platz aus geführten Diskussion nochmals etwas problematischer. Ich habe hier sehr vieles gehört über junge Leute und ich habe vieles von Freiheit gehört, ich habe aber nichts davon gehört, was so passieren kann, wenn junge Menschen als Ferialpraktikanten, nicht in einem ordentlichen Dienstverhältnis, in eine Situation gebracht werden, die für sie vielleicht nicht angenehm ist – ich kann es nicht beurteilen, wie es ihnen selbst damit geht –, aber vielleicht nicht angenehm ist, wenn ihnen der Dienstgeber schon mit 15 oder 16 Jahren sagt, oder der dortige Betriebsrat "so, ihr müsst jetzt dort hin und das und das machen". Möglicherweise haben die auch subjektiv das Gefühl des Zwanges gehabt. Das kann ich nur vermuten.

 

Ich möchte aber an dieser Stelle sagen, dh. vorsichtig umgehen mit jungen Menschen, um sie nicht bald davon abzuhalten, politisch in der Arbeitnehmer- oder sonst irgendeiner Vertretung für die Allgemeinheit auch tätig zu sein. Das war der Hintergrund dieser Diskussion. Und ich denke, dass wir es wirklich so sehen sollten, und ich habe mit großer Aufmerksamkeit heute in der Früh etwas gehört. Ich habe von dem Klubobmann Kostelka heute in der Früh gehört, dass nun alles anders werden wird, nämlich in allen Fragen – Postenbesetzung, in allen Bereichen. Ich habe das mit großer Aufmerksamkeit zur Kenntnis genommen. Offensichtlich hat es das bisher gegeben, sonst hätte ja nichts anders werden müssen. Ich will das nur deshalb mit aller Deutlichkeit sagen, weil Arbeitnehmer sich in ihrem eigenen Leben selbst bewegen müssen, sie sollen nicht unterjocht werden, sie brauchen die Unterstützung, und vielleicht noch von einer anderen Organisation, wenn sie sich auf der einen Seite vielleicht in einer Stresssituation befinden, gerade in der Zeit. Ich habe das mit den Beispielen aufzeigen wollen und damit auch wieder eine Richtigstellung in dieser Form erfolgen lassen.

Kollege Steidl, ich weiß, dass Du einer der Engagierten bist. Ich weiß, dass Du einer bist, der sich um die Dinge annimmt und der nicht unbedingt einen Unterschied macht zwischen einem Gewerkschaftsmitglied oder nicht, wenn er ein Arbeitnehmer ist. Das weiß ich. Und daher glaube ich, dass man in dieser Frage so vorgehen muss, wie es den Menschen entspricht, nämlich helfen zu jeder Zeit und in jeder schwierigen Notsituation, und nicht unter Druck setzen. Das ist die einzige Bitte, die man in diesem Zusammenhang aussprechen darf. Und ich glaube, dass eine solche Vorgangsweise wirklich das ist, was das Arbeitsrecht vorschreibt, nämlich das, dass man in einem gemeinsamen Gefüge eines Unternehmens gemeinsame Entscheidungen zu treffen hat. Ich bitte um Verständnis dafür, Du hast mich zusammen mit Plato zitiert, dafür danke ich recht herzlich. (Beifall der ÖVP- und FPÖ-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Holztrattner: Zu Wort hat sich gemeldet der Herr Abg. Schröcker! Ich erteile es ihm!

Abg. Schröcker: Herr Präsident! Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen! Geschätzter Kollege Saliger!

Es passt mir nicht, wenn Du eine Organisation wie die Arbeiterkammer anpatzt, ohne genau zu sagen, worum es geht. Es gibt nämlich durchaus Sachverhalte, wo die Arbeiterkammer nichts machen kann, nicht einschreiten kann, wenn es in einer Firma keinen Betriebsrat gibt. Das weißt Du als ehemaliger Betriebsrat ganz genau, dass es so ist. Und darum passt es mir nicht, wenn hier Informationen in den Raum gestellt werden, ohne sie

genau zu konkretisieren, ohne dass man genau ableiten kann, inwieweit hier die Arbeiterkammer sich eine Schuld aufgeladen hat. Das passt mir nicht. (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Holztrattner: Ich habe keine Wortmeldungen. Es sind keine Wortmeldungen notiert. Nächster Punkt

 

6.7 Anfrage der Abg. Dr. Schnell und Naderer an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner betreffend die Überprüfung öffentlicher und privater Seniorenheime in Salzburg – Nr. 181 der Beilagen

... (Zwischenrufe zwischen Abg. Schröcker und Abg. Saliger.) ...

Herr Schröcker, die Frau Kollegin Breitfuß ist am Wort. Ich bitte sie darum!

Abg. Breitfuß: Herr Präsident! Hohes Haus!

Ich möchte noch einmal ganz kurz diese Anfrage bezüglich Überprüfung öffentlicher und privater Seniorenheime in Salzburg der Freiheitlichen Partei Revue passieren lassen. Im Dezember 1998 wurde schon einmal von der FPÖ dieser Antrag als dringlich zum selben Thema gestellt. Dies wurde dann auch ausführlichst im Sozial- und Gesundheitsausschuss behandelt. In der damaligen Generaldebatte wies Abg. Naderer hin, dass es sehr einfach sei, die Pflegedienstleistungen zu kontrollieren. Es müssten nur die verrechneten Pflegedienstleistungen mit der tatsächlichen Anwesenheit des Pflegepersonals verglichen werden. Der Sozial- und Gesundheitsausschuss stellte den Antrag, die öffentlichen und privaten Seniorenheime stichprobenweise einer Einschau zu unterziehen. Soviel ich informiert bin, werden nun generelle Kontrollen vollzogen.

Nun wurde im August 1999 von der Freiheitlichen Partei noch einmal dieselbe Anfrage eingebracht. Wo liegt der Sinn? Ich kann es nicht nachvollziehen. Meiner Ansicht nach ist die generelle Kontrolle sicher wichtig. Die Pflegeeinstufung muss aber immer von der Pflegekraft gemacht werden und nicht vom Verwalter eines Heimes, der vielleicht Tischler oder irgendetwas gelernt hat. Eine Ausgliederung der Heime aus der Gemeindeverwaltung, so wie es in Hallein passiert ist, ist sicherlich nicht zu empfehlen, da dann die interne Kontrolle fehlt. Ich denke da zB. an die Zusammenarbeit mit dem Meldeamt.

 

Anschließend möchte ich noch erwähnen, dass unter den 78 überprüften Einrichtungen sieben Einrichtungen Fehleinstufungen hatten und davon auch eine freiheitliche Altenpension betroffen war. Danke! (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Holztrattner: Zu Wort hat sich gemeldet der Herr Klubvorsitzende Dr. Karl Schnell!

Abg. Dr. Schnell: Hohes Haus! Frau Kollegin!

Zur Information, es gibt keine freiheitliche Altenpension. Es gibt lediglich ein Pensionistenheim, das ein Kuratorium hat, das von Freiheitlichen besetzt ist, aber keine freiheitliche Altenpension. ... (Zwischenruf Abg. Ing. Griessner: Da hat der Höggerl aber etwas ganz anderes gesagt.) ... Ja, Entschuldigung, aber ihr könnt es gerne überprüfen. Auch in Vorfeldorganisationen der Freiheitlichen ist man nicht automatisch bitte freiheitliches Mitglied zB. wie bei der ÖVP. Wenn Sie jetzt Mitglied des Bauernbundes sind zB., gibt es auch bei uns nur einen Salzburger Seniorenbund und keinen freiheitlichen Salzburger Seniorenbund. Das nur zur Aufklärung bitte. ... (Zwischenruf Abg. Ing. Griessner: Seniorenring!) ... Seniorenring, ebenfalls, gibt es aber keinen freiheitlichen, liebe Freunde, es gibt auch kein freiheitliches. Ja, ihr könnt es ja dann überprüfen. Ich kläre sie nur auf, ob Sie es mir dann glauben oder nicht ist ... (Zwischenruf Abg. Ing. Griessner: Die Margot Hofer hat immer etwas anderes gesagt.) ... Die Margot Hofer ist Kuratoriumsmitglied, richtig, und sie ist zuständig dafür. Es gibt aber keine freiheitliche Verantwortung für dieses Heim, gibt es nicht. Das ist eine Tatsache. (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Holztrattner: Keine weiteren Wortmeldungen zu 6.7. Wir kommen zu

 

6.8 Anfrage der Abg. Dr. Schöppl und Naderer an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger betreffend die verfassungskonforme Verwendung der Landessprache – Nr. 182 der Beilagen

Gibt es dazu Wortmeldungen? Keine Wortmeldungen.

 

 

6.9 Anfrage der Abg. Dr. Schnell, Dr. Schöppl und Naderer an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger – teilweise ressortzuständige Beantwortung durch Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger – betreffend die Dienstwohnungen von Bezirkshauptleuten – Nr. 183 der Beilagen

Gibt es dazu Wortmeldungen? Keine!

 

6.10 Anfrage der Abg. Mag. Neureiter, Lindenthaler und Dr. Wagner-Schöppl an Herrn Landesrat Dr. Raus betreffend die Bereitstellung von Wohnbauförderungsmitteln insbesondere für Altbauten und denkmalgeschützte Objekte und eine Revitalisierungsoffensive – Nr. 184 der Beilagen

Gibt es dazu Wortmeldungen? Keine!

 

6.11 Anfrage der Abg. Dr. Schöppl und Naderer an Herrn Landesrat Dr. Raus betreffend die verfassungskonforme Verwendung der Landessprache – Nr. 185 der Beilagen

Gibt es dazu Wortmeldungen? Ich sehe keine.

 

6.12 Anfrage der Abg. Naderer und Doppler an Herrn Landesrat Dr. Raus betreffend die gegen das Abfallwirtschaftsgesetz verstoßende Sperrmüllabfuhr in der Marktgemeinde St. Johann – Nr. 186 der Beilagen

Gibt es dazu Wortmeldungen? Herr Bürgermeister Illmer!

Abg. Illmer: Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und liebe Kollegen!

Zu dieser Anfrage möchte ich auch noch einige Anmerkungen machen. Wenn man den Zeitungsberichten gefolgt ist, was die Sperrmüllentsorgung in St. Johann betrifft, hat das ausgesehen, als wenn das ein großer oder ein größerer Skandal wäre. Tatsache ist, dass bis dato die Sperrmüllentsorgung nach wie vor von der Firma Hettegger durchgeführt wird und zwar zur Deponie nach St. Veit. Tatsache ist, es wurde von der Gemeinde St. Johann eine Ausschreibung erstellt, die festlegt, dass die Entsorgung dem Salzburger Abfallwirtschaftsgesetz entsprechen muss. Nächste Tatsache ist, dass derzeit über den Abfallwirtschaftsverband, wo sehr viele Initiativen laufen, bereits mit der zweiten Firma Gespräche stattfinden und die ersten Chargen nach St. Veit gefahren wurden. Ich hoffe,

dass dieser Weg, den wir ja schon über Jahre einschreiten, dass der Müll in nächster Nähe bleibt, weiter geführt wird. Die Situation hat sich zur Gänze bereinigt und ich bin überzeugt, dass nun die ersten Fuhren, die in St. Veit eingelangt sind, dazu führen, dass der Müll dort bleibt wo er hingehört, und somit hat sich dieser vermeintliche Skandal in nichts aufgelöst. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Holztrattner: Weitere Wortmeldungen sehe ich keine. Die Frau Abg. Bommer, Entschuldigung, Frau Kollegin, Frau Präsidentin!

Abg. Bommer: Herr Präsident! Meine Damen und Herren Abgeordneten!

Es ist kein Skandal geworden, aber es wäre fast einer daraus geworden. Wäre es wirklich zu Stande gekommen, wie es ursprünglich geplant war, dass unser Sperrmüll in die Steiermark gefahren würde und nicht auf die nächstgelegene, um viele Millionen sanierte Deponie in Grafenhof/St. Veit. Es war in unserem Interesse, diese Ausgangssituation abzustellen, und ich möchte auch an dieser Stelle noch einmal den Obmann des Abfallwirtschaftsverbandes bitten und auch auffordern, denn es ist ja nicht von selbst gekommen, das muss man auch dazusagen, sondern wirklich auffordern, dem nachzukommen, dass auch andere Gemeinden dieser Verpflichtung nachkommen und diese Deponie, die wirklich um viele Millionen aus Gemeindemitteln saniert worden ist, auch dementsprechend zu nützen. Es wäre ein durchaus falsches Signal gewesen, hätten wir unseren Sperrmüll - ein falsches Signal in Richtung Umwelt, in die Steiermark geführt, statt in die nächstgelegene Deponie. Und in diesem Sinne bin ich daran interessiert, gemeinsam mit dem Abfallwirtschaftsverband mit den anderen Gemeinden eine Lösung zu finden, die wirklich denen zugute kommt, die dafür gesorgt haben, dass es diese Deponie gibt. Danke! (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Holztrattner: Ich muss zwei Entschuldigungen nachbringen. Der Herr Landeshauptmann-Stellvertreter Gasteiger hat sich ab 17:30 Uhr entschuldigt und nachgereicht und der Herr Landesamtsdirektor ab 18:00 Uhr, um die Damen und Herren in Kenntnis zu setzen.

Wir kommen zum Tagesordnungspunkt

 

6.13 Anfrage der Abg. Hofer und Saliger an Herrn Landesrat Dr. Raus betreffend den Konkurs des Kleinen Theaters Salzburg – Nr. 187 der Beilagen

Gibt es dazu Wortmeldungen? Keine!

6.14 Anfrage der Abg. Dr. Schöppl und Naderer an Herrn Landesrat Eisl betreffend die verfassungskonforme Verwendung der Landessprache – Nr. 188 der Beilagen

Gibt es dazu Wortmeldungen? Ich sehe keine!

 

6.15 Anfrage der Abg. Dr. Schöppl und Naderer an Frau Landesrätin Mag. Burgstaller betreffend die verfassungskonforme Verwendung der Landessprache – Nr. 189 der Beilagen

Gibt es dazu Wortmeldungen? Keine!

 

6.16 Anfrage der Abg. Stadlober und Illmer an Frau Landesrätin Mag. Burgstaller betreffend verkehrssichernde Maßnahmen auf der B 99 Katschberg-Bundesstraße im Bereich Schmölzbrücke – Tauernblick und der B 146 Ennstal-Bundesstraße – Nr. 190 der Beilagen

Gibt es dazu Wortmeldungen? Frau Abg. Stadlober!

Abg. Stadlober: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Sehr geehrte Frau Landesrätin!

Ich bedanke mich vorerst für die ausführliche Anfragebeantwortung, in der Sie auf die Problemzonen der Katschberg-Bundesstraße und der Ennstal-Bundesstraße eingehen. Ich bin sehr froh darüber, dass so schnell ein Termin mit der Stadtgemeinde Radstadt vereinbart wurde, um die beste und sicherste Lösung für die Anrainer, aber vor allem für unsere Kinder zu erzielen. Denn unsere Kinder brauchen einen sicheren Schulweg und keine verteilten Kaugummis. Danke! (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Holztrattner: Zu Wort hat sich gemeldet die Frau Landesrätin Burgstaller!

Landesrätin Mag. Burgstaller: Sehr geehrte Frau Abgeordnete!

Ich bedanke mich für die rasche Einbringung einer nicht notwendigen Anfrage nach zwei Terminen in Radstadt. Sie wissen, dass ich bei der erstmöglichen Gelegenheit in Radstadt war und mir die Situation vor Ort angeschaut habe, und dass alle Fraktionen anwesend waren, der Bürgermeister ebenfalls, und dass wir dann einen Lokalaugenschein gemacht haben, obwohl eigentlich die Bezirkshauptmannschaft dafür zuständig wäre bei Anträgen,

wenn es so etwas überhaupt gibt, entsprechende Verhandlungen durchzuführen. Ich habe mich schon etwas gewundert, dass Sie sich hergeben dafür, dass Sie dann bei einer, kann ich nur sagen, wahltaktisch-motivierten Demonstration auch erscheinen.

Ich habe mir das vor Ort angeschaut, und ich habe schon viele Fälle gesehen, wo für mich ganz klar ist, es muss eine Lösung im Sinne für die Verkehrssicherheit für die Fußgänger gefunden werden. Ich kann Ihnen von vielen Mühen sagen, die die RVS und andere Bestimmungen mir machen, damit wir das überhaupt durchsetzen können. Aber eines kann ich nicht verstehen, wenn jemand, ja ich würde fast sagen, stur verlangt, ich meine jetzt durchaus den Bürgermeister, dass man auf einer Strecke wie der B 99, die so geradlinig ist, 17 Linksabbiegespuren macht, dann muss ich sagen, gefährdet der die Verkehrssicherheit und tut der Verkehrssicherheit nichts Gutes.

Ich habe bei meinem ersten Lokalaugenschein schon vorgeschlagen, dass wir einen anderen Weg finden, nämlich eine Anrainerstraße. Ich war schon fast so weit, alle davon zu überzeugen, dass wir eine Linksabbiegespur machen, nur wie dann alle anderen gesagt haben, dann wollen wir das aber bei mindestens acht anderen Stellen auch, ist leider diese Entscheidung gekippt. Ich kann Ihnen nur sagen, es braucht beides. Das eine ist Bewusstseinsbildung – da kann auch manchmal ein Kaugummi nicht schaden, wenn man dann ins Reden kommt -, und das andere ist ein konkreter Lösungsvorschlag, und für den bin ich immer zu haben. Für Demonstrationen, die mutwillig vom Zaun gebrochen werden, allerdings nicht. Es gibt am 29. November 1999 einen weiteren Termin und siehe da, die Planung für meinen Vorschlag ist bereits fertig, und ich hoffe, Sie werden dann genauso mitarbeiten, den Konsens mit den Grundeigentümern und den Anrainern zu binden für die beste Lösung auch für die Kinder dort. (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Holztrattner: Ich sehe keine weiteren Wortmeldungen, doch, der Herr Kollege Saliger, Du bist am Wort!

Abg. Saliger: Liebe Kollegin Burgstaller! Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Ich muss doch eine Bemerkung dazu machen. Auch hier ist es wieder so, dass jemand anderer schuld ist. Ich glaube, so kann es nicht gehen. Ich möchte grundsätzlich eine Feststellung machen. Ich erlebe das bei allen Maßnahmen, die so im Laufe der Zeit jetzt vakant sind, dass immer jemand gesucht wird, der dann die Schuld daran hat. ... (Zwischenruf Landesrätin Mag. Burgstaller: Ich suche eine Lösung, keine Schuld.) ... Ich glaube, dass die Vorgangsweise, wie sie die Kollegin Stadlober hier moniert hat, aus der Sorge um die Kinder in diesem Bereich, dass die auf jeden Fall den Respekt verdient. Das ist

einfach notwendig. Ich glaube, dass man eine solche Vorgangsweise pflegen muss, und ich bitte um Folgendes: Ich habe dem Bericht entnommen, dass die Kostentragung von anderen übernommen werden muss. Gerade wenn es ein größeres Bauvorhaben ist, dann weißt Du, in welcher Priorität – wir haben gerade den Bericht bekommen –, in welcher Prioritätenreihung das dann sein kann. Und jetzt suchen die Menschen dort eine rasche Lösung und wenden sich an Dich. Und ich denke, dann solltest Du auch eine entsprechende Lösung vorbereiten. Du hast es soeben gesagt. Aber nicht suchen, wie man es vielleicht jemandem anderen anlasten könnte. Die Bitte darf ich hier einmal äußern, weil ich glaube, es ist einfach notwendig, dass wir gemeinsam an diese Anliegen herangehen. Das ist einfach notwendig, dass wir gemeinsam an die Anliegen herangehen.

Es ist heute schon ein paar Mal gesagt worden hier und ich denke, dass man es dazu noch sagen darf. Und ich möchte in diesem Moment auch vor allem bei der Kollegin Stadlober Danke sagen. Es war keine politisch motivierte Veranstaltung, ich glaube, sie ist in Sorge um die Anrainer geschehen, so wie in anderen Bereichen auch. Und die Menschen haben echt Angst und ein echtes Problem, und das gilt für die Hochleistungsstrecke, und das gilt für die Straße in Adnet, das gilt für alle diese Überlegungen. Und ich denke, das sollte man ernst nehmen. Das muss man ernst nehmen. Man muss sich mit diesen Fragen auseinander setzen und kann nicht immer dann versuchen, jemanden anderen in die Pflicht zu nehmen. Schon dann, wenn wir das Geld dafür bekommen, weil wir das Geld einfach notwendig brauchen. Aber wenn es eine einfache Lösung gibt, sollten wir die einfache Lösung angehen.

Ich kann Dir eine ganze Reihe von Beispielen aus dem Salzburger Flachgau zeigen, wo nur durch einen Strich plötzlich Unternehmungen von ihrer Lebensader Straße abgehalten werden. Das ist mit „Linksabbiegen verboten" ununterbrochen der Fall. Mittlerweile haben wir eine solche Regulierungswut. Das gibt ein gewisses Problem. Über das müssen wir im Einzelnen reden. Noch einmal, ich habe mit dem Kollegen Holztrattner das vereinbart, ich lade noch einmal alle ein, dass wir diese kleinen Dinge dort besprechen können und Dir dann herantragen. Und ich bitte, dass wir es dann gemeinschaftlich lösen. In dem konkreten Fall wollte ich nur deshalb noch Stellung nehmen, weil es mir einfach ein Anliegen ist, wenn jemand aus seinem Herzen und aus seiner Seele heraus das Engagement für die Eltern und Kinder in diesem Bereich annimmt, dass er dann nicht hier von der Landesrätin in der Form behandelt wird, dass das eine wahlpolitisch-motivierte Veranstaltung gewesen ist. Das wollte ich dazu sagen. (Beifall der ÖVP- und FPÖ-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Holztrattner: Zu Wort gemeldet hat sich der Herr Abg. Mayr. Ich erteile es ihm!

 

Abg. Mayr: Herr Präsident! Meine Damen und Herren!

Ich kenne den wahren Beweggrund nicht, vor allem des Kollegen Abg. Saliger über seine doch ständigen aggressiven Haxelbeißereien gegenüber der Landesrätin. Dieses Problem, liebe Kollegen in der ÖVP, existiert nicht seit dem April oder Mai dJ auf der Katschberg-Bundesstraße, sondern schon wesentlich länger, wie mir die Kollegin Stadlober wahrscheinlich beipflichten wird. Die Frau Landesrätin Burgstaller ist es, die seit ihrem Amtsantritt, seit sie mit diesem Problem konfrontiert wurde, mit allergrößtem Einsatz an einer Lösung des Problems arbeitet. Arbeitet, meine Kolleginnen und Kollegen, gemeinsam mit der Stadtgemeinde Radstadt.

Und Vorschläge liegen seit Wochen und Monaten auf dem Tisch, sind auch schon am Tisch gelegen, wie die Anfrage gestellt wurde. Jetzt ist die Gemeinde Radstadt am Zug, ihre Hausaufgaben zu machen. Und wenn diese sich einig ist, was sie will, dann kann man sich gemeinsam an einen Tisch setzen und nach einer guten und vernünftigen Lösung suchen. Aber so mit Beißen hin und Beißen her wird es eine Lösung nicht geben. Ich denke, der 29. November dJ wird dieses Problem einen Schritt näher einer Lösung bringen. (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Holztrattner: Zu Wort hat sich gemeldet die Frau Landesrätin Burgstaller!

Landesrätin Mag. Burgstaller: Herr Kollege Saliger!

Manchmal kommt es auch darauf an, wer den Ton vorgibt und ich kann mich nicht erinnern, dass meine Anfragebeantwortung eine gewesen wäre, die so eine Wortmeldung der Kollegin Stadlober nach sich ziehen würde. Im Gegenteil, ich habe darzustellen versucht, was die Motive der Entscheidung waren, warum es nicht zu diesem Vorschlag gekommen ist. Wenn man dann herausgeht und irgendwie schwarz-weiß malt und sagt, man muss etwas für die Sicherheit tun und nicht Kaugummi verteilen, dann muss ich mich einfach ärgern, Frau Kollegin, weil ich glaube, dass ich in meiner Regierungstätigkeit ziemlich viel arbeite. Und dass es, wenn ich in so kurzer Zeit vier Termine habe in Sachen Radstadt, und als Einzige einen Lösungsvorschlag nach einem jahrelangen Tauziehen vorlege, dann habe ich das nicht verdient, dass Sie so zynisch darüber urteilen, wie Sie das einschätzen, nämlich: keine Lösung finden, sondern Kaugummi verteilen. Und das wollte ich gesagt haben.

Im Übrigen, Herr Kollege Saliger, Du musst Dir auch einmal überlegen, wie Dein Umgang ist mit anderen und da meine ich vor allem mich. Du weißt genau, dass ich immer bemüht

bin, eine Lösung zu finden und die Letzte bin, die irgendwen Schuldigen sucht, weil mich interessiert das nicht, warum etwas nichts geworden ist, sondern mir geht es immer darum, dass wir eine Lösung finden. Das habe ich mittlerweile oft genug bewiesen. Also lange werde ich mir Dein Treiben nicht mehr anschauen. (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Holztrattner: Keine weiteren Wortmeldungen zu 6.16. Wir kommen zu

 

6.17 Anfrage der Abg. Dr. Schöppl und Naderer an Frau Landesrätin Dr. Haidinger betreffend die verfassungskonforme Verwendung der Landessprache – Nr. 191 der Beilagen

Gibt es dazu Wortmeldungen? Ich sehe keine. Wir kommen zu

 

6.18 Anfrage der Abg. Mag. Thaler und Ossberger an Frau Landesrätin Dr. Haidinger betreffend Patientenbeschwerden gegen die Landeskrankenanstalten – Nr. 192 der Beilagen

Zu Wort gemeldet ist Herr Mag. Walter Thaler!

Abg. Mag. Thaler: Herr Präsident! Meine sehr geehrte Damen und Herren!

Die Damen und Herren Abgeordneten sind dazu aufgerufen, wir hören das in jeder Sitzung, die Landesregierung zu kontrollieren. Ich sage dazu, nicht nur das Kontrollieren ist unsere Aufgabe, sondern auch gegebenenfalls zu kritisieren, aber – und das kann auch der Fall sein – manchmal auch zu loben. Und darauf sollten wir nicht vergessen.

Ich bin lange genug im Landtag um zu wissen, dass es oft sehr lange dauert, bis man irgendwann einmal Erfolgserlebnisse verspürt, und dass man auf keinen Fall sich zurückziehen sollte im Gefühl, es geschieht alles, was die Regierung will, und der Landtag bewegt ohnehin nichts. Ich sehe gerade aus dieser Anfragebeantwortung und aus früheren Anfragebeantwortungen, dass jetzt endlich im Bereich der Landeskrankenanstalten Bewegung hineinkommt. Bewegung, die es schon früher hätte geben sollen. Und ich verweise darauf, dass etwa die Beantwortung der Frage 8 zwar ganz trocken lautet: es ist geplant, die beiden chirurgischen Abteilungen zum 1. Jänner 2000 organisatorisch in einer chirurgischen Abteilung zusammenzuführen.

Meine Damen und Herren! Da steckt ein Knalleffekt drinnen, denn mit der Pensionierung des Primars Dr. Böckl wurde die I. Chirurgie mit einem supplierenden Leiter versehen. Und

wir haben in den letzten Monaten Probleme gehabt, die durch die österreichischen Medien gegangen sind und die den Landeskrankenanstalten insgesamt nicht gerade förderlich waren. Man hätte die Zusammenlegung dieser beiden Chirurgien schon früher vollziehen können. Und ich sehe diese Antwort auf die Frage 8 im Zusammenhang mit der Antwort auf die Frage 10, denn diese Beantwortung muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Wir haben zwei chirurgische Abteilungen und die Auslastung auf der I. Chirurgischen Abteilung betrug zwischen 68,6 % und 71,3 %, und auf der II. Chirurgischen Abteilung zwischen 49,7, also unter 50 %, und 65 %. Ein Produktionsbetrieb mit einer derartigen Auslastung von zwei Hallen hätte schon längst eine dieser Hallen gesperrt, und dadurch wesentliche Kosten eingespart.

Meine Damen und Herren! Man muss nicht warten, bis der Neubau der Chirurgie West vollzogen ist. Wir haben ja jedes Jahr diese dicken Broschüren vom St. Johanns-Spital, in der jede einzelne Abteilung angeführt wird hinsichtlich ihrer Leistungskraft, und ich habe es vor Jahren schon gesagt, dass also die Leistung dieser beiden chirurgischen Abteilungen unter dem Durchschnitt aller chirurgischen Abteilungen im Bundesland Salzburg und grundsätzlich auch unter dem Durchschnitt aller chirurgischen Abteilungen in Österreich liegt. Und hier wären Sparpotenziale möglich gewesen. Wir wissen um den Kampf, um den Verteilungskampf, der sich gerade im Zuge der neuen Krankenanstaltenfinanzierung, der SAKRAF-Regelung zwischen den einzelnen Krankenanstalten abspielt, zwischen den Landeskrankenanstalten auf der einen Seite und den Gemeindekrankenanstalten und den Ordenskrankenanstalten auf der anderen Seite.

Und wenn das Geld so knapp ist, dann muss ich es richtig einsetzen, und dort ist es am falschesten eingesetzt, wo es eingesetzt wird, obwohl die Produktionskraft, wenn man in der Medizin davon reden kann, nicht im entsprechenden Ausmaß gegeben ist. Das Geld liegt auch hier auf der Straße, es wäre Aufgabe des medizinischen Leiters gewesen, darauf rechtzeitig hinzuweisen und erforderliche Sparmaßnahmen oder Vorschläge diesbezüglich zu unterbreiten.

Meine Damen und Herren! Ich freue mich, dass jetzt mit der neuen Landesrätin Dr. Haidinger Schwung hineingekommen ist. Sie hat bei der letzten Anfragebeantwortung hier im Hause zugesagt, dass die III. Medizinische Abteilung, nämlich die Onkologische Abteilung, neu ausgeschrieben wird, dass man nicht wartet, bis die drei Jahre vergangen sind. Man hat damals den falschen Beschluss gefasst. Der falsche Beschluss, der von der Landesregierung gefasst wird, kann ja nur gefasst werden, wenn er von der medizinischen Direktion der Landesregierung in dieser Form empfohlen wird. Was die Landeskrankenanstalten als Zentralkrankenanstalten dringend benötigen, ist ein Hämatoonkologe und den haben wir auch mit der Schaffung einer III. Medizinischen Abteilung nicht bekommen. Es

ist also dringend geboten, eine solche Stelle zu schaffen und mit einem entsprechenden Fachmann, der auch habilitiert sein muss, zu besetzen. Nur dann haben wir eine Chance, dass unsere Bemühungen um die Schaffung einer medizinischen Fakultät auch entsprechend erfolgreich ablaufen werden.

Alle anderen Dinge werde ich, nachdem die Frau Landesrätin nicht anwesend ist – ich habe Verständnis, wenn sie an einer Tagung teilzunehmen hat – mit ihr besprechen. Aber vom Grundsätzlichen her darf ich noch einmal betonen, es scheint sich endlich in den Landeskrankenanstalten etwas zum Positiven zu bewegen. Und es ist auch notwendig, weil mit dem Auslaufen der SAKRAF-Regelung im Jahr 2000 wird der Verteilungskampf neu entbrennen, und da ist es dann notwendig, dass wir wissen, dass alle Einsparungsmöglichkeiten im medizinischen Bereich und alle Synergieeffekte entsprechend ausgeschöpft worden sind. (Beifall der SPÖ- und Grünen-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Holztrattner: Meine Damen und Herren! Wir haben jetzt die Ergänzung der Tagesordnung.

 

Punkt 4: Berichte und Anträge der Ausschüsse

Punkt 4.30: Bericht des Finanzausschusses zur Vorlage der Landesregierung betreffend die Durchführung der Förderungsaktion "Förderung des bargeldlosen Kunden-Zahlungsverkehrs" für Salzburger Kleinbetriebe der gewerblichen Wirtschaft zur Unterstützung der Einführung des bargeldlosen Konsumentenzahlungsverkehrs (Verwendung von "Plastikgeld" im Geschäftsverkehr) – Nr. 223 der Beilagen

Berichterstatter ist der Herr Dr. Petrisch! Herr Dr. Petrisch ich ersuche um Verlesung des Berichtes!

Abg. Dr. Petrisch: Ich verzichte auf Verlesung!

Zweiter Präsident Holztrattner: Wenn ich Sie ersuche, dann können Sie nicht verzichten. Herr Dr. Petrisch, bitte kommen Sie heraus und verlesen Sie den Bericht! Ich habe gefragt, Herr Abgeordneter, Herr Klubvorsitzender Walter Thaler. Es ist meine Entscheidung, dass Dr. Petrisch den Bericht vorliest. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten) Herr Dr. Petrisch, ich bitte um den Bericht!

 

Abg. Dr. Petrisch: Gestrenger Herr Präsident! Hohes Haus! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen!

Da ich das Vergnügen habe, hier das Wort ergreifen zu dürfen, darf ich vielleicht ein paar Einleitungssätze zu dem zu beschließenden Gesetz, der Vorlage der Landesregierung, sagen. Es geht um die Einführung der Kredit- und Bankomatkartengeräte bei Klein- und Mittelbetrieben in Salzburg, und wir haben da eine Initiative ergriffen, um diesen Betrieben angesichts des starken Bedarfs die Möglichkeit zu schaffen, der sich in Zukunft für diese Betriebe ergeben wird, nämlich Plastikgeld verwenden zu müssen oder zu können, und auch im Hinblick auf die Tatsache, dass die Einführung des Euro uns als kleinstes Papiergeld den Fünf-Euro-Schein bescheren wird, was einen zusätzlichen Anreiz für die Einführung derartiger Geräte mit sich bringen wird. Wir haben daher ein Förderungsverfahren auf die Schiene gebracht, das es den Förderungswerbern ermöglicht, Terminals, bis zu drei Terminals im Ausmaß von je S 5000,-- gefördert zu bekommen. Und wir stellen daher den Antrag, der Salzburger Landtag wolle beschließen:

1. Die Genehmigung zur Inanspruchnahme von Mitteln in Höhe von S 5 Mio. aus dem Fondsvermögen des Salzburger Landesfonds für gewerbliche Darlehen für die Durchführung der Förderaktion "Förderung des bargeldlosen Kundenzahlungsverkehrs" wird erteilt.

2. Die Landesregierung wird ermächtigt,

2.1 auf der Grundlage der gegenständlichen Vorlage die Richtlinien zu konkretisieren und die Fördermittel aus dem Fondsvermögen des Salzburger Landesfonds für gewerbliche Darlehen bis zu einer Höhe von S 5 Mio. zu entnehmen und für die gegenständliche Förderung zu disponieren und

2.2 einen Förder- und Kooperationsvertrag mit der Wirtschaftskammer Salzburg mit dem Ziel abzuschließen, eine äußerst verwaltungsökonomische und effiziente Abwicklung sicherzustellen.

Ich danke schön! (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Holztrattner: Sie haben den Bericht gehört, ich eröffne die Debatte! Sind dazu Wortmeldungen? Ich sehe keine. Dann lasse ich über den Antrag abtimmen. Wer ist dafür, bitte ein Zeichen mit der Hand! Gegenstimme keine, einstimmig angenommen.

 

Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Wir sind am Ende der heutigen Sitzung. Wir haben die Tagesordnung erledigt. Ich berufe damit die nächste Sitzung des Salzburger Landtages für Mittwoch, 15. Dezember 1999, um 9:00 Uhr, ein. Gleichzeitig schließe ich diese Sitzung! (Beifall)

(Ende der Sitzung: 18:34 Uhr)