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Nr. 0 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(4. Session der 11. Gesetzgebungsperiode)

1. S i t z u n g

 

 

Mittwoch, den 23. Oktober 1996

Donnerstag, den 24. Oktober 1996

Inhalt:

 

1. Beschluß über den Beginn der 4. Session der 11. Gesetzgebungsperiode

2. Genehmigung der stenographischen Protokolle der 4., 5. und 6. Sitzung der 3. Session der 11. Gesetzgebungsperiode

2a. Mündlicher Bericht der Landesregierung zu Fragen der Krankenanstalten und Krankenanstaltenfinanzierung

3. Dringliche Anfragen

3.1 Dringliche Anfrage der Abg. Mag. Thaler, Dr. Firlei, Mag. Burgstaller und Oberndorfer an die Landesregierung betreffend die Einführung der leistungsorientierten Krankenanstaltenfinanzierung (LKF) und die Neuregelung des Arbeitszeitgesetzes für Ärzte

(Nr. 77 der Beilagen)

3.2 Dringliche Anfrage der Abg. Haider, Dipl.-Vw. Hofer, Blattl, Fritzenwallner, Höggerl, Hornegger, Dr. Lechenauer und Naderer gemäß § 75 Abs 1 der Geschäftsordnung des Salzburger Landtages an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger betreffend eine Landesförderung für die Firma Blizzard

(Nr. 78 der Beilagen)

3.3 Dringliche Anfrage der Abg. Dr. Burtscher, Dr. Hochreiter und Dr. Meisl an die Landesregierung betreffend die raumordnungsrechtliche Ermöglichung eines Garteneinkaufszentrums in Thalgau und die damit verbundenen Arbeitsplatzverluste

(Nr. 79 der Beilagen)

4. Fragestunde

4.1 Mündliche Anfrage des Abg. Dr. Burtscher an Herrn Landesrat Dr. Thaller betreffend die naturschutzwidrige Einmischung in die Erklärung der Lieferinger (Itzlinger) Au zum geschützten Landschaftsteil

 

4.2 Mündliche Anfrage des Abg. Holztrattner an Herr Landesrat Wolfgruber betreffend zusätzliche Zahlungen aus Mitteln der Landwirtschaftsförderung

 

5. Einlauf

5.1 Dringlicher Antrag der Abg. Bommer, Mayr und Mag. Thaler betreffend Maßnahmen gegen die zunehmenden Belastungen der Salzburger Bevölkerung durch den internationalen Straßentransitverkehr

(Nr. 80 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Böhm)

5.2 Dringlicher Antrag der Abg. Dr. Burtscher, Dr. Hochreiter und Dr. Meisl betreffend die sprunghafte Zunahme des Lkw-Transitverkehrs auf der Tauernautobahn und die deshalb kurzfristig notwendige Anhebung der Nachtmaut auf der Tauernautobahn-Scheitelstrecke

(Nr. 82 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Dr. Burtscher)

5.3 Dringlicher Antrag der Abg. Dr. Hochreiter, Dr. Burtscher und Dr. Meisl betreffend die mit der Ärztearbeitszeit verbundenen gesetzlichen Neuregelungen

(Nr. 84 der Beilagen - Berichterstatterin: Abg. Oberndorfer)

5.4 Antrag der Abg. Dr. Schreiner, Ing. Griessner, Mag. Burgstaller, Haider und Dr. Burtscher betreffend die Bahnstrecke München - Mühldorf - Salzburg

(Nr. 86 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Mag. Neureiter)

5.5 Antrag der Abg. Ing. Griessner, Dr. Nindl, Roßmann und Hofer betreffend ein Landesverfassungsgesetz, mit dem der Proporz in der Salzburger Landesverfassung beseitigt werden soll

(Nr. 87 der Beilagen - Berichterstatterin: Abg. Hofer)

5.6 Antrag der Abg. Ing. Griessner, Hofer, Mag. Neureiter und Saliger betreffend Maßnahmen gegen den Mißbrauch von Kindern

(Nr. 88 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Saliger)

5.7 Antrag der Abg. Ing. Griessner, Lienbacher und Mag. Neureiter betreffend die Wasserschutzverordnungen für das Bluntautal und das Einzugsgebiet des Tauglbaches und seinen Mündungsbereich

(Nr. 89 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Lienbacher)

 

5.8 Antrag der Abg. Ing. Griessner, Roßmann, Dr. Nindl und Mödlhammer betreffend die Änderung der Nationalratswahlordnung bezüglich der Festlegung der Auflagefrist der Wählerverzeichnisse

(Nr. 90 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Mag. Neureiter)

5.9 Antrag der Abg. Ing. Griessner, Forsthuber, Mag. Neureiter und Saliger betreffend die Anerkennung der Gebärdensprachen in Österreich

(Nr. 91 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Saliger)

5.10 Antrag der Abg. Ing. Griessner, Dr. Nindl, Mag. Neureiter, Karl und Saliger betreffend Maßnahmen zur Attraktivierung der Lehrlingsausbildung

(Nr. 92 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Saliger)

5.11 Antrag der Abg. Mag. Burgstaller, Mag. Strebl und Oberndorfer betreffend eine Mitfinanzierungspflicht der Hauptwohnsitzgemeinde eines Kindes bei Aufnahme dieses Kindes in eine Kinderbetreuungseinrichtung einer anderen Gemeinde

(Nr. 93 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Rainer)

5.12 Antrag der Abg. Mag. Burgstaller, Rainer und Dr. Firlei betreffend eine Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre

(Nr. 94 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Schröcker)

5.13 Antrag der Abg. Haider, Dr. Lechenauer und Hornegger betreffend die Senkung der EU-Mitglieds-Beitragszahlungen

(Nr. 95 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Blattl)

5.14 Antrag der Abg. Haider, Blattl und Höggerl betreffend die Einführung einer Gesamtrechnung für Kunden der landeseigenen Elektrizitätsgesellschaft

(Nr. 96 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Fritzenwallner)

5.15 Antrag der Abg. Naderer, Haider und Dr. Lechenauer betreffend eine Gemeindehaushaltsreform

(Nr. 97 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Blattl)

5.16 Antrag der Abg. Haider, Dipl.-Vw. Hofer, Höggerl und Hornegger betreffend die Erstellung eines Zentralkataloges für Förderungen aus Landesmitteln

(Nr. 98 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Naderer)

5.17 Antrag der Abg. Dr. Lechenauer, Haider und Dipl.-Vw. Hofer betreffend das Besuchsprogramm für offizielle Gäste des Landes Salzburg

(Nr. 99 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Fritzenwallner)

 

5.18 Antrag der Abg. Naderer, Dr. Lechenauer und Haider betreffend die Ausschreibung eines Wettbewerbes für die Neugestaltung der Salzburger Landeshymne

(Nr. 100 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Dr. Lechenauer)

5.19 Antrag der Abg. Dr. Burtscher, Dr. Hochreiter und Dr. Meisl betreffend die Reform der Landesverfassung mit dem Ziel, das Proporzsystem durch das System der freien Regierungsbildung abzulösen

(Nr. 101 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Dr. Burtscher)

5.20 Antrag der Abg. Dr. Burtscher, Dr. Hochreiter und Dr. Meisl betreffend die Beibehaltung der Neutralität Österreichs und die Ablehnung eines Beitrittes der Republik zur NATO

(Nr. 102 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Dr. Burtscher)

5.21 Antrag der Abg. Dr. Hochreiter, Dr. Burtscher und Dr. Meisl betreffend die Aufschiebung des Baues der Parkgarage in den Landeskrankenanstalten

(Nr. 103 der Beilagen - Berichterstatterin: Abg. Dr. Hochreiter)

5.22 Anfrage der Abg. Dr. Hochreiter und Dr. Burtscher an Herrn Landesrat Wolfgruber betreffend die Regierungsvorlage zum Salzburger Nutztierschutzgesetz

(Nr. 1 der Beilagen)

5.23 Anfrage der Abg. Dr. Hochreiter, Dr. Burtscher und Dr. Meisl an die Landesregierung betreffend Maßnahmen zur Reduktion der Gesundheits- und Lebensgefahr aus dem Straßenverkehr

(Nr. 2 der Beilagen)

5.24 Anfrage der Abg. Dr. Burtscher und Dr. Hochreiter an Herrn Landesrat Dr. Raus betreffend kleine Müllverbrennungsanlagen in Salzburg

(Nr. 3 der Beilagen)

5.25 Anfrage der Abg. Dr. Burtscher und Dr. Hochreiter an Herrn Landesrat Wolfgruber betreffend die bäuerliche Direktvermarktung in Salzburg

(Nr. 4 der Beilagen)

5.26 Anfrage der Abg. Dipl.-Vw. Hofer und Haider an die Landesregierung betreffend die Einführung der leistungsorientierten Krankenanstaltenfinanzierung

(Nr. 5 der Beilagen)

 

5.27 Anfrage der Abg. Dr. Burtscher und Dr. Meisl an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger betreffend Effizienz und Evaluation wirtschafts- und beschäftigungspolitischer Maßnahmen im Bundesland Salzburg

(Nr. 6 der Beilagen)

5.28 Anfrage der Abg. Dr. Meisl und Dr. Burtscher an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner betreffend den Gemeindeausgleichsfonds

(Nr. 7 der Beilagen)

5.29 Anfrage der Abg. Oberndorfer an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend die Besetzung des Postens des Wirtschaftsdirektors der Landeskrankenanstalten

(Nr. 8 der Beilagen)

5.30 Anfrage der Abg. Mag. Burgstaller und Mag. Thaler an die Landesregierung betreffend Lukrierung von Firmenmitteln durch Bedienstete der landeseigenen Krankenanstalten

(Nr. 9 der Beilagen)

5.31 Anfrage der Abg. Dr. Burtscher, Dr. Hochreiter und Dr. Meisl an die Landesregierung betreffend die Transit- und Fremdenverkehrspolitik im allgemeinen und den Bau von zweiten Tunnelröhren auf der Scheitelstrecke der Tauernautobahn im besonderen

(Nr. 10 der Beilagen)

5.32 Anfrage der Abg. Haider und Naderer an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner betreffend die Besprechung der Gemeindesekretäre des Flachgaues vom 21. Februar 1996

(Nr. 11 der Beilagen)

5.33 Anfrage der Abg. Haider und Fritzenwallner an Herrn Landesrat Dr. Raus betreffend die Entsorgung von Koch- und Speiseresten

(Nr. 12 der Beilagen)

5.34 Anfrage der Abg. Dr. Burscher, Dr. Hochreiter und Dr. Meisl an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend den Auftritt mit einem Werbespot des SPAR-Konzerns

(Nr. 13 der Beilagen)

5.35 Anfrage der Abg. Haider und Naderer an die Landesregierung betreffend das neue Amtsgebäude Porschehof

(Nr. 14 der Beilagen)

5.36 Anfrage der Abg. Haider und Naderer an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner betreffend die Umgehung der Vergabeordnung bzw. des Landesvergabegesetzes durch Salzburger Gemeinden

(Nr. 15 der Beilagen)

5.37 Anfrage der Abg. Dr. Meisl, Dr. Burtscher und Dr. Hochreiter an Herrn Landesrat Dr. Schnell betreffend Raumordnung in St. Koloman

(Nr. 16 der Beilagen)

5.38 Anfrage der Abg. Dr. Meisl und Dr. Burtscher an Herrn Landesrat Dr. Raus betreffend den Verzicht auf PVC im öffentlichen Beschaffungswesen

(Nr. 17 der Beilagen)

5.39 Anfrage der Abg. Haider und Naderer an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend die Ämterkumulation von Abteilungsleitern der Landesregierung

(Nr. 18 der Beilagen)

5.40 Anfrage der Abg. Schröcker, Mayr und Bommer an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger betreffend die Förderung des Radweges von Tamsweg nach Ramingstein

(Nr. 20 der Beilagen)

5.41 Anfrage der Abg. Böhm und Mayr an Herrn Landesrat Wolfgruber betreffend die Energiepolitik des Landes

(Nr. 66 der Beilagen)

5.42 Anfrage der Abg. Mag. Burgstaller, Dr. Firlei und Rainer an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend ein Landesbedienstetenschutzgesetz

(Nr. 104 der Beilagen)

5.43 Anfrage des Abg. Mag. Thaler an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend die Handhabung der Ferienzeitregelung gemäß Schulzeitgesetz § 2 Abs 5 und Abs 8 durch die Salzburger Schulen

(Nr. 105 der Beilagen)

5.44 Anfrage der Abg. Haider, Dipl.-Vw. Hofer und Fritzenwallner an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend die Einrichtung von Arbeitskreisen in der EUREGIO Salzburg - Berchtesgadener Land - Traunstein

(Nr. 106 der Beilagen)

5.45 Anfrage der Abg. Ing. Griessner, Dr. Nindl und Hofer an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner betreffend die Sozialstation Kaprun

(Nr. 107 der Beilagen)

5.46 Anfrage der Abg. Ing. Griessner, Forsthuber und Hofer an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner betreffend die Kostenentwicklung im Rahmen des Vollzuges der Jugendwohlfahrtsordnung

(Nr. 108 der Beilagen)

 

5.47 Anfrage der Abg. Ing. Griessner, Dr. Nindl, Roßmann und Mödlhammer an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner betreffend den Antrag der Gemeinde Bruck a. d. Glstr. an die Landesregierung, den Landesrechnungshof mit der Prüfung der Gemeinde zu beauftragen

(Nr. 109 der Beilagen)

5.48 Anfrage der Abg. Haider, Höggerl und Hornegger an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger betreffend eine Hochglanz-Werbebroschüre der Abteilung 15 über EU-Förderungsmöglichkeiten

(Nr. 110 der Beilagen)

5.49 Anfrage der Abg. Dr. Lechenauer und Haider an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger betreffend den Empfang einer chinesischen Wirtschaftsdelegation im Hotel Kobenzl

(Nr. 111 der Beilagen)

5.50 Anfrage der Abg. Ing. Griessner, Mag. Neureiter und Lienbacher an Herrn Landesrat Dr. Raus betreffend kostentreibende Praktiken in der Abfallwirtschaft

(Nr. 112 der Beilagen)

5.51 Anfrage des Abg. Mag. Thaler an Herrn Landesrat Wolfgruber betreffend die Einschränkung der Schutzwaldsanierungs- und der Lawinen- und Wildbachverbauungsmaßnahmen

(Nr. 113 der Beilagen)

5.52 Anfrage der Abg. Ing. Griessner, Roßmann und Mag. Neureiter an Herrn Landesrat Dr. Thaller betreffend die Nominierung der Salzachauen als "Natura 2000"-Gebiet

(Nr. 114 der Beilagen)

5.53 Wahrnehmungsbericht des Rechnungshofes über Teilgebiete der Gebarung bei den Bezirkshauptmannschaften im Land Salzburg, bei der Stadtgemeinde Hallein und über die Gemeinnützige Salzburger Wohnbaugesellschaft mbH

5.54 Bericht des Landesrechnungshofes "Landesplanungsstelle"

6. Zuweisung von Vorlagen und Berichten der Landesregierung

6.1 Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz, mit dem das Salzburger Bienenwirtschaftsgesetz geändert wird

(Nr. 19 der Beilagen)

6.2 Vorlage der Landesregierung betreffend die Ermächtigung zum Eintausch von Grundstücksteilen, welche im Dritteleigentum des Landes stehen, gegen ein flächen- und wertgleiches Grundstück je im Grundbuch 56524 Itzling

(Nr. 21 der Beilagen)

6.3 Bericht der Landesregierung über den Nationalpark Hohe Tauern und über den Salzburger Nationalparkfonds im Jahr 1995

(Nr. 22 der Beilagen)

6.4 Vorlage der Landesregierung betreffend den Landesvoranschlag und das Landeshaushaltsgesetz für das Jahr 1996

(Nr. 67 der Beilagen)

6.5 Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz, mit dem das Salzburger Raumordnungsgesetz 1992, das Bebauungsgrundlagengesetz, das Baupolizeigesetz und die Salzburger Gemeindeordnung 1994 geändert werden

(Nr. 68 der Beilagen)

6.6 Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz, mit dem das Baupolizeigesetz, das Salzburger Aufzugsgesetz, das Salzburger Altstadterhaltungsgesetz 1980 und das Salzburger Ortsbildschutzgesetz geändert werden (Baurechtsreformgesetz 1996 - BauRefG 1996)

(Nr. 69 der Beilagen)

6.7 Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz, mit dem eine vorübergehende baurechtliche Sonderbestimmung für die Stadt Salzburg noch einmal verlängert wird

(Nr. 70 der Beilagen)

6.8 Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz, mit dem das Salzburger Kindergartengesetz geändert wird

(Nr. 71 der Beilagen)

6.9 Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz betreffend die Tätigkeitsperiode des bestehenden Landes-Kulturbeirates

(Nr. 72 der Beilagen)

6.10 Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz, mit dem das Haushaltsstrukturgesetz geändert wird und Bestimmungen über eine Einmalzahlung für Magistrats- und Gemeindebedienstete im Jahr 1997 erlassen werden

(Nr. 73 der Beilagen)

6.11 Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz, mit dem das Salzburger Landesbeamtengesetz 1987, das Salzburger Magistratsbeamtengesetz 1981 und das Salzburger Gemeindebeamtengesetz 1968 geändert werden

(Nr. 74 der Beilagen)

6.12 Bericht der Landesregierung betreffend den Stand der Raumordnung im Land Salzburg mit Stand März 1996 (Salzburger Raumordnungsbericht 1996)

(Nr. 75 der Beilagen)

 

6.13 Bericht des Landeshauptmannes und der Mitglieder der Landesregierung an den Salzburger Landtag über aktuelle europarelevante Fragen der jeweiligen Ressortbereiche

(Nr. 76 der Beilagen)

 

7. Beantwortung der

7.1 Anfrage der Abg. Naderer und Dipl.-Vw. Hofer an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner betreffend die Sozialausgaben im Bundesland Salzburg

(Nr. 23 der Beilagen)

7.2 Anfrage der Abg. Dr. Burtscher, Dr. Hochreiter und Dr. Meisl an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner betreffend die gemeinsame Projektförderung mit der Stadt Salzburg und den Weiterbestand des Sozialzentrums Lehen

(Nr. 24 der Beilagen)

7.3 Anfrage der Abg. Mag. Burgstaller und Holztrattner an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger betreffend die Schnellbahnverbindung zwischen Salzburg und Freilassing

(Nr. 25 der Beilagen)

7.4 Anfrage der Abg. Oberndorfer und Holztrattner an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger betreffend die Salzburger Lokalbahn

(Nr. 26 der Beilagen)

7.5 Anfrage der Abg. Dr. Meisl und Dr. Burtscher an die Landesregierung betreffend gesetzwidrige Baumaßnahmen am Brennhoflehen

(Nr. 27 der Beilagen)

7.6 Anfrage der Abg. Mag. Thaler und Mag. Burgstaller an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend die Verwirklichung des Guggenheim-Museums in Salzburg

(Nr. 28 der Beilagen)

7.7 Anfrage der Abg. Dr. Burtscher, Dr. Hochreiter und Dr. Meisl an Herrn Landesrat Dr. Thaller betreffend die erfolgte Ausnahmegenehmigung für den Vogelfang im Bundesland Salzburg

(Nr. 29 der Beilagen)

7.8 Anfrage der Abg. Dr. Burtscher, Dr. Hochreiter und Dr. Meisl an Herrn Landesrat Dr. Schnell betreffend Ausschreibungsergebnisse und Auftragsvergaben im Straßenbau

(Nr. 30 der Beilagen)

 

7.9 Anfrage der Abg. Dr. Burtscher, Dr. Hochreiter und Dr. Meisl an Herrn Landesrat Dr. Raus betreffend Kanalverlegungen und Kanalanschlüsse im ländlichen Raum

(Nr. 31 der Beilagen)

7.10 Anfrage der Abg. Mag. Thaler, Mag. Burgstaller und Mag. Strebl an die Landesregierung betreffend die Durchführung von länderübergreifenden Maßnahmen im Sinne der Alpenschutzkonvention

(Nr. 32 der Beilagen)

7.11 Anfrage der Abg. Blattl und Naderer an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend die Drogensituation an Salzburgs Schulen

(Nr. 33 der Beilagen)

7.12 Anfrage der Abg. Ing. Griessner, Forsthuber und Fletschberger an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner betreffend die Zufriedenheitsstudie "Soziale Dienste"

(Nr. 34 der Beilagen)

7.13 Anfrage der Abg. Naderer und Fritzenwallner an Herrn Landesrat Dr. Raus betreffend die Generalsanierung der Sportanlagen des SAK und der Union in Nonntal

(Nr. 35 der Beilagen)

7.14 Anfrage der Abg. Ing. Griessner, Mag. Neureiter, Illmer und Dr. Nindl an Herrn Landesrat Wolfgruber betreffend die Nutzung der Windenergie im Bundesland Salzburg

(Nr. 36 der Beilagen)

7.15 Anfrage des Abg. Mag. Thaler an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend die Besetzung der Leiterstelle an der Volksschule Mittersill

(Nr. 37 der Beilagen)

7.16 Anfrage der Abg. Dr. Burtscher, Dr. Hochreiter und Dr. Meisl an Herrn Landesrat Wolfgruber betreffend "Salzburger Garantie" für Lebensmittel aus Salzburg

(Nr. 38 der Beilagen)

7.17 Anfrage der Abg. Mag. Burgstaller und Holztrattner an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger betreffend die Aktivitäten der Arbeitsgruppe zur besseren Koordination der Linienkonzessionen im öffentlichen Personennahverkehr

(Nr. 39 der Beilagen)

7.18 Anfrage der Abg. Holztrattner und Mag. Strebl an Herrn Landesrat Wolfgruber betreffend die Vorkommnisse im Zusammenhang mit der sogenannten "Salzburg Garantie"

(Nr. 40 der Beilagen)

 

7.19 Anfrage der Abg. Naderer und Haider an Herrn Landesrat Dr. Raus betreffend das Universitäts- und Landessportzentrum Rif

(Nr. 41 der Beilagen)

7.20 Anfrage der Abg. Fritzenwallner und Haider an die Landesregierung betreffend Energiesparmaßnahmen bei Gebäuden, die sich in Landesbesitz befinden

(Nr. 42 der Beilagen)

7.21 Anfrage der Abg. Dipl.-Vw. Hofer und Naderer an die Landesregierung betreffend die Sicherheitseinrichtungen für den Katastrophenschutz im Land Salzburg

(Nr. 43 der Beilagen)

7.22 Anfrage des Abg. Mag. Thaler an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend die Berufsschulzeitausweitung an der Berufsschule IV

(Nr. 44 der Beilagen)

7.23 Anfrage der Abg. Hofer an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner betreffend die Besetzung des Bezirksbüros des Vereines "Frau & Arbeit" im Lungau

(Nr. 45 der Beilagen)

7.24 Anfrage der Abg. Dr. Hochreiter und Dr. Burtscher an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner betreffend das Unfallkrankenhaus und die Unfallchirugie im Landeskrankenhaus

(Nr. 46 der Beilagen)

7.25 Anfrage des Abg. Mag. Thaler an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger betreffend die Kosten der von der Salzburger Land Tourismus GesmbH gestarteten Salzburg-Aktion "Mach Urlaub in der Heimat"

(Nr. 47 der Beilagen)

7.26 Anfrage der Abg. Mag. Thaler, Mag. Burgstaller und Mayr an Herrn Landesrat Dr. Schnell betreffend die Ausführungen des Raumordnungsgesetzes 1992 durch die Gemeinden

(Nr. 48 der Beilagen)

7.27 Anfrage der Abg. Ing. Griessner, Mag. Neureiter, Illmer und Roßmann an Herrn Landesrat Dr. Raus betreffend den Einsatz von dezentralen Kleinkläranlagen im ländlichen Raum

(Nr. 49 der Beilagen)

 

7.28 Anfrage der Abg. Dr. Hochreiter und Dr. Burtscher an die Landesregierung betreffend die Schlußfolgerungen aus der "Ersten Salzburger Kindergesundheitsuntersuchung" sowie aus der "medizinischen Beurteilung der Benzolmessungen des Landes"

(Nr. 50 der Beilagen)

7.29 Anfrage der Abg. Dr. Hochreiter und Dr. Burtscher an Herrn Landesrat Wolfgruber betreffend die Regierungsvorlage zum Salzburger Nutztierschutzgesetz

(Nr. 51 der Beilagen)

7.30 Anfrage der Abg. Dr. Hochreiter, Dr. Burtscher und Dr. Meisl an die Landesregierung betreffend Maßnahmen zur Reduktion der Gesundheits- und Lebensgefahr aus dem Straßenverkehr

(Nr. 52 der Beilagen)

7.31 Anfrage der Abg. Dr. Burtscher und Dr. Hochreiter an Herrn Landesrat Wolfgruber betreffend die bäuerliche Direktvermarktung in Salzburg

(Nr. 53 der Beilagen)

7.32 Anfrage der Abg. Dipl.-Vw. Hofer und Haider an die Landesregierung im Zusammenhang mit der Einführung der leistungsorientierten Krankenanstaltenfinanzierung

(Nr. 54 der Beilagen)

7.33 Anfrage der Abg. Dr. Meisl und Dr. Burtscher an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner betreffend den Gemeindeausgleichsfonds

(Nr. 55 der Beilagen)

7.34 Anfrage der Abg. Oberndorfer an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend die Besetzung des Postens des Wirtschaftsdirektors der Landeskrankenanstalten

(Nr. 56 der Beilagen)

7.35 Anfrage der Abg. Haider und Naderer an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner betreffend die Besprechung der Gemeindesekretäre des Flachgaues vom 21. Februar 1996

(Nr. 57 der Beilagen)

8. Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zur Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz, mit dem das Salzburger Landesrecht auf Gesetzesstufe bereinigt wird (Salzburger Rechtsbereinigungsgesetz)

(Nr. 58 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Mödlhammer)

 

9. Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zur Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz, mit dem das Salzburger Landesbeamtengesetz 1987, das Salzburger Landesvertragsbedienstetengesetz 1987, das Salzburger Magistratsbeamtengesetz 1981, das Salzburger Gemeindebeamtengesetz 1968 und das Haushalts-Strukturgesetz geändert werden

(Nr. 59 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Saliger)

10. Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zur Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz, mit dem das Heilvorkommen- und Kurortegesetz und das Salzburger Krankenanstaltengesetz 1975 geändert werden

(Nr. 60 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Holztrattner)

11. Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zur Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz, mit dem ein Teil der Großglocknerstraße als Landesstraße übernommen wird

(Nr. 61 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Haider)

12. Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zum Antrag der Abg. Mag. Burgstaller, Mayr und Böhm betreffend die Außerkraftsetzung des Salzburger Betriebsaktionenverbotsgesetzes 1958 i.d.g.F.

(Nr. 62 der Beilagen - Berichterstatterin: Abg. Bommer)

13. Bericht des Wirtschaftsausschusses zum Antrag der Abg. Rainer, Mayr und Schröcker betreffend die Wiedereinrichtung eines Baukoordinierungsausschusses

(Nr. 63 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Holztrattner)

14. Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zum Antrag der Abg. Dr. Burtscher, Dr. Hochreiter und Dr. Meisl betreffend die Freisetzung von gentechnisch veränderten Organismen

(Nr. 64 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Dr. Burtscher)

15. Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses betreffend eine Entschließung zur Fortsetzung der Rechtsbereinigung

(Nr. 65 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Holztrattner)

16. Bericht des Ausschusses für Raumordnung und Verkehr zum dringlichen Antrag der Abg. Bommer, Mayr und Mag. Thaler betreffend Maßnahmen gegen die zunehmenden Belastungen der Salzburger Bevölkerung durch den internationalen Straßentransitverkehr

(Nr. 81 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Rainer)

 

17. Bericht des Ausschusses für Raumordnung und Verkehr zum dringlicher Antrag der Abg. Dr. Burtscher, Dr. Hochreiter und Dr. Meisl betreffend die sprunghafte Zunahme des Lkw-Transitverkehrs auf der Tauernautobahn und die deshalb kurzfristig notwendige Anhebung der Nachtmaut auf der Tauernautobahn-Scheitelstrecke

(Nr. 83 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Dr. Burtscher)

18. Bericht des Sozial- und Gesundheits- sowie des Finanzausschusses zum dringlichen Antrag der Abg. Dr. Hochreiter, Dr. Burtscher und Dr. Meisl betreffend die mit dem Ärztearbeitszeit verbundenen gesetzlichen Neuregelungen

(Nr. 85 der Beilagen - Berichterstatterin: Abg. Oberndorfer)

19. Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zur Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz, mit dem das Salzburger Bienenwirtschaftsgesetz geändert wird, und des Landwirtschaftsausschusses zum Antrag der Abg. Dr. Meisl, Hornegger und Lienbacher betreffend eine Novelle des Salzburger Bienenwirtschaftsgesetzes

(Nr. 115 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Lienbacher)

20. Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zur Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz, mit dem eine vorübergehende baurechtliche Sonderbestimmung für die Stadt Salzburg noch einmal verlängert wird

(Nr. 116 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Höggerl)

21. Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zur Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz betref fend die Tätigkeitsperiode des bestehenden Landes-Kulturbei rates

(Nr. 117 der Beilagen - Berichterstatter: Abg. Böhm)

 

 

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(Beginn der Sitzung: 9:05 Uhr)

 

 

Präsident Dr. Schreiner: Meine Damen und Herren! Ich eröffne die 1. Sitzung der 4. Session. Von der heutigen Sitzung entschuldigt haben sich der Herr Abg. Dr. Nindl, die Frau Präsidentin Hofer. Die Entschuldigungen für morgen, sofern wir die Sitzung um

9:00 Uhr wieder aufnehmen, werden wir morgen erledigen. Darf ich Sie bitten, meine Damen und Herren, vor Eingang in die Tagesordnung sich von den Plätzen zu erheben.

Am 9. Oktober ist nach schwerer Krankheit der Herr Landesrat aD Hans Pexa gestorben und kurz darauf über Wunsch der Familie in aller Stille in Puch begraben worden. Hans Pexa war nicht nur von 1969 bis 1974 Landesrat, sondern konnte auch auf eine lange Laufbahn als Kommunalpolitiker und als SPÖ-Abgeordneter zum Landtag bzw. als Zweiter Landtagspräsident verweisen. Der Verstorbene war von 1954 bis 1956 Bürgermeister der Gemeinde Puch und gehörte dem Landtag von 1949 bis 1969 als Abgeordneter an, davon von 1964 bis 1969 als Zweiter Präsident.

Der am 4. September 1919 in Hof bei Salzburg geborene Hans Pexa absolvierte im väterlichen Betrieb die Schneiderlehre, wurde 1938 bis 1945 zu Reichsarbeitsdienst und Kriegsdienst eingezogen, war dann Angestellter bei der BH Hallein und schließlich Gemeindesekretär in Puch. Später wechselte er als Angestellter in die Arbeiterkammer und wurde Landesparteisekretär der SPÖ. Persönlich habe ich den verstorbenen Politiker als Sozialreferenten kennengelernt, der sich als redlicher Sachwalter der Schwachen in die-sem Land erwiesen hat. Seine persönliche Bescheidenheit fand offenkundig neben dem Leid, das seine Familie durch Krankheit mehrfach getroffen hat, auch in seinem Wunsch Ausdruck, die Verabschiedung in aller Stille in seiner Heimatgemeinde Puch vorzunehmen. Sie ist am 14. Oktober 1996 erfolgt.

Es ist mir weiter eine traurige Pflicht, Sie darüber in Kenntnis zu setzen, daß der langjährige ÖVP-Abgeordnete Johann Brunner am 8. Juli 1996 im 78igsten Lebensjahr gestorben ist. Er gehörte dem Landtag vom 30. Juni 1964 bis zum 22. Mai 1974 an. Neben dieser Tätigkeit als Abgeordneter war Johann Brunner ein engagierter Kommunalpolitiker, der von 1945 bis 1959 als Gemeindevertreter wirkte, von 1964 bis 1969 als Mitglied der Gemeindevorstehung und

von 1969 bis 1983 Bürgermeister von Maishofen war. Sein Leben war gekennzeichnet vom Schicksal vieler Mitbürger dieser Zeit.

Als Sohn eines Landwirtes 1919 in Zell geboren, arbeitete er nach dem Volksschulbesuch in der elterlichen Landwirtschaft. 1939 mußte er zum Kriegsdienst einrücken und wurde 1943 schwer verwundet; ein Bein mußte amputiert werden. Sodann schloß er eine Ausbildung als Buchhalter ab und wurde in der Lagerhausgenossenschaft Maishofen tätig. Sein fast 40jähriges kommunalpolitisches Engagement bis zum Jahr 1983 war zehn Jahre hindurch auch von seiner Tätigkeit als Abgeordneter im Landtag begleitet. Dazu kommt noch seine Arbeit in der Arbeitnehmerorganisation der ÖVP, aber auch als Vorstandsmitglied der Gebietskrankenkasse und im Bereich des gemeinnützigen Wohnbaus. Ich habe namens des Landtages der Trauerfamilie zum Tod von Bürgermeister und Abgeordneten aD Brunner kondoliert.

Das langjährige öffentliche Wirken beider Verstorbener wurde durch die Zuerkennung hoher Bundes- und Landesauszeichnungen gewürdigt.

Ich danke Ihnen für die Trauerkundgebung.

Die Tagesordnung ist Ihnen in der ergänzten Form zugegangen. Im Einvernehmen mit der Präsidialkonferenz wurde die Tagesordnung um einen Punkt 2a erweitert.

Meine Damen und Herren, wir kommen damit zu

 

Punkt 1: Beschluß über den Beginn der 4. Session der 11. Gesetzgebungsperiode

Zunächst, meine Damen und Herren, haben wir den Beschluß über die Eröffnung der Session zu fassen. Gibt es dagegen einen Einwand? Das ist nicht der Fall, damit ist dieser Beschluß gefaßt.

Wir kommen nun zum

Punkt 2: Genehmigung der stenographischen Protokolle der 4., 5. und 6. Sitzung der 3. Session der 11. Gesetzgebungsperiode

Die Protokolle liegen Ihnen vor; Einwand ist keiner erhoben worden; die Protokolle gelten als genehmigt.

Wie anfangs schon erwähnt, wurde im Einvernehmen mit der Präsidialkonferenz die Tagesordnung um einen Punkt 2a erweitert.

Wir kommen damit zu

Punkt 2a: Mündlicher Bericht der Landesregierung zu Fragen der Krankenanstalten und Krankenanstaltenfinanzierung

über Anregung der Frau Dritten Präsidentin Hofer.

Wenn meine Informationen stimmen, wird zunächst der Herr Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner einen solchen Bericht geben und anschließend der Herr Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger. Wir haben in der Präsidialkonferenz vereinbart, daß nach rund einer dreiviertel Stunde ich einmal fragen werde, ob das Debattenbedürfnis noch intensiv vorhanden ist. Ich bitte nun den Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner!

 

LHStv. Buchleitner: Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren des Hohen Hauses!

... (Zwischenruf Abg. Dr. Burtscher: Frau Kollegin Hochreiter möchte sich zu Wort melden!) ... Jetzt noch vorher, vorher?

... (Zwischenruf Abg. Dr. Burtscher: Wenn schon alles gesagt ist.) ... Aha! Darf ich mit einer persönlichen Bemerkung einleiten, die natürlich für den Gesundheitsreferenten nicht ganz angenehm ist, aber ich bitte um Verständnis, ich habe also größte Probleme mit meinem Kehlkopf und habe daher nicht nur Schwierigkeiten beim Sprechen, sondern dabei auch leichte Schmerzen, und daher bitte ich um Verständnis, wenn ich mich erstens sehr kurz fassen werde, weil ich zweitens mit dem Kollegen Gasteiger vereinbart habe, daß wir eine Aufgabenteilung vornehmen in der Beantwortung dieser Materie.

Meine sehr geehrte Damen und Herren! Es ist Ihnen allen bekannt, daß mit 1. Jänner 1997 das Gesundheitswesen in Österreich grundlegend reformiert wird, und daß am Beispiel einer nahezu 20jährigen Konstruktion, nämlich des sogenannten KRAZAF, nun eine große Zäsur in unserem Land eintritt mit den entsprechenden Konsequen-zen für die einzelnen Bundesländer. Diese Vorgeschichte brauche ich im Detail nicht auszuwalzen, sie ist Ihnen bekannt.

Wichtig für die Damen und Herren des Hohen Hauses wird vor allem sein, worin die Veränderungen bestehen und hier vor allem, welche Auswirkungen es für das Bundesland Salzburg aus dieser Reform her gibt. Und wenn Sie einverstanden sind - der Kollege Gasteiger ist ja dann eingeladen, alles was noch offen ist auch zu beantworten und zu erläutern -, dann würde ich mich von der Systematik her, weil es ja drei Initiativen gibt, heute diese Materie zu thematisieren: eine Initiative der Freiheitlichen Kollegen, eine Initiative der Bürgerliste und auch eine dringliche, ausführliche Anfrage meiner Sozialdemokratischen Fraktion an mich oder an die Regierung; und ich würde der Einfachheit halber jetzt einmal, da-

durch, daß die Anfrage der SPÖ-Fraktion eigentlich vom Inhalt her auf die wichtigsten Punkte eingeht, mit Ihrem Einverständnis, diesen Querschnitt aufgrund der Anfragebeantwortung an den gesamten Landtag im Wege der SPÖ-Anfrage machen. Und das, was dann noch bleibt, was noch offen ist, sollte dann auch noch vom Kollegen Gasteiger beantwortet werden, und darüber hinaus stehen wir dann beide für die Anfragerunde zur Verfügung. Ich sehe aus der Körpersprache, daß Sie mit dieser Vorgangsweise einverstanden wären.

Die Anfrage der SPÖ hat folgende Punkte: Erstens: In welcher Rechtsform werden die ab 1. Jänner 1997 eingerichteten Ländertöpfe zur Ausschüttung der Geldmittel an die öffentlichen Krankenanstalten geführt? Und wer wird in den hiefür eingerichteten Kommissionen angehören?

Wir hätten uns geeinigt zwischen den Finanzanstalten und dem Gesundheitsreferenten, daß wir einen Gesetzesentwurf vorlegen, wonach der Fonds einer mit eigener Rechtspersönlichkeit sein soll. Das Entscheidungs- und Lenkungsorgan soll die Fondskommission sein, dem ausschließlich die Zahler - ich betone -, ausschließlich die Zahler, das Land Salzburg, die Gemeinden, die Sozialversicherung, der Bund sowie je ein Vertreter der landeseigenen und sonstigen öffentlichen Krankenanstalten angehören soll.

Die zweite Frage lautet: Ja, ich sollte dazu noch sagen, daß das Spektrum des Gesundheitswesens in Salzburg natürlich weit über die Zahler hinausgeht, und daß es ein großes Interesse der verschiedensten Institutionen gibt, in die Steuerungsgremien hineinzugehen und dort mitzuwirken. Bei der Fondskommission sollen also nach unserer Vorstellung die Zahler drinnen sein. Aber im dann zugeschalteten Beirat sollen über Vorschlag des Gesundheitsressorts durch die Landesregierung alle jene Institutionen berücksichtigt werden, die das Gesundheitswesen im Land Salzburg tragen. Ich nenne nur einige Beispiele: die Ärztekammer, die Apothe-

kerkammer, die Patientenvertretung, Selbsthilfeorganisationen, natürlich auch die verschiedenen anderen Standesvertretungen, vor allem aber auch der Gemeindeverband und der Städtebund, nur um einige Beispiele anzuführen.

Die zweite Frage lautet: Ist die Landesregierung der Meinung, daß mit der Änderung der Krankenanstaltenfinanzierung, weg von der reinen Aufenthaltsfinanzierung zu einer leistungsbezogenen Finanzierung, auch eine Abgeltung gefunden wurde, die auf die möglichen Besonderheiten des Gesundheitszustandes eines Patienten eingeht? Die Antwort dazu: Die Modellbildung für das neue LKF-System wurde aufgrund der Erfahrungen mit einem Modellversuch in Vorarlberg und in Niederösterreich insbesondere für jene Patienten

adaptiert, die aufgrund ihres Gesundheitszustandes eine längere Aufenthaltsdauer benötigen.

Die dritte Frage lautet: Wurde bei der Entwicklung des neuen Verrechnungssystems berücksichtigt, daß neben den medizinischen Daten auch pflegerische Daten erfaßt werden, und wenn ja, in welcher Form erfolgt diese Berücksichtigung? Die Berücksichtigung pflegerischer Leistungen wurde grundsätzlich nur für die Kalkulation der Punkte vorgenommen, spezifische pflegerische Leistungen werden für Intensivpatienten erfaßt und auch finanziell abgegolten. Sonstige pflegerische Leistungen sind im derzeitigen LKF-Modell nicht enthalten. Es soll dies aber jedoch jährlich überprüft und erforderlicherweise auch adaptiert werden.

Die vierte, eine ganz wichtige Frage: Bis wann wird der versprochene österreichweit verbindliche Krankenanstalten- und Großgeräteplan verordnet werden, der die Grundlage für die Strukturreform bildet? Die Verhandlungen mit dem Bundesministerium für Gesundheit und Konsumentenschutz über den österreichischen Krankenanstaltenplan wurden abgeschlossen, so daß die Einbindung in die notwendige Art 15a-Vereinbarung zwischen Bund und Ländern möglich ist. Für den Großgeräteplan, meine sehr geehrten Damen und Her-

ren, wurde vereinbart, daß der vorläufige Entwurf des Österreichischen Bundesinstitutes für Gesundheitswesen als Grundlage verwendet wird, und die definitiven Verhandlungen bis 30. Juni 1997 abgeschlossen werden. Das heißt: Der Krankenanstalten-Bettenbedarfsplan ist bis Ende dieses Jahres abgeschlossen, der Großgeräteplan soll bis 30. Juni 1996 ausverhandelt werden.

Fünfte Frage: Da mit der Einführung des LKF auch die in Österreich gegenüber anderen Bundesländern überhöhten Spitalseinweisungen eingeschränkt werden sollten, ist gleichzeitig auch die notwendige Strukturreform durch einen entsprechenden Ausbau der Hauskrankenpflege und Kurzzeitpflege bereits eingeleitet und sind Anreize für niedergelassene Ärzte gegeben, die Patienten selbst zu versorgen? Grundsätzlich, meine Damen und Herren, besteht in Salzburg eine flächendeckende Versorgung mit Leistungen der Hauskrankenpflege. Die Kurzzeitpflege wird schrittweise im Rahmen der Errichtung von Pflegeheimen ausgebaut. Wir sind auch jetzt schon ganz gut unterwegs. Anreize für niedergelassene Ärzte zur Vermei-dung der Spitalseinweisungen müßten zwischen der Ärztekammer und den Sozialversicherungsträgern vereinbart werden.

Sechste Frage: Ist sichergestellt, daß durch die Deckelung der Zuschüsse seitens des Bundes und der Sozialversicherung es zu keiner Verschiebung der Finanzierungslast im Gesundheitswesen zugunsten der Konsumenten, Entschuldigung, der Kommunen kommt? Art 26 des Entwurfes dieser Vereinbarung sieht eine Schutzklausel für Städte und Gemeinden vor. Dadurch soll eine Verschiebung der Anteile an der Aufbringung der Mittel zu ungunsten der Städte und Gemeinden vermieden werden. Die Abdeckung des Betriebsabgangsrisikos - das ist ganz ganz wichtig - fällt jedoch an die Rechtsträger der Krankenanstalten.

Siebtens: Gibt es Vorkehrungen mit dem Ziel, zu verhindern, daß die Bundesländer ihre Grenzen bezüglich der Patienten dicht ma-

chen, weil der jeweilige Ländertopf die Aufnahme von schwerkranken Patienten aus anderen Bundesländern nicht zuläßt bzw. ist das Problem der Fremdpatienten im neuen Finanzierungssystem gelöst? Art 27 der 15a-Vereinbarung beinhaltet, daß für inländische Gastpatienten keine über die Abgeltung des Landesfonds hinausgehende Entschädigung zu bezahlen ist. Die Vereinbarungen gehen davon aus, daß es zu keiner Verschiebung der Patientenströme zwischen den Bundesländern kommt.

Ist die Landesregierung mit der Meinung, daß mit diesem Finanzierungssystem der erhöhte Bedarf nach medizinischen Spitzenleistungen voll abgedeckt werden kann? Das neue LKF-System, meine Damen und Herren, bewirkt eine höhere Abgeltung für höherwertige und kostenintensivere medizinische Leistungen. Für den Fall der Ausweitung dieser Leistungen ist jedoch notwendigerweise bei einer Deckelung der Finanzierung durch Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungsträger eine Reduzierung des Schillingswertes je LKF verbunden.

Neuntens: Auf welche Art und Weise wird das Land Salzburg für ein ausreichendes Controlling sorgen, um sicherzustellen, daß das Finanzierungsvolumen für die Krankenanstalten im Bundesland Salzburg nicht überschritten wird? Im Rahmen des geplanten Fonds ist eine eigene Qualitätskontrolle für medizinische Leistungen und Dokumentationen vorgesehen. Darüber hinausgehend kann keine Garantie für die Vermeidung des Ansteigens der medizinischen Leistungen gegeben werden. Das ist zur Zeit wirklich nicht möglich.

Vorletzte Frage: Wie hoch wird der Mehrbedarf an Ärzten durch die Einführung des Arbeitszeitgesetzes für Ärzte sein? Meine sehr geehrten Damen und Herren! Da der Inhalt des geplanten Krankenanstaltenarbeitszeitgesetzes noch nicht definitiv feststeht, können derzeit keine verläßlichen Aussagen getroffen werden. Nach dem letzten Stand unserer Berechnungen ist jedoch für die erste Etap-pe mit jährlichen Mehrkosten von ca. S 60 Mio. für den Bereich

aller öffentlichen Krankenanstalten zu rechnen. Insgesamt meine Damen und Herren, werden für alle drei Ausbaustufen bis zum Jahr 2004 etwa 250 Ärzte im Bundesland Salzburg zusätzlich benötigt. Mit einem Durchschnittsbetrag von einer Million pro Arzt ergibt sich also nach den drei Ausbaustufen eine jährliche Mehrbelastung von S 250 Mio.

Falls die Einführung des von der EU vorgeschriebenen Arbeitszeitgesetzes an den Widerständen der Länder scheitert, welche Möglichkeiten sieht das Land Salzburg, eine EU-konforme Arbeitszeitregelung für Ärzte einzuführen, die mit den Finanzierungsmöglichkeiten der Gebietskörperschaften kompatibel ist? Dazu die Antwort: Die EU-Arbeitszeitrichtlinie sieht unter anderem vor, daß Ärzte in Ausbildung nicht unter den Geltungsbereich dieser Vorschrift fallen. Damit wäre theoretisch die Möglichkeit gegeben, Assistenzärzte in Ausbildung zum Facharzt ohne Arbeitszeitschranken einzusetzen und für Fachärzte eine Diensteinteilung nach den Arbeitsgrundsätzen der EU-Richtlinie festzulegen. Damit ist aber klargestellt, daß die Arbeitszeitregelung für Ärzte nur im Zusammenhalt mit der Facharztanwesenheitspflicht nach dem Krankenanstaltengesetz beurteilt werden kann. Nach der geltenden Rechtslage wäre zumindest für die Standardkrankenanstalten die Beibehaltung des derzeitigen Zustandes zulässig. Eine allfällige Änderung ist erst nach der Definitv-Beschlußfassung über die Novel-lierung des Krankenanstaltengesetzes des Bundes und in weiterer Folge des Salzburger Krankenanstaltengesetzes absehbar.

Und dazu noch eine letzte Bemerkung: Es ist die Frage des Ärztearbeitszeitgesetzes aus meiner persönlichen Sicht zur Zeit vergleichbar mit der Quadratur des Kreises. Und wir müssen hier ganz ehrlich miteinander umgehen. Dieses Arbeitszeitgesetz, das vom Sozialministerium im Entwurf ausgesandt wurde, stößt zur Zeit in den Bundesländern, aber nicht nur dort, an die Grenzen der Finanzierbarkeit, stößt aber vor allem aber auch an die Grenzen der

Verfügbarkeit von entsprechenden Ärzten. Wir haben beides zur Zeit nicht, das Geld und auch die Ärzte, die dafür zur Verfügung stehen sollten, wenn dieses Arbeitszeitgesetz in Kraft tritt. Daher haben wir uns auch mit dem Kollegen Gasteiger auf eine Politik der kleinen Schritte, eigentlich der kleinsten Schritte geeinigt. Wir werden nicht umhinkönnen, das Arbeitszeitgesetz den Grundzügen nach auch zu erfüllen. Nur, von Null auf Hundert werden wir in dieser Frage in der nächsten Zeit sicher nicht gehen können, weil wir jetzt einmal die Auswirkungen des neuen Finanzierungssystems verdauen müssen.

Das war jetzt mein Beitrag in Form eines Versuches, diese Fragen einmal zu beantworten. Ich würde jetzt bitten, Herr Präsident, daß dem Kollegen Gasteiger Gelegenheit gegeben wird, das Ganze jetzt aus der Sicht der Finanzierung zu erläutern, und dann wird ohnehin darüber diskutiert. Danke sehr! (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke vielmals! Nächste Wortmeldung, der Herr Landeshauptmann-Stellvertreter Gasteiger! Und die Damen und Herren darf ich um etwas Ruhe bitten, es war ein Wunsch des Landtages, diesen Tagesordnungspunkt einzuschieben.

LHStv. Dr. Gasteiger: Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten!

Erlauben Sie mir zunächst eine Anmerkung zum Arbeitszeitgesetz, dessen Problem ich unter anderem darin sehe, daß der Entwurf des Sozialministers weit über die EU-Normen hinausgeht und damit auch die Mehrkosten, die aus den Entwürfen des Sozialministers resultieren würden, weit über jenen liegen, die unvermeidbar wären, wenn nur der Mindeststandard der EU-Normen erfüllt würde. Kollege Buchleitner hat von einem Betrag von S 60 Mio. für die öffentlichen Krankenhäuser gesprochen. Wenn man das Krankenhaus in Schwarzach und die Barmherzigen Brüder mit einbezieht, und wenn

man berücksichtigt, daß über die reinen Arztkosten hinaus weitere Kosten entstehen, dann wird das Gesundheitswesen im Land durch den Entwurf des Sozialministers mit etwa S 85 Mio. zusätzlich belastet und das ist untragbar. Es ist untragbar, weil es nicht finanziert werden kann und es schizophren wäre, an ein und demselben Zeitpunkt eine Reform der Krankenanstaltenfinanzierung mit dem Versuch einer Kostendämpfung einzuführen und gleichzeitig eine enorme Kostenexplosion durch ein einziges Gesetz zu verursachen. Und daher werden die Länder niemals in der Lage sein, den Maximalvorstellungen des Sozialministers zu entsprechen.

Es gibt darüber Verhandlungen und es zeichnen sich auch Alternativmöglichkeiten ab; ich weiß aber noch nicht, ob der Bundesgesetzgeber daran denkt, diese Alternativmöglichkeiten einzuführen. Zum Beispiel die Variante, daß maximal 72 Stunden wöchentlich gearbeitet werden darf - im Durchschnitt 60 Stunden durchgerechnet auf 26 Wochen. Das wäre nach den EU-Regeln auch möglich und würde den Vorschlag Hums wesentlich entschärfen; allerdings auch bewirken, daß erhebliche Einkommensverluste für die Spitalsärzte zu befürchten wären bzw. eintreten würden, weil ganz klar ist, daß das Prinzip "weniger Arbeit - weniger Einkommen" hier zum Tragen kommen würde.

Sollte der Sozialminister bzw. die Bundesregierung und das Parlament an einer teureren Arbeitszeitregelung nicht vorbeikönnen und darauf bestehen, eine solche einzuführen, dann müßte dieses Gesetz nach meiner Ansicht nach jedenfalls hinein in den neuen Konsultationsmechanismus zwischen Bund, Länder und Gemeinden, und dann müßte der Bund erstens die Kosten selbst tragen und zweitens den Spitälern sagen, wo sie die Ärzte hernehmen sollen. Denn die gibt es nicht, das ist ein weiteres Problem im Zusammenhang mit dem Ärztearbeitszeitgesetz.

Und jetzt zu den Mitteln dieses Landesfonds, zu den Mittelflüssen, die sich aus der neuen Krankenanstaltenfinanzierung ergeben.

Es wird im Land Salzburg insgesamt ein Landesfonds mit rund S 4 Mrd. an Einnahmen und Ausgaben zu bilden sein. Diese Einnahmen setzen sich wie folgt zusammen: Zunächst aus Sozialversicherungsmitteln, bisherigen Pflegegebührenersätzen, Ambulanzgebühren, Jahresausgleichszahlungen mit einem Gesamtvolumen von S 1,67 Mrd. Zweitens: Bisherige Beiträge der Sozialversicherung in den KRAZAF rund S 689 Mio., so daß in Summe Einnahmen dieses Länderfonds, dieses Salzburger Landesfonds aus Mitteln der Sozialversicherer von S 2,36 Mrd. resultieren.

Die zweite Einnahmensposition sind bisherige Zuschüsse an den Krankenanstalten-Zusammenarbeitsfonds. Zuschüsse, die bisher vom Bund geleistet worden sind in Form von Vorwegabzügen und Fixbeträgen aus Steuermitteln, die vom Land geleistet worden sind und von den Gemeinden gemeinsam geleistet worden sind. Summe: S 460 Mio.

Dritte Position sind die bisherigen Beiträge zur Abgangsdeckung des Landes Salzburg und seiner Gemeinden. Das sind, was das Land betrifft, S 692 Mio. und was Gemeindemittel betrifft S 461 Mio. - in Summe S 1 Mrd. und 150 Mio., die bisher von Ländern und Gemeinden zur Abgangsdeckung beigetragen worden sind, und die künftighin über den Landesfonds in die leistungsorientierte Finanzierung einfließen.

Und dann kommen dazu als zusätzliche Position zusätzliche Bundesmittel. Der Bund hat zugesagt, insgesamt S 1,75 Mrd. österreichweit zusätzlich zur Verfügung zu stellen, wenn einige Bedingungen erfüllt sind. Bedingung eins ist der Krankenanstaltenplan österreichweit, Bedingung zwei ist der Großgeräteplan. Die beiden Bedingungen werden erfüllt. Die S 1,75 Mrd. kommen daher zur Anwen-dung und daraus werden etwa S 94 Mio. für das Bundesland Salzburg resultieren, so daß sich insgesamt - ich habe die Beträge jetzt gerundet und vereinfacht - ein Betrag von S 4 Mrd. und 70 Mio. für Salzburg ergibt, aus dem dann die Leistungen der Landeskran-

kenanstalten, der Nervenklinik, aller Gemeindekrankenhäuser, des Krankenhauses in Schwarzach und, was die bisherigen Sozialversicherungs- und KRAZAF-Mittel betrifft, auch das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder finanziert werden sollen, wobei nach dem System diese Mittel nach einem bestimmten System valorisiert werden mit diesem Ziel, daß mit diesen Gesamtbeträgen dann die Gesamtaufwendungen unserer Krankenhäuser im Land Salzburg finanziert werden. (Beifall der ÖVP- und SPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke, das Wort geht an Herrn Landesrat Dr. Schnell!

Landesrat Dr. Schnell: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Vielleicht werden Sie mich nach dieser Rede wieder abwählen oder klagen wollen. Ich weiß, daß ich meinen Vorrednern kaum Dummheit vorwerfen kann, denn Sie haben es ja immerhin geschafft, das System nach ihrem Willen aufrecht zu halten, bevor jetzt der Kahlschlag in der Gesundheitspolitik erfolgt. Wir werden überschüttet mit irgend welchen theoretischen Floskeln, was hier alles geplant ist und geplant wäre.

Was ich Ihnen vorwerfe - und zwar allen Vertretern, sowohl des Landtages als auch der Regierung von ÖVP und SPÖ - ist Ignoranz und vor allem Reformverweigerung. Denn Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren, wenn ich Sie daran erinnern darf, haben es verhindert, daß die Reformen früh genug angesetzt wurde. Sie haben verhindert, daß das, was ich bereits vor Jahren aufgezeigt habe, in der Politik aufgegriffen wurde. Es handelt sich hier um nationale Verfehlungen, um Fehlentwicklungen in der EU-Politik, die jetzt dazu führen, meine sehr geehrten Damen und Herren, daß sie das, was wir jahrzehntelang aufgebaut haben, wieder rückführen müssen.

Hier geht es aber nicht nur um Politik, und hier geht es um Menschenleben. Ich glaube, daß ich mir das nach zehn Jahren Tätigkeit als Arzt erlauben darf. Sie werden keinen Menschen finden, der mir als Arzt nur auch das Geringste nachsagen kann. Und ich weiß ... (Zwischenruf Abg. Dr. Burtscher: Als Arzt nicht!) ... Als Politiker auch nicht, Herr Kollege, wie Sie am letzten Sonntag, den 13. erfahren mußten. (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Was ich Ihnen vorwerfe ist völlige Unfähigkeit. Ich Wirklichkeit gehören Sie abgesetzt. Das, was am 13. Oktober geschehen ist, was Sie aber noch immer nicht begriffen und immer noch nicht realisiert haben, ist, daß Sie der Bürger bereits abgewählt hat, bereits dabei ist, Sie für Ihre Schandtaten zu strafen.

Ich darf Sie erinnern, daß bereits im Jahre 1993 am 28. Jänner die Freiheitliche Fraktion einen Antrag gestellt hat, beim Bund vorstellig zu werden und die Reformen, die nötigen Reformen bei den Sozialversicherungen endlich anzugehen. Sie selbst, und das Protokoll bestätigt das, haben hier großartig gesprochen: Unbedingt notwendig, unbedingt erforderlich. Nur es ist dieser Antrag leider von einem Freiheitlichen gekommen, deswegen natürlich auch nicht zu vollziehen, deswegen auch nicht durchzuführen. Ich lese Ihnen das einmal vor: "Alle vier Landtagsfraktionen stimmten darin überein, daß das Sozialversicherungswesen in Österreich in gewissen Punkten reformbedürftig ist." Keine Fraktion wollte aber allen Punkten des FPÖ-Antrages zustimmen. Daraufhin änderte die FPÖ ihren Antrag über die Sozialversicherung ab, und brachte die Präambel des ÖVP-Antrages ein. Diese Vorgangsweise wird auf Antrag von Landtagspräsidenten Univ.-Prof. Dr. Schreiner in der nächsten Präsidialsitzung behandelt. Präsident Schreiner sagte: "Mit einer derartigen Vorgangsweise könnten Anträge unterlaufen werden, die noch nicht im Landtag behandelt worden sind."

Die ÖVP, und ich habe Ihre zehn Punkte, die Sie hier noch unter Vizekanzler Schüssel oder Busek oder wem auch immer, zusammenge-

stellt haben, den kennen Sie heute noch nicht. Bis heute haben Sie Ihre zehn Punkte, Ihre zehn Gebote noch nicht umgesetzt. Aber jetzt stehen wir davor, daß wir Abteilungen in den Spitälern zusperren müssen, daß wir die Kinderabteilung, die Hals-Nasen-Ohren-Abteilung im Zell am See nach Schwarzach verlagern. Herr Kollege Buchleitner, Sie haben Kehlkopfbeschwerden, jetzt wissen Sie, wie notwendig ein HNO-Arzt ist. Und wenn sie wüßten, welche akuten Erscheinungen und lebensbedrohliche Erkrankungen es in diesem Bereich gibt, und wenn Sie wüßten, wie es ist, wenn Sie als Arzt mit einem kranken Patienten, der um den Atem ringt und lebensbedrohliche Zustände aufweist, dann von Krimml oder von Saalbach nach Schwarzach fahren müssen, dann würden Sie so einen Unfug nicht mitbeschließen, sondern würden als Politiker vehement dagegen auftreten.

Auch Sie, Herr Kollege Gasteiger! Die ÖVP, die jetzt den Turbo neu erfunden hat, die fünfte neue ÖVP, hoffentlich wird es kein Revers, keine Schubumkehr, da sind schon einmal einige abgestürzt, meine Herren. Denn so kann es ja nicht sein, daß wir jetzt ... (Zwischenruf Abg. Dr. Burtscher: Das ist geschmacklos, Herr Medizinalrat!) ... Herr Kollege, Herr Kollege Burtscher, Sie haben noch Gelegenheit, Sie haben noch Gelegenheit, sich zu melden, Herr Kollege Burtscher. Dann können Sie aufzeigen, was Sie in der Medizin verstehen. Ich weiß schon, Sie haben einige Experten hier in Ihren Reihen.

Denn das ist eine ernste Sache, meine Damen und Herren! Ich habe es als Arzt erlebt, aber auch als Vater, wenn ein Sohn einen Pseudo-Krupp-Anfall hat und Sie froh sind, wenn Sie das Krankenhaus Zell am See erreichen. Wenn es Kindererkrankungen gibt, zB Elektrolytentgleisungen, wo es einen Freund von mir - ebenfalls ein Arztkollege passiert ist -, daß er die Tore Salzburgs nicht mehr lebend erreicht. Und jetzt findet ein Kahlschlag statt, von dem keiner redet, daß er bereits beschlossen ist. Natürlich erst

im Jahre 2003 oder 2004, da sind Sie wohlmöglich nicht mehr im Amt, da sind auch die Ärztekollegen, die es betrifft, bereits in Pension. Und die Bevölkerung, die es vielleicht betreffen könnte, die Jugend, die da hinten sitzt, und deren Kinder, das berührt Sie nicht mehr.

Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich könnte Ihnen genug Vorschläge bringen, wo Sie einsparen könnten, wo Sie schon seit zehn Jahren hätten einsparen sollen. Denn die Entwicklung kennen Sie alle. Die Entwicklung haben wir jedes Jahr gesehen, wenn wir die Budgetverhandlungen geführt haben. Die Entwicklungen haben wir aufgezeigt, indem wir die Reformvorschläge, die Sie letztendlich als Regierende nicht umgesetzt haben und nicht umsetzen wollten.

Herr Vranitzky hat vor der Nationalratswahl plakatiert: "Ich werde es nicht zulassen, daß die Armen sich keinen Arzt mehr leisten können." Jetzt ist es so weit, wenn sie nicht irgendwo einen Freund haben oder nicht betucht sind, daß sie dann viele viele Kilometer fahren müssen, stundenlang das Spital aufsuchen müssen, im Winter womöglich. Sie beuteln den Kopf, Herr Kollege Raus, ich weiß, Sie hat das nicht betroffen, Sie wohnen in der Stadt. In der Stadt, wenn Ihnen was passiert, können Sie gleich zwei Chirurgien aussuchen. Sie können es sich aussuchen, eine rote, das UKH, oder eine schwarze, im Landeskrankenhaus. Diese Doppelgleisigkeit gehört einmal abgestellt, Herr Kollege, aber das ist es, was Sie nicht wollen. ...(Zwischenruf Landesrat Dr. Raus: Tiefer geht es nicht mehr.) ... Sie kommen auch noch dran, Herr Kollege, Sie können das Wort ergreifen, dann können Sie sich wehren gegen die Vorwürfe. ... (Zwischenruf Abg. Dr. Burtscher: Kommen Sie in einem Satz zur Sache!) ... Gern, Herr Kollege. ... (Zwischenruf Abg. Dr. Hochreiter: Solche Ärzte brauchen wir, die so reden können.) ... Aha, so ist es. Aber Frau Kollegin Hochreiter! Ich war um 2:00 Uhr in der Früh, um 3:00 Uhr in der Früh, um 4:00 Uhr in der Früh auch ohne, daß ich irgendwo was kassiert habe und ohne, daß ich hier etwas verlangt habe, anwesend, während jetzt die

Ärzte diskutieren ... (Zwischenruf Abg. Dr. Burtscher: Warum sind Sie dann in die Politik gegangen?) ... Ja genau, Herr Kollege, weil hier viel nicht gestimmt hat. Aber da haben Sie ja nicht gehört auf die Vorwürfe, die wir gebracht haben. Ich kann Ihnen heute noch einiges bringen. Es war ja auch der Herr Kollege Gasteiger, der mir einen Brief geschrieben hat als ich ihn aufmerksam gemacht habe darauf. Aber es ist wunderschön, Herr Kollege Burtscher, wie Sie sich für die Regierung einsetzen. Unglaublich, das ist wirklich sehenswert ... (Zwischenruf Abg. Dr. Burtscher: ... in einem einzigen Satz zur Sache kommen.) ... Herr Kollege Burtscher, hier geht es zur Sache, hier geht es um Patienten, aber das kapieren Sie nicht ... (Zwischenruf Abg. Dr. Burtscher: Reden Sie einen Satz zugunsten der Patienten!) ... Hier geht es um Patienten, hier geht es um eine Reform, die bereits beschlossen ist, und Sie sagen, es geht nicht zur Sache. Was ist denn das, wovon der Herr Kollege Gasteiger gesprochen hat? Er hat davon gesprochen, daß ja die Arbeitszeitregelung kein Problem ist. Als ich ihn darauf aufmerksam gemacht habe vor drei Jahren, hat er mir folgenden Brief geschrieben: "Deine Aussage zum Thema Spitalsärzte und EU ist ebenso aggressiv und polemisch wie falsch. Aus den erläuternden Bemerkungen des Gesetzesentwurfes für das Ärztearbeitszeitgesetz geht nämlich ausdrücklich hervor, daß gemäß EU-Richtlinien auch längere Wochenarbeitszeiten zulässig sind." ... und und und. Jetzt stehen wir vor der Debatte oder, Herr Kollege Burtscher, hören Sie die Medien nicht, lesen Sie die Medien nicht, daß wir jetzt vor der Debatte stehen, daß womöglich ein Dermatologe Bereitschaftsdienst macht auch für chirurgische und internistische Patienten. Wenn Sie das gutheißen, wenn Sie hier die Koalition unterstützen, ist das Ihre Sache, ich nicht. Denn wir haben es bereits in einer Broschüre, die wir anläßlich der EU-Sondersitzung, die wir gefordert haben im Landtag, bereits dort war es zu lesen, was die Ärztekammer letztendlich aufgezeigt hat, daß diese Arbeitszeitregelung weder finanzierbar ist noch die Ärzte verfügbar sind. Aber alle haben geklatscht, alle haben

gesagt, wir müssen dieser EU beitreten, unbedingt, jederzeit, ohne Wenn und Aber, ohne Vorbereitungen, Herr Kollege Burtscher. Wenn das eine Themaverfehlung ist ... (Zwischenruf Abg. Dr. Burtscher: Vor allem ich!) ... Wenn das eine Themaverfehlung ist, wünsche ich mir eines: Ich bin als Arzt in die Politik gegangen, aber gehen Sie bitte nie von der Politik in die Medizin. (Beifall der FPÖ-Abgeordneten) ... (Zwischenruf Abg. Dr. Burtscher: Diesen Bildungsweg habe ich nicht vor.) ... Natürlich ist es kein Problem, daß jetzt eine Krankenscheingebühr von S 50 eingehoben wird, daß jetzt wieder die Armen geschröpft werden. Natürlich ist es kein Problem, daß wir die Rezeptgebühren hier jetzt wieder anheben, Herr Kollege Burtscher. Aber schauen Sie einmal draußen die Leute an, was die dazu sagen.

Und wenn es für Sie kein Problem ist, daß Sie in einem Akutfall im Winter im Pinzgau mit einem Kind oder mit einem Nasenbluten - auch das kann lebensgefährlich sein - nach Schwarzach fahren müssen, Herr Kollege Burtscher, dann muß ich Ihnen ganz ehrlich sagen, dann weiß ich nicht, dann muß ich die Meinung, die ich über Sie gehabt habe, revidieren. Denn bis jetzt habe ich diese Meinung nur von der Koalition gehabt. ... (Zwischenruf Abg. Dr. Burtscher: Mir fehlen Ihre Vorschläge, Herr Dr. Schnell.) ... Die kommen schon noch. Wenn Sie ein bißchen zuhorchen und ein bißchen Geduld haben, denn ich rede solange ich will, denn ich habe einiges über das Thema zu sagen.

Der Herr Kollege Buchleitner hat gesagt, die Politik der kleinen Schritte. Herr Kollege Buchleitner, das ist die Politik der Rückschritte, die Sie hier ankündigen und beschließen, offensichtlich mit den Ärzten, offensichtlich sind alle damit einverstanden. Ich weiß aber nicht, wenn Sie gestern in der Regierungssitzung betont haben, daß alles bereits beschlossen ist, warum weiß der Landtag nichts davon? Warum wissen die anderen Regierungsvertreter nichts davon?

Der Herr Kollege Gasteiger hat gesagt, schizophren ist die Situation derzeit. Das gebe ich zu, Herr Kollege Gasteiger, aber hätten Sie auf uns gehört, hätten Sie die Reformen damals schon eingeleitet, beispielsweise in den Sozialversicherungen, dann hätten wir uns einiges erspart, und vor allem die Beschlüsse, die jetzt vorliegen, meine sehr geehrten Damen und Herren.

Und jetzt kommen wir zu den Vorschlägen, Herr Kollege Burtscher, wo man sehr wohl einsparen könnte. Zum Beispiel beim Flugrettungswesen, das Flugrettungswesen, das ebenfalls nicht mehr fi-nanzierbar ist, das Millionen und Abermillionen kostet. Warum wird mir immer wieder gesagt, daß das Bundesheer das nicht übernehmen kann? Das Bundesheer, das die Fluggeräte hat, das Bundesheer, das die Piloten hat, das Bundesherr, das junge Ärzte bereits in dieser Tätigkeit als Notärzte ausbilden kann. Denn ohne Flugrettung geht in der Notfallsmedizin überhaupt nichts mehr, schon gar nicht, wenn man die Spitäler schließt. Und warum geht das nicht, wenn ich auf der anderen Seite im Fernseher sehe, wie die IFOR-Truppen in Bosnien Straßen und Schulen bauen? In Ordnung, einverstanden, aber warum das Bundesheer dann die Flugrettung nicht übernehmen kann, das teilweise das Gerät hätte und die besseren Piloten? Ich kann es schon sagen warum, Herr Kollege Burtscher, weil nämlich der ÖVP dann ein Freund abhanden kommt, nämlich der ÖAMTC, der bekanntlicherweise eine schwarze Organisation ist. Oder das Innenministerium dann keine Sekundärflüge mehr durchführen kann. Das ist der wahre Hintergrund.

Gehen wir weiter, wo wir noch einsparen könnten. Die Kosten für die Betreuung von in Österreich nicht versicherten Ausländern. Und jetzt wird gleich das Geschrei losgehen: Ja schon wieder die Ausländerthematik. Herr Kollege Burtscher, ich habe selber einen Fall zu verzeichnen, wo ich einen Bosnier, der zu Angestellten in Saalbach-Hinterglemm zu Besuch war, der einen nicht heilbaren bösartigen Tumor hatte, der nur in Wien operiert werden konnte. Die ganze medizinische Hilfsaktion hat ungefähr S 1 Mio. oder

mehr betragen. Ich war damals dafür und ich habe es als Arzt ge-macht, obwohl ich gewußt habe, daß dieses Geld nicht mehr hereinkommt. Aber was hindert die Koalitionsregierung daran, mit diesen Staaten bilaterale Verträge abzuschließen, damit das Geld auch wieder zurückfließt. Auch wir schicken Kinder nach Amerika für Herzoperationen, die wir in Österreich nicht durchführen können, aber auch hier muß unsere Versicherung dafür bezahlen. Haben Sie sich schon mal Gedanken gemacht, warum man nicht die Rehabzentren beschneidet, zum Beispiel Vergleich Zell am See und Saalfelden, wo sie in der Früh die jungen Beamten im Trainingsanzug herausspringen sehen, die sich dort auf Erholungsurlaub befinden, wo die Gastroskopiegeräte im Keller lagern, die wir in Zell am See nicht besessen haben und mit alten Geräten arbeiten mußten.

Das sind die Themen, wo hier eine Themaverfehlung der Koalitionsregierung zu verzeichnen ist. Aber das greifen Sie ja nicht, das sind ja Ihre politischen Bereiche. Da haben wir ja den Proporz, den die Herren Journalisten immer suchen, den bösen Proporz. Nicht das Verhältniswahlrecht, daß die Parteien so, wie sie vom Wähler gewählt werden, in der Regierung sitzen. Das ist ja der wahre Grund, warum hier nichts passiert.

Oder die Kuranstalten in Badgastein, wo sich alles tummelt, was besser bei der Arbeit zu sehen wäre. Denn das ist nicht lebensnotwendig, Physikotherapien, Massagen, das sind teure Dinge, die viel Geld kosten. Aber das ist nicht elementar und nicht lebens-notwendig, Herr Kollege Burtscher. Aber ich würde Sie gerne einladen, daß sie im Winter einmal einen Tag mit mir Dienst versehen bei meinem Kollegen in Saalbach, was nämlich wirklich Medizin bedeutet, und wie oft hier selbst an einem Tag Notfälle auftreten.

Und wenn ich mir vorstelle, was ich gestern vernommen habe, daß auch die Unfallchirurgie in Zell am See reduziert wird, dann kann ich mir das bei bestem Willen nicht vorstellen. Das wird nicht

unbedingt zum Ruf unserer Fremdenverkehrswirtschaft beitragen, wo wir auch hier große Probleme haben.

Oder die Doppelgleisigkeit von Großgeräten. Wir haben den Rechnungshofbericht hier. Hier werden Magnetresonanztomographiegeräte angeschafft, Computertomographen gleich zwei nebeneinander, ein paar wenige Kilometer auseinander entfernt, kosten viel Geld, Herr Kollege Burtscher. Da könnten wir einsparen, das wären Maßnahmen, die hier wirklich etwas bringen würden. Mit diesem Geld könnten wir dann das Gesundheitswesen finanzieren, Herr Kollege Burtscher, von dem wir so stolz sind, das man immer so großartig hingestellt hat und dessen man sich rühmt. Nur, einen derartigen Abbau, Herr Kollege Burtscher, wenn wir uns den leisten, dann wünsche ich der Regierung viel Vergnügen mit der betroffenen Bevölkerung.

Ich habe auch vor drei Jahren aufgezeigt, daß uns S 10 Mrd. im 97iger Jahr fehlen werden aufgrund des EU-Beitrittes bei den Sozialversicherungen. Auch das haben die Journalisten natürlich erst respektiert als es bereits zu spät war. Denn auch die Herren Journalisten schreiben auch dann, wenn die Leute auf die Straße gehen und demonstrieren. Wenn die Freiheitlichen, die Nazibuam, die Rechtsradikalen etwas aufzeigen, das sich dann als richtig erweist - sei es die Reform der Sozialversicherungsträger, sei es die Arbeitszeitregelung, auch hier habe ich vor drei Jahren bereits Pressedienste hinausgegeben, oder seien es die fehlenden S 10 bis 12 Mrd. im 97iger Jahr aufgrund der Veränderung des Umsatzsteuergesetzes und der Vorsteuerabzugsberechtigung, dann kann das ja nicht gebracht werden, das wäre ja viel zu früh, da würde man ja etwas zeigen, da würde man ja sogenannte News bringen. Aber wenn es ein alter Hut ist, wenn es plötzlich nicht mehr weitergeht, weil alles nicht mehr finanzierbar ist, weil man nicht mehr weiß wie es weitergeht, dann dann gehen die Leute auf die Straße. Der Herr Ärztekammerpräsident, der sich jetzt entrüstet,

zehn Jahre hat er zugeschaut, hat diese Entwicklungen genau vorausgesehen. Ich nehme hier niemand aus, auch die Herren Ärzte nicht, meine lieben Damen und Herren im Kollegium, auch die Ärzte nicht, die sich hier ständig wehren. Ich habe es zehn Jahre genossen, ich habe zehn Jahre jeden zweiten Tag, jede zweite Nacht, jedes zweite Wochenende Notarztdienst versehen, ohne dafür keinen Groschen zu sehen bekommen. Aber ich habe es gern getan.

Wenn wir aber jetzt davon abgehen, daß wir entweder jeden Bereitschaftsdienst finanzieren müssen, dann werden wir es nicht schaffen. Wenn wir eine Arbeitszeitregelung der EU umsetzen müssen, sind wir morgen in diesem System bankrott. Nur, wo bitte waren die zuständigen Politiker, die hier in der EU vorstellig werden und sagen: Liebe Herren in Brüssel, das geht gar nicht, das können wir gar nicht finanzieren. Wir haben nicht einmal die Ärzte dazu. Denn in Gesamtösterreich würden uns hier ca. 5.000 Fachärzte fehlen, aber auch wegen der fehlenden S 10 bis 12 Mrd.

Na, was glauben Sie, wer das finanzieren wird, wer das zahlen wird. Man wird halt den Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeitrag wieder erhöhen müssen. Und Sie selbst haben es zugegeben, auch ihre damaligen Gesundheitssprecher, daß die Reform, die wir angestrebt haben bei den Sozialversicherungsträgern, richtig gewesen wäre. Nur Sie haben es nicht getan. Warum haben Sie es nicht getan? Weil Sie in Ihren Bereichen Ihren Freunden weh getan hätten, und da, Herr Kollege Kern, ist der Proporz zu suchen. Danke! (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: So, meine Damen und Herren! Bevor ich das Wort an den Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner weitergebe, der sich gemäß § 30 Abs 2 zweiter Satz der Geschäftsordnung als Ressortzuständiger gemeldet hat, darf ich im Sinne unserer Vereinbarung in der Präsidialkonferenz darf ich fest-stellen, daß noch folgende Wortmeldungen offen sind: Frau Dr. Hochreiter, Präsident Mag. Thaler, Frau Oberndorfer und

Ing. Griessner. Sind Sie einverstanden, wenn wir damit die Rednerliste schließen. ... (Zwischenruf Abg. Oberndorfer: Der Kollege Firlei hat sich noch gemeldet.) ... Der hat sie jetzt zurückgezogen. Sind Sie einverstanden, dann schließe ich damit ...

(Zwischenruf Abg. Dr. Burtscher: Angesichts der Qualität der Debatte.) ... Gut, dann schließe ich die Rednerliste. Zu Wort gemeldet, der Herr Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner.

LHStv. Buchleitner: Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Ich bin jetzt seit fast 25 Jahren in der Politik, habe also Wahlsiege, Wahlniederlagen der einen oder der anderen Parteien miterlebt, auch meiner eigenen, Siege, Niederlagen. So manches Mal hat es im Überschwang der Gefühle dann in den ersten Sitzungen nach den Wahlen die einen oder anderen Äußerungen gegeben. Ich habe aber selten im Überschwang dieser Gefühle ein so ein Ausmaß an Überheblichkeit und Aggressivität vernommen wie jetzt in diesem Beitrag. (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Und es ist vielleicht ein kleiner Vorgeschmack auf das, was sich in den nächsten zwei Jahren hier in diesem Haus vollziehen wird, denn das war die erste Wahlrede für die nächste Auseinandersetzung und dieser Stil ... (Zwischenruf Landesrat Dr. Schnell: Für die Patienten, eine Wahlrede für die Patienten.) (Zwischenruf Abg. Schröcker: Oder für die Ärzte!) ... Und dieser Stil, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist für mich eigentlich nur noch mit einem Beispiel vergleichbar bevor ich mich dann der Sache wende. Dieser Auftritt hier erinnert mich an den Auftritt der Freiheitlichen im ORF-Landesstudio in Kärnten nach dem Wahlsieg in Kärnten. Schlimmer geht es nicht mehr, meine sehr geehrten Damen und Herren! Und nun ... (Zwischenruf Landesrat Dr. Schnell: Wir reden von der Spitalsreform und nicht von den Wahlen.) ... Und nun, meine sehr geehrten Damen und Herren zur Sache.

Der Herr Landesrat Schnell hat einmal mehr als den eigentlichen Grund für die Probleme in der Gesundheitsfinanzierung das nicht unwichtige aber doch das Detailproblem der Zusammenlegung der Sozialversicherungsanstalten angeführt, weil das ein Schlüssel zur Lösung der Finanzierungsprobleme wäre. Es ist ganz einfach notwendig, und das war vielleicht ein Fehler in der Vergangenheit, daß wir uns mit diesen schlagwortartigen Argumenten der Freiheitlichen Partei nicht im Detail auseinandergesetzt haben. Und das möchte ich heute tun mit dem Versuch auch einen neuen Weg in der Diskussion zu gehen, weil das Schlagwort in den Raum zu stellen und dann zu sagen: "Lassen wir es sein, es zahlt sich gar nicht aus darüber zu diskutieren." Das wird es nicht mehr geben. Wir sind dazu verhalten, daß wir uns mit diesen Schlagwörtern im Detail auch auseinandersetzen.

Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Sozialversicherungsinstitute, auch das unterscheidet die Diskussionskultur in diesem Haus, daß andere Redner - das werden auch die jungen Leute hinten merken - nach fünf Sätzen von Freiheitlichen Kollegen unterbrochen werden ... (Zwischenruf Abg. Dr. Lechenauer: Das war der Kollege Burtscher!) ... Und tun Sie es jetzt wieder, na, es war jedenfalls kein Sozialdemokratischer Redner dabei, meine Damen und Herren. Und damit lassen wir es jetzt ... (Zwischenruf Abg. Dr. Lechenauer: Unverständlich!) ... Die Sozialversicherungsinstitute, meine sehr geehrten Damen und Herren, bewerkstelligen die Agenden der Pensionsversicherung, der Arbeitslosenversicherung, der Unfallversicherung und nur zu einem Teil der Krankenversicherung, das sind die Sozialversicherungsinstitute. Und Sozialminister Hums hat jetzt über die Zusammenführung und Koordinierung der Sozialversicherungsinstitute auch die entsprechenden Gespräche vorgesehen, aber es ist doch ein aufgelegter Etikettenschwindel, wenn man glaubt, daß man mit der Zusammenlegung der Sozialversicherungsinstitute die Finanzierungsprobleme des Gesundheitswesens löst.

Und jetzt, Herr Kollege Schnell, bin ich bei Ihnen! Wenn wir jetzt die gewaltige Kostenexplosion im Gesundheitswesen versuchen in den Griff zu bekommen, und wenn sich die Freiheitlichen Kollegen in den letzten Monaten, als es darum gegangen ist, auch in Salzburg entsprechende Wege zu finden, keinem einzigen Vorschlag seit April zu Wort gemeldet haben, mit keinem einzigen, auch in Salzburg nicht, dann mag nur dies als kleines Indiz dafür gelten, daß halt auch zu wenig Facheinsicht besteht.

Aber jetzt zum springenden Punkt! Worauf ist die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen im wesentlichen zurückzuführen? Die Kostenentwicklungen sind zurückzuführen auf gewaltige Qualitätsverbesserungen im Anstaltenbereich, auf den Ausbau der Kapazitäten und jetzt, Kollege Schnell, muß ich an Deine, an Ihre Adresse etwas zurückgeben. Mit für die Kostenentwicklung im Land Salzburg wie auch in den anderen Bundesländern ist der Ausbau der Spitäler in qualitativer und in quantitativer Hinsicht. Und diese Ausbauvorschläge, die wir für die Landeskrankenanstalten mitgetragen haben und zu denen wir uns bekennen, kamen natürlich aus dem Ressort des Anstaltenreferenten im Einvernehmen mit dem Referenten für den Hochbau, also im Einvernehmen mit dem Kollegen Schnell. Es gibt für die Landesspitäler keine einzige Entscheidungsvorbereitung der letzten Jahre ... (Zwischenruf Landesrat Dr. Schnell: Das entscheidet nicht das Ressort Schnell.) ... der letzten Jahre, wo nicht die Unterschrift des Kollegen Schnell unter Ausbauplänen verbunden mit Kostenentwicklungen bei den Landeskrankenanstalten zu finden war. Ich sage das nur deshalb, ... (Unverständliche Zwischenrufe der FPÖ-Abgeordneten) ... meine sehr geehrten Damen und Herren, weil die Kostenentwicklungen im Gesundheitswesen nicht von der Frage der Zusammenlegung der Sozialversicherungsinstitute abhängt, sondern von der Qualitätsverbesserung der Medizin, von mehr Personal, mehr Geräten, von einer Qualitätssteigerung. Und das System der bloßen Abgangsdeckung, das im übrigen mit der Zustimmung der freiheitlichen Kollegen im Land Salzburg im Wege jedes Landesbudgets mitgetragen wurde, dieses

System der Abgangsdeckung gehört jetzt der Vergangenheit an, weil man nämlich diese automatische Kostenexplosion, die wir bisher gemeinsam in diesem Haus mitgetragen haben, auch für das Land Salzburg nicht mehr zur Kenntnis nehmen können. Jetzt werden die Kosten gespart, jetzt wird gedeckelt. Um das geht es. Es ist aus mit der automatischen Explosion der Kosten in den Spitälern. Es ist aus mit den Vorstellungen, nebeneinander Großgeräte entwickeln zu können. Großgeräte, von denen der Kollege Schnell sagt, es gibt Doppelgleisigkeiten, die alle im Landesbudget beziffert sind, die alle mit Ihnen von den Freiheitlichen, von der Freiheitlichen Fraktion mitbeschlossen worden sind.

Und ganz arg wird es, wenn der Kollege Schnell innerhalb von 24 Stunden vergißt was er gesagt hat. Gestern in der Sitzung der Landesregierung hat er die Aufklärung über die Vorgänge in Zell am See und in Schwarzach bekommen. Es ist ja überhaupt keine Rede davon, daß ein in Not geratenes Kind oder ein in Not geratener Pinzgauer oder Pongauer deswegen auf die ärztliche Versorgung verzichten muß, weil aus Kostengründen im Interesse der Steuer- und Beitragszahler zwei Spitäler und nicht die Politiker übereinkommen, daß sie eine Strukturbereinigung durchzuführen haben, daß die ärztlichen und kaufmännischen Leitungen der beiden Spitäler Schwarzach und Zell am See vor den Gesprächen zusammengefunden haben und die Strukturbereinigungen durchgeführt haben. Auch das ist dem Kollegen Schnell gestern gesagt worden. Und es ist ihm ferner gesagt worden, daß durch die Versorgung in den Gebirgsgauen allein im Wege der Fach- und Notärzte so ein Fall gar nicht entstehen kann, den er hier in einer wirklich demagogischen Art und Weise in den Vordergrund stellt. Nach dieser Aufklärung gestern sagte der Kollege Schnell am Sitz, am Tisch der Regierung, das ist für mich kein politisches Thema, das wird auch nicht hochgeschaukelt. 24 Stunden später nach Tisch sieht man es anders.

 

Ich sage das nur deshalb: Ich habe mich in der Vergangenheit mit diesen Dingen nicht befaßt, aber damit ist wirklich Schluß. Ich lasse das nicht mehr zu, daß hier in diesem Raum in einer unglaublich aggressiven und auch überheblichen Art und Weise ein Dauerwahlkampf der Freiheitlichen Partei geführt wird. Dann werden die Sitzungen länger dauern, und dann werden wir uns mit jedem Argument der Freiheitlichen Partei im Detail auseinandersetzen. (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Es ist eine bodenlose Gemeinheit auf diesem Klavier der Gefühle zu spielen, wenn man die fachliche Aufklärung darüber bekommen hat. Kein nasenblutendes Kind, kein nasenblutender Erwachsener im Pinzgau oder im Pongau ist deshalb in seinem Leben gefährdet, weil zwei Abteilungen miteinander übereinkommen, daß im Interesse der Steuerzahler und der Beitragszahler auch Ersparniseffekte im immer teurer werdenden Gesundheitssystem entstehen.

Immer wieder die ewige tibetanische Leier, allein mit der Zusammenlegung der Sozialversicherungsinstitute die Kosten in den Griff zu bekommen, das sollten Sie einmal mit den Bürgermeistern und mit den Gemeindevertretungen als Mitzahler ausmachen, die besser wissen als Sie, worauf die Kostenexplosionen in Wahrheit zurückzuführen sind. Es geht im wesentlichen auch darum, daß in der Vergangenheit auch medizinische Spitzenleistungen eigentlich auch oft erbracht worden sind, die Doppelgleisigkeiten mit sich gebracht haben. Da kann man sagen: unser gemeinsamer Fehler. Ab jetzt da herauszugehen und zu sagen, wir lösen das Problem, indem wir die Sozialversicherungen zusammenlegen, ist so schwacher und dünner Kaffee, daß ich wirklich sagen muß: das ist blanke Demagogie und ist auch die Unwahrheit.

Meine sehr geehrten Damen und Herren! Völlig überrascht bin ich von der Äußerung des Kollegen Schnell, die Rettungsdienste in der jetzigen Form aufzulassen und sie dem Bundesheer zu übergeben ... (Zwischenruf Landesrat Dr. Schnell: Die Flugrettung!) ... Die

Flugrettung! Herr Kollege Schnell! Sie, Du warst nicht dabei vor einem Monat als die Flugrettung ihr 40jähriges Bestandsjubiläum gefeiert hat ... (Zwischenruf Landesrat Dr. Schnell: Sie haben mich nicht eingeladen.) ... Naja, mit gutem Grund, wie es ausschaut. Aber jedenfalls, meine sehr geehrten Damen und Herren, dazu ein Wort. Wissen Sie, woraus die Flugrettung besteht? Wissen Sie, wie eine Flugrettung im alpinen Gebiet erfolgt? Du weißt es, aber viele wissen es nicht. Wissen Sie, was zu einem qualitätsvoll ausgestatteten Flugrettungsdienst zählt neben einem geeigneten Hubschrauber? Der Alpingendarm oder der Alpinist - das kann auch ein Bundesheerler sein, nur welcher -, der Notfallsanitäter, der Notarzt, das alles, ... (Zwischenruf Abg. Haider: Unverständlich) ... Ich war ja dort und ich bin als Gesundheitsreferent zweieinhalb Jahre jetzt mit dem im Detail befaßt. Im Gegensatz zu Ihnen, Herr Kollege Haider, weiß ich um was es dort geht. Weil die Leute waren nämlich dort, die dort unter Einsatz ihres Lebens bei dieser Tätigkeit mit dabei sind. Das sind jene Alpingendarmen, die auch vielleicht dabei abstürzen, damit sie andere Leben retten. Die werden jetzt hingestellt als wären sie überflüssig und das könnte man dem Bundesheer übergeben ... (Zwischenruf Landesrat Dr. Schnell: Überflüssig nicht, zu teuer sind sie, habe ich gesagt.) ... Schön, dann sagt Ihr das denen, ich nicht, ganz im Gegenteil. Ich jedenfalls werde mich vehement dagegen wehren, daß diese qualitätsvoll ausgestatteten Rettungsdienste - und jetzt komme ich zum Punkt -, die diese Qualität ganz einfach erfordern, auf eine Ebene verlagert werden, wo diese Qualitätsgarantie in keinem Fall gegeben ist. Da geht es jetzt nicht um irgendein Hin- und Herschaukeln, da geht es darum, daß ein Menschenleben mit Qualität gerettet werden kann. Um das geht es bei dieser Frage.

Um meine sehr geehrten Damen und Herren! Zum Schluß jetzt noch etwas. Es ist den freiheitlichen Kollegen verborgen geblieben, daß das Gesundheitsressort ein Landesrettungsgesetz vorbereitet,

wo ein hoher Qualitätsstandard vorgeschrieben wird. Da paßt das, was der Kollege Schnell gesagt hat, in keiner Weise hinein, weil im Rettungswesen geht es nicht um billige Taxidienste oder um irgendeine Autofahrerorganisation, sondern es geht bei den Rettungsdiensten um Qualität. Es geht nicht um den ÖAMTC oder um Pinzgauer Taxis, die nebenbei Rettungsdienste machen können, und daher wird das Gesundheitsressort einen Rettungsgesetzentwurf vorlegen, der sich an den Kriterien des hohen Standards des Salzburger Roten Kreuzes orientieren wird. Und damit sind diese ...

(Zwischenruf Landesrat Dr. Schnell: Auch das stimmt nicht ... Taxiunternehmen Rettung. Wenn Sie das noch nicht gesehen haben.)

... Herr Kollege Schnell! Ich schaffe die gesetzlichen Grundlagen, daß es eben Qualität gibt. Und wenn jetzt von der Freiheitlichen Partei gesagt wird, diese Qualität in der Flugrettung ist zu teuer, dann wird damit der Wahrheitsbeweis angetreten, wie populistisch man in der Frage der Rettungsdienste überhaupt unterwegs ist.

Meine Damen und Herren! Ich sage jetzt abschließend noch einmal: Jedes Argument, das hier kommen wird, wird durch die zuständigen Ressorts zumindest meiner Fraktion in der nächsten Zeit beleuchtet werden. Und Sie werden es nicht verhindern können, daß wir bei dieser Gelegenheit auch aufzeigen werden, daß Sie in der Sache völlig daneben liegen, weil Schlagwörter und plakative Ausdrücke, wenn es um Menschenleben geht, einfach zu wenig sind. (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke! Meine Damen und Herren! Wir haben die Schließung der Rednerliste vereinbart. Dafür gibt es in der Geschäftsordnung keine Grundlage. Es ist daher ein Akt der freiwilligen Selbstbindung des Landtages. Es hat sich nun der Landesrat Dr. Schnell gemäß § 30 Abs 2 zweiter Satz der Geschäftsordnung gemeldet. Bitte, zur Geschäftsordnung!

 

Abg. Dr. Burtscher: Herr Präsident!

Darf ich zu § 30 Abs 2 sagen? Den Mitgliedern der Landesregierung ist das Wort jedoch jederzeit ohne Unterbrechung eines Redners zu erteilen, wenn es zur sachlichen Aufklärung aus dem ihnen nach der Geschäftsordnung der Landesregierung zukommenden Aufgabenbereich verlangen, wenn sie es dazu verlangen. Nachdem, wie Landesrat Schnell auch geredet hat, war mir klar erkennbar, daß das nicht sein sachlicher Aufgabenbereich ist, ... (Zwischenruf Landesrat Dr. Schnell: Hochbau!) ...

Präsident Dr. Schreiner: (unterbricht) Herr Dr. Burtscher! Ich habe ausdrücklich gefragt, als Hochbaureferent.

Abg. Dr. Burtscher: (setzt fort) Wir haben noch nicht ein einziges Wort im Zusammenhang mit dem Hochbau hier zu reden gehabt. ... (Zwischenruf Landesrat Dr. Schnell: Du hast ja überhaupt nicht zugehört.) ... Herr Kollege Schnell, nehmen Sie mich bitte, lassen Sie mich bitte mit dem Du-Wort nicht zu nahe an sich heran, das könnte, das könnte ... (Zwischenruf Abg. Haider: Zuhören, zuhören, nicht reden!) ... das könnte zu eng werden, ja. Im Zusammenhang mit dieser Anfrage ist der sachliche Bereich des Landesrates Schnell nicht tangiert gewesen. Es geht um das Ärztezeitgesetz und das Gesundheitswesen im Lande.

Präsident Dr. Schreiner: Danke! Ich habe den Herrn Landesrat Schnell darauf aufmerksam machen lassen. Er hat ausdrücklich gesagt, er wurde vom Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner als Hochbaureferent angesprochen und unter diesem Kontext hat er nach § 30 Abs 2 zweiter Satz gebeten. Ich bitte aber, meine Damen und Herren, halten wir uns an die Vereinbarung des Schlusses der Rednerliste. Ich glaube, das war heute ein Experiment. Wir werden uns überlegen müssen, wie wir das in der Geschäftsordnung regeln. Bitte, Herr Landesrat!

Landesrat Dr. Schnell: Ich weiß und ich habe gemerkt an den Reaktionen, daß meine Ausführungen sehr unangenehm waren, aber ich möchte mich doch in meinem Ressort auf das vom Kollegen Buchleitner Angesprochene melden.

Und zwar, er hat mir vorgeworfen, daß ich quasi diese Entscheidungen ja im Hochbau mittrage. Hier gibt es, und da kann sich jeder bei meinen Fachbeamten erkundigen, einen ganz klaren Trennungsschnitt. Zuerst wird entschieden und dann wird vom Hochbau nur mehr die Bauausführung gemacht. Das wollte ich klarstellen. Ich hätte noch einige Anmerkungen zum Kollegen Buchleitner zu sagen. Ich erspare mir das, weil die Öffnung der Ohren mag vielleicht da sein, die unangenehme Botschaft zu vernehmen, die Öffnung der Hirne offensichtlich nicht. (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke, nächste Wortmeldung Frau Dr. Hochreiter!

Abg. Dr. Hochreiter: Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe junge Zuhörerinnen und Zuhörer auf der Zuhörerbank!

Das Problem, mit dem wir uns heute eigentlich beschäftigen wollten, ist eigentlich ein sehr ernstes. Es kann jeden von uns betreffen und es betrifft in erster Linie auch die Ärzteschaft. Es ist eigentlich ein zu kompliziertes und zu ernsthaftes Thema, als das es in standes- und parteipolitischer Rede und Gegenrede bzw. Geschrei und Gegengeschrei untergehen sollte. Eigentlich werden wir und auch die Regierung dafür bezahlt, daß wir die Probleme klar definieren und angemessene Lösungen dafür finden. Das ist das, was unsere eigentliche Aufgabe ist.

Daß sich das Gesundheitswesen zur Zeit in einem chaotischen Zustand befindet, hat jeder mitgekriegt. Dieser chaotische Zustand

ergibt sich daraus, daß Reformen, die seit vielen Jahren notwendig wären, schon die längste Zeit verschleppt werden. Auch das Thema Ärztearbeitszeitgesetz ist in Österreich seit drei Jahren bekannt. Das heißt, die Ärzte arbeiten bei uns bis zu 70, 80 Stunden in der Woche; nach EU-Richtlinien sollten sie pro Woche nur 48 Stunden arbeiten dürfen. Das würde der Gesundheit der Ärzte guttun, das würde auch den Patienten letztlich guttun, die dann einen ausgeruhten Arzt vorfinden. Das würde letztlich auch - und das ist mir auch ein Aspekt, der mir daran wichtig ist, - Frauen viel stärker als bisher ermöglichen, als Ärztinnen tätig zu sein und trotzdem Familie zu haben. Denn bei der Arbeitszeitregelung, wie wir sie heute haben in den öffentlichen Spitälern, sind Frauen extrem ausgeschlossen. Männern scheint es also wesentlich weniger wichtig zu sein, ob sie ihre Familie häufig sehen können oder nicht.

Der Gesundheitszustand der Ärzte, das ist bekannt aus vielen Untersuchungen, ist ein schlechter. Ärzte leben sehr nahe an den Medikamenten; das heißt, wenn sie ihren Dienst nicht mehr ertragen können, wenn ihnen alles zuviel wird, haben sie nicht weit zum Medikamentenschrank. Das ist kein guter Zustand. Wir sollten dafür sorgen, daß die Menschen, die für unsere Gesundheit verantwortlich sind, auch eine Arbeitszeit haben, die gesundheitsverträglich ist und ihnen ein Privatleben ermöglicht.

Wir halten also das Ärztearbeitszeitgesetz für unumgänglich. Wir wissen es seit drei Jahren. Man hätte seit drei Jahren darangehen können, stufenweise einen Plan zu machen für jedes Krankenhaus, wie man dieses Arbeitszeitgesetz umsetzen kann. Jetzt, wo am 23. November schon die EU-Richtlinie in österreichisches Recht umgesetzt werden sollte, jetzt plötzlich geht das Geschrei los: wir können uns das nicht leisten, das heißt, wir wollen nicht. Die Landesregierung, der Herr Landeshauptmann Dr. Schausberger hat angekündigt, er wird alles tun, um dieses Ärztearbeitszeitge-

setz zu verhindern. Hier geht es natürlich um verschiedenartige Interessen. Natürlich geht es auch ums Geld.

Und ums Geld geht es deswegen auch so stark, weil wir zur Zeit ein Gehaltsschema für Ärzte in den Landeskranken-, in den Krankenanstalten haben, das sich aus drei Komponenten zusammensetzt, nämlich aus einem niedrigen Grundgehalt, aus Überstunden und aus Sondergebühren. Das heißt, daß wir jedenfalls, wenn das Ärztearbeitszeitgesetz kommt, ein neues Gehaltsschema für die Spitäler brauchen. In Kärnten gibt es schon ein neues Gehaltsschema für die Spitäler. Es gibt in der AUVA ein anderes Gehaltsschema für Ärzte und in den privaten Spitälern und auch im Unfallkrankenhaus gibt es seit 1989 spätestens eine 46 ¼ Stundenwoche für Ärzte. Dort gibt es das, was jetzt auch für öffentliche Spitäler gefordert wird, schon lange.

Wovon in diesem Zusammenhang kaum gesprochen wird, ist, daß bei der jetzt gewählten Lösung, nämlich Rufbereitschaft einzuführen in kleinen Spitälern - für die großen ändert sich ja nichts -, daß das dazu führt, daß die Ärzte, die jetzt schon sehr stark die Last der Nacht- und Wochenenddienste tragen, nämlich die Turnusärzte, noch viel stärker als bisher überfordert werden. Denn überfordert werden sie auch jetzt schon.

Was in den Medien nicht herüberkommt ist, daß es auch eine Änderung des Ärztegesetzes geben soll, daß jetzt Turnusärzten, die bereits über bestimmte Kenntnisse und Fertigkeiten verfügen, vorübergehend auch ohne Aufsicht eines für die Ausbildung verantwortlichen Facharztes tätig werden können. Das ist etwas, was wir auf jeden Fall nicht zulassen dürfen. Das heißt, die Ärzteschaft, die jetzt über ihre Standesvertretung verständlicherweise so großes Geschrei in den Medien macht, spricht nicht ein Wort von den Turnusärzten, auf die aber die Ärzteschaft in den höheren hierar-

chischen Rängen die gesamte Verantwortung für die Notfallversorgung vor allem am Wochenende und auch an den Abenden abwälzt.

Es ist heute schon so, daß ein Turnusarzt, der Dienst hat, sich es sich dreimal überlegt, ob er den Facharzt holt, weil er dann unter Umständen hören kann: "Wenn Sie sich in diesem Fall nicht kompetent fühlen, dann sind Sie leider für unser Spital nicht geeignet." Das sind aber bitte Ärzte in Ausbildung. Das ist einerseits eine Frage des Stils, wie man mit auszubildenden Ärzten umgeht, andererseits aber natürlich auch eine Frage von Gesetzen. Das bitte, würde ich meinen, muß ein Landesspitalsreferent, das muß auch ein Landeshauptmann am vehementesten bekämpfen. Diese Nivellierung nach unten, diese Weitergabe der Verantwortung an nicht fertig ausgebildete Ärzte, das ist für die Ärzte eine Zumutung.

Es ist bekannt, daß diese Turnusärzte wohl organisiert sind, aber kaum aufmucken können. Sie sind in einem Ausmaß in dieser Hierarchie abhängig davon, wie ihre Vorgesetzten mit ihnen umgehen, daß fast keiner von denen sich wirklich wehrt. Und was dort passiert, wird alles geheimgehalten; was dort passiert, wird doch auch alles zugedeckt. Denn selbstverständlich, wenn etwas passiert, wird der diensthabende Facharzt nicht eingestehen, daß er nicht rechtzeitig gekommen ist, sondern sie werden gemeinsam irgendwie die Sache hinzukriegen versuchen. Und deswegen erfahren wir von solchen Pannen auch nichts und werden auch in Zukunft nichts erfahren.

Das heißt, irgendwie muß sichergestellt werden, daß Turnusärzte eine Möglichkeit haben, solche Dinge zu melden ohne in ihrer Ausbildung und ohne in ihrer weiteren Karriere gefährdet zu sein. Denn das ist es, wovor ich mich als möglicher Patient im Krankenhaus fürchten muß. Daß nämlich ein Turnusarzt, der meint, er müßte selbst zurechtkommen, weil er sonst einen Anpfiff kriegt von

oben, mit mir oder jemandem anderen etwas macht, was er noch gar nicht können kann und auch noch gar nicht unbedingt können muß. Bitte, das ist die eigentliche wirkliche Schwachstelle und hier wird jetzt per Gesetz die Verantwortung hindelegiert. Das ist es, wogegen wir uns auf jeden Fall auflehnen müssen und was wir nicht zulassen dürfen.

Die Kostenberechnungen, die uns vorgelegt werden betreffend das Ärztearbeitsgesetz, gehen davon aus, daß alles sonst im Krankenhaus so weitergeht wie bisher. Das heißt, es wird sowohl die Reform des Ärztearbeitszeitgesetzes, die Ärztearbeitszeit betreffend als auch, was sonstige notwendige Reformen betrifft, auch von der Salzburger Landesregierung sehr kräftig vermeiden geholfen. Erstens eben das neue Gehaltsschema, das unbedingt notwendig ist, wird eine Veränderung in der Einkommensstruktur bringen. Es geht nicht, daß genau diejenigen Ärzte, die in der Hierarchie schon so weit oben sind, daß sie die Verantwortung auf die Turnusärzte abwälzen können, soviel mehr verdienen können als die, auf die sie die Verantwortung abwälzen, die erst ein entsprechendes Gehalt bekommen können, wenn sie möglichst viele Überstunden abgeleistet haben und dafür auch ihre Gesundheit eingesetzt haben.

Ich habe etwas von Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner gehört, was mich in dem Zusammenhang auch ziemlich empört. Sie haben angesprochen auf die eine Frage, wie soll es jetzt mit den Lenkungen der Patientenströme gehen, daß also nicht zu viel Patienten ins Krankenhaus gehen. Wir wissen, daß 23 % der Patienten, die im Krankenhaus landen, nicht dort behandelt werden müßten, sondern von niedergelassenen Ärzten behandelt werden könnten. Wie schafft man geeignete Lenkungsinstrumente, daß die Ärzte, die Patienten zu niedergelassenen Ärzten gehen und nicht ins Krankenhaus, wenn sie nicht ins Krankenhaus gehören? Sie haben gemeint: das ist etwas, das soll die Ärztekammer sich mit den Sozialversicherungen aushandeln. Ja, welches Interesse bitte soll

die Sozialversicherung nach der Reform, die es jetzt gegeben hat, denn überhaupt haben, so etwas anzugehen. Die Sozialversicherung hat überhaupt keinen Grund mehr, Leute aus dem Spital heraushalten zu wollen, die haben jetzt einen Deckel eingezogen, sie zahlen einen bestimmen Betrag und was also die Krankenanstalten mehr ausgeben, das ist jetzt Länder- und Gemeindesache geworden.

Das heißt, ich betrachte es sehr wohl für eine sehr wichtige und sehr vordringliche Aufgabe von Ihnen, ein entsprechendes Arbeitsgremium in Salzburg endlich zusammenzustellen, das sich damit befaßt: Wie kann man vermeiden, daß Patienten, die nicht ins Krankenhaus gehören, dort auch nicht hinkommen. Und natürlich sind diese S 50,-- pro Krankenschein jetzt das falsche Instrument gewesen und nicht geeignet, die Leute eher zu den niedergelassenen Ärzten zu führen als in das Spital. Aber gehen Sie doch dieses Problem einmal in Salzburg ernsthaft an.

Wenn Sie sich vorstellen, daß 23 % der Patienten nicht im Krankenhaus landen würden, was das für ein Einsparungspotential ist in der teuersten Einrichtung, die man für Patienten haben kann, nämlich im Spital. Und dann sind hier Einsparungspotentiale drinnen, mit denen Sie dann ausgeruhte Ärzte entsprechend eines modernen Arbeitszeitgesetzes auch finanzieren können. Und dann wird es mit der Sicherheit der Patienten wieder besser stehen und haben sie bitte ein Auge auf die Turnusärzte und auf ein geändertes Gehaltsschema. (Beifall der BL- und SPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke, die nächste Wortmeldung der Herr Präsident Thaler!

 

Zweiter Präsident Mag. Thaler: Herr Präsident! Meine sehr geschätzten Damen und Herren!

Der Bericht der Landesregierung sollte von vernünftigen Politikern - und ich zähle da vorrangig vor allem Politiker dazu, die in der Regierung sitzen - dazu verwendet werden, die Probleme, die sich mit jedem neuen System ergeben, schon vorweg zu erkennen, um darauf richtig reagieren zu können. Was wir hier und heute von einem Regierungspolitiker gehört haben, war nicht der Hinweis auf mögliche Gefahrenquellen im neuen Finanzierungssystem der LKF, sondern war ausschließlich dazu bestimmt, mit Parolen Angst zu machen. Parole, Parole, Parole, das scheint das Motto des Herrn Landesrates Schnell gewesen zu sein. Ich halte es eher mit lavoro, lavoro, lavoro, wenn wir schon beim Italienischen sind.

Aber jetzt zu einigen Punkten, die der Herr Landesrat gesagt hat. Er meint, daß nach 18 Jahren des Bestandes des KRAZAF, dessen Ende von allen Parteien seit vielen Jahren herbeigesehnt wurde, auch von der Freiheitlichen Partei, daß das ... (Zwischenruf Abg. Haider: Unser Antrag bitte!) ... Ja, dann versteht der Herr Schnell Dich nicht, lieber Wolfgang Haider. Daß mit dieser Neueinführung des LKF eine Reformverweigerung einhergehe, und er stellt das große Angstphänomen in den Raum, hier geht es um Menschenleben. Liebe Kolleginnen und Kollegen, natürlich geht es in der Medizin immer um Menschenleben, und wenn man davon redet, sollte man, gerade weil es um Menschenleben geht, aber bei der Sachlichkeit bleiben und nicht die Polemik in den Vordergrund stellen.

Nur ein Beispiel: Der Landesrat Schnell spricht von der Schließung der Kinderabteilung und der Hals-Nasen-Ohren-Abteilung in Zell am See. Ich darf die geschätzten Kolleginnen und Kollegen darauf hinweisen, daß es in Zell am See nie eine Kinderabteilung gegeben hat. Abteilung bedeutet nämlich, daß eine solche von ei-

nem Primarius geführt wird und ausreichend Fachärzte dieser Disziplin rund um die Uhr vorhanden sind. Tatsache ist, daß es in Zell am See entgegen dem damaligen Krankenanstaltenplan von der Gemeinde in Eigeninitiative im Keller eine Kinderstation errichtet wurde, die von einem Konsiliarfacharzt, das heißt von einem niedergelassenen Facharzt, betreut wird. Also hier gibt es keine Abteilung und hat es nie eine gegeben. Parole, Parole, Parole! Statt der HNO sollte die Urologie eingerichtet werden.

Geschätzte Damen und Herren! Natürlich kann ich immer mehr verlangen. In meiner Zeit als Bürgermeister habe ich die Augenabteilung von 36 Betten auf 24 Betten reduziert. Es hat sich kein Arzt dagegen gewendet; es ist kein Patient deshalb gestorben; es sind nicht weniger Patienten seither behandelt worden und nicht weniger Operationen durchgeführt worden, sondern mehr Patienten behandelt, mehr Operationen, weil Strukturreformen, wenn sie gut angelegt sind, immer eine positive Wirkung haben.

Was wir auch noch haben, ist eine urologische Station. Und gerade von seiten der Ärzte wird immer wieder festgehalten, daß die Patienten, die im Bereich der Chirurgie zugewiesen werden oder auch der Internen, gerade ältere Patienten mit einer Diagnose kommen, die dann auch urologisch zusätzlich einer Behandlung bedürfen. Und daher ist es notwendig, sich dafür zu entscheiden, entweder in Schwarzach oder in Zell am See eine Urologie einzurichten und die Zeller urologische Station wird in Zukunft eine Abteilung sein mit mehreren Fachärzten und nicht nur mit einem Konsilliarfacharzt, der - und das sage ich auch bitte, Pinzgauer aufgepaßt - sowohl Zell am See betreut als auch Mittersill betreut und ein eigenes Sanatorium in Saalfelden betreut. Das ist nicht das, was wir uns wünschen. Was wir uns wünschen, ist eine Urologische Abteilung für unsere Patienten und nicht den Fortbestand eines Provisoriums, der ursprünglich natürlich eine Verbesserung gebracht

hat, aber auf Dauer nicht akzeptiert werden kann. Da sollte sich der Herr Dr. Schnell etwas sachkundiger machen.

Und wenn er schon von den Menschenleben redet, meine Damen und Herren, und davon redet, daß die Gesundheit so teuer ist, weil die Politiker schuld daran sind: Als der Herr Landesrat Dr. Schnell ins Krankenhaus Zell am See als Turnusarzt gekommen ist, hat das Krankenhaus Zell am See wahrscheinlich zwischen 20 und 25 Ärzte gehabt. Damals war es selbstverständlich, daß ein Turnusarzt - auch der Herr Dr. Schnell - in der Ambulanz die Erstversorgung von Unfallopfern durchgeführt hat - besonders in der Nacht -, und nur im besonderen Ernstfall der hiefür zuständige Arzt ein Sekundararzt, der auch keine chirurgische Ausbildung hatte, oder der Primararzt geholt wurde. Die Todesfälle sind deshalb nicht aufgetreten. Ich bin sogar der Meinung, daß der Herr Dr. Schnell in dieser seiner Ausbildungszeit wahrscheinlich mehr für seine Praxis gelernt hat - und er hat unfallchirurgisch in Hinterglemm auch gearbeitet -, als das unter Umständen jetzt bei einer größeren Ärztezahl, bei einer größeren Facharztzahl der Fall ist. Damit kaschiere ich nicht ein Problem, sondern ich sage nur, daß man auf diese Art und Weise auch mehr lernen kann. Ich soll nicht etwas verteufeln, was ich selbst in dieser Form erlebt und praktiziert habe.

Und ein Satz, der betrifft mich - nicht, weil ich mich in Kuranstalten tummle, aber er betrifft mich als Mensch -, wenn der Landesrat Dr. Schnell sagt, in Kuranstalten tummelt sich alles, was besser arbeiten sollte. Noch kein Politiker hat einen Patienten in eine Kuranstalt eingewiesen, sondern es waren immer noch die Ärzte. Also sollten sich dort wirklich mehrheitlich Leute tummeln, die damit den Sozial- und Pensionsversicherungen auf der Tasche liegen, dann ist der Herr Dr. Schnell aufgefordert, sich an seine Kollegenschaft zu wenden, keine überflüssigen Zuweisungen an Kuranstalten zu tätigen. Das hat nichts mit der Politik zu

tun, sondern das hat ausschließlich mit der Ärzteschaft zu tun. (Beifall der SPÖ- und ÖVP-Abgeordneten)

Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Ich bedaure, daß hier die Jugend einen Eindruck bekommen hat, als gehe es nicht um ein Problem, sondern als gehe es um "catch as catch can" im Bierzelt und anderes. Daher lassen Sie mich ein paar Worte zum wirklichen Problem sagen. Im Koalitionsübereinkommen steht der Satz: "Durch die österreichweite Einführung eines einheitlichen leistungsorientierten Abrechnungssystems in allen Gesundheitsbereichen sollen überproportionale Kostensteigerungen vermieden werden - Beistrich -, besonders im Krankenanstaltenbereich. Durch eine Gesamtbudgetierung im Gesundheitswesen soll deren jährliche Erhöhung mit der volkswirtschaftlichen Entwicklung unseres Landes im Einklang stehen." Ich unterstreiche diesen Satz persönlich. Ich hätte mir nur gewünscht, daß es nicht nur heißt "besonders im Gesundheitsbereich", sondern in allen Bereichen des Gesundheitswesens, in allen Bereichen des Gesundheitswesens. Die Kostensteigerungen sind nicht nur in den Krankenanstalten gegeben - die Sozialversicherungen wissen davon ein Lied zu singen -, sondern sind auch gegeben in allen übrigen Bereichen durch Übermedikationen der niedergelassenen Ärzte, durch vielleicht übertriebene Einweisungen, wenn sie nicht gerechtfertigt sind.

Meine Damen und Herren! Wir haben jetzt nach 18 Jahren ein neues Instrument der Finanzierung. Der KRAZAF war kein Steuerungsin-strument. Der KRAZAF war ausschließlich ein Finanzierungsinstrument mit einem Nachteil - insgesamt war er nämlich gar nicht so nachteilig -, aber mit einem Nachteil, nämlich, daß statt des Fallpauschales Tagespauschalen bezahlt wurden und damit die Verweildauer und nicht die medizinische Intensität und die medizinische Qualität honoriert wurde. Jetzt müssen wir uns fragen - das ist unsere Aufgabe als Politiker -, ob dieses neue leistungsorientierte Krankenanstaltenfinanzierungssystem ein Steuerungsinstrument ist oder wiederum vorrangig ein Finanzierungsinstrument.

Wenngleich Unsinnigkeiten und volkswirtschaftlich unökonomische Vorgangsweisen damit eingeschränkt werden, bin ich dennoch der Überzeugung, daß es vorrangig wiederum ein Finanzierungsinstrument ist. Das ergibt sich ja schon aus der Tatsache, daß sowohl der Bund als auch die Sozialversicherungen ihre Beiträge deckeln aus Gründen der Kostenentwicklung und nicht aus Gründen eines medizinischen Fortschrittes.

Und auch die LKF wird Umgehungs- und Mogelmöglichkeiten eröffnen, die die eine öffentliche Hand entlasten - das auf jeden Fall, weil dort ist ja der Deckel eingezogen - und die andere öffentliche Hand belasten. Die bisherige KRAZAF-Regelung sagt nämlich nichts aus, daß die Kosten pro Patient nicht nötig gewesen wären. War aber auch die Anzahl der Betten nötig? Ich meine, daß in vielen Fällen oder in manchen Fällen die Anzahl der Betten nicht nötig gewesen ist. War die Verweildauer therapiekonform oder bet-tenkonform? Sind die öffentlichen Leistungen für die Medizin oder für die Erhaltung eines bestehenden Systems aufgewendet worden?

Nehmen wir ein Beispiel heraus, die Unfallchirurgie: Es gibt in der Stadt Salzburg 207 unfallchirurgische Betten - 50 an den Landeskrankenanstalten, der Rest am UKH. Für einen Einzugsbereich der Stadt Salzburg, des Flachgaues und des Tennengaues, also für rund 300.000 Einwohner - 207 Betten. Es gibt im Pongau mit einer Einwohnerzahl von 75.000 130 Betten, und es gibt im Pinzgau mit einer Einwohnerzahl von 80.000 38 Betten. Aus diesen drei Zahlen, glaube ich, können Sie erkennen, daß die Entwicklung der Betten nach der Bevölkerungszahl und des Anfalls an Patienten keineswegs von den Rechtsträgern in ihrer Eigenverantwortlichkeit und in Abstimmung mit dem Land immer so erfolgt ist wie die Notwendigkeit gegeben war. Also wir müssen steuern, und es wird dazu kommen müssen, daß Betten abgebaut werden müssen.

Meine Damen und Herren! Mit der Kürzung der Verweildauer, die zweifellos mit diesem neuen System verbunden sein wird, mit der

Kürzung werden sinnvollerweise jene Krankenhäuser und Abteilungen in Zukunft zu kämpfen haben, denen die betriebswirtschaftliche Rechnung des eigenen Hauses vor der volkswirtschaftlichen Rechnung gegangen ist.

Aber es gibt, wie ich schon gesagt habe, auch weiterhin Umgehungsmöglichkeiten, indem man nämlich Mehrfachdiagnosen stellt oder Mehrfachaufnahmen tätigt. Und wenn der zuweisende Arzt einen älteren Patienten für drei Tage ins Krankenhaus einweist, weil dessen Zuckerspiegel eingestellt werden muß, und im Krankenhaus dann plötzlich eine Umdiagnostizierung erfolgt, weil dort festgestellt wird, daß dieser Patient auch Herzrhythmusstörungen hat, sieh da sieh da, schon springt die Punkteanzahl nach oben und das Krankenhaus erhält eine höhere Abgeltung. Ja, nachdem jedes Krankenhaus natürlich zunächst an sich selbst denkt, besteht natürlich die Gefahr, daß hier Diagnosen plötzlich in ganz anderer Art und Weise geschaffen werden und Mogelpatienten erfunden werden. Also dieses System als solches gilt es genau zu beachten und Krankenhaus für Krankenhaus dann einander gegenüberzustellen.

Die Verweildauerkürzung wird sich ohnehin ergeben. Aber meine Damen und Herren, deswegen wird die Patientenbehandlung nicht billiger werden. Durch die minimalinvasiven Operationstechniken ist der Patient wesentlich weniger Tage im Krankenhaus, aber die medizinische Leistung ist eine teurere. Die Fortschritte der Lasertechnologie, die Miniaturisierung endoskopischer Instrumente, die Fortschritte der anästhetischen Medikamentation, alles das wird Krankenhausaufenthalte in Hinkunft vielleicht hinfällig werden lassen. Es wird zu Auslagerungen kommen. Ambulantes Operieren wird zu einem Dienstleistungssektor werden, meine Damen und Herren. Gesundheitsökonomisch müssen wir aber dann einen weiteren Aspekt betrachten. Je mehr es Anbieter ambulanter chirurgischer Leistungen auf dem Markt gibt, desto größer wird die Anzahl nicht induzierter solcher operativer Leistungen werden.

Dieses neue System - und da sehe ich auch eine Gefahr - wird auch ein gewisses Patientenshifting bewirken. Das heißt, die Krankenhäuser, um überleben zu können, die Rechtsträger, um mit dem Topf auskommen zu können, werden sich bei schweren Fällen überlegen müssen, ob sie diesen Patienten im eigenen Hause wie bisher behandeln - wissend, daß dieser Patient sündteuer ist - oder ob sie diesen Patienten verlagern, abschieben an die nächst höhere Krankenanstalt, sprich an die Landeskrankenanstalten.

Das Problem wird sich ergeben, da Diagnose und Diagnose ja nicht immer dasselbe sind. Ein älterer Patient wird mit der gleichen Diagnose eine längere Verweildauer benötigen. Und es werden Krankenhäuser wahrscheinlich dann auch die Methode des Rahmabschöpfens verwenden, nämlich nur jene Patienten zu behandeln, die also relativ billig sind. Das heißt, sie werden genau auf die Methode kommen, die die Sanatorien jetzt schon berücksichtigen.

Meine Damen und Herren! Das neue System wird nur funktionieren können, wenn die extramuralen Versorgungsausrichtungen in allen Bezirken ausreichend vorhanden sind. De facto werden der Bund und die Sozialversicherungen mit ihrem eingezogenen Deckel sich Geld einsparen, das aber dann für soziale Dienste und Pflegeeinrichtungen wieder verstärkt ausgegeben werden muß. Und nachdem Sie wissen als Abgeordnete zum Salzburger Landtag, wer für die sozialen Dienste und für die Pflegeeinrichtungen das Geld zu berappen hat, weiß, daß es hier zu einer groß angelegten Umschichtung der öffentlichen Hand kommt.

Geschätzte Damen und Herren! Als langjähriger Vertreter eines Rechtsträgers, eines Gemeindekrankenhauses bedrückt es mich daher, daß es zwar eine Schutzklausel gibt, die in der letzten Sitzung am 4. Oktober 1996 zwischen Bund, Ländern und Gemeinden und dem Hauptverband eingeführt wurde, daß also die Gemeinden nicht zu höheren Leistungen verpflichtet werden, aber es heißt dann

noch in einer Klarstellung, daß sich diese Schutzklausel für Städte und Gemeinde - nämlich keine Verschiebung der Finanzierungsanteile - nicht auch auf die Rechtsträger von Krankenanstalten bezieht.

Und sehr geehrter Herr Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger! In einer Besprechung mit den Rechtsträgern wurde eine ganz große Sorge laut. Nachdem es in Zukunft einen Topf geben wird, der vom Bund, Sozialversicherungen, Gemeinden und so weiter gespeist wird, über den eine Kommission wacht, und der größte Teil dieses Topfes natürlich selbstverständlich an die Landeskrankenanstalten wieder gehen wird, wird sehr genau darauf zu achten sein, daß es nicht auch bei der Behandlung oder bei der Berücksichtigung der einzelnen Diagnosepunkte zu einer einseitigen Bevorzugung der landeseigenen Krankenanstalten kommt. Denn das wür-de bedeuten, daß die Qualität in den übrigen Krankenanstalten gewaltig absinkt.

Es ist also nicht Jubel angesagt, daß jetzt die Reform gelungen ist, aber es ist gut, daß die Reform kommt, und wir werden diese Reform genauestens beachten müssen, damit sie zu einer wirklichen Verbesserung der Finanzierungsleistung bei gleichzeitiger Beibehaltung der medizinischen Qualität führt. (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Nächste Wortmeldung, Frau Oberndorfer bitte!

Abg. Oberndorfer: Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Als ich Anfang dieser Woche den Wunsch der FPÖ las, die Tagesordnung für heute abzuändern und einen Bericht der zuständigen Regierungsmitglieder einzufordern zu den großen Themen, die uns heuer im Herbst beschäftigen, freute ich mich sehr. Ich freute

mich, weil es eine gute Ergänzung zu unserer dringlichen Anfrage darstellte. Ich dachte mir, naiv möglicherweise, naiv trotz zweieinhalb Jahren Landtagserfahrung ... (Zwischenruf Landesrat Dr. Schnell: Sicher nicht!) ... Danke, Herr Landesrat, aber ich möchte diese Bestätigung nicht von Ihnen. Ich dachte mir, daß es möglich ist, über Themen, die so wichtig sind, mit Abgeordneten, die interessiert sind, sachlich zu diskutieren. Was wurde jedoch hier heute aus diesem Bericht und aus dieser Möglichkeit zur sachlichen Diskussion gemacht?

Bisher haben wir immer im Landtag gehört von seiten der FPÖ: Das Gesundheitswesen ist zu teuer, es müssen Reformen gemacht werden. Ich habe, seit ich hier im Landtag bin, bei jeder Gelegenheit darauf aufmerksam gemacht, daß man nicht glauben soll, daß mit der Einführung der LKF das Gesundheitssystem billiger wird, sondern daß man alle Punkte berücksichtigen muß, die in der Auswir-kung die LKF nach sich zieht. Der Herr Präsident Thaler hat in der Vorrede auf einige Punkte aufmerksam gemacht, darum wiederhole ich sie nicht. Also, die FPÖ hat immer betont, das Gesundheitswesen wird zu teuer, es muß etwas passieren. Jetzt werden Reformen eingeleitet, es gibt einen Krankenanstaltenplan, wo wir wissen, daß Betten reduziert werden, weil dort Betten tatsächlich abgebaut werden können, und Auslagerung in den extramuralen Bereich betrifft. ... (Zwischenruf Landesrat Dr. Schnell: Das ist kein Abbau, das ist ein Kahlschlag.) ... Der Herr Landesrat Schnell spricht von Kahlschlag. Er spricht von Abbau der Qualität im Gesundheitswesen. Das ist so etwas von lächerlich, hier von einem Kahlschlag und von einem Abbau im Gesundheitswesen zu reden. Aber es zeigt wieder deutlich den berühmten Seitenwechsel der FPÖ. Heute sagt man so, morgen sagt man so, das klingt manchmal gut in der Öffentlichkeit und als Arzt oder als ehemaliger Arzt fühlt man sich vielleicht auch noch kompetent und schafft es, die Leute hier anzusprechen und vielleicht auch noch Angst zu machen. Es gibt, Realität ... (Zwischenruf Landesrat Dr. Schnell:

Die Reform stimmt, die haben wir gefordert, da waren Sie noch nicht einmal im Landtag.) ... Realität ist, daß wir genügend Probleme haben. Meine Damen und Herren! Ich weiß nicht, ob Ihnen bewußt ist, daß diese großen Bereiche "Einführung der leistungsbezogenen Krankenhausfinanzierung", "Arbeitszeitgesetz in den Krankenanstalten", "Rufbereitschaft" oder "Facharztdiskussion", die wir jetzt führen, die "Auswirkungen auf das Ärztegesetz", - daß diese Probleme so wichtig sind und wir vor allem sehr sehr wenig Zeit haben, diese Punkte wirklich ausführlich zu diskutieren. Ich rufe Sie auf, hier wirklich sachlich miteinander zu arbeiten, um hier gute Lösungen zu finden.

Zum Thema, das jetzt in den letzten Tagen sehr stark in der Öffentlichkeit diskutiert wurde, zum Thema Rufbereitschaft und Facharztdienst. Es wird hier in der Öffentlichkeit so getan als ob es einen großen Rückschritt, als ob es einen Qualitätsverlust geben würde. Das ist ja nicht der Fall. Es wird ja nur festgeschrieben, was derzeit Praxis ist. Wir haben in den vier Spitälern, in den vier Standardkrankenhäusern jetzt die Situation, daß ein praktischer Arzt Dienst macht - in größeren Häusern wie Tamsweg zum Beispiel mit einem Turnusarzt gemeinsam - und ein Facharzt der jeweiligen Fachrichtung Chirurgie, Gynäkologie, Interne befindet sich in Rufbereitschaft. In Tamsweg beispielsweise ist es so, daß die praktischen Ärzte, die dort Dienst machen, eine Notarztausbildung haben. Das, meine Damen und Herren, genügt voll und ganz. Das entspricht der Qualität, die für diese Standard-krankenhäuser notwendig ist. Wir brauchen dort nicht Fachärzte rund um die Uhr.

Herr Landesrat Schnell! Sie waren oder sind immer noch Arzt oder Sie waren praktischer Arzt. Sie haben als praktischer Arzt Patienten versorgt, auch erstversorgt. Wenn man davon ausgeht, daß diese praktischen Ärzte in den Krankenhäusern Dienst machen und man jetzt die Qualifikation anspricht, dann müßte ich genauso die Qualifikation von jedem praktischen Arzt, also auch von Ihnen als

ehemaliger praktischer Arzt, in Frage stellen. Und müßte sagen: Liebe Leute, liebe Patienten, geht doch bitte auf gar keinen Fall zu einem praktischen Arzt, der ist ja viel zu wenig kompetent, geht doch gleich zum Facharzt. Also ich erwarte mir von Ihnen als Arzt hier wirklich eine sachliche Diskussion, eine gute Aufklärung und nicht eine unnötige Panik und Angstmachen der Patienten. (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Gerührt, Herr Landesrat, war ich schon über Ihre Aussage, wo Sie sich als barmherziger Samariter dargestellt haben. "Ich habe als praktischer Arzt jahrelang Notarztdienst versehen ohne einen Schilling dafür zu bekommen." Das mag schon sein, daß Sie die Rufbereitschaft ohne Groschen oder ohne Schilling gemacht haben, aber wenn Sie Leistungen erbracht haben, dann haben Sie sehr wohl natürlich auch Cash auf die Hand bezogen, na vollkommen klar, Herr Landesrat, umsonst tun auch Sie nichts. ... (Zwischenruf Landesrat Dr. Schnell: Frau Kollegin, Sie wissen nicht Bescheid ... Notarzt. Ich habe dort nie etwas verlangt in meiner Freizeit.) ... Aber für die Leistungen, die Sie erbracht haben, ob Sie dann einen Patienten akut versorgt haben, wenn er hereinkam frisch von der Schipiste und dann weitergeschickt haben ins Krankenhaus, da haben Sie sehr wohl Ihr Honorar verrechnet.

Meine Damen und Herren! Noch kurz zu den Kosten. Sie wissen, daß ich im Krankenhaus Oberndorf arbeite, wenn wir jetzt im Krankenhaus Oberndorf in den drei Fachrichtungen, die wir haben - Chirurgie, Gynäkologie, Interne -, rund um die Uhr Fachärzte anstellen müßten, würde das bedeuten, daß wir allein in Oberndorf jährlich S 12 Mio. dafür ausgeben müßten, und das, obwohl es von der Qualität der Patientenversorgung her, wie ich schon ausgeführt habe, absolut nicht notwendig ist - S 12 Mio. ohne Notwendigkeit.

Meine Damen und Herren! Ich habe es schon kurz angeschnitten, daß ich mir eine andere Form der Diskussion heute gewünscht hätte.

Ich möchte Ihnen ganz persönlich sagen, daß ich mich schäme, daß ich mich schäme über die Art, wie hier diskutiert wird, daß ich mich schäme über die Kultur, mit der wir, die wir als Vorbilder in der Gesellschaft gelten sollten, hier diskutieren.

Ich habe schon erwähnt, daß wir große Probleme in den nächsten Wochen zu lösen haben - LKF, Arbeitszeitgesetz, Ärztegesetz, Krankenanstaltengesetz. Ich möchte an Sie appellieren, an Sie Abgeordneten appellieren, daß wir gemeinsam versuchen, sachlich zu diskutieren und Ergebnisse dann auf den Tisch legen, die auch unsere Herren, die uns in der Regierung vertreten, es ermöglicht, unsere Vorstellungen in die zukünftigen Verhandlungen noch einbinden zu können. Und ich lade Sie, meine Damen und Herren von den anderen Fraktionen ganz herzlich dazu ein, daß wir gemeinsam mit Experten die Vorschläge, die jetzt auf dem Tisch liegen, durchdiskutieren und zwar nicht polemisch, sondern ein Auge habend auf das, was auf uns zukommt, ein Auge habend auf das, welche Probleme wir zu lösen haben und wo wir immer - und das soll nicht nur bei Sonntagsreden so sein, - den Menschen im Mittelpunkt sehen. Danke! (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Nächste Wortmeldung, der Herr Klubobmann Ing. Griessner!

Abg. Ing. Griessner: Hohes Haus! Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Wir haben heute von seitens der Regierung, von Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner und Dr. Gasteiger einen sachlich sehr fundierten und ausführlichen Bericht über die Einführung der LKF und auch über das neue Arbeitszeitgesetz für Ärzte erhalten. Eigentlich möchte man meinen, müßte dieser Bericht die Basis für eine konstruktive sachliche und fundierte Auseinandersetzung in der Sache selber sein. Leider mußten wir miterleben, daß ausgehend von einem Wahlerfolg am 13. Oktober, der unbestritten fest-

steht, der dem zuständigen Landesrat doch sehr in den Kopf gestiegen ist, er in einer unwahrscheinlich überheblichen, präpotenten, polemischen, aggressiven und eigentlich menschenverachtenden Argumentation hier von diesem Pult aus, ... (Zwischenruf Landesrat Dr. Schnell: Menschenverachtend ist diese Spitalsreform.) ... von diesem Pult aus gesprochen hat. Herr Landesrat! Menschenverachtend deshalb, weil man einen sehr tragischen Unfall eines Flugzeuges, den Absturz eines Flugzeuges, wo über 100 Menschen gestorben sind, als Beispiel heranzieht, um den Turbo der ÖVP dramatisch darzustellen; weil man versucht, in der Wortwahl von einem Kahlschlag, von einem Abbau zu sprechen und weil man versucht, mit der Angst des Menschen zu spekulieren, daß unser Gesundheitswesen nun absolut gefährdet wäre.

Lieber Herr Landesrat! Ich kenne Dich als Mensch, ich kenne Dich als Arzt. Keine dieser vorher aufgezählten Eigenschaften schreibe ich Dir als Mensch und als Arzt zu. Und ich frage mich immer wieder, warum muß es so sein, daß man, wenn man sozusagen in die Haut des Politikers schlüpft, dann in einer derartig unqualifizierten Art und Weise versucht Politik zu betreiben? Ich weiß schon, daß diese Art und Weise durchaus auf fruchtbaren Boden fällt. Ich weiß schon, daß auf Stammtischen und an Stammtischen die Diskussion in dieser Art geführt wird, geführt werden kann, weil niemand aufsteht und dagegen antritt, weil die Menschen - und das ist unser Fehler auch - zuwenig sachlich informiert sind, und gar nicht in der Lage sind zu bewerten, ob Aussagen am Stammtisch richtig sind.

Aber ich finde es einfach unverantwortlich, unser Gesundheitswesen, worum uns viele andere Länder neidig sind, wo wir sicher für viele andere Länder auch beispielgebend sind, in derartiger Art und Weise abzuqualifizieren. Da muß der einzelne Mensch Ängste bekommen. Der ältere Mensch muß sich fürchten, kann er sich einen Krankenhausaufenthalt noch leisten, seine Gesundheit oder auch Krankheit noch leisten. Und die Jugend sich fragen muß, ja

habe ich in diesem Staat in diesem System überhaupt noch eine Zukunft. Das ist unverantwortlich, weil wir doch wissen, daß es in dieser Auseinandersetzung in erster Linie um die Finanzierung eines Systems geht, mit einer neuen Organisationsstruktur. Es geht darum, daß wir uns dieses in großen Bereichen durchaus vorbildliche Gesundheitssystem auch in Zukunft leisten können, daß wir auch in Zukunft dafür die finanzielle Vorsorge treffen können, daß wir im wesentlichen die Gesundheit, unser Gesundheitssystem so aufrechterhalten können.

Es ist doch unbestritten, daß es dort und da Mängel gibt. Und es wurde schon erwähnt und es wäre eigentlich zu erwarten gewesen, daß gerade Du als Arzt aus Deinen Erfahrungen heraus im Spitalsbereich, als praktischer Arzt, Deine Erfahrungen mit einbringst. Und es ist einfach, es stimmt, es ... (Zwischenruf Landesrat Dr. Schnell: Das ist ja schon beschlossen worden bevor ich es erfahren habe.) ... es ist einfach zu wenig, Herr Landesrat, nur mit der Schlagzeile zu operieren, nur mit Überschriften zu operieren, weil es ja um viel mehr geht. Und ich glaube, es ist, ich möchte nur darauf verweisen ... (Zwischenruf Landesrat Dr. Schnell: Georg! Das erste Mal habe ich in den Medien und das zweite Mal gestern in der Regierungssitzung. Wir wurden nie eingebunden in die Diskussion.) ... Herr Landesrat! Das kannst Du hier sagen, das stimmt sicherlich nicht. Man kann sich auch zu Wort melden in einer durchaus vernünftigen Art und Weise argumentieren. Es geht nicht darum, ob man jetzt von vorneherein eingebunden wird oder nicht, sondern es geht wirklich darum, wie man hier als Politiker erstens ganz anders agiert als als Mensch oder als Arzt, und wie man hier versucht, ein gutes System grundsätzlich schlecht zu machen.

Wir wissen, daß es in diesem Bereich nicht einfach wird. Und wir wissen ja auch, daß die leistungsbezogene Krankenhausfinanzierung nicht alle Probleme lösen wird. Und wir wissen, daß wir uns in ganz besonderer Weise um die Organisationsstruktur auch außerhalb

des Spitals kümmern müssen. Wir wissen, daß wir ein gutes Fachärztesystem brauchen, daß wir eine gute Versorgung seitens der praktischen Ärzte brauchen, und wir wissen, daß wir uns dazu bekennen müssen, daß Leistungen aus dem Spital herausgenommen werden, daß sie durch die niedergelassenen oder praktischen Ärzte oder Fachärzte diese Leistungen auch zu erfüllen sind.

Es gibt durchaus auch die berechtigte Kritik dort und da, das ist keine Frage. Es wird immer Kritik geben, wenn man sich um neue Organisationsstrukturen und um neue Finanzierungsstrukturen bemüht. Der Herr Landeshauptmann hat sich selber sehr dafür eingesetzt, daß diese Ärztearbeitszeitregelung nicht nur eine bundeseinheitliche Regelung wird, sondern daß man auch zu individuellen Vereinbarungen auf regionaler Ebene kommen kann.

Hier sind alle Vorschläge erwünscht, hier gibt es sicher die Möglichkeit einer konstruktiven Kritik. Aber insgesamt, liebe Kolleginnen und Kollegen, Herr Landesrat, sehr geehrte Damen und Herren, glaube ich, sollten wir uns schon dazu bekennen, daß wir nicht Angst und Verunsicherung ausstrahlen, sondern daß wir im Prinzip stolz sein können, gemeinsam in diesem schönen Land zu leben, wo im Grund genommen es uns doch allen sehr gut geht. Dort wo Mängel sind, dort wo Fehler sind, sollte man in einer konstruktiven Zusammenarbeit versuchen, diese Mängel und Fehler zu beheben. Dort, wo eben Fehler vorhanden sind, sollen wir uns bemühen, diese Fehler entsprechend aufzuzeigen und Verbesserungen zu bewirken.

Die ÖVP-Fraktion bekennt sich zu diesen neuen Wegen der Finanzierung. Wir wissen, daß es noch viele Steine geben wird, die wir wegzuschaffen haben, aber insgesamt glaube ich, können wir feststellen, daß wir uns hier auf einem sehr positivem Weg befinden. (Beifall der ÖVP- und SPÖ-Abgeordneten)

 

Präsident Dr. Schreiner: Danke! Meine Damen und Herren! Es wurde nun der Vorschlag gemacht, noch Herrn Klubobmann Haider das Wort zu geben, dafür wird dann auf die Verlesung und die Debatte der dringlichen Anfrage der SPÖ verzichtet. Ich glaube, das wäre ein Vorschlag, dem wir nahetreten können. Die Fraktionen haben Kontakte untereinander gehabt. Bitte, Herr Klubobmann!

Abg. Haider: Herr Präsident! Meine Herren der Regierung!

Ich stehe hier heraussen nicht wie der Herr Primar Walter Thaler oder der Herr Universitätsprofessor Buchleitner, sondern ich stehe als Abgeordneter des Salzburger Landtages hier, und wenn der Herr Kollege Buchleitner davon spricht von Überheblichkeit, so glaube ich, ist er etwas traurig gewesen über den Mißerfolg, den seine Fraktion gehabt hat, aber sachlich fundiert war das sehr wenig.

Der Herr Kollege Thaler hat bedauert, daß die Jugendlichen hier diese Debatte miterleben müssen ... (Zwischenruf Zweiter Präsident Mag. Thaler: Das habe ich nicht, die Form habe ich bedauert.) ... Herr Kollege Thaler! Die Jugendlichen wissen genau, daß ein Landtag kein Mädchenpensionat ist, und daß im Landtag auch ab und zu etwas härtere Worte fallen. Aber lassen Sie mich zum Thema kommen.

Unsere Aufgabe ist es, meine Aufgabe auch, daß man Mißstände aufzeigt. Dazu stehe ich auch. Und ich werde jetzt versuchen, mit einigen Sätzen die Mißstände aufzuzeigen, die in der Bundesregierung in Wien, gerade was die Gesundheitsfinanzierung betrifft, passiert sind.

Ich fange noch einmal an mit den Sozialversicherungsanstalten. Ein Beispiel: Die österreichischen Sozialversicherungsanstalten haben 26.000 Beamte. Wissen Sie, daß die ganze EU - Brüssel und

Straßburg zusammen - 28.000 Beamte hat? Dann müssen Sie mir erklären, ob 26.000 Beamte unbedingt notwendig sind.

Ich zähle einen weiteren Mißstand auf. Den Mißstand, der zum Beispiel mit den Heilbehelfen jahrelang passiert ist, die um S 60,-- im Fernen Osten eingekauft wurden und von der Gebietskrankenkasse dann mit S 620,-- verrechnet wurden. Das sind Mißstände.

Ich zähle weiter auf den Mißstand, daß die Arzthonorierung nie in Angriff genommen wurde. Das ganze System in den Krankenanstalten, im speziellen im Mittelbau und bei den Turnusärzten ist aufgebaut auf Überstunden. Das ganz Honorierungssystem ist auf Überstunden aufgebaut. Und wenn das jetzt zum Tragen kommt, was da geplant ist, dann wird das ganz System auf dem Rücken des Mittelbaus und der Turnusärzte ausgetragen.

Die leistungsorientierte Krankenanstaltenfinanzierung war der Antrag der Freiheitlichen. Ich halte nach wie vor von dieser leistungsorientierten Krankenanstaltenfinanzierung sehr viel, weil ich glaube, wenn man an den richtigen Stellen spart, dann ginge es nicht so, wie der Kollege Griessner sagt, in erster Linie um die Finanzierung. Für uns geht es in erster Linie um die Versorgung der Patienten und erst in zweiter Linie um die Finanzierung.

Der Kollege Griessner hat hier heraussen gesagt: "Wir wissen, daß das nicht paßt, wir wissen, daß das nicht in Ordnung ist." Ja, wenn Sie das alles wissen, warum tragen Sie es nicht nach Wien, daß die Kollegen von Ihnen, die in der Bundesregierung sitzen, auch handeln? Es zu wissen alleine, ist für mich zu wenig.

Ich darf noch mit einigen Sätzen auf den Kollegen Buchleitner eingehen, was das Rettungswesen betrifft. Der Kollege Buchleitner hat wirklich keine Ahnung. Ich weiß, daß der Kollege Schnell nicht nur Hubschrauberpilot ist sondern auch ausgebildeter Ret-

tungsnotarzt. Und er weiß ganz genau, wovon er spricht, wenn er sagt, das Hubschrauberrettungswesen sollte das österreichische Bundesheer übernehmen. Er weiß ganz genau, wie gut die Piloten sind, die die österreichischen Bundesheerhubschrauber fliegen. Er weiß ganz genau, daß die jungen Ärzte, die teilweise in Reserve beim österreichischen Bundesheer tätig sind, im Reservecorps, teilweise auch noch dienen, daß die sehr wohl froh wären, wenn sie eine Notarztausbildung während der Zeit, während der sie ihren Präsenzdienst ableisten, machen könnten. Und dann erlaubt sich der Kollege Buchleitner, der wahrscheinlich das Gebirge noch gar nie gesehen hat, erlaubt sich wirklich hier zu sagen, das wäre ein Blödsinn. Seien Sie mir bitte nicht bös', aber das führt meines Erachtens zu weit.

Der Kollege Thaler spricht über den Kollegen Bleier und über die Urologische. Ich habe vor ein paar Tagen mit dem Kollegen Bleier ein längeres Gespräch gehabt. Der Kollege Bleier hat überhaupt kein Problem, das alles zu bewerkstelligen. Wissen Sie das? Der hat überhaupt kein Problem damit. Das ist das, was ich als Antwort von ihm bekommen habe. Und dann sagt der Kollege Thaler: Es ist wichtiger, eine Urologie, und zwar eine eigene Station, in Zell am See zu haben, als eine HNO. Haben Sie gehört, was der Herr Primarius Papst gesagt hat, als es laut geworden ist, daß die HNO verlegt wird? Ich habe es gehört. Er hat gesagt: "Es ist ein Wahnsinn, das ist unmöglich."

Aber dann darf ich noch zu allerletzt auf eines eingehen. Der Kollege Gasteiger hat hier heraussen gesagt, die Arbeitszeitregelung wäre wesentlich billiger zu machen, und hat indirekt damit für mich wiederum bewiesen, daß der Minister Hums in Wien wieder ein EU-Musterschüler nach vranitzkyschem Vorbild ist. Und genau diese Musterschülerschaft, die wir hier immer wieder erleben, kostet dem österreichischen Staat unwahrscheinlich viel Geld und

bringt im Endeffekt gerade in diesem Bereich den Patienten sehr wenig. (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke! Damit ist der Tagesordnungspunkt 2a abgeschlossen. Wir kommen zu

 

Punkt 3: Dringliche Anfragen

3.1 Dringliche Anfrage der Abg. Mag. Thaler, Dr. Firlei, Mag. Burgstaller und Oberndorfer an die Landesregierung betreffend die Einführung der leistungsorientierten Krankenanstaltenfinanzierung (LKF) und die Neuregelung des Arbeitszeitgesetzes für Ärzte - Nr. 77 der Beilagen

Die erste dringliche Anfrage der SPÖ ist wie vereinbart damit erledigt. Wir kommen zum zweiten

 

3.2. Dringliche Anfrage der Abg. Haider, Dipl.-Vw. Hofer, Blattl, Fritzenwallner, Höggerl, Hornegger, Dr. Lechenauer und Naderer gemäß § 75 Abs 1 der Geschäftsordnung des Salzburger Landtages an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger betreffend eine Landesförderung für die Firma Blizzard - Nr. 78 der Beilagen

Ich bitte die Frau Schriftführerin mit der Verlesung zu beginnen.

Abg. Margit Hofer: (verliest)

Präsident Dr. Schreiner: Danke, Sie haben die Anfrage gehört. Das Wort hat der Herr Landeshauptmann-Stellvertreter Gasteiger. Ich darf zuvor noch die Änderung der Geschäftsordnung in diesem Punkt bekanntgeben. Der Befragte und der Anfragesteller dürfen jeweils

zehn Minuten reden, alle anderen Damen und Herren nur fünf Minuten, und es ist Sorge zu tragen, daß innerhalb der 45 Minuten alle Fraktionen zu Wort kommen. Bitte, Herr Landeshauptmann-Stellvertreter.

LHStv. Dr. Gasteiger: Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten! Herr Klubobmann Haider!

Es ist Deiner Fraktion sicher bekannt, warum die Firma Blizzard vor eineinhalb Jahren in Konkurs gegangen ist. Die Ursache ist einfach zu erklären. In kurzer Zeit ist der Weltmarkt im Bereich der Schinachfrage um die Hälfte zurückgegangen, halbiert worden. Es ergaben sich erhebliche Überkapazitäten im Bereich der Schiproduktion. Die Absätze und Verkäufe gingen zurück und im Prinzip sind alle großen Schifirmen in erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Die einen wurden mit staatlicher Hilfe gerettet wie zB HEAD, HTM, andere wurden verkauft wie zB die Firma Atomic, und die Firma Blizzard konnte den Weg zum Konkursrichter nicht vermeiden.

Es hat sich daraufhin im Land die Chance ergeben, Blizzard am Leben zu erhalten und die Produktion und den Verkauf von Schiern fortzusetzen und zwar in einer Konstruktion, die darin bestand, daß die Firma Blizzard-Industrieanlagengesellschaft, eine indirekte Tochter von vier Salzburger Banken, die Anlagen erworben hat. Diese Anlagen wurden an zwei Betriebsgesellschaften vermietet, eine für Produktion, die andere für den Betrieb. Diese Betriebsgesellschaften wurden von Raiffeisen mit dem nötigen Kapital ausgestattet und haben sich verpflichtet, die Produktion und den Verkauf der Produkte fortzusetzen.

Insgesamt hat Blizzard am Höhepunkt des wirtschaftlichen Erfolges über 600 Mitarbeiter in Mittersill beschäftigt. Im letzten Jahr

konnten noch 300 Arbeitsplätze durch die beiden Betriebsgesellschaften gehalten werden. Es war aber nie die Absicht von

Raiffeisen bzw. nie die Absicht der Blizzard-Industrieanlagengesellschaft auf Dauer Eigentümer des Unternehmens zu bleiben bzw. Träger der Betriebsgesellschaften. Es war von Anfang an klar, daß die Gesellschaft, die Industrieanlagengesellschaft bzw. Raiffeisen nach einem Käufer suchen wird, der Interesse am Unternehmensstandort Mittersill und am Produkt hat, und der dann in der Lage ist, den Betrieb langfristig aufrechtzuerhalten.

Sie können sich aber vorstellen, daß es angesichts des Schiweltmarktes sehr schwierig war, einen solchen Interessenten zu finden. Es wurden viele angesprochen, es wurde ein aktives Unternehmenshunting betrieben. Es habe viele abgesagt und erklärt, daß sie in der derzeitigen Situation des Schiweltmarktes kein Interesse am Erwerb einer Schiproduktion hätten. Letztendlich ist es dann gelungen, die Firma Scott zu engagieren, die im Sportartikelsektor als Konzern tätig ist und die eine breite Produktpalette etwa im Golf, im Fahrradbereich, in anderen Bereichen anbietet. Und die Firma Scott konnte dann letztlich dazu gewonnen werden, die Firma Blizzard zu übernehmen. Scott sieht erhebliche Synergieeffekte im Vertrieb in Verbindung mit den anderen Produkten und hat daher im Standort Mittersill eine Chance gesehen, wobei neben Schiern verstärkt Snowboards von seiten der Firma Scott erzeugt werden sollen.

Die Verhandlungen dazu wurden nicht vom Land geführt, was klar ist, sondern von den Eigentümern der involvierten Gesellschaften. Das Land war informiert darüber, daß Käufer gesucht werden, war auch informiert darüber, daß Verhandlungen mit Scott stattfinden und hat auch die Informationen von seiten des Verkäufers bekommen, daß die Verhandlungen mit Scott zum Abschluß gebracht werden konnten.

 

Die Anfrage bezieht sich nunmehr auf die Frage nach dem Schicksal der Landesförderungen, wobei die Grundlage dafür in der Förderungsvereinbarung zu lesen ist. Die Bestimmung wurde zitiert, wurde korrekt zitiert. Das Land hat sich vorbehalten, die Förderung einzustellen, wenn bei einem Verkauf Verhältnisse entstehen, die dem landespolitischen Interesse widersprechen oder die eine Chance auf dauerhafte Sicherung des Unternehmensstandortes nicht ermöglichen.

Die Konstruktion zwischen den Eigentümern und Scott ist so vorgesehen, daß aus bilanztechnischen und anderen Gründen die Firma Scott den Betrieb im März des nächsten Jahres übernehmen wird. Das Land Salzburg ist derzeit in Verhandlungen mit der Firma Scott über die Frage der Übernahme der Landesförderung. Die Verhandlungen sind im Gang, sie sind noch nicht abgeschlossen. Es in diesen Verhandlungen die realistische Chance, daß einige zusätzliche Bereiche von Scott, wie etwa die Verwaltung, nach Mittersill geholt werden. Ich möchte das auch gerne mit der Fortführung der Landesförderung verbinden. Ich bitte aber um Verständnis, daß ich über die derzeit laufenden Verhandlungen momentan nicht mehr sagen möchte. Wir wissen, daß Verhandlungen dieser Art durch vorzeitige Veröffentlichungen mehr geschadet als genützt wird.

Was nun die konkreten Fragen der freiheitlichen Fraktion betrifft, so kann ich die Frage 1 mit ja beantworten. Ich wurde informiert, daß Verhandlungen mit Scott stattfinden und ich habe auch einige Tage vor der Veröffentlichung erfahren, daß diese Verhandlungen zu einem Abschluß gekommen sind.

Den Vertrag zwischen Raiffeisen und Scott kenne ich im Wortlaut derzeit nicht. Dieser Vertrag wird aber Gegenstand auch der Verhandlungen sein, die derzeit geführt werden.

 

Die Frage nach der Zukunft der Förderungen ist, wie ich bereits dargestellt habe, offen. Ich habe Scott angeboten, die Förderungen fortzusetzen, das wird aber von den Konditionen abhängen, die Scott in Verbindung mit der Übernahme der Förderungen offeriert. Die Frage 4 ist im Sinne von 3 derzeit nicht zu beantworten. Die Verhandlungen sind im Gang.

Und die Frage 5 kann wohl nur polemisch verstanden sein, denn es müßte dem Klubobmann Haider als Unternehmer bekannt sein, daß es dem Land nicht möglich ist, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um allenfalls nach der Übernahme durch Scott eine Teilverlagerung eines Betriebes zu verhindern. Aber ich kann schon verstehen, daß die Frage durchaus so polemisch gemeint ist, damit der Herr Klubobmann dann hinausgehen kann und den Leuten sagen: Das Land garantiert nicht einmal die Sicherheit der Arbeitsplätze in den nächsten 100 Jahren. Aber Du stellst ja auch nicht die Frage, Wolfgang Haider, ob das Land die Sicherheit der Arbeitsplätze in Deinem Betrieb garantiert. Das mußt Du selbst tun als Unternehmer.

Und ich darf Dir versichern, daß das Land im Zusammenhang mit seinen Förderungen natürlich Klauseln einschalten wird, die vorsehen, daß Förderungen zurückgezahlt werden müssen, falls es zu einer Verlagerung des Betriebs kommt. Wenn in einer solchen Klausel ein ausreichender Anreiz geboten wird, daß der Betrieb auch dann bleibt, wenn andere betriebswirtschaftliche Grundsätze dagegen sprechen, dann wäre das Ziel damit erreicht.

Ich bin aber bei so schwierigen Fragen nicht dafür, die Dinge polemisch zu diskutieren und polemisch zu verhandeln, sondern wir sollen in einem Land, daß vom Grundsatz der sozialen Marktwirtschaft getragen ist, wobei der Schwerpunkt auf Marktwirtschaft liegt, der Bevölkerung nicht suggerieren, daß die öffentliche

Hand Wundertaten gegen betriebswirtschaftliche Grundsätze erzielen kann.

Ich führe einen Teil des Unverständnisses der Arbeiterschaft und der Öffentlichkeit im Zusammenhang mit Traiskirchen darauf zurück, daß der Bundeskanzler in drei Verhandlungsrunden den Anschein erweckt hat als könnte er die Dinge beeinflussen, und als könnte er die Abwanderung verhindern, was ihm letztendlich nicht gelungen ist. Und ich glaube, aus dieser Differenz zwischen Anspruch und Wirklichkeit sind einige Glaubwürdigkeitsprobleme in den letzten Monaten entstanden. Ich möchte nicht, daß in Salzburg ähnliche Glaubwürdigkeitsprobleme entstehen. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Nächste Wortmeldung, Herr Klubobmann Haider!

Abg. Haider: Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Kollege Dr. Gasteiger!

Ich bedanke mich für die Anfragebeantwortung und darf aber doch einige wenige Anmerkungen dazu machen. Ich darf direkt auf die Anfrage eingehen und nachfragen, mit wem die Verhandlungen, die das Land derzeit führt, geführt werden. Werden Sie mit den derzeitigen Geschäftsführern der Firma Blizzard geführt oder mit den Vorstandsmitgliedern der Firma Scott? Weil ich glaube, daß hier schon ein großer Unterschied ist, und Sie werden oder Du wirst mir sicher Glauben schenken, wenn ich Dir sage: im Grund genommen geht es bei dieser Frage einzig und allein darum, ob Mittersill als Standort gesichert werden kann, ob die schon um 50 % reduzierten Arbeitsplätze - das war klar, in der Hochkonjunktur damals hat man auch genügend paar Schi verkaufen können, da hat man auch mehr Arbeiter gebraucht -, ob diese 300 Arbeitsplätze 100%ig gesichert werden können.

Wenn Du sagst, es ist nicht möglich, einzugreifen, so möchte ich sagen: vertraglich absichern kann man sich immer. Ausgenommen das Land sagt, es gibt keine weiteren Förderungen, dann ist die vertragliche Absicherung nicht mehr möglich. Aber wenn es schon Verhandlungen gibt, so möchten wir Freiheitlichen Dir in die Verhandlungen mitgeben, daß nicht die, wie Du glaubst, polemisch gestellte Frage "Schicksal á la Semperit" Wirklichkeit wird. Wir wollen wirklich nicht das Semperitschicksal erleiden, denn da sind wir gebrannte Kinder. Aber es geht nicht nur um Semperit, es gäbe auch viele andere Bereiche. Ich glaube, ich brauche nicht dazu da zu sein, die hier alle aufzuzählen. Aber Semperit war das jüngste Kind, das mit vielen, vielen, vielen Steuermillionen zuerst subventioniert wurde, und zwar die Firma Conti, und dann hat man einfach die Arbeitsplätze abgebaut, die Maschinen fängt man heute an abzubauen. Die Arbeitsplätze werden reduziert, und die Familien stehen vor dem Ruin. Das darf uns im Oberpinzgau nicht passieren. Hier müssen wir alles daransetzen, daß dieser Standort Mittersill, diese 300 Arbeitsplätze gesichert sind, weil jeder von uns weiß, daß der Oberpinzgau eine Krisenregion ist, daß es im Oberpinzgau wirklich sehr schwer ist, Arbeitsplätze zu schaffen, Firmen anzusiedeln.

Die versprochenen 420 Arbeitsplätze, die Du hier von diesem Platz aus am 28. Mai 1994 allen Mitgliedern des Salzburger Landtages versprochen hast, sollte Österreich der Europäischen Union beitreten, diese 420 Arbeitsplätze habe ich bis heute nicht gesehen. Und ich will nicht haben, daß diese 300 Arbeitsplätze, die bestehend sind, daß die ins Wanken geraten; Und schon gar nicht, wenn nur ein einziger Groschen Steuergeld an Förderungen nach Mittersill wandert. Wenn wir Steuergelder hinzahlen an Förderungen, dann muß uns auch garantiert werden, daß die 300 Arbeitsplätze erhalten bleiben und der Standort Mittersill gesichert ist ...

(Zwischenruf Abg. Dr. Burtscher: Auf welche Zeit würden Sie das machen?) ... Das muß vertraglich abgesichert werden. Bitte? ...

(Zwischenruf Abg. Dr. Burtscher: Zehn Jahre, 20 Jahre?) ... Zumindestens zehn Jahre. Was mich wundert ist, daß Du gesagt hast, das Wirtschaftsressort hat keinen Einblick in den Vertrag zwischen Raiffeisenverband und Firma Scott. Ich stelle eine weitere Frage: Hat die Tech-Invest hier Einblick in irgendeiner Weise? Nachdem Du ja dort auch Aufsichtsratvorsitzender bist, würde mich auch das interessieren. Und wenn Du, das wäre für mich noch offen und für mich auch noch wichtig ist zu wissen, weil ich einfach glaube, daß es notwendig ist, ... (Zwischenruf Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger: Du solltest wissen, Du bist ja Angehöriger seit zweieinhalb Jahren des Landtages, ich habe keine Funktion bei der Tech-Invest.) ... Gibt es da irgend so eine Funktion, die Du da hast, ganz sicher, in der Techno-Z oder, nein, das ist alles so eine verschachtelte Firma. Aber ich weiß, daß Du allein aufgrund dessen, daß Du Regierungsmitglied bist, aufgrund dessen, daß Du zuständiges Regierungsmitglied bist, bist Du in einer Funktion dort, da bin ich mir ganz sicher. Und zwar in dem, wie heißt der, da gibt es so einen, ich werde Dir bei nächster Gelegenheit genau sagen, wo Du dort Mitglied bist. Ich werde es Dir sagen. ... (Zwischenruf Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger: Ich bin dort Mitglied eines Beirates.) ... Ja, siehst, darum sage ich ja, Du hast eine Funktion. ... (Zwischenruf Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger: Aber nicht Aufsichtsratvorsitzender.) ... Na gut, Beirat, Du bist dort Vorsitzender im Beirat. Ob wir das jetzt Aufsichtsrat oder Beirat nennen, über das streite ich mich mir Dir jetzt nicht. Bei den Krankenanstalten gibt es jetzt auch zuerst eine Kommission und einen Beirat, mein Gott nein, es ist halt so. Aber ich weiß, daß Du dort eine Funktion hast. Du hast gerade vor zwei Minuten gesagt, Du hast keine. Du hast nachgedacht, Du hast eine.

Und daher möchte ich wissen, ob Du vielleicht über diese Funktion in Erfahrung bringen kannst, wie dieser Vertrag ausschaut, weil gemunkelt wird hier sehr viel. Und wenn es stimmt, daß die Firma Scott vom Raiffeisenverband die Firma Blizzard so günstig gekauft

hat, daß die teuerste Maschine mehr wert ist als der Kaufpreis, dann bin ich der Meinung, dann sollte man sich die Förderungen, wenn es keine Standortgarantie und keine Arbeitsplatzgarantie gibt, gut überlegen. (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke! Nächste Wortmeldung, Herr Klubobmann Griessner! Jetzt beginnen die Fünf-Minuten-Parts.

Abg. Ing. Griessner: Hohes Haus! Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren!

Auch als Abgeordneter des Bezirkes Pinzgau bin ich sehr froh darüber, daß die Firma Blizzard erhalten bleibt und damit auch die Arbeitsplätze in dieser Region erhalten bleiben. Wir wissen alle, daß gerade der Oberpinzgau zu den wirtschaftlich schwächeren Regionen unseres Landes gehört und daß es dort sehr schwer ist, neue Arbeitsplätze zu schaffen und es sehr schwer ist, für Arbeitnehmer entsprechende, eine entsprechende Auswahl hinsichtlich der Arbeitsplätze vorzufinden. Wir sind daher schon sehr froh darüber, daß es zu einer Einigung in den Verhandlungen zwischen Raiffeisenverband und der Firma Scott gekommen ist, in der Weise, daß die Firma Blizzard erhalten bleibt, daß der Standort Mittersill gesichert ist, und daß weiterhin 300 Arbeitsplätze in dieser Region vorhanden sind.

Und es ist halt so, sehr geehrte Damen und Herren, daß hier die Politik sich immer im Zwiespalt befindet und immer in Kritik stehen wird. Einerseits fordert man die Politik auf, mit entsprechenden finanziellen Mitteln dazu beizutragen, daß Arbeitsplätze entweder erhalten oder neu geschaffen werden. Geht es dann mit einem Betrieb einmal schief, dann kommt sofort die Kritik darüber, warum hat man überhaupt gefördert.

Und gerade die Argumentation des Kollegen Klubobmann Haider verwundert mich eigentlich ein wenig, weil er selber als Unternehmer

weiß, was Garantien letzten Endes, wenn man ehrlich darüber diskutiert in diesem Bereich, wert sein können. Sie können unter Umständen bei durchaus gutem Glauben und guter Meinung mit aller Bemühung schiefgehen. Wenn sich die wirtschaftliche Situation für einen Betrieb derartig verschlechtert, daß er eben nicht mehr ordentlich produzieren kann, daß er keine Absätze mehr zu verzeichnen hat, daß er sein Produkt nicht mehr verkaufen kann, vor allem um einen zumindestens kostendeckenden Preis verkaufen kann, dann nützten alle Garantien, sehr geehrte Damen und Herren, nichts, dann wird es sich nicht rechnen und die Arbeitsplätze können in Gefahr geraten.

Natürlich sind auch wir daran interessiert, wenn es möglich ist, über einen längeren Zeitraum eine Garantie für den Standort Mittersill, die Garantie für einen Betrieb, die Erhaltung eines Betriebes zu bekommen. Wir sollten aber ehrlich sein und wissen, was letzten Endes so eine Garantie wert ist. Wenn wir gemeinsam dazu beitragen können, daß dieser Standort auch weiterhin gesichert ist, dann werden wir sicher einen sehr sehr großen positiven Beitrag zur Arbeitsplatzsituation im Oberpinzgau beitragen können. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke! Nächste Wortmeldung, Herr Landesrat Dr. Schnell! Ebenfalls fünf Minuten!

Landesrat Dr. Schnell: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus!

Von Ehrlichkeit war die Rede, Herr Kollege Griessner. Diese Ehrlichkeit hören wir schon seit Jahren. Diese Ehrlichkeit haben wir bei HTM gehört, haben wir bei Semperit gehört, haben wir bei Atomic gehört. Der Herr Kollege Gasteiger hat uns mitgeteilt, daß HTM gerettet wurde. Na bitte, was ist denn passiert? Zuerst hat man mit Steuermitteln die Preise gesenkt, der Herr Beppo Mauhart mit Steuermitteln, hat Blizzard, Atomic und die anderen Schifir-

men in den Ruin getrieben und dann hat man den Betrieb verscherbelt und nicht gerettet, Herr Kollege Gasteiger! Zum Ersten.

Zum Zweiten: Atomic, Herr Kollege Gasteiger, und Sie waren bei der Regierungssitzung anwesend, als Kollege Landesrat Thaller und ich die Fragen gestellt haben, die der Alpenländische Kreditorenverband schriftlich niedergelegt hat. Stimmt es, daß der Konkurs nicht aus wirtschaftlichen Gründen geführt wurde? Es wurde vom Masseverwalter und vom Konkursrichter eindrucksvoll bestätigt. Stimmt es, daß der Konkurs zu einem Zeitpunkt eingebracht wurde, als der Betrieb um eine 30% höhere und bessere Auftragslage als all die Jahre zuvor gehabt hat? Vom Masseverwalter, vom Konkursrichter bestätigt. Stimmt es, daß der Privatkonkurs am selben Tag eingebracht wurde und zur selben Stunde wie der Konkurs des Betriebes, Herr Kollege Gasteiger? Und Sie sagen, da hat man nichts machen können. Wo war da die Wirtschaftspolitik Salzburgs, die diesem Unternehmen geholfen hätte, wo etwas stattgefunden hat, was wirtschaftlich widerlich und nach Bankenpolitik riecht, die rein parteipolitisch orientiert war?

Und jetzt zu Scott, Herr Kollege Gasteiger. Wir haben mit wenigen Informationen in der Regierung hier einen Förderungsvertrag unterzeichnet. Wir haben diese beschlossen, um hier Arbeitsplätze im Oberpinzgau zu retten, zu halten. Nur, Herr Kollege Gasteiger, wo ist Ihre Verantwortung, wenn wir in den Medien vernehmen, daß dieser Betrieb verkauft wurde? Wo sind Sie bitte, wenn ich höre, daß der Vertrag bereits abgeschlossen wurde zwar erst später in Kraft tritt, aber bereits unterzeichnet wurde. Sie haben als Regierungsmitglied, hier wirklich zu handeln. Sie haben zumindest - nicht hier in der Öffentlichkeit, da gebe ich Ihnen schon Recht - über den Kaufpreis zu reden. Aber Sie haben die anderen Regierungsmitglieder, die diesen Vertrag unterschrieben haben, zu informieren. Und dazu wäre es höchste Zeit, Herr Kollege Gasteiger.

 

Ich lese es Ihnen vor: "Die Förderung kann eingestellt werden, wenn sich die Rechtsverhältnisse zwischen dem Besitzer und den Betreibergesellschaften, zwischen innerhalb oder bzw. innerhalb der Betriebsgesellschaften ändern, und nachteilige Auswirkungen auf den Produktionsstandort haben könnte." Gut, wenn der Standort gesichert ist, gebe ich Ihnen Recht, dann werden auch wir wieder mitstimmen, daß wir hier die Arbeitsplätze halten. Aber wir haben genug Beispiele, von Semperit angefangen bis viele viele andere Beispiele, Herr Kollege Gasteiger, wo all das eben nicht funktioniert hat. Wo uns die, die die Gewalt und die Macht im Lande haben, immer versprochen haben: wir halten die Arbeitsplätze, wir halten den Betriebsstandort, und letztendlich werden jetzt bitte die Maschinen in Semperit gerade ausgebaut. Gerade zu diesem Zeitpunkt werden die Maschinen in Semperit, Herr Kollege Gasteiger, abgebaut. Wer garantiert uns, daß nicht auch die Produk-

tionsmaschinen bei Blizzard abgebaut werden?

Dafür haben Sie zu sorgen, haben uns Regierungsmitglieder zu informieren, um eine Politik zu machen, die die Arbeitsplätze wirklich hält und nicht irgend jemand fördert, von dem wir nicht wissen, was er in Zukunft vorhat. (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke! Nächste Wortmeldung, Herr Klubobmann Dr. Burtscher!

Abg. Dr. Burtscher: Sehr geehrte Damen und Herren!

Nach dem volkswirtschaftlichen Exkurs des derzeit nicht aktiven Landarztes Schnell darf ich zur Anfrage zurückkommen und zum Kollegen Gasteiger einige Anmerkungen geben. Kollege Gasteiger, es ist schon richtig, daß die Schiindustrie insgesamt in Schwierigkeiten geraten ist. Aber wenn Sie die Situation schildern im Zusammenhang mit Blizzard oder auch im Zusammenhang mit anderen aber insbesondere mit Blizzard, dann darf man doch nicht übersehen, daß hier Ende der Achtzigerjahre krasse unternehmerische

Fehlentscheidungen getroffen worden sind, und daß die Firma, und auch, und auch damals unter Zuspruch der Gewerkschaftsführung im Bundesland Salzburg, indem Überkapazitäten, die schon damals erkennbar waren, geschaffen worden sind. Und dies und dann unter dem Hinweis auf das sogenannte unternehmerische Risiko in dem Raum zu stellen, und wieder außer Acht zu lassen, daß sich hier evident erwiesen hat, daß man dieses Risiko dann nicht tragt sondern, wenn der Risikofall eintritt, das Risiko sozialisiert, das heißt auf die Allgemeinheit, auf die betroffenen Arbeitnehmer, auf die Gläubiger oder eben auch auf die öffentliche Hand ablädt, das muß man miterwähnen. Und so muß man dann auch Ihre Zitierung der sozialen Marktwirtschaft immer wieder neu hinterfragen. Worauf liegt denn dann die Betonung - auf sozial oder auf Marktwirtschaft? Und nehmen wir das je nach Belieben heran, daß wir immer dann, wenn es uns recht ist, sagen: Ja, da hat der Markt gesprochen. Und immer dann, wenn wir meinen, wir müssen jemanden zu Willen sein, jemanden die Gunst, unsere Gunst zuwenden oder seine Gunst erwerben, dann legen wir den Punkt auf das Attribut sozial.

Herr Kollege Gasteiger! Genau das machen die Freiheitlichen. Die nehmen sich das nach Belieben heraus. Und davon sollten wir uns unterscheiden. Denn das ist leicht, das ist leicht, hier in den Raum zu stellen und zu sagen: "Wenn dort nur ein Schilling öffentliche Förderung hineingeht, dann wollen wir eine Bestandsgarantie für zehn Jahre." Ja, Herr Kollege, Herr Kollege Haider, zeigen Sie mir mal diesen Betrieb, der Ihnen für einen Steuerschilling zehn Jahre Bestandsgarantie für 300 Arbeitskräfte gibt. Wenn Sie mir den zeigen und wenn Sie mir den auch im Oberpinzgau zeigen, den Arbeitnehmern zeigen, dann gratuliere ich Ihnen. Aber so, wie Sie das hier heraussen präsentieren, ist das nur wiederum diese permanente Wiederholung des Widerspruchs in sich. Sie sind auf der einen Seite die radikalen Befreier und reden hier auf der anderen Seite einer Reglementierung, einem Eingriff in das Unternehmen das Wort. Und das ist der Widerspruch, den Sie praktizie-

ren und den wir, ich kann mich hier dem Kollegen Buchleitner nur anschließen von vorher, den wir in Ihrer Argumentation in schon der Vergangenheit immer wieder aufgedeckt haben, und in der Zukunft weiterhin Schritt für Schritt aufzeigen werden.

Es wird sich in diesem Zusammenhang - und den Beweis muß der Kollege Gasteiger erst erbringen, aber er hat hier glaubhaft dargestellt, daß die Verhandlungen im Laufen sind -, es wird sich er-weisen, ob diese Förderung eine Förderung des Raiffeisenverbandes gewesen ist oder bleiben soll, oder ob es tatsächlich eine vorübergehende Unterstützung ist, um einem Betrieb aus der Talsohle herauszuhelfen. Dann hat sie Sinn. Und dann sind auch in Vereinbarungen Bedingungen zu knüpfen und dann müssen auch die Vertragspartner auf solche Bedingungen einsteigen.

Für uns heute war die Beantwortung dieser Anfrage zunächst einmal zufriedenstellend, wenngleich die Rolle von Raiffeisen in der gesamten Kausa und Historie Blizzard eine ist, die nach unternehmerischen, betriebswirtschaftlichen und allgemein wirtschaftlichen Gesichtspunkten kein Ruhmesblatt für dieses Bankenkonsortium ist. (Beifall der BL-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke! Nächste Wortmeldung, der Herr Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger!

LHStv. Dr. Gasteiger: Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten!

So wie schon in der Diskussion über die neue Krankenanstaltenfinanzierung hat der Kollege Dr. Schnell versucht, Sachargumente durch laute Töne, durch Polemik, durch Aggression und durch Geschrei zu ersetzen. Das scheint ein durchgehendes Muster seiner heutigen Argumentation und seiner heutigen Laune zu sein. Wir aber wissen alle, daß diese Art der Polemik, diese Art der Aus-

einandersetzung niemandem nützt. Vielleicht dem Dr. Schnell, vielleicht fühlt er sich wohl, damit vielleicht kriegt er daraus das Gefühl, etwas zu bewirken und etwas weiterzubringen. Die Wirklichkeit ist ganz ganz anders.

Fragen wie die Existenzsicherung eines Industriebetriebes, die werden am Verhandlungstisch geführt und nicht in der Landtagspolemik. (Beifall der ÖVP- und SPÖ-Abgeordneten) Fragen dieser Art sind zurückhaltend, vorsichtig zu behandeln unter Rücksichtnahme auf den Betrieb, unter Rücksichtnahme auf die Mitarbeiterschaft im Wissen, daß polemische öffentliche Diskussionen einem Betrieb immer schaden und ihm überhaupt nie nützen können. Aber zu dieser Art von Verantwortungsbewußtsein ist der Herr Kollege Dr. Schnell offensichtlich nicht bereit.

Er hat auch nicht ausgeführt, was seine weitschweifigen Exkurse zum Thema Semperit mit dem konkreten Fall Blizzard zu tun haben. Er hat uns nicht erklärt, wie er die Frage des Atomic-Konkurses sieht, wenn dort wirklich etwas derartiges passiert wäre, was er hier angedeutet hat, dann müßte er sich an den Strafrichter wenden und eine entsprechende Anzeige beim Strafgericht einbringen. Und zwar strafgerichtliche Anzeige gegen die beteiligten Banken, strafgerichtliche Anzeige gegen den Masseverwalter, strafgerichtliche Anzeige gegen den Konkursrichter. All das ist damals nicht erfolgt, was beweist, daß hier schlicht und einfach Polemik betrieben wird mit Viertelwissen, mit Halbwissen, ohne Wissen, nur im Versuch Wirbel zu erzeugen, nur im Versuch Verunsicherung zu produzieren, nur im Versuch vielleicht denen, die da sitzen, den Regierungskollegen irgend etwas anzuhängen. Obwohl auch der Arzt Dr. Schnell weiß, daß das Land im Konkursverfahren bei der Firma Atomic keine wie immer geartete behördliche oder richterliche Funktion hatte und daß das Land im Konkursverfahren in keiner Weise am Tisch derer saß und sitzen konnte, die nach der österreichischen Rechtsordnung diese Frage zu entscheiden hatten.

Ich hätte das dem Kollegen Dr. Schnell gerne selbst gesagt. Aber er ist zufrieden damit, seine polemischen Äußerungen hier abzuladen. Ich sage das wörtlich "abzuladen", seinen Frust abzuladen über irgendwelche Dinge und dann zu gehen, wenn die Antwort auf seine polemischen Abladungen hier im Salzburger Landtag erteilt wird. (Beifall der ÖVP- und SPÖ-Abgeordneten)

Was die Firma Blizzard betrifft, so darf ich dem Salzburger Landtag versichern und ich hoffe, Sie nehmen es mir ab. Ich werde alles dazu tun, was ich kann, um mit Hilfe unserer Förderungszusage eine möglichst große Garantie für den Standort in Mittersill zu erreichen. (Beifall der ÖVP- und SPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke! Nächste Wortmeldung, Herr Abg. Rainer!

Abg. Rainer: Herr Präsident! Meine sehr geschätzten Damen und Herren!

Polemik kennt offensichtlich keine Grenzen, schon gar nicht, wenn sie von der Freiheitlichen Seite betrieben wird. Für mich hat sie in dieser Frage das Maß des Erträglichen auf alle Fälle überschritten. Hier wird einfach ganz leichtfertig versucht, ganz billig versucht, den Arbeitnehmern zu suggerieren, man mache sich Sorgen um ihre Zukunft. Tatsache ist, daß man hier versucht, politisch zu punkten mit etwas, was glaube ich alles andere als zulässig ist. Auch nicht in der Politik, denn es geht hier um Arbeitsplätze, um Arbeitnehmer, um Menschen und um deren Schicksale. Und ich glaube, man sollte in der politischen Diskussion doch immer schauen, wie weit man den Grad des Erträglichen hier einhält und in dieser Frage erscheint er auf alle Fälle überschritten. Es geht nämlich einfach um die Tatsache, daß jeder weiß, daß wir froh sein können, daß sich ein Betrieb gefunden hat, der Blizzard Mittersill übernommen hat. Das steht außer Fra-

ge. Da geht es also nicht darum, daß sich jemand etwas holen will, sondern wir haben in Wirklichkeit hier die Wartestellung gehabt in der Hoffnung, daß jemand kommt, den Betrieb zu übernehmen.

Wer nur in Ansätzen die Situation der Schiindustrie kennt, der weiß, daß es hier seit Jahren derartige Überkapazitäten gibt, daß es ohne weiteres möglich oder vielleicht sogar notwendig wäre, international für den Markt gesehen, die Produktion zu drosseln, und die Drosselung der Produktion folgt ja bekanntlich in Form von Betriebsschließungen. Das heißt, es liegen derzeit mehr als 10 Mio. Paar Schi weltweit auf Halde; das heißt, es könnten einige Betriebe schließen und der Weltmarkt würde ohnehin weiter versorgt werden können.

Deshalb hat auch die Schiindustrie begonnen, auf andere Produkte zu setzen. Nur hier gibt es dieselbe Entwicklung. Der Snowboardboom führt derzeit in eine Richtung, daß die nächste Katastrophe vorgezeichnet ist. Es lauft auch dort bereits eine permanente Überproduktion, und der Preis geht auch in diesem, mit diesem Produkt bereits in den Keller. Es ist also nur eine Frage der Zeit, daß wir das Fiasko Alpinschi auf der Ebene Snowboards miterleben werden. Und dasselbe gilt also für die sogenannten Inline-Skater.

Das heißt, wir müssen eigentlich froh sein, daß es jemand gibt, der noch versucht, hier in den Markt einzudringen. Das gilt für Atomic mit dem finnischen Konzern AMA genauso wie mit Blizzard und der Firma, und dem Konzern Scott. Die Realität ist einfach, daß wir politisch keine Garantien erzwingen können. Wir können sie fordern, das ist meiner Ansicht nach in dieser Frage Polemik, aber in Wirklichkeit können wir keine Garantien erzwingen, weil wir in dieser Frage den Konzernen tatsächlich ohnmächtig gegenüberstehen. Das ist einfach eine Tatsache und wir können in Wirk-lichkeit nur Danke sagen, wenn sie bereit sind, hier zu investie-

ren und versuchen, etwas daraus zu machen. Und wenn es in fünf Jahren diesem Konzern nicht gefällt, dort weiter zu produzieren, dann wird er dort seine Maschinen abbauen, und ich frage die Freiheitlichen, was sie tun werden, wenn das tatsächlich passiert.

Nicht die Verantwortung immer auf andere abzuschieben, das ist zu einfach, wir müssen gemeinsam und das wäre das Ziel in unserer Politik, gemeinsam versuchen, dem entgegenzusteuern. Nur dem Anderen vorzuwerfen oder vorzuschreiben, daß er dies machen soll, ist zu wenig. Es müssen konkrete Lösungsvorschläge auf den Tisch.

Und wenn es darum geht, einen Betrieb mit 300 Beschäftigten in Mittersill zu halten, und das nur möglich ist mit öffentlicher Subvention, dann müssen wir als politisch Verantwortliche bereit sein, diese öffentliche Subvention zu geben. Das ist passiert und hat letztlich Blizzard das Überleben dort oben in Mittersill ermöglicht. Und das glaube ich, muß man anerkennen und die Zukunft ist mit einem großen Fragezeichen zu versehen. Das ist die Tatsache. (Beifall der SPÖ- und ÖVP-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke! Damit ist diese dringliche Frage abgeschlossen. Ich rufe auf die nächste

 

3.3. Dringliche Anfrage der Abg. Dr. Burtscher, Dr. Hochreiter und Dr. Meisl an die Landesregierung betreffend die raumordnungsrechtliche Ermöglichung eines Garteneinkaufszentrums in Thalgau und die damit verbundenen Arbeitsplatzverluste - Nr 79 der Beilagen

Bitte, Herr Schriftführer!

Abg. Fritzenwallner: (verliest)

Präsident Dr. Schreiner: Danke! Zu Wort gemeldet der Herr Landeshauptmann!

Landeshauptmann Dr. Schausberger: Hohes Haus! Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Selbstverständlich gebe ich sehr gerne Antwort auf diese Anfrage. Vor allem auch deshalb, weil ja das Ziel und die Vorgangsweise gestern in der Salzburger Landesregierung einstimmig beschlossen worden sind. Ich verstehe, Herr Kollege Burtscher, auch gewisse Schwierigkeiten der Bürgerliste mit solchen Themen, weil der Bürgerliste ja auch die Themen ausgehen. Wenn man sich die Präambel dieser Anfrage anschaut, dann sollte man doch festhalten, daß es nicht auf Kosten der Seriosität oder in Richtung von Desinformation und falsche und halbe Informationen gehen sollte, wenn einem die Themen ausgehen.

Meine Damen und Herren, lassen Sie mich ein paar Vorbemerkungen machen, bevor ich auf die konkreten Frage komme. Ich glaube, die Schwierigkeiten in all diesen Fragen Wirtschaft und Arbeitsmarkt haben sich gerade heute in der Frühmeldung im ORF sehr deutlich herausgestellt. Da wurde über das Projekt Dehner berichtet und lang und breit eine kritische Stellungnahme zur Absicht der Ansiedlung der Firma Dehner gebracht, eine sehr kritische Meinung zur Vorgangsweise und zur Absicht der Landesregierung. Und gleich darauf kam die nächste Meldung über eine Veranstaltung, glaube ich in der Arbeiterkammer, über das Buch "Globalisierungsfalle", wo man auf die Probleme mit der Sicherung der Arbeitsplätze hinwies und wo man auf die Gefahr hinwies, daß immer mehr Betriebe aus Salzburg oder aus unseren Bereichen absiedelt.

Und da sieht man schon das Spannungsfeld, das hier herrscht und das sich auch in dieser Frage sehr deutlich manifestiert. Ich darf einmal sehr deutlich sagen, daß es hier die ganz seltene Chance gibt, meine sehr geehrten Damen und Herren, die heute ja

fast nicht mehr gegeben ist, daß sich ein Betrieb ansiedeln will. Und zwar in einem Bereich im östlichen Flachgau, wo es ohnehin gewisse Probleme gibt und wo wir es mit rund 2.000, 2.500 Pendlern zu tun haben, und wo auch von der Raumordnungsabteilung in ihrem Bericht sehr deutlich dargestellt wurde, daß es dort an einem Zentralort fehlt. Würde es einen solchen Zentralort geben, dann würde das eine sehr wesentliche Milderung gerade auch der Pendlerproblematik in die Landeshauptstadt geben.

Wir haben es hier, meine Damen und Herren, mit einem Betrieb zu tun, der zwar von der Größe her als Einkaufszentrum zu qualifizieren ist, der aber von seiner Art her durchaus etwas ganz anderes ist. Drei verschiedene Betriebsteile mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von S 70 Mio. sollen in der Gemeinde Thalgau errichtet werden. Und ich möchte sehr deutlich sagen, weil auch in den Medien immer nur von einem Gartencenter die Rede ist. Und das stimmt eben nur zu einem Teil, maximal zu einem Drittel. Denn, meine Damen und Herren, Dehner plant hier erstens die kaufmännische Verwaltung für ungefähr zehn bis 15 Verkaufsniederlassungen in Österreich. Und jetzt darf ich Ihnen sagen, wieweit Dehner in Österreich schon entweder Fuß gefaßt hat oder beabsichtigt Fuß zu fassen. Ein Gartencenter in Linz besteht bereits, zwei Standorte in Wien sind im Bau, ein Standort ist in Hohenems in Bau, in Innsbruck und in Klagenfurt steht Dehner vor dem notariellen Abschluß. In St. Pölten und Wels sind die Grundstücke erworben und wird im nächsten Jahr begonnen werden, Kollege Burtscher. Der Standort Graz für Dehner ist gesichert, die Genehmigung erfolgt in 14 Tagen, und in Wiener Neustadt ist man vor dem Abschluß. Und für alle diese Betriebe, meine sehr geehrten Damen und Herren, und es werden letztendlich zehn oder 15 sein, will man nun in Salzburg die Verwaltungszentrale machen, das heißt Buchhaltung, Marketing, Werbung, Personal und die Geschäftsführung Österreich. Ich darf bei der Gelegenheit nur noch anführen zur Information, daß die Firma Dehner in Rain am Lech in einem Ort mit 7.500 Einwohnern in Deutschland in der kaufmännischen und technischen Zen-

trale 1.000 Mitarbeiter hat für die 63 Betriebe in der Bundesrepublik Deutschland.

Es soll also erstens die kaufmännische Verwaltung dort hinkommen. Es soll zweitens der technische Betriebsteil hinkommen und das Lager zur Belieferung aller anderen österreichischen Betriebsstellen. Und die kaufmännische Verwaltung plus technischer Betriebsteil sollen gemeinsam in der ersten Ausbaustufe 75 Ganzjahresarbeitsplätze umfassen, damit ist eine Frage zum Teil schon beantwortet, und dazu sollen noch zehn Ausbildungsarbeitsplätze, also Lehrlinge kommen.

Und der dritte Bereich und erst der dritte Bereich, das muß ich sagen, ist dann das Gartencenter mit zwischen 40 und 45 Mitarbeitern und zwar Ganzjahresarbeitsplätzen. Ich kann mich nur darauf berufen, was der Betrieb uns in seinen Planungen mitteilt. Insgesamt stellt also Dehner für das Projekt Thalgau 130.000 Ganzjahresarbeitsplätze in der ersten Phase, in der ersten Phase ...

(Zwischenruf Abg. Dr. Burtscher: Das wäre sensationell, 130.000, das wäre sensationell!) ... Entschuldigung, 130, natürlich. Herr Kollege Burtscher, das wäre nicht nur sensationell, da würde ich mich nicht dafür aussprechen. Ich hoffe, es wird Dir vergönnt sein, daß Du Dich in einer Rede nie versprichst.

Also, 130 Ganzjahresarbeitsplätze in der ersten Phase in Aussicht. Das heißt, wir haben es mit einem Betrieb zu tun, der überwiegend eine der kaufmännische Verwaltung, einen technischen Betriebsteil und als Drittes ein Gartencenter plant. Es ist ein Betrieb, meine Damen und Herren, der umweltfreundlich ist; es ist ein Betrieb, der keine Verkehrsprobleme entwickelt, denn die Anbindung an die Autobahn ist ja gerade ein ganz wesentliches Kriterium warum man dort hingehen will, und der ganz wichtige qualifizierte Arbeitsplätze in der Verwaltung zur Verfügung stellt.

 

Natürlich verstehen wir alle, meine Damen und Herren, daß das für bestehende Betriebe, die in diesem Bereich tätig sind, Probleme verursachen kann, und daß diese gewisse Besorgnis haben. Aber eines muß ich schon sehr deutlich sagen: Jede neue Betriebsansiedlung in jedem Bereich ist eine Konkurrenz für bestehende Betriebe. Das steht wohl außer Zweifel.

Nur, meine Damen und Herren, wenn dieser Betrieb sich nicht in Thalgau ansiedelt und auch das haben wir schriftlich, dann wird er in das angrenzende Oberösterreich gehen. Und das sind zehn bis zwölf, oder acht bis zwölf Kilometer davon entfernt. Und wenn dieser Betrieb wirklich ein Problem für die Salzburger Betriebe ist, dann ist er das in Thalgau genauso wie im angrenzenden Oberösterreich, etwa im Bereich von Mondsee.

Wenn ich aber die Chance habe, und das ist meine persönliche Überzeugung, hier in der Verwaltung und im technischen Betrieb eine große Zahl von neuen Arbeitsplätzen, die nicht zu Lasten der bestehenden Betriebe ausgehen, anzusiedeln, dann entscheide ich mich dafür, daß dieser Betrieb in Salzburg und nicht im angrenzenden Oberösterreich angesiedelt wird. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Wobei wir auch noch davon ausgehen müssen, meine Damen und Herren, daß es ja in jeder C-Gemeinde möglich ist, daß sich dieser Betrieb ansiedelt. Es geht also um zwei Fragen: Erstens, will man diesen Betrieb? Und zweitens, wie kann man ihn rasch realisieren? Und auf beide, auf beide Fragen, meine Damen und Herren, hat die Salzburger Landesregierung sich gestern bezogen und hat beschlossen erstens, und zwar einstimmig: Erstens, die Landesregierung ist daran interessiert, daß sich die Firma Dehner am gewünschten Ort in Thalgau ansiedelt. Zweitens, der Landesamtsdirektor wird ersucht, gemeinsam mit der Abteilung 7 einen gesetzeskonformen Weg zu suchen. Und drittens, die Abteilung 7 wird ersucht, eine

grundsätzliche Neudefinition unter anderem des Begriffs "Einkaufszentrum" vorzubereiten.

In der letzten halben Minute, Herr Präsident, noch die Information, daß der Herr Landesamtsdirektor diese Besprechung schon gemacht hat. Im Einvernehmen mit der Abteilung 7 ist man zu einem Ergebnis gekommen; auch die Abteilung 7, meine Damen und Herren, hat nichts gegen die Ansiedlung des Betriebes gehabt, sondern sie hat nur gesetzliche Probleme gehabt, das jetzt schnell durchzuziehen. Nun ist ein Weg gefunden, wie das korrekt abgewickelt werden kann. Und zwar insoferne als die Gemeinde Thalgau einen Gemeinderatsbeschluß faßt, daß sie nicht nur die Aufwertung von D auf C im Hinblick auf die Ansiedlung dieses Betriebes wünscht, sondern daß sie durchaus auch die anderen Konsequenzen, die sich mit einer Aufwertung von D auf C ergeben, ernsthaft zu vollziehen gedenkt. Das wird die Gemeinde Thalgau ja sicherlich machen und dann wird auch die Abteilung 7 damit einverstanden sein, daß es zu einer Änderung des Entwicklungsprogrammes kommt und dann wird es möglich sein, nicht nur die Aufwertung der Gemeinde Thalgau, sondern auch diesen Betrieb anzusiedeln.

Meine Damen und Herren! Zum Abschluß möchte ich nur wirklich sagen: In einer Situation, wo wir um jeden Arbeitsplatz kämpfen, muß ich Ihnen sagen: Hier gewinnt nur der Schnellere und nicht der Langsamere. Und daher müssen wir einen Weg finden, daß wir schnell für diesen Betrieb eine Möglichkeit zur Ansiedlung finden. Es geht um 130 qualifizierte Arbeitsplätze, auch viele Arbeitsplätze für die Frauen, das muß ich auch sehr deutlich sagen. Und diese Arbeitsplätze möchte ich nicht woanders hin absiedeln lassen. Das ist meine politische, wirklich politische Absicht. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Dr. Burtscher!

 

Abg. Dr. Burtscher: Sehr geehrte Damen und Herren!

Ich halte es zunächst für bemerkenswert, daß der Landeshauptmann zwar am Rande seiner Redezeit angelangt ist, daß er sie sogar überschritten hat, aber auf die erste Frage schon, nämlich die, welche Analyse der Beschäftigungsentwicklung in der Branche der Erwerbsgärtner und Baumschulbetriebe liegt der Entscheidung der Landesregierung für ein solches Garteneinkaufszentrum zugrunde, keine Antwort gegeben hat. Und daß auf die zweite wesentliche Frage: Haben Sie zum gegenständlichen Fall Stellungnahmen der Handelskammer bzw. der Arbeiterkammer Salzburg eingeholt; zu welchem Ergebnis sind diese gekommen, keine Antwort gegeben hat.

Und das führt mich zum Kern der Kritik an der Vorgangsweise des Landeshauptmannes. Es mag eine Sache sein, wie die Kollegen in der Landesregierung damit umgehen, daß sie über die Zeitung erfahren, was der Landeshauptmann entschieden hat. Das ist eine Sache, das mögen Sie mit ihm ausmachen. Ich komme, ich komme, ...

(Zwischenruf Landeshauptmann Dr. Schausberger: Leider keine absolute Mehrheit.) ... ich komme zum Inhalt, ich komme zum Inhalt. Was passiert denn da? Da zeigt ein mittlerer Handelsriese mit dem Zeigefinger auf einen Punkt der Salzburger Landkarte auf die grüne Wiese und sagt: "Da will ich ein Einkaufszentrum errichten." Egal, was das Gesetz sagt; egal, was die anderen Betriebe davon halten mögen; egal, was das in der Arbeitsplatzbilanz bedeutet; ich will dort hin. Und wenn Sie sich das einmal bitte vor Augen halten, und sich daran erinnern, wenn ich zur Frage der Globalisierung komme, dann bitte ich Sie da vielleicht, die Schlüsse zu ziehen, die in eine andere Richtung gehen, als das "man kann äh nichts machen" des Landeshauptmannes. Wir brauchen in solchen Sachen eine völlig andere Haltung der Politik. Nicht das "In-die-Knie-gehen" sondern das Abstecken von Zielen und das Erkennen von Instrumenten, wie wir einer solchen Entwicklung aktiv - die bedrohlich ist, die insbesondere für die Beschäftigten und für die

Betriebe bedrohlich ist -, wie wir einer solchen Politik aktiv entgegenhalten können. Ich komme darauf noch zurück.

Der zweite Schritt nach dem Zeigen des Fingers, mit dem Finger auf die Landkarte von Salzburg, die dieser mittlere Handelsriese übernimmt, der zweite Schritt ist der, er geht zum Landeshauptmann. Und das war ja bisher immer erfolgreich und es zeigt sich auch in diesem Fall, daß das offensichtlich der taugliche Weg ist in Salzburg jenseits aller Verfahrensvorschriften. Und er erhält beim Landeshauptmann die Verwendungszusage - ich vereinfache das jetzt einmal so, wie ich das jetzt aus den Zeitungen entnehme -, "das werden wir schon hinbringen, das werden wir schon richten", egal was das Raumordnungsgesetz sagt. Da mögen Sie auch wiederum fragen, wie weit wir Raumordnungsgesetz, Entwicklungsplanung und Verfahrensvorschriften ernstzunehmen haben, wie wir es mit dem Gesetz insgesamt halten.

Haben wir immer dann, wenn das Kapital nationalen oder transnationalen Charakters anklopft, zu sagen, wir haben zu gehorchen? Ist das, ist das die Prämisse, unter der heute Politik lokal, regional, national und international stattfindet? Ist das die Prämisse oder müssen wir endlich andere Entwicklungen ins Auge fassen?

Herr Landeshauptmann! Schauen Sie sich doch an, was derzeit läuft. Am Beispiel Airportcenter - die Gemeinde Wals wird gegen die Stadt Salzburg ausgespielt. Am Beispiel Aicher-Käsbohrer - die Gemeinde Freilassing wird gegen die Stadt Salzburg ausgespielt. Am Beispiel Dehner-Thalgau - die Gemeinde Thalgau wird gegen die Gemeinde Mondsee oder das Land Salzburg gegen das Land Oberösterreich ausgespielt. Ja wollen Sie denn da weiter mit diesen Platitüden, wie Sie sie hier von sich gegeben haben, zuschauen, oder wollen Sie nicht erkennen, daß man hier Politik machen muß, Politik gestalten muß. Die Gemeinden müßten hier an einen Tisch, die Länder müßten hier an einen Tisch, und auch die Staa-

ten müßten hier an einen Tisch, um hier aktive Gestaltungspolitik zu betreiben und nicht Erfüllungsgehilfe der Konzerne zu sein und zu bleiben. Und das ist es, was hier gefordert ist. Sie dürfen doch nicht einfach sagen, mir ist es lieber, wenn der in Thalgau ist wie in Mondsee, dann haben wir die Malaise, und unter dem Strich ignorieren, daß damit mindestens ebenso viele wenn nicht mehr Arbeitsplätze vernichtet werden in Salzburg oder Mondsee oder drumherum, und daß ebensolche Auswirkungen auf die kleineren und mittleren Betriebe im Bundesland Salzburg selbstverständlich gegeben sind. Es ist so.

Und der Kollege Schaden in der Stadt Salzburg hat es hier auf eine mathematische Formel gebracht. Es ist so, Einkaufszentren, von denen wir zur Genüge haben, vernichten Arbeitsplätze. Und es geht um das Einkaufszentrum, nur das ist die Frage hier. Es geht um das Einkaufszentrum. Einkaufszentren haben eine negative Einkommensbilanz regional betrachtet zur Folge. Ich kann nicht die 45 Arbeitsplätze hier in den Raum stellen und ignorieren, daß 100 andere dabei in den Kamin zu schreiben sind. Und für jeden Platz in einem Einkaufszentrum auf der grünen Wiese im Umland, gehen zwei Arbeitsplätze verloren. Ich bin hier optimistisch, daß auch die Sozialdemokraten im Sinne dessen, was der Kollege Schaden hier erkannt hat, tätig werden und einsichtig sind.

Sehr geehrter Herr Landeshauptmann! Es gilt hier und heute zu sagen: Sie haben, nachdem Sie gestern, vom Gesetz her gezwungen, zum Nachdenken veranlaßt worden sind, Sie haben diese Chance, aktiv Politik zu treiben, zu betreiben oder sich treiben zu lassen von den ökonomischen Interessen des Kapitals. Diese Chance haben Sie und diese Herausforderung haben Sie und haben wir alle und haben wir in der europäischen und in der globalen Dimension.

Herr Kollege Schausberger? Ich bin mit Dir einer Meinung, daß wir da hinschauen müssen, aber Du sagt auf den ORF bezugnehmend von heute früh, der Hans Peter Martin sagt, man kann äh nichts ma-

chen, also fangen wir erst gar nicht damit an. Selbstverständlich ist es möglich im regionalen Maßstab, dort wo wir ordnungspolitische Kriterien einführen können, auch etwas auszurichten. Nur wollen muß man, und man muß auch zu dem stehen, was man sonst an sich nur am Sonntag oder, wenn der ORF gerade die Sendung des Landeshauptmannes bringt, dem ORF zu seiner Sendezeit sagt.

Man muß dazu stehen, daß die Betriebsstruktur, so wie sie in Salzburg vorhanden ist, eine Möglichkeit bietet - der Kamerad Innungsmeister Karl stimmt mir hier zu -, daß diese Betriebsstruktur eine Voraussetzung dafür ist, daß wir langfristig einigermaßen stabile Verhältnisse haben und weiterentwickeln können, und daß wir diese nicht fahrlässig zerstören können, nur weil jemand an der Tür des Landeshauptmannes mit einer entsprechenden Versprechung winkt.

Auch das in den Raum stellen - ich habe ja noch häufig Zeit, Herr Präsident -, das in den Raum stellen der Versprechungen der Betriebsleitung dieses Konzerns - sie haben 1.000 Arbeitsplätze in Rain am Lech mit 7.000 Einwohnern - das mag sein. Herr Kollege, Herr Kollege, nur weil es der Herr Landeshauptmann sagt, ist es noch nicht wahr, Kollege Neureiter, nur weil es der Herr Landeshauptmann sagt, ist es noch nicht wahr.

Aber Herr Kollege Schausberger! Hast Du Dir denn überlegt, hast Du Dir denn überlegt, wieso die, wenn sie in Rain am Lech in einer Entfernung von einigen wenigen 100 Kilometer eine Verwaltungszentrale haben, eine weitere Verwaltungszentrale in Thalgau errichten sollen, und was es denn mit dieser Garantie von Beschäftigten, die Du da in den Raum stellst, auf sich haben soll. Natürlich wollen die dort mit dem Einkaufszentrum auf die grüne Wiese, und die Konsequenzen sind fatal und sie sind fatal für die Betriebe, für die Arbeitsplätze, aber auch für die Politik, wenn sie sich denn nicht jetzt spät aber doch als handlungsfähig und

handlungswillig erweist. Dazu gibt uns das Raumordnungsgesetz die Möglichkeit.

Und sagen Sie nicht, die Thalgauer wollen das. Das ist genau diese kleinkarierte Politik, eine Gemeinde gegen die andere immer auszuspielen, und diese verständliche, dieses verständliche Bestreben anzusaugen, aber immer auf Kosten anderer anzusaugen, dieses noch zu unterstützen. Das ist jene Kurzsichtigkeit, mit der wir in die wirtschaftliche Katastrophe auf jeder dieser genannten Ebenen hineintreiben. (Beifall der BL-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke! Nächste Wortmeldung, Herr Abg. Saliger!

Abg. Saliger: Liebe Kolleginnen! Liebe Kollegen! Herr Kollege Burtscher!

Vielleicht am Anfang einmal der Wahrheit die Ehre, wie es in Thalgau zugeht. Herr Kollege Burtscher, Sie sollten sich genau informieren, wie die Gemeinde Thalgau hier vorgegangen ist. Die Gemeinde Thalgau war eine C-Gemeinde nach dem Landesentwicklungskonzept und hatte eine sehr hohe Baulandreserve und war bemüht, das, was Sie in der Präambel als Fehler bezeichnen, diesen Fehler zu lösen; war bemüht, diese hohe Baulandreserve in eine andere Widmung zurückzubringen. Das war die Ausgangssituation für die Gemeinde Thalgau als sie sich bemüht hatte, von einer C-kategorisierten Gemeinde in eine D-kategorisierte Gemeinde zu kommen. Nun war das die Grundvoraussetzung dafür. Man hat sich damit auseinandergesetzt in hoher Gemeinsamkeit in der Gemeindestube - alle waren sich hier einig - und haben also die Entwicklung der Gemeinde Thalgau aber trotzdem genauso gesehen, wie das Landesentwicklungskonzept die Gemeinde sieht. Nämlich als eine wichtige Gemeinde in diesem Raum. Wenn Sie sich genauer informieren und

auch mit Ihren Kolleginnen und Kollegen dort reden, werden Sie darüber informiert werden.

Auf der einen Seite eine massive Pendlerentwicklung, eine massive Pendlerentwicklung - der Herr Landeshauptmann hat darauf hingewiesen. Es sind aus diesem Raum in etwa 2.500 Pendler, die in die Stadt Salzburg auspendeln. Wir bemühen uns, in diesem Raum ganz massiv Betriebe anzusiedeln, und das sind nicht nur internationale Riesen, wie Sie sie bezeichnen. ... (Zwischenruf Abg. Dr. Burtscher: Mittlere Riesen!) ... Oder mittlere, mittlere Riesen, ja ich komme noch einmal darauf. Sind es Betriebe wie die Firma Hörmann, die sich dort angesiedelt hat an einem Punkt, der für sie strategisch einfach wichtig ist. Und ich bitte Sie, auch einmal wirtschaftliche Zusammenhänge zu erkennen, nämlich die zu erkennen, die einfach notwendig sind für ein Unternehmen, daß es den richtigen Standort findet, der für die Zukunft eine gute Entwicklung geben kann.

Und jetzt kommt hier die Gemeinde Thalgau - und die war der Auslöser für das von Ihnen angefragte Problem -, die Gemeinde Thalgau zu dem Schluß: Sie möchte ein derartiges Unternehmen ansiedeln. Und die Vorgespräche sind mit der Gemeinde Thalgau geführt worden und man hat sich in dieser Frage deutlich auseinandergesetzt. Hat gesagt: Welche Möglichkeiten haben wir infrastrukturell? Wie können wir uns hier weiterentwickeln? Es gibt eine neue Buslinie zwischen Thalgau und Hof. Dieser Raum Hintersee, Faistenau sollte betrachtet werden, wenn man diesen Raum nach Arbeitsplätzen untersucht. Und dann kommt die Firma Dehner und sagt: Wir bieten hier eine Möglichkeit, einen umweltgerechten Betrieb anzusiedeln mit ca. 130 bis 150 Arbeitsplätzen, im Verwaltungsbereich noch mit dazu.

Und wenn Sie sehr emotional mit Einkaufszentren umgehen, Herr Kollege Burtscher, dann sollten wir - ich denke, auch im Lichte

der Diskussion, die Sie am Sonntag geführt haben -, daran denken, daß sehr viele Leute über die Einkaufszentren reden, aber dem Nahversorger gegenüber dieses Bekenntnis, das sie als Lippenbekenntnis immer abgeben, niemals durchführen, niemals durchführen. Warum denn? Weil 87 % der österreichischen Bevölkerung in erster Linie nach Preis einkauft? Herr Kollege Burtscher, und ich nehme an, daß auch Sie von diesem Makel behaftet sind, und nicht beim teuersten einkaufen, sondern dort wo sich Preis und Wert ein wirtschaftliches Spiel liefern. Bitte? ... (Zwischenruf Abg. Dr. Burtscher: Das könnte eine irrige Annahme sein, obwohl ich ökonomisch unterwegs bin.) ... Ich denke, daß Sie sehr ökonomisch denken und ökologisch dazu. Wenn Sie also ökologisch und ökonomisch denken, nehme ich an, daß Sie sich in dieser Richtung entwickeln. ...

Präsident Dr. Schreiner: (unterbricht) Eine gute halbe Minute noch.

Abg. Saliger: (setzt fort) Eine gute Minute.

Präsident Dr. Schreiner: (unterbricht) Halbe!

Abg. Saliger: (setzt fort) Eine gute eineinhalb Minute. (Heiterkeit)

Ich glaube, daß man hier nicht immer damit so umgehen darf, wie Sie damit umgegangen sind. Sie haben in der Frage Einkaufszentren heute ein vernichtendes Urteil abgegeben. Ich meine, daß wir uns entwickeln müssen, daß wir Chancen brauchen, Herr Dr. Burtscher. Wir brauchen diese Chancen. Nicht immer nur den Stillstand entwickeln, einfach sagen, einfach sagen, daß wir an diesem Punkt angekommen, keine andere Entwicklung haben dürfen. ... (Zwischenruf Abg. Dr. Burtscher: Der Stillstand läßt sich nicht entwickeln.)

Abg. Saliger: Wenn er mich dauern unterbricht, nehme ich von ihm die ...

Präsident Dr. Schreiner: (unterbricht) Das ist Dein Problem. (Heiterkeit)

Abg. Saliger: (setzt fort) Ich denke daher, daß es keine fahrlässige Zerstörung, daß sich der Herr Dr. Schaden möglicherweise, wenn es darum ginge, daß sich jemand gerne in Salzburg ansiedeln würde, genauso einsetzen würde dafür, daß in der Stadt Salzburg sich jemand ansiedelt. Wenn sich in Salzburg niemand ansiedeln möchte aus diesem Bereich, dann hat das andere Gründe. Ich bitte, das auch zu betrachten. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Nächste Wortmeldung, der Herr Abg. Mayr!

Abg. Mayr: Herr Präsident! Meine Damen und Herren!

Durch die Aussagen des Herrn Landeshauptmannes sind sicher einige neue Fakten heute auch auf den Tisch gekommen. Trotzdem glaube ich, sollten wir uns die Frage stellen, welchen Wert hat die überörtliche Raumplanung überhaupt und wie verbindlich darf sie in Zukunft noch sein. Büßen unsere Gesetze nicht ständig an Wert ein, wenn wir das Gefühl erwecken und nicht nur das Gefühl erwecken, sondern auch hin und wieder und immer öfter zur Anlaßgesetzgebung schreiten müssen, um Dinge sozusagen auch rechtskonform über die Bühne gehen zu lassen. Und es steht gerade in diesem vorliegenden Fall das schlechte Gefühl der Ohnmacht vieler Klein- und Mittelbetriebe, hier zusehen zu müssen und eigentlich nicht handeln zu können und sozusagen das Gefühl bekommen, man bleibt übrig.

Eine Antwort muß sein, und die wird vorbereitet, ich weiß und werde mich selbst dafür so gut ich kann einsetzen auch für den

sogenannten kleinen Mann, für die kleine Firma, für die Klein- und Mittelbetriebe flexibler zu werden, was die Gesetzgebung betrifft, und nicht nur für die Großkonzerne schnell handeln zu müssen, schnell handeln zu wollen und zu sollen. Vielleicht schaffen wir oder schaffen wir mit der Vereinfachung unseres Baurechtes wirkliche Verbesserungen in dieser Hinsicht, wir brauchen sie dringend, wir werden damit ohnehin die Probleme des Klein- und Mittelbetriebs, der klein- und mittelbetrieblichen Strukturen nicht zur Gänze lösen, aber wir können helfen sie zu erleichtern. (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Nächste Wortmeldung, der Herr Landeshauptmann!

Landeshauptmann Dr. Schausberger: Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Ich habe zuerst nicht die Möglichkeit gehabt, Kollege Burtscher, auf alle Fragen einzugehen. Ich möchte das jetzt tun.

Es zeugt von absoluter Kirchturmpolitik, Herr Kollege Burtscher, wenn Du das Beschäftigungsproblem im Bundesland Salzburg danach auslegst oder beurteilst, wie eine Analyse der Beschäftigungsentwicklung in der Branche der Erwerbsgärtner und der Baumschulbetriebe ist. Lieber Kollege Burtscher, ich darf Dir schon sagen, ich gehe bei unserer Beschäftigung von der gesamten Beschäftigung im Lande Salzburg aus. Das ist für mich das Entscheidende und nicht in einer solchen Kirchturmpolitik, wie Du das machst. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Und wenn ich sehe, daß wir Probleme mit den Arbeitsplätzen haben und gerade auch im Flachgau, und wenn ich die Chance habe, hier einen Betrieb anzusiedeln, dann werde ich dafür entscheiden. Und da sind wir halt politisch unterschiedlicher Meinung, Kollege

Burtscher. Das nehme ich zur Kenntnis, ich bitte, daß das von Dir auch zur Kenntnis genommen wird.

Ich gestalte Politik so, daß, wenn ich die Chance habe, einen Betrieb anzusiedeln, ihn auch ansiedle. Und daher habe ich von der Seite der ÖVP her gesagt, wie unsere Position ist. Und das wird mir ja wohl noch gestattet sein, das macht ja der Herr Dr. Burtscher auch jeden Tag, indem er gestern verkündet hat, was heute im Salzburger Landtag alles eingebracht wird von der Bürgerliste. Und genauso habe ich einen Tag vor der Regierungssitzung auf Anfrage eines Journalisten gesagt, wie ich und die ÖVP-Fraktion zu dieser Frage in der Landesregierung steht. Das wird uns ja wohl noch genehmigt sein. Wir müssen Partner suchen und die haben wir gefunden, und wir haben einstimmig hier einen Beschluß gefaßt.

Meine sehr geehrten Damen und Herren! Da geht niemand in die Knie und niemand hat jemanden zu gehorchen - wer mich kennt, der weiß, daß ich das sicherlich nicht tue. Aber wenn ich Politik gestalten möchte, dann kann ich das nicht so machen wie der Kollege Burtscher, indem ich sage, wir müssen zuerst die Länder, die Gemeinden und die Staaten auf einen Tisch bringen. Kollege Burtscher, wenn wir das tun, gehen uns 1.000 Arbeitsplätze in andere Richtungen verloren und das ist keine Politik, die ich im Lande Salzburg machen möchte. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Wenn man nämlich eine aktive Politik machen will, dann kann man es nicht so machen wie Du, dann steht nämlich die Politik still im Lande. Das muß ich einmal sehr deutlich sagen. Und wenn Du in letzter Zeit die Wirtschaftspolitik entdeckt hast, Kollege Burtscher, dann muß ich Dir leider eines sagen, weil Du selber die Firma Kässbohrer genannt hast. Die Firma Kässbohrer war zutiefst verunsichert und hat sich geärgert, daß Du sie mit Deiner Aussendung zu den Überlegungen über eine Übersiedlung in große Schwierigkeiten gebracht hast. Man kann nämlich die Wirtschaftspolitik nicht immer populistisch nach außen hin machen, indem man die

Dinge vorzeitig veröffentlicht. Kässbohrer hat große Probleme dadurch gehabt, daß die Bürgerliste das in die Öffentlichkeit gebracht hat. Man soll eben bei seinem Leisten bleiben. Ich kenne die Verdienste der Bürgerliste im Umweltbereich, aber wenn Du glaubst mangels solcher Themen jetzt Dich auf die Wirtschaftspolitik begeben zu müssen, dann bitte sei vorsichtig, daß Du nicht mehr Schaden als Nutzen anrichtest. Das muß ich einmal sehr deutlich sagen. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Meine Damen und Herren! Die Analyse der Beschäftigung bringt mich dazu, daß ich sage, wir wollen dort einen Betrieb ansiedeln. Das ist die Antwort auf die erste Frage und zwar nicht die Analyse bei den Gärtnern und bei den Baumschulen, sondern die Analyse der gesamten Beschäftigungssituation im Bundesland Salzburg.

Zweitens, wieviel Ganzjahresarbeitsplätze habe ich beantwortet. Damit ist das glaube ich geklärt. Und wieviel gefährdet sind? Ja, meine Damen und Herren, das wird sich sehr, sehr schwer sagen lassen. Ich kann nur aus Erfahrung - und das wurde mir auch übermittelt, und zwar nicht von der Firme Dehner, sondern da habe ich mich bei anderen Stellen erkundigt -, daß dort, wo sich in Deutschland Firma Dehner angesiedelt hat, keine Abwanderungen von anderen Betrieben, von Arbeitsplätzen signifikant feststellbar gewesen sind. Das muß man auch einmal so zur Kenntnis nehmen.

Ich hoffe sehr, in Dir einen Partner zu finden und da bitte ich Dich jetzt schon um Deine Unterstützung, wenn wir versuchen, die bürokratischen Hemmnisse für unsere Kleinbetriebe zu beseitigen. Bisher war es so, und da möchte ich gerade für den Bereich des Naturschutzes und des Umweltschutzes darauf hinweisen, daß Du einer von denen gewesen bist, der den Kleinbetrieben eher Schwierigkeiten gemacht hat als sie zu entlasten. Das muß ich auch einmal sehr deutlich sagen. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

 

Die Gemeinde, die Gemeinde Thalgau war vorgesehen als Gemeinde C-Kategorie. Auf eigenen Wunsch, Herr Präsident, auf eigenen Wunsch ist sie in D abgestuft worden. Und die Gemeinde Thalgau wird nun auf eigenen Wunsch wieder in C überführt werden. Das heißt, die Kriterien für eine C-Gemeinde waren und sind eindeutig da. Das sagt auch die Abteilung 7. Nur auf eigenen Wunsch wurde sie D. Und jetzt soll sie auf eigenen Wunsch und auf unseren Wunsch, damit wir diese Betriebsansiedlung vornehmen können wieder in C überführt werden, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke! Nächste Wortmeldung der Herr Landeshauptmann-Stellvertreter Gasteiger!

LHStv. Dr. Gasteiger: Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten!

Das Problem der Ansiedlung der Firma Dehner in Thalgau zeigt uns deutlich und dramatisch, wie eng das Korsett des Landesentwicklungsprogrammes ist und zeigt uns sehr deutlich, wie realitätsfremd und realitätsfern hier in der Planung vorgegangen wird. Das ganze Land wird in Gemeinden mit fünf Kategorien eingeteilt und es wird festgeschrieben, welche Betriebsart in welcher Gemeinde angesiedelt werden darf und welche nicht. Und alles hat sich daran zu halten, und wenn es dann in der Gemeinde A die Flächen nicht gibt, dann kann der Betrieb nicht entstehen, weil die Gemeinde nicht die nötige Widmung oder die nötige Qualifikation nach dem Landesentwicklungsprogramm besitzt. Hier muß dringend eine Veränderung kommen, hier ist dringend Abhilfe zu schaffen.

Ich sage Ihnen ein Beispiel: Die Firma ADEG in Bergheim hat dort ihren Großhandelsbetrieb eingerichtet. Da ist kein Verbrauchermarkt dabei, da geht kein Konsument hin, da wird kein einziges Nahversorgungsgeschäft gefährdet. Gilt aber nach unserer Raumordnung als Einkaufszentrum und hat jetzt die Notwendigkeit, den Be-

trieb zu erweitern, den Betrieb zu vergrößern. Das geht nicht, darf nicht sein, weil die Gemeinde Bergheim nach den Kategorien der Landesentwicklungsplanung dafür nicht geeignet ist und in Bergheim Betriebe dieser Art weder entstehen noch vergrößert werden dürfen.

Wenn wir jetzt bei dieser Art der Landesentwicklungsprogrammierung und -planung bleiben, dann hat die Firma nur zwei Chancen. Entweder nicht zu erweitern und damit die Großhandelsleistung nicht ausbauen zu können, was notwendig wäre, oder aber den Betrieb abzutragen und woanders hinzugehen und einen komplett neuen Betrieb zu errichten. Das ist Unsinn, meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten, das ist wirtschafts- und realitätsfremd. Das nützt niemandem und schadet unserem Wirtschaftsstandort. Und aus dem Grund sind wir gut beraten, hier eine rasche Veränderung des Systems, aufbauend auf das Raumordnungsgesetz, fortsetzend mit dem Landesentwicklungsprogramm zu beraten. Darum bitte ich Sie als Wirtschaftsreferent des Landes eindringlich. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Nächste Wortmeldung, Herr Dr. Burtscher!

Abg. Dr. Burtscher: Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Kollege Schausberger!

Monopole sind nicht unbedingt das, was wir als Teilvertreter einer Marktwirtschaft unbedingt wollen. Monopole, und Monopolansprüche haben wir in der Politik auch wenig Platz, und deshalb bitte ich, Dein Monopoldenken hinsichtlich der Wirtschaftskompetenz, das ohnehin nicht günstig war für das Land, beiseite zu stellen. Auch die anderen Parteien haben durchaus das Recht und es besteht die Notwendigkeit, über Ökonomie im Lande über das hinaus nachzudenken, was bislang die ÖVP da zustandegebracht hat. Das bitte ich Dich, zur Kenntnis zu nehmen, und bedanke mich im

übrigen für die seltenen Lorbeeren Deinerseits hinsichtlich unserer, Deiner Meinung nach unbestreitbaren ökologischen Verdienste für das Land. Vielleicht gibt es demnächst auch einmal eine Ehrung mit Lichtbild des Landespressebüros. Wir stehen gerne zur Verfügung. (Heiterkeit bei den ÖVP-Abgeordneten)

Sehr geehrte Damen und Herren! Aber auch im zweiten Anlauf, aber auch im zweiten Anlauf hat es der Herr Landeshauptmann entgegen seiner Ankündigung nicht geschafft, uns Auskunft darüber zu geben, ob er denn eine volkswirtschaftliche Arbeitsplatzanalyse durchgeführt hat und sich dabei möglicherweise auch der Informationen durch die Interessensvertretungen der Arbeitnehmer und der wirtschaftstreibenden Unternehmer, also der Handelskammer bedient hat.

Offensichtlich, das schließe ich nun, hat er es nicht getan, und das ist genau der Punkt. Wenn Du sagst, mir sind die Arbeitsplätze so wichtig für Thalgau, und gleichzeitig ignorierst, daß es hier eben eine negative Arbeitsplatzbilanz geben wird, oder ich sage es vorsichtig, geben könnte, das Du nicht einmal hinterfragt hast, dann bist Du eben der Beweis dafür, daß Du ökonomisch derzeit überfordert bist und anderen Interessen hier nachgibst. Das können auch ökonomische Interessen sein, aber diese sind es offensichtlich nicht, eine bestmögliche Beschäftigungspolitik im Bundesland Salzburg und eine bestmögliche Politik für die Klein- und Mittelbetriebe zu verfolgen.

Zum Zweiten: Ich kritisiere ja so sehr, und der Landeshauptmann-Stellvertreter Gasteiger hat das ja bestätigt, diese anlaßbezogene Vorgangsweise in der Raumordnung. Herr Kollege Gasteiger, daß Sie hierher stehen und die Beamten diskreditieren, die Beamten der Raumordnungsabteilung, ... (Zwischenruf Abg. Mag. Neureiter: Das haben wir nicht gehört.) ... die Beamten der Raumordnungsabteilung hier in ein Licht rücken, daß sie nun beileibe nicht verdienen für ihre Arbeit, die sie geleistet haben, dann

sage ich Ihnen - auch hier breche ich mit einem Tabu -, bis vor kurzem war es die ÖVP, die sich immer vor die Beamten gestellt hat. Wir sind nun aufgefordert als Bürgerliste , das auch zu tun dort, wo die ÖVP die fachkundigen Beamten im Stich läßt, und werden das weiterhin tun dort, wo sie eine derart qualifizierte Arbeit leisten.

Zum Dritten, Herr Landeshauptmann: Ich habe nicht gesagt, die Länder und die Regionen und die - Du warst in Dublin beim Ausschuß der Regionen, da wart Ihr alle an einem Tisch und da hat es geschäumt, das Bier und Du und alles mögliche, aber, aber, das war ja nicht das, was ich gemeint habe. Hier ist das Beispiel gegeben, wo auf lokaler und regionaler Ebene Politik aktiv betrieben werden muß in einem Ausgleich zwischen den Gemeinden und innerhalb der Region, innerhalb der Region, Herr Landeshauptmann, und das genau geschieht nicht. Man spielt eine Gemeinde innerhalb einer Region gegen die andere aus, ohne einen solchen regionalen Ausgleich auch in Fragen zum Beispiel einer wechselseitigen Förderung einer Risikoübernahme ins Auge zu fassen. Und das ist das Versagen der Politik am Beispiel in der Region. Das können wir auf nationaler Ebene, das können wir aber auch auf internationaler Ebene beobachten. Und es ist auch richtig, wenn man dazu kritisiert, wir beobachten so was ja auch im Bereich der Individuen, der Kampf aller gegen alle und das ist kein Paradigma für die Politik der Zukunft.

Und ein Letztes, ein Viertes: Herr Kollege Saliger! Wir als Bürgerliste haben in Fragen der Einkaufszentren eine äußerst differenzierte Vorgangsweise. Und ich sage Ihnen, gehen Sie bitte mit, wenn wir jetzt die große Initiative starten zur Belebung der In-nenstadt. Die Innenstadt Salzburgs braucht in ihrer Entwicklung für den Handel einen Leitbetrieb. Wir müßten überlegen, wo wir einen Magnetbetrieb ... (Zwischenruf Abg. Saliger: Dehner!) ... Da können Sie natürlich die Gartenzwergpolitik mit Dehner hier in einem Zwischenruf mit anbringen, wir meinen das nicht so. Hier

brauchen wir einen Leitbetrieb, um die Wirtschaftsbetriebe, die Mittelbetriebe, die Kleinbetriebe vor allem hier in der Salzburger Altstadt, in der Innenstadt lebensfähig zu erhalten, weil dadurch eine zusätzliche Nachfrage erzeugt wird. Hier kann es bei differenzierter Betrachtung Sinn machen, ein Einkaufszentrum, ein Einkaufszentrum zu errichten. Und dazu, zu einer solchen differenzierten Betrachtung laden wir Sie ein, aber nicht zu einer solchen kurzsichtigen anlaßbezogenen des Landeshauptmannes wie in diesem Falle. (Beifall der BL-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Der Herr Abg. Neureiter!

Abg. Mag. Neureiter: Herr Präsident! Hohes Haus! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Es scheint mir eine Richtigstellung angebracht. Der Herr Landeshauptmann-Stellvertreter Gasteiger hat nicht die Beamtenschaft diskreditiert, sondern er hat an die Brust der Landespolitik geklopft. Er hat an unser aller Brust geklopft mit dem Hinweis, daß die Kategorisierung im Landesentwicklungsprogramm so nicht Zukunft hat. Das wollte richtiggestellt sein. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Damit ist diese dringliche Anfrage abgeschlossen. Vereinbarungsgemäß wird jetzt die Sitzung bis 14:00 Uhr unterbrochen.

(Unterbrechung der Sitzung von 12:30 Uhr bis 14:05 Uhr)

Präsident Dr. Schreiner: Wir nehmen die unterbrochene Sitzung. Wir beginnen mit

 

 

Punkt 4: Fragestunde

4.1 Mündliche Anfrage des Abg. Dr. Burtscher an den Herrn Landesrat Dr. Thaller betreffend die naturschutzwidrige Einmischung in die Erklärung der Lieferinger (Itzlinger) Au zum geschützten Landschaftsteil

Bitte, Herr Dr. Burtscher, zunächst die Anfrage!

Abg. Dr. Burtscher: Eine mündliche Anfrage betreffend die Lieferinger Au, gerichtet an Herrn Landesrat Dr. Thaller. Er steht schon bereit.

Herr Landesrat! Sie haben in der vergangenen Woche per Weisung dem in der Stadt Salzburg ressortzuständigen Vizebürgermeister Padutsch untersagt - das stammt vom 7. Oktober, die vergangene Woche ist demnach die Woche davor -, Sie haben ihm untersagt, das Verfahren, die Lieferinger Au geschlossen zum geschützten Landschaftsteil zu erklären - hier fehlt ein Beistrich ohne Rechtschreibreform -, zu erklären, Beistrich, eigenständig weiterzuführen. Dieses Vorgehen ist höchst seltsam, die in der Öffentlichkeit kolportierte Begründung ihrerseits, nämlich landespolitische Interessen wurden hier angeführt, ist für den Naturschutzlandesrat zumindest eigenartig.

In der Angelegenheit hat sich bereits im August und nun nochmals Anfang Oktober die Landesumweltanwaltschaft in Person von Professor Stüber inhaltlich eindeutig für die Erhaltung der Lieferinger, respektive frühere gängigere Bezeichnung ,Itzlinger Au ausgesprochen und damit einen wesentlichen Beitrag zur Klärung im inhaltlichen Bereich geleistet. Im engen zeitlichen Zusammenhang damit kam es zu einer Attacke Ihrerseits auf die Rechte der Landesumweltanwaltschaft.

 

Meine Frage deshalb - erstens: Was veranlaßt Sie als Naturschutzlandesrat in derart ungewöhnlicher Form in ein Verfahren zur Erklärung zum geschützten Landschaftsteil, nämlich die Lieferinger Au betreffend, einzugreifen? Und zweitens: Welche Veranlassung haben Sie, in diesem oder in einem anderen Zusammenhang die Rechte der Landesumweltanwaltschaft massiv beschneiden zu wollen?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Dr. Thaller: Herr Abgeordneter!

Als Mitglied des Kollegialorganes Salzburger Landesregierung habe ich sehr wohl landespolitischen Interessen auch zum Durchbruch zu verhelfen, und nicht nur eine einzige Disziplin meiner mehreren Ressortverantwortungen, nämlich den Naturschutz isoliert von allen anderen landespolitischen Interessen zu verfolgen.

Wenn Sie eine vermeintliche Attacke meinerseits auf die Rechte der Landesumweltanwaltschaft ansprechen, bitte ich Sie, das zu präzisieren, dann trete ich gerne in einen Gedankenaustausch und in eine Wechselrede darüber. Aber erlauben Sie mir, daß ich die zwei Anfrageteile beantworte. Was veranlaßt mich, in ein Verfahren hier einzugreifen? Die Bezirksverwaltungsbehörde ist zuständig für die Durchführung eines Verfahrens zur Ausweisung eines geschützten Landschaftsteiles, einer Verordnung der Bezirksverwaltungsbehörde. Nur passiert in der Lieferinger Au noch etwas. Es ist hinsichtlich eines Parkplatzes, des sogenannten Überlaufparkplatzes, ein Verfahren beim Amt der Landesregierung anhängig in der zweiten Instanz. Nicht etwa deswegen, weil gegen eine erstinstanzliche Entscheidung der Naturschutzbehörde ein Rechtsmittel eingebracht worden wäre, sondern weil aufgrund eines Devolutionsantrages infolge Säumigkeit der Naturschutzbehörde erster Instanz das Verfahren nunmehr in der zweiten Instanz durchzuführen ist. Der Vizebürgermeister Padutsch hätte sehr viel in der Itzlinger Au in Wahrnehmung seiner eigenen Kompetenzen tun kön-

nen, das hat er unterlassen. Ich kann als Oberbehörde nicht zuschauen, wenn die erste Instanz glatte Rechtsverweigerung betreibt.

Zum Zweiten gibt es tatsächlich ein landespolitisches Interesse an der Erhaltung des Kongreß- und Messewesens und des Messestandortes Salzburg, und der ist nun einmal im Bereich des Salzburger Ausstellungszentrums umgesetzt. Das Salzburger Ausstellungszentrum beschäftigt 200 Arbeitsplätze, es macht einen Umsatz von über einer halben Milliarde Schilling im Jahr. Das Messewesen löst 125.000 Nächtigungen im Jahr im Großraum Salzburg aus. Es besteht ein vom Landesforum für Wirtschaft- und Sozialpolitik - das ist das Gremium, an dem die Regierungsmitglieder einerseits und die Sozialpartner und übrigen Interessensvertreter andererseits gemeinsame wirtschafts- und sozialpolitische Ziele verfolgen -, formuliertes Ziel, und im Maßnahmen- und Vorhabenskatalog des wirtschaftspolitischen Leitbildes für das Land Salzburg wird dem Kongreß- und Messewesen ein besonderer Stellenwert eingeräumt.

Nun würde die Ausweisung eines geschützten Landschaftsteiles im Bereich der Itzlinger Au - in der Konfiguration wie kundgemacht im Verordnungsverfahren - für jede Ausbaumöglichkeit und jeden Wunsch des Salzburger Ausstellungszentrums, für das Dultgelände eine Erweiterung vorzunehmen, oder eine zweite, sehr notwendige LKW-Spur zu errichten, das Ende bedeuten. Ich bin hier aus Schaden klug geworden, als nämlich das Hundsfeldmoor ohne Rücksicht auf bestehende Baulichkeiten zum Naturschutzgebiet erklärt worden, auch die Bauarea, auf der das Theodor-Körner-Haus steht, und das hatte zur Folge gehabt, daß selbst die geringfügigsten Abänderungsarbeiten einen Rattenschwanz von hoch komplizierten naturschutzrechtlichen Verfahren nach sich gezogen haben. Das hat auch im Bereich des Hundsfeldmoors dann zur Baueinstellung am Theodor-Körner-Haus geführt, und die einzige Lösung war dann wirklich, um aus diesem Dilemma herauszukommen, das Theodor-Körner-Haus abzu-

lösen, und es ist auch den Eigentümern zu verdanken, daß das letztendlich gelungen ist.

Diese Kollisionen zwischen zukünftigen Ausbauplänen des Salzburger Ausstellungszentrum einerseits und der Naturschutzbehörde andererseits wollte ich hier in einem geschützten Landschaftsteil von vorneherein vermeiden. Ich habe daher erstens, um das zweitinstanzliche Verfahren zur naturschutzrechtlichen Bewilligung des Parkplatzes fortführen und zu Ende führen zu können und auch, um die zukünftigen Ausbaupläne des SAZ nicht von vorneherein zu verunmöglichen, der Bezirksverwaltungsbehörde - das ist der Bürgermeister der Landeshauptstadt Salzburg - die Weisung erteilt, keine weiteren Schritte zur Ausweisung eines geschützten Landschaftsteiles zu unternehmen ohne meine weiteren Anweisungen vorher einzuholen.

Präsident Dr. Schreiner: Danke! Herr Abg. Dr. Burtscher!

Abg. Dr. Burtscher: War das alles?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Dr. Thaller: Sie können ja noch nachfragen.

Präsident Dr. Schreiner: Herr Dr. Burtscher!

Abg. Dr. Burtscher: Nur, um sicherzugehen, Herr Landesrat! Ich habe jetzt von Ihnen keinen einzigen Hinweis auf Naturschutzangelegenheiten erfahren. Halten Sie sich selbst für einen Landesrat für das Messewesen oder für die Dult oder für den Naturschutzlandesrat?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

 

Landesrat Dr. Thaller: Ich bin eines von sieben Mitgliedern der Landesregierung, mit Mehrheit gewählt - ich weiß nicht, ob Sie dabei waren bei der geheimen Wahl, um mir das Vertrauen als Regierungsmitglied auszusprechen. Aber ich bin doch mehrheitlich vom Landtag in die Pflicht als Mitglied des Kollegialorganes Landesregierung berufen worden und nach bestem Wissen und Gewissen und auch Können - so Sie mir ein solches zutrauen - bemühe ich mich, allen landespolitischen Interessen im Sinne der Verfassung und des Landtagsauftrags gerecht zu werden.

Präsident Dr. Schreiner: Herr Dr. Burtscher!

Abg. Dr. Burtscher: Nochmals ein dritter Anlauf jetzt von mir. Ist es Ihnen möglich, ein Argument aus Sicht des Naturschutzes für Ihr Verhalten als Naturschutzlandesrat, nämlich dieses Verfahren zum geschützten Landschaftsteil in dieser Weise massiv zu beeinflussen, ist es Ihnen möglich, ein solches Argument hier im Plenum anzuführen?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Dr. Thaller: Wenn das Naturschutzgesetz Bewilligungstatbestände bereithält, dann hat der Konsenswerber, wenn er diese erfüllt, auch einen Anspruch darauf, daß sein Vorhaben bewilligt wird. Das liegt beim Parkplatz vor, nachdem sehr attraktive Ausgleichsmaßnahmen angeboten wurden. Es gibt darüber hinaus eine sehr vom Vorhaben des Herrn Vizebürgermeister Padutsch sich unterscheidende Stellungnahme seines eigenen Naturschutz- und Forstsachverständigen, der dort schon gar keinen prioritären Lebensraum in der Au mehr sieht und vor allem keine besondere Hochwertigkeit der Ökologie im Bereich der sogenannten Itzlinger Au.

Präsident Dr. Schreiner: Herr Dr. Burtscher!

 

Abg. Dr. Burtscher: Haben Sie sich mit der Angelegenheit befaßt?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Dr. Thaller: Freilich! Haben Sie es akustisch nicht verstanden? Freilich!

Präsident Dr. Schreiner: Herr Dr. Burtscher!

Abg. Dr. Burtscher: Sind Sie sich sicher, daß es ein derartiges von Ihnen erwähntes Gutachten des naturschutzrechtlichen Fachbeamten gibt?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Dr. Thaller: Es gibt zwei Gutachten, eines davon habe ich Ihnen gerade zitiert.

Präsident Dr. Schreiner: Herr Dr. Burtscher!

Abg. Dr. Burtscher: Ich frage Sie nochmal. Sie haben mir gesagt, daß Sie sich mit der Sache befaßt haben, daß es ein die mangelhafte Naturschutzwürdigkeit bestätigendes Gutachten des Naturschutzsachverständigen im Ressort Padutsch gibt?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Dr. Thaller: Es gibt keine mangelhafte Naturschutzwürdigkeit, sondern es gibt laut Gutachter Dr. Schlager keine besondere Hochwertigkeit im Bereich der Itzlinger Au. Aber ich gewähre Ihnen gerne, Herr Abgeordneter, Akteneinsicht, wenn Sie über die mündliche Anfrage hinaus noch detaillierte Auskünfte von mir haben wollen. Ich beantworte Ihnen das auch schriftlich. Aber Sie

können bei mir auch den Akt anschauen, solange er noch bei mir ist. Bürgermeister Padutsch hätte ihn nämlich gerne.

Präsident Dr. Schreiner: Herr Dr. Burtscher!

Abg. Dr. Burtscher: Ich stelle fest, daß Sie nicht zu unterscheiden wissen zwischen dem forstrechtlichen Sachverständigen und dem Naturschutzsachverständigen beim Magistrat. Ich frage Sie jetzt ein weiteres. Wissen Sie über diejenigen Gutachten Bescheid, die entgegen der Meinung von Dr. Schlager, die am ressortführenden Stadtrat vorbeideponiert wurde, die entgegen dieser Meinung sehr wohl die Erhaltenswürdigkeit dieses Areals bestätigen?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Dr. Thaller: Was alles an Ihrem Parteifreund Vizebürgermeister Padutsch im Magistrat vorbeiläuft, das kann ich Ihnen nicht beantworten. Ich habe aber am letzten Montag ein sehr interessantes Gespräch geführt, weil Sie mir ja auch unterstellen, daß ich im Zusammenhang mit dem anfragegegenständlichen Verfahren die Rechte der Landesumweltanwaltschaft massiv beschneide. Wie Sie wissen, hat die Landesumweltanwaltschaft im Verordnungsverfahren zur Ausweisung eines geschützten Landschaftsteils keine Parteistellung, daher kann ich auch hier keine Rechte beschneiden. Ich habe die Landesumweltanwaltschaft aber, ganz im Gegensatz zu dem was Sie mir unterstellen, eingeladen, am Montag bei mir einer Besprechung teilzunehmen und uns konzeptiv und beratend zu begleiten. Bei diesem Gespräch hat auch Herr Vizebürgermeister Padutsch teilgenommen und wir sind so auseinandergegangen, nachdem er selber Zweifel hatte, ob die Abgrenzung des geschützten Landschaftsteils vor allem nach Süden - und das ist ja die heikle Grenze zum Salzburger Ausstellungszentrum - noch in der von ihm vorgeschlagenen Form fachlich haltbar und vom ihm daher aufrechtzuerhalten ist, Zweifel geäußert hat, hat er angekündigt, sich

mit seinen Fachleuten - und ich nehme an, es gehört auch der von Ihnen näher genannte Sachverständige dazu -, sich noch mit denen zu beraten. Und in 14 Tagen werden wir wieder zusammenkommen und über die Realisierbarkeit sowohl des Vorhabens, einen geschützten Landschaftsteil auszuweisen, als auch die vom Salzburger Ausstellungszentrum eben bei dieser Besprechung vorgestellten Expan-

sionspläne noch ein weiteres Gespräch führen.

Präsident Dr. Schreiner: Herr Dr. Burtscher!

Abg. Dr. Burtscher: Meine Frage war nun schon wiederholt eine andere. Kennen Sie die die Erhaltungswürdigkeit bestätigenden Gutachten aus Ihrem Akt in der Angelegenheit Lieferinger Au?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Dr. Thaller: Ich habe den Akt gelesen, kenne alle Gutachten.

Präsident Dr. Schreiner: Herr Dr. Burtscher!

Abg. Dr. Burtscher: Ich darf dann die Frage, kennen Sie, mein vierter Versuch: Kennen Sie die die Erhaltungswürdigkeit bestätigenden Gutachten für die Lieferinger Au? Und meine Frage gleichzeitig: Weshalb fällt es Ihnen als Naturschutzlandesrat so schwer bzw. ist es Ihnen unmöglich, überhaupt nur ein Argument der Erhaltungswürdigkeit der Lieferinger Au in Ihre Gedanken mit einzubinden?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Dr. Thaller: Herr Abgeordneter! Wissen Sie, worum es mir als Naturschutzlandesrat auch geht. Es geht um die Akzeptanz des Naturschutzgesetzes durch die Normadressaten. Darum geht es,

und ich fürchte, daß der Naturschutzgedanke schlichthin an Akzeptanz verliert, wenn man ausschließlich seine und nur seine Interessen, ohne diese im Einklang mit anderen zu bringen, versucht durchzusetzen.

Präsident Dr. Schreiner: Danke! Nächste Zusatzfrage, Herr Abg. Neureiter!

Abg. Mag. Neureiter: Die Besprechung am vergangenen Montag wurde von Dir bereits angesprochen. Kann mitgeteilt werden, wie weit die Frage der Verkleinerung des Parkplatzes dort eine Rolle gespielt hat?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Dr. Thaller: Es wurde auch das noch schwebende aber knapp vor dem Abschluß stehende Verfahren betreffend Genehmigung des Überlaufparkplatzes auch zur Sprache gebracht. Der Leiter der Abteilung 13 hat dort angekündigt, daß das Verfahren kurz vor seinem Abschluß steht und daß in Folge einer sehr attraktiven Ausgleichsmaßnahme, die angeboten wurde im Bereich der Antheringer Au, mit einer Bewilligung zu rechnen ist.

Und jetzt war Ihre Frage, ob die Verkleinerung des Parkplatzes wieder eine Rolle gespielt hat. Ja, insofern nach Ansicht des Herrn Vizebürgermeisters Padutsch reicht dieser Parkplatz zu weit in den Waldbereich hinein, daß die verbleibende Waldbrücke zwischen Salzach bzw. Treppelweg und Parkplatz zu schmal sei. Es wurde dann einmal vom Vertreter des Salzburger Ausstellungszentrums unpräjudiziell angeboten, für eine Verlagerung der südlichen Grenze des Schutzgebietes nach Norden einen Teil des Parkplatzes wieder zu opfern und zu renaturieren, und darüber will sich, über dieses Angebot will Bürgermeister Padutsch sich noch - mit all seinen Sachverständigen, hat er gesagt - zur Beratung zu-

rückziehen. Auch der Herr Leiter der Landesumweltanwaltschaft hat die Ausgleichsmaßnahme als sehr interessant bezeichnet und möchte sich das auch noch vor Ort anschauen. Wir sind daher so auseinandergegangen, in 14 Tagen noch einmal eine Gesprächsrunde mit denselben Teilnehmern einzuberufen. Und die Gespräche haben in einer sehr konstruktiven und sehr kollegialen Atmosphäre stattgefunden.

Präsident Dr. Schreiner: Weitere Zusatzfragen aus den Reihen der Damen und Herren Abgeordneten? Herr Dr. Burtscher!

Abg. Dr. Burtscher: Herr Landesrat!

Also ich gebe es einmal zumindest für heute auf zu fragen, ob Sie irgend etwas im Sinne des Naturschutzes hier äußern können und setze woanders an.

Haben Sie sich mit diesem Gebiet auseinandergesetzt hinsichtlich seiner Qualität für die Wohnbevölkerung in diesem Stadtteil, insbesondere im dichtbesiedelten Stadtteil Lieferung, und der Funktion, die dieses Gebiet hat?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Dr. Thaller: Ja!

Präsident Dr. Schreiner: Weitere Zusatzfragen? Herr Dr. Burtscher!

Abg. Dr. Burtscher: Zu welchen Schlüssen haben Sie diese tiefschürfenden Erwägungen geführt?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

 

Landesrat Dr. Thaller: Daß zumindest die Waldteile, die direkt an das Gebiet, an die Fläche der Salzburger, das verbaute Gebiet des SAZ anschließen, zumindest von Menschen nicht frequentiert werden. Mehr von freilaufenden Hunden, wie man an deren Hinterlassenschaften feststellen kann.

Präsident Dr. Schreiner: Herr Dr. Burtscher!

Abg. Dr. Burtscher: Die inhaltliche Qualifikation des Naturschutzlandesrates brauche ich nicht vorzunehmen, sie ist evident für alle im Hause. Die Frage allerdings, wie der Landesrat mit Anfragen umgeht, ist ein Kapitel für sich, und ich bitte alle Kollegen, denn das doch auch im Auge zu behalten, wie hier mit dem Fragerecht, mit dem Kontrollrecht des Landtages ignorant im extremen Ausmaß umgegangen wird.

Präsident Dr. Schreiner: Damit ist diese, Herr Landesrat, wollten Sie noch etwas sagen?

Landesrat Dr. Thaller: Das war es, danke!

Präsident Dr. Schreiner: Damit kommen wir zu

 

4.2 Mündliche Anfrage des Abg. Holztrattner an Herrn Landesrat Wolfgruber betreffend zusätzliche Zahlungen aus Mitteln der Landwirtschaftsförderung

Präsident Dr. Schreiner: Herr Abg. Holztrattner!

Abg. Holztrattner: In einem Hörfunkinterview (Landesnachrichten vom 7. Oktober 1996, 12:45 Uhr) wurde die Salzburger Öffentlichkeit durch Sie, Herr Landesrat, davon in Kenntnis gesetzt, daß rund 2.000 Salzburger Milchbauern rückwirkend mit 1. September

1996 mit einer - bezogen auf ein Kilogramm Milch - um 200 % erhöhten Förderung aus Landesmitteln zu rechnen haben.

Entgegen dieser grundsätzlichen erfreulichen Ankündigung hat sich im Vollzug des laufenden Haushaltes - wie bereits im Vorjahr - herausgestellt, daß die anteiligen Mittel aus dem Landesbudget für die Abdeckung der Förderungs-Maßnahmen im Rahmen des ÖPUL bei weitem nicht ausreichen werden. Die erforderliche Bedeckung der fehlenden Beträge in Millionenhöhe ist dem Vernehmen nach noch ungeklärt.

Beide angesprochenen erheblichen Ausgabenabweichungen stellen die Budgetplanung im Agrarressort, wie die Agrarpolitik des Landes insgesamt, neuerlich in Frage.

Ich richte daher in diesem Zusammenhang an Sie die folgende

Anfrage:

1. Wie entwickelt sich für das laufende Budgetjahr das Ausga- benerfordernis für die Förderungen im Rahmen des ÖPUL in ab soluten und relativen Zahlen? Zu Lasten welcher Budgetposi- tionen innerhalb des Landwirtschaftsbudgets mußten Umschich- tungen vorgenommen werden, um die nunmehr bekannt gewordene zusätzliche Förderung der Milchproduktion im Umfang von S 5 Mio. abzudecken?

2. Wurde die zugesagte Zusatzförderung für die Salzburger Milchbauern in bezug auf ihre Konformität mit dem EU-Recht geprüft und wie lautet die exakte rechtliche Beurteilung?

Landesrat Wolfgruber: Herr Präsident! Hohes Haus!

Wie Sie wissen, ist das Umweltprogramm aus dem Jahre 1995 mit einem Volumen von ca. S 7,4 Mrd. durch Maßnahmen in der Winterbe-

grünung für das Jahr 1996 um ca. eine Milliarde gewachsen. Wobei bei diesem Wachstum das Land Salzburg nur untergeordnet mitbeteiligt ist. Mitbeteiligt ist es nur insofern, weil die Sparte Biobauern von der Deckelung vom Einstiegsstopp ausgenommen war, und wir davon ausgehen, aber das können wir erst bei der Endabrechnung feststellen, daß das Gesamtvolumen für das Bundesland Salzburg von ca. S 525 Mio. auf S 535 Mio. anwachsen wird.

Dieses Anwachsen des ÖPUL im gesamten führt zu einer Verdünnung des Anteiles der Europäischen Union. Im letzten hätte es dazu geführt, daß der Landesanteil am Gesamtvolumen auf fast 30 % angewachsen wäre.

Durch die aber im Vorfeld der Auszahlung beschlossene Aufstockung der Mittel von seiten der EU für die Zahlungen zum Umweltprogramm für das Jahr 1995 und 1996 in der Größenordnung von 174 Mio. Ecu, also ca. S 2,6 Mrd. ist es möglich geworden, daß die Anteile von Bund und Land wesentlich zurückgehen. Für das Land Salzburg, man kann die Zahlen ja nicht genau feststellen, erst bei der Endabrechnung kann man sie genau quantifizieren, wird es zu einer Kürzung des Anteiles des Bundeslandes Salzburg, also des Landesan-teiles, in einer Größenordnung von ca. S 33 Mio. bis S 35 Mio. kommen.

Diese Einsparung ermöglicht uns, daß wir im Gegensatz zur zuerst erwarteten Ausweitung des Landesanteiles um S 15 Mio. nunmehr mit den präliminierten Geldern leicht auskommen, ja sogar einen Überhang haben.

Wie Sie wissen, ist im Zuge der Marktentwicklung, der negativen Marktentwicklung im Fleischbereich, im Vorjahr durch die veränderten Währungsrelationen zu unseren Hautabnehmergebieten insbesondere im Bereich Italien und im heurigen Jahr durch die Diskussion im Zuge der BSE, von der EU die Möglichkeit einer Abgeltung gewährt worden. Die EU hat für die Verluste aus der BSE-Entwick-

lung den Salzburger Bauern eine Abschlagszahlung in der Größenordnung von S 17,6 Mio. gewährt und für den Hartwährungsausgleich, der durch Bund und Land verdoppelt war, S 29,4 Mio. Diese in Summe S 47 Mio. sind aber bei ca. 2.000 Bauern überhaupt nicht wirksam geworden. Das sind jene Bauern, die nach wie vor zur arbeitsteiligen Wirtschaft zwischen Gebirge und Flachland stehen. Bauern, die sich auf Milchproduktion spezialisiert haben und die Nachzucht von den Bergbauern nachkaufen, über Viehhandel und Versteigerung. Und im Zuge dieser Nichtberücksichtigung war es mir agrarpolitisch ein Anliegen, dafür, wenn auch geringen, so doch einen Ausgleich zu versuchen und zu schaffen. Im Zuge der EU-Nachzahlung ist es möglich geworden, den Beitrag zum degressiven Ausgleich bei der Milch von derzeit 4 Groschen auf 12 Groschen, so wie es die umliegenden Bundesländer seit längerem machen, zu ermöglichen.

Zur zweiten Frage: Der degressive Beitrag zur Milch ist von Brüssel aus genehmigt für 107 Groschen. Also das war die Situation für das Jahr 1995. Nachdem wir im Jahr 1996 65 % dieser Summe als degressiven Ausgleich den Bauern gewähren können, haben wir ohne weiteres den Spielraum, den genehmigten Spielraum von seiten der EU vorgefunden, um diese Maßnahme auch rechtlich setzen zu können. Ganz im Gegenteil, wir hätten noch einen Spielraum nach oben. Ich habe alles beantwortet, danke.

Präsident Dr. Schreiner: Herr Abgeordneter!

Abg. Holztrattner: Herr Landesrat!

In welchem Ausmaß kommt es nunmehr zu Doppelförderung unter dem Titel BSE-Ausgleichs-zahlungen einerseits beim Produkt Rindfleisch und andererseits beim Produkt Milch? Anschlußfrage: Könnten diese Doppelförderungen aus Landesmittel definitiv ausschließen?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Wolfgruber: Es handelt sich hier um keine Doppelförderung. Ich sagte schon: das eine ist die degressive Ausgleichszahlung für Milch die aufgrund der geringen Zielgerichtetheit der BSE und Hartwährungsausgleiche so vorgenommen wurde.

Präsident Dr. Schreiner: Herr Dr. Burtscher!

Abg. Dr. Burtscher: Sehr geehrter Herr Landesrat!

Der Zeitpunkt für die Erhöhung dieser Zuschüsse und die Art und Weise wie sie bekanntgemacht wurden sind auffallend. Weshalb ist es trotz derartiger Forderungen die bereits im 1. und 2. Quartal dJ erhoben worden sind zugunsten der Bauern, damals nicht zu einer derartigen Anhebung gekommen?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Wolfgruber: Herr Abgeordneter!

Der Landtag hat mir mit dem Budgetrahmen unüberschreitbare Höchstgrenzen gesetzt und erst als für uns mit Sicherheit erkennbar war, daß aufgrund der vermehrten Zahlung der EU Bewegungsspielraum entstanden ist, konnten wir diese Maßnahme setzen.

Präsident Dr. Schreiner: Herr Dr. Burtscher!

Abg. Dr. Burtscher: Wann und welches konkrete Ereignis, ich bitte Sie hier das datumsmäßig einzugrenzen, ist Ihnen dieser Spielraum bekanntgeworden?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

 

Landesrat Wolfgruber: Nachdem der Starausschuß zu Beginn vom Oktober diese Maßnahme einstimmig beschlossen hat und es eigentlich noch keinen Fall gibt, daß die Kommission einen einstimmigen Beschluß des Starausschusses nicht auch bestätigt hat, wußten wir ab diesem Zeitpunkt von dieser konkreten Maßnahme. Die Kommission selbst hat am 8. Oktober den entgültigen Beschluß gefaßt.

Präsident Dr. Schreiner: Frau Klubvorsitzende Burgstaller!

Abg. Mag. Burgstaller: Herr Landesrat!

Können Sie uns erklären, welchen konkreten Schaden die Milchbauern, die Betonung liegt auf "Milchbauern", durch den BSE-Skandal gehabt haben?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Wolfgruber: Die Milchbauern haben die ähnlichen Verluste wie andere Bauern durch die BSE-Debatte und Währungsveränderung erlitten, weil der Abverkauf der Schlachtkühe und der Kälber sich in preislichen Höhenordnungen bewegt, die für die Bauern eigentlich mittlerweile schon unerträglich sind.

Präsident Dr. Schreiner: Frau Klubvorsitzende!

Abg. Mag. Burgstaller: Ein kurzer Kommentar dazu: Da handelt es sich um einen Verlust beim Fleischpreis und nicht beim Milchpreis. Herr Landesrat! Ich frage Sie in diesem Zusammenhang: Wenn für die Konsumenten weder die Milch noch das Fleisch billiger geworden ist und die Bauern dafür weniger bekommen haben, beim Fleisch vor allem, wo bleibt dann der Gewinn?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

 

Landesrat Wolfgruber: Gerade die Kategorie Schlachtkühe und Schlachtkälber sind in letzter Zeit stark verfallen. Daß hier die Preisverluste nur ganz marginal beim Konsumenten gelandet sind, entzieht sich meiner Einflußmöglichkeit.

Präsident Dr. Schreiner: Herr Abg. Naderer!

Abg. Naderer: Herr Landesrat!

In einem Interview in der Pinzgauer Woche vom 2. Oktober 1996 äußert sich der österreichische Wirtschaftsminister Farnleitner über die EU und Landwirtschaft. Wörtlich steht dort zu lesen, daß er den Landwirten als gelernter Bauer versichert: "Daß sie für so wenig Arbeit wie sie jetzt verrichten, noch nie so viel Geld erhalten hätten." Was hält der Landesbauernchef davon?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Wolfgruber: Ich lade jeden gerne ein, eine Praxis von etlichen Wochen auf einem Bauernhof zu tätigen und dann die Gewinnabrechnung zu tätigen. Ich kenne die Aussage. Es schließt ja nicht aus, daß auch in Reihen unserer Partei manche Unsinnigkeiten verkündet werden. (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke, der Herr Abg. Hornegger!

Abg. Hornegger: Herr Landesrat!

Es war ein erfreulicher Nebeneffekt der EU-Wahl, daß Sie einen freiheitlichen Antrag lupenrein übernommen haben und diesen Ausgleich von 4 Groschen auf 12 Groschen erhöht haben. Aber meine Frage geht dahin: Sie haben gerade gesagt, daß S 33 Mio. bis S 35 Mio. eingespart worden sind; ist es möglich, denn in ein paar Monaten haben wir das Jahr 1997 und dann fällt der degressi-

ve Ausgleich wieder um 30 Groschen, ist es möglich, daß wir diese 12 Groschen im Jahr 1997 erhöhen?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Wolfgruber: Herr Abgeordneter!

Die Wünsche und auch letztlich die Möglichkeiten für das Jahr 1997 sind im Budget schon festgemacht. Ich hoffe, daß der Landtag diesen Wünschen und Forderungen dann auch Folge leistet.

Präsident Dr. Schreiner: Herr Dr. Burtscher!

Abg. Dr. Burtscher: Herr Landesrat!

Diese konkrete Förderungsmaßnahme, auf die ich bei einer anderen Frage noch einmal zurückkommen werde, macht summa summarum S 5 Mio. aus. Was haben Sie mit den restlichen S 28 Mio. bis S 30 Mio. die in Ihrem Ressort nunmehr auf der "hohen Kante" liegen für dieses Jahr vor?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Wolfgruber: Durch die Rückzahlung oder durch den erhöhten Anteil beim Umweltprogramm durch die EU, ist der Bund in der Lage die Bindungen in anderen Bereichen der Maßnahmen aufzuheben: im Bereich des Güterwegebaues, im Bereich der Investitionsförderungen und in den Bereichen Strukturförderung. Und es wird die Aufhebung der Bindung zur Folge haben, daß der Bund mehr Mittel zur Anwendung bringt und dadurch auch die Kofinanzierungsnotwendigkeit von seiten des Landes steigt. Dazu werden diese Mittel zur Verfügung stehen müssen.

Präsident Dr. Schreiner: Herr Dr. Burtscher!

Abg. Dr. Burtscher: Seit wann wissen Sie um diesen Umfang von S 33 Mio. bis S 35 Mio., jetzt noch S 28 Mio. bis S 30 Mio.? Seit wann wissen Sie davon?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Wolfgruber: Seit dem Oktober.

Abg. Dr. Burtscher: Meine Frage geht nun dahin: Haben Sie für die konkrete Verwendung dieser ca. S 30 Mio. ein Konzept und sind Sie bereit dieses mittelbar den Landtagsfraktionen zur Verfügung zu stellen?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Wolfgruber: Wir haben hiezu Konzepte und sämtliche Fachabteilungen sind beauftragt auch die notwendigen Programmunterlagen zur Verfügung zu stellen wenn der Bund seine Mittelbereitstellung hier dann auch im letzten manifestiert.

Präsident Dr. Schreiner: Danke, Herr Abg. Böhm!

Abg. Böhm: Herr Landesrat!

Bleiben wir bei den Förderungen, es gibt scheinbar gar keine anderen Punkte: Wie teilen sich die nichtbudgetierten zusätzlichen Aufwendungen aus Landesmitteln für die ÖPUL-Förderung im Jahr 1996 auf die einzelnen Förderungssparten auf?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

 

Landesrat Wolfgruber: Herr Abgeordneter!

Meinen Sie auf die einzelnen Maßnahmen innerhalb des Umweltprogrammes?

Abg. Böhm: Auf die einzelnen Förderungssparten.

Landesrat Wolfgruber: Da muß ich natürlich jetzt passen. Ich müßte mir die Unterlage besorgen. Ich hätte Sie in der Tasche. Ich möchte aber vielleicht kurz skizzieren: Die wesentlichen Maßnahmen sind die Biobauernförderung in einer Größenordnung um etwas mehr als S 100 Mio. also 20 % des Umweltprogrammes im Land Salzburg werden dazu verwendet. Ein Großteil ist Alp- und Steilflächenförderung, Steilflächenbewirtschaftsförderung. Ein nicht unbeträchtlicher Teil ist die Ersatzmaßnahme für den Siloverzicht der auch an die S 95 Mio. ausmacht. Genügt diese Auskunft? Aber ich kann das auch gerne schriftlich konkret nachliefern.

Abg. Böhm: Ich würde bitten, daß Du uns das schriftlich aufli-

stest!

Präsident Dr. Schreiner: Frau Klubvorsitzende Burgstaller!

Abg. Mag. Burgstaller: Herr Landesrat!

Offensichtlich können Sie uns nicht erklären, in welchem "Bermuda-Dreieck" die Gewinne, die in Folge des BSE-Skandales auf diesem Markt gemacht wurden, verschwunden sind.

Ich frage Sie: Machen Sie grundsätzlich so etwas wie Marktbeobachtung in ihrem Ressort und schauen Sie, ob es eine Übereinstimmung gibt zwischen dem, was die Konsumenten für Produkte bezahlen und dem, was die Bauern für die Produktion bekommen?

 

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Wolfgruber: Im landwirtschaftlichen Markt- und Förderungsbereich sind mir "Bermuda-Dreiecke" nicht bekannt ... Zwischenruf Abg. Dr. Burtscher: Das ist irgendeine Fischzucht!) ...

Präsident Dr. Schreiner: Frau Klubvorsitzende!

Abg. Mag. Burgstaller: Irgendjemand muß ja den Gewinn machen, wenn die Konsumenten gleich viel bezahlen und die Bauern weniger bekommen. Sie haben im O-Ton damals in Ihrer Stellungnahme dem Rundfunk gegenüber gesagt: "Die Mittel sind durch Umschichtungen aufzubringen", das war ein Zitat, ein wörtliches, daraus. Sie können also ausschließen, daß es zu Umschichtungen kommt. Sie haben Mehreinnahmen, ist das richtig so?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Wolfgruber: Wir haben Mehreinnahmen für den Bereich ÖPUL.

Präsident Dr. Schreiner: Frau Abg. Fletschberger bitte!

Abg. Fletschberger: Herr Landesrat!

Haltest Du die zusätzlichen Landesmittel für das Einkommen der Flachgauer Milchbauern für notwendig?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Wolfgruber: Ich sagte schon in der Beantwortung vorhin daß 2.000 Bauern durch die Maßnahmen im Fleischbereich völlig durch den Rost gefallen sind und es daher notwendig war in der

besonders negativen Gesamtsituation der Milchbauern diese Maßnahme zu setzen. Sie wird natürlich am stärksten im Flachgau wirksam.

Präsident Dr. Schreiner: Frau Abg. Fletschberger!

Abg. Fletschberger: Ist es richtig, daß diese Landesmittel auch in anderen Ländern gegeben werden?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Wolfgruber: Die umliegenden Länder geben die Zuschüsse beim Degressiven in gleicher Größenordnung seit längerem.

Präsident Dr. Schreiner: Herr Abg. Hornegger!

Abg. Hornegger: Herr Landesrat!

Ist es möglich, daß diese eingesparten Millionen durch den Einstiegsstopp im ÖPUL-Bereich, der im Frühjahr durch den Minister gemacht wurde, entstanden sind?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Wolfgruber: Der Einstiegstopp hat nicht verhindern können, daß das ÖPUL insgesamt gewachsen ist. Ich sagte es schon vorhin: Im besonderen durch die Begrünungsmaßnahmen, aber auch durch den nichterfolgten Einstiegstopp bei den Biobauern ist es zu einer Ausweitung von ca. S 1 Mrd. gekommen, von 95 auf 96.

Präsident Dr. Schreiner: Herr Hornegger!

 

Abg. Hornegger: Herr Landesrat!

Ist es für Sie vorstellbar, daß man diese Millionen dafür verwendet, den Bauern jetzt noch zu helfen, indem man ihnen bei der Vermarktung der Rinder dadurch hilft, daß man den degressiven Ausgleich erhöht?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Wolfgruber: Bei den Rindern ist die Möglichkeit was der degressive Ausgleich anlangt, zur Gänze im genehmigten Umfang ausgenützt und hier besteht keine Möglichkeit nach oben.

Präsident Dr. Schreiner: Herr Abg. Schröcker!

Abg. Schröcker: Herr Landesrat!

Welche weiteren maßgeblichen Abweichungen gegenüber dem Voranschlag außerhalb der ÖPUL-Mittel zeichnen sich im Vollzug des Landwirtschaftsbudgets 1996 ab?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Wolfgruber: Ich sagte schon: Es wird durch die Aufhebung der Bindung auf seiten des Bundes im Bereich Investitionsförderung, Güterwegebau, Strukturförderungsmaßnahmen, hier Veränderungen geben. Sie jetzt konkret festzustellen ist verfrüht.

Präsident Dr. Schreiner: Herr Schröcker!

Abg. Schröcker: Welche organisatorischen oder sonstigen Möglichkeiten zu realistischer Budgeterstellung im Landwirtschaftsbudget sehen Sie grundsätzlich und welche dieser Möglichkeiten haben Sie

im Zuge der Erstellung des Landwirtschaftsbudgets für das Haushaltsjahr 1997 umgesetzt bzw. werden Sie umsetzen?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Wolfgruber: Herr Abgeordneter!

Wir haben zum ersten Mal nach zwei Jahren für das Jahr 1997 Ausgangszahlen zur Verfügung die uns wesentlich realistischer als wie bisher den Bedarf anschätzen lassen. Wir haben ja gerade was ÖPUL-Zahlungen anlangt, aber auch die Zahlungen für die Ausgleichszahlung nur anschätzen können in den ersten beiden Jahren des EU-Beitrittes.

Präsident Dr. Schreiner: Jetzt noch der Herr Dr. Burtscher und dann darf ich dem Anfragesteller wieder das Wort geben.

Abg. Dr. Burtscher: Herr Landesrat!

Um im doch engen Rahmen der mündlichen Anfrage zu bleiben: Auf welche Weise haben Sie erstmals diese Entscheidung zur Erhöhung des Förderbeitrages, insgesamt dann diese S 5 Mio., bekanntgegeben?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Wolfgruber: Es war dies in etwa gleichzeitig ... (Zwischenruf Abg. Dr. Burtscher: Auf welche Weise!) ... Die Ankündigung erfolgte im Salzburger Bauern auch in etwa zu der gleichen Zeit als es hier im Rundfunk und in den anderen Printmedien öffentlich wurde. Ich kann das aber jetzt nicht exakt auf den Tag bestimmen, aber das ließe sich natürlich schon nachliefern.

Präsident Dr. Schreiner: Herr Dr. Burtscher!

Abg. Dr. Burtscher: Täusche ich mich da, wenn ich darauf hinweise, daß Sie bereits zuvor diese Ankündigung, bevor sie im Salzburger Bauern gestanden ist, bevor sie in den Medien bekannt wurde, gegenüber der Bezirksbauernkonferenz oder den Ortsbauernobleuten bekanntgemacht haben?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Wolfgruber: Ich hatte aufgrund des Bedarfes und der Notwendigkeit in diese Richtung seit langem die Überlegung und den Wunsch diese Maßnahme zu setzen. Aber konkretisiert konnte sie erst zu dem Zeitpunkt werden, wo erkennbar war, daß es zusätzliche Zahlungen von der EU gibt.

Präsident Dr. Schreiner: Herr Dr. Burtscher!

Abg. Dr. Burtscher: Schließen Sie aus, daß Sie vor der Bekanntmachung im Salzburger Bauern diese Zusage bereits bei anderer Gelegenheit gegeben haben.

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Wolfgruber: In agrarischen Gremien ist das mit Sicherheit auch vor dem schon besprochen und fixiert worden.

Präsident Dr. Schreiner: Abg. Holztrattner

Abg. Holztrattner: Herr Landesrat!

Sie haben in meiner zweiten Frage wie ich gefragt habe ob die Zusatzförderung, ob das Konformität mit dem EU-Recht ist, das haben Sie mit "Ja" beantwortet. Ich lese in der Beitrittscharta im Art 138: "Während der Übergangszeiten dürfen Österreich und Finnland vorbehaltlich der Genehmigung der Kommission im Art 143, die

Beihilfen nach Art 138 bis 142, sowie jede andere einzelstaatliche Beihilfe im Rahmen dieser Akte, der Genehmigung durch die Kommission bedarf." Meine Frage an Sie: Deckt sich das Erstgesagte mit dem Zweitgesagten? Und eine zweite Frage gleich dazu: Was machen Sie mit den S 33 Mio. die übergeblieben sind?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Wolfgruber: Herr Abgeordneter!

Vielleicht noch vorher zum Herrn Abg. Burtscher: Vorbehaltlich der Finanzierungsmöglichkeit war diese Maßnahme schon länger im Gespräch. Also das noch konkret zu ihrer letzten Frage. Dem Abg. Holztrattner möchte ich sagen: Ich habe es in meiner Erstbeantwortung schon festgestellt: Der genehmigte Rahmen was die degressiven Ausgleichszahlungen bei der Milch anlangt ist mit dieser Aufstockung des Landesbeitrages auf 12 Groschen noch nicht ausgenützt. Wir hätten hier noch 4,5 Groschen Spielraum.

Präsident Dr. Schreiner: Herr Abg. Holztrattner!

Abg. Holztrattner: Die zweite Frage: Was machen Sie, Herr Landesrat, wie Sie erklärt haben daß S 33 Mio. übriggeblieben sind, was machen Sie mit den S 33 Mio.?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Wolfgruber: Ich sagte schon, es ist nicht genau jetzt feststellbar in welchen Maßnahmen im besonderen hier der Bedarf entsteht. Aber im Güterwegebau, im Investitionsbereich und im Strukturförderungsbereich entstehen durch die verstärkte Möglichkeit des Bundes hier Mittel anzuwenden und Sie wissen, daß wir sämtliche Mittel im Agrarförderungsbereich kofinanziert anwenden. Also 60 % der Mittel kommen vom Bund, wenn es sich um nationale

Maßnahmen handelt und 40 vom Land. Und wenn der Bund mehr Mittel zur Verfügung stellt, dann erhöht sich auch der Aufwand für das Land und dazu werden diese Mittel im noch nicht genau feststellbaren Ausmaß aufzuwenden sein.

Präsident Dr. Schreiner: Herr Holztrattner!

Abg. Holztrattner: Danke!

Präsident Dr. Schreiner: Frau Abg. Blattl!

Abg. Blattl: Herr Landesrat!

Eine Verordnung der Europäischen Kommission die schon 1998 in Kraft treten wird, könnte den wirtschaftlichen Ruin der Biobauern bedeuten. Die Richtlinie sieht vor, daß für die Qualitätsprodukte der heimischen Bauern die selben Hygienevorschriften gelten sollen, wie für die Agrarindustrie in Holland, Deutschland und in Frankreich. Ist Ihnen diese Verordnung bekannt?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Wolfgruber: Frau Abgeordnete!

Ich meine Sie sprechen nun die Milchhygienerichtlinie an. Hier gibt es ja eine Übergangszeit wo wir mit geringeren Vorgaben auskommen können. Aber es wird notwendig sein in dem einen oder anderen Bereich qualitativ Verbesserung vorzunehmen, wobei festzustellen ist, daß gerade die Standards bei unseren Bauern so hoch sind, daß wir keine größeren Schwierigkeiten bei Erfüllung dieser Auflagen vorfinden werden.

Präsident Dr. Schreiner: Frau Abg. Blattl!

 

Abg. Blattl: Wie sieht es mit der Speck- und Wursterzeugung auf diesem Gebiet aus?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Wolfgruber: Hier sind ähnliche Auflagen zu erfüllen, wie sie im übrigen Lebensmittelbereich gefordert sind. Wobei, gerade weil Sie die Wursterzeugung ansprechen, hier natürlich auch gewerberechtliche Belange zu beachten sind.

Präsident Dr. Schreiner: Nächste Wortmeldung, Herr Abg. Böhm!

Abg. Böhm: Herr Landesrat!

Es wird ja auch in der Landwirtschaft nicht ohne mittelfristige Finanzplanung gehen. Wie schauen denn die Mittel bis 1999 in dieser mittelfristigen Finanzplanung aus?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Wolfgruber: Auf Bundesebene hat man für das Jahr 1996 und 1997 ein Doppelbudget geschnürt. Es geht darum wie das geplante Doppelbudget 1998/99 aussehen wird. Jetzt dem vorzugreifen, das kann ich aus der Position des Landes nicht machen.

Präsident Dr. Schreiner: Herr Abg. Böhm!

Abg. Böhm: Herr Landesrat!

Wenn Du uns das heute nicht sagen kannst, bist Du dann bereit, eine mittelfristige Vorschau auf den Finanzierungsbedarf des Landwirtschaftsbudgets bis 1999 schriftlich zur Kenntnis zu bringen und uns einmal etwas vorzulegen?

 

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Wolfgruber: Ich kann von seiten des Landes natürlich nur bedingt darauf einwirken, wie die Entwicklung in dem Bereich Umweltprogramm sind. Wir im Bundesland Salzburg haben ja fast 100 % der Bauern erfaßt und es ist eigentlich absehbar, daß auch bei einer Öffnung, also bei der Aufhebung des Einstiegstopps für Salzburg keine wesentlichen Veränderungen entstehen. Sehr wohl wird ein Mehrbedarf zu erwarten sein. Aber durch das mögliche Wachstum in den übrigen Bundesländern könnte es natürlich passieren, daß es durch die Verschiebung der Finanzierungsanteile, die Verdünnung der Mittel der EU und die Steigerung der Mittel von Bund und Ländern auch wieder unser Bundesland vermehrt trifft. Hier diese Entwicklung heute und von dieser Stelle abzusehen, wäre vermessen.

Präsident Dr. Schreiner: Nächste Wortmeldung, Herr Dr. Burtscher!

Abg. Dr. Burtscher: Herr Landesrat!

Ich ersuche Sie um eine Antwort auf eine Frage die eine Ja- oder Nein-Antwort ermöglicht: Schließen Sie aus, daß Sie vor der Veröffentlichung im ORF am 7.Oktober bzw. vor der Veröffentlichung "Salzburger Bauern" in einem anderen Gremium die fixe Zusage, nicht das Besprechen, die fixe Zusage gegeben haben, daß diese Förderungserhöhung stattfindet?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Wolfgruber: Herr Abgeordneter!

Ich verkündige meine Maßnahmen nie zuerst über ORF und Medien, sondern zuerst in den zuständigen Gremien!

 

Präsident Dr. Schreiner: Herr Dr. Burtscher!

Abg. Dr. Burtscher: In welchem Gremium haben Sie erstmals die fixe Zusage über diese Förderungserhöhung der Flachgauer Milchbauern gemacht?

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Wolfgruber: Da müßte ich den Terminkalender genau studieren. Ich kann das an dieser Stelle nicht. Aber ist so um die Zeit Beginn Oktober gewesen. Zu dem Zeitraum als erkennbar war, daß es zusätzliche Zahlungen von seiten der Europäischen Union gab. Früher nicht.

Präsident Dr. Schreiner: Frau Klubvorsitzende!

Abg. Mag. Burgstaller: Herr Landesrat!

Darf ich Sie ersuchen, uns die Genehmigung der Europäischen Kommission gemäß Art 143 vorzulegen, weil Sie ja der Meinung sind, das fällt unter die degressive Milchpreisausgleichszahlung. Wir möchten die Genehmigung sehen, die diese von Ihnen angekündigte Maßnahme deckt.

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Wolfgruber: Frau Abgeordnete!

Das gibt überhaupt keine Schwierigkeit. Bei den Verlautbarungen der Austria Markt, der AMA, die hier in ihren monatlichen Publikationen die Grundlagen, die genehmigten Grundlagen, verlautbart, die Richtlinien, und Sie werden das ehebaldigst zugestellt bekommen.

 

Präsident Dr. Schreiner: Frau Klubvorsitzende!

Abg. Mag. Burgstaller: Ich kenne die Verlautbarungen. Ich glaube aber nicht, daß das durch diese Verlautbarungen gedeckt ist. Ich darf Sie also ersuchen, uns die konkrete Genehmigung vorzulegen.

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Wolfgruber: Das werden Sie bekommen.

Präsident Dr. Schreiner: Herr Abg. Hornegger!

Abg. Hornegger: Herr Landesrat!

Ich komme noch einmal zurück zur ÖPUL-Förderung: War für Sie der Einstiegstopp, der im Frühjahr gemacht wurde, nicht eine Fehlentscheidung des Herrn Ministers, wenn jetzt von der EU mehr Geld ausbezahlt wird? Die zweite Frage: Ich möchte Dir gerne behilflich sein bei der Antwort an den Herrn Kollegen Burtscher, in welchem Gremium das vorher gesagt wurde, aber da ich im Vorstand vertreten bin, sage ich das Datum nicht dazu.

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Wolfgruber: Bezüglich des Einstiegstopps habe ich, meine ich, schon genügend erläutert: Für das Land Salzburg ist das kein Problem und wäre es auch für das heurige Jahr kein Problem gewesen, aber die begrenzten Finanzierungsmöglichkeiten und die Möglichkeit des Wachstums in anderen Bundesländern haben den Landwirtschaftsminister dazu gezwungen und auch die Evaluierungsvorgaben der Europäischen Union, daß man die einzelnen Maßnahmen überprüft über die Wirksamkeit, daß es für das Jahr 1996 hier einen Einstiegstopp gegeben hat.

 

Präsident Dr. Schreiner: Wir haben noch genau zwei Minuten! Noch einmal der Herr Hornegger!

Abg. Hornegger: Herr Landesrat!

Ich glaube schon, daß für Sie der Einstiegstopp kein Problem war. Aber für die gesamte Bauernschaft war es ein großes Problem, daß der Herr Minister die Weisung gegeben hat, weil jetzt die Mittel freigeworden wären und ich finde es nicht richtig, wenn Sie die Frage des Kollegen Holztrattner dahingehend beantworten, daß diese Mittel dann für Wegebau oder sonstwas verwendet werden. Es sind ÖPUL-Mittel und die sollten auch zweckgewidmet verwendet werden.

Präsident Dr. Schreiner: Herr Landesrat!

Landesrat Wolfgruber: Die Zahlungen der Europäischen Union sind für das Umweltprogramm verwendet worden. Nur durch diese Zahlungen ist es möglich geworden Bindungen auf seiten des Bundes in diesem freifinanzierten Bereich Strukturmaßnahmen, Investitionsförderungen, Güterwegebau, wieder aufzuheben, weil der Bund ansonsten seine Verpflichtungen zur Finanzierung für das heurige Jahr nicht hätte erfüllen können.

Präsident Dr. Schreiner: Damit ist die Fragestunde abgeschlossen. Nach der Geschäftsordnung muß ich jetzt schließen. Wir kommen zum

 

Punkt 5: Einlauf

Im Einlauf befinden sich eine Fülle von dringlichen Anträgen. Ich bitte den Herrn Schriftführer mit der Verlesung zu beginnen.

 

Abg. Fritzenwallner (verliest):

5.5 Antrag der Abg. Ing. Griessner, Dr. Nindl, Roßmann und Hofer betreffend ein Landesverfassungsgesetz, mit dem der Proporz in der Salzburger Landesverfassung beseitigt werden soll - Nr. 87 der Beilagen

Abg. Haider: Zur Geschäftsordnung!

Zweiter Präsident Mag. Thaler (hat den Vorsitz übernommen): Zur Geschäftsordnung, Herr Klubobmann Haider!

Abg. Haider: Auf die Verlesung könnte verzichtet werden, nachdem die dringlichen Anträge alle schriftlich vorliegen.

Zweiter Präsident Mag. Thaler: Gibt es dagegen einen Einwand? Das scheint nicht der Fall zu sein, dann wird auf die Verlesung der Dringlichkeit des Antrages, verzichtet, aller verzichtet, und wir kommen sofort zur Debatte. Wortmeldung, Herr Klubobmann Ing. Griessner!

Abg. Ing. Griessner: Herr Präsident! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren!

Die ÖVP hat zu diesem Antrag die Dringlichkeit nach § 60 Abs 5 der geltenden Geschäftsordnung des Salzburger Landtages begehrt und ich darf dieses Begehren nach Dringlichkeit begründen:

Wie aus der Präambel ersichtlich, schieben wir die Diskussion über die Änderung der Landesverfassung im Zusammenhang mit der Abschaffung des Proporz schon über Jahre vor uns her. Es muß nun endlich einmal Schluß sein. Auch damit, daß wir einander wechselweise die Schuld darüber und dafür zuschieben, daß hier keine Entscheidungen getroffen werden.

Es geht uns heute nicht darum festzustellen, wer hat die bisherige Diskussion verhindert. Sondern es geht uns darum, daß wir gemeinsam uns wirklich dazu entschließen uns ganz eindringlich und ausführlich mit dieser sehr wichtigen Materie auseinanderzusetzen.

Es ist eine zentrale Frage der Landespolitik. Sie ist sicher noch in dieser Legislaturperiode zu entscheiden und ich möchte wirklich die Fraktionen ersuchen, unserem Begehren auf Dringlichkeit beizutreten. Nach der neuen Geschäftsordnung heißt diese Dringlichkeit ja nicht unbedingt die Beratung heute oder morgen sofort im Ausschuß, sondern es besteht nach der neuen Geschäftsordnung die Möglichkeit eines dringlichen Antrages dem ein Gesetzestext beigelegt ist, daß dieser doch eine gewisse Zeitspanne vor sich hat indem wir ihn beraten können, indem wir uns ganz ausführlich mit der Materie auseinandersetzen können.

Es ist mir zwar klar geworden aufgrund der gestrigen Präsidialkonferenz, daß wahrscheinlich keine Mehrheit für die Dringlichkeit geben ist, möchte aber trotzdem betonen, daß ich sehr froh bin, daß wir zumindestens bereits einen gemeinsamen Termin für die Beratungen gefunden haben. Daß wir trotzdem auf der Dringlichkeit beharren, deshalb darauf beharren, möchte ich damit begründen, daß wir wirklich mit Nachdruck darauf schauen werden, daß wir endlich zu Beratungen und auch zu entsprechenden Beschlußfassungen kommen.

Lange diskutieren wir schon. Viele unterschiedliche Meinungen wurden ausgetauscht. Nachdem es ursprünglich ausgesehen hat als würde man sich doch im wesentlichen auf eine Änderung der Landesverfassung in dem Sinne wie vorliegend einigen, da hat sich in einigen Positionen doch wieder eine ganz andere Haltung bei der einen oder anderen Fraktion ergeben.

 

Ich möchte das jetzt nicht kommentieren. Ich möchte, daß auch wir und darum bitte ich auch Sie, die anderen Fraktionen, vorurteilslos in die Diskussion eintreten, daß wir uns um eine fundierte Diskussion bemühen, daß wir uns ganz eingehend mit dieser sehr wichtigen Materie auseinandersetzen. Die Änderung der Landesverfassung ist kein Thema das man von heute auf morgen erledigen kann. Dazu bekennen wir uns, daß wir uns ganz eingehend mit dieser Materie auseinandersetzen können.

Ich lasse aber den Vorwurf nicht gelten, daß nunmehr unsere Dringlichkeit dazu führen könnte, daß man sozusagen von heute auf morgen und sehr schnell entscheiden müßte, weil man es wirklich sehr lange hinausgeschoben hat, weil man eigentlich nicht bereit war in die Diskussion entscheidend einzutreten. Ganz gleich, ich habe es schon erwähnt, wer daran schuld sein sollte, es geht uns nicht darum, sondern es geht uns darum, mit Nachdruck Klarheit zu schaffen und mit Nachdruck dafür zu sorgen, daß wir zu einer Entscheidung kommen.

Wir wissen, daß wir zur Änderung der Landesverfassung eine breite Mehrheit brauchen. Es soll möglichst bald klar auf den Tisch gelegt werden ob die Fraktionen, die die Mehrheit für diese Änderung der Landesverfassung einbringen können, auch bereit sind, in diese Richtung zu denken und auch bereit sind an die Abschaffung des Proporzes zu denken. Ich möchte noch dazu anfügen, daß uns selbstverständlich klar ist, daß es nicht nur um diese wenigen Punkte die wir heute im Anhang im Gesetzestext vorgelegt haben geht, sondern natürlich und dazu bekennen wir uns auch, geht es auch darum, daß wir uns über die Kontrollrechte sehr ausführlich unterhalten müssen und daß wir in diesem Zusammenhang mit einer möglichen Mehrheitsbildung im Landtag und Landesregierung natürlich auch die Kontrollrechte der Opposition auch als Mehrheitsfraktionen entsprechend wahren müssen.

 

Wir werden uns dieser Diskussion sehr gerne stellen. Ich möchte noch einmal ersuchen doch der Dringlichkeit zuzustimmen. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Mag. Thaler: Ich bedanke mich für die exakte Einhaltung der Redezeit von fünf Minuten. Zu Wort gemeldet, Herr Klubobmann Haider!

Abg. Haider: Herr Präsident! Meine Damen und Herren!

Nicht nur, daß dieser Antrag schon in der Präambel falsch geschrieben ist und zwar steht betreff: "Ein Landesverfassungsgesetz, mit dem der Proporz in der Salzburger Landesverfassung beseitigt werden soll". Herr Kollege Griessner, dasselbe gilt auch für Sie, Herr Kollege Burtscher, weil ein ähnlicher Antrag auch von Ihnen da ist: In der Salzburger Landesverfassung steht kein Wort von einem "Proporz". Es steht im Art 35, Abs 2 drinnen ...

(Zwischenruf Abg. Dr. Burtscher: Aber Sie wissen was damit gemeint ist?) ..., sondern es steht drinnen: "das Verhältniswahlrecht." Und wenn Sie das Verhältniswahlrecht abschaffen wollen, dann schreiben Sie das auch richtig in Ihre Präambel hinein, weil dann können wir uns überhaupt erst darüber unterhalten.

Ich bin aber empört darüber, das sage ich Ihnen ganz klar, ich bin empört darüber und ich war es gestern schon, daß man versucht, die Landesverfassung mit einem Handstreich zu ändern. Kohl hat einmal gesagt, die Freiheitlichen stehen außerhalb des Verfassungsbogens. Ich behaupte: mit diesem Antrag stehen auch Sie, meine Herren der ÖVP, außerhalb des Verfassungsbogens. (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Wenn es eine mediale Auseinandersetzung gibt zwischen der Klubvorsitzenden Burgstaller und dem Kollegen Schreiner und Sie nehmen das zum Anlaß, mit einem Handstreich eine Landesverfassung zu ändern, so ist das empörend und für mich nicht akzeptabel. Diese

Landesverfassung, die im Jahr 1921 geschrieben wurde unter dem damaligen Landeshauptmann Oskar Maier. Damals hat man sich gut überlegt wie die Regierungsbildung sein soll. Und außerdem steht auch noch in dieser Landesverfassung, im Art 24, ich hoffe auch das habt Ihr genau nachgelesen, im Abs 2: "Jede Gesamtänderung der Landesverfassung, eine Teiländerung aber nur dann, wenn diese von einem Drittel der Mitglieder des Landtages verlangt wird, ist vor einer Kundmachung im Landesgesetzblatt einer Volksabstimmung zu unterziehen." Ich behaupte, wenn der ganze dritte Abschnitt geändert werden muß, dann ist das eine Gesamtänderung. Davon habe ich in Ihrem Antrag aber nichts gelesen, daß Sie nachher vorhaben, diesen Antrag dann, wenn er behandelt wird, - weil wir werden ihm die Dringlichkeit nicht zuerkennen -, wenn er behandelt und mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit abgesegnet wird, daß diese Änderung dann auch einer Volksabstimmung unterzogen wird.

Aber weil Sie schon in der Präambel immer wieder vom Proporz schreiben und weil Sie darüber schreiben, so hieß es zum Beispiel in Anspielung auf die Art wie die Salzburger Landesregierung zusammengesetzt wird, "Nach der Wahl sei es mit Proporz und Packelei vorbei". Ich verlange, daß es mit Proporz vorbei ist und mit Packelei! Wir haben nie etwas davon geschrieben oder gesagt vom Verhältniswahlrecht. Und ich sage Ihnen jetzt, wie der Proporz ausschaut, der in Österreich vom Nationalbankgeneraldirektor rot und schwarz bis hinunter zum Schulwart rot und schwarz aufgeteilt ist. Dieser Proporz gehört abgeschafft, da haben Sie recht und der gehört besser heute als morgen abgeschafft, da gebe ich Ihnen völlig recht. Aber dieser Proporz hat nichts, aber schon absolut gar nichts, mit dem Verhältniswahlrecht zu tun. Und wenn der Proporz so weit geht, daß sich sogar ein Kommissär in Brüssel darüber beschwert, weil von der Bundesregierung die Beamten, die hinaufgeschickt und nicht nach Qualifikation ausgesucht werden, sondern nur nach dem Parteibuch, dann wissen wir, wo wir anzuset-

zen haben, nämlich nicht am Verhältniswahlrecht, sondern am Proporz. (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Wir werden diesem Antrag keine Dringlichkeit zuerkennen. Wir werden aber selbstverständlich, so wie gestern ausgemacht, vom 14. Jänner bis zum 16. Jänner darüber beraten. Mir wäre lieber, Ihr hättet mehr Zeit, weil dann könnten wir auch bis zum 18. Jänner darüber diskutieren und werden dann versuchen, in fünf langen Ausschußtagen eine vernünftige und seriöse Lösung zu finden und keine Husch-pfusch-Aktion. (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Mag. Thaler: Als nächster zu Wort gemeldet hat sich Herr Abg. Univ.-Prof. Dr. Firlei!

Abg. Dr. Firlei: Hohes Haus!

Ich freue mich über das geradezu überbordende Interesse aller Regierungsmitglieder an dieser Debatte. Ah! Ein Regierungsmitglied sehe ich auf der Bank ... (Landeshauptmann Dr. Schausberger tritt ein: "Wir hören alles, Herr Kollege Firlei!") ... (Heiterkeit) Vielleicht gibt es noch ein paar, die da hereinlugen. Ich danke der Österreichischen Volkspartei, daß sie einen Bruchteil unseres Antrages heute übernommen hat. Des Antrages der von uns im Juni eingebracht wurde. Es wäre nicht notwendig gewesen, diesen Teil unseres Antrages jetzt dringlich zu machen, lieber Georg Griessner, aber trotzdem: symbolisch gesehen war es nett.

Zur Sache ist folgendes zu sagen: Wir können natürlich der Dringlichkeit nicht zustimmen, weil ja bekannt ist, daß wir im Zusammenhang mit der Frage der Regierungsbildung eine ganze Reihe anderer damit sachlich zusammenhängender Fragen diskutiert haben wollen. Ich verbürge mich dafür, daß dieses großes Paket, das die SPÖ im Zusammenhang mit der Verfassungsdebatte geschnürt hat, kein taktisches Manöver ist. Wir haben viel zu ausführlich in unserem Antrag auf die Nachteile des derzeitigen Regierungssystems

für die Demokratie und für die Gestaltungsfähigkeit in diesem Bundesland hingewiesen, als das nur taktisch gemeint sein kann.

Tatsächlich bitte ich Sie sehr ernst zu nehmen, daß wir diese Verfassungsdebatte zur Regierungsform zum Anlaß nehmen wollen, die gesamte Landesverfassung einer umfassenden Modernisierung und Anpassung an die heutigen Verhältnisse zu unterwerfen.

Ich freue mich, daß von der ÖVP her bereits das Signal vorhanden ist, im Zusammenhang mit der Regierungsbildung die Rechte der Opposition mitzubeachten. Ich glaube daß es zu einem funktionierendem Wechselspiel im Sinne von Mehrheit und Minderheit gehört, daß eine faire Chance besteht für die Opposition, wenn die Regierung nicht ausreichend gute Politik macht, diese Regierung abzulösen. Hier bedarf es einiger Anpassungen. Denken Sie an das Recht der Untersuchungsausschüsse, das ein hartes Instrument für die Opposition sein soll und sicher nicht von einem Mehrheitsbeschluß abhängig sein soll. Auch der Informationszugang sollte verbessert werden.

Ich glaube, daß, wenn man auf den Bund verweist, liebe Kolleginnen und Kollegen, könnte man ja sagen: "Ja die haben das ja alles auch nicht, was bei uns hineinreklamiert wird." Grundrechte in die Landesverfassung, stärkere Minderheitenrechte, Verankerung von Anwaltschaften usw. Aber gerade der Bund lehrt uns ja, nicht zuletzt am Beispiel des Sparpaketes, das ich nach wie vor als einen "Putsch von oben" bezeichne, so wie es durchgeführt wurde, daß es auch auf Bundesebene einen Anpassungsbedarf etwa im Verhältnis von Parlament und Regierung gibt. Oder daß es einen Anpassungsbedarf gibt, klarzustellen welche Rolle die Verbände in unserem Staat spielen und welche Rolle die Regierung und das Parlament spielt.

 

Wir haben auch im Salzburger Landtag erlebt, daß es möglich ist, daß soziale Errungenschaften im Bereich der Sozialhilfe in einer doch sehr, sehr harten Weise in Frage gestellt werden, so daß wir darüber reden müssen welche grundrechtlichen Absicherungen etwa sinnvoll sind. Es zeigt auch die heutige Debatte über die Frage des Ärztearbeitszeitgesetzes und des Krankenanstaltengesetzes meines Erachtens mit aller Deutlichkeit, daß immer wieder die Gefahr besteht, daß seitens der Landesregierung der Landtag überfahren wird. Denn wir werden wahrscheinlich im Dezember ein Riesenpaket an Anpassungen im Gesundheitsbereich auf den Tisch geknallt bekommen unter einem ungeheuren Zeitdruck und wir haben nicht die Möglichkeit gehabt als Landtag irgendwelche Weichen zu stellen für unsere Verhandler, ich sage das mit aller Deutlichkeit. (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Niemand weiß, auch wenn ich jetzt von einer Seite Beifall bekomme ist mir das in der Frage vollkommen egal, es gibt keine Blankoermächtigung an unsere Verhandler und es gibt offensichtlich ein Kommunikationsproblem. Es hat niemand im Salzburger Landtag je darüber diskutiert, ob wir diese leistungs- und diagnoseorientierte Behandlung der Fälle in den Krankenanstalten haben wollen. Unter welchen Bedingungen wir das akzeptieren können. Dh. es muß zu einem besseren Wechselspiel in der sogenannten Landesaußenpolitik kommen dh., ich stelle mir vor, wir haben das in unseren Antrag hineingeschrieben, meine Damen und Herren von der Österreichischen Volkspartei, daß in gewissen Fällen so etwas wie ein Vorabentscheidungsverfahren, bei dem der Landtag grundsätzlich sagt, in welche Richtung es gehen soll und damit die Verhandler auch ein Mandat haben, eine sinnvolle Sache wäre.

Diese Dinge sind sachlich mit der Verfassungsdebatte verknüpft und wir werden Sie daher auf den Tisch legen und schon deswegen ist es mit der heutigen Dringlichkeit, meine Damen und Herren, nicht zu machen, daß wir das so schnell beschließen. Aber daß hier ein Signal gesetzt wird, daß es jetzt schnell gehen muß und

daß wir diesen, sozusagen diese Idee die da geäußert wird auch seitens der Bürgerliste, wir müssen jetzt in Kürze, also im nächsten halben Jahr, zu einem wirklichen Ergebnis kommen, das wird von uns in vollem Umfang geteilt. Das ist sozusagen der Kernantrag. Das ist das, worum es im wirklichen Kern der Regierungsbildung geht. Aber es wird darum zu ringen sein, welche Fragen damit im Zusammenhang stehen und ich sage hier nochmals: es wird ein Begleitpaket geben müssen, sonst wird die SPÖ dieser Regierungsänderung nicht zustimmen können. Ich hoffe, daß auch die Bürgerliste, zB in Fragen der direkten Demokratie oder in Fragen der Absicherung der Anwaltschaften, die ja immer wieder gefährdet und in Frage gestellt werden, ihre Vorstellungen zu diesem Begleitpaket einbringen werden. Die aktuellen Debatten im Bundesland Salzburg zeigen ja, daß die Anwaltschaften, wie die Umweltanwalt-schaften, in Frage gestellt wird. Aus Graz hören wir jetzt, daß der Kinderanwalt entmachtet wurde in seiner unabhängigen Form seitens FPÖ und ÖVP. Also auch hier gibt es einen Bedarf die Landesverfassung zu modernisieren.

Damit also für meine Fraktion: Wir sind seit Juni gesprächsbereit. Wir haben ein umfassendes Paket. Wir sind für Tempo. Wir möchten im nächsten halben Jahr die Sache erledigen. (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Mag. Thaler: Danke, nächste Wortmeldung, Herr Abgeordneter Roßmann. Zweite Wortmeldung seitens der Antragsteller ... (Zwischenrufe aus den Reihen der BL- und FPÖ-Abgeordneten: Zur Geschäftsordnung! Nur eine Wortmeldung!) "... jede Landtagspartei durch einen Redner beteiligen kann." "Nach kurzer Begründung des Begehrens durch den Antragsteller, jede Landtagspartei, ..." dh., die antragstellende Partei hat somit zwei Wortmeldungen zu konsumieren. Die zweite Wortmeldung, Herr Abg. Dr. Lechenauer, den Vorsitz führe ich zur Zeit, die zweite Wortmeldung

seitens der Antragsteller wird vom Abg. Roßmann konsumiert. Ich erteile ihm das Wort!

Abg. Roßmann: Herr Präsident! Meine Damen und Herren!

Ich bedanke mich bei dir Herr Präsident für die Auslegung der Geschäftsordnung. Herr Kollege Burtscher, Sie können versichert sein, auch ich habe mir die Geschäftsordnung angesehen und bin überzeugt, daß ich geschäftsordnungskonform handle. Bedanke mich noch einmal Herr Präsident.

Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es wurde heute schon viel emotionell debattiert. Die Diktion und die Wortwahl vom Vormittag von seiten der Freiheitlichen ist auch am Nachmittag die gleiche geblieben. Ich bitte noch einmal und werbe, uns die Dringlichkeit zu diesem Antrag zuzuerkennen. Es mag ungewöhnlich sein, jedoch die ÖVP hat keine andere Chance als dieses landespolitische Thema, das jahrelang debattiert wird, dringlich zu machen und nicht wieder Gefahr zu laufen, daß die Frau Klubvorsitzende Mag. Burgstaller und der Herr Klubobmann Dr. Burtscher die ÖVP und ad personam den Herrn Präsidenten Schreiner, der Verzögerung verantwortlich zu machen und ihn des Nichttuns zeien. Wir haben keine andere Chance als diesen Antrag als dringlichen einzubringen. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Wir bleiben dabei, zumal die neue Geschäftsordnung es ermöglicht, daß diese Verfassungsänderung, und da sind wir auch der Meinung, daß so etwas nicht über das Knie gebrochen gehört, daß diese Verfassungsänderung nicht im Anschluß oder während der Haussitzung beschlossen werden muß, sondern spätestens zur nächsten Landtagssitzung.

Und meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! Herr Klubobmann Haider! Du hast wiederum wortgewaltig versucht, den politischen Spagat zum System zu machen. Und du wirst dich damit abfin-

den müssen, daß wir euch beim Wort nehmen. Ich weiß, ihr hört das nicht gerne: euer Landtagsplakat "Mit Proporz und Packelei ist nach dieser Wahl vorbei". Wir werden euch hier in aller Form und in aller Anständigkeit immer wieder in die Pflicht nehmen und nicht nur bei diesem Slogan, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen, sondern wir werden dahinter da sein und alles daransetzen, daß die Wirtshausdiskussionen nicht Niveau des Landtages werden. Herr Klubobmann Haider! Wir werden Sorge tragen, daß die Wirtshausstammtischdebatten nicht zum Niveau im Landtag werden. Und Herr Landesrat Dr. Schnell! Ich bin noch bestürzt von ihren Äußerungen vom vormittag, nämlich ständig von Schandtaten zu reden ... (Zwischenruf Abg. Dr. Lechenauer: Zur Sache! Zur Sache!)

... eine politisch pointierte Aussage von Klubobmann Kohl, betreffend den Turbo in der Regierung, umzufunktionieren mit dem Vergleich der Schubumkehr wo es Tote gegeben hat, Herr Landesrat, das ist schlichtweg taktlos und das können wir so nicht hinnehmen.

Aber zurück: Der Verfassungsbogen, Herr Klubobmann Haider, den haben wir sicher nicht verlassen, auch ist das kein Handstreich, denn die Diskussion wurde auch mit dir geführt. ich bitte nur noch, Herr Prof. Firlei, auch ich verbürge mich für die ÖVP, daß wir diese Diskussion sachlich und anständig führen werden. Wir hegen nur Sorge, das ist uns bei der Wortmeldung vom Herrn Prof. Firlei schon nahegekommen, daß die SPÖ Forderungen an diese Verfassungsänderung und an die Abschaffung des Proporzes knüpft, die von uns nicht erfüllbar sind. Wir hoffen es nicht. Darum bitte ich Sie, meine Damen und Herren, der Dringlichkeit die Zustimmung zu erteilen! (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Mag. Thaler: Letzte Wortmeldung zum dringlichen Antrag der ÖVP, Klubobmann Dr. Burtscher!

 

Abg. Dr. Burtscher: Sehr geehrte Damen und Herren!

Wenn in einer Debatte über die Landesverfassung so rasch ein Handstreich bemüht wird der da im Gange sei, vom Kollegen Haider von den sogenannten Freiheitlichen, oder der Kollege Firlei, zwar einen anderen politischen Vorgang damit meinen den "Putsch von oben" als Wortwahl verwendet, dann muß es um einiges gehen, dann muß es wohl um einiges gehen.

Es geht tatsächlich um eine Neustrukturierung in der Exekutive und im Verhältnis zwischen Exekutive und Legislative. Aber es geht nun tatsächlich, Herr Kollege Firlei, nicht um eine grundsätzliche Neuregelung der Fassung in jedem Detail, die in diesem kurzen Zeitraum, den du hier ansprichst auch nicht zu leisten ist. Was ich für, trotz der Wortwahl die du hier wählst, für verhängnisvoll halte, und deswegen kommt auch der Vorwurf an euch daß Ihr diese Angelegenheit in die Länge zieht und letztlich nicht ernsthaft die Reform wollt, was ich euch vorwerfe, ist die Junktimierung mit anderen Zusammenhängen.

Es ist kein Problem vermutlich über die Frage der Einsetzung der Untersuchungsausschüsse zu sprechen und da auch ein qualifiziertes Minderheitenvotum als ausreichend anzusehen. Man kann auch zB darüber reden, ob in einer solchen Neuverteilung des Verhältnisses zwischen den Parteien beispielsweise der Landtagspräsident dann hinsichtlich des Nominierungsrechtes einer nicht in der Re-gierung vertretenen Partei zusteht, nicht, da kann man ja dann darüber reden. Aber all das sind ja Dinge, die zwar eine Diskussion erfordern, aber die keine Diskussion ad infinitum erfordern. Und das ist es was ihr betreibt obwohl diese Diskussion zunächst von uns außerparlamentarisch vor 1989 und dann seit 1990 mit Anträgen versehen worden ist. Und weil ihr in dieser Angelegenheit immer auf der Bremse steht, darf ich euch heute den großen Bremsklotz für diese Verfassungsreform überreichen. Der Kollegin Burgstaller den großen roten Bremsklotz für die Verfassungsreform,

ich darf das nachher machen. Und weil so sehr auf der Verfassungsreformbremse stehen die Freiheitlichen, kein wirkliches Argument haben, außer das, daß ihnen die Sitze ebenso wichtig sind und das Warmhalten der Sitze, darf ich ihnen den großen blauen Verfassungsreformbremsklotz überreichen. Denn Argumente fallen ihnen zu dieser Angelegenheit nicht mehr ein. Es ist tatsächlich so, daß ihnen das Risiko, Regierungssitze auch einmal nicht innezuhaben zu groß ist, daß es letztlich auf das zu reduzieren ist ... (Zwischenruf Landesrat Dr. Schnell: Ich sitze schon hinten!)

... Auch dieser Sitz ist ihnen vielleicht noch ein wenig zu groß, Herr Landesrat Schnell, aber vielleicht wachsen Sie in ihn noch hinein!

Sehr geehrte Damen und Herren! Die Diskussion erst in drei Monaten ernsthaft zu beginnen zeigt nun nicht gerade von einer ernsthaften Bereitschaft zu diesem Reformwillen. Dazu hätte es tatsächlich ausgereicht, wenn man sich die Zeit nimmt eine solche Diskussion zu führen und das im November unter Dach und Fach zu bringen. Beispielsweise die Frage der Anwaltschaften und der direkten Demokratie, Kollege Firlei. Selbstverständlich sind wir zur Reform bereit, nur die Junktimierung mit diesem anderen Reformschritt ist keine Notwendigkeit. Es hat das eine mit dem anderen unmittelbar nichts zu tun, wengleich ich für mehr Reform immer zu haben bin, aber wenn ich auf einer langen Strecke beispielsweise 100 Meter vor mir habe und 20 Meter bewältigen kann, dann habe ich zunächst einmal die Neigung dazu, diese 20 Meter hinter mich zu bringen und dann wieder Atem zu holen und die nächsten 80 Meter gerne und mit viel Ausdauer, wie wir sie auch schon bewiesen haben in der Diskussion, anzugehen. Aber die ganzen 100 Meter in einem Sprung machen zu wollen, ist von vornherein ein Unterfangen das Abgeordnete nicht zu leisten vermögen. Deshalb von uns an euch der Vorwurf der Verzögerung, der Vorwurf der Verhinderung der Reform. Nicht der Vorwurf, die Debatte auch seriös führen zu wollen, aber der Vorwurf, keine Entscheidung in der Sache zu wollen, weil es Nöte innerhalb der Fraktion gibt. Da

will ich nicht Salz in die Wunden streuen. Ich kenne das und das ist unangenehm, aber man muß irgendwann einmal drüber kommen und sagen was Sache ist und eine Entscheidung fällen und dieser Zeit-punkt ist im Salzburger Landtag längst gekommen. (Beifall der ÖVP- und SPÖ-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Mag. Thaler: Meine Damen und Herren! Die Debatte zur Dringlichkeit ist damit erschöpft. Wir kommen zur Abstimmung. Wer mit dem Begehren auf Dringlichkeit einverstanden ist, bitte ich um ein Zeichen mit der Hand! Gegenprobe! Das Begehren auf Dringlichkeit wurde mit Mehrheit von SPÖ und FPÖ abgelehnt. Damit wird es zu einem normalen Antrag.

Wir kommen damit zu

5.19 Antrag der Abg. Dr. Burtscher, Dr. Hochreiter und Dr. Meisl betreffend die Reform der Landesverfassung mit dem Ziel das Proporzsystem durch das System der freien Regierungsbildung abzulösen - Nr. 101 der Beilagen

Nachdem vereinbart wurde auf die Verlesung zu verzichten, bitte ich um Wortmeldungen. Frau Klubvorsitzende Burgstaller!

Abg. Mag. Burgstaller: Hohes Haus! Meine Damen und Herren!

Ich bin eigentlich stolz auf diesen Bremsklotz. Ich halte es nämlich für einen Skandal, daß eine Oppositionspartei und da vornehmlich die einzige Oppositionspartei in diesem Landtag, so bezeichnet sie sich immer, einen derartigen dringlichen Antrag einbringt. Also ich verstehe die Welt nicht mehr. Wenn die Oppositionspartei eine Verfassungsreform fordert, dann ist es ja geradezu logisch, daß sie gleichzeitig auch die Möglichkeiten der Opposition stärken will, dann kann doch nicht Klubobmann Burtscher, als einziger Oppositionsführer, herausgehen und sagen: "Machen

wir zuerst die Änderung des Verhältniswahlrechtes und der Rest wird sich schon irgendwie ergeben." Das ist grenzenlos naiv. Und weil wir nicht so naiv sind, wissen wir auch, entweder es gibt eine Verfassungsreform in einem Guß oder es gibt nur ganz simpel eine Änderung der Regierungsform und sonst gar nichts.

Kollege Burtscher, ich höre eigentlich sonst immer von der grünen Seite was anderes, nämlich daß gerade auf der Bundesebene das Parlament, der Nationalrat, das Vollzugsorgan der Regierung ist, weil ohnedies in der Koalitionsregierung schon alles ausgemacht ist. Dieser Gefahr sollten wir uns hier nicht aussetzen. Daher glaube ich und bin ich überzeugt davon, daß wir wenn, dann eine Verfassungsreform machen müssen und nicht eine einfache Abschaffung des Proporzsystems. Dazu bekennen wir uns und dazu haben wir einen Antrag eingebracht. Ich kann mich nicht erinnern, daß irgendjemand von einer anderen Fraktion große Sehnsucht danach gehabt hätte, unseren Antrag, der im Mai eingebracht wurde, zu behandeln. Weder im Sommer, noch im Herbst. Wir haben das mehrfach vorgeschlagen. Also ist das eigentlich nichts anderes als populistisches Getöns, sonst nichts, denn ansonsten wäre man ja durchaus in der Lage gewesen, Vorschläge zu machen, für Beratungen. Manchmal überkommt mich doch der Verdacht, daß es dem Kollegen Burtscher nach vielen Jahren Opposition momentan nurmehr darum geht, auf der Regierungsbank zu sitzen, denn sonst kann man so etwas nicht verstehen, daß jemand hergeht, der in dieser Diskussion vielleicht in der Vergangenheit ganz wertvolle Vorschläge gemacht hat und sagt: "Liebe Regierung, mache uns doch bitte eine Regierungsvorlage zur Änderung der Verfassung. Was drinnen stehen soll, das wollen wir eigentlich nicht mit in Auftrag geben." Es soll wahrscheinlich nur drinnen stehen "Schafft's den Proporz ab" und dann wird der Landtag das vollziehen. Wenn das das Szenario ist, das uns blüht, daß der Landtag nur mehr das beschließt, was die Regierung vorlegt, ohne Wenn und Aber, da machen wir sicher nicht mit. Herr Kollege Burtscher, ich glaube, vorher muß der Landtag sich einigen, was die großen Bausteine einer Verfassungs-

reform sind. Was dann an Ergebnis herauskommt, sollte Grundlage sein für eine Regierungsvorlage. Ich hoffe sehr, daß wir diese Vorlage im Frühjahr erarbeiten können. Nützen wir den Jänner für sinnvolle Diskussionen, nicht eine Primitivdebatte Proporz ja oder nein, sondern für eine Verfassungsreform, die ja immerhin die Karten in Zukunft ganz neu mischen kann.

Wir sind enttäuscht, daß dieser Antrag alles sein soll, was eine Oppositionspartei, die einzige Oppositionspartei im Salzburger Landtag, zur Frage der Verfassungsreform zu sagen hat. Wir lehnen auch diese Dringlichkeit ab, denn die Dringlichkeit einer derartigen Regierungsvorlage gibt es nicht. Es gibt bereits eine indirekte Regierungsvorlage als Anhang zum ÖVP-Antrag, die offensichtlich dem Kollegen Burtscher ausreichen würde. Wir hoffen, daß wir im Jänner einen besseren Vorschlag ausarbeiten. Danke. (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Mag. Thaler: Nächste Wortmeldung, Abg. Dr. Lechenauer!

Abg. Dr. Lechenauer: Herr Präsident! Meine Damen und Herren!

Zwei angeblich dringliche Anträge und der Gehalt davon: "Heiße Luft, fest aufgequirrlt". Salzburger Nockerl sind eine echt harte Sache dagegen, gegen das was da drinnen steckt. Wer mit der Landesverfassung so spielt, der kommt nicht einmal in den Genuß dessen der Salzburger Nockerl ißt, weil die sind wenigstens süß. Das schmeckt bitter und schal. Es ist schlicht und einfach eine Pflanzerei, daß man die Änderung der Landesverfassung dringlich durchpeitschen sollte. Es gibt überhaupt nichts, was daran dringlich ist an diesem Antrag. Man will sich in Szene setzen. In der SVZ wird dann wieder ein Artikel stehen wie schrecklich die Sozialdemokraten und die Freiheitlichen waren, daß sie die Reform der Landesverfassung verhindert haben. Na, bitte! Das werden wir auch aushalten. Das Blatt erscheint Gott sei Dank unter Ausschluß

der Öffentlichkeit. Wenn man sich das anschaut: die Bürgerliste hat, wie die Kollegin Burgstaller richtig dargestellt hat, überhaupt keine Substanz hineingebracht. Denn eines ist in einer Verfassung wichtig: Regierung und Opposition sind zwei verschiedene Dinge, Regierung und Gesetzgebung sind zwei verschiedene Dinge. Im Sinne des englischen Ausdrucks von "Checks and Balancies" muß eine Kontrolle möglich sein. Die Kontrollrechte des Landtages, sind aufgebaut auf einem Proportionalwahlsystem, auf der Konsensualdemokratie im Bereich der Landesregierung. Wenn man die Landesverfassung im Bereich der Landesregierung auf ein freies Mehrheitswahlsystem ändert, das ist durchaus vorstellbar. Gott sei Dank, kann ich dem Kollegen Burtscher nicht unterstellen, daß er glaubt zusammen mit der ÖVP in diesem Land jemals noch die Mehrheit zu bilden, das ist rein von der Bevölkerung schon ausgeschlossen. So eine Mehrheit wird nicht mehr gewählt, aber vielleicht geht's dann mit den Liberalen, falls die einmal die Hürde schaffen, aber es gilt eines: Die Landesverfassung kann man sicher in manchen Bereichen verbessern, man möge sich aber hüten, an der Landesverfassung herumzubasteln. Dringlich wie gesagt ist gar nichts daran, denn wir haben, und das ist interessant, in beiden Anträgen fehlt das, soweit ich mich erinnere einmal einen Landtagsbeschluß gefaßt über die Einsetzung einer Enquetekommission über die Reform der Landesverfassung. Wenn ich mich recht erinnere war ich bei einer Sitzung davon. Ich weiß nicht ganz, was hindert eigentlich die zuständigen Personen die Kommission wieder einzuberufen? Hat man es nicht mögen was die Herren dort gesagt haben? Wollte man es mit ihnen nicht ausdiskutieren? Ich kann mich jedenfalls nur erinnern, daß wir damals einen Vormittag Zeit hatten und die Konzepte zwar vorgestellt wurden, aber nicht sehr inhaltlich tiefschürfend erörtert werden konnten. Vielleicht sollte man damit beginnen und nicht mit Schaumschlägerei hier im Landtag. Und ich weiß nicht, wenn die ÖVP sich gegen den Ausdruck des "Verfassungsputsches", des "kalten Staatsstreiches" verwehren will, dann möge sie mir eines erklären: Im Art 36 Abs 4 2. Satz,

da steht drinnen, daß man jetzt Landesregierungsmitglieder in Hinkunft kooptieren soll. Ja wo kommen wir denn da hin in dem Land, wenn der Herr Landeshauptmann sich seine Regierungsmitglieder kooptiert und nicht einmal mehr eine Wahl braucht. Herr Landeshauptmann! Sie planen den Verfassungsputsch! Sie sind außerhalb des Verfassungsbogens, das ist typisch, was Sie hier machen! (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Dr. Thaler: Nächste Wortmeldung, Klubobmann Dr. Burtscher!

Abg. Dr. Burtscher: Sehr geehrte Damen und Herren!

Dieser Eindruck ist so nachhaltig, daß ich in Hinkunft mit dem Kollegen Dr. Lechenauer immer "Salzburger Nockerl" assoziieren werde, mehr nicht. Damit hat sich die Sache dann auch erschöpft. Und deswegen will ich auch auf die Kollegin Burgstaller replizieren, die Frage des Vorgehens. Ich habe ja schon von dieser verständlichen, und ich sage das tatsächlich, verständlichen Schwierigkeit, das eigene Rollenverständnis zu definieren im Rahmen eines solchen Regierungssystems, davon habe ich schon gesprochen. Ich konzediere deswegen auch, daß man sich dafür Zeit herausnehmen möchte. Was ich nicht mehr konzedieren kann ist, daß die Diskussionszeit darüber schon im Landtag selbst sechs Jahre und sogar mehr anhält. Daß also diese Forderungen und Vorschläge unsererseits schon so weit zurückreichen, in die Zeit vor der Gabriele Burgstaller im Salzburger Landtag, und daß die Argumente immer wieder ähnliche waren: "Wir brauchen Zeit, wir haben interne Diskussionen, wir arbeiten etwas aus." Und seit Juni hat man dann auch etwas vorgelegt. Und darüber sind wir auch bereit ernsthaft zu diskutieren. Ich sage nur, daß ihr uns nicht für so naiv halten sollt, daß man die Fußangel nicht auf den ersten Blick erkennen kann, die man hier für ein Umgehen der Reform legen möchte. Und deswegen sei es ganz deutlich gesagt: Es ist weitgehend schon heute Rechtsbestand von Verfassung, ich nenne zB das Recht eines

Sonderlandtages oder ich nenne die ganze Palette der Interpretationsrechte, schon weitestgehend Rechtsbestand, daß die Opposi-tion oder kontrollwillige Abgeordnete die Regierung stellen können. Da gibt es Instrumentarien. Woran es krankt und woran es mangelt, das ist der Wille das auch zu tun. Da fühlen wir uns immer wieder bestätigt darin, daß dieses Proporzsystem eben der Anlaß dafür ist, daß Kontrollrechte von den anderen Fraktionen mit Ausnahme der Bürgerliste nicht ernsthaft in Anspruch genommen werden. Diese Bestätigung kann man ja immer erkennen. Man weiß ja, daß man mit einem Dr. Thaller, der so inferior, so arrogant, so von der Sache völlig überfordert antwortet wie heute, man weiß, daß man mit diesem wieder Regierungsbeschlüsse auf den Weg bringen muß und deswegen sind auch andere Fraktionen nicht bereit, derartiges Verhalten im Landtag entsprechend zur Rede stellen. Das ist ein Beispiel von mehreren, aber weil es geradezu jungen Datums ist, möchte ich Ihnen das zu Bewußtsein bringen. Wir haben fast alle Möglichkeiten, den Untersuchungsausschuß dazu das sage ich und allenfalls die Wahl im Präsidium. Aber darüber hinausgehen wird nicht sehr viel notwendig sein, weil alles andere ist politische Willensbildung. Nur eines wird nicht stattfinden: Das die Minderheit die Mehrheit sein wird. Das wird es im Parlament in Salzburg auch dann nicht geben, wenn das Proporzsystem abgeschafft ist. Da kommen wir nicht drüber, das ist eine mathematische Frage letztlich und keine politische, Kollege Firlei.

Aber wir können über verschiedene Materien selbstverständlich reden. Ich bin nur nicht bereit dem zu folgen, daß heute die Instrumentarien der Geschäftsordnung und der Landesverfassung der-art untaugliche werden, daß man die Kontrollrechte nicht wahrnehmen kann. Man kann es sehr wohl und die Bürgerliste hat das in der Vergangenheit bewiesen und zwar nach Willen und Tat. Die anderen Fraktionen haben hier einen Nachholbedarf. Deswegen ersuche ich Sie, dieses Manöver nicht stattfinden zu lassen, Forderungen zu stellen, die sachlich völlig überzogen sind und sie zu verbin-

den, zu junktimieren mit einer Zustimmung zur Änderung des Regierungssystems.

Ich darf noch dem Kollegen Haider sagen: Also mittlerweile wissen auch Sie, daß unter dem Art 35 Verhältniswahl gemeint ist der Proporz. Das hat sich nun bis zu Ihnen durchgesprochen, ich glaube dann können wir da die Diskussion fortsetzen, wenn wir das einmal als gemeinsames Verständnis und Vokabel verwenden können. Was ich auch zu Ihnen durchsprechen sollte ist, daß der Abschnitt 3 die gesamte Vollziehung betrifft in der Landesverfassung, aber die Regierungsbildung nur einen Paragraphen davon ausmacht und deswegen nicht der ganze Abschnitt, der geht glaube ich, bis weit in die 40iger Paragraphen hinein, Sie sollten hier also nicht versuchen, ich weiß ja um die Hilflosigkeit in ihrer Situation, zuerst zu verlangen, daß man den Proporz abschaffen soll und dann eine 180°-Wendung zu machen und dann das auch noch argumentieren zu müssen, das ist gleich einem Ding der Unmöglichkeit und aus dieser Verlegenheit werden Sie in den ganzen kommenden Monaten nicht herauskommen. Sie sind die Partei der Verhinderer der Reform. Sie wollen das nicht. Wir können uns das auch er-klären, weshalb Sie es nicht wollen. Sie haben sich selbst auch mit Ihrem Verhalten, so wie Sie es heute hier an den Tag gelegt haben außerhalb der Regierungsfähigkeit letztlich gestellt. Das müssen Sie sich selbst vorhalten lassen und das können Sie allenfalls korrigieren, nur wird das lange brauchen bis man derartige Mängel, derartige Mängel, auch nur einigermaßen kompensieren kann und einen anderen nachhaltigen Eindruck erwecken kann. Ich ersuche Sie allerdings darum, Herr Kollege Schnell, ich bin am Wort, Sie sind der Adressat meiner Botschaft ... (Zwischenruf Landesrat Dr. Schnell: Wer hat denn die Mehrheit, Herr Kollege Burtscher, zählen Sie einmal durch!) ... Herr Kollege Schnell, ich ersuche Sie mit diesen Polemiken wie Sie sie heute unqualifiziert vom Stapel gelassen haben, sofort aufzuhören und damit Ihre Regie-

rungsfähigkeit zumindest im Stil unter Beweis zu stellen. (Beifall der BL-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Mag. Thaler: Nächste Wortmeldung, Abg. Roßmann!

Abg. Roßmann: Herr Präsident! Meine Damen und Herren!

Herr Kollege Lechenauer! Ich weise namens der ÖVP-Fraktion, die von Ihnen verwendete Diktion strikt zurück, der Landeshauptmann mache einen Verfassungsputsch. Ich glaube, so ähnlich hat das geheißen. Meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! Ist Ihnen nicht bewußt, was Sie mit Ihrer Wortwahl anrichten! Das geht von Schandtaten am Vormittag, vom Handstreich zum Verfassungsputsch. Ich bitte Sie kollegial inständig: Machen Sie nicht Gebrauch von solchen Diktionen! Und Herr Kollege Lechenauer, Ihnen als Jurist müßte bekannt sein, daß der Art 36 Abs 4 eine Fortschreibung der geltenden Landesverfassung ist. Sie emotionalisieren, sind entweder nicht informiert oder geben sich nicht informiert. Das ist die Tatsache. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Mag. Thaler: Wird von der Bürgerliste eine zweite Wortmeldung verlangt? Das ist nicht der Fall! Dann kommen wir zur Abstimmung über die Dringlichkeit des Antrages. Wer mit dem Begehren auf Dringlichkeit einverstanden ist, bitte ich um ein Zeichen mit der Hand! Danke, Gegenprobe! Auch diesem Antrag wurde mit Mehrheit von seiten der SPÖ und der FPÖ die Dringlichkeit verwehrt. Der Antrag ist somit als normaler Antrag eingebracht.

Wir kommen damit zu den beiden inhaltlich sehr ähnlichen Anträgen nämlich

 

5.1 Dringlicher Antrag der Abg. Bommer, Mayr und Mag. Thaler betreffend Maßnahmen gegen die zunehmenden Belastungen der Salzburger Bevölkerung durch den internationalen Straßentransitverkehr - Nr. 80 der Beilagen

5.2 Dringlicher Antrag der Abg. Dr. Burtscher, Dr. Hochreiter und Dr. Meisl betreffend die sprunghafte Zunahme des Lkw-Transitverkehrs auf der Tauernautobahn und die deshalb kurzfristig notwendige Anhebung der Nachtmaut auf der Tauernautobahn-Scheitelstrecke - Nr. 82 der Beilagen

In der Präsidialkonferenz gestern abend wurde vereinbart, diese beiden dringlichen Anträge nicht zu debattieren und ihnen die Dringlichkeit zuzuerkennen. Ich lasse daher über beide Anträge in einem abstimmen. Wer mit der Zuerkennung der Dringlichkeit einverstanden ist, bitte ich um ein Zeichen mit der Hand! Danke, Gegenprobe! Die beiden Anträge wurden somit als dringlich erachtet und in der Ausschußsitzung entweder heute oder morgen einer Behandlung zugeführt. Als nächster kommt zur Behandlung der

5.13 Antrag der Abg. Haider, Dr. Lechenauer und Hornegger betreffend die Senkung der EU-Mitgliegs-Beitragszahlungen - Nr. 95 der Beilagen

Hier wurde von seiten der Freiheitlichen Partei die Debatte angemeldet. Wer meldet sich zu Wort? Herr Dr. Lechenauer!

Abg. Dr. Lechenauer: Herr Präsident! Meine Damen und Herren!

Hintergrund des Antrages ist die Notwendigkeit, daß sich das Land Salzburg in die Debatte um die Änderung der Regionalförderung, der Strukturförderung, der sogenannten drei Fonds der EU einschaltet. Das jetzige Förderungsprogramm ist bis zum Jahr 1999

beschlossen und es kommen täglich Meldungen aus Brüssel, wie man diese Fonds ändern könnte.

Ich verweise darauf, daß dem Salzburger Landtag zugegangen ist, das Dokument VST 7/429 vom 3. Oktober 1996, welches ein Positionspapier der Bayerischen Staatsregierung für eine Reform der Struktur- und Regionalpolitik der EU beinhaltet. Dieses Dokument hat ohne Graphiken 56 Seiten ich nehme daher nicht an, daß der Großteil der Abgeordneten es heute schon gelesen hat. Es wird daher gut sein, wenn im Rahmen der Debatte sich noch einige Mitglieder des Ausschusses kundig machen, damit eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Problem möglich ist, die über die Frage von bloßen Schlagworten hinausgeht.

Es ist tatsächlich so, daß zum jetzigen Zeitpunkt ca. 51 % der Bevölkerung der EU auf eine oder andere Weise Anspruch auf Förderungsmittel hätten. Wenn nun das System geändert wird, im Jahr 1999 muß es insbesondere so geändert werden, daß die Strukturfonds in der Lage sind, auch einen Beitritt der mittel- und osteuropäischen Länder auszuhalten. Die Finanzmittel die hiefür not-wendig sind, sind von beachtlicher Höhe und man möge sich vor Augen halten, daß 50 % des EU-Budgets in die Agrarpolitik gehen, 33 % in die Strukturpolitik, in diesem Bereich sind also schon 83 % der gesamten Finanzmittel der EU verplant.

Der Präsident des Europäischen Rechnungshofes Friedmann hat erwähnt, daß für die Osterweiterung allein im Agrarsektor S 265 Mrd. jährlich an Mehrbedarf bestehen. S 130 Mrd. zusätzlich jährlich für die Strukturpolitik. Diese Finanzmittel sind nicht vorhanden. Noch dazu wenn man bedenkt, daß ca. 10 % der Mittel zweckwidrig, also Stichwort betrügerisch, das sind also ca. S 100 Mrd., jährlich verwendet werden. Es besteht akuter Handlungsbedarf, daß das Land Salzburg eine Position zur Reform der Strukturfonds erzielt und dann diese Haltung auch vertritt. Der Herr Landeshauptmann ist in diesem Sinne aufgefordert, in seiner

Position als Mitglied der Landeshauptleutekonferenz, wie auch als Mitglied des Ausschussses der Regionen, eine Position des Landes Salzburg zu vertreten, denn es ist wichtig, daß wir uns nicht immer nur reaktiv auf Papiere anderer Mitgliedstaaten beziehen oder anderer Bundesländer, sondern auch einmal selbst eine Position hiezu ausarbeiten.

Die freiheitliche Position in diesem Sinne wäre, daß das Land Salzburg, die Republik Österreich, auf Förderungsmittel verzichtet, wenn im Gegenzug dazu die Beitragszahlungen herabgesenkt werden. Damit werden Finanzmittel frei die national und regional direkt verwendet werden können. Wir sind der Ansicht, wir können auf die Kofinanzierungsbeiträge verzichten, das kommt uns billiger, wenn wir direkt fördern an dem Ort, wo die Mittel gebraucht werden.

Ich ersuche diesem Antrag die Dringlichkeit zuzuerkennen. Der Antrag sollte insbesondere zwecks Auseinandersetzung mit dem Papier der Bayerischen Staatsregierung möglichst rasch im Salzburger Landtag, im Europaintegrationsausschuß behandelt werden. (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Mag. Thaler: Nächste Wortmeldung, Prof. Firlei!

Abg. Dr. Firlei: Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren!

Wir Sozialdemokraten lieben die Strukturfonds, das ist bekannt. Sie sind ein Instrument der europäischen Umverteilung, des Ausgleichs von Strukturschwächen und damit der Realisierung der Harmonisierung von Rechtsvorschriften im Sozialbereich, im arbeitsrechtlichen Bereich, im Umweltbereich. Nur wenn wir die schwächeren Gebiete stärken und an das Niveau der stärkeren heranführen ist es möglich, sinnvoll über harmonisierende Regelungen zu reden.

Das ist der Hintergrund, wir stehen dazu, wir können uns auch noch eine stärkere europäische Strukturpolitik vorstellen. Das eigentliche Problem ist die Osterweiterung. Das wurde von den Freiheitlichen richtig erkannt. Wir stehen dieser Osterweiterung aus vielen Gründen sehr skeptisch gegenüber. Wir verlangen hier eine Garantie dafür, daß es zu keinen Dumpingfolgen kommt, und dieser Prozeß kann daher nur sehr langsam vor sich gehen. Daher wird das befürchtete Tempo mit der damit verbundenen Überforderung der europäischen Fonds sicher nicht eintreten.

Ich darf auch noch darauf verweisen, daß diese Strukturfonds die Mitgliedstaaten zu einer rationalen Förderungspolitik zwingen, das in weitaus größerem Ausmaß als das bisher in Österreich erforderlich war, die Förderungsmaßnahmen geplant und fachlich vorbereitet sein müssen.

Die Strukturfonds bewahren uns also vor einem Rückfall in den klassischen österreichischen Feudalismus, der vorher geherrscht hat, wenn es um Förderungen gegangen ist. So daß ich also sagen kann, keine Dringlichkeit, aber natürlich eine aktive Beteiligung des Landes Salzburg an der Reform dieser Strukturfonds. Darüber muß aber ausführlich geredet werden. Das kann in der kurzen Zeitspanne die bei einem Dringlichkeitsantrag zur Verfügung steht, nicht passieren. (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Mag. Thaler: Danke, nächste Wortmeldung, Herr Abg. Präsident Mödlhammer!

Abg. Mödlhammer: Herr Präsident! Hohes Haus! Meine Damen und Herren!

Der Antrag der FPÖ baut auf Vermutungen, auf vage Aussagen, auf Ankündigungen auf, deren Auswirkungen aber heute kein Mensch abzuschätzen in der Lage ist. Kein Mensch kann sagen was es bedeu-

tet, wenn der Strukturfonds aufgelöst wird, kein Mensch kann sagen, was es bedeutet, wenn die Regionalförderungen für die Gebiete 1B oder 5B verändert werden. Wir haben erfahren müssen und wir haben heute einen Bericht des Herrn Landeshauptmannes zur Kenntnis nehmen können, in dem sehr klar Bilanz über das erste Jahr gezogen wird. Aber es ist kein vollständiges Jahr und wir wissen auch nicht, wie sich die Förderungsproblematik weiter entwickelt. Und ich werde in den nächsten Tagen den Herrn Landtagspräsidenten bitten, daß wir uns im Rahmen des Europaausschusses über diese Problematik unterhalten. Aber, meine Damen und Herren, es ist sicher nicht seriös, wenn man vor Vorliegen eines Ergebnisses die Dringlichkeit eines Antrages beantragt.

Die Österreichische Volkspartei tritt für eine seriöse und ausführliche Diskussion dieser Problematik ein. Wir werden ausreichend Zeit dazu brauchen. Die Problematik ist sicherlich nicht so, daß sie innerhalb von ein oder zwei Stunden erledigt werden kann.

Der Herr Klubobmann Haider hat heute gesagt, er wendet sich gegen eine Husch-pfusch-Aktion, wir wenden uns auch dagegen und lehnen daher die Dringlichkeit ab. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Mag. Thaler: Nächste Wortmeldung, Herr Klubobmann Burtscher!

Abg. Dr. Burtscher: Sehr geehrte Damen und Herren!

Ich bin erstens dafür, daß über die Rolle Österreichs in der EU auch über die Frage der Verhältnismäßigkeit der Beitragszahlungen nachgedacht und gesprochen wird. Ich bin zweitens dafür, daß wir die Rolle Österreichs nicht primär über die Höhe der Beitragszahlungen definieren, sondern den EU-Prozeß nach wesentlich anderen Kriterien beurteilen und ich bin drittens dafür, daß derartige

Anliegen, wie sie hier vorgebracht sind, dem EU-Integrationsausschuß des Landtages, der ohnehin keine Übertätigkeit aufweist, als Aufgabe zugewiesen werden und dort eine entsprechende Behandlung erfahren. Ich bin deshalb gegen die Zuerkennung der Dringlichkeit und eine Behandlung im zuständigen Ausschuß.

Zweiter Präsident Mag. Thaler: Danke, gibt es noch eine Wortmeldung seitens der Antragsteller? Das scheint nicht der Fall zu sein, dann lasse ich über das Begehren auf Dringlichkeit abstimmen. Wer damit einverstanden ist, bitte ich um ein Zeichen mit der Hand! Danke, Gegenprobe! Das Begehren wurde mit Mehrheit abgelehnt. Damit ist dieser Antrag zu einem normalen Antrag geworden. Wir kommen damit zu

5.14 Antrag der Abg. Haider, Blattl und Höggerl betreffend die Einführung einer Gesamtrechnung für Kunden der landeseigenen Elektrizitätsgesellschaft - Nr. 96 der Beilagen

Von seiten der Freiheitlichen wurde die Debatte angemeldet. Gibt es eine Wortmeldung? Bitte Herr Klubobmann Haider!

Abg. Haider: Herr Präsident! Hoher Landtag!

Ich werde hier die Begründung sehr kurz fassen. Ich brauche, glaube ich, nicht über die krisengeschüttelte Tourismuswirtschaft und überhaupt über das krisengeschüttelte Gewerbe reden. Jede kleine Erleichterung, die möglich ist und die von uns beeinflußt werden kann, hilft, und sei sie noch so gering.

Wir wissen alle, daß die Rahmenbedingungen, die uns der Bund sowohl im Tourismus als auch in anderen Bereichen vorgibt, nicht gerade ideal sind. Hier könnte man eine kleine Erleichterung damit erreichen, daß es verschiedenste Betriebe gibt, die mehrere Standorte in einem Ort haben und wenn diese Betriebe in der Ab-

rechnung der SAFE zusammengefaßt werden könnten, so könnte man dadurch einen billigeren Strom kaufen. Es wären ein paar Schilling, die wiederum helfen würden, daß die krisengeschüttelte Tourismuswirtschaft, das krisengeschüttelte Gewerbe, sich wieder etwas leichter tun würden. Daher ersuche ich, der Dringlichkeit stattzugeben, um dieses Problem möglichst schnell zu lösen. (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Mag. Thaler: Nächste Wortmeldung, Herr Abg. Böhm!

Abg. Böhm: Herr Präsident! Meine Damen und Herren!

Von den in den letzten Stunden besprochenen Hochspannungsthemen zu den Niederspannungsanlagen der Saalbacher Hotellerie. Ich kann keine Dringlichkeit in diesem Antrag erkennen, außer die SAFE ist knapp davor, den Hotels in Saalbach den Strom abzudrehen. Es gibt aber jetzt, um zur Sache zu kommen, ... (Zwischenruf Landesrat Dr. Schnell: Das war jetzt keine polemische Erklärung?) ... zwei gravierende Fakten - Herr Landesrat, Sie mögen sich irgendwo auskennen, aber in der Elektrotechnik wahrscheinlich nicht -, zwei Fakten die Probleme wahrscheinlich entscheidend unterstützten werden, um diesen Antrag umzusetzen, und zwar ein technisches und ein kaufmännisches Problem.

Erstens einmal die Standortgebundenheit: Der Strom hat keine Flügerl, er braucht Transformatoren, er braucht Leitungen, er braucht Zähler, und gerade diese Zähler sind es, die eben eine individuelle Berechnung möglich machen. Die Erfassung und die Verrechnung ist das Problem, um diesen Antrag umsetzen zu können.

Und zweitens - das zweite große Problem - die Wertigkeit und die Zeit. Es gibt verschiedene Arten, verschiedene Charaktere von Verrechnungen, und zwar Tagstrom, Nachtstrom. Es gibt das Gastge-werbe, es gibt die Industrie, es gibt unterschiedliche Kosten und

unterschiedliche Tarife. Wenn die Hotellerie jetzt kommt und sagt "Wir wollen einen Einheitstarif, wir wollen alle zusammen verrechnet werden", dann kann auch das Gewerbe und die Industrie kommen und sagen "Wir wollen das gleiche" und ich glaube, daß das System, das jetzt von der SAFE aufgebaut wurde, nämlich diejenigen, die in ihren Bandbreiten bleiben und weniger verbrauchen, zu belohnen und diejenigen, die Spitzen erzeugen, mit höheren Kosten zu belegen, dann völlig aus den Fugen geraten würde und man müßte ein völlig neues System einführen.

Andere Landesgesellschaften haben - gleich lieber Charly, halte Dich ein wenig zurück - andere Landesgesellschaften haben dieses System als vorbildlich übernommen. Wenn wir dieses System jetzt in Frage stellen, dann bedarf es einer umfassenden Änderung dieser Abrechnungsmodalitäten und ich glaube, daß man für die Zukunft sicherlich darüber reden kann, daß aber von heute auf morgen eine Umstellung und eine Zusammenfassung, weil es gerade 30 Saalbacher Betriebe betrifft, nicht von heute auf morgen ändern kann und unsere Fraktion lehnt daher die Dringlichkeit dieses Antrages ab. Bitte Herr Landesrat! ... (Zwischenruf Landesrat Dr. Schnell: Es liegt ein Irrtum vor. Es geht darum, daß eine Gesellschaft, wo mehrere Betriebe umfaßt sind, verschiedene Stromtarife bezahlen muß) ... Es geht darum, daß jeder Hotelbetrieb nicht die gleichen Voraussetzungen zur Verrechnung und zum Tarif hat. Es gibt eine Nachtbar, die in der Nacht Strom verbraucht, daher der Name Nachtbar, und es gibt eine Frühstückspension, die beim Frühstück mehr Strom verbraucht und es gibt ein Restaurant, das zu Mittag mehr Strom verbraucht. Daher gibt es drei verschiedene Voraussetzungen, um Verrechnungen durchführen zu können. Daher ist es zum jetzigen Zeitpunkt und zum jetzigen technischen Stand nicht möglich, einen Tarif für verschiedene Gewerbebetriebe, sprich Tourismusbetriebe, festzulegen und daher glauben wir: Sollte es technisch möglich sein, in der Zukunft eine Verrechnung festzulegen, die diesen Umständen gerecht wird, dann ja, aber die

Dringlichkeit dieses Antrages ist in der jetzigen Form nicht gegeben. (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Mag. Thaler: Nächste Wortmeldung, Klubobmann Ing. Griessner!

Abg. Ing. Griessner: Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren!

Zu diesem Antrag bzw. zum Begehren nach Dringlichkeit darf ich grundsätzlich feststellen, daß dieser Antrag sicher einer breiten umfassenden Diskussion unterzogen werden sollte. Ich glaube schon, daß wir uns im Ausschuß mit diesem Antrag eingehend auseinandersetzen müssen, weil er nicht nur die Fremdenverkehrsbranche betrifft, sondern auch darüber hinaus viele Branchen betroffen sind. Es wäre sicher nicht sinnvoll, jetzt aufgrund der Zustimmung, aufgrund der Dringlichkeit heute noch sozusagen im Schnellsiedeverfahren eine Beratung durchzuführen, weil es doch darum geht, daß es Besitzer von mehreren Stromverbrauchsanlagen in einer Gemeinde gibt. Sie sind in einem Versorgungsgebiet der Landesgesellschaft, aber auch unter Umständen im Bereich des Versorgungsgebietes der Salzburger Stadtwerke, die müssen ja auch miteinbezogen werden in die Beratungen. Relativ häufig betroffen von dieser Situation sind in erster Linie Tankstellen, Postämter, Handelsketten, Banken, Schnellimbißketten, Private, usw. Betroffen sind halt in Einzelfällen natürlich die Besitzer mehrerer Anlagen des Gast- und Beherbergungsgewerbes.

Diese Probleme sind ja der SAFE seit längerem in vollem Umfang bewußt. Die SAFE bemüht sich seit Jahren im Rahmen des Möglichen tarifliche Sonderregelungen zu treffen, um der besonderen Problematik dieser Branche gerecht zu werden. Es ist also nicht so, daß hier nicht Bemühungen zur Verbesserung und zur Vereinheitlichung schon vorhanden sind.

Zu diesen Sonderregelungen zählen ja bereits unter anderem Regelungen hinsichtlich des Wärmeverbrauches, für Elektroküchen und ähnliches. Die gemeinsame Verrechnung mehrerer Anlagen, soweit sie sich in räumlicher Nähe befinden, wird in geeigneten Fällen ebenfalls bereits praktiziert. Es ist also nicht so, daß hier nicht schon sehr viel geschehen ist. Die Gesamtstromverrechnung für mehrere Anlagen führt aber generell nicht zu einem günstigeren Stromtarif, das sollte uns auch bewußt sein, weil hier, wie schon betont wurde, mehrere tarifliche Maßnahmen zusammenwirken. Sie erfassen auch den viel weiteren Kreis der Fremdenverkehrsbranche. Ich glaube also, daß dieses Gebiet sehr umfangreich ist, sehr umfassend ist, daß also nicht nur die SAFE miteingeschlossen werden sollte, daher brauchen wir hier, glaube ich, ausführlich Zeit und aus diesen Gründen ist die ÖVP-Fraktion nicht bereit, der Dringlichkeit zuzustimmen. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Mag. Thaler: Nächste Wortmeldung, Klubobmann Dr. Burtscher!

Abg. Dr. Burtscher: Sehr geehrte Damen und Herren!

Sie kennen unsere Bereitschaft zur Reform der Tarifgestaltung zwar nicht in dem Sinn, in dem sie hier die Freiheitlichen vorschlagen, aber ganz generell eine Notwendigkeit für eine zeitgemäße Strom- und Energiebereitstellungs- und -verbrauchspolitik. Ich möchte diesen Anlaß hernehmen, um Ihnen an dem Beispiel etwas klarzumachen versuchen, liebe Kollegen von der Freiheitlichen Partei.

Ich habe mich in den beiden vorhergehenden Wortmeldungen zum Verhältnis zwischen Regierung und Landtag geäußert. Ich habe Sie mehrfach dringendst darum ersucht - auch die Kollegen von der Sozialdemokratischen Partei -, die bestehenden Rechte des Landtages, insbesondere die Kontrollrechte des Landtages, mit mehr Aufmerksamkeit wahrzunehmen und auch tatsächlich wahrzunehmen. Ich

nehme dieses Ihr Vorbringen zum Anlaß klarzumachen, daß ich derartiges nicht als primäre Aufgabe einer Landtagsentscheidung ansehe, zwar ein hochpolitisches Thema, aber ich meine, daß wir in dieser Rollenverteilung im parlamentarischen System, der Rollenverteilung zwischen Regierung und Opposition, zwischen Regierung und Parlament, weitgehend davon absehen sollten, die Geschäfte der Regierung über das Parlament zu machen. Ich weiß, daß immer wieder eine Initiative im Parlament dazu angediehen sein kann, etwas weiterzubringen. Allerdings in einem solchen Detailvorhaben, in Agenden der Regierung oder in einer der Regierung vorge-lagerten Wirtschaftseinrichtung wie der SAFE einzugreifen, halte ich nicht für die primäre Aufgabe, wenn überhaupt eine Aufgabe des Landtages und schon gar nicht auf dem Weg über einen dringlichen Antrag.

Sie mögen nun, Herr Kollege Schnell, beispielsweise, wenn Sie eine derartige Argumentation von mir hören, wiederholt hören, das mit der Platitüde abtun "Ja, der macht der Regierung die Mauer" mitnichten, ich ringe darum. Ich ringe darum, daß wir auf sachliche Weise und auf harte Weise in der Sache die Kontrollrechte des Landtages in Anspruch nehmen und daß Sie sich zum Beispiel auch nicht bieten lassen, wie ein Regierungsmitglied - in diesem Falle der Herr Kollege Thaller oder in anderem Falle auch eine Unzulänglichkeit beim Kollegen Wolfgruber - sich in derartiger Weise dem Parlament gegenüber in einem Interpretationsverfahren verhält. Darum ringe ich, hier das eigene Verständnis des Landtages aufzubauen und die Rechte des Landtages wahrzunehmen und es tunlichst zu unterlassen, die Tätigkeitsbereiche zu vermischen. Das würde uns allen gut tun. Und ich sage das auch darauf zurückblickend, daß wir in früheren Jahren viel häufiger und jetzt auch noch gelegentlich inhaltliche Vorbringen, die in den Exekutivbereich hineinragen, haben. Das machen wir aber, wenn dann in aller Regel über den Antragsweg, das ist auch legitim und dann wird das die Behandlung im Ausschuß erfahren. So meine ich, daß dieser Ihr

Antrag eine entsprechende Behandlung im Ausschuß erfahren wird, aber nicht am heutigen Tag.

Zweiter Präsident Mag. Thaler: Die nächste Wortmeldung von seiten der Freiheitlichen Partei, Klubobmann Haider!

Abg. Haider: Herr Präsident! Hoher Landtag!

Ich muß mich aufgrund der Kolleginnen und Kollegen, die sich zu Wort gemeldet haben, auch noch einmal zu Wort melden, weil ich einige Mißverständnisse ausräumen muß.

Der Herr Kollege Böhm stellt fest, daß die Erfassung und die Berechnung das große Problem sind. Ich zitiere einen Brief der SAFE, wo es um dieses Problem geht, in dem steht folgendes: "Dies würde in vielen Fällen eine spürbare Entlastung für den Besitzer zur Folge haben. Finanztechnische Probleme der SAFE dürften meiner Meinung nach lösbar sein." Das ist ein Brief der SAFE, ich zeige ihn Dir dann auch später. Daher vermute ich, daß das System der Berechnung nicht so ein großes Problem sein kann.

Ich bin sehr froh, daß der Kollege Griessner wenigstens das Problem erkannt hat. Kollege Griessner, da geht es darum, daß es Unternehmer mit mehreren Betrieben gibt, - der hat eine Tischlerei, eine Pension und ein Gasthaus und zahlt drei verschiedene Stromtarife, wird dreimal mit drei Zählern abgerechnet und ist ein- und derselbe Besitzer, ein- und dieselbe Familie. Ist es denn so schwierig, daß man diese drei Zähler - ich verstehe, daß man nicht einen Zähler für diese drei Häuser finden kann, weil wie hat der Kollege Böhm gesagt "Der Strom hat kein Flügerl", ich weiß Kollege Böhm, er geht über so Kabeln, super ist das -, daß man diese drei Zähler abliest und einfach den Nachstrom und den Tagstrom zusammenzählt.

 

Ich verstehe auch, daß bei dem geringen Personalaufwand, den die SAFE, die TKW und die alle haben, daß es sehr schwierig sein muß, weil wenn man so wenig Leute zur Verfügung hat, dann ist mir schon klar, daß das ganze ein größeres Problem ist, das verstehe ich. Aber wenn der Kollege Burtscher dann noch behauptet, das wäre eine Sache, die den Landtag nichts anginge, dann muß ich ihm eines sagen: Kollege Burtscher, wir sind - er hört zwar nicht zu, er redet mit Dr. Schnell, aber der wird es ihm schon erklären - die gewählten Mandatare, und zwar zum Teil die direkt gewählten Mandatare, und haben die Probleme und Sorgen der Bevölkerung aufzugreifen und über den Landtag zu lösen.

Ich verstehe eines nicht, das muß ich schon sagen. In diesem dringlichen Antrag geht es um nichts anderes und ich lese noch einmal den Antrag vor, weil es wahrscheinlich verschiedene nicht gelesen haben: "Die Landesregierung wird ersucht, an den Vorstand der SAFE heranzutreten und zu versuchen, für Besitzer von mehreren Anlagen in einer Gemeinde eine Gesamtstromrechnung zu erreichen, damit für diese ein günstigerer Stromtarif zur Anwendung kommen kann."

Ja, ist es denn so schwierig, daß man die Landesregierung ersucht, daß für uns Abgeordnete, weil wir können es nicht, das bei der SAFE zu erledigen, nachdem die SAFE ein landeseigenes Institut ist? Ist es wirklich so schwierig? Und vielleicht ist die SAFE sogar imstande, das kann ich mir aufgrund des Briefes, den ich in der Hand habe, vorstellen, vielleicht ist die SAFE sogar imstande, daß sie dieses Problem schnell löst, vielleicht dauert es auch eine Zeit. Aber wenigstens den Versuch wäre es wert und daher verstehe ich überhaupt nicht, wie die ÖVP als sogenannte Wirtschaftspartei, sogenannte gewesene ehemalige, daß die so einem Antrag die Dringlichkeit nicht zuerkennt und sagt: "Ah, den Antrag tun wir zu den normalen dazu und da warten wir halt und wenn es im Juni so weit ist, dann ist es halt so weit. Und wenn es in der Session nicht mehr geht, dann geht es halt nimmer." Ich

verstehe so etwas nicht, denn das ist ein Antrag, der in fünf Minuten erledigt sein könnte. (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Zweiter Präsident Mag. Thaler: Meine Damen und Herren!

Wir kommen zur Abstimmung. Wer mit dem Begehren nach Dringlichkeit einverstanden ist, bitte ich um ein Zeichen mit der Hand. Danke, Gegenprobe! Dem Antrag wurde mit Mehrheit die Dringlichkeit nicht zuerkannt.

Wir kommen damit zum dringlichen Antrag der Bürgerliste.

5.3 Dringlicher Antrag der Abg. Dr. Hochreiter, Dr. Burtscher und Dr. Meisl betreffend die mit dem Ärztearbeitszeit verbundenen gesetzlichen Neuregelungen - Nr. 84 der Beilagen

Von seiten der Bürgerliste wurde signalisiert, daß sie keine Debatte begehren. Wir kommen also zur Abstimmung. Wer mit dem Begehren der Dringlichkeit einverstanden ist, bitte ich um ein Zeichen mit der Hand. Danke, Gegenprobe! Dem Begehen nach Dringlichkeit wurde zugestimmt.

Wir kommen damit zu

5.20 Antrag der Abg. Dr. Burtscher, Dr. Hochreiter und Dr. Meisl betreffend die Beibehaltung der Neutralität Österreichs und die Ablehnung eines Beitrittes der Republik zur NATO - Nr. 102 der Beilagen

Auch hier wurde keine Debatte seitens der Antragsteller angemeldet. Wir kommen damit sofort zur Abstimmung. Wer mit dem Begehren nach Dringlichkeit einverstanden ist, bitte ich um ein Zeichen mit der Hand. Gegenprobe! Die Dringlichkeit wurde mit Mehrheit abgelehnt. Ich danke.

Wir sind damit am Ende der dringlichen Tagesordnung. Wir kommen jetzt zur Zuweisung der übrigen Einläufe.

Es handelt sich um 18 Anträge, 31 Anfragen, einen Landesrechnungshofbericht und einen Rechnungshofbericht.

5.4. Antrag der Abg. Dr. Schreiner, Ing. Griessner, Mag. Burgstaller, Haider und Dr. Burtscher betreffend die Bahnstrecke München - Mühldorf - Salzburg - Nr. 86 der Beilagen

5.6 Antrag der Abg. Ing. Griessner, Hofer, Mag. Neureiter und Saliger betreffend Maßnahmen gegen den Mißbrauch von Kindern -

Nr. 88 der Beilagen

5.7 Antrag der Abg. Ing. Griessner, Lienbacher und Mag. Neureiter betreffend die Wasserschutzverordnungen für das Bluntautal und das Einzugsgebiet des Tauglbaches und seinen Mündungsbereich

- Nr. 89 der Beilagen

5.8 Antrag der Abg. Ing. Griessner, Roßmann, Dr. Nindl und Mödlhammer betreffend die Änderung der Nationalratswahlordnung bezüglich der Festlegung der Auflagefrist der Wählerverzeichnisse -

Nr. 90 der Beilagen

5.9 Antrag der Abg. Ing. Griessner, Forsthuber, Mag. Neureiter und Saliger betreffend die Anerkennung der Gebärdensprachen in Österreich - Nr. 91 der Beilagen

5.10 Antrag der Abg. Ing. Griessner, Dr. Nindl, Mag. Neureiter, Karl und Saliger betreffend Maßnahmen zur Attraktivierung der Lehrlingsausbildung - Nr. 92 der Beilagen

 

5.11 Antrag der Abg. Mag. Burgstaller, Mag. Strebl und Oberndorfer betreffend eine Mitfinanzierungspflicht der Hauptwohnsitzgemeinde eines Kindes bei Aufnahme dieses Kindes in eine Kinderbetreuungseinrichtung einer anderen Gemeinde - Nr. 93 der Beilagen

5.12 Antrag der Abg. Mag. Burgstaller, Rainer und Dr. Firlei betreffend eine Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre - Nr. 94 der Beilagen

5.15 Antrag der Abg. Naderer, Haider und Dr. Lechenauer betreffend eine Gemeindehaushaltsreform - Nr. 97 der Beilagen

5.16 Antrag der Abg. Haider, Dipl.-Vw. Hofer, Höggerl und Hornegger betreffend die Erstellung eines Zentralkataloges für Förderungen aus Landesmitteln - Nr. 98 der Beilagen

5.17 Antrag der Abg. Dr. Lechenauer, Haider und Dipl.-Vw. Hofer betreffend das Besuchsprogramm für offizielle Gäste des Landes Salzburg - Nr. 99 der Beilagen

5.18 Antrag der Abg. Naderer, Dr. Lechenauer und Haider betreffend die Ausschreibung eines Wettbewerbes für die Neugestaltung der Salzburger Landeshymne - Nr. 100 der Beilagen

5.21 Antrag der Abg. Dr. Hochreiter, Dr. Burtscher und Dr. Meisl betreffend die Aufschiebung des Baues der Parkgarage in den Landeskrankenanstalten - Nr. 103 der Beilagen

5.22 Anfrage der Abg. Dr. Hochreiter und Dr. Burtscher an Herrn Landesrat Wolfgruber betreffend die Regierungsvorlage zum Salzburger Nutztierschutzgesetz - Nr. 1 der Beilagen

 

5.23 Anfrage der Abg. Dr. Hochreiter, Dr. Burtscher und Dr. Meisl an die Landesregierung betreffend Maßnahmen zur Reduktion der Gesundheits- und Lebensgefahr aus dem Straßenverkehr -

Nr. 2 der Beilagen

5.24 Anfrage der Abg. Dr. Burtscher und Dr. Hochreiter an Herrn Landesrat Dr. Raus betreffend kleine Müllverbrennungsanlagen in Salzburg - Nr. 3 der Beilagen

5.25 Anfrage der Abg. Dr. Burtscher und Dr. Hochreiter an Herrn Landesrat Wolfgruber betreffend die bäuerliche Direktvermarktung in Salzburg - Nr. 4 der Beilagen

5.26 Anfrage der Abg. Dipl.-Vw. Hofer und Haider an die Landesregierung betreffend die Einführung der leistungsorientierten Krankenanstaltenfinanzierung - Nr. 5 der Beilagen

5.27 Anfrage der Abg. Dr. Burtscher und Dr. Meisl an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger betreffend Effizienz und Evaluation wirtschafts- und beschäftigungspolitischer Maßnahmen im Bundesland Salzburg - Nr. 6 der Beilagen

5.28 Anfrage der Abg. Dr. Meisl und Dr. Burtscher an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner betreffend den Gemeindeausgleichsfonds - Nr. 7 der Beilagen

5.29 Anfrage der Abg. Oberndorfer an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend die Besetzung des Postens des Wirtschaftsdirektors der Landeskrankenanstalten - Nr. 8 der Beilagen

5.30 Anfrage der Abg. Mag. Burgstaller und Mag. Thaler an die Landesregierung betreffend Lukrierung von Firmenmitteln durch Bedienstete der landeseigenen Krankenanstalten - Nr. 9 der Beilagen

 

5.31 Anfrage der Abg. Dr. Burtscher, Dr. Hochreiter und Dr. Meisl an die Landesregierung betreffend die Transit- und Fremdenverkehrspolitik im allgemeinen und den Bau von zweiten Tunnelröhren auf der Scheitelstrecke der Tauernautobahn im besonderen - Nr. 10 der Beilagen

5.32 Anfrage der Abg. Haider und Naderer an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner betreffend die Besprechung der Gemeindesekretäre des Flachgaues vom 21. Februar 1996 - Nr. 11 der Beilagen

5.33 Anfrage der Abg. Haider und Fritzenwallner an Herrn Landesrat Dr. Raus betreffend die Entsorgung von Koch- und Speiseresten

- Nr. 12 der Beilagen

5.34 Anfrage der Abg. Dr. Burscher, Dr. Hochreiter und Dr. Meisl an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend den Auftritt mit einem Werbespot des SPAR-Konzerns - Nr. 13 der Beilagen

5.35 Anfrage der Abg. Haider und Naderer an die Landesregierung betreffend das neue Amtsgebäude Porschehof - Nr. 14 der Beilagen

5.36 Anfrage der Abg. Haider und Naderer an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner betreffend die Umgehung der Vergabeordnung bzw. des Landesvergabegesetzes durch Salzburger Gemeinden - Nr. 15 der Beilagen

5.37 Anfrage der Abg. Dr. Meisl, Dr. Burtscher und Dr. Hochreiter an Herrn Landesrat Dr. Schnell betreffend Raumordnung in St. Koloman - Nr. 16 der Beilagen

5.38 Anfrage der Abg. Dr. Meisl und Dr. Burtscher an Herrn Landesrat Dr. Raus betreffend den Verzicht auf PVC im öffentlichen Beschaffungswesen - Nr. 17 der Beilagen

5.39 Anfrage der Abg. Haider und Naderer an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend die Ämterkumulation von Abteilungsleitern der Landesregierung - Nr. 18 der Beilagen

5.40 Anfrage der Abg. Schröcker, Mayr und Bommer an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger betreffend die Förderung des Radweges von Tamsweg nach Ramingstein - Nr. 20 der Beilagen

5.41 Anfrage der Abg. Böhm und Mayr an Herrn Landesrat Wolfgruber betreffend die Energiepolitik des Landes - Nr. 66 der Beilagen

5.42 Anfrage der Abg. Mag. Burgstaller, Dr. Firlei und Rainer an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend ein Landesbedienstetenschutzgesetz - Nr. 104 der Beilagen

5.43 Anfrage des Abg. Mag. Thaler an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend die Handhabung der Ferienzeitregelung gemäß Schulzeitgesetz § 2 Abs 5 und Abs 8 durch die Salzburger Schulen - Nr. 105 der Beilagen

5.44 Anfrage der Abg. Haider, Dipl.-Vw. Hofer und Fritzenwallner an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend die Einrichtung von Arbeitskreisen in der EUREGIO Salzburg - Berchtesgadener Land - Traunstein - Nr. 106 der Beilagen

5.45 Anfrage der Abg. Ing. Griessner, Dr. Nindl und Hofer an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner betreffend die Sozialstation Kaprun - Nr. 107 der Beilagen

 

5.46 Anfrage der Abg. Ing. Griessner, Forsthuber und Hofer an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner betreffend die Kostenentwicklung im Rahmen des Vollzuges der Jugendwohlfahrtsordnung - Nr. 108 der Beilagen

5.47 Anfrage der Abg. Ing. Griessner, Dr. Nindl, Roßmann und Mödlhammer an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner betreffend den Antrag der Gemeinde Bruck a. d. Glstr. an die Landesregierung, den Landesrechnungshof mit der Prüfung der Gemeinde zu beauftragen - Nr. 109 der Beilagen

5.48 Anfrage der Abg. Haider, Höggerl und Hornegger an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger betreffend eine Hochglanz-Werbebroschüre der Abteilung 15 über EU-Förderungsmöglichkeiten - Nr. 110 der Beilagen

5.49 Anfrage der Abg. Dr. Lechenauer und Haider an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger betreffend den Empfang einer chinesischen Wirtschaftsdelegation im Hotel Kobenzl - Nr. 111 der Beilagen

5.50 Anfrage der Abg. Ing. Griessner, Mag. Neureiter und Lienbacher an Herrn Landesrat Dr. Raus betreffend kostentreibende Praktiken in der Abfallwirtschaft - Nr. 112 der Beilagen

5.51 Anfrage des Abg. Mag. Thaler an Herrn Landesrat Wolfgruber betreffend die Einschränkung der Schutzwaldsanierungs- und der Lawinen- und Wildbachverbauungsmaßnahmen - Nr. 113 der Beilagen

5.52 Anfrage der Abg. Ing. Griessner, Roßmann und Mag. Neureiter an Herrn Landesrat Dr. Thaller betreffend die Nominierung der Salzachauen als "Natura 2000"-Gebiet - Nr. 114 der Beilagen

 

5.53 Wahrnehmungsbericht des Rechnungshofes über Teilgebiete der Gebarung bei den Bezirkshauptmannschaften im Land Salzburg, bei der Stadtgemeinde Hallein und über die Gemeinnützige Salzburger Wohnbaugesellschaft mbH

5.54 Bericht des Landesrechnungshofes "Landesplanungsstelle"

 

Wer mit der Zuweisung dieser Agenda einverstanden ist, bitte ich um ein Zeichen mit der Hand. Danke, Gegenprobe! Ich stelle Einstimmigkeit fest.

Weiters ist abzustimmen über

Punkt 6: Zuweisung von Vorlagen und Berichten der Landesregierung

6.1 Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz, mit dem das Salzburger Bienenwirtschaftsgesetz geändert wird - Nr. 19 der Beilagen

6.2 Vorlage der Landesregierung betreffend die Ermächtigung zum Eintausch von Grundstücksteilen, welche im Dritteleigentum des Landes stehen, gegen ein flächen- und wertgleiches Grundstück je im Grundbuch 56524 Itzling - Nr. 21 der Beilagen

6.3 Bericht der Landesregierung über den Nationalpark Hohe Tauern und über den Salzburger Nationalparkfonds im Jahr 1995 - Nr. 22 der Beilagen

6.4 Vorlage der Landesregierung betreffend den Landesvoranschlag und das Landeshaushaltsgesetz für das Jahr 1996 - Nr. 67 der Beilagen

 

6.5 Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz, mit dem das Salzburger Raumordnungsgesetz 1992, das Bebauungsgrundlagengesetz, das Baupolizeigesetz und die Salzburger Gemeindeordnung 1994 geändert werden - Nr. 68 der Beilagen

6.6 Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz, mit dem das Baupolizeigesetz, das Salzburger Aufzugsgesetz, das Salzburger Altstadterhaltungsgesetz 1980 und das Salzburger Ortsbild-schutzgesetz geändert werden (Baurechtsreformgesetz 1996 - BauRefG 1996) - Nr. 69 der Beilagen

6.7 Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz, mit dem eine vorübergehende baurechtliche Sonderbestimmung für die Stadt Salzburg noch einmal verlängert wird - Nr. 70 der Beilagen

6.8 Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz, mit dem das Salzburger Kindergartengesetz geändert wird - Nr. 71 der Beilagen

6.9 Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz betreffend die Tätigkeitsperiode des bestehenden Landes-Kulturbeirates - Nr. 72 der Beilagen

6.10 Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz, mit dem das Haushaltsstrukturgesetz geändert wird und Bestimmungen über eine Einmalzahlung für Magistrats- und Gemeindebedienstete im Jahr 1997 erlassen werden - Nr. 73 der Beilagen

6.11 Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz, mit dem das Salzburger Landesbeamtengesetz 1987, das Salzburger Magistratsbeamtengesetz 1981 und das Salzburger Gemeindebeamtengesetz 1968 geändert werden - Nr. 74 der Beilagen

 

6.12 Bericht der Landesregierung betreffend den Stand der Raumordnung im Land Salzburg mit Stand März 1996 (Salzburger Raumordnungsbericht 1996) - Nr. 75 der Beilagen

6.13 Bericht des Landeshauptmannes und der Mitglieder der Landesregierung an den Salzburger Landtag über aktuelle europarelevante Fragen der jeweiligen Ressortbereiche

(Nr. 76 der Beilagen)

Wer mit diesen Tagesordnungspunkten, mit der Zuweisung einverstanden ist, bitte ich um ein Zeichen mit der Hand. Danke, Gegenprobe! Ich stelle auch hier Einstimmigkeit fest. Damit unterbrechen wir die Haussitzung und gehen in den Ausschuß und morgen wird um 9:00 Uhr mit der Haussitzung fortgesetzt.

(Unterbrechung der Sitzung von Mittwoch, den 23. Oktober 1996, 16:15 Uhr bis Donnerstag, den 24. Oktober 1996, 9:05 Uhr)

Präsident Dr. Schreiner (hat wieder den Vorsitz übernommen): Darf ich Sie um Aufmerksamkeit bitten. Entschuldigt von der heutigen Haussitzung sind der Herr Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner und der Herr Landesrat Dr. Schnell. Von den Abgeordneten sind entschuldigt von der ÖVP Dr. Nindl, von der SPÖ die Abgeordneten Holztrattner und Mayr, Prof. Firlei und Frau Strebl kommen etwas später. Von der FPÖ sind entschuldigt die Frau Präsidentin Hofer und der Herr Abg. Höggerl. Von der BL der Abg. Dr. Meisl.

Sie haben in der Zwischenzeit die zweite Ergänzung zur Tagesordnung bekommen, nämlich die Erledigung der verschiedenen Anträge, wie sie gestern im Ausschuß behandelt worden sind. Gibt es einen Einwand gegen die Ergänzung der Tagesordnung? Das ist nicht der Fall, dann ist sie festgestellt.

 

Wir kommen zu

Punkt 7: Beantwortung der Anfragen

Darf ich zunächst einmal vorlesen, bei welchen Anfragen keine Debatte angemeldet wurde. Das ist

7.4 Beantwortung der Anfrage der Abg. Oberndorfer und Holztrattner an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger betreffend die Salzburger Lokalbahn - Nr. 26 der Beilagen

7.6 Beantwortung der Anfrage der Abg. Mag. Thaler und Mag. Burgstaller an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend die Verwirklichung des Guggeheim-Museums in Salzburg - Nr. 28 der Beilagen

7.7 Beantwortung der Anfrage der Abg. Dr. Burtscher, Dr. Hochreiter und Dr. Meisl an Herrn Landesrat Dr. Thaller betreffend die erfolgte Ausnahmegenehmigung für den Vogelfang im Bundesland Salzburg - Nr. 29 der Beilagen

7.8 Beantwortung der Anfrage der Abg. Dr. Burtscher, Dr. Hochreiter und Dr. Meisl an Herrn Landesrat Dr. Schnell betreffend Ausschreibungsergebnisse und Auftragsvergaben im Straßenbau - Nr. 30 der Beilagen

7.9 Beantwortung der Anfrage der Abg. Dr. Burtscher, Dr. Hochreiter und Dr. Meisl an Herr Landesrat Dr. Raus betreffend Kanalverlegungen und Kanalanschlüsse im ländlichen Raum - Nr. 31 der Beilagen

 

7.10 Beantwortung der Anfrage der Abg. Mag. Thaler, Mag. Burgstaller und Mag. Strebl an die Landesregierung betreffend die Durchführung von länderübergreifenden Maßnahmen im Sinne der Alpenschutzkonvention - Nr. 32 der Beilagen

7.12 Beantwortung der Anfrage der Abg. Ing. Griessner, Forsthuber und Fletschberger an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner betreffend die Zufriedenheitsstudie "Soziale Dienste" - Nr. 34 der Beilagen

7.21 Beantwortung der Anfrage der Abg. Dipl.-Vw. Hofer und Naderer an die Landesregierung betreffend die Sicherheitseinrichtungen für den Katastrophenschutz im Land Salzburg - Nr. 43 der Beilagen

7.23 Beantwortung der Anfrage der Abg. Hofer an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner betreffend die Besetzung des Bezirksbüros des Vereines "Frau & Arbeit" im Lungau - Nr. 45 der Beilagen

7.24 Beantwortung der Anfrage der Abg. Dr. Hochreiter und Dr. Burtscher an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner betreffend das Unfallkrankenhaus und die Unfallchirugie im Landeskrankenhaus - Nr. 46 der Beilagen

7.25 Beantwortung der Anfrage des Abg. Mag. Thaler an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger betreffend die Kosten der von der Salzburger Land Tourismus GesmbH gestarteten Salzburg-Aktion "Mach Urlaub in der Heimat" - Nr. 47 der Beilagen

7.26 Beantwortung der Anfrage der Abg. Mag. Thaler, Mag. Burgstaller und Mayr an Herrn Landesrat Dr. Schnell betreffend die Ausführungen des Raumordnungsgesetzes 1992 durch die Gemeinden - Nr. 48 der Beilagen

7.29 Beantwortung der Anfrage der Abg. Dr. Hochreiter und Dr. Burtscher an Herrn Landesrat Wolfgruber betreffend die Regierungsvorlage zum Salzburger Nutztierschutzgesetz - Nr. 51 der Beilagen

7.34 Beantwortung der Anfrage der Abg. Oberndorfer an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend die Besetzung des Postens des Wirtschaftsdirektors der Landeskrankenanstalten - Nr. 56 der Beilagen

Also, die soeben festgestellten Punkte sind damit erledigt. Ich rufe sohin auf die Anfrage

7.1 Beantwortung der Anfrage der Abg. Naderer und Dipl.-Vw. Hofer an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner betreffend die Sozialausgaben im Bundesland Salzburg - Nr. 23 der Beilagen

Keine Wortmeldung, erledigt!

7.2 Beantwortung der Anfrage der Abg. Dr. Burtscher, Dr. Hochreiter und Dr. Meisl an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner betreffend die gemeinsame Projektförderung mit der Stadt Salzburg und den Weiterbestand des Sozialzentrums Lehen - Nr. 24 der Beilagen

Wortmeldungen? Keine, erledigt! 7.3 Bitte!

Abg. Mag. Burgstaller: Der Herr Landeshauptmann-Stellvertreter Gasteiger ist noch nicht anwesend. Können wir sie zurückstellen? Ich hätte nur eine aktuelle Frage an ihn.

Präsident Dr. Schreiner: Dann stelle ich die Frage 7.3 vorläufig zurück. Ich rufe auf

7.5 Beantwortung der Anfrage der Abg. Dr. Meisl und Dr. Burtscher an die Landesregierung betreffend gesetzwidrige Baumaßnahmen am Brennhoflehen - Nr. 27 der Beilagen

Wem darf ich das Wort erteilen? Herr Dr. Burtscher!

Abg. Dr. Burtscher: Sehr geehrte Damen und Herren!

Die Causa Brennhoflehen ist keine taufrische. Die Positionen über die Frage der Verbauung des Brennhoflehens sind einigermaßen abgeklärt. Was sich aber dennoch auch in der Entwicklung des letzten Jahres als Frage stellt, ist, ob es, wie immer man zur Frage der Verbauung steht, dort im Rahmen der Gesetze und im Rahmen dessen zugeht, was wir an rechtmäßigem Verhalten von Regierungsmitgliedern erwarten müssen, als Landesparlament erwarten müssen.

Hier ist es so, das geht aus der Anfragebeantwortung ganz eindeutig hervor, daß festgestellt ist, daß das Naturschutzgesetz von einem Bauherrn verletzt worden ist, indem dort eine 65 x 5 m messende Zufahrt ausgekoffert und beschottert wurde, auch nach Einstellungsbescheid noch fortgesetzt wurde und daß es daraufhin nach dem Naturschutzgesetz einen Wiederherstellungsbescheid geben müßte, aber nicht gibt. Dieser Vorgang ist bemerkenswert.

Im Jänner dieses Jahres wurde die Sache inhaltlich behandelt und geklärt und Ende Jänner/Anfang Februar den Landesregierungsmit-gliedern - es ist das eine Sache des Dreierkollegiums Raus/Thaller/Wolfgruber - zugemittelt. Und was passiert dann? Grob geschätzt - ich mag mich um den einen oder anderen Tag hier irren - dauert es drei oder vier Tage bis im Umlaufweg die zuständigen Landesräte Thaller und Raus die Angelegenheit erledigen. Und seit 15. Februar bis heute 24. Oktober liegt dieser Akt auf dem Schreibtisch von Landesrat Wolfgruber und wird nicht erledigt und wird nicht behandelt, wird nicht gegengezeichnet.

Man mag zum Brennhoflehen stehen wie man will, aber daß in einer relativ oder in einer nicht relativ, sondern in einer tatsächlich höchst bescheidenen Causa der Landesrat Wolfgruber glatte Rechtsverweigerung betreibt, ist vom Landesparlament nicht hinzunehmen. Ich bitte Sie das zu sehen, wie immer Sie die Causa Brennhoflehen betrachten. Aber daß dort ganz einfach der Landesrat Wolfgruber hergeht und sagt "Ich unterschreibe nicht" und dann noch eine hanebüchene Begründung nachliefert: "Es könnte ja sein, daß das der Gang des Verfahrens bestätigt, daß dort ohnehin gebaut werden darf und mit Baumaßnahmen fortgesetzt wird." Ja, wo kommen wir denn da hin, wenn jeder in einem Rechtsverfahren Beteiligte sagt "der Lauf der Dinge könnte erweisen, daß sich die Sache ganz anders entwickelt".

Wir müssen unsere Regierungsmitglieder auf den Boden des Rechtsstaates bringen, dort wo sie so flagrant daneben sind. Auch wenn sie wenig Rechtsbewußtsein haben oder keine Juristen sind, wie der Landesrat Wolfgruber. Aber acht Monate lang einen Akt liegen zu lassen, der bei den anderen Regierungsmitgliedern vier Tage zur Gegenzeichnung braucht und durch diese Rechtsverweigerung des Landesrates Wolfgruber einen Zustand herbeizuführen, der gegen das Naturschutzgesetz ist, das ist etwas, was nicht angehen darf.

Ich bitte Sie, liebe Kollegen von den anderen Fraktionen, ob Sie nun in der Causa Brennhoflehen unsere Position teilen oder nicht, sich auf dieses Faktum zu konzentrieren, daß hier Willkür in einem unerträglichen Ausmaß stattfindet. Man könnte ja, wenn man diese hanebüchene Begründung des Landesrates Wolfgruber hört, mit der gleichen Begründung sagen: "Wenn jetzt das Raumordnungsverfahren bei der Landesregierung seinen Fortlauf nimmt und wenn jetzt möglicherweise bei der Landesregierung eine positive aufsichtsbehördliche Behandlung stattfindet, dann werden wir das ebenfalls nicht umsetzen, weil wir ja nie wissen, ob der Verfassungsgerichtshof die Sache wieder kippt," wenn man die Argumenta-

tion des Landesrates Wolfgruber gelten läßt. Aber die darf man eben nicht gelten lassen. In einem Rechtsverfahren ist derjenige, der dazu handelt, an das Recht gebunden und nicht an seine von ihm gewünschten Profite.

Ich bitte Sie deshalb, hier mit Ihrer Kritik nicht hinter parteipolitischen Barrieren zurückzuhalten und dem Landesrat Wolfgruber für dieses unakzeptable Verhalten der Rechtsverweigerung entsprechend in die Schranken zu weisen.

Präsident Dr. Schreiner: Danke! Weitere Wortmeldungen? Herr Landesrat!

Landesrat Wolfgruber: Herr Präsident! Hohes Haus!

Der Akt ist im Februar dieses Jahres auf meinem Schreibtisch gelandet. Ich habe in Abstimmung mit dem damaligen Landeshauptmann festgestellt, daß die Gemeinde eindeutige planerische Absichten betreibt, die diesen Wiederherstellungsauftrag obsolet machen. Es hat sich durch die Verzögerung im Verfahren bedauerlicherweise diese planerische Abänderung bis heute hingezogen, darum ist dieser Akt auch bei mir liegengeblieben. Es wäre aber den Einschreitern jederzeit möglich gewesen, über einen Devolutionsantrag das Betreiben auch wieder ins laufen zu bringen.

Im letzten meine ich aber, daß es völlig unsinnig ist, eine Straße oder den Beginn eines Straßenbaus wieder letztlich zu eliminieren, um dann, wenn eliminiert ist, mit der planerischen Voraussetzung konfrontiert zu sein, daß ich die Straße dann sowieso bauen darf. Also, der Bürger draußen würde einen solchen Vorgang überhaupt nicht verstehen und ich bekenne mich zu dieser Vorgangsweise.

 

Präsident Dr. Schreiner: Herr Dr. Burtscher!

Abg. Dr. Burtscher: Sehr geehrte Kollegen!

Sie haben es gehört. Der Respekt des Rechtsstaates beim Herrn Landesrat Wolfgruber reduziert sich darauf, die Dinge so zu entscheiden, wie er es ohne jede Heranziehung des Gesetzes für richtig oder falsch, für günstig oder ungünstig ansieht, unter dem Kalkül, unter seinem persönlichen Beurteilungskalkül.

Das Naturschutzgesetz hat für ihn keine Relevanz. Die Notwendigkeit, ein naturschutzwidriges Verhalten zu ahnden, mit den Sanktionen des Gesetzes zu ahnden, ist für ihn nicht gegeben, weil er sich wünscht, daß die Dinge ganz anders sind. Das ist die glatte Aufgabe jedes Rechtsstaates durch das Mitglied einer Landesregierung. Das muß man mit aller Deutlichkeit feststellen. Ja, stellen Sie sich doch vor, was das heißen würde. Der Herr Webersberger in Fuschl würde ganz einfach auffahren und würde die Sache installieren und würde dann fortfahren und dann würde ein Einstellungsbescheid kommen, er dürfte, wenn es so ist, noch einmal drei Tage weiter fortfahren, und dann käme das Naturschutzverfahren in Gang und er müßte die Sache wiederherstellen. Aber der Herr Landesrat Wolfgruber sagt: "Ich wünsch mir ja den Steinbruch in Fuschl, also werde ich nichts gegen den Herrn Webersberger unternehmen." Das wäre der ganz analoge Fall zu diesem Vorgehen auf dem Brennhoflehen.

Sehr geehrte Kollegen! Der Landtag darf sich von einem Regierungsmitglied eine derartige Rechtsverweigerung nicht bieten lassen. Das Beispiel der anderen Kollegen im Dreierkollegium Thaller und Raus belegt ja, daß die Causa in sehr kurzer Zeit zu beurteilen - es ging um einen nachvollziehbaren Zusammenhang - und zu

erledigen war. Vier Tage brauchten sie dafür und der Landesrat Wolfgruber braucht dazu mehr als neun Monate und handelt nicht dem Gesetz entsprechend.

Lassen Sie sich vielleicht auch das Verhalten von Landesrat Raus durch den Kopf gehen. Er ist auch ein Befürworter der Verbauung am Brennhoflehen und behandelt diese Causa trotzdem nach dem Gesetz. Er verweigert sich nicht. Er setzt nicht sein persönliches Kalkül über das Gesetz, und das ist ihm anzurechnen, das ist zu respektieren. Aber den Respekt muß ich Ihnen zur Gänze versagen, Herr Landesrat.

Präsident Dr. Schreiner: Danke! Weitere Wortmeldungen? Das ist nicht der Fall, dann ist diese Anfrage abgeschlossen. Ich rufe auf die Anfrage

7.11 Beantwortung der Anfrage der Abg. Blattl und Naderer an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend die Drogensituation an Salzburgs Schulen - Nr. 33 der Beilagen

Wortmeldungen? Keine? Frau Blattl bitte, Entschuldigung.

Abg. Blattl: Herr Präsident! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren!

Meine Anfrage dazumal stützte sich auf einen Drogentoten in Saalfelden im Pinzgau. Seither habe ich mich sehr viel mit diesen Problemen befaßt. Leider Gottes geschah in der Zwischenzeit gar nichts, um Abhilfe zu schaffen. Es ist so, daß im Pinzgau nur zwei Personen von der Gendarmerie für diese Sache eingesetzt werden, der Pinzgau ist sehr groß. Er hat fast die Größe von Vorarlberg, und es ist nicht möglich, daß sich diese beiden Leute da tatsächlich so voll einsetzen können, um diesen Gau abzudecken.

 

Heuer hat es bereits wieder einen Drogentoter gegeben, und zwar im Oktober. Es geschah in derselben Wohnung. Man hat nichts unternommen, obwohl man wußte, daß dieser Mann, der diese Wohnung innehatte, ein absolutes Drogenzentrum in Saalfelden aufgebaut hat und jetzt wurde er selbst Opfer eines "Goldenen Schusses".

Leider ist es so, daß zu wenig in dieser Richtung unternommen wird. An den Schulen, wenn man herumhört, bekommt man keine ausreichende Antwort. Jeder schützt seine eigene Schule. Zusätzlich ist die Jugend auch noch sehr gefährdet, indem man ihnen in Lokalen sogar die Getränke mit Drogen "vermixt". Es hat solche Fälle im Pinzgau gegeben. Ich möchte noch einmal auf einen Fall zurückkommen, zum Toten im Mai dieses Jahres.

Ich habe mich mit den Eltern des Toten ausführlich unterhalten. Die Eltern haben mir erzählt, daß sie bereits im letzten Jahr mit ihrem Sohn zur Landesnervenklinik in Salzburg gefahren sind, um Hilfe zu bekommen. Der Sohn war einverstanden, sich einer Drogenkur an der Landesnervenklinik zu unterziehen. Nach einer längeren Untersuchung bekamen sie aber die Auskunft "Es ist leider noch nicht so weit mit ihm" und haben ihn nach Hause geschickt. So frage ich Sie alle: Wann ist es soweit? Ein paar Monate darauf ist er dann verstorben.

Ich bitte also sehr, daß man diesen Angelegenheiten in Zukunft mehr Aufmerksamkeit zuwenden soll, denn die Jugend ist weitaus mehr gefährdet, als wir alle annehmen. (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke! Nächst Wortmeldung, Herr Abg. Saller!

 

Abg. Saller: Herr Präsident! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren!

Ich glaube, daß Leiter, Lehrer und auch Eltern den Ernst der Lage erkannt haben. Ich bin nicht der Meinung von Frau Kollegin Blattl, daß in dieser Angelegenheit nichts oder sehr wenig in Schulen geschieht. Es mag durchaus sein, daß dort oder da zu wenig geschieht, aber ich glaube, daß Präventionsarbeit in den Schulen und bei Jugendlichen derzeit wirklich auch eine zentrale Aufgabe für viele geworden ist. Es geht ja nicht nur um Drogen, ich glaube der Begriff Sucht muß ja gerade in der Schule wesentlich erweitert werden. Denn neben Drogen geht es ja um Alkohol, Medikamente, es kommt dazu Spielsucht, Nikotin. Sucht ist ein sehr weiter Begriff in den Schulen und es geht gerade im ländlichen Bereich keineswegs nur um die "harten oder illegalen Drogen".

Es wird auch bei Schülern, auch das wissen wir, sehr oft allzu leichtfertig zum Rezept gegriffen, sei es bei Schulstreß, Schularbeitenangst und ähnlichem. Hier sind also auch die Ärzte und die Eltern in die Verantwortung zu nehmen. Dem Drogenberatungslehrer, und hier ist ein umfangreiches Netz in den Schulen aufgebaut, kommt sicher eine zentrale Aufgabe auch künftig zu. Die Ausbildung, Weiterbildung auch als Multiplikator im Lehrkörper an den Schulen, darf auf keinen Fall eingeschränkt werden. Sie läuft voll und muß auch noch weiter ausgebaut werden. Auch der Unterricht selber hat sicher noch intensiver, breitgefächerter, fächerübergreifender zu erfolgen. Ich darf also doch verweisen neben allen, was in der Beantwortung an Schriften und an sonstigen Maßnahmen angeführt ist, daß es seit kurzem die eröffnete Stelle "Akzente Suchtprävention" gibt. So war die Leiterin am Montag bei uns an der Schule und hat 60 Eltern einen Vortrag gehalten. Es war sehr interessant. Diese Suchtprävention muß sich sicher noch besser etablieren, muß verstärkt arbeiten und gerade auch die Elternarbeit einbinden.

Ich glaube, daß im Rahmen der Schulpartnerschaft Eltern, Lehrer, Schüler, Schulstellen, alle Beratungsstellen gemeinsam die Möglichkeiten zu nutzen haben, hier sowohl im Drogenbereich als auch im "legalen Drogenbereich", wie vorhin festgestellt, die Information, die Aufklärungsarbeit sehr zu forcieren ist, um die Schüler stark zu machen, daß sie einmal überhaupt nicht in Versuchung kommen, hier Kontakte in der Drogenszene zu knüpfen. Wir müßten die Schüler selber von sich aus abschirmen. Danke! (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Nächste Wortmeldung, Frau Abg. Hofer!

Abg. Hofer: Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren!

Frau Kollegin Blattl, weil Sie in Ihrer Anfrage von einer Epidemie oder von einem epidemieartigen Anstieg des Drogenkonsums bei den Jugendlichen sprechen. Ich habe hier die jüngsten Zahlen aus dem Jugendministerium und Minister Bartenstein hat letztens erklärt, daß 1 % aller Jugendlichen österreichweit regelmäßig harte Drogen konsumieren, also Heroin und dergleichen mehr. 5 % aller Jugendlichen konsumieren regelmäßig die sogenannten weichen Drogen, wie Haschisch zum Beispiel.

Es ist natürlich eine sehr hohe Zahl an Jugendlichen, jedoch glaube ich nicht, daß man hier von einem epidemieartigen Ansteigen sprechen kann. Weil Sie auch ansprechen, daß nichts oder fast gar nichts getan wird. Gerade mein Vorredner, Kollege Saller, hat hier ausgeführt, mit welch großem Einsatz die Lehrer in den Schulen aufklärend bei den Jugendlichen tätig sind. Ich glaube aber auch, daß wir Ursachenforschung betreiben sollten und uns wirklich auch einmal überlegen sollten, warum die Jugendlichen immer wieder zu derartigen Drogen greifen. Ist es das Freizeitverhal-

ten? Ist es die Wohlstandsverwahrlosung? Was ist los mit den Jugendlichen? Hat es so einen tollen Reiz, daß man zu diesen Dingen greift?

Hier möchte ich auch die Eltern nicht ganz aus der Verantwortung entlassen, denn gerade in meiner Organisation habe ich sehr viele Drogenveranstaltungen und Informationsveranstaltungen bereits abgehalten und ich habe immer wieder festgestellt, daß viele Eltern halt dieses Problem doch auch wieder ganz gerne von sich schieben und sagen "Na, meine Kinder sind brav, die tun das ohnehin nicht". Man soll ja hier nicht Angst erzeugen, aber ich glaube, wir müssen diese Dinge klar aufzeigen und auch klar diskutieren und vor allem auch mit den Eltern diskutieren, an welchen Symptomen sie bei ihren Kindern erkennen können, daß es vielleicht in die falsche Richtung abtriftet.

Das nichts geschehen ist, kann man nicht sagen, denn gerade die Polizei und die Gendarmerie arbeiten hier wirklich auch sehr hervorragend und ich möchte Ihnen hier vielleicht ein Beispiel erzählen, das sich im Sommer zugetragen hat. Eine meiner Bäuerinnen aus dem Pongau hat zwei junge Pinzgauer Mädchen zu einem Praktikum ... (Zwischenruf Abg. Mag. Burgstaller: Haben Sie mehrere?) ... Ja, ich kann auch gerne den Namen nennen. Es ist die Barbara Saller aus Bischofshofen, die zwei junge Mädchen als Praktikantinnen im Sommer in ihrer Landwirtschaft angestellt hat. Mit diesen Mädchen hat sie sich gut unterhalten. Sie waren 15/16 Jahre alt und die haben erzählt, daß sie am Wochenende immer wieder nach Unken fahren, wo es Technoparties gibt. Nicht jeden Samstag, aber halt einige Male im Sommer. Es kommt zu ihr auch immer wieder ein Polizei- oder Gendarmeriebeamter, dem sie das erzählt hat. Er hat sich dann sofort mit den jungen Mädchen unterhalten, die haben ihm dann erzählt, wann die nächste Party stattfindet. Die Gendarmerie ist dort hingefahren und sie haben acht Drogenlieferanten sofort wieder vor Ort aufgreifen können. Also, daß nichts passiert, kann man wirklich nicht sagen. Die Polizei ist

hier wirklich sehr, sehr hellhörig und redet auch mit den Jugendlichen und versucht hier schnell einzugreifen, wenn sie auch die Informationen haben.

Ich glaube wichtig ist es, ... (Zwischenruf Abg. Haider: Zuerst sperrt Ihr sie ein und am nächsten Tag läßt sie der Richter wieder aus!) ... Wichtig ist eine Zusammenarbeit, eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Eltern, zwischen Schule, zwischen Gendarmerie und vor allem auch das Vertrauen bei den Jugendlichen aufbauen, damit wir in den Gesprächen hier doch im Vorfeld in der Drogenprävention einiges an Problemen bereits abwehren können. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke! Nächst Wortmeldung, Herr Präsident Thaler!

Zweiter Präsident Mag. Thaler: Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Ich halte Anfragen dieser Art durchaus für notwendig, damit die Damen und Herren des Salzburger Landtages Informationen bekommen. Ich halte aber einige der Fragestellungen für überhaupt nicht zielführend. Etwa dergestalt, wenn gefragt wird, an welchen Schulen drogenauffällige Schüler festgestellt wurden oder Drogenmißbrauch bekannt wurde. Das würde nämlich epidemieartig, liebe Kollegin Blattl, dazu führen, daß die Schule als solches in Verruf kommt. Es ist aber nicht die Schule, woher die Schüler ihre Drogen beziehen, sondern es sind meistens die Gasthäuser, aus denen die Kinder und Jugendlichen ihre Drogen beziehen.

Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es wurden hier auch zwei Fälle aus dem Raum Saalfelden bekannt. Diese zwei Fälle sind äußerst bedauerlich, sind für die betroffenen Familien eine Katastrophe. Aber, wenn es einen Drogentoten gibt, dann wird die Öffentlichkeit hellhörig. Wenn wir jeden Montag in den lokalen

Nachrichten der Medien hören oder lesen, daß sich junge 21-, 22-, 23-Jährige auf der Fahrt von irgendwelchen Lokalitäten, wo sie von den Wirten entsprechend mit Alkohol ausgestattet werden, auf dem Weg nach Hause in den Tod fahren, weil sie mit überhöhter Geschwindigkeit an irgendeine Mauer oder einen Baum rasen, dann ist das zur Selbstverständlichkeit geworden. Wir übertreiben in dieser Hinsicht die eine Droge in ihrer Bedeutung und vergessen dar-auf, daß die andere, nämlich die gesellschaftlich bereits akzeptierte Droge Alkohol viel mehr an Toten unter den Jugendlichen herbeiführt.

Meine Damen und Herren! Gerade die beiden im Pinzgau beschäftigten Gendarmeriebeamten leisten hervorragende Aufklärungsarbeit, und das ist auch der Grund dafür, daß wir im Pinzgau eine so hohe Quote haben, weil nämlich die Aufklärungsquote so hoch ist. Die Quote in anderen Bezirken mag deshalb nicht so hoch sein, weil dort die Aufklärungstätigkeit nicht so intensiv betrieben wird. Man sollte also gerade diesen beiden Beamten hier die Anerkennung aussprechen und nicht so tun, als wären zu wenig Beamte in diesem sicher großen Bezirk tätig. Die hohe Anfallquote an Drogenanfälligen im Pinzgau ist ja deshalb vor allem gegeben, weil wir eine der tourismusintensivsten Regionen im Bundesland Salzburg sind. Und dort, wo der Tourismus floriert, kommt ja bitte aus Ländern, in denen der Drogenkonsum legalisiert ist, zumindestens was die weichen Drogen betrifft, auch ein entsprechend hoher Anteil von Drogen auf den illegalen Markt.

Meine Damen und Herren! Reden wir von dem, was in diesem Fall wirklich das wesentliche ist. Diese drogenabhängigen Jugendlichen sind keine Täter und man sollte sie auch nicht kriminalisieren, man sollte sie auch nicht veröffentlichen. Das Wesentliche, und das merke ich immer wieder in den Gesprächen und weiß es von den Lehrern - das sind nicht meine Lehrer, wir haben keine Lehrer, die ÖVP hat Bäuerinnen -, die an den Schulen beschäftigt sind. Wir hören es immer wieder, wo denn die Ursache liegt. Man braucht

nur hineinzuschauen. Solange es Eltern gibt, die bei Schulbeginn drei Wochen auf Urlaub fahren und ihre 14-, 15-jährigen Kinder allein zu Hause sich selbst überlassen, solange es Elternhäuser gibt, in denen kein normal gesprochenes Wort mit den Kindern gewechselt wird, sondern nur mit Verboten und Geboten und Befehlen gearbeitet wird, wo das Gespräch zwischen den Elternteilen auf notwendigste Kommunikation beschränkt ist, wo das Kind keine familiäre, keine soziale Zuwendung erhält, wo das Kind sich als ausgestoßen in der Familie vorkommt, weil die Eltern keine Beziehung zum Kind haben, dort sucht das Kind einen Anschluß. Und dieser Anschluß ist oft ein falscher Anschluß und findet sich genau dort, wo es dann in diesen Drogenkreislauf hineinkommt. Das heißt nicht, was ich damit jetzt sage, daß jedes Kind, das unter Umständen auch durch falsche Freunde hineingezogen wird, deshalb zu Hause eine desolate Familie vorfindet, aber das ist eine der wesentlichen Ursachen. Es sind die gesellschaftlichen Bedingungen, die zu diesen Drogenabhängigkeiten führen. Es ist die Gesellschaft, die die Droge Alkohol grundsätzlich akzeptiert und damit auch andere Drogen nicht in dieser Form verneint.

Es liegt zweifellos an uns, meine Damen und Herren, und ich möchte darauf hinweisen, wir haben nicht nur in den Schulen die Drogenberatungslehrer, wir haben nicht nur die Schulärzte, die ihre Arbeit leisten, wir haben auch die Suchtpräventionsstelle des Landes. Wir sollten nicht immer ein Politikum daraus machen, wenn das Wort "Akzente" auftaucht, nur deshalb, weil hier Politik vermutet wird. Hier wird hervorragende Arbeit geleistet. Ich fordere alle Parteien auf, hier Unterstützung zu leisten und nicht politischen Aktionismus. (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Nächste Wortmeldung, Herr Abg. Saliger!

 

Abg. Saliger: Sehr geehrte Damen und Herren!

Ich möchte gerne nahtlos an das, was der Präsident Thaler gesagt hat, anschließen. Ich glaube, die Vorgangsweise im Suchtbereich immer zu kriminalisieren, ist grundsätzlich falsch. Wenn im Salzburger Flachgau gerade jetzt eine Aktivität läuft, die unter dem Titel "Drogenhölle Flachgau" dargestellt worden ist, so halte ich das für wirklich absolut überzogen. Wir sollen in dieser Frage eine gemeinsame Vorgangsweise finden, die sich mit den Ursachen auseinandersetzt. Der Herr Präsident Thaler hat das sehr deutlich gesagt. Wenn man sich nicht mit den Ursachen auseinandersetzt, kommt man zu keinen Lösungen. Alle, die sich wirklich mit Drogensüchtigen auseinandersetzen, alle die wissen ganz genau, welches Leid hier auf Menschen kommt, die von einer Krankheit befallen sind. Daher sollte man hier sehr deutlich die Frage der Ursachen ansprechen. Diese Ursachen liegen ganz wo anders.

Diese Ursachen liegen dort, Herr Präsident Thaler, wo wir auch oft aus weltanschaulichen Gründen keine Übereinstimmung finden, wenn wir die Frage der Familie beleuchten. Wenn in den Familien dafür kein Platz mehr ist, über solche Dinge zu reden, wenn überhaupt kein Platz mehr ist, über Probleme, die für Jugendliche natürlich auftreten, zu reden, dann passiert das, wenn wir die Kinder wegstecken und die Tiere freilassen. Wenn wir die Kinder den ganzen Tag in Betreuungseinrichtungen stecken, dann fehlt diese Zeit, dann fehlt diese Zeit, Herr Kollege Thaler dazu, wenn wir als oberstes Ziel die Betreuungstätigkeit fremdzugeben, ansetzen, dann glaube ich, daß wir uns in dem so wichtigen Wärmebereich für Jugendliche einfach auch politisch verabschiedet haben, hier entsprechende Lösungen anzubieten. Ich glaube, daß diese Frage in der Ursachenbekämpfung zu liegen hat.

 

Sie haben auch darüber gesprochen, was an Papier produziert wird und in der Anfragebeantwortung ist ja einiges von diesen Papieren deutlich gemacht worden. Ich glaube, daß Papier nicht hilfreich genug ist, daß Papier wohl notwendig ist, daß es alle möglichen Broschüren geben soll. Ich glaube aber, daß es viel notwendiger ist, hier in allen Bereichen vor Ort zu arbeiten. Sie haben - und da stimme ich vollkommen überein -, die Schule ist es nicht, die Schule kann es nicht sein. Man kann auch der Schule diese Verantwortung nicht übertragen. Man muß das im Zuhausebereich einmal regeln und zweitens muß man vor Ort daran arbeiten, in den Dörfern. Ich glaube, daß wir hier in der Frage der Finanzierung von allen Präventionsmaßnahmen eine andere Schwerpunktsetzung legen müssen. Nämlich eine Schwerpunktsetzung dorthin, daß wir mehr in Jugendzentren in den Dörfern investieren als hier sich sehr wissenschaftlich meistens über Papiere auseinandersetzen mit dieser Frage. Wir müssen vor Ort die Aufklärung führen. In den Schulen wird sie teilweise beispielhaft gemacht. In den Dörfern passiert relativ wenig.

Ich glaube, daß wir in dieser Frage eine vernünftige neue Vorgangsweise klären müssen. Wir sollten uns damit sehr intensiv auseinandersetzen. Vor Ort ist an die Arbeit zu gehen, dann hat man Erfolg damit. Man wird nicht immer den 100%igen Erfolg haben, aber man wird eine Reihe von Menschen nicht in diese Krankheit verfallen lassen. Ich glaube, das ist eine wesentliche Aufgabe, die wir tun müssen. Ich möchte alle bitten, die sich damit wirklich ernsthaft auseinandersetzen, daß Sie von dieser Kriminalisierung absehen. Sie tun der Sache überhaupt keinen guten Dienst, wenn Sie von Drogenhölle und sonstigen Dingen sprechen - überhaupt nicht. Überlegen Sie sich, was Sie hier anrichten. Es sind junge Menschen, die für ihre Zukunft auf einen falschen Weg geleitet werden. Danke! (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

 

Präsident Dr. Schreiner: Nächste Wortmeldung, Herr Klubobmann Burtscher!

Abg. Dr. Burtscher: Sehr geehrte Damen und Herren!

Man kann über das Thema stundenlang oder tagelang auch in dieser Weise reden und wird nur einen bescheidenen Beitrag leisten. Auch meiner, deswegen eher kurz gehalten, wird ein solcher sein, ein bescheidener Beitrag.

Das, was Sie, Herr Kollege Saliger, jetzt gesagt haben, das was vorher von der Freiheitlichen Partei gekommen ist, greift denn doch, und das ist mit freiem Auge zu sehen, zu kurz. Das plakative Kriminalisieren, ansetzen nur am Ende der Kette bei den Erscheinungen, wird genauso wenig ausreichen, wie das moralisierende Gesundbeten.

Sehr geehrte Damen und Herren! Diese Phänomene sind nicht auf unsere Salzburger Gesellschaft beschränkt. Wir sind ja sogar noch in einer relativ günstigen Situation. Diese Phänomene müssen uns endlich dazu bringen hinzusehen, in welcher Entwicklung wir uns im Großen befinden. Die Ursache können Sie auch ausmachen dann an Erfahrungen, die Sie im Alltag machen. Ich will Ihnen ein Beispiel geben.

Sie werden im politischen Feld, in der politischen Diskussion kaum jemanden finden, der derzeit bereit ist, dagegenzuhalten, wenn das Geschrei nach Markt, Leistungsgesellschaft, Öffnung, Weltmarktglobalisierung, etc. erschallt. Wir wissen aber, daß genau diese Tendenzen in jene Bereiche eindringen, die der Kollege Saliger nach vorne gestellt hat und gesagt hat: "Wir müssen schauen" - und auch der Kollege Thaler -, "daß wir in den Familien wieder mehr Gespräch, mehr Wärme erzeugen." Sagen Sie mir bitte, wenn Sie für eine völlige Freigabe der Ladenöffnungszeiten sind, wie denn die Frauen, die dann zu jeder Zeit in den Super-

märkten, in den Geschäften zur Verfügung stehen müssen, wie die denn dann diese Wärme erzeugen sollen? An diesen Zusammenhang wird nicht mehr gedacht. Der wird in diesem Zusammenhang dann auch nicht mehr erwähnt, daß es hier um menschliche Beziehungen geht, daß es hier um Lebensqualität geht, die über dem jeweiligen Arbeitnehmer weit hinausreichen, nämlich in die Familie hinein, zu den Kindern, zu den Kontakten. Sie können viele derartige Beispiele finden.

Die Diskussionen finden heute in einer entsetzlichen, erschreckenden Einseitigkeit statt. Jeder in seiner Ohnmacht, die wir alle empfinden in dieser globalen Entwicklung, jeder meint, daß er keinen Verbündeten mehr hat, wenn er nach dem Gegenargument sucht. Wir befinden uns in einer eiskalten Gesellschaft. Die gesellschaftlichen Temperaturen nähern sich Kelvinausmaßen. Wenn wir das nicht zu erkennen bereit sind, daß wir den Fragen von gesellschaftlichem Zusammenhalt, von Solidarität auch wieder einen Stellenwert einräumen müssen, dann wird alles zu kurz greifen. Das schöne Gerede an Landtagspulten, die Forderung nach mehr Polizei und auch die Forderung nach mehr Papier in den Schulen, etc. Das bitte ich Sie, auch in den anderen Zusammenhängen, wenn hier dann immer wieder Interessenspolitik gemacht wird, für die eine oder andere Gruppe, wenn man sich ins Zeug hängt, wo immer der Gewinn auch liegt, es gibt ja auch immer Argumente, aber diese andere Seite, diese Seite, welche menschliche Dimension betroffen ist, die bleibt auf der Strecke und nur dann, wenn wir gerade über die Phänomene, die uns bedrücken - auch mich beherrscht Angst, wenn ich von meiner 16-jährigen Tochter vorgestern höre, daß auf ihrem Schulhof das auch angeboten wird, das sich niemand mehr dem entziehen kann. Ich kann nur hoffen, das es gelungen ist, möglichst viel in die Persönlichkeitsentwicklung mithineinzugeben, trotz meines teilweise Wahnsinnsberufes als Politiker mit Absenzen, die familiär nicht vertretbar sind. Kollege Thaler hat auch in diese Richtung gesprochen.

Ich bitte Sie, das zu sehen und dann wenn wir zum Beispiel über die Zerstörung der Handelsstruktur reden, nicht leichtfertig den Argumenten von mittleren Handelsriesen so wie gestern DEHNER, die sagen 100 Arbeitsplätze. Vielleicht gehen tatsächlich, ohne daß man es vorher untersucht hat, in zehn, 20, 30 Handelsbetrieben in Salzburg Arbeitsplätze wesentlich größeren Ausmaßes verloren, müssen möglicherweise dann auch wieder einige Arbeitsplätze nach Thalgau hinaus verlagert werden - kommt eine Pendlerproblematik hinzu - etc., etc. Es werden Strukturen zerstört, die bis hineingehen in das Alltagsleben von Hunderten Salzburger Familien.

Ich bitte Sie diese Entwicklung immer dann, wenn sie auch von der anderen Seite her auftritt, zu sehen und nicht primär nach den Gendarmen zu rufen, nicht primär nur die Symptome zu bekämpfen, sondern an den Ursachen anzusetzen. (Beifall der BL- und SPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke! Nächste Wortmeldung, Herr Abg. Naderer!

Abg. Naderer: Sehr geehrte Damen und Herren!

Im Grundsatz hat unsere Anfrage schon erreicht, was wir wollten, daß sich dieses Hohe Haus mit der Problematik Drogen auseinandersetzt. Wie ich sehe, hat sich jede Fraktion an dieser Diskussion beteiligt. Es gibt in dieser Diskussion keine Gewinner und Verlierer. Verlierer sind all jene, die in diesen Teufelskreis Drogen verstrickt sind. Wenn natürlich in den Wortmeldungen, insbesondere von SPÖ und ÖVP, gleich wieder Populismus eingeschmuggelt wird und von einer Drogenhölle Flachgau gesprochen wird, so darf ich sagen: 240 Anzeigen im Sommer 1996 rein im Flachgau wegen Suchtgiftmißbrauch, da ist es fürwahr kein Hehl zu sagen, daß hier etwas nicht mehrt stimmt. Oder, Kollege Saliger?

 

Mit Drogen sollte man keine Politik betreiben, sondern wir sollten Politik machen, um die Drogensituation in den Griff zu bekommen. Es zählt auch nicht die Verantwortung hin und her zu schieben, von den Schulen zu den Familien und umgekehrt und bis hin zur Politik. Hier sind alle aufgerufen, die Familien, die Schulen, die Politik, jeder soll sein möglichstes tun und es geht nicht hier herauszukommen, zu sagen: "Na ja, die Schule kann nichts dafür, das Problem liegt ja in der Familie."

Ich bedanke mich bei der Kollegin Hofer für Ihre Wortmeldung betreffend die Exekutive. Es ist auch richtig, daß im ganzen Land nun in den Bezirken Sonderbeamte für die Bekämpfung der Drogenkriminalität eingesetzt werden, weil man eben erkannt hat, daß dieses Thema so ausufert, daß man sonst keinen Einhalt mehr gebieten kann. Unser Problem liegt nur darin, daß die Justiz mit den modernen Gegebenheiten nicht Schritt halten kann. Es ist auch schon angeschnitten worden, von der Gendarmerie oder Polizei wird an einem Tag ein Dealer eingesperrt und am nächsten Tag von der Justiz wieder freigelassen. Hier ist es notwendig, daß auch in der Justiz endlich Reformen umgesetzt werden und das kaiserlich-königliche System in diesem Bereich abgelegt wird.

Und zum Verein "Akzente". Der Verein "Akzente" ist mir sehr willkommen, wenn er zum Beispiel diesen Jugendlandtag inszeniert oder auch in der Suchtprävention. Aber ich glaube es ist nicht Aufgabe vom Verein "Akzente", Politik zu betreiben. Politik hat dieses Haus hier zu machen und kein Verein oder sonstige Institution.

Ich darf nochmals alle ersuchen, dieses Problem wirklich ernstzunehmen. Ich habe vorhin schon angeschnitten: 240 Anzeigen allein im Sommer im Flachau wegen Drogenmißbrauch. Hier sind wir alle aufgerufen zu handeln und die Drogenkonsumenten nicht zu kriminalisieren. Es sind 12-, 13-, 14-jährige Kinder, die müssen sicher nicht kriminalisiert werden, denen muß geholfen werden. Krimina-

lisiert werden müssen die Dealer und ihre Handlanger. Hier aber muß mit voller Härte vorgegangen werden. (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Frau Oberndorfer bitte!

Abg. Oberndorfer: Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geschätzten Kolleginnen und Kollegen!

Ich wollte mich eigentlich nicht zu Wort melden, weil ich in vielen Diskussionsbeiträgen schon gehört habe, daß wir sehr große Übereinstimmung haben. Wir haben Übereinstimmung darin, daß wir in Jugendzentren investieren müssen. Wir haben Übereinstimmung darin, daß wir Aufklärung an Schulen betreiben müssen. Wir haben Übereinstimmung darin, daß wir Ursachenforschung betreiben müssen und wir haben auch Übereinstimmung darin, daß wir davon abgehen müssen, die Kinder, die Jugendlichen, die Drogen zuneigen, zu kriminalisieren. Was mich aber veranlaßt hat, mich zu Wort zu melden, war die Aussage des Herrn Kollegen Saliger, daß wir Kinder einsperren und Tiere auslassen.

Ich verstehe wirklich nicht, wie man immer noch, obwohl es so viele Studien und so viele Aussagen gibt, davon ausgehen kann oder es immer wieder so argumentiert, als ob in jeder Familie Wärme herrschen würde.

Herr Kollege Saliger, ich kenne viele Familien, wo wirklich eine gute Beziehung zwischen Eltern und Kindern besteht. Aber ich kenne auch sehr viele Familien, wo es wirklich Kälte gibt, wo das Gespräch - wie es der Herr Präsident Thaler in seiner Rede ange-sprochen hat - nicht stattfindet, wo es für die Kinder kein Verständnis gibt. Ich kenne umgekehrt sehr viele Frauen, die ihre Kinder in eine Kinderbetreuungseinrichtung geben - und bitte tun Sie nicht immer so, als ob das Aufbewahrungsstätten wären - und sich dann in der Zeit, wo sie mit dem Kind aktiv die Zeit ver-

bringen können, wirklich sehr intensiv um die Kinder bemühen, die Kinder fördern, schauen welche Bedürfnisse diese Kinder haben. Ich bitte Sie wirklich, hier auch die Verantwortung nicht nur den Frauen zuzuschieben.

Der Herr Kollege Burtscher hat die Ladenöffnungszeiten angesprochen. Kinderbetreuung ist nicht nur eine Sache der Frauen. Viele von Ihnen sind ja auch Väter. Wo ist Ihre Verantwortung? Wo ist die Verantwortung der Väter in dieser Frage? Auch Väter können sich um ihre Kinder kümmern. Ich freue mich, daß einige von Ihnen nicken. Sie scheinen zu denen zu gehören, die trotz der vielen Arbeit und trotz der vielen Abendtermine sich auch um ihre Kinder kümmern. Ich warne nur bitte davor: Verschließen wir nicht die Augen, daß es in den Familien große Probleme gibt. Verschließen wir nicht die Augen davor, daß 4 % der Kinder zum Beispiel in den Familien von nahen Familienangehörigen, von Freunden sexuell mißhandelt werden. Tun wir nicht immer so, als ob die Familie das Heileweltbild wäre. Es gibt auch dort viele Probleme. Danke! (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Weitere Wortmeldungen? Der Herr Landeshauptmann!

Landeshauptmann Dr. Schausberger: Meine sehr verehrten Damen und Herren!

An sich wollte ich mich schon darüber freuen, daß die Diskussion über dieses an sich ernste Thema eigentlich sehr sachlich geführt wird. Ein paar kleine Ausrutscher, glaube ich, sollte man durchaus nicht in den Vordergrund stellen. Es ist wirklich festzustellen, daß wir im wesentlichen in dieser Frage einer Meinung sind.

In kann sehr vielem zustimmen, was der Herr Präsident Thaler gesagt hat. Ich meine tatsächlich, meine sehr geehrten Damen und

Herren, daß wir - und ich kann hier nur für den Bereich der Schule sprechen, für den ich zuständig bin -, ich halte zum Beispiel die Maßnahmen, die der Kollege Buchleitner in der Drogenprävention vorhat und auch macht, für sehr wichtig. Das ist der Teil, der außerhalb der Schule zu erledigen ist. Ich glaube, daß das, was wir in den Schulen machen können, weitestgehend gemacht wird.

Ich möchte aber schon noch einmal, wie auch in der Anfragebeantwortung erwähnt, darauf hinweisen, daß es mir nicht sinnvoll erscheint, daß wir Schulen, an denen das Drogenproblem etwas mehr oder Schulen, an denen das Problem etwas weniger vorherrscht, in der Öffentlichkeit kennzeichnen.

Meine Damen und Herren! Es könnte uns nichts schlimmeres passieren, als daß in der Öffentlichkeit eine Liste von sogenannten Drogenschulen vorherrscht. Da würde ich mich sehr dagegen verwehren. Was wir tun müssen, ist, daß wir überhaupt nach Möglichkeit die Drogen aus den Schulen oder das Problem der Drogen aus den Schulen wegbringen. Die neusten Entwicklungen zeigen uns ja, daß sich das Problem verlagert hat und daß sich auch das Verteilen vor die Schulen verlagert hat wesentlich weiter weg von den Schulen in informelle Zirkel, in informelle Zusammenkünfte, in Kreise, in Klubs, etc. Dort sind die Probleme und damit haben wir wieder eine ganz andere Methode anzuwenden.

Ich glaube ganz wichtig wäre es, sinnvolle Freizeitgestaltungen für die Jugendlichen in den Vordergrund zu stellen und ich gebe dem Kollegen Saliger recht, das muß nicht immer eine staatlich institutionalisierte Jugendeinrichtung sein. Aber wir müssen danach trachten, daß es in den Gemeinden ein sinnvolles Freizeitangebot gibt und daß die Jugendlichen wissen, wenn sie einmal vom Fernseher wegkommen, wo sie eine alternative Beschäftigung finden. Ich glaube, das ist das Entscheidende und hier müssen wir alle zusammenwirken und vor allem in den Gemeinden draußen. Auch das läßt sich nicht von oben her verordnen, sondern muß in der

Gemeinschaft, draußen in den Gemeinden wachsen. Das scheint mir sehr wichtig zu sein.

Wogegen ich mich aber verwehre, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist folgendes: Wir sollten natürlich sagen, wir müssen die Ursachen angehen, wir müssen die Ursachen erheben, wir müssen die Ursachen bekämpfen. Nur, Kollege Burtscher, es kann nicht das Drogenproblem dazu Anlaß sein, daß wir alle unsere politischen Zielsetzungen und alle unsere politischen Vorschläge, mit denen wir sonst nicht durchkommen, jetzt in das Drogenproblem hineinverpacken.

Ich meine, es ist wirklich an den Haaren herbeigezogen, Kollege Burtscher, wenn Du Dein Problem ... (Zwischenruf Abg. Dr. Burtscher: Du hast nicht zugehört!) ... Entschuldige, ich habe Dich auch nicht unterbrochen, und ich sehe noch sehr gut. Ich bitte daher Deine Versuche, mich medizinisch zu betreuen, zu unterlassen.

Meine Damen und Herren, wenn Du Probleme mit dem DEHNER-Markt hast, dann bring sie dort an, wo sie hinpassen, aber verpacke sie nicht in das Drogenproblem, das würde ich Dich wirklich sehr bitten. Nicht alle Deine Frustrationserscheinungen jetzt in das Drogenproblem hineinverpacken. Es sind andere Ursachen, über die wir diskutieren müssen, sonst müßte ich auch ein paar Dinge herausstreichen.

Vielleicht haben wir auch über die Diskussion, wer mehr verantwortlich für die Kindererziehung ist, die Frauen oder die Männer, die wir schon seit Jahren führen, auf die Kinder vergessen, Frau Kollegin Oberndorfer. Ich glaube, daß es darum geht, daß wir die Kinder bestmöglich betreuen und nicht um die Diskussion, wer mehr und wer weniger Verantwortung dafür hat. Vielleicht haben wir da-

bei die Kinder etwas zu sehr vernachlässigt oder in dieser Diskussion die Kinder vergessen.

Ich freue mich, daß der Kollege Burtscher darauf hingewiesen hat, daß wir insgesamt im Bundesland Salzburg eine relativ günstige Situation haben. Daher würde ich sehr bitten: Nicht über Gebühr dramatisieren, aber ja nicht verniedlichen oder verharmlosen. Ich glaube, wir haben in dieser Debatte heute in etwa die richtige Redeweise gefunden und ich meine, wir sollten natürlich die Grundursachen herausarbeiten, berücksichtigen und die sollten wir auch zu bekämpfen versuchen. Aber wir sollten nicht vor lauter Ursachenüberlegung die aktuelle Situation übersehen und die ist natürlich nicht zu verharmlosen. Da gebe ich denen recht, die sagen wir müssen Maßnahmen ergreifen, die nach Möglichkeit sofort greifen. Ich darf daran erinnern, daß meine Fraktion vor nicht allzu langer Zeit eine Initiative im Salzburger Landtag eingebracht hat, wo wir uns gegen Freigaben von Drogen ausgesprochen haben, wo wir uns eine Verschärfung überlegt haben, was die Drogen und die Sanktionen betrifft.

Sie können sich daran erinnern, wir haben eine Reihe von Experten dagehabt. Die Antworten waren nicht sehr einheitlich, das muß ich ganz offen zugeben. Aber letztendlich, meine Damen und Herren, haben sich alle Versuche einer Liberalisierung im Bereich der Drogen - und ich denke da etwa an Zürich - als unrichtig und als nicht zielführend herausgestellt.

Ich werde - nachdem Sicherheitsfragen ja auch in meinen Ressortbereich fallen, mir in nächster Zeit die Vertreter der Exekutive einladen und sie über den Stand des Drogenproblems im Bundesland Salzburg befragen. Ich bin gerne bereit, dann auch den Landtag darüber zu informieren. Ich glaube, wenn wir diese Art und Weise, wie wir heute die Debatte im Bereich der Drogen geführt haben, weiterführen, dann kann das nur zum Wohle unserer Kinder und Jugendlichen ausgehen. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Damit ist diese Anfrage abgeschlossen. Wir kehren nun zurück zur Anfrage

7.3 Beantwortung der Anfrage der Abg. Mag. Burgstaller und Holztrattner an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger betreffend die Schnellbahnverbindung zwischen Salzburg und Freilassing - Nr. 25 der Beilagen

Wortmeldung? Frau Klubvorsitzende!

Abg. Mag. Burgstaller: Herr Landeshauptmann-Stellvertreter!

Sie haben in Ihrer Anfragebeantwortung unter anderem das Problem der Verbindung der Lokalbahn mit der ÖBB angesprochen und damals noch gemeint: "Ja, es müssen noch Erhebungen stattfinden und zur Zeit gibt es noch kein konkretes Projekt". Wie den heutigen Medien zu entnehmen ist, ist diese geplante Verbindung wieder in Gefahr, obwohl es in der Stadt Salzburg einen eindeutigen Beschluß dafür gibt und wir auch der Meinung sind, daß das sogenannte "Karlsruher Modell", das heißt ein Nahverkehrskonzept für den gesamten Zentralraum Salzburg nur dann Sinn macht, wenn es eine Verknüpfung dieser beiden Schienenstränge gibt.

Heutige Meldungen besagen, daß es in der Stadt darüber größere Konflikte gibt, ob man das nun machen soll. Es ist mir auch bekannt geworden, daß die Verkehrsabteilung des Landes alles mögliche dagegen unternimmt, unter anderem soll es so sein, daß für die ÖBB Triebwägen angeschafft werden sollen, die mindestens so breit sind, daß sie ja nicht in den neuen Lokalbahnhof einfahren können. Ich halte solche Überlegungen für sehr kurzsichtig.

In der Verkehrspolitik müssen wir langfristig denken. Ich darf Sie aufgrund der aktuellen Entwicklung ersuchen, dazu auch aus der Sicht des Landes Stellung zu nehmen. Warum? Ich glaube, daß

das Land Salzburg erstens verkehrspolitisch ein großes Interesse an so einer Verkehrslösung haben muß und zweitens gehe ich auch davon aus, daß das Land finanzielle Kosten zu tragen haben wird. Daher meine ich, sollte man sich in die Planung zum ehest möglichen Zeitpunkt einmischen und, Herr Landeshauptmann-Stellvertreter, ich glaube auch, daß die Fachabteilung des Landes nicht dazu da ist, bei solchen Verkehrsprojekten auf der Bremse zu stehen, sondern Wege zu suchen, wie sie tatsächlich realisierbar sind.

Zusatz: Es fällt mir auf, daß gerade bei diesem Projekt einer großräumigen Verkehrslösung im Bereich des öffentlichen Verkehrs die Fachabteilung des Landes nicht gerade an der Spitze steht, wenn es darum geht, etwas umzusetzen, sondern eigentlich permanent in Fachgesprächen so tut, als wolle das keiner. Ich bin der Meinung, daß die Vollziehung, insbesondere die Beamtenschaft, das zu tun hat, was der politische Wille des Landtages ist und auch der politische Wille des Ressorts. Ich darf Sie also aus aktuellem Anlaß ersuchen, zu dieser Frage kurz Stellung zu nehmen.

Präsident Dr. Schreiner: Nächst Wortmeldung, Herr Dr. Burtscher!

Abg. Dr. Burtscher: Sehr geehrte Damen und Herren!

Kollegin Burgstaller, zum ersten, was heute in der Kronen Zeitung so dargestellt wird auf Initiative von Vizebürgermeister Schaden. Die Sache mit dem Verbindungsgleis ist tatsächlich so, daß die Trasse vorgesehen ist, trotz der nun vom Gemeinderat - ich glaube sogar einstimmig oder zumindest mit großer Mehrheit - beschlossenen Oberflächenverkehrslösungen, auch der Flächenaufteilung zwischen ruhendem Verkehr und Zubringerverkehr, die Trasse ist freigehalten. Es wird offensichtlich versucht, ein Thema heraufzuholen, das, wenn das stimmt, was mir aus der Planungsabteilung der Stadt Salzburg schon Wochen davor berichtet worden ist, gar keines ist. Ich hoffe, daß diese Mitteilungen auch tatsächlich der

Wahrheit entsprechen, sodaß die Anbindung vom Süden her an die Lokalbahn weiterhin möglich ist, wenn sie gewollt wird und da setze ich nun an mit meiner zusätzlichen Frage an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Gasteiger.

Wir haben vor mehr als einem Jahr einen einstimmigen Beschluß bezüglich der Schnellbahnverbindung Salzburg-Freilassing im Salzburger Landtag getroffen. Es war nicht der erste, wenngleich er etwas konkreter war. Ich bitte nach den jahrelangen Diskussionen in dieser Causa, daß Sie heute einmal sagen: Welche zeitliche Perspektive für eine Realisierung ist gegeben? Wer soll da in den nächsten Monaten was tun? Die Diskussion noch einmal den gleichen Zeitraum fünf, sechs, sieben Jahre fortzuführen ohne etwas für die Verwirklichung zu erreichen, ist nicht zielführend. Große Vorhaben brauchen eine sorgfältige Planung, das wissen wir alle, sonst werden die finanziellen Löcher und auch die tatsächlichen Löcher zu groß. Aber irgendeinmal muß vom Überlegen, vom Untersuchen, vom Planen zur Realisierung geschritten werden und da bitte ich Sie mir aus Ihrer Sicht, heute eine zeitliche Perspektive zu geben und auch anzuführen, von wem die nächsten Schritte ganz konkret zu setzen sind.

Präsident Dr. Schreiner: Danke! Der Herr Landeshauptmann-Stellvertreter!

LHStv. Dr. Gasteiger: Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordneten!

Die Anfragebeantwortung stammt aus der Zeit um etwa Ende Mai und ist daher in wesentlichen Inhalten überholt. Ich würde dem Salzburger Landtag empfehlen, einen Weg zu suchen, wie der zeitliche Abstand zwischen der Anfragebeantwortung und der Debatte im Landtag etwas verkürzt werden kann. ...(Zwischenruf Abg. Dr. Burtscher: 2. September ist von Ihnen datiert, Herr Dr. Gasteiger!) ... Die Anfrage stammt vom 8. Mai. Wenn man die Dinge etwas ver-

kürzen kann. Die Dinge sind in der Zwischenzeit insofern überholt, als das Land im Juni einen Auftrag an eine Karlsruher Planungsgesellschaft mit dem Ziel erteilt hat, die Einführung eines schnellbahnähnlichen Verkehrssystems auf der Schienenstrecke der ÖBB im Zentralraum Salzburg zu prüfen.

Das Ergebnis liegt mittlerweile vor und wird bei der Verkehrsenquette nächste Woche im Detail präsentiert werden. Diese Studie ergibt eine sehr realistische Verwirklichungsmöglichkeit für einen solchen Schnellbahnnahverkehr mit 16 zusätzlichen Haltestellen im ganzen Zentralraum einschließlich drei bis vier zusätzlicher Haltestellen zwischen Salzburg und Freilassing mit modernen Triebwägen und das ganze auf den bestehenden Schienen. So die Studie, die wir in Karlsruhe in Auftrag gegeben haben.

Es gibt parallel dazu eine Überlegung der ÖBB, die in Salzburg entstanden ist und die ebenfalls davon ausgeht, daß man ein mit dem Karlsruher Vorschlag vergleichbares System im Zentralraum einführen kann. Es ist allerdings so, daß die Zentrale der ÖBB das bestreitet und nach wie vor die Auffassung vertritt, daß ein Schnellbahnsystem zwischen Salzburg und Freilassing, auch wenn nur ein Viertelstundentakt in den Spitzenzeiten und Halbstundentakt während der restlichen Zeit eingeführt wird, ohne drittes Gleis unmöglich ist. Nach meinen Informationen mußte sich das Salzburger Regionalmanagement der ÖBB bei den jüngsten Verhandlungen dieser Auffassung der Wiener Stellen der ÖBB anschließen, sodaß jedenfalls das Thema Salzburg-Freilassing in puncto der Frage "Drittes Gleis notwendig oder nicht" offen ist und hier derzeit unterschiedliche Auffassungen von Planern und Experten bestehen.

Die Frage, die der Kollege Burtscher stellt, hängt zwingend von der Frage ab: Braucht man dafür ein drittes Gleis zwischen Salz-burg und Freilassung oder braucht man es nicht? Ich trete dafür ein, wenn das technisch möglich ist, was ich selbst nicht beur-

teilen kann, ein solches System rasch auf den bestehenden Gleisen einzuführen und das dritte Gleis zu planen und zu bauen. Aber nicht zuzuwarten bis dieses dritte Gleis fertig ist, denn das wird wirklich erst im Jahr 2002 sein. Ich habe Ihnen schon gesagt, diese Auffassung wird durch unser Karlsruher Gutachten bestärkt und von den ÖBB aus ihrer Sicht bestritten. Wir werden hier die Verhandlungen weiterführen.

Was die Planung des dritten Gleises betrifft, so sind die Planungsverträge vor Abschluß. Das Land hat seinen Beitrag zu den Planungsverträgen, der von den ÖBB eingefordert wurde, bereits vor einem Jahr beschlossen. Wir haben dann die Stadt eingeladen, mitzufinanzieren. Die Stadt ist damit einverstanden. Es gab dann noch eine ganze Reihe von offenen Fragen zwischen der Stadt und den ÖBB, aber jetzt ist nach meinen Informationen der Stand so, daß die Verträge unterschrieben werden können und die Planung für das dritte Gleis durch die ÖBB aufgenommen werden kann mit finanzieller Beteiligung von Stadt und Land Salzburg. 40 % zahlen Stadt und Land Salzburg, 60 % zahlen die Österreichischen Bundesbahnen.

Ich meine aber, daß man die Möglichkeit eines verbesserten Schnellbahnverkehrs im Zentralraum nicht allein aus der Sicht der Strecke Salzburg-Freilassing beurteilen kann. Wenn das dort nicht geht, wenn die Techniker zum Schluß kommen "Man muß warten, bis es das dritte Gleis gibt", dann wäre das zur Kenntnis zu nehmen und müßte man trotzdem alles daran setzen, um einen verbesserten Taktverkehr mit modernen Triebwägen auf den Strecken Salzburg-Golling und Salzburg-Straßwalchen zu erreichen, wobei diese Triebwägen so ausgestaltet werden sollten, daß man sie auch ins Netz der Lokalbahn hereinführen kann. Dazu ist das Verbindungsgleis dringend notwendig, von dem die Rede ist, und dazu ist auch notwendig, und das ergeben die Untersuchungen von ÖBB und Karlsruher Planern übereinstimmend, notwendig und sinnvoll, die Verlängerung der Lokalbahnstrecke bis zum Mirabellplatz mitzuberück-

sichtigen und in die Konzepte miteinzubinden, weil nach den Konzepten und nach den Frequenzprognosen wesentlich mehr Menschen ein Zentralraumsystem nützen würden, das nicht nur bis zum Bahnhofsvorplatz führt, sondern das in einem ersten Schritt auch bis zum Mirabellplatz verlängert wird und man hätte dann am Mirabellplatz einen Bahnhof, in den sowohl die Lokalbahn einfahren sollte, als auch die Nahverkehrszüge, die aus Golling und Straßwalchen Richtung Landeshauptstadt fahren und die dann den Gast zentral mitten in der Stadt absetzen könnten.

Ich halte das für ein überzeugendes Konzept. Ich kann die Frequenzprognosen selbst nicht verifizieren oder falsifizieren. Aus den Gutachten geht jedenfalls hervor, daß die Strecke nach Auffassung der Planer wesentlich mehr angenommen würde, wenn sie nicht am Bahnhof endet, sondern jedenfalls bis zum Mirabellplatz fortgesetzt würde. Deshalb ist die Frage des Verbindungsgleises dringend akut und muß alles daran gesetzt werden, daß die Möglichkeit dieser billigen und sehr kurzen Verbindung zwischen dem Schienennetz der ÖBB und dem Schienennetz der Salzburger Lokalbahn gebaut wird und nicht jetzt im Zuge von planerischen Überlegungen im Zusammenhang mit dem Bahnhofsvorplatz unmöglich gemacht wird.

Ich traue aber im Gegensatz zum Bericht der Kronen Zeitung dem Kollegen Padutsch eine Verhinderung dieser Verbindung überhaupt nicht zu, weil ich weiß, daß er sich engagiert für Fragen des Nahverkehrs im Zentralraum einsetzt und weil ich auch weiß, daß er sich engagiert mit diesen Projekten, von denen ich berichtet habe, befaßt. Ich vermute eher, daß da Mißverständnisse zwischen Schaden und Padutsch vorliegen. ...(Zwischenruf Abg. Mag. Burgstaller: Ich beziehe meine Informationen nicht nur aus der Kronen Zeitung!) ... Ich weiß es. Ich habe das auch nicht an Ihre Adresse gesagt, sondern ich wollte Dr. Burtscher beruhigen und trösten, der hier am Pult massiv für seinen Parteifreund Padutsch eingetreten ist und wollte aus Gründen der Fairneß bestätigen,

daß Padutsch sich sehr engagiert für Fragen des öffentlichen Nahverkehrs im Zentralraum Salzburg einsetzt.

Was nun, Frau Klubvorsitzende, Ihre kritischen Anmerkungen zur Arbeit der Verkehrsabteilung betrifft, so sind dazu aus meiner Sicht zwei Anmerkungen nötig.

Ich halte es für richtig, daß die Verkehrsabteilung nicht im Sinn mancher Schienenfreaks agiert und versucht, den Dingen auf den Grund zu gehen. Es ist in meinem Sinn, wenn Ideenkonzepte, Planungen, von der Verkehrsabteilung kritisch hinterfragt werden, bevor es zur Realisierung kommt und bevor sehr viel Geld in bestehende oder neue Systeme eingesetzt wird. Insofern bin ich der Verkehrsabteilung für ihre kritische Rationalität sehr dankbar. Ich betrachte das nicht als Gegensatz zu Ihren Auffassungen und Haltungen, aber Sie wissen, daß in der Diskussion in Salzburg, in der Frage des Schienennahverkehrs nicht nur kritische Rationalität am Werk ist, sondern auch sehr viel Glaube und Hoffnung und Liebe und Zuneigung und Verehrung gegenüber diesem Verkehrssystem und da meine ich schon, daß es Aufgabe von Technikern und Kaufleuten sein darf, diese mythische Verehrung dieses einen öffentlichen Nahverkehrssystems ein wenig zu hinterfragen und auf den Boden der Realität zurückzubringen. Das ist die eine Antwort, die ich Ihnen gebe.

Die andere ist die, daß Sie wissen, daß es hin und wieder vorkommt, daß der eine oder andere Mitarbeiter die Entwicklungen kritisch beobachtet und auch mit einer Anweisung des Ressortchefs nicht dazu zu bewegen ist, seine inneren Widerstände aufzugeben. Es gab in der Sache Tarifverbund, Frau Klubvorsitzende, einen Mitarbeiter, der diesen Weg und dieses Ergebnis bis zuletzt abge-lehnt hat und auch kein Problem darin sah, diese Ablehnung bei allen Besprechungen, an denen er teilgenommen hat, sehr deutlich auszudrücken, sodaß manchmal der Eindruck entstand, das Land agiert mit zwei Zungen. Die eine ist die von mir vertretene Ein-

richtung Tarifverbund mit großem Tempo und die andere war die Meinung eines Beamten, der gesagt hat "so geht es nicht und es geht anders oder wahrscheinlich geht es überhaupt nicht, jedenfalls ist das alles Unsinn, was hier passiert".

Sie wissen, daß im Rahmen des Dienstrechtes beim Land und im Rahmen der Situation der Mitarbeiter des Landes keine Möglichkeit besteht, einem Beamten einen Maulkorb umzuhängen oder ihn mit Brachialgewalt oder anderen Mitteln dazu zu zwingen, eben das zu tun, was das Ressort will. Ich habe in einer Frage, die ich angeschnitten habe, das Problem dadurch gelöst, daß ich diesem Beamten die Aufgabe entzogen habe und eine neue Organisationsform zur Bewältigung der Aufgabe eingeführt habe. Das war damals die Bestellung Fuchshubers zur Verhandlung des Tarifverbundes. Es ist auch so, daß der Beamte, von dem sie sprechen, derzeit nicht damit beauftragt ist, für das Land in der Sache Schienenverkehr im Zentralraum zu verhandeln. Auch das ist ausdrücklich festzuhalten und soll hier auch sehr deutlich gesagt werden.

Man sollte sich, Frau Klubvorsitzende, aber von Einzelmeinungen, die in der Diskussion geäußert werden, nicht verunsichern lassen. Das Ziel ist aufrecht und ich darf Ihnen versichern, daß es von mir mit allem Nachdruck angegangen und betrieben wird. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke! Keine weiteren Wortmeldungen, damit ist 7.3 abgeschlossen. Ich rufe auf

7.13 Beantwortung der Anfrage der Abg. Naderer und Fritzenwallner an Herrn Landesrat Dr. Raus betreffend die Generalsanierung der Sportanlagen des SAK und der Union in Nonntal - Nr. 35 der Beilagen

Keine Wortmeldung. Erledigt!

7.14 Beantwortung der Anfrage der Abg. Ing. Griessner, Mag. Neureiter, Illmer und Dr. Nindl an Herrn Landesrat Wolfgruber betreffend die Nutzung der Windenergie im Bundesland Salzburg - Nr. 36 der Beilagen

Keine Wortmeldung. Pardon. Herr Abg. Dr. Burtscher!

Abg. Dr. Burtscher: Sehr geehrte Damen und Herren!

Ich erlaube mir, zu einer Anfrage der Kollegen der ÖVP an den zuständigen ÖVP-Landesrat Wolfgruber zum Thema Windenergie und Windenergie-Nutzung in Salzburg Stellung zu nehmen.

In der Tat kein erhebendes Kapitel der Energiepolitik, der Innovationsfreude des Ansetzens von neuen Entwicklungen im Bereich der Energiepolitik insgesamt. Wir wissen, daß wir über die Aufbringung von Strom aus Windenergie die Bereitstellung im Land Salzburg nicht über die Maßen verändern können, Herr Kollege Böhm! Da stimmen wir vermutlich überein!

Aber wir stimmen vielleicht auch noch darin überein, daß eine Anlage mit einer Leistung von 1,5 kW auf dem Mooserboden und eine weitere auf dem Matras-Haus und eine bei Straßwalchen, nicht das Letzte gewesen sein kann, was in Salzburg hier installiert wird. Auch da stimmen wir möglicherweise noch überein.

Wo wir nun vielleicht auseinander sind, weil es hier beharrende Kräfte gibt und solche, die auf den Innovationen beharren, das ist die Möglichkeit, die Windenergie wesentlich stärker zu etablieren, als es derzeit der Fall ist. Und das kann von verschiedenen Gesichtspunkten aus geschehen.

Man könnte sich ein Beispiel daran nehmen, daß die Windenergie in der Bundesrepublik Deutschland einen wahren Boom erlebt hat. In-

nerhalb von vier oder fünf Jahren sind in der Bundesrepublik Deutschland von ursprünglich 500 Windkraftanlagen insgesamt bis heute 3700 entstanden. Ich rede gar nicht von Dänemark, sondern von einer vielleicht in manchen Bereichen - Flachland und Gebirge ist wieder ein wesentlicher Unterschied - ähnlichen Situation wie in Österreich oder wie in Salzburg.

Aber auch wenn man den Vergleich zwischen Salzburg und den anderen Bundesländern hinsichtlich der Installation von Windenergieanlagen ansieht, schneidet Salzburg bedenklich bescheiden ab mit seinen drei Minianlagen, deren Energieaufbringung knapp über der Nachweisbarkeitsgrenze liegt.

Salzburg mit seinen drei Anlagen ist damit Schlußlicht in Österreich. ZB befinden sich in Niederösterreich mehr als doppelt so viele Anlagen am Netz und 33 Anlagen in Planung. Wenn Sie einen aktuellen Bericht dazu zur Kenntnis nehmen, dann wird über die Zulieferung, die Errichtung und dem Betrieb von Windenergieanlagen in Österreich bereits ein Beschäftigungsvolumen von immerhin 150 Arbeitskräften bereitgestellt. Die können uns wo anders ja dann fehlen!

Also hier ist Innovation auch verbunden mit Aufträgen für heimische Produzenten, mit Aufträgen für Errichter, mit einer Wert-schöpfung aus dem Betrieb. Eine Wertschöpfung, die insgesamt in Österreich bis heute immerhin S 350 Mio. ausmacht. Warum aber ist das in Österreich noch und in Salzburg insbesondere so bescheiden? Weil die Wirtschaftlichkeitsrechnung, die betriebswirtschaftliche Rechnung, man mag auch sagen in gewissem Ausmaß die volkswirtschaftliche Rechnung, eine nicht ausreichend günstige ist. Insbesondere die betriebswirtschaftliche. Und die wiederum läuft über die Einspeiseregelung.

 

Und die Einspeiseregelung in Österreich ist derzeit so, im Unterschied zur Bundesrepublik Deutschland, daß niemand mit Einspeisetarifen über drei Jahre hinaus kalkulieren kann und damit auch einen Abschreibezeitraum von 10, 15, 20 Jahren genommen, keine ausreichende Sicherheit hat, diese Anlage auch entsprechend betriebswirtschaftlich abzuschreiben. D.h. also, in Österreich muß eine längerfristige Einspeiseregelung her. Die muß den EVUs, den Energieversorgungsunternehmen, abgetrotzt werden in zehn Verhandlungen und insgesamt ist das ja ein Klacks! Kollege Böhm, Du weißt wovon ich spreche! Ich weiß nicht, ob das ... (Zwischenruf Abg. Böhm: Ich wollte gerade sagen, Du mußt den Landesrat ansprechen) ... der Landesrat Wolfgruber, ja, aber Du weißt, in Energiefragen stelle ich auch an mich die Effizienzkriterien und da ist gelegentlich dann die Frage, ob sich der Energieeinsatz meinerseits entsprechend auszahlt.

Wenn wir also diese Wirtschaftlichkeitsrechnung anstellen, dann muß gesagt werden, daß die Bedingungen, die kaufmännischen Bedingungen gegeben sein müssen, um entsprechende Investitionen vorzunehmen und das ist eben nur bei entsprechenden Einspeiseregelungen der Fall. Kärnten war hier wesentlich mutiger als Salzburg. Durch die Verordnung vom März dJ. ist Salzburg ist hier immer noch hintan, aber letztlich wird es eine bundesweite Regelung brauchen, weil die derzeitige Vereinbarung mit Jahresende ausläuft.

Das alles wissen wir auch, wenn wir die Zeitungen ausführlich lesen. Gestern ist das Problem wieder geschildert worden. Auch in seiner unterschiedlichen Betrachtung in den Salzburger Nachrichten. Und wir müssen, zumindest diejenigen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen, hier eher Schub- als Bremskraft entwickeln.

Schubkraft für diese Innovationen, so daß wir dann den Bereitstellungsverbund, ja, aus den verschiedenen Aufbringungsquellen,

Kollege Böhm, vor die Bevölkerung hintragen können und in diesem sich vielleicht sogar abzeichnenden Bündnis, zumindest zwischen den Beschäftigten in den EVUs, vielleicht auch in den Managements der EVUs unter Ökologiebewegung tragfähig machen auf längere Sicht. Da sind war ja auf gar keinem so schlechten Weg derzeit. Dazu gehört aber auch das Augenmerk auf die Entwicklung im Bereich von Windenergie und Solaranlagen.

Präsident Dr. Schreiner: Danke, nächste Wortmeldung Herr Mag. Neureiter!

Abg. Mag. Neureiter: Hohes Haus! Herr Präsident! Meine lieben Kolleginnen und Kollegen!

Der Kollege Burtscher hat zu wenig Innovation beklagt. Ich stelle fest, daß Kollege Burtscher natürlich klagen muß, weil es auch zum Rollenverständnis gehören muß, das hier im Haus gegeben ist.

Er hat nicht erwähnt, daß anders als in der Zeit des damals zuständigen Landesrates Dr. Schnell, in der vom Projekt Ofenauerberg nur geredet wurde, dieses Projekt nunmehr in der Zeit des Landesrates Wolfgruber in Richtung der Realisierung kommt. Er hat nicht erwähnt, was in der Anfragebeantwortung ohnedies dargestellt ist, daß Messungen laufen, die die bescheidenen Möglichkeiten im Land Salzburg zum Gegenstand haben. Er hat nicht erwähnt, was er auch noch nicht wissen konnte, daß es demnächst, noch im Jahr 1996, in Salzburg eine Windenergie-Ausstellung geben wird, und er hat auch nicht erwähnt, daß die Alternativenergienutzung im Land Salzburg und durch Salzburgerinnen und Salzburger einen Spitzenplatz in Österreich einnimmt, wenn ich an die Biomasse-Nutzung denke.

Das nur zur Ergänzung dessen, was dankenswerterweise vom ressortführenden Landesrat Wolfgruber dargestellt wurde. Wir danken für

die Auskunft und stellen auch fest, daß das, was der Kollege Burtscher uns an Angebot gegeben hat, daß wir mit vereinten Kräften in dieser Sache weitergehen, von uns natürlich gerne wahrgenommen wird. Die Turbo-Funktion wird der Kollege Böhm sicher auch unterstützen, und es geht tatsächlich um die Einspeistarife. Wir haben das am Beispiel Eberschwang sehr gut studieren können und werden an der Sache weiterhin mit Interesse arbeiten. Wir laden zur Kooperation ein!

Präsident Dr. Schreiner: Nächste Wortmeldung, der Herr Abg. Böhm!

Abg. Böhm: Herr Präsident! Meine Damen und Herren!

Wenn ich schon so oft angesprochen werde, vom Kollegen Burtscher, obwohl ich nicht der Anfragebeantworter bin, muß ich mich natürlich zu diesem Thema schon melden.

Niemand in diesem Raum wird etwas gegen die Windenergie sagen. Überhaupt keine Frage. Es wird sicherlich so sein, daß wir ein weites Stück des Weges gemeinsam gehen können. Die Physik geht aber meistens nicht mit uns.

Windenergie ist eine wunderbare Sache, wenn der Wind geht. An Hollands fernen Gestaden stehen ein Meer von Windenergieanlagen. Es gibt aber Bürgerinitiativen, die bereits dabei sind, diese Anlagen wieder abschaffen zu wollen, weil es eine Lärmbelästigung gibt und weil es halt nicht so schön ausschaut.

Ich finde das falsch. Wir sollten in Salzburg wie gesagt innovativ sein und Windenergie nutzen, wo sie zu nutzen ist.

Die Versuchsanlage zwischen Hiefler- und Ofenauer-Tunnel - böse Zungen behaupten, sie hätte sich nie gedreht - ich habe einmal gesehen, wie sie sich gedreht hat in den letzten vier Jahren -

ich kann das bezeugen - wurde dann abgebaut und wurde am Mooserboden wieder errichtet. Bei den Tauernkraftwerken, die sehr viel Geld investiert haben in diese Versuchsanlage. Dort hat sie sich gedreht. Bei 120 km/h Wind, einmal, und dann lagen die Rotorblätter im Stausee!

Dh. diese Versuchsanlagen haben überhaupt keine Effizienz, die 1,5 kW, die diese Anlage erzeugt, würde gerade reichen, um ein Bügeleisen zu heizen.

Das Problem ist, daß überhaupt die elektrische Energie nicht speicherbar ist und im Augenblick des Erzeugens verbraucht werden muß. Jetzt kann man diese elektrische Energie umwandeln in mechanische Energie - der Präsident sagt, man muß halt immer bügeln den ganzen Tag, ja - man kann diese Energie in mechanische Energie umwandeln, über einen Motor und eine Pumpe Wasser in einen Stausee hochpumpen und dort speichern und dann bei Bedarf diese Energie wieder abfahren und an den Verbraucher bringen. Dazu braucht man aber milliardenteure Anlagen.

Wir haben diese Anlagen zur Verfügung und ich glaube nicht, daß sich die E-Wirtschaft wehren wird, um effiziente Windanlagen in Österreich zu installieren. Ich weiß nicht, ob es eine Untersuchung im Land Salzburg über die Windhöffigkeit in Salzburg gibt.

Gibt es einen Ort in Salzburg, wo der Wind weht? ... (Zwischenruf Abg. Dr. Burtscher: Bitte nicht, denn dann wird genau das Gegenteil gemacht!) ... Fazit: Die Windenergie ist eine additive Energie, dh. sie kann in Ergänzung zu anderen Energieformen dazu herangezogen werden, um gemeinsam auf mehreren Standbeinen Energie zu erzeugen. Es ist keine Alternativenergie sondern eine Additivenergie und ich hoffe, daß diese Ergänzung in Salzburg ausgebaut werden kann.

Ich hoffe, daß sich die Landesgesellschaft dazu entschließen kann, Einspeisungstarife zu gestalten, die eine Effizienz dieser

Energie gewährleisten und ich glaube, daß wir alle gemeinsam in die Zukunft blicken sollten, ob der Wind in Salzburg mehr wird oder nicht. (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke! Und nun der Herr Landesrat Wolfgruber!

Landesrat Wolfgruber: Herr Präsident! Hohes Haus!

In einem, Herr Abg. Burtscher, unterscheiden wir uns. ... (Zwischenruf Abg. Dr. Burtscher: Nur in einem?) ... Daß Sie ... (Gelächter der Abgeordneten) ... daß Sie, ich möchte das nicht genauer untersuchen, aber wahrscheinlich in der Theorie der Verwirklichung und der Realisierung der Nutzung alternativer Energien hier vielleicht etwas voraus sind.

Aber wenn es darum geht, in einer politischen Verantwortung und in einer Akzeptanz, die auch vom Konsumenten, vom Bürger mitgetragen wird, im Lande Salzburg Bestmögliches zu verwirklichen, dann glaube ich, und das nehme ich für mich in Anspruch, dann sind wir gut unterwegs und dann haben wir noch jede Möglichkeit genützt, im Interesse des Gesamten, der Wirtschaftlichkeit, der Versorgungssicherheit.

Weil Energieträger zu entwickeln oder in einer besonderen Art und Weise zu forcieren, zu einem Zeitpunkt, wo wir Wasserkraft um S 0,35 verkaufen müssen auf den Märkten und dann den vierfachen Einspeisungstarif für diese eine Alternative zu bieten, ist, glaube ich, im Interesse des Konsumenten schon auch genau zu hinterfragen.

Herr Abgeordneter! Ich werde mich bemühen, daß es im Bundesland Salzburg eine hohe Versorgungssicherheit bei der Energie gibt.

Wenn Sie einen Beitrag leisten wollen, daß wir windliche Zeiten erleben, dann ist das Ihre Sache!

Präsident Dr. Schreiner: Danke! Damit ist diese Anfrage abgeschlossen. Wir kommen zu

7.15 Beantwortung der Anfrage des Abg. Mag. Thaler an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend die Besetzung der Leiterstelle an der Volksschule Mittersill - Nr. 37 der Beilagen

Bitte, Herr Präsident!

Zweiter Präsident Mag. Thaler: Herr Präsident! Herr Landeshauptmann! Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Zunächst einmal zwei Vorbemerkungen, Herr Landeshauptmann! Ich hätte lieber die Diskussion mit Deinem Vorgänger Landeshauptmann Katschthaler geführt, weil die betreffende Materie nicht von Dir zu verantworten ist, sondern von ihm. Aber ich möchte damit nicht zum Ausdruck bringen, daß ich eine Reaktivierung Deines Vorgängers herbeiführen möchte.

Und zum Zweiten. Ich möchte klarstellen, daß es sich bei dem Volksschul-Oberlehrer Riedelsperger weder um ein Mitglied der Sozialdemokratischen Partei handelt noch um ein Mitglied des Sozialdemokratischen Lehrervereins, um von vornherein irgendwelche Spekulationen auszuschließen.

Und schließlich möchte ich darauf hinweisen, bevor ich mich mit der Angelegenheit sachlich auseinandersetze, daß es schon auffällig ist, daß meine Anfrage in der Präambel wesentlich umfangreicher ist, als die gesamte Beantwortung. Wobei in der Beantwortung jeweils meine Fragen wiederholt werden, dh. die Beantwortung ist weitestgehend evasiv, defensiv, aber keineswegs aufklärend. Und

nachdem ich davon ausgehe, daß nicht Du, Herr Landeshauptmann, diese Anfrage selbst diktiert hast, sondern das von Deiner Abteilung 2 kommt, geht daraus schon ganz deutlich hervor, wie sehr diese Abteilung eigentlich den Landtag in seiner Arbeit, aber auch den Landesschulrat und das Kollegialorgan des Bezirksschulrates einschätzt.

Geschätzte Damen und Herren! Was hier in der Beantwortung von seiten des Amtes geliefert wird, ist nicht der Versuch zu erklären, warum die in den beiden Kollegialorganen Drittgereihte plötzlich die Leiterstelle an der Volksschule in Mittersill zugesprochen erhalten hat. Es wäre sicher notwendig gewesen, hier eine ganz klare Rechtfertigung zu geben. Denn es ist in den letzten Jahren noch nie passiert, daß der oder die Drittgereihte eine Leiterstelle zugesprochen bekommen hat.

Statt dessen werden Dinge angeführt, die inhaltlich überhaupt nicht von Belang sind. Wenn ich etwa darauf hinweise, daß auf der Seite drei der Beantwortung geschrieben wird "Ein Studium des angeführten Tonbandprotokolles erscheint schon aus der klaren Aussage des Fraktionsobmannes der SPÖ im Bezirksschulrat Zell am See, Herrn Hauptschuldirektor Lauth, daß die Fähigkeit zur Verwaltung einer Schule den drei gereihten KandidatInnen in gleicher Weise zuerkannt wird, entbehrlich". Die Aussage des Hauptschuldirektors Lauth war, daß im Hinblick auf die Verwaltungskompetenz die drei Kandidaten gleich zu beurteilen waren. Aber die Verwal-tungskompetenz, bitte, ist es doch nicht, was einen guten Schulleiter ausmacht! Das ist ein Aspekt davon und wir wissen ja, und das geht ja, bitte, auch in meiner Anfrage ganz deutlich hervor, daß zunächst nach dem Landeslehrer-Dienstrechtsgesetz auf die Leistungsfeststellung Bedacht zu nehmen ist, ferner auf den Vorrückungsstichtag und drittens überdies auf die in dieser Schulart zurückgelegte Verwendungszeit.

 

Wir wissen aber auch, aufgrund der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes und des Verfassungsgerichtshofes, daß gerade bei der Auswahl leitender Positionen im Schulwesen auf andere, viel wesentlichere Momente Bedacht zu nehmen ist und daß auf diese vorrangig Rücksicht genommen werden muß. Weil es ja auf der Hand liegt, daß für die Ernennung zum Leiter einer Schule viel mehr Organisationstalent, Führungsqualitäten, Mitarbeiterführung wichtiger sind, als die im Gesetz angeführten formalen Elemente. Also Organisationstalent, Eignung zur Führung von Mitarbeitern, Kommunikationsfähigkeit, Kooperationsbereitschaft sind wesentlich wichtigere Erfordernisse, als die rein formalen.

Hier in der Beantwortung jedoch wird dann, und ich lese das vor, das ist ja geradezu erheiternd, meine Damen und Herren! "Darüber hinaus ist ein Tonbandprotokoll der Dienstbehörde nicht bekannt!" Dann soll sich die Dienstbehörde bitte darum kümmern, ob es ein solches gibt. Und wenn es eines gibt, sich dieses beschaffen.

"Im übrigen wird darauf hingewiesen, daß über Wunsch der Kollegien selbst auf Gemeinhaltung ihrer Beratungen äußerster Wert gelegt wird." Es besteht daher über Wunsch der Kollegien, die Ver-einbarung, daß keine Wortprotokolle, sondern nur zusammenfassende Stellungnahmen an die Abteilung 2 übermittelt werden.

Da werden Äpfel mit Birnen verwechselt! Das sind keine Wünsche der Kollegien, sondern das ist die geltende Geschäftsordnung der Kollegien! Ja! Aber wenn es darum geht, hier eine Ermittlung anzustellen, dann muß ich alle Beweismittel heranziehen und mich nicht auf Wünsche von Kollegien zurückziehen!

Meine Damen und Herren! Ich habe die wesentlichen Aspekte schon herausgestrichen, die für die Ernennung einer Leiterposition einer Schule, ganz gleich welcher Schule, besonders wichtig sind. Das ist selbstverständlich die Leistungsbeurteilung, das sind

Menschenführung, das sind Kommunikation, das ist die Konfliktlösungskompetenz und das sind auch administrative Fähigkeiten.

Zu welchem Zwecke hat denn das Land Salzburg und das Kollegialorgan des Bundes, das Landesschulratskollegium, Hearing-Kommissionen eingerichtet? Bei denen sich sowohl die Lehrer, als auch die Eltern, als auch die Fraktionen des Landesschulrates Einblick verschaffen können in die Bewerber. Wenn dann von seiten einer Abteilung im wesentlichen nur das Dienstalter, also formale Kriterien, vorrangig behandelt werden.

Es ist auch interessant, meine Damen und Herren! Ich bin jetzt 14 Jahre der Fraktionsobmann im Landesschulrat. Daß in diesen 14 Jahren mir kein einziger Fall bekannt ist, und es hat auch keinen gegeben, das wird ja auch in der Anfragebeantwortung bestätigt, daß von seiten des Bundes ein Vorschlag des Kollegialorganes des Landesschulrates verworfen wurde und eine Umreihung im Bundesland Salzburg stattgefunden hat. Das spricht für das Kollegialorgan des Landesschulrates. Das spricht aber auch, bitte, für das Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten, daß die darauf vertrauen und nicht eigenmächtig oder aus politischen Rücksichtnahmen Umreihungen vornehmen.

Es ist die Zahl derjenigen Umreihungen, die im Bereich der Landesregierung vorgenommen, aber in meiner Anfrage bereits angeführt wurden. Es war einmal die Volksschule Bruck, hier war es ausgerechnet die jüngere Bewerberin, während hier das Dienstalter bekanntgegeben wurde.

Herr Kollege Griessner! Das ist kein Angriff auf Deine Verwandte. Die Personen stehen hier oder auch irgendwelche Beziehungen ... (Zwischenruf Abg. Ing. Griessner: Die betreffende Person ist weder verwandt noch sonst irgend was!) ... Gut! Nehme ich zurück. Die Personen, alle Bewerber, worum es hier geht, stehen völlig außer Betracht. Sondern es wurde damals eine jüngere Bewerberin

der wesentlich dienstälteren Bewerberin, die sowohl im Bezirksschulrat, als auch im Landesschulrat einstimmig beschlossen wurde, vorgezogen.

Bei der Allgemeinen Sonderschule Zell am See wurde sogar noch ein Upgrading eines Bewerbers im letzten Moment durchgeführt, weil dieser nur die Norm und keine Übernorm hatte.

Und bei der Hauptschule Grödig war es mehr die Tätigkeit als Kapellmeister, die für die Qualifikation des Hauptschuldirektors gesprochen hat. Und jetzt haben wir die Volksschule Mittersill.

Ich lasse mich auch nicht damit abspeisen, wenn immer wieder betont wird, daß eine einstimmige Beschlußfassung im Kollegialorgan der Landesregierung erfolgt ist. Wenn der Amtsvortrag durch die Abteilung so formuliert ist, daß im Grunde dem Regierungsmitglied, das sich ja nicht in dieser Form mit jedem Tagesordnungspunkte auseinandersetzen kann, gar keine andere Beschlußfassung ermöglicht wird, dann soll man sich nicht wiederum auf eine formale Begründung zurückziehen.

Abschließend, meine Damen und Herren, noch einmal! Lieber Herr Landeshauptmann! Es trifft Dich keine persönliche Verantwortung. Das ist von mir schon zu Beginn gesagt worden. Aber wir werden auch in Zukunft, und verstärkt, gerade bei den Leiterbestellungen, weil ich weiß, wie sehr sich das Kollegialorgan des Landes-schulrates und auch die Bezirksschulräte hier einsetzen und um eine objektive Erstattung eines Reihungsvorschlages bemüht sind, wir werden uns diese Sache jedes Mal und in jedem einzelnen Falle sehr genau anschauen. Ich möchte nicht sagen, daß ich in den nächsten 14 Jahren mein besonderes Augenmerk darauf richten werde,aber ich werde es verstärkt darauf richten, lieber Herr Landeshauptmann! (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

 

Präsident Dr. Schreiner: Nächste Wortmeldung, der Herr Landeshauptmann!

Landeshauptmann Dr. Schausberger: Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Lieber Präsident Thaler!

Obwohl diese Angelegenheit gerade noch in die Zeit meines Vorgängers gefallen ist, möchte ich aber ausdrücklich sagen, daß ich mich uneingeschränkt zu dieser Anfragebeantwortung bekenne. Das möchte ich sehr deutlich sagen und ich möchte das auch generell, ohne jetzt auf diesen Fall im Detail allzusehr einzugehen, begründen.

Kollege Thaler! Ich glaube, wir müssen uns einmal dazu bekennen, und uns wirklich bewußt sein, daß die Landesregierung an die Reihungsvorschläge der kollegialen Schulbehörden des Bundes nicht gebunden ist. Das sie zwar eine wertvolle Grundlage liefern, aber daß die Landesregierung nicht automatisch daran gebunden ist. Und Präsident Thaler! Wenn Du jetzt gemeint hast, es hat einzelne Fälle gegeben, wo sich die Landesregierung nicht daran gehalten hat, dann muß ich Dir nur sagen, auch die Landesregierung wird sich in Hinkunft noch wesentlich intensiver und genauer anschauen müssen, was von den kollegialen Schulbehörden kommt! Und das ist ja genau der Punkt, den Du auch in diesem Fall hier hast!

Meine Damen und Herren! Es muß uns bewußt sein, daß es so nicht gehen kann. Du sagst, die kollegialen Schulbehörden entscheiden sehr objektiv. Ich kann Dir nur sagen, sie entscheiden auch sehr politisch. Das muß man immer wieder auch, leider, zur Kenntnis nehmen. Und sie begründen nicht immer ausreichend, Herr Präsident Thaler! Und das ist der Punkt, wo sich die Landesregierung auch ihrer Verantwortung bewußt sein muß.

 

Denn gerade in diesem Fall Mittersill war es so, meine Damen und Herren, daß man gesagt hat, man bringt eine Reihung, stellt aber unter dem Strich fest, daß alle drei Bewerber eigentlich geeignet sind, die Führung dieser Schule zu übernehmen. Das ist doch keine ausreichende Begründung dafür, daß ich die Dienstälteste, die eindeutig Dienstälteste, an den dritten Platz stelle! Und daher hat mein Vorgänger die Schulbehörden und verschiedene andere Stellen noch einmal angeschrieben und gebeten, noch einmal eine Klärung herbeizuführen, warum man eine solche Reihung vornimmt.

Und auch beim zweiten Mal hat sich niemand dazu geäußert, warum diese Reihung so vorgenommen wurde und eine Begründung abgegeben. Es wurde lediglich erwähnt, na ja, der eine ist eigentlich in dem Bereich besser, der andere in dem anderen Bereich. Schlußstrich. Ich habe mir diesen Akt, weil ich ja gewußt habe, daß er kommt, sehr genau angeschaut. Zum Schluß ist wieder gestanden, man sei der Meinung, daß eigentlich alle drei zur Führung dieser Schule geeignet sind. Und man schließt niemand aus davon.

Dh. wenn schon die kollegialen Schulbehörden so darauf pochen, daß die Landesregierung das übernehmen soll, was sie vorschlägt, dann müssen sie wohl auch den Mut haben, und das muß ich jetzt einmal sehr deutlich sagen und gerade dann, wenn man noch einmal nachfragt, dann müssen sie auch den Mut haben, sich zu bekennen. Aber nicht einfach zu sagen, es sind eh alle drei geeignet dafür, aber wir weigern uns, eine ausreichende Begründung dafür zu geben. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Und ich muß ganz offen sagen, Herr Präsident und ich werde das möglicherweise intensiver tun, als mein Vorgänger, ich werde die kollegialen Schulbehörden dazu bringen, daß sie wirklich ausdrücklich begründen, warum sie welche Reihung vornehmen. Es kann ja wohl nicht so sein, daß man der Landesregierung etwas zuschickt und übermittelt, woraus nicht klar hervorgeht, warum eine solche Reihung vorgenommen wird, aber dann, wenn sich die Landes-

regierung nicht daran hält, plötzlich zum Schimpfen anfängt. Und das kennen wir ja schon. Man pocht auf seine Rechte, muß aber aus diesen Rechten auch die Verpflichtung übernehmen und sich bekennen und klar sagen, der Eine ist der Beste und der Zweite ist nicht geeignet und der Dritte ist auch nicht geeignet oder weniger geeignet. Das möchte ich einmal genau sehen von den kolle-gialen Schulbehörden, daß sie sich auch bekennen zu dem, was sie vorschlagen, und daß sie es auch entsprechend begründen.

Denn ich sage noch einmal: Es kann nicht sein, daß man eine Reihung vornimmt und unten drunter schreibt, es sind alle drei dafür geeignet und liebe Landesregierung halte Dich an unseren Vorschlag. Aber wir sind eigentlich nicht bereit, Dir zu sagen, warum wir diese Reihenfolge vorgeschlagen haben!

Ich glaube, das ist hier das Problem gewesen. Hier hat es eine Dienstälteste gegeben, noch dazu eine Frau, das möchte ich auch einmal ausdrücklich sagen. Und wir sind ja immer davon ausgegangen, daß, wenn immer möglich, eine Frau eine Spitzenposition bekommt. Eine Frau, die die Dienstälteste ist. Dann reiht man sie an dritter Stelle und wenn der Landeshauptmann, der für das Schulwesen zuständig ist, nachfragt, dann ist einfach geantwortet worden, wir halten an unserer Reihung fest, sind aber letztendlich der Meinung, daß ohnehin alle drei dafür geeignet sind. Ohne eine neue zusätzliche Begründung.

Und ich muß wirklich sagen. Wir müssen die Schulbehörden zwingen, sich erstens zu bekennen, wen sie für den Besten halten und zweitens auch ausreichend zu begründen. Denn sonst muß man der Landesregierung eben die Freiheit lassen, daß sie eine andere Vorgangsweise wählt und eine andere Entscheidung findet.

Ich möchte nur noch darauf hinweisen, meine Damen und Herren, daß diese Frage schon unter meiner Zeit auf Wunsch des Herrn Landes-

hauptmann-Stellvertreters Buchleitner in der Landesregierung behandelt wurde und daß die Bestellung der Schuldirektorin in Mittersill einstimmig von der Landesregierung über die Bühne gegangen ist. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Herr Präsident Thaler und dann Dr. Burtscher! Herr Präsident Thaler!

Zweiter Präsident Mag. Thaler: Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Die Erregung des Herrn Landeshauptmannes beweist, daß ich doch den Finger auf die Wunde richtig gelegt habe.

Ich hätte mir wenigstens jetzt, nachdem in der schriftlichen Beantwortung keine sachliche Begründung geliefert wurde, warum die Beschlußfassungen des Kollegialorganes Bezirksschulrat und des Kollegialorganes Landesschulrat durch die Landesregierung als Kollegialorgan verworfen worden sind und die drittgereihte Frau an die erste Stelle sozusagen umgereiht wurde, auch an der zweiten Stelle stand eine Frau, und nur das Dienstalter dafür den Ausschlag gegeben hat! ... (Zwischenruf Landeshauptmann Dr. Schausberger: Weil sonst kein Kriterium vorgegeben war!) ... Lieber Herr Landeshauptmann! Bitte horch mir zu. Ich habe auch sehr ausführlich Deinen erregten Ausführungen gelauscht. Für diese Schule haben sich fünf BewerberInnen gemeldet. Es ist Aufgabe der Kollegialorgane, auf alle Fälle einen Reihungsvorschlag mit drei Bewerbern zu erstatten. Mit drei Bewerbern! Es geht nicht, daß ich zB nur einen Zweiervorschlag erstatte, wenn mehr als zwei Bewerber vorhanden sind.

Selbst wenn drei Bewerber sich um eine Schule bemühen, und einer dieser Bewerber nur die Norm in der Leistungsbeurteilung hat und die anderen zwei die Übernorm, muß er an der dritten Stelle auf-

scheinen, obwohl er für eine Leitungsstelle eigentlich nicht in Betracht kommt. ... (Zwischenruf Landeshauptmann Dr. Schausberger: Dann soll man es sagen!) ... Meine Damen und Herren! Es haben sich fünf beworben. Und von diesen fünf hat das Kollegialorgan des Bezirksschulrates aufgrund des Studiums der Unterlagen, aufgrund der persönlichen Kenntnis der Bewerberinnen und Bewerber und aufgrund des Hearings die Feststellung getroffen - und diese Feststellung muß ja getroffen werden - daß grundsätzlich von den fünf drei für die Leitung einer Schule qualifiziert sind.

Das wird jetzt vom Herrn Landeshauptmann den Kollegialorganen vorgeworfen. Daß sie festgestellt haben, daß drei sozusagen für die Leitung einer Schule qualifiziert sind.

Der Reihungsvorschlag, der dann zu erstellen ist, für den ersten, zweiten und dritten, muß ausführlich begründet sein. Und Herr Landeshauptmann! Ich habe deshalb, und nicht aus Stolz oder persönlicher Eitelkeit, darauf hingewiesen, daß ich bereits 14 Jahre diese Funktion als Fraktionsobmann innehabe. Sondern weil ich weiß, daß früher, sowohl in den Bezirksschulräten als auch in den Landesschulräten, ohne eine entsprechend ausreichende Begründung, ein Reihungsvorschlag erstattet wurde und dieser dann an das Land weitergegeben wurde.

Und aufgrund einer Beschwerde beim VwGH, Causa Bad Hofgastein, wir erinnern uns daran, hat dann der damalige Landeshauptmann Dr. Katschthaler aufgrund des VwGH-Erkenntnisses eindeutig die kollegialen Behörden des Bundes aufgefordert, bei ihrem Reihungsvorschlag entsprechend eine Begründung vorzunehmen, warum die Person A an der ersten Stelle steht, die Person B an der zweiten und die Person C an der dritten Stelle steht. Und der hier, von Dir, Herr Landeshauptmann, erwähnte Reihungsvorschlag, Riedelsperger, Altenberger, Sinnhuber ist sehr ausführlich geraten, umfaßt insgesamt zwei oder sogar mehr Seiten. Ich habe ihn zugemittelt bekommen. Und stellte eine ausgewogene Begründung dar, warum

Riedelsperger an die erste Stelle gereiht wurde. Und da ist das Dienstalter sozusagen eine relativ nebensächliche Angelegenheit.

Ich halte den von Dir aufgestellten Vorwurf oder die Ankündigung, daß Du von Deiner Seite gerade die Kollegialorgane in dieser Hinsicht strenger beurteilen wirst oder beobachten wirst, im Grunde für eine Desavouierung der Mitglieder der Bezirksschulräte, die sich die Arbeit nicht leicht machen, der 32 Mitglieder des Landesschulrates, die sich die Arbeit auch nicht leicht machen. Hier wurde also nur vom Politikum geredet, und ich halte es auch für eine Desavouierung der Vorsitzenden der Bezirksschulräte, nämlich der Bezirkshauptleute, die ja die formale Verantwortung dafür haben, in ihrer Sitzungsführung darauf zu achten, daß die Begründung des Reihungsvorschlages dem damaligen Erlaß des Herrn Landeshauptmannes Dr. Katschthaler entspricht und daß die entsprechende Weitermeldung an das Kollegium des Landesschulrates und an die Abteilung 2 auch dem Erlaß vollkommen entspricht, und ich halte es auch für eine gewisse Desavouierung des Präsidenten des Landesschulrates, der im Kollegialorgan des Landesschulrates dafür Sorge zu tragen hat, daß die Begründung ... (Zwischenruf Landeshauptmann Dr. Schausberger: Der Präsident des Landesschulrates bin ich) ... des amtsführenden Präsidenten des Landesschulrates, der immerhin die Sitzungen der Sektionen aufgrund des Gesetzes zu leiten hat, daß er auch dafür Sorge zu tragen hat, daß hier alles seine Ordnung hat, und ich sage es: Ich stelle mich schützend vor alle diese Personen, denn das, was hier gesagt wurde, ist eine Desavouierung aller dieser Personen, die sich viel Mühe machen. Und der Herr Bezirksschulinspektor Klaus Burmann hat es ja der Öffentlichkeit auch mitgeteilt, daß die Vorgangsweise in dieser Hinsicht eine Desavouierung des Bezirksschulrates dargestellt hat. (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke! Nächste Wortmeldung Herr Dr. Burtscher!

Abg. Dr. Burtscher: Sehr geehrte Damen und Herren!

Wenn es nicht einen sehr ernsten Hintergrund hätte, dann könnte man es dabei bewenden lassen, mit einem gewissen Amüsement diese Auseinandersetzung zwischen Landeshauptmann Schausberger und Vizepräsident Thaler anzuhören.

Beide Herren vermeiden jede Erwähnung, vielleicht auch jedes Denken daran, daß es sich hier um Parteipolitik handelt ... (Zwischenruf Zweiter Präsident Mag. Thaler: Sie haben nicht zugehört. Der Herr Riedelsperger gehört nicht unserer Partei an!) ... Lassen Sie mich das ausführen, Herr Präsident Thaler! Lassen Sie mich das ausführen.

Das, was hier in Salzburg und in Österreich insgesamt der Fall ist, das würden Sie in keiner, in keiner westeuropäischen Gesellschaft in auch nur annähernder Art erleben können. Und daß das gar ins Landesparlament hereinkommt, das würden Sie dort nicht erleben. Daß es mit einer derartigen Regelmäßigkeit auch hereinkommt und hereinkommen muß, daß würden Sie auch nicht erleben.

Es ist nicht die Frage, Herr Kollege Thaler, ob der einzelne Kandidat jetzt eine Mitgliedschaft bei der einen oder anderen Partei hat, sondern die Frage, wie das ganze Schulwesen in den gesetzlichen Schulaufsichtsregelungen geordnet ist in Österreich. Und da ist das eine Aufteilung zwischen politischen Parteien.

Eine Aufteilung zwischen politischen Parteien über die Kollegialgremien dann auch. Noch dazu mit einer Art, ich sage es einmal so, politischer Nötigung fast, gegenüber anderen Parteien hier auch mitzutun, nämlich über den gemein hin nicht bekannten Mechanismus, daß die Landesschulratsgremien zusammengesetzt werden über die Landtagswahlen und auch die Bezirksschulratsgremien, Vertreter hineinzuentsenden, ehrenamtliche Vertreter, die überhaupt keine Möglichkeit haben, überhaupt keine Möglichkeit haben,

auch nur einigermaßen in ihrer Informationseinholung, in der Teilnahme an den Debatten dementsprechend entgegenzuhalten, was da zwischen den professionell arbeitenden Repräsentanten der politischen Parteien stattfindet.

Der Kern dieser Auseinandersetzung, die dann aufbricht, wenn diese Aufteilung zwischen Rot und Schwarz im Schulwesen eine Frik-

tion erleidet, eine vorübergehende Friktion erleidet ... (Zwischenruf Zweiter Präsident Mag. Thaler: Das ist ja nicht der Fall!) ... Herr Kollege Thaler! Der Kern dieser Auseinandersetzung ist der, daß wir hinterfragen müssen, ob diese Ordnung des österreichischen Schulwesens über die Schulaufsichtsgesetze, ob diese Ordnung eine ist, die auf der Höhe der Zeit ist. Und ich sage Ihnen mit aller Deutlichkeit: Dem ist nicht so! Dem ist nicht so!

Schon die Tatsache, daß der Landeshauptmann ein Gelegenheitspräsident ist, des Landesschulrates, immer dann, wenn es ihm wichtig ist, aus der Motivation, die dann zumeist auch nachvollziehbar ist, bei ihm und seinem Vorgänger und seinem Vorvorgänger, dann greift er ein. Aber er greift in der Regel politisch ein. Parteipolitisch ein. Ja! Er stellt heute fest, ich werde denen schon sagen, was sie dann zu tun haben. Nichtwissend, daß er dort ja dem Kollegium gegenüber gar keine derartige Weisungsgewalt hat. Aber das kommt aus dem Verständnis heraus, im österreichischen Schulwesen haben die politischen Parteien, bestimmte politische Parteien, eine Ordnungsfunktion in ihrem Sinne. Haben einen Ordnungsanspruch in diesem Sinne.

Und ich sage Ihnen! Dieser Ordnungsanspruch, mit dem ist es in absehbarer Zeit zumindest, und hoffentlich dann, ein für allemal vorbei. Es ist nicht die Frage, ob das Übergewicht der ÖVP im Bundesland Salzburg dadurch ausgewogen werden kann, daß die SPÖ einigermaßen im Spiel ist und immer weniger im Spiel ist. Ja,

weil die realen Verhältnisse derart erdrückend sind. Das ist nicht die Frage. Die Frage ist, welche Struktur ist hier angelegt.

Und eine Gegenentwicklung kann nur so aussehen, daß man diesen Bereich aufmacht und die Frage der Leiterbestellungen, der das vor allem immer manifestiert, diese Frage der Leiterbestellung wegbringt von diesen politisch dominierten und von parteipolitisch dominierten Einstellungen geprägten Kollegialorganen bis hin zum Ex-lege-Präsidenten des Landessschulrates.

Besetzungsverfahren müssen eine Öffnung hin zu den Betroffenen haben. Ich gehe mit in der Diskussion, daß es nicht als Frage des Kollegiums einer Schule sein kann, sein soll, daß es auch eine Frage der Elternschaft ist, daß es eine Frage von Repräsentanten aus der Elternschaft ist und daß man Korrektive einbauen kann im Verfahren. Aber es muß weg von der Parteipolitik. Das wäre dann, und ich hoffe, daß da die Freiheitliche Partei nicht nur lesend sich betätigt, sondern auch zuhörend, das wäre eine Art Befreiungsaktion für das österreichische Regelschulwesen. Ich bitte Sie, da mitzutun!

Präsident Dr. Schreiner: Nächste Wortmeldung, Herr Abg. Neureiter!

Abg. Neureiter: Hohes Haus! Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Der Dr. Burtscher hat nicht die Praxis und nicht die Ahnung, die manche von uns in Kollegialorganen inzwischen erworben haben. Sonst könnte er nicht so reden!

Ich fühle mich als Mitglied des Kollegiums des Bezirksschulrates Tennengau desavouiert, wenn hier so gesprochen wird. Ich fühle

mich desavouiert, weil wir ein hohes Maß an Verantwortung praktizieren. Übrigens seit der letzten Wahl auch in Anwesenheit eines Vertreters, der von der Bürgerliste benannt ist.

Ich fühle mich desavouiert, weil wir ein hohes Maß an Bemühung und an Zeitaufwand investieren bei jeder einzelnen Entscheidung, die wir nicht nur in der Anhörungskommission vorbereiten, sondern auch durch erkundigende Gespräche am Ort vorbereiten. Das ist ein Sonderweg, den wir im Tennengau gehen, der vielleicht durch die Kleinheit des Bezirkes leichter möglich ist. Diese Bemühung soll bitte auch anerkannt werden, Kollege Burtscher!

Und ich fühle mich auch desavouiert, weil wir ein hohes Maß an Übereinstimmung erreichen. Ich habe in den zwölf Jahren, seit ich hier mitzuwirken habe und mitwirken darf, zwei Fälle erlebt, wo es keine Einstimmigkeit der damals drei und nunmehr vier Fraktionen im Bezirksschulrat gegeben hat.

Man könnte darüber streiten, ob die vom Präsidenten Thaler angesprochene ausführliche Begründung mit den zwei Seiten ausreicht. Wir haben den Standard, daß es unter sechs Seiten bei keiner Besetzung geht.

Man kann aber nicht darüber streiten, daß der Herr Landeshauptmann richtigerweise die Bezirksschulratskollegien darauf hinweist, und nicht mehr kann er tun als hinzuweisen, daß die Tatsache, daß das Höchstgericht festgestellt hat, daß andere als die im Landeslehrer-Dienstrecht enthaltenen Kriterien bei der Leiterbestellung ausschlaggebend sein können, auch eine ausführliche Begründung brauchen. Nur darum geht es. Es muß hieb- und stichfest begründet sein, warum eine Reihung anders ausschaut als die in der sogenannten Computerliste enthaltene Reihung.

Deswegen fühle ich mich insgesamt desavouiert, wenn so einfach, so vereinfachend und primitiv über Parteipolitik gesprochen wird,

bei einem Vorgang, der nachweislich zumindest bei uns und vermutlich auch in den anderen Bezirken von hohem Bemühen getragen ist. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Herr Klubobmann Griessner!

Abg. Ing. Griessner: Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren!

Nur einige Anmerkungen noch in dieser Debatte. Erstens, Herr Präsident Thaler! Ich würde wirklich bitten, daß man die schon vor langer, langer Zeit getroffene Entscheidung bezüglich der Besetzung der Volksschuldirektion in Bruck einmal beendet. Ich bin weder verwandt, noch befreundet, noch sonst etwas. Ich würde wirklich bitten, daß man einmal diese Diskussion aufhört. Sie ist für die betreffende Person vielleicht nicht sehr erfreulich.

Zum konkreten Fall nur einige Anmerkungen, Herr Präsident! Wie von Dir gesagt und ausgeführt wurde, eine Begründung oder Begründungen für die vom Landesschulrat festgelegte Reihung geliefert werden, dann aber in Summe und abschließend wieder das Ganze von Dir relativiert wird, dann muß man einfach zur Kenntnis nehmen, daß die Landesregierung nach den gesetzlichen Gegebenheiten zu entscheiden hat. Ich darf schon auf einen Punkt im besonderen hinweisen, und zwar, daß das Dienstalter nicht irgend ein Kriterium ist, sondern ein ganz wesentliches, vom Gesetz festgehaltenes, zu berücksichtigendes Kriterium darstellt. Wenn alle sozusagen gleich bewertet wurden, in Summe festgestellt wird, jeder oder jede der Kandidaten ist in der Lage und fähig, diese Funktion eines Direktors oder einer Direktorin auszuüben, dann wird dieses Kriterium schlagend.

Der Herr Landeshauptmann und die Landesregierung hat zu berücksichtigen, daß die Entscheidung rechtlich auch hält. Die Letztverantwortung trägt nicht das Kollegialorgan, sondern die Letzt-

verantwortung in einer solchen Entscheidung trägt die Landesregierung und trägt der Landeshauptmann. Es ist schon bemerkenswert, daß hier die Kritik in dieser Weise in Richtung Landeshauptmann und in Richtung Landesregierung geäußert wird. Aber umgekehrt man überhaupt nicht bereit ist, eine Kritik, die vielleicht durchaus berechtigt ist, von der Landesregierung in Richtung Kollegium nicht ernst nimmt.

Ich glaube, ... (Zwischenruf Zweiter Präsident Mag. Thaler: Würdest Du es für sinnvoll halten, wenn das Kollegialorgan des Bezirksschulrates hinschreibt: Es gab folgenden Reihungsvorschlag. Erstens - zweitens - drittens. Aber der Drittgereihte ist eigentlich für eine Schulleitung nicht geeignet.) ... Es geht nicht darum, Herr Präsident, sondern es geht darum, daß man die Reihung, die letzten Endes beschlossen wird, auch entsprechend begründet. Entsprechend begründet! Und wenn die Begründung der Reihung derartig schwach ausfällt, wie es in diesem Fall wirklich vorgekommen ist, das muß man festhalten, dann müssen eben die gesetzlichen Kriterien beachtet werden.

Und noch ein drittes und letztes Wort zu den Ausführungen vom Kollegen Burtscher. Auf eines möchte ich schon hinweisen. Es gibt sehr viele Entscheidungen in diesem Bereich, im Bereich der Pflichtschulen. Und nur wenige von den sehr vielen führen dazu, daß es Kritik gibt. Immer dort, wo halt die Entscheidung sehr schwer zu treffen ist, weil es durchaus Kandidaten gibt, die gleichwertig sind, wird es immer zur Kritik führen. Weil die, die nicht zum Zug kommen halt enttäuscht sind. Das ist auch verständlich. Aber dann so zu tun, als würde es heute noch rein nach parteipolitischen Gesichtspunkten Entscheidungen in diesem Bereich geben, da redet man von etwas, was es wirklich nicht mehr gibt. Das muß man zur Kenntnis nehmen, daß in diesem Bereich die Objektivität wirklich Einzug gehalten hat, daß man sich bemüht, in den Bezirksschulräten, im Landesschulrat und letzten Endes natürlich auch in der Letztverantwortung der Landesregierung zu einer ob-

jektiven, aber gesetzeskonformen Entscheidung zu kommen. Das sollte man auch einmal zur Kenntnis nehmen. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Nächste Wortmeldung, Herr Klubobmann Burtscher!

Abg. Dr. Burtscher: Es ist ja förmlich mitanzusehen, sehr geehrte Damen und Herren, daß bei einer Aussage vom Kollegen Griessner wie der, daß Parteipolitik im Salzburger Schulwesen nicht stattfindet, in den Reihen der Abgeordneten die Köpfe eingezogen werden.

Ja! Da denkt sich ja ein jeder, das darf nicht wahr sein, daß das mit solcher, es grenzt schon fast an Unverfrorenheit, gesagt wird. Das erlebt ja jeder in der Schule tagtäglich anders! Und sehen Sie sich doch nur einmal an. Was ist denn die Aufgabe der Bezirksschulräte und der Landesschulräte? Ihre Aufgabe reduziert sich de facto darauf. De facto sage ich! Und meine damit den Umfang ihrer Tätigkeit, die Leiterpositionen zu vergeben. Das ist die Hauptaufgabe! Damit verbringen sie ihre Zeit und das hat System. Da werden auch eben Einflußbereiche, da werden Einflußbereiche geschaffen, nicht mehr in genau dem gleichen Ausmaß wie vor 20 Jahren und mit der gleichen Selbstverständlichkeit wie vor 20 Jahren. Die Menschen werden wacher, die Betroffenen rühren sich gelegentlich.

Aber immer noch wird versucht, diesen Zustand so lange wie möglich und so weit wie möglich aufrecht zu erhalten. Sehen Sie! Ich bin ja völlig überrascht, daß der Kollege Neureiter im Bezirksschulrat Tennengau sitzt. Ich habe mir die Liste nie angesehen.

Ich frage mich, was tut er denn dort? Ich wünschte mir, er würde seine Energie im Salzburger Landtag einbringen. Seine Zeit im Salzburger Landtag einbringen. Hier Debattenbeiträge, Nachdenkar-

beit zu leisten. Aber was tut er? Er ist in Fragen der Leiterbestellung im Bezirk Tennengau hauptsächlich tätig. Man kann das in gleicher Weise auf andere Vertreter, die hier schon gesprochen haben, umlegen.

Und da sind wir beim Kern der Frage. Politik, mit diesem Glaubwürdigkeitsschwund, hat auch seine Ursache darin, daß die Repräsentanten alles andere tun und alles andere im Auge haben, als die Tätigkeit, für die sie primär gewählt worden sind. Hier herinnen sollen Sie Parteipolitik machen! Hier dürfen Sie es! Hier können Sie es! Hier sollen Sie es!

Aber lassen Sie doch bitte Ihre parteipolitischen Gedanken aus dem Schulwesen draußen. Das ist der Appell, Michael Neureiter!

Also ich würde mir wünschen: Halbiere Deine Präsenz und Deine Energie, die Du im Bezirksschulrat Tennengau einbringst und bring vielleicht diese Hälfte herein in den Landtag und dann machen wir hier aktive Politik in den Bereichen, für die Du vielleicht sachlich zuständig bist.

Es ist ja so, daß wir dann einiges leisten können. Und es würde dem Landesparlament und der Politik insgesamt, da wirst Du mir vielleicht sogar folgen können, sehr sehr gut tun.

Präsident Dr. Schreiner: Nächste Wortmeldung, Herr Klubobmann Haider!

Abg. Haider: Herr Präsident! Meine Damen und Herren!

Ich bin sicher kein Schulspezialist. Aber mich würde eines interessieren, lieber Kollege Walter Thaler. Wie war das eigentlich bei der provisorischen Bestellung des damals provisorischen Schulleiters in Zell am See? Wie ist das vor sich gegangen? Ist da auch der Bezirksschulrat gefragt worden und der Landesschulrat

gefragt worden? Und eine Reihung gemacht worden? Oder ist es damals etwas anders gelaufen?

Ist es damals einfach so gewesen - bei den Bundesschulen bestellt ja das Bundesministerium -, daß der Älteste oder vielleicht auch von Dir genannte Bestqualifizierteste bestellt wurde oder hat sich das Bundesministerium damit beschäftigt, wer 13 Jahre diese Schule geleitet hat? Ich möchte dazu sagen, ausgezeichnet geleitet, davon abgesehen.

Aber mir geht es darum: Du bist hier gestanden und hast gesagt, das Alter, oder das Dienstalter spielt überhaupt keine Rolle. Die Qualifikation ist entscheidend!

Daher würde mich jetzt interessieren: Wer hat die Qualifikation bestimmt, wie Du 13 Jahre lang Deine Leiterposition nicht innegehabt hast? Wenn das nämlich damals das Alter war, dann ist für mich die Diskussion nicht so relevant. Weil: Man soll Äpfel nicht mit Birnen verwechseln, aber hier sind Äpfel und Äpfel, Schulleiter und Schulleiter. Und ich bin überzeugt davon, daß die Frau Sinnhuber - ich weiß nicht wie alt sie ist, aber ich schätze sie wird an die 50 sein, wenn sie die Älteste war - maximal noch zehn Jahre diese Volksschule leiten wird. Also das heißt immer noch weniger lang als der provisorische Leiter, damals provisorische Leiter des Gymnasiums Zell am See.

Daher würde mich interessieren und ich ersuche Dich, daß Du mir das vielleicht beantwortest, wie das damals genau vor sich gegangen ist. (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Zu Wort gemeldet, der Herr Präsident Thaler!

 

Zweiter Präsident Mag. Thaler:

Ich gebe die Aufklärung sehr gerne dem Kollegen Haider!

Bei der Besetzung einer Schulleiterstelle treten die Kollegialorgane nur dann zusammen, wenn dieser definitive Posten auf Dauer zu vergeben ist. Ja! Dh. wenn durch Pensionierung oder durch Todesfall ein Schulleiter ausscheidet und die Stelle sozusagen vakant wird. Durch mein politisch bedingtes Ausscheiden aus dem Schuldienst ist diese Stelle ja nicht auf Dauer vakant geworden. Es gibt ja auch, krankheitsbedingt zB, wenn ein Direktor ein halbes Jahr, ein Jahr krank ist, eine entsprechende provisorische Betrauung mit der Leitung. Ja! In diesem Falle ist vom Gesetz her der Präsident des Landesschulrates dazu berufen, eine geeignete Person zu betrauen. Und der damalige Präsident und heutige Präsident Mag. Schäffer hat den Professor Kunnert betraut. Wobei nicht abzusehen war, für wie lange diese Betrauung Gültigkeit haben wird.

Und ich sage Dir auch die Gründe für diese Betrauung. Es ist Aufgabe des Schulleiters einer Höheren Schule, sich einen höchstqualifizierten Mitarbeiter, der Administrator bezeichnet wird, zu suchen, der ihm einen erheblichen Teil des Verwaltungsaufwandes abnimmt. Ein solcher Administrator ist die rechte Hand des Schulleiters. Dh. wenn eine vorübergehende Betrauung einer Schulleiterstelle an einer Höheren Schule ansteht, ist es vorteilhaft, jenen mit der Schulleitung zu betrauen, der in diese Agenden am besten eingearbeitet ist. Und das ist der Grund gewesen, warum der Professor Kunnert damit betraut wurde. Daß sich die Sache 14 Jahre lang hingezogen hat. Das war bei der Betrauung damals nicht absehbar.

Und Deine Feststellung, daß es sich um eine gute Betrauung gehandelt hat, hat mir Recht gegeben, weil ich mir einen Guten zum Ad-

ministrator gesucht habe und einen guten Stellvertreter für die Zeit meiner politischen Tätigkeit. (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke! Damit ist diese Anfrage abgeschlossen. Ich rufe auf die

7.16 Beantwortung der Anfrage der Abg. Dr. Burtscher, Dr. Hochreiter und Dr. Meisl an Herrn Landesrat Wolfgruber betreffend "Salzburger Garantie" für Lebensmittel aus Salzburg - Nr. 38 der Beilagen

Keine! Ich darf in der Zwischenzeit, meine Damen und Herren, Sie bitten, angesichts des Standes der Tagesordnung, bei dem wir uns befinden, daß wir uns darauf einstellen, daß um 12:30 Uhr unterbrochen wird und wir um 14:00 Uhr wieder fortfahren.

So ich rufe auf die

7.17 Beantwortung der Anfrage der Abg. Mag. Burgstaller und Holztrattner an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger betreffend die Aktivitäten der Arbeitsgruppe zur besseren Koordination der Linienkonzessionen im öffentlichen Personennahverkehr - Nr. 39 der Beilagen

Keine!

7.18 Beantwortung der Anfrage der Abg. Holztrattner und Mag. Strebl an Herrn Landesrat Wolfgruber betreffend die Vorkommnisse im Zusammenhang mit der sogenannten "Salzburg Garantie" - Nr. 40 der Beilagen

Keine!

 

7.19 Beantwortung der Anfrage der Abg. Naderer und Haider an Herrn Landesrat Dr. Raus betreffend das Universitäts- und Landessportzentrum Rif - Nr. 41 der Beilagen

Erschöpfend, danke!

7.20 Beantwortung der Anfrage der Abg. Fritzenwallner und Haider an die Landesregierung betreffend Energiesparmaßnahmen bei Gebäuden, die sich in Landesbesitz befinden - Nr. 42 der Beilagen

Bitte, Herr Abgeordneter!

Abg. Fritzenwallner: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus!

Ich bedanke mich sehr herzlich für die Anfragebeantwortung. Sinn dieser Anfrage war es, einmal zu erfahren, was sich in Salzburg tut bei den öffentlichen Gebäuden. Hintergrund der Anfrage war, daß das Land Oberösterreich beschlossen hat, bis zum Jahr 2005 30 % aller öffentlichen Gebäude zu sanieren und einen Teil dieser Kosten, die investiert werden, durch Einsparung bei den Energiekosten wieder hereinzubekommen.

Zweiter Teil dieser Anfrage war, festzustellen, bis wann endlich damit gerechnet werden kann, daß es Energiebuchhaltungen gibt. In Oberösterreich und in Steiermark wurden gute Ergebnisse damit erzielt. So wurde im Land Oberösterreich zB alleine durch die Überprüfung der Strompreistarife bei öffentlichen Gebäuden und die Neubewertung ein Einsparpotential von S 10 Mio. ad hoc erreicht.

Wenn ich dann lese, daß in der Unterabteilung 10/1 bereits im Jahr 1990 Unterlagen zur landesweiten Einführung der Energiebuchhaltung ausgearbeitet wurden, diese offensichtlich dann schubladiert wurden und in der Schublade vor sich hinschimmeln und der Pilotversuch, der geplant war, nicht unternommen wird. Wenn ich

in der Anfragebeantwortung aber auch lesen kann, daß endlich auch die Technik computergestützt udgl. es nun ermöglicht, diese Ener-giebuchhaltung für landeseigene, öffentliche Gebäude einzuführen, so erwarte ich mir aufgrund dieser Anfragebeantwortung, daß wir nicht noch sechs Jahre warten müssen, damit wir im Land endlich auch einmal eine Energiebuchhaltung bekommen.

Präsident Dr. Schreiner: Keine weiteren, Herr Dr. Burtscher!

Abg. Dr. Burtscher: Sehr geehrte Damen und Herren!

Ich bedanke mich bei den Anfragestellern für die Initiative in dieser Causa. Ich glaube, daß die Fragestellung und die Beantwortung zeigt, daß hier ein großes Feld der Tätigkeit für die Landesregierung gegeben ist. Im Bereich des Energiesparens im eigenen Haus sozusagen. Und dazu mögen auch ein paar Zahlen etwas Motivation sein. Vielleicht dem Herrn Landesrat Wolfgruber!

Die Stromkosten im Bundesland Salzburg, in 62 landeseigenen Amtsgebäuden, im Jahr 1995 haben mehr als S 9 Mio. betragen. Stromkosten! In landeseigenen Gebäuden. Fernheizwärme hat Kosten von S 5,2 Mio. im Jahr 1995 verursacht. Schlägt sich direkt dann als Ausgabe im Landesbudget nieder. Gaskosten von zirka S 0,5 Mio.

Das sind schon Beträge, die einiges ausweisen und die vielleicht auch ausweisen, daß es hier möglicherweise, sehr wahrscheinlich, Sparpotentiale gibt. Und da darf ich Sie auf den Beschluß vom April dJ hinweisen, betreffend das Energiesparcontracting.

Das Land wäre zu allererst aufgefordert, derartige Contractingmodelle im eigenen Bereich abzuschließen. Dazu ist zwar zunächst einmal ein Betrag notwendig für die Investitionen, aber innerhalb eines kurzen Amortisierungszeitraumes fließt diese Investition über die Einsparungen wieder zurück.

Wenn Sie sich ansehen, Herr Landesrat Wolfgruber (ein Hinweis für Sie), daß wir im Bereich des Landes 13 Berufsschulen haben, zwei Berufsschülerheime, vier Bezirkshauptmannschaften, sieben Straßenmeistereien und dann noch die ganzen Objekte der Landesregierung, wo sie noch ist, bevor sie teilweise in den Porschehof übersiedelt, Chiemseehof, Mozartplatz, Michael-Pacher-Straße, Pfeifergasse, Sebastian-Stief-Gasse. Dann sind hier Potentiale vorhanden, die es zu nutzen gilt. Da braucht es allerdings als Voraussetzung für diese Energiesparmaßnahmen Initiative und diese Initiativen fehlen uns.

Deswegen fordern wir von Ihnen, daß Sie hier eine Analyse vornehmen, so wie das die Anfragesteller auch gefordert haben. Eine Prioritätenreihung dort, wo die größten Potentiale mit der raschesten Realisierungsmöglichkeit, Umsetzungsmöglichkeit gegeben sind. Eine Prioritätenreihung für die Realisierung vornehmen und uns darüber auch demnächst Information geben.

Wir sind gerne bereit, mit Ihnen dann auch hinsichtlich der Beschlüsse im Landesbudget über einen Mehrjahresplan für derartige Contractingmaßnahmen die Beschlüsse herbeizuführen. Es wäre ganz nett, Herr Landesrat, oder nicht nur nett, sondern höchst angebracht, wenn Sie sich zu einem solchen Vorhaben hier und heute äußern würden.

Präsident Dr. Schreiner: Herr Abg. Böhm!

Abg. Böhm: Herr Präsident! Meine Damen und Herren!

Die SPÖ-Fraktion hat vor sechs Jahren, der Herr Kollege Fritzenwallner hat es schon erwähnt, einen Antrag eingebracht, um eine Energiebuchhaltung in den Gemeinden zu installieren.

 

Es ist sechs Jahre oder sieben Jahre nichts passiert. Damals war noch ein anderer Energie-Landesrat von der FPÖ im Amt. Du kannst nichts dafür für diese Nichtaktion. Der Antrag ist nicht beachtet worden und das Ganze ist erfolglos geblieben. Angeblich aus Personalmangel.

Andere Länder haben bereits Programme entwickelt, Disketten erstellt, die Energiebuchhaltungen in den Gemeinden über EDV möglich machen. Und wir ersuchen Dich, Dir vielleicht Beispiele aus anderen Ländern anzueignen, um in Salzburg diese EDV-mäßige Erfassung in den Gemeinden zu ermöglichen.

Wir haben vor mehreren Jahren ja auch verlangt eine Energiesparagentur in Österreich einzurichten nach dem Vorbild von Vorarlberg, Steiermark und Kärnten. Diese Idee konnte ebenfalls nicht umgesetzt werden, weil die Interessensvertretungen hier Sperrfeuer vorgelegt haben, vor allem die Lobbies von Öl, Kohle, auch Energiewirtschaft etc.

Wir werden erneut eine Initiative ergreifen, um auch im Land Salzburg eine Energieagentur oder einen Energiesparverein zu initiieren und ich ersuche wirklich alle Fraktionen, hier mit uns gemeinsam diese Idee umzusetzen.

Wir haben vor kurzem das Modell des Energiecontracting beschlossen, für die Gemeinden beschlossen. Der Erfolg hat sich noch nicht eingestellt. Das Echo war sehr mager. Und ich glaube, das hat Kollege Burtscher erwähnt, hier das Land aufgerufen ist, mit gutem Beispiel voranzugehen und in den eigenen Gebäuden hier Energiecontracting-Modelle einzuführen.

Wir sollten auch mit etwas mehr Druck auf die Gemeinden die Gemeinden dazu bewegen, über den Weg der Finanzierung die Bürger-

meister dazu aufzufordern, in den Gemeinden ebenfalls Energiecontracting zu praktizieren.

Der positive Effekt dieser von uns eingebrachten Anträge kann sein oder wird sogar sein, daß die Wirtschaft angekurbelt wird, daß Arbeitsplätze gesichert werden. Es gibt ein weites Feld von Energiesparmaßnahmen, die wirklich wirtschaftsfördernd sind. Hier liegt das Geld auf der Straße und wir sollten gemeinsam dieses Geld aufheben und dazu verwenden. (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Nächste Wortmeldung, der Herr Abg. Illmer!

Abg. Illmer: Herr Präsident! Meine Damen und Herren!

Ich glaube, man muß in vielen Bereichen auch die Realität ein bißchen anschauen.

Die Gemeinden werden hier hingestellt, als würde zu wenig gemacht. Ich glaube, daß speziell im Land Salzburg in den letzten Jahrzehnten aufgrund der großen Investitionstätigkeit der öffentlichen Hand und auch der Gemeinden sehr sehr viel geleistet wurde, was den Energiesparbereich betrifft. Weil wir wissen, daß speziell durch Neubauten, durch bessere Konzeptionen, durch neue Fenster, durch Wärmeschutzmaßnahmen hier schon sehr sehr viel erreicht wurde. Und nicht nur die Privaten haben sich hier engagiert, auch die öffentliche Hand und vor allem die Gemeinde.

Und eines muß natürlich auch immer wieder klar sein. Eine echte Alternative kann es nur dann geben, wenn es mit einer Baumaßnahme zusammenhängt. Ich glaube, so Reparaturen und kosmetische Maßnahmen irgendwo zu setzen, bringen nicht den großen Erfolg. Wichtig ist, daß man mit einem System daran arbeitet und wir haben ja bereits in den Gemeinden Programme laufen, damit wir Strom einspa-

ren bei den Straßenbeleuchtungen, die technischen Bereiche des Energiesparens.

Aber eines muß ich natürlich auch feststellen, als Praktiker in einer Gemeinde. Es ist sehr sehr schwierig, wenn man in den Be-reich der Alternativenergie einsteigt, weil das Problem der Kosten-Nutzen-Rechnung derzeit nicht so positiv steht, wie es oft dargestellt wird. Hier muß man ganz gewaltig dahinter stehen, daß es überhaupt möglich ist, daß man jemand dazu gewinnt, sich an Alternativenergie zu beteiligen.

Es ist sicher der richtige Weg. Es ist ein schwerer Weg und schwer durchzuführen. Und gerade dieses Jahr hat gezeigt, ich habe in meiner Gemeinde etwas umgestellt, daß die große Hoffnung auf die Sonnenenergie, die wir gestellt haben, in diesem Jahr wieder einen sehr großen Dämpfer erreicht hat. Aber es soll uns nicht daran hindern, weiterhin an diesem positiven Weg, der hier gezeigt wird, weiterzumachen. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Keine weiteren Wortmeldungen! Der Herr Landesrat!

Landesrat Wolfgruber: Herr Präsident! Hohes Haus!

Ich glaube, gerade was die Energiesparmaßnahmen anlangt, sind wir im Bundesland Salzburg beispielgebend unterwegs. Obgleich ich zugebe, daß wir vielleicht im Bereich der Gebäudlichkeiten, die von der Landesregierung selbst, von der öffentlichen Hand benutzt werden, vielleicht noch etwas rascher voranschreiten könnten. Wobei es aber Faktum ist, daß bei sämtlichen Maßnahmen, Verbesserungsmaßnahmen, gleich welcher Art sie sind, die Energiesituation und die Energiesparsituation immer genauestens beachtet wird.

 

Für die Gemeinden selbst ist ja gerade im heurigen Jahr die Initiative gesetzt worden: das Energiecontracting. Und es sind hier alle Gemeinden angeschrieben und eingeladen, informiert, sich dieser Möglichkeiten zu bedienen.

Insgesamt sind aber über die Energieberatung, jährlich kommen neue aus der Wirtschaft heraus, ausgebildete Energieberater dazu, wirklich gute Fortschritte feststellbar. Es sind tausende Beratungen in diesem Bereich gesetzt worden und auch über unser Zuschlagsmodell bei der Wohnbauförderung ist sehr Positives vonstatten gegangen.

Wir haben aber daneben auch noch Programme laufen, zB wie es die Energieautarke Gemeinde ist. In einer speziellen Art und Weise wird in diesem Projekt versucht, zum einen Einsparungen vorzunehmen und zum anderen sämtliche Möglichkeiten im eigenen Bereich das Aufkommen für sich selbst aufzubauen.

Es wird noch in diesem Jahr aller Wahrscheinlichkeit nach die Wärmeschutzverordnung unseres Bundeslandes hinausgehen, die, glaube ich, wieder in beispielgebender Art und Weise weit über die Vorgaben des Bundes oder über die vereinbarten Vorgaben der Bundesländer hinaus, eine Basis darstellt, auf der wir aufbauend weitere Einsparungsmaßnahmen vorantreiben können.

Präsident Dr. Schreiner: Danke! Damit ist diese Anfrage abgeschlossen. Ich rufe auf

7.22 Beantwortung der Anfrage des Abg. Mag. Thaler an Herrn Landeshauptmann Dr. Schausberger betreffend die Berufsschulzeitausweitung an der Berufsschule IV - Nr. 44 der Beilagen

Keine Wortmeldung. Erledigt! Damit rufe ich auf

 

7.27 Beantwortung der Anfrage der Abg. Ing. Griessner, Mag. Neureiter, Illmer und Roßmann an Herrn Landesrat Dr. Raus betreffend den Einsatz von dezentralen Kleinkläranlagen im ländlichen Raum - Nr. 49 der Beilagen

Keine Wortmeldung. Erledigt!

7.28 Beantwortung der Anfrage der Abg. Dr. Hochreiter und Dr. Burtscher an die Landesregierung betreffend die Schlußfolgerungen aus der "Ersten Salzburger Kindergesundheitsuntersuchung" sowie aus der "medizinischen Beurteilung der Benzolmessungen des Landes" - Nr. 50 der Beilagen

Bitte, Frau Dr. Hochreiter!

Abg. Dr. Hochreiter: Sehr geehrte Damen und Herren!

Wir haben uns zu dieser Anfrage entschlossen, weil wir den Eindruck haben, daß diese erste Salzburger Kindergesundheitsuntersuchung, die im April dJ veröffentlicht worden ist, nicht ausreichend Beachtung gefunden hat und sich in der Politik der Landesregierung nicht so niederschlägt, wie die Schlußfolgerungen der Autoren dieser Studie in ihrer Zusammenfassung und in ihren Erkenntnissen gesagt haben, daß es der Fall sein müßte.

Ich stelle mich hier an die Seite der in der Studie nachgewiesenen 7,3 % Salzburger Stadtkinder und deren Eltern, die nachweislich Asthma hatten. Und wie auch internationale Studien belegen, sind diese Asthmaanfälle von 7,3 % Kindern in der Stadt zum allergrößten Teil auf den Straßenverkehr zurückzuführen.

Die Studie kommt zu der Erkenntnis, daß es unbedingt notwendig ist, daß die verkehrsbedingten Emissionen reduziert werden. Es handelt sich hier nicht um die Aufgabe eines einzelnen Regie-

rungsmitgliedes. Leider sind die Zuständigen alle nicht mehr da. Sondern es handelt sich eindeutig um Zuständigkeiten im Bereich der Gesundheit, Zuständigkeiten im Bereich des Verkehrs und aus dem Umweltressort.

Es muß dafür gesorgt werden und das verlange ich auch und erwarte ich mir von der Landesregierung, daß sie etwas dafür tut. Daß die verbindlichen Grenzwerte und Imissionsmessungen zum Schutz der menschlichen Gesundheit auch als Langzeitmittelwerte eingeführt werden. Das muß im Bund geschehen. Das ist richtig. Aber ich meine, daß eine Landesregierung, die so eine Gesundheitsuntersuchung durchführen hat lassen, auch Verantwortung dafür hat, daß die daraus gezogenen Konsequenzen in Wien Umsetzung finden. Das ist nicht der Fall derzeit!

Es ist auch ganz deutlich zum Ausdruck gekommen, daß vor allem das Nichtmessen von Dieselabgaspartikeln eine wichtige Versäumnis ist. Dieselabgaspartikel werden derzeit nicht gemessen, sind aber nachweislich sehr stark für die Krebsbildung verantwortlich. Dieselabgaspartikel sind extrem gesundheitsschädlich und noch immer wird der Diesel als umweltfreundlich verkauft. Das ist er nicht!

Wir haben in Österreich auch keine Wirkungsuntersuchungen beim Menschen von Abgasen aus dem Straßenverkehr. Das gibt es in Deutschland schon gesetzlich verankert. Wie überhaupt diese Thematik in Deutschland schon wesentlich weiter fortgeschritten ist, als bei uns. Es haben sich die dortigen Umweltminister eingehend mit diesem Thema schon befaßt. Bei uns wird das eher als eine, na ja eher schon lästige, aber halt nicht zu beseitigende Nebenerscheinung unserer uneingeschränkten Mobilitätswünsche angesehen.

Ich glaube, daß die Menschen alle wissen sollten, daß Mobilität diesen Preis hat und daß jeder doch in seine Verantwortung nehmen möge, wann er denn wirklich das Auto benutzen muß bzw. auch entscheiden muß, wieviel an gesundheitlicher Schädigung denn dadurch

auch den übrigen Mitmenschen, vor allem den schwächeren Mitmenschen, den Kindern, zumutbar ist.

Ich glaube, daß jeder von uns sich vorstellen kann, daß es für ein Kind sehr sehr unangenehm ist, Asthma zu haben. Daß es auch für die Eltern sehr unangenehm ist, ein Kind zu haben, das Asthma hat. Das bedeutet ganz gewaltige Beeinträchtigung der Lebensqualität in einer Familie und zumindest sollte man die Möglichkeiten, die auch die Landesregierung hat, in Wien diesbezüglich Druck zu machen, nutzen, um wenigstens entsprechende Untersuchungen, entsprechende Messungen zu veranlassen und das Bewußtsein der Bevölkerung diesbezüglich stetig zu verbessern.

Ich finde es wirklich sehr nachlässig, wenn auf unsere Frage zwei, wie denn die Landesregierung dafür sorgen will, daß diese international bereits belegten Schlußfolgerungen in der ihrer Bedeutung für die menschliche Gesundheit entsprechenden Weise in Grenzwerte und Verbindlichkeiten ihren Widerschlag finden, einfach nur antwortet: Diese Frage muß man an die betreffenden Ressorts stellen.

Das meine ich eben, wäre einmal eine Aufgabe, sich darüber in der Regierung zu unterhalten. Übergreifend über die Ressorts, weil es eben verschiedene Ressorts betrifft und ich glaube, die Gesundheit der Kinder ist das in jedem Fall wert.

Ich möchte Ihnen auch noch einmal sehr ans Herz legen, einmal die umweltmedizinische Beurteilung der Benzolmeßergebnisse des Landes sich durchzulesen. Der Herr Dr. König hat sich äußerste Mühe gegeben, internationale Studien hier einzuarbeiten. Diese Beurteilung spricht auch eine eindeutige Sprache. Wir schädigen mit der Mobilität, die wir uns sozusagen gönnen oder einfach herausnehmen, die Gesundheit, vor allem der Schwächsten. Wir schädigen

aber auch gegenseitig unsere eigene Gesundheit und zumindest wissen sollen wir es.

Präsident Dr. Schreiner: Weitere Wortmeldungen liegen nicht vor. Damit ist diese Anfrage abgeschlossen. Ich rufe auf

7.30 Beantwortung der Anfrage der Abg. Dr. Hochreiter, Dr. Burtscher und Dr. Meisl an die Landesregierung betreffend Maßnahmen zur Reduktion der Gesundheits- und Lebensgefahr aus dem Straßenverkehr - Nr. 52 der Beilagen

Bitte Frau Abgeordnete!

Abg. Dr. Hochreiter: Ja! Während ich vorhin nur von den Gesundheitsrisiken aus den Abgasen gesprochen habe, muß man ja ganz klar sehen, daß der Straßenverkehr insgesamt, nicht nur die Abgase, sondern Unfälle und dann auch noch die Lärmbelastungen zusammengenommen, eindeutig die größte Gesundheitsgefährdung ist, die wir einander zumuten. Es gibt keine größere Gesundheits- und Lebensgefahr aus anderen Quellen, als aus dem Straßenverkehr.

Es wird aber sozusagen so hingenommen, als wären es die modernen Menschenopfer, die sich unsere Gesellschaft eben sozusagen gönnt und wenn der Herr Landeshauptmann, der leider nicht mehr da ist, dann schreibt und vorschlägt, daß man ein Symposium mit Psychologen abhalten sollte, weil es fahrlässiger Unfug sei, die Bevölkerung leichtfertig mit dramatisierenden Meldungen über schädliche Umwelteinflüsse zu beunruhigen, dann muß ich sagen: Gerne halten wir ein Symposium mit Psychologen ab. Aber eines darüber, was die Verleugnung dieser Gefahr an Schäden verursacht, nämlich zweifellos ist die Verleugnung dieser Gefahr wesentlich gesundheits- und lebensgefährlicher als deutlich aufzuzeigen, was Wissenschafter in der ganzen Welt schon in ihren Studien aufzeigen und nichts anderes wurde bis jetzt auch von unserer Seite verlautbart.

Es ist nur so, daß man hierzulande nicht registrieren will, daß sich die Gefahren, auch die Lebensgefahr aus dem Straßenverkehr, nicht nur aus der Unfallsstatistik zusammensetzt. Daß jährlich viele Menschen an Krebs sterben, der eindeutig, auch internatio-nal belegt, aus den Abgasen verursacht ist. Daß eindeutig auch viele Menschen dadurch einen Herzinfarkt erleiden, daß sie ständig Lärmbelastungen ausgesetzt sind. Das ist eine nicht unbeträchtliche Zahl!

Ich habe also in der Präambel zu dieser Anfrage die Berechnung angeführt, daß man nämlich genau genommen die Verkehrsopferstatistik neu schreiben muß. Man muß also zu den Unfällen zB aus dem Jahr 1995 dazurechnen, daß mindestens zehn Personen, die an Herzinfarkt gestorben sind dazugerechnet werden müssen, weil etwa so viele mit größter Wahrscheinlichkeit deshalb gestorben sind an Herzinfarkt, weil sie großen Straßenverkehrslärmbelastungen ausgesetzt waren. Deshalb muß man zu den 96 Menschen, die 1995 auf Salzburger Straßen gestorben sind - 96 Menschen sind viel! - noch etwa 40 Personen dazurechnen muß, die durch den Straßenverkehr entweder bezüglich der Lärmbelastung oder auch der Krebsgefahr zusätzlich gestorben sind. Dh. man muß nicht sagen 96 Menschen sind 1995 im Straßenverkehr gestorben, sondern mindestens 136 Personen.

Wenn wir heuer bis jetzt eine günstige Verkehrstodesopferbilanz haben, Gott sei Dank, dann muß man doch sehr eindeutig sehen, daß im ersten halben Jahr, oder fast im ersten Dreivierteljahr, kaum Motorradfahrer unterwegs sein konnten, weil es ständig geregnet hat. Kaum war das Wetter wieder etwas schöner, und sie brauchen die Unfallstatistik nur verfolgen, werden die Unfallsstatistiken wieder ganz anders und wir können dann ständig in der Zeitung lesen auch wie viele Motorradfahrer wieder ums Leben gekommen sind, weil das mit Sicherheit die gefährlichste Fortbewegungsart auf der Straße ist, neben zu Fußgehen, was auch sehr gefährlich ist.

Ich glaube, so einfach wie sich das der Herr Landeshauptmann gemacht hat, es also lächerlich zu machen und zu sagen, man macht hier nur Panik, kann man es sich nicht. Hier herrscht eher eine Verleugnung der Gefahr als eine Übertreibung allgemein gesellschaftlich und wir sollten dazu bestimmt nicht beitragen.

Ich meine, daß es unsere Aufgabe ist, daß die Menschen sich überlegen, wo sie ihr Auto brauchen und wo sie es nicht brauchen und daß es unsere Aufgabe ist, möglichst den Individualverkehr gegenüber dem öffentlichen Verkehr zurückzudrängen und die sichersten Fortbewegungsarten für die Menschen zu schaffen und nicht ständig zu verleugnen, welche Gefahren wir einander tagtäglich zumuten und so tun, als wäre das ganz normal und als müßte jeder Mensch, der für die Mobilität ist, das einfach hinnehmen. Wir können hier füreinander und in unserer aller Interesse noch viel tun und müssen das auch tun.

Präsident Dr. Schreiner: Danke, keine weiteren Wortmeldungen! Die Anfrage ist abgeschlossen. Ich rufe auf

7.31 Beantwortung der Anfrage der Abg. Dr. Burtscher und Dr. Hochreiter an Herrn Landesrat Wolfgruber betreffend die bäuerliche Direktvermarktung in Salzburg - Nr. 53 der Beilagen

Keine Wortmeldung. Damit abgeschlossen!

7.32 Beantwortung der Anfrage der Abg. Dipl.-Vw. Hofer und Haider an die Landesregierung im Zusammenhang mit der Einführung der leistungsorientierten Krankenanstaltenfinanzierung - Nr. 54 der Beilagen

Abgeschlossen!

 

7.33 Beantwortung der Anfrage der Abg. Dr. Meisl und Dr. Burtscher an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner betreffend den Gemeindeausgleichsfonds - Nr. 55 der Beilagen

Abgeschlossen!

7.35 Beantwortung der Anfrage der Abg. Haider und Naderer an Herrn Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner betreffend die Besprechung der Gemeindesekretäre des Flachgaues vom 21. Februar 1996 - Nr. 57 der Beilagen

Keine! Bitte, Herr Naderer! Wir sind bei 7.35. Herr Abgeordneter Naderer zur letzten Anfrage!

Abg. Naderer: Sehr geehrte Damen und Herren!

Uns liegt zu unserer Anfrage vom 9. September eine Beantwortung von Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner vor. Sie umfaßt ganze drei Sätze und einmal das Wort nein.

Es ist gestern von der linken Seite hier kritisiert worden, daß der Landesrat Thaller seinen Verpflichtungen als Regierungsmitglied bei der Auskunftserteilung nicht nachkommt. Ich glaube, daß diese Beantwortung seinesgleichen sucht und diese Kritik hier entsprechend anzubringen ist. Bitte! ... (Zwischenruf Abg. Mag. Burgstaller: Wenn er etwas nicht gewußt hat, dann kann er wohl die Folgefragen nicht beantworten.) ... Das ist richtig! Aber er könnte sich seiner Verpflichtung gemäß als Ressortführer, immerhin haben sich an diesem Tag im Februar 1996 so an die 30 Mitarbeiter seines Ressorts, nämlich Gemeindesekretäre, in Lengfelden getroffen und er könnte sich über die Sache ja kundig machen, nachdem es sein Ressort betrifft und die Gemeindeaufsicht wäre sehr wohl in der Lage nachzufragen, was denn diese Mitarbeiter während der Dienstzeit in Lengfelden zu tun haben bei einer

Parteiveranstaltung der V. Interessant wäre auch, ob hier während der Dienstzeit eine parteipolitische Veranstaltung besucht wurde ... (Zwischenruf Abg. Schröcker: Da müssen Sie den Landeshauptmann-Stellvertreter Gasteiger fragen!) ... Kollege Schröcker! Diese Veranstaltung wurde nicht von der S gemacht. Sie wurde von der V gemacht. Aber der Kollege Buchleitner ... (Zwischenruf Abg. Schröcker: Buchleitner ist nicht der Chef der Gemeindesekretäre! Das müssen Sie doch wissen!) ... Aber er ist das Aufsichtsorgan. Und dazu ist er laut Bundesverfassung verpflichtet, diese Aufsicht über die Gemeinden wahrzunehmen. Ich glaube, Kollege Schröcker, hier sind noch ... (Zwischenruf Abg. Schröcker: Den Präsidenten des Gemeindeverbandes müssen Sie fragen!) Der Präsident des Gemeindeverbandes ist mir keine Rechenschaft schuldig aber sehr wohl die Mitglieder dieser Landesregierung. Nachdem sich hier Buchleitner unwissend stellt, werde ich diese Frage vielleicht dem zweiten Landeshauptmann-Stellvertreter Gasteiger stellen, der anscheinend dort anwesend war. Vielleicht kann er mir dann Auskunft erteilen, obwohl es nicht sein Ressort ist. Ressortzuständig, die Gemeindeaufsicht zu führen, ist Landeshauptmann Buchleitner und diese Beantwortung halte ich als einen Affront gegenüber dem Salzburger Landtag. (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke! Herr Abg. Saliger!

Abg. Saliger: Liebe Kolleginnen und Kollegen!

In der Beantwortung der Anfrage des Herrn Kollegen Naderer biete ich Dir, lieber Kollege Naderer, zwei Telefonnummern 06229/2585 und ab 4. November meine neue Telefonnummer 841120 an. Dieser kurze Weg und der noch kürzere, den vorderen Sitz zu befragen, in dieser Frage, wäre sicherlich zielführend gewesen.

 

Ich weiß schon, daß der Herr Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner diese Frage nicht in der Form beantworten kann, wenn verantwortungsvolle Mandatare in einem Bezirk über neue gesetzliche Situationen Gemeindesekretäre, also Verantwortungsträger in den Gemeinden, informieren. Zu diesem Zweck werden Veranstaltungen dieser Form seit einigen Jahren bereits durchgeführt, die ausschließlich die Informationstätigkeit über gesetzliche Situation im Land Salzburg zum Inhalt haben. Wenn inkriminierte Fragen oder inkriminierende Fragen gestellt werden, so können sie durchaus gestellt werden.

Ich biete Dir noch einmal diesen kurzen Weg an, wenn Du den Dr. Gasteiger in dieser Frage noch einmal befragen wirst, biete ich Dir auch an, weil ich mich als Vermittler hier sehe, ein persönliches Gespräch mit ihm zu führen; er ist erreichbar unter der Telefonnummer 8042 hier beim Amt.

Präsident Dr. Schreiner: Damit ist die nächste Wortmeldung von Herrn Naderer!

Abg. Naderer: ...(Zwischenruf Abg. Dr. Burtscher: Fallen Sie ihm bitte nicht in den Rücken!)... Normal hat er mich im Rücken!

Lieber Kollege Saliger! Deine Überreaktion am gestrigen Tag auf diese Anfrage, die ich hier nicht wörtlich wiederholen will, nachdem Sie sich im Fäkalbereich bewegt hat, spricht für sich. Ich glaube, daß im Landtag diese Worte nicht angebracht sind, ihr seid ja immer die Kralshüter des Anstandes. Ich denke an den Kollegen Neureiter, der sich ja bei der letzten Landtagssitzung für mich entschuldigen mußte. ...(Zwischenruf Abg. Neureiter: Schlechte Sitten!)... Wenn der Kollege Saliger mich dann mit Fäkalausdrücken bewirft aufgrund einer demokratischen Anfrage, dann frage ich mich, wie weit Euer Demokratieverständnis reicht.

 

Ich glaube, der Landtag sollte sich hier nicht selbst lächerlich machen und die Pflicht der Regierenden, der Regierungsmitglieder, die Rede und Antwort zu stehen haben auf Anfragen von Mitgliedern des Landtages, hier nur aus parteipolitischen Interessen zu schützen, sondern diese Auskunftspflicht muß für alle gleich sein. Es gibt nichts einzuwenden, wenn die S-Fraktion den Landesrat Thaller befragt. Es kann auch wenig einzuwenden geben, wenn die Freiheitlichen den Buchleitner befragen.

Präsident Dr. Schreiner: Danke! Herr Dr. Burtscher!

Abg. Dr. Burtscher: Also wir haben keine Zensuren zu verteilen. Aber es ist erkennbar, daß sich die Regierungsmitglieder mit unterschiedlicher Intensität und Qualität bei den Anfragen verhalten. Es ist ein markanter Unterschied, beispielsweise, um es nicht jetzt zwischen Parteien abzuhandeln, sondern innerhalb einer Partei einen Vergleich anzuziehen, ein markanter Unterschied in der Qualität der Anfragebeantwortungen beim Landesrat Raus und beim Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner.

Die Anfragebeantwortung vom Landesrat Raus weisen jeweils eine gründliche Auseinandersetzung mit der Anfrage aus. Die von Landeshauptmann-Stellvertreter Buchleitner sind durchzogen vom Tenor "Zu was denn überhaupt das". Und, es kommt das quer durch, da sind manchmal die Freiheitlichen betroffen, manchmal die ÖVP betroffen, manchmal die Bürgerliste betroffen. Ich nehme an, daß sich das Ausmaß der Betroffenheit bei den Sozialdemokraten hier in Grenzen hält.

Präsident Dr. Schreiner: Damit ist diese Anfrage abgeschlossen.

Meine Damen und Herren! Wir kommen jetzt zu den Erledigungen. Ich lese jetzt alle Erledigungen, die im Ausschuß einstimmig waren vor: Ich bitte Sie, mir zu sagen, wo eine Debatte gewünscht ist.

Sonst würde ich sie zusammenziehen und in einem erledigen. Bitte um Aufmerksamkeit!

8, die FPÖ will eine Debatte! 9, 10, 11, 12, 13. Bei 13 ist eine Debatte gewünscht. Bei 14 ist eine Debatte von der Bürgerliste gewünscht. 15, dann 2. Ergänzung. Bei 16 ist eine Debatte von der Bürgerliste gewünscht, wenn es geht in einem mit 17. 18 ist sowieso Debatte. 19 ist Debatte gewünscht. 20, 21.

Ich lese jetzt noch einmal vor. Die Punkte, die ich jetzt verlese, werden zusammengezogen und in einem verabschiedet.

Punkt 9: Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zur Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz, mit dem das Salzburger Landesbeamtengesetz 1987, das Salzburger Landesvertragsbedienstetengesetz 1987, das Salzburger Magistratsbeamtengesetz 1981, das Salzburger Gemeindebeamtengesetz 1968 und das Haushalts-Strukturgesetz geändert werden - Nr. 59 der Beilagen

Punkt 10: Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zur Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz, mit dem das Heilvorkommen- und Kurortegesetz und das Salzburger Krankenanstaltengesetz 1975 geändert werden - Nr. 60 der Beilagen

Punkt 11: Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zur Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz, mit dem ein Teil der Großglocknerstraße als Landesstraße übernommen wird - Nr. 61 der Beilagen

Punkt 12: Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zum Antrag der Abg. Mag. Burgstaller, Mayr und Böhm betreffend die Außerkraftsetzung des Salzburger Betriebsaktionenverbotsgesetzes 1958 i.d.g.F. - Nr. 62 der Beilagen

 

Punkt 15: Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses betreffend eine Entschließung zur Fortsetzung der Rechtsbereinigung - Nr. 65 der Beilagen

Punkt 20: Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zur Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz, mit dem eine vorübergehende baurechtliche Sonderbestimmung für die Stadt Salzburg noch einmal verlängert wird - Nr. 116 der Beilagen

Punkt 21: Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zur Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz betreffend die Tätigkeitsperiode des bestehenden Landes-Kulturbeirates - Nr. 117 der Beilagen

Diese Anträge wurden im Ausschuß einstimmig verabschiedet. Wer mit den, in diesen Beilagen angeführten Anträgen einverstanden ist, den bitte ich um ein Zeichen der Zustimmung. Danke! Die Gegenprobe. Ich stelle die einstimmige Annahme fest.

Damit kommen wir nun zu

Punkt 8: Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zur Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz, mit dem das Salzburger Landesrecht auf Gesetzesstufe bereinigt wird (Salzburger Rechtsbereinigungsgesetz) - Nr. 58 der Beilagen

Berichterstatter der Herr Abgeordnete Mödlhammer! - Meine Damen und Herren! Sind Sie einverstanden, wenn wir auf die Verlesung der Anträge verzichten? Danke! Dann gleich Debatte! Herr Dr. Lechenauer!

 

Abg. Dr. Lechenauer: Herr Präsident! Meine Damen und Herren!

Das Salzburger Rechtsbereinigungsgesetz hat zu einigen guten und manchmal auch leicht mißglückten Berichterstattungen und Vermutungen in der Allgemeinheit geführt.

Die Frau Kollegin Burgstaller hat das Gesetz nur in einem Halbsatz kritisiert oder charakterisiert. Der Berg hat gekreist. Der zweite Halbsatz, und er hat ein Mäuslein geboren, hat gefehlt. Er wäre durchaus angebracht gewesen in manchen Punkten. Diejenigen, die das Sprichwort kannten, hatten ja nicht solche Probleme dabei.

Das Rechtsbereinigungsgesetz ist deswegen mißverstanden worden von vielen, weil man auf die Liste der Gesetze eingegangen ist, die vor 1960 erlassen wurden und nicht damit aufgehoben wurden. Das Interessante am Rechtsbereinigungsgesetz von der Technik war das, daß man alle die Gesetze, die nicht aufgezählt sind, aufhebt, ganz gleich welche sie sind, ohne jetzt eine konkrete Erforschung zu machen, welche Gesetze noch gelten.

Das ist von der Überlegung her, daß in Österreich Rechtsüberleitung sowohl von der Monarchie zur Ersten Republik, die dann in die Zeit des Deutschen Reiches und wieder zur Zweiten Republik oft sehr pauschal gemacht wurde. Es ist sehr schwer feststellbar, was noch gilt. Ich weise nur im Bereich des Bundesrechtes mit Salzburger Bedeutung darauf, daß man auf einmal draufgekommen ist, daß ein Niederösterreichisches Landesgesetzblatt für Weinkeller bei uns sich dafür eignet, daß man die Salzburger Parkgaragen ins Grundbuch bringt. Dieses Gesetz ist ein Niederösterreichisches Landesgesetzblatt aus der Zeit gewesen, wo Salzburg noch unselbständig war. Also es gibt in Österreich einige rechtshistorische Grotesken, die kann man dadurch vermeiden, daß man ein Gesetz wie dieses beschließt.

Allerdings ist auch nicht alles so toll, was aufgezählt ist, was neu erlassen wurde. Wenn man nämlich das Gesetz nimmt über die Gebühren von Totalisatoren und Buchmacherwetten bzw. die Unterdrückung des Winkelwettwesens, dann kann ich mich daran erinnern, daß wir dieses Gesetz ja neu beschlossen haben und es unvorstellbar viel komplizierter ist, als das alte Staatsgesetzblatt aus dem Jahr 1919.

Es ist daher nicht alles zur Erleichterung des Bürgers geeignet, nur deswegen, weil es neuer ist und darauf sollte auch hingewiesen werden.

Im übrigen hat sowohl ein Entschließungsantrag der SPÖ, der dann meiner Erinnerung nach unter Punkt 15 jetzt schon beschlossen ist, als auch der Antrag der Freiheitlichen Bedeutung gehabt in der Auseinandersetzung im Ausschuß. Denn das Landesrecht muß auch in der Form, wie es jetzt gültig ist, dem Bürger zugänglich und bekannt sein. Und so lange nicht jeder Bürger einen Computeranschluß besitzt und an das System SARIS angeschlossen ist, muß es auch in Papierform zugänglich sein. Daher wird es notwendig sein, entweder die lose Blattausgabe, oder wie von uns vorgeschlagen, nach Kostenschätzung eine Kodexausgabe herauszugeben, die das Salzburger Landesrecht gebündelt und vollständig enthält.

Ich verweise im übrigen darauf, daß es nicht richtig ist, wenn man sagt es wird kein zweites Rechtsbereinigungsgesetz geben. Es muß sogar eines geben, nämlich eines, das die Verordnungen betrifft. Es ist so, daß dieses Gesetz zwar ein für alle Mal alle Normen vor dem 1. Jänner 1960 auf Gesetzesebene aufhebt, nicht jedoch die dazugehörigen Verordnungen. In diesem Bereich gibt es noch einen viel größeren Altbestand wahrscheinlich. Das muß nochmals durchforstet werden und ich verweise nur darauf, daß zB zum Grundverkehrsgesetz mittlerweile Verordnungen als in Kraft stehend angesehen werden, die nicht zum Grundverkehrsgesetz 1993 in der Fassung von 1996 erlassen wurden, auch nicht zum Grundver-

kehrsgesetz 1986, sondern zu dessen Vorgänger. Dh. wir sind jetzt schon ungefähr in der dritten rechtshistorischen Dimension und müssen die alten Verordnungen mit völlig falschen Paragraphenzitierungen sinngemäß auf zwei Novellierungen übertragen.

Frau Kollegin Burgstaller schüttelt den Kopf. Ich zitiere daher die Verordnung. Es geht dabei um die Ausnahme der land- und forstwirtschaftlichen Grundstücke im Bereich der Landeshauptstadt Salzburg aus dem Grundverkehr.

Es gibt Dinge, die sind im Salzburger Rechtswesen noch nicht korrekt. Die gehören bereinigt. Und es müssen auch die Verordnungen zu den Gesetzen stimmen und nicht sich auf rechtshistorische überholte Tatbestände stützen. Ich weiß, Herr Präsident, es ist überhaupt kein Problem, daß man das erklärt, warum das so machbar ist. Es ist nur eines. Für den Bürger ist es nicht möglich, sich zwei alte Gesetze, die nicht mehr in Kraft sind und aufgehoben sind, zu besorgen, damit ich die Zitierung einer in Kraft stehenden Verordnung nach vollziehe, Bürgernähe verlangt auch da den Reformwillen. Daher das Verordnungswesen ist der nächste Schritt.

In diesem Sinne: Der Salzburger Landtag soll dieses Gesetz beschließen. Es ist ein guter Schritt in die richtige Richtung. Aber es sind weitere Schritte unbedingt notwendig. (Beifall der FPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke, Frau Klubvorsitzende Burgstaller!

Abg. Mag. Burgstaller: Hohes Haus! Meine Damen und Herren!

Ich würde jetzt gerne dem Herrn Landesamtsdirektor das Wort erteilen, auch er hat manchmal leicht den Kopf geschüttelt. Aber es bleibt mir vorbehalten, hier keine rechtsdogmatische Vorlesung zu halten, sondern ein bißchen in den Annalen des Landtags zu blättern.

Ich freue mich darauf, daß wir heute dieses Gesetz beschließen. Es macht doch im Sinne der Rechtsbereinigung einiges rein. Immerhin ist es so, daß wir künftig wissen, welchen Rechtsbestand wir haben und das mit Sicherheit. Das war der erste Schritt. Es mögen viele folgen, denn der Anhang dieses Gesetzes ist noch viel zu lang. Aber der Anhang enthält immerhin das Betriebsaktionenverbotsgesetz nicht mehr.

Die Geschichte hat uns, ich meine den Sozialdemokraten, Recht gegeben. Ich darf Ihnen aus den Verhandlungen zu diesem ach so bedeutenden Gesetz zitieren, um dessen Abschaffung wir so lange gerungen haben. 1955 wurde die Debatte im Hohen Haus zu diesem Gesetz geführt, umfangreich, kann ich Ihnen sagen und da findet sich ua. auch damals ein Experte, der gesagt hat: "Das Gesetz wird beschlossen zu dem Zweck, damit man es dann in die unterste Schublade legt, weil man mit dem Gesetz nichts anfangen kann!". So war es dann auch. Ich meine, dieses Gesetz war lange genug in der untersten Schublade. Jetzt ist der Vorhang gefallen, vor diesem Gesetz. Wir haben es nicht mehr und es gibt noch viele andere Gesetze, wo wir Gleiches tun könnten.

Damals galt dieses Gesetz auch als ein Affront gegen die Arbeitnehmer, denen man die Möglichkeit nehmen wollte, günstig etwa zu Nahrungsmitteln und ähnlichem zu kommen. Die Begründungen der Sozialdemokraten, die einen Minderheitenbericht, den wir heute Gott sei Dank nicht brauchen, eingebracht haben, waren zahlreich und sehr treffend. Die Mehrheit hat dieses Gesetz dennoch beschlossen. Damals ist in diesem Saal das Licht ausgegangen und der Strom ausgefallen. Möge das heute nicht passieren. Es ist uns bei den Ausschußberatungen offensichtlich ein Licht aufgegangen und wir haben dieses Gesetz endlich abgeschafft.

Ich denke mir, weiter so. Gesetze, die keiner anwendet, sollten wir aufheben. Wir sollten hier nicht vor Einzelinteressen zurückscheuen, sondern wirklich evaluieren, brauchen wir diese Normen,

brauchen wir sie nicht. Und wenn wir sie nicht brauchen, dann bitte nichts wie weg damit. Und das Zweite, was ich glaube, was folgen muß, ist, im Interesse der Bürger, auch eine Vereinfachung der Normen.

Das war jetzt eine Rechtsbereinigung. Aber was wir eben auch brauchen sind verständliche Gesetze, die für den Bürger und für den Rechtsanwender gelesen werden können und verstanden werden. Denn immerhin ist der Adressat unseres Tuns noch immer der Bürger. Danke! (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Herr Klubobmann Griessner!

Abg. Ing. Griessner: Hohes Haus! Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren!

Nur kurz einige Feststellungen. Es ist eigentlich schon bemerkenswert, daß man aus den Wortmeldungen zum Teil im Unterton heraushört, daß dieses Rechtsbereinigungsgesetz so eine ganz mickrige Angelegenheit wäre.

Ich glaube, wir sollten uns schon zu diesem Schritt bekennen. Es geht darum, daß man bislang unbekannt gebliebenes Recht aufhebt. Recht aufhebt, von dem der Bürger nicht weiß, daß es vorhanden ist.

Ich glaube, der Herr Hofrat Faber hat in den Ausschußberatungen ganz ausführlich und eindeutig darauf hingewiesen auf die Vorgangsweise, und daß weitere Bereinigungen nur in der Form passieren können oder passieren sollen, daß man die Gesetze, die jetzt noch vorhanden sind, nach Sechzig oder ab Sechzig noch Gültigkeit haben, daß man die ja Schritt um Schritt bei Novellierungen zu beraten hat, allenfalls einzubinden hat, in andere Gesetzesmaterien zusammenzuführen hat oder auch dann über Einschränkungen und weitere Abschaffungen diskutieren kann.

Ich möchte noch darauf verweisen, daß immer wieder darüber diskutiert wird, daß diese derzeitige, dreibändige Zusammenfassung des Landesrechtes so schlecht wäre oder zu wenig wäre.

Ich gebe schon zu, daß jene, die sich mit allen Gesetzesmaterien auseinandersetzen müssen, die gesamte Sammlung brauchen und daß es einen Sinn ergibt, wie auch von seiten der Freiheitlichen Fraktion vorgeschlagen wurde, zumindestens zu überlegen oder zu versuchen, einen Kodex zustande zu bringen.

Aber ich möchte noch einmal, so wie im Ausschuß darauf verweisen, daß sehr vielen, die nicht mit allen Gesetzestexten zu tun haben oder mit allen Gesetzen zu tun haben müssen, daß denen mit der bisherigen dreibändigen Sammlung und Zusammenstellung, sehr gedient ist.

Ich möchte jetzt noch einmal ausdrücklich darauf verweisen, daß das einen sehr guter Arbeitsbehelf für die Gemeindevertreter darstellt, die ja nicht alle Gesetze für ihre Arbeit brauchen und es vielleicht nur schwieriger wäre für sie, sich mit einem gesamten großen Buch behelfen zu können.

Die ÖVP-Fraktion bewertet diesen ersten Schritt als sehr sehr positiv. Wir sind gerne bereit, an weiteren Schritten in dieser Richtung mitzuwirken, so daß wir zu klaren, einfachen und so weit es geht, weniger Gesetzen kommen.

Präsident Dr. Schreiner: Danke, damit ist die Debatte abgeschlossen. Wir kommen zur Abstimmung. Im Ausschuß war es einstimmig. Wer mit dem Antrag einverstanden ist, den bitte ich um ein Handzeichen. Danke! Die Gegenprobe. Erledigt.

 

Wir kommen zu

Punkt 13: Bericht des Wirtschaftsausschusses zum Antrag der Abg. Rainer, Mayr und Schröcker betreffend die Wiedereinrichtung eines Baukoordinierungsausschusses - Nr. 63 der Beilagen

Wortmeldungen? Herr Abg. Rainer!

Abg. Rainer: Herr Präsident! Meine sehr geschätzten Damen und Herren!

Die Klubvorsitzende Burgstaller hat davon gesprochen, daß in manchen Ausschußberatungen ein Licht aufgeht. Leider, als es um das Thema Baukoordinierung im Land Salzburg ging, blieb dieses Licht leider aus.

Die Behandlung des Antrages der SPÖ-Fraktion war eher ein trauriges Ereignis, ich möchte fast sagen ein trauriges Schauspiel. Für mich etwas unverständlich, zu diesem Zeitpunkt, weil ich davon überzeugt war, daß vor allem die ÖVP als Wirtschaftspartei großes Interesse daran haben müßte, daß ein derartiger Ausschuß bestünde, der in der Lage ist, die geplanten Maßnahmen des Bauens im Land Salzburg zu koordinieren bzw. vorauszubestimmen, um den wichtigen Impuls in der Wirtschaft durch das Bauen aufrecht zu erhalten.

Mittlerweile sind mir die Hintergründe etwas klarer geworden. Über das Amt habe ich in Erfahrung gebracht, daß es ein ähnliches Projekt mit einer ähnlichen Zielsetzung des Landes gibt. Es ging offensichtlich bei der Behandlung des Antrages nicht um den Inhalt, sondern eher um dessen Verhinderung. Und es ging scheinbar auch hier ein bißchen um das Sammeln von politischem Kleingeld und um die Frage, wer letztlich diese Maßnahme dann auch politisch verkaufen kann.

Traurig, sage ich, und billig vielleicht auch, wenn es auf den Rücken der Bauarbeiter hier zu politischen Aktionen kommt und das Ausschußergebnis, das man den AMS-Leiter Buchinger bzw. Baudirektor Wagner dann die Aufgaben des Baukoordinierens im Land Salzburg übertragen sollte, erscheint mir doch eher als Willkürakt bzw. ist eine Farce. Und wir haben uns deshalb als SPÖ-Fraktion entschlossen, diesem Antrag nicht die Zustimmung zu erteilen.

Präsident Dr. Schreiner: Nächste Wortmeldung, Herr Abg. Karl!

Abg. Karl: Herr Präsident! Meine Damen und Herren!

Ich darf nur kurz Stellung nehmen. Es ist nicht so, daß wir politisches Kleingeld sammeln wollen, wenn wir einer Einrichtung, die schon einmal gescheitert ist, nicht mehr das Wort reden.

Diesen Ausschuß hat es schon gegeben und der ist deswegen, weil eben die ganze Entwicklung bei so einem Ausschuß zu lange dauert, gescheitert und weil halt der Winter nicht so lang ist, bis daß so ein Ausschuß dann zum Arbeiten kommt. Und daher sind wir der Meinung, daß es auf dem direkten Wege gehen sollte. Wir sind selbstverständlich interessiert, daß im Winter, sofern es der Winter zuläßt, gebaut werden kann. Und wir sind auch interessiert, daß die Bauarbeiter eine Arbeit haben.

Letztlich lebt die Wirtschaft vom Arbeiten und nicht vom Nichtarbeiten. Nur eines muß uns auch klar sein. Wenn wir etwas weiterbringen wollen, dann müssen wir uns die kürzesten Wege dazu suchen. Und der kürzeste Weg ist halt einmal, wenn sich die Landesbaudirektion zusammen mit der Bundesgebäudeverwaltung auf kurzem Wege zusammenredet und ihre Bauvorhaben dann, wenn es möglich ist, eben auf diese schwächeren Zeiten für die Bauwirtschaft verlegt. Und wenn uns das gelingt, Herr Abg. Rainer, dann ist uns allen geholfen. Mit einem Instrument, das schon einmal gescheitert ist, wird man das wahrscheinlich nicht erleben. Denn sonst,

wenn das so funktioniert hätte, hätte es ja das bis heute geben können und wäre es benützt worden.

Daher glaube ich, daß teure Institutionen, die nicht zum Ziel führen, uns erspart bleiben sollten und daß das direkte Zusammenarbeiten zwischen den Betroffenen wahrscheinlich der Weg sein wird, den wir in Zukunft brauchen und der dann auch schnell umsetzbar ist. Danke! (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Damit ist die Debatte abgeschlossen. Es wird zu einer Veränderung im Abstimmungsverhalten kommen. Wer mit dem Antrag einverstanden ist, den bitte ich um ein Handzeichen! Danke! Gegenprobe. Ich stelle fest, gegen die Stimmen der SPÖ angenommen.

Wir kommen damit zu

Punkt 14: Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zum Antrag der Abg. Dr. Burtscher, Dr. Hochreiter und Dr. Meisl betreffend die Freisetzung von gentechnisch veränderten Organismen - Nr. 64 der Beilagen

Bitte Herr Dr. Burtscher!

Abg. Dr. Burtscher: Sehr geehrte Damen und Herren!

Ich darf mich erstens für die konstruktive Debatte im Ausschuß bedanken. Ich darf mich zweitens für die Einstimmigkeit in der Angelegenheit bedanken und ich darf drittens dazu auffordern, daß dieses eminent wichtige Thema in der Umsetzung des Beschlusses jene Aufmerksamkeit durch die Politiker des Landes im Landtag und Landesregierung erfährt, die es benötigt, um in der Frage der Erzeugung, der Vermarktung und des Verbrauchs von Lebensmitteln aus möglichst überschaubarer heimischer Produktion, daß auf den Weg

zu bringen, was darin liegt. Nämlich, wirtschaftliche Möglichkeiten. Wirtschaftliche Möglichkeiten auch eben mit dem stabilen Fundament von Vertrauen zwischen Produzenten, Vertreibern und Konsumenten.

Präsident Dr. Schreiner: Danke! Keine weiteren Wortmeldungen. Wir kommen damit zur Abstimmung. Der Antrag wurde im Ausschuß einstimmig verabschiedet. Wer damit einverstanden ist, den bitte ich um ein Handzeichen. Danke! Die Gegenprobe. Ich stelle einstimmige Annahme fest.

Damit kommen wir zur zweiten Ergänzung. Ich schlage vor, die Punkte 16 und 17 gemeinsam zu debattieren. Sie werden dann natürlich gesondert abgestimmt. Ich rufe also auf

Punkt 16: Bericht des Ausschusses für Raumordnung und Verkehr zum dringlichen Antrag der Abg. Bommer, Mayr und Mag. Thaler betreffend Maßnahmen gegen die zunehmenden Belastungen der Salzburger Bevölkerung durch den internationalen Straßentransitverkehr - Nr. 81 der Beilagen und

Punkt 17: Bericht des Ausschusses für Raumordnung und Verkehr zum dringlichen Antrag der Abg. Dr. Burtscher, Dr. Hochreiter und Dr. Meisl betreffend die sprunghafte Zunahme des Lkw-Transitverkehrs auf der Tauernautobahn und die deshalb kurzfristig notwendige Anhebung der Nachtmaut auf der Tauernautobahn-Scheitelstrecke - Nr. 83 der Beilagen

Zu Wort gemeldet Dr. Burtscher und Frau Bommer!

Abg. Dr. Burtscher: Sehr geehrte Damen und Herren!

Der Beschluß, der heute gefällt wird und der über das hinausgeht, was wir vor einem halben Jahr beschlossen haben, wesentlich über

das hinausgeht, damals auf Initiative der Freiheitlichen Partei zurückgehend. Dieser Beschluß ist sowohl im kleinen richtig, als auch im großen wichtig. Im kleinen, weil es hier um den Schutz von Betroffenen geht, aber das reicht nicht aus für politische Maßnahmen. Politische Maßnahmen müssen auch einen Bogen haben, müssen auch im Gesamtrahmen richtig sein. Und hier geht es, was den Lkw-Verkehr betrifft, um die Erreichung oder Umsetzung eines Grundsatzes, von dem immer wieder geredet wird, der allerdings in der realen Verkehrspolitik nach wie vor sträflich mißachtet wird. Nämlich des Prinzips der Kostenwahrheit.

Daß möglichst die Kosten, die der Lkw-Verkehr verursacht, ihm auch zugerechnet werden, um letztlich dorthin zu kommen, daß von den jetzigen Verkehrsströmen wesentliche Bereiche wiederum rückgängig gemacht werden und nicht mehr stattfinden. Wir müssen dazu kommen, daß es in der Versorgung der Bevölkerung wesentlich kürzere Wege gibt. Daß wesentlich mehr den Verbrauchern produziert wird und von der jetzigen extremen Arbeitsteilung dort wo es möglich ist, wiederum auf ein Prinzip der Nähe zurückgekommen wird. Das ist sowohl was die Arbeitsplätze, als auch was die Preisrelationen betrifft, als auch was die Möglichkeit von Konsumenten hinsichtlich des Vertrauens in die Produkte und die Produzenten anlangt, ein Fortschritt, den wir anstreben müssen.

Insofern ist dieser Beschluß ein wesentlicher, aber er reicht keineswegs aus, weil die Transportpolitik alleine das nicht auf den Weg bringen wird.

Ich verstehe die Einwände des Kollegen Gasteiger. Er ist hier in einem Zwiespalt. Der Kollege Gasteiger meint, daß es eben die regionale Transportwirtschaft zu schützen gilt. Man muß nach Möglichkeiten suchen, hier Umstellungsphasen einzubauen. Aber die Priorität muß in der Verkehrspolitik dem Prinzip der Kostenwahrheit gelten und nicht dem Schutz von einzelnen Gruppen, weil damit würde man jede weitreichende Verkehrspolitik aushöhlen.

Dieser Beschluß, die Tauernautobahn-Maut anzuheben auf das Niveau der Brenner-Maut zeigt in die Richtung und selbst wenn durch die EU-Kommission in Brüssel dieser Beschluß, wenn er umgesetzt wird, bekämpft würde, selbst wenn das der Fall wäre, müßten wir darauf beharren und müßten gemeinsam mit den Tirolern, gemeinsam mit den Oberösterreichern und Steirern, allenfalls wenn es die Pyrnautobahn auch betrifft, auftreten zum Schutz des Lebensraums und hier die Bestimmungen des EU-Vertrages in Anwendung bringen, daß es hier zugunsten von umweltschützerisch notwendigen Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung Klauseln einzuhalten oder zu beanspruchen gibt, die eben dort auch nicht nur leere Worte bleiben dürfen.

Ich darf mich auch bei der Kollegin Bommer bedanken für die klare Haltung und Begründung im Ausschuß. Wir brauchen mehr davon, wenn es wiederum, und das wird sehr bald der Fall sein, wenn es wiederum gelten wird, die Verkehrspolitik mit aller Deutlichkeit auf neue Straßen oder neue Wege oder neue Schienen zu bringen.

Präsident Dr. Schreiner: Zu Wort gemeldet Frau Abg. Bommer!

Abg. Bommer: Herr Präsident! Meine Damen und Herren Abgeordneten!

Obwohl der Landtag, wir haben es ja bereits gehört, am 28. Februar einstimmig und dringlich beschlossen hat, aufgrund der besorgniserregenden Entwicklung auf der Tauernautobahn an den Bund mit nachdrücklichem Ersuchen heranzutreten, eine Mautanpassung vorzunehmen, ist bis dato nichts geschehen.

Von einem Nachdruck war nichts zu verspüren. Erst am 1. April wurde ein Schreiben abgesandt. Von einer Antwort wurde dem Landtag bis heute nichts zur Kenntnis gebracht. Es stellt sich wirklich die Frage, warum der Landtag mit einer derartigen Ignoranz behandelt wird und wie man mit den richtigen und wichtigen Anliegen der Bevölkerung umgeht.

Ich bedauere auch sehr, daß die ÖVP bei unserem gestrigen Antrag in Punkt 1 nicht mitgehen konnte und so wenig auf die Probleme der betroffenen Anrainer eingeht. Es wird mit Zahlen operiert aus dem Jahr 1994, die keinerlei Gültigkeit mehr haben, von denen man genau weiß, daß sie vor einer Brenner-Mauterhöhung waren, daß sie auch vor der Öffnung Jugoslawiens waren.

Es ist auch in keiner Weise gerechtfertigt, von Belastungen für die Transportwirtschaft zu sprechen, wenn ab 1. Jänner 1997 der Straßenverkehrsbeitrag von S 80.000,-- auf S 17.000,-- gesenkt wird, sämtliche Grenzkontrollen fallen und die bilateralen Lkw-Kontingente gänzlich aufgehoben werden.

Die Auswirkungen all dieser Maßnahmen werden wir noch deutlich zu spüren bekommen. Sie bringen aber wesentliche Erleichterungen für den Lkw-Verkehr. Ich erwarte mir daher, daß mit diesem heutigen Beschluß des Salzburger Landtages die Maut auf der Tauernautobahn an die Brenner-Maut angeglichen wird und daß umgehende Maßnahmen gesetzt werden. Ob nun Minister Fahrenleitner Lust dazu hat oder nicht, wie er sich erst kürzlich ausdrückte, das muß nebensächlich sein. Rechtfertigen muß er sich vor der Bevölkerung und nicht vor dem Europäischen Gerichtshof!

Wir erwarten aber auch, daß der Landtag über die damalige Anfrage informiert wird und wir erwarten uns auch und verlangen, daß der heutige Beschluß mit Nachdruck umgesetzt wird. Danke!

Präsident Dr. Schreiner: Die nächste Wortmeldung, Herr Abg. Roßmann!

Abg. Roßmann: Herr Präsident! Meine Damen und Herren!

Ich erkläre ausdrücklich, daß diese Thematik viel zu wichtig ist, um sie als Krieg der Lungauer zu titulieren. Ich habe im Ausschuß der SPÖ schon gesagt, sie sind in diesem Fall keine Europäer,

sondern lediglich Europäerlein. Denn, eines muß uns klar sein: Es kann nicht nur um die Mautgestaltung der Tauernautobahn und jener der Brennerautobahn gehen. Ich mache Sie darauf aufmerksam, meine Damen und Herren. Mit dem Beschluß des Punktes 1 des SPÖ-Antrages und dem Beschluß des Bürgerlisten-Antrages ist auch die ganze Wirtschaft betroffen.

Die Transportunternehmen, die Wirtschaftsbetriebe des Pongaus und des Lungaues werden sich bedanken, wenn das so kommt, wie Sie es wollen. Herr Kollege Burtscher! Dr. Gasteiger war nicht im Zwiespalt, was er machen soll, sondern der Landeshauptmann-Stellvertreter Gasteiger war Realist. Und realistisch ist auch der abgelehnte ÖVP-Antrag gewesen. Es kann nur darum gehen, die Mauten zu harmonisieren, vor allem der Kostenwahrheit ...(Zwischenruf Abg. Dr. Burtscher: Unsere Anträge sind auch oft realistisch!)... vor allem der Kostenwahrheit auf den Grund zu gehen und das sah der SPÖ-Antrag überhaupt nicht vor. Auch in der Präambel nicht. Es tut mir leid, daß der in dieser Sache einzig richtige Weg, nämlich der Abänderungsantrag der ÖVP, von der Mehrheit des Hohen Hauses abgelehnt wurde. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Abg. Haider!

Abg. Haider: Herr Präsident! Meine Damen und Herren!

Der Kollege Roßmann hat gerade vom einzig richtigen Weg gesprochen. Ich stelle fest, daß genau dieser Antrag, der bereits einmal am 28. Februar, nämlich einen Tag oder zwei Tage nach der Mauterhöhung der Brenner-Maut von uns eingebracht wurde, daß der überhaupt keine Wirkung gezeigt hat.

Und dafür mache ich gerade die ÖVP verantwortlich. Sie stellt den Wirtschaftsminister. Sie stellt die zuständigen Regierungsmitglieder in Wien. Ich hoffe, daß der jetzt beschlossene Antrag

oder der heute beschlossen wird, daß dieser Antrag, wenn er von der SPÖ kommt, in Wien mehr Gewicht hat. Schalten Sie den Turbo ein, meine Damen und Herren von der SPÖ, was die Verkehrssituation auf der Tauernautobahn betrifft.

Wenn ich im Bericht lese "unwidersprochen blieb die Tatsache, daß aus früheren Verkehrsbefragungen aus 1994 hervorgegangen sei, wonach nur 14 % des Lkw-Verkehrs der Tauern-Scheitelstrecke dem Transit zuzurechnen wären, während auf der Brennerroute der grenzüberschreitende Lkw-Transitverkehr mit zirka 83 % unvergleichlich höher sei" so stelle ich fest, daß hier von 1994 die Rede ist. Ich stelle weiter fest und das lasse ich nicht unwidersprochen, wenn am Brenner in der Nacht der Lkw-Verkehr um 70 % zurückgeht aufgrund der Mauterhöhung und gleichzeitig auf der Tauern-Transitstrecke in der Nacht der Lkw-Verkehr um 40 oder 45 % steigt, so spricht das Bände! Wir müssen handeln!

Ihr Landeshauptmann in Tirol, der hat gehandelt! Und zwar ruck zuck hat er gehandelt! Der hat in Wien Druck ausgeübt. Nur, in Salzburg, Herr Landeshauptmann handelt ihre Regierung nicht! Ich ersuche wirklich, insbesondere die Sozialdemokraten, machen Sie in Wien bei Ihren Regierungsmitgliedern Druck, daß die den Druck ausüben auf die ÖVP, auf ihren Koalitionspartner, so daß unsere Bevölkerung, die an der Tauern-Scheitelstrecke lebt, nicht benachteiligt ist. (Beifall der FPÖ- und SPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Nächste Wortmeldung, Herr Abg. Schröcker!

Abg. Schröcker: Herr Präsident! Meine sehr geschätzten Kolleginnen und Kollegen! Lieber Kollege Roßmann!

Ich hätte gerne Deine Anmerkung umgedreht. Nämlich wir sind Europäer, weil wir uns unsere Argumente auch in Europa, auch gegen-

über Europa zu vertreten trauen. Ich würde eher sagen, in diesem Fall ist wohl die ÖVP eher ein Europäerlein. Aber das nur zur Einleitung!

Es ist interessant zu wissen, daß gestern im Ausschuß auch die ÖVP noch der Meinung war, man müßte alle Instrumente dafür verwenden, daß man nach Möglichkeit, und vor allem den Schwer- und den Gefahrengüterverkehr auf die Schiene bringt.

Dies ist eine Möglichkeit, ein Lenkungsinstrument, langsam dahin zu kommen. Der Preis ist eine Möglichkeit. Und wenn man nun meint, daß damit bestimmte Regionen benachteiligt werden, so sage ich ja. Bestimmte Regionen schon. Und eine dieser Regionen ist der Lungau. Ich habe gestern im Ausschuß sehr deutlich darauf hingewiesen und auch verlangt, daß in unserem Antrag darauf Rücksicht genommen wird. Und ich bin mir sicher, ich bin mir sehr sicher, weil der Lungau ein nationales Fördergebiet ist und als solches Fördergebiet auch von der EU anerkannt ist, daß für den Lungau auf jeden Fall Ausnahmen, flankierende Maßnahmen, auch von der EU akzeptiert werden.

Meine Damen und Herren! Es nützt überhaupt nichts, nur darüber zu reden, daß wir so schnell wie möglich, vor allem den Güterverkehr auf die Schienen bringen sollten. Wir müssen auch dementsprechend dieser Forderung Nachdruck verleihen. Und das geschieht meiner Meinung nach einfach viel zu wenig. Schauen wir uns doch die Debatten im Parlament an! Was geschieht, wenn um Investitionen bei der Bundesbahn verhandelt wird? Wer steht denn da bitte auf der Bremse? Da muß mehr geschehen. Wenn wir mehr Qualität und mehr Kapazität auf der Bundesbahn haben wollen und das müssen wir bekommen, wollen wir diesem Auftrag gerecht werden, dann müssen wir einfach gemeinsam auch vertreten, daß dafür Geld zur Verfügung gestellt werden muß.

 

Mir geht es darum. Ich weiß, dieser unser Antrag wird nicht die gewaltige Reduktion auch auf der Tauernautobahn, was den Transitverkehr betrifft, bringen. Aber es wird uns helfen. Und damit die Wirtschaft im Lungau nicht belastet wird, gibt es diese von uns geforderte flankierende Maßnahme. Die anderen Regionen, soweit sie über einen Schienenverkehr verfügen, die sollen halt endlich diese Gelegenheit nützen und ihre Transporte, die über Österreich hinausgehen, auch auf die Schiene bringen. Darum geht es! (Beifall der SPÖ-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Eine weitere Wortmeldung der Herr Abg. Neureiter!

Abg. Neureiter: Hohes Haus! Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Der Kollege Schröcker hat die irrtümliche Auffassung vertreten, unser Standpunkt habe sich seit gestern abends verändert. Ich darf darauf hinweisen, daß wir den Punkt 1.4 des Antrages, was den Ausbau der Tauernbahn betrifft, vollinhaltlich mittragen. Ich darf darauf verweisen, daß unser Antrag, den wir gestern versucht haben, Euch näher zu bringen, ausdrücklich auch die Verlagerung auf die Schiene zum Gegenstand hatte, neben der Vermeidung des Ausweichens vom Brenner auf die Tauernautobahn.

Wir stehen auch dazu, daß alles getan werden muß, um die Attraktivität der Schiene zu heben. Und Herr Kollege Schröcker, nicht böse sein, vor Dir steht einer, der ein wenig mehr von der Bahn versteht und sie ein wenig mehr praktiziert, wenn ich daran denke, daß ich 25.000 km im Jahr mit der Bahn fahre. Ich kenne mich also ein bißchen aus und ich mache Dir nicht zum Vorwurf, daß Du nur die Murtalbahn benutzen kannst, wenn Du in Deiner Heimat bahnfahren willst.

 

Wir werden diesen Standpunkt der weiteren notwendigen Verlagerung auch den Frächtern gegenüber vertreten. Weil wir der Meinung sind, daß das Anliegen gar nicht ernst genug genommen werden kann. Insofern sind wir durchaus einer Meinung und nicht unterschiedlicher Auffassung. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

 

Präsident Dr. Schreiner: Meine Damen und Herren!

Damit ist die Debatte für die Punkte 16 und 17 abgeschlossen. Wir stimmen nun zunächst über Punkt 16 ab. Der Punkt 1.1 wurde gegen die ÖVP angenommen, die übrigen Punkte einstimmig.

Wer mit dem Punkt 1.1 einverstanden ist, bitte ich um ein Handzeichen. Danke! Gegenprobe. Gegen die ÖVP angenommen.

Der Rest der Punkte war einstimmig. Wer mit dem Rest der Punkte einverstanden ist, bitte ein Handzeichen. Danke! Gegenprobe. Einstimmig!

Punkt 17 wurde gegen die Stimmen der ÖVP im Ausschuß angenommen. Wer mit dem Punkt 17 einverstanden ist, den bitte ich um ein Handzeichen. Danke! Die Gegenprobe. Gegen die ÖVP und gegen die Stimme von Abg. Schröcker angenommen.

 

Punkt 18: Bericht des Sozial- und Gesundheits- sowie des Finanzausschusses zum dringlichen Antrag der Abg. Dr. Hochreiter, Dr. Burtscher und Dr. Meisl betreffend die mit dem Ärztearbeitszeit verbundenen gesetzlichen Neuregelungen - Nr. 85 der Beilagen

Präsident Schreiner: Dieser Antrag. Hier ist Debatte gewünscht. Frau Dr. Hochreiter!

 

Abg. Dr. Hochreiter: Sehr geehrte Damen und Herren!

Gleich dürfen Sie wieder auf der Autobahn in den Lungau fahren! Die kurative Medizin in den Spitälern belastet die Budgets von Land und Gemeinden außerordentlich stark. Schon jetzt. Meines Erachtens ist leider bisher aus parteipolitischen Gründen und Rücksichtnahmen keine ausreichende Kontrolle der Entwicklung lukrativer Bereiche in den Spitälern, vor allem in den größeren Spitälern, geschehen und durch die Politik erfolgt.

ZB im Laborbereich, was ich ja letzte Landtagssitzung deutlich aufgezeigt habe, haben sich also Entwicklungen vollziehen können, die man, wenn man sie kennt, politisch nicht wünschen kann.

Jetzt stehen gewaltige Veränderungen in diesem kurativen Bereich in Spitälern an. Und der Landtag hat gestern, Gott sei Dank, endlich begriffen, daß er diese Veränderungen nicht einfach der Landesregierung überlassen kann und der Bundesregierung, sondern daß er sich intensiv damit beschäftigen wird müssen.

Die Diskussion gestern im Plenum aber auch im Ausschuß hat gezeigt, daß bisher nur zwei Fraktionen über ausreichende Informationen verfügt haben. Über die entsprechenden gesetzlichen Unter-lagen, wie sie in Wien derzeit beraten werden. Die ÖVP verläßt sich offenbar auf ihren Gesundheits-Landesrat und die Freiheitlichen haben mit großem Getöse auf Nebengeleisen ihre Uninformiertheit gestern vertuscht.

Ich wollte noch darauf aufmerksam machen, daß es in diesem Antrag ein paar sehr heikle Punkte gibt, die mit Sicherheit schwer durchsetzbar sein werden. Zu einem Punkt hat der Herr Landeshauptmann-Stellvertreter Gasteiger gestern schon gemeint "Das ist gar nicht eilig". Nämlich ein neues Gehaltsschema für die Spitäler.

Bitte, wenn wir 1999, wenn dann die derzeit gültige Sondergebühren-Regelung ausläuft, ein neues Gehaltsschema für die Spitäler fertig haben wollen, was wir sollen, dann müssen wir spätestens jetzt beginnen. Denn das wird eine harte Partie. Das wird nicht einfach durchzusetzen sein. Hier ist großer Widerstand zu erwarten. Es ist also Eile geboten und ich meine, vernachlässigen Sie diesen wichtigen Punkt in der ganzen Reform nicht.

Wir werden jetzt anfangen müssen, das zu beraten. Ich bin sehr neugierig und gespannt auf die Beratungen, die wir jetzt im Sozial- und Gesundheitsausschuß dann vorhaben. Ich erwarte mir auch, daß Vertreter der Turnusärzte daran beteiligt werden und ich erwarte mir auch, daß Patientenvertreter daran beteiligt sein werden, weil vieles auf einer bestimmten hierarchischen Ebene der Medizin nicht mehr gesagt wird.

Präsident Dr. Schreiner: Danke! Keine weiteren Wortmeldungen. Die Debatte ist abgeschlossen. Der Antrag wurde im Punkt 1 gegen die Stimmen der Bürgerliste, Punkt 2 einstimmig angenommen.

Wir stimmen über Punkt 1 ab. Wer mit dem Punkt 1 einverstanden ist, bitte um ein Handzeichen. Danke! Gegenprobe. Gegen die Bürgerliste.

Punkt 2 wurde einstimmig angenommen. Wer mit dem Punkt 2 einverstanden ist, bitte ein Handzeichen. Danke! Gegenprobe. Einstimmig angenommen.

Wir kommen zum letzten

 

Punkt 19: Bericht des Verfassungs- und Verwaltungsausschusses zur Vorlage der Landesregierung betreffend ein Gesetz, mit dem das Salzburger Bienenwirtschaftsgesetz geändert wird, und des Landwirtschaftsausschusses zum Antrag der Abg. Dr. Meisl, Hornegger und Lienbacher betreffend eine Novelle des Salzburger Bienenwirtschaftsgesetzes - Nr. 115 der Beilagen

Hier wurde Debatte gewünscht! Ein Gesetz, mit dem das Bienenwirtschaftsgesetz geändert wird. Herr Dr. Burtscher!

Abg. Dr. Burtscher: Sehr geehrte Damen und Herren!

Die Bienenvölker haben weitgehend ihren Wintersitz eingerichtet. Das Bienenwirtschaftsgesetz ist nahezu auch im Kasten und mir bleibt es, mich dafür zu bedanken, daß die Fraktionen diese Initiative so konsensual mitgetragen haben, auch die Sozialdemokraten letztlich. Daß die Landtagskanzlei bereit war, hier mit der Terminisierung der Beratungen sehr konstruktive Wege zu beschreiten und daß es so drittens gelungen ist, auch den Herrn Landesrat Wolfgruber, der vermutlich kein Bienenhalter ist, auf den Weg zu bringen, so daß letztlich eine Vorlage da war und ein Beschluß stattgefunden hat.

Ich hoffe mit uns, daß es im nächsten Jahr eine gute Ernte in der Salzburger Bienenwirtschaft geben wird und ich werde Ihnen bei Gelegenheit, so das der Fall ist, auch eine Kostprobe zukommen lassen.

Präsident Dr. Schreiner: Nächste Wortmeldung, Herr Abg. Lienbacher!

 

Abg. Lienbacher: Herr Präsident! Hohes Haus!

Ich muß sagen, der Salzburger Landtag hat auf die Imker gehört und nicht auf die Bürgerliste. Die Bürgerliste ist wahrscheinlich auch mit einem Stachel versehen worden, damit sie aktiv geworden ist.

Ich habe die Einhelligkeit in diesem Hause positiv festzustellen und ich darf auch sagen, es lohnt sich, wenn sich Berufsgruppen rechtzeitig rühren, damit sie nicht Gefahr laufen, daß sie durch andere unter die Räder kommen. Deshalb sei der Dank auch von uns angebracht. (Beifall der ÖVP-Abgeordneten)

Präsident Dr. Schreiner: Danke, die Debatte ist abgeschlossen. Wir kommen zur Abstimmung. Das Gesetz wurde einstimmig verabschiedet. Wer mit dem Gesetz einverstanden ist, bitte ein Handzeichen. Danke! Gegenprobe. Einstimmige Annahme.

Ich stelle fest, die nächste Haussitzung wird für 11. und 12. Dezember 1996, jeweils beginnend mit 9:00 Uhr einberufen. Die Sitzung ist geschlossen! (Beifall)

 

(Schluß der Sitzung: 12:40 Uhr)