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Nr. 62 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(2. Session der 14. Gesetzgebungsperiode)

Beantwortung der Anfrage

 

der Abg. Dr. Solarz und Riezler an Frau Landerätin Eberle (Nr 190 der Beilagen der 1. Session der 14. Gesetzgebungsperiode) betreffend die First Love Ambulanz

 

 

Hohes Haus!

 

In Beantwortung der am 8. Juli 2009 gegenständlichen Anfrage erlaube ich mir, folgendes zu berichten.

 

Einleitend muss daraufhingewiesen werden, dass es sich bei den beiden First Love Ambulanzen um vom Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend geförderte Familienberatungsstellen handelt. Das bedeutet dass alle anfallenden Personalkosten zur Gänze vom Bund übernommen werden.

Lediglich die Abrechnung mit dem Bund, die Erstellung von statistischem Material sowie die Öffentlichkeitsarbeit erfolgt im Familienreferat.

 

 

1.      Wie wird die "First Love Ambulanz" in Salzburg und in Zell am See von den Jugendlichen angenommen? Bitte um genaue Auflistung nach Geschlecht, Altersgruppe und Wohnort.

 

First Love Ambulanz Salzburg-Stadt:

Die Ambulanz (besteht seit 2003) ist jeden Montag von 16 bis 19 Uhr geöffnet. Im Jahr 2008 haben insgesamt 445 Mädchen die Ambulanz für 1071 Gespräche und Untersuchungen aufgesucht.

Von diesen 445 Mädchen kamen 371 2008 erstmals in die Ambulanz.

In unserer Statistik wird der Herkunftsbezirk erfasst:

Es kamen  229 Mädchen aus der Stadt Salzburg

                  112 aus dem Flachgau

                    11 aus dem Tennengau

                      6 aus dem Pongau

                      2 aus dem Pinzgau

                      1 aus dem Lungau

                      8 aus Oberösterreich

                      2 von woanders.

Von diesen 229 Mädchen waren

60 zwischen 12 und 14,

307 zwischen 15 und 19,  und

3 bis 29 Jahre alt.

Weiters scheint eine Frau in der Altersgruppe 40 bis 49 auf.

 

First Love Ambulanz Zell am See:

Die Ambulanz wurde im Dezember 2007 eröffnet und ist jeden Mittwoch von 15 Uhr 30 bis 17 Uhr 30 geöffnet.

Im Jahr 2008 haben 23 Mädchen die Ambulanz für insgesamt 46 Gespräche und Untersuchungen aufgesucht. Davon kam ein Mädchen aus dem Pongau, alle übrigen wohnten im Pinzgau.

 

Von diesen 23 Mädchen waren

6        zwischen 12 und 14 Jahre alt,

alle anderen waren zwischen 15 und 19 Jahre alt.

Burschen sind in der Statistik zwar keine erfasst. Es besuchen aber auch immer wieder ganze Schulklassen die First Love Ambulanz. Dadurch werden auch Burschen erreicht.  

 

2.      Wie viele GynäkologInnen, PsychologInnen, SozialarbeiterInnen und Ambulanzschwestern stehen der First Love Ambulanz in Salzburg sowie in Zell am See zur Verfügung? Bitte um genaue Auflistung nach Geschlecht und Stundenausmaß der Beschäftigung.

 

Im ersten Quartal  2009 haben nachstehende Berufsgruppen aufgelistete Stunden verrechnet.

In den angeführten Stunden sind allerdings auch Teambesprechungen, Supervisionen u. ä. enthalten. In Zell am See ist alternierend mit der Hebamme auch eine Krankenschwester tätig, diese wird jedoch vom Krankenhaus Zell am See unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

Auch die Räumlichkeiten, die Geräte und Materialien stellen die beiden Krankenhäuser unentgeltlich zur Verfügung.

 

 

 


First Love Ambulanz im LKH Salzburg

 

Zeitraum 1. Quartal 2009 (1.1.-31.3.2009)

 

 

Geschl.

Stunden

 

Ärzte/Ärztinnen:

 

 

 

ÄrztIn 1

w

3

 

ÄrztIn 2

w

6

 

ÄrztIn 3

m

6

 

ÄrztIn 4

m

9,5

 

ÄrztIn 5

m

3

 

ÄrztIn 6

w

3

 

ÄrztIn 7

m

3

 

 

 

 

 

Psychologinnen:

 

 

 

Psychologin 1

w

12

 

Psychologin 2

w

8

 

 

 

 

 

Sozialarbeiterinnen:

 

 

 

DSA 1

w

6

 

DSA 2

w

24

 

DSA 3

w

12

 

DSA 4

w

12

 

 


 

 

 

 

Krankenschwestern:

 

 

 

 

 

 

 

Schwester 1

w

3

 

Schwester 2

w

9

 

Schwester 3

w

12

 

Schwester 4

w

3

 

Schwester 5

w

3

 

Schwester 6

w

3

 

 

First Love Ambulanz bei Krankenhaus Zell  am See

Zeitraum 1. Quartal 2009 (1.1.-31.3.2009)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ärzte/Ärztinnen:

 

 

 

ÄrztIn 1

m

 

 

ÄrztIn 2

w

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sozialarbeiterinnen:

 

 

 

DSA 1

w

 

 

DSA 2

w

 

 

Hebamme:

 

 

 

Hebamme 1

w

 

 

 

 

2.1. Welche Dienste werden konkret von der First Love Ambulanz angeboten?

 

Die First Love Ambulanzen bieten psychosoziale Beratung und Betreuung sowie medizinisch-gynäkologische Untersuchung und Beratung. Junge Mädchen und Burschen haben die Gelegenheit, in geschützter Atmosphäre und mit kompetenten Personen Fragen rund um den Körper, die Sexualität und Partnerschaft zu besprechen.

Das erste Beratungsgespräch erfolgt durch eine Diplom-Sozialarbeiterin und wird vertraulich und auf Wunsch auch anonym geführt. Anschließend können ein Beratungsgespräch mit einer Gynäkologin oder einem Gynäkologen und auch eine gynäkologische Untersuchung stattfinden. Selbstverständlich darf auch eine Vertrauensperson mitgenommen werden.

Eine  First Love Ambulanz kann man ohne E-Card und kostenlos in Anspruch nehmen. Bisher kamen leider fast nur Mädchen in die Ambulanzen. Wünschenswert wäre, wenn auch die Burschen erkennen würden, wie wichtig Information auf diesem Gebiet ist.

Es können auch ganze Schulklassen zu Informations-Nachmittagen kommen.



3.      Welche Dienste, die die First Love Ambulanz anbietet, werden am häufigsten von den Jugendlichen in Anspruch genommen?

 

Aus der Statistik sind  die Fragestellungen bei den Beratungsgesprächen ersichtlich. Ob auch eine ärztliche Untersuchung stattgefunden hat ist dem Familienreferat nicht bekannt.

 

Fragestellungen                           Stadt Salzburg                   Zell am See

 

Empfängnisregelung                          364                                            20

 

Schwangerschaftskonflikt                       6                                              1

 

Sonstiges                                                1                                              1

 

 

 

4.      Gibt es Bestrebungen die Dienste der First Love Ambulanz zu erweitern? Wenn ja, in welchem Bereich?

Nein.

 

5. Gibt es Bestrebungen eine "First Love Ambulanz" auch in anderen Bezirken zu installieren? Wenn ja, wo? Wenn nein, warum nicht?

 

Angedacht wird, auch im Pongau, konkret im Krankenhaus Schwarzach, eine First Love Ambulanz zu eröffnen. Verhandlungen dazu sind zuerst mit dem Krankenhaus Schwarzach zu führen.

 

6. Gibt es außer den finanziellen Mitteln vom Land auch finanzielle Mittel vom Bund für die "First Love Ambulanz"?

 

Wie in der Präambel bereits erwähnt, handelt es sich bei den beiden First Love Ambulanzen um vom Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend geförderte Familienberatungsstellen handelt. Das bedeutet dass alle anfallenden Personalkosten zur Gänze vom Bund übernommen werden.

Lediglich die Abrechnung mit dem Bund, die Erstellung von Statistiken sowie die Öffentlichkeitsarbeit erfolgt im Familienreferat.

 

Ich bitte das Hohe Haus, diese Anfragebeantwortung zur Kenntnis zu nehmen.

 

 

Salzburg, am 18. August 2009

 

Eberle eh