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Nr. 76 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(2. Session der 14. Gesetzgebungsperiode)

Antrag

 

der Abg. Mag. Schmidlechner und Dr. Solarz betreffend Bewusstseinsbildung von Jugendlichen und Kindern bei der Nutzung von Web 2.0

 

 

Für einen Großteil der Jugendlichen und Kinder gehört heutzutage das "Web 2.0", mit sogenannten "Sozialen-Netzwerk-Webseiten" wie "Facebook", "My Space", "StudiVz & MeinVz" sowie die neuen Internetkommunikationsmöglichkeiten wie "Blogs", "Wikis"  und dergleichen zur Alltäglichkeit. Laut einer Jugendstudie des Institutes für Jugendkulturforschung ("elf/18" aus dem Jahre 2007) nutzen rund 25 Prozent der 11 bis 18 Jährigen, die oben genannten Plattformen sowie die neuen Kommunikationsmöglichkeiten. Aktuell dürfte diese Zahl noch viel größer sein. Allein die Internetplattform "Facebook" verzeichnet laut Arbeiterkammer Salzburg derzeit rund 500.000 aktive Nutzer in Österreich.

 

Heutzutage wird bei der Bewerbung auf eine bestimmte Stelle, meist vom Personalchef der Firma, das Internet auf Profile in Web 2.0 Anwendungen wie "Facebook" oder "MySpace" durchsucht und somit ein sogenannter "Background Check" über den Jobbewerber noch vor einem Bewerbungsgespräch durchgeführt.

 

Laut  einer Studie des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater nutzen dort bereits ein Drittel der Personalabteilungsleiter das Internet, um Informationen über die Bewerber für eine freie Stelle zu erhalten.

 

Ein Beispiel für die negativen Folgen durch sorglosen Umgang mit persönlichen Daten im Internet ist die "Facebook-Affäre" des ursprünglich designierten MI6 Chefs Sir John Sawers in England. Dieser wurde gekündigt, da seine Ehefrau Urlaubsfotos auf Facebook stellte und somit dessen Identität preisgab.

 

Im Besonderen sind aber Kinder und Jugendliche sowie auch "junge Erwachsene" mit diesen neuen Kommunikations- und Präsentationsformen sehr unvorsichtig und unerfahren. Dies nicht zuletzt, weil das Bewusstsein über allfällige Konsequenzen fehlt. Um negative Folgen  für den späteren Berufseinstieg, Karriere und Lebensweg zu vermeiden, muss den Jugendlichen und Kindern näher gebracht werden, wie sie lediglich die positiven Effekte von Web 2.0 nutzen können, während die negativen vermieden werden sollten.

 

Die Psychologen Hahn und Jerusalem raten zur Prävention ein realistisches Bild der Funktionalität des Netzes und einen kompetenten und angemessenen Umgang mit dem Internet zu vermitteln. Durch gezielte Bewusstseinsbildung für diese Materie bei Jugendlichen und Kindern in Salzburger Schulen könnten so allfällige negative Folgen durch die Nutzung von Web 2.0  vermieden werden.

 

Die unterzeichnenden Abgeordneten stellen daher den

 

Antrag,

 

der Salzburger Landtag wolle beschließen:

 

1.    Die Landesregierung wird aufgefordert, eine Experten-Arbeitsgruppe zum Thema Bewusstseinsbildung für Kinder und Jugendliche bei der Verwendung von Web 2.0 Anwendungen einzurichten und dem Landtag bis Ende des Jahres zu berichten.

 

2.    Dieser Antrag wird dem Bildungs-, Schul-, Sport- und Kulturausschuss zur weiteren Beratung, Berichterstattung und Antragstellung zugewiesen.

 

 

Salzburg, am 21. September 2009

 

Mag. Schmidlechner eh

 

Dr. Solarz eh