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Nr. 262 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(4. Session der 14. Gesetzgebungsperiode)

Antrag

 

der Abg. Steidl und Dr. Solarz betreffend Lärmschutzmaßnahmen auf der A 1 Westautobahn im Bereich Liefering

 

 

Die A1 – Westautobahn im Bereich der Stadt Salzburg ist nicht nur eine der höchstrangigen Ost-West-Verbindung im internationalen Straßennetz, sondern dient auch als Umfahrungsroute für die Landeshauptstadt. Dieser Umstand schlägt sich in der Entwicklung des Verkehrsaufkommens nieder. Wurden 1995 im Bereich Liefering noch knapp 64.000 Fahrzeuge pro 24 Stunden gezählt, waren es 2010 bereits ca 89.000 pro 24 Stunden. Die Prognosen der Verkehrsplaner besagen, dass voraussichtlich 2015 die Grenze von 100.000 Kfz pro 24 Stunden überschritten wird. Zum Vergleich: auf der A 10 Tauernautobahn im Bereich Zederhaus wurden 2010 im Schnitt knapp 16.000 Fahrzeuge pro 24 Stunden gezählt.

 

Diese massive Verkehrsdichte bedeutet eine enorme Lärmbelastung für die Anrainer der Westautobahn. So wurden in der Vergangenheit bereits zahlreiche Maßnahmen zur Lärmbekämpfung gesetzt. Im Autobahnabschnitt Liefering, im Bereich des Hubertuswegs – Schmiedingerstraße – Salzachseesiedlung – Laufenstraße gibt es jedoch zweifelsohne noch Verbesserungsbedarf. Ein Umstand, der zum einen durch Lärmmessungen und zum anderen durch die Tatsache belegbar ist, dass sich die ASFINAG gegenüber der Bürgerinitiative Liefering bereit erklärt hat, Lärmschutzfenster zu fördern. Fakt ist jedoch, dass von der Ostausfahrt des Umweltschutztunnels Liefering (Richtungsfahrbahn Wien) der Lärmschutz falsch situiert ist. Die bestehenden Lärmschutzwände befinden sich noch entlang der alten Autobahnauffahrt und sind somit zu weit von der Lärmquelle entfernt, als dass sie ihre volle Wirkung entfalten können. Dies wird auch von Experten des Landes bestätigt. Darüber hinaus bestehen Lücken zwischen dem Kreisverkehr Salzburg Mitte und der Ausfahrt Messezentrum.

 

Derzeit befinden sich beim Knoten Steinhäusl die Arbeiten zur Schaffung eines neuen Lärmschutzes in der finalen Phase. Um rund € 9 Mio wurden dort auf hunderten Metern Lärmschutzwände in Höhe von über sieben Metern errichtet, um nach Angaben der ASFINAG knapp 800 BewohnerInnen vor dem schädlichen Lärm zu schützen. Sogar auf dem Mittelstreifen zwischen den Richtungsfahrbahnen West und Ost werden Lärmschutzwände installiert.

 

Das rasant steigende Verkehrsaufkommen, die Unfallhäufigkeit und auch die immer stärker werdende Lärmbelastung wären weiters starke Argumente, um im dortigen Bereich der Westautobahn eine 80 km/h Beschränkung zu verordnen. Solche Beschränkungen haben zB auch auf der A 23 zu einer signifikanten Reduktion der Unfallhäufigkeit und der Lärmbelastung beigetragen. Als weiterer positiver Aspekt ist die damit einhergehende Reduktion der Fahrzeugemissionen (CO2, Feinstaub) zu werten.

 

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordnten den

 

Antrag,

 

der Salzburger Landtag wolle beschließen:

1.             Der Landtagspräsident wird ersucht,

 

1.1         an die Bundesregierung als Eigentümervertreter der ASFINAG mit dem Ersuchen heranzutreten, die Adaptierung des Lärmschutzes auf der A 1 im Bereich Liefering zu veranlassen sowie

 

1.2         an die Bundesregierung, im speziellen das BM für Verkehr, Innovation und Technologie heranzutreten, damit eine 80 km/h Beschränkung bei Vorliegen eines entsprechend positiven verkehrstechnischen Gutachtens verordnet wird.

 

2.             Dieser Antrag wird dem Ausschuss für Raumordnung, Umweltschutz und Verkehr zur weiteren Beratung, Berichterstattung und Antragstellung zugewiesen.

 

 

Salzburg, am 14. Dezember 2011

 

Steidl eh

 

Dr. Solarz eh