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Nr. 010-BEA der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(2. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Beantwortung der Anfrage

 

der Abg. Klubobmann Egger MBA, Zweiter Präsident Dr. Huber und Weitgasser
an die Landesregierung (Nr. 10-ANF der Beilagen der 1.S.16.GP) – ressortzuständige  

Beantwortung durch Landesrat DI Dr. Schwaiger – betreffend des nächsten     

Mobilfunkstandards 5G im Zusammenhang der Breitband-Strategie
 

 

Hohes Haus!

 

Zur Beantwortung der Anfrage der Abg. Klubobmann Egger MBA, Zweiter Präsident Dr. Huber und Weitgasser betreffend des nächsten Mobilfunkstandards 5G im Zusammenhang der Breitband-Strategie vom 27. Juni 2018 erlaube ich mir, Folgendes zu berichten:

 

Zu Frage 1: Wird 5G als der sichere nächste Technologie-Standard eingestuft?

 

Etwa alle zehn Jahre kommt eine neue Mobilfunkgeneration auf den Markt – 5G ist der
nächste international bereits anerkannte Standard und wird ein weiterer wichtiger Schlüssel für die Digitalisierung sein.

Mit UMTS, der dritten Generation, begann im Wesentlichen die Nutzung des Mobilfunks für den mobilen Datenverkehr. Die vierte Generation (LTE), erlaubt heute Datenraten im Mobilfunk von 50 Mbit/s und mehr. Die internationale Fernmeldeunion ITU hat bereits vor einigen Jahren begonnen, die technologischen Möglichkeiten und Anforderungen der nächsten Mobilfunkgeneration 5G zu definieren.

Die 5G-Strategie des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie hat sich zum Ziel gesetzt, dass die Markteinführung von 5G bis Ende 2020 erfolgen soll. Der 5G-Standard soll im Vergleich zu heutigen Standards eine 1.000-fach höhere Kapazität, Spitzendatenraten von bis zu 10 Gbit/s und Verzögerungszeiten unter 1ms aufweisen.

 

Zu Frage 2: Welche Rolle spielt 5G bei den derzeitigen Überlegungen des Breitbandausbaus und welche Maßnahmen wurden bereits auf den Weg gebracht?

 

5G wird in der Endausbaustufe ein möglichst flächendeckendes Glasfasernetz erfordern. Im Rahmen des Breitbandausbaus in Salzburg, welcher insbesondere durch die Telekomprovider (Salzburg AG, A1 Telekom etc.) erfolgt, wird der Ausbau von Glasfasernetzen vorangetrieben und bei Tiefbauarbeiten umfangreiche Leerrohrmitverlegungen durchgeführt. In Zukunft sollen möglichst alle Neubauten mit einem Glasfaseranschluss ausgestattet werden. Auch die Glasfaseranbindung von bestehenden Mobilfunksendeanlagen wird kontinuierlich verfolgt.

 

 

 

Im Koalitionsvertrag der Salzburger Landesregierung wurde bereits festgehalten, dass der nächste Mobilfunkstandard 5G in die Salzburger Breitbandstrategie aufzunehmen ist. Es wird zudem bereits daran gearbeitet, Bewilligungsprozesse von Breitbandausbauvorhaben zu vereinfachen und in weiterer Folge zu beschleunigen.

 

Zu Frage 3: Welche Chancen bietet 5G speziell für Salzburg und welche Maßnahmen werden daher noch getroffen werden oder sind in Überlegung?

 

5G ist der Zugang zur Digitalisierung und der Schlüssel für Smart City, Industrie 4.0, Internet der Dinge, Autonomer Mobilität, Sport- und Tourismusanwendungen, Sicherheitstechnologien und modernster Bildung. 5G bietet ein großes Potenzial, den Wirtschaftsstandort Salzburg weiter zu stärken.

 

Die ITG Salzburg veranstaltete gemeinsam mit dem Land Salzburg Ende Juni einen 5G Sondierungsworkshop, mit dem Ziel, mögliche Anwendungsfälle gemeinsam mit Unternehmen zu erarbeiten und weiterführende Arbeitsgruppen zur Umsetzung von Pilotprojekten zu gründen. Folgende Themenbereiche wurden für Salzburg identifiziert:

 

  • Smart Country

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    Smart Mobility

     

    Die Arbeitsgruppen werden nun in den entsprechenden Themenfeldern zunächst konkrete Use-Cases erarbeiten und diese auf Durchführbarkeit prüfen. Erste Pilotanwendungen in Salzburg sind mit dem Digibus Austria und dem urbanen Mobilitätslabor Salzburg bereits in Umsetzung.

     

Mit der Überarbeitung der Salzburger Breitbandstrategie wird 5G als sicherer nächster Mobilfunkstandard aufgenommen und weitere strategische Maßnahmen definiert.

 

Ich ersuche das Hohe Haus um Kenntnisnahme dieser Anfragebeantwortung.

 

 

Salzburg, am 18. Juli 2018

 

DI Dr. Schwaiger eh.