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Nr. 079-ANF der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(2. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Dringliche Anfrage

 

der Abg. Klubobfrau Svazek BA und Rieder an die Landesregierung betreffend die

Investitionen in die Tourismusschule Klessheim im Vergleich zur Schließung der

Tourismusschule Bischofshofen

 

 

Während der vergangenen Tage wurde der Umbau der Tourismusschule Klessheim zur sogenannten „Eliteschule“ medienwirksam präsentiert. Es ist hinlänglich bekannt, dass sich die Anzahl der Schülerinnen und Schüler an beiden Standorten schleppend entwickelt und zum Teil sogar zu gering ist, um von erfolgreichen Schulstandorten zu sprechen. Abnehmende Schülerzahlen, eine schlechte Verkehrsanbindung und teure Erhaltungskosten stellen somit beim Standort Klessheim nicht die beste Grundlage für eine Finanzspritze von € 33 Mio. dar. Unverständlich ist zudem auch, dass die Wirtschaftskammer Salzburg als Schulerhalter gleichermaßen die Tourismusschule in Bischofshofen mit dem kommenden Jahr schließen möchte. Die Adaptierung des Standortes im Herzen des Pongaus würde sich auf lediglich € 250.000,-- belaufen. Ein zu den Millionenbeträgen in Klessheim vergleichsweise geringer finanzieller Aufwand für eine maximale Verbesserung und den Erhalt des Standortes. Alleine die Gemeinde Bischofshofen hat bereits € 300.000,-- in die Infrastruktur der Schule, die nun geschlossen werden soll, investiert.

 

Gerade in kleineren, auf das gesamte Land aufgeteilten, Schulstandorten ist die Sicherung an Qualität verbunden mit langjähriger Tradition stärker gegeben, als ein großer Elitestandort. Es stellt sich die Frage, warum die Erfolgsgeschichte der Tourismusschule in Bischofshofen beendet, aber der Standort Klessheim gleichzeitig zum subventionierten Fass ohne Boden werden soll.

 

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten gemäß § 78 Abs.1 GO-LT die

 

dringliche Anfrage:

 

  1. Worauf begründet sich die Investitionssumme von € 33 Mio. in den Neubau der Tourismusschule Klessheim?

 

  1. Wie rechtfertigen Sie die geplanten Investitionen in Klessheim unter dem Gesichtspunkt, dass sich die Schülerzahlen dort kontinuierlich rückentwickeln?

 

  1. Wie begründen Sie gerade unter dem Aspekt eines eklatanten Fachkräftemangels im Tourismus, besonders auch im Innergebirg, die Schließung der Tourismusschule in Bischofs-hofen, welche erst vor wenigen Jahren renoviert wurde?

 

  1. Warum stehen für den Neubau des Standortes Klessheim € 33 Mio. zur Verfügung, während man nicht bereit ist, für den Standort Bischofshofen die vergleichsweise geringen € 250.000,-- zu investieren?

 

  1. Sind Sie nicht der Meinung, dass auf das gesamte Land aufgeteilte kleinere Schulstandorte dem Fachkräftemangel im Tourismus stärker und besser entgegenwirken könnten als ein Elitestandort im Zentralraum Salzburg?

 

 

Salzburg, am 3. Oktober 2018

 

Svazek BA eh.

Rieder eh.