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Nr. 057 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(2. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Antrag

 

der Abg. Klubobmann Egger MBA, Zweiter Präsident Dr. Huber und Weitgasser betreffend

Sicherung ausreichender Holzmobilisierung

 

 

Seit vielen Jahren wächst in Österreich mehr Holz nach als geerntet wird. Gleichzeitig ist Österreich nach China der zweitgrößte Holzimporteur weltweit. Die gut entwickelte heimische Holz-, Papier- und Zellstoffindustrie treibt die starke Nachfrage nach dem Rohstoff Holz an. Insgesamt hatte Österreich in der forstlichen Produktion 2014 einen Einschlag von etwa 17 Mio. Festmetern zu verzeichnen, wovon der Großteil mit fast 10 Mio. Festmetern auf die Kleinwaldbesitzerinnen und –besitzer entfielen. Gerade in diesem Sektor ist aber auch ein deutlicher Rückgang von 4 % gegenüber 2013 zu verzeichnen - und hier bildet sich ein Problem der österreichischen Forstwirtschaft deutlich ab:

 

Während große Forstbetriebe ihren Einschlag gut planen und relativ konstant halten, liegt der Großteil der ungenutzten Reserven in den Kleinwäldern und diese Reserven wachsen noch weiter, ohne in ausreichendem Ausmaß geerntet zu werden. Offensichtlich fehlt es an Anreizen für kleinere private Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, ihre Wälder stärker in Bewirtschaftung zu nehmen. Das Verfügbarmachen dieser Holzreserven könnte einerseits die starke Abhängigkeit von Importen absenken und andererseits die nachhaltige Belieferung der heimischen Industrie mit dem hier nachwachsenden Rohstoff absichern. Diese notwendige Holzmobilisierung läuft derzeit leider nicht in optimaler Form und sollte dringend forciert werden.

 

Salzburgs Wälder sind mehrheitlich Familienwälder mit meist kleinen Strukturen: 46,7 % entfallen auf Kleinwaldbesitz mit weniger als 200 Hektar Waldfläche, 12,8 % auf größere Betriebe. 40,5 % stehen im Eigentum der Österreichischen Bundesforste AG.

 

Salzburgs Wälder verfügen über einen Holzvorrat von rund 85 Mio. Festmetern im Ertragswald. Der jährliche Zuwachs beträgt rund 2,06 Mio. Festmeter, wovon nur rund 1,47 Mio. Festmeter pro Jahr geerntet werden. Dies entspricht einem jährlichen Nettozuwachs der Holzreserven von rund 0,6 Mio. Festmetern. Flächenmäßig kommen in Salzburg jährlich ca. 1.700 Hektar neue Wälder hinzu.

 

Holz gewinnt zudem als Rohstoff wieder mehr an Bedeutung, so zum Beispiel in der Bauindustrie und hier vor allem bei mehrgeschossigen Wohnungsbauten und Sporthallen. Da Holz mehr CO2 bindet, ist dies außerdem für die Klimabilanz gut. Ein Problem für die heimische Holzwirtschaft ist allerdings, die benötigte Holzmenge in Österreich einzukaufen. Die Holzausbeute ist 2016 erneut gesunken. Das Ausmaß der Holzimporte steigt.

 

Unter dem Motto "Gemeinsam mehr bewegen, mit der Kraft der Kleinen" arbeitet bereits das Holzcluster Salzburg daran, die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Holzbranche zu sichern, auszubauen und zu stärken. Diese und ähnliche Initiativen gilt es zu unterstützen.

 

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten den

 

Antrag,

 

der Salzburger Landtag wolle beschließen:

 

1. Die Landesregierung wird ersucht, ein konkretes Maßnahmenpaket vorzulegen, welches die nachhaltige Nutzung des einheimischen Forstes - mit besonderem Augenmerk auf die privaten Kleinwälder und damit die bestmögliche Versorgung der österreichischen und Salzburger Industrie - durch ausreichende Holzmobilisierung sichert.

 

2. Dieser Antrag wird dem Ausschuss für Wirtschaft, Energie und Lebensgrundlagen zur weiteren Beratung, Berichterstattung und Antragstellung zugewiesen

 

 

Salzburg, am 3. Oktober 2018

 

Egger MBA eh.

Dr. Huber eh.

Weitgasser eh.