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Nr. 083 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(2. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Bericht

 

des Ausschusses für Wirtschaft, Energie und Lebensgrundlagen zum Antrag der Abg. Klubobmann Egger MBA, Zweiter Präsident Dr. Huber und Weitgasser (Nr. 57 der Beilagen) betreffend Sicherung ausreichender Holzmobilisierung

 

 

Der Ausschuss für Wirtschaft, Energie und Lebensgrundlagen hat sich in der Sitzung vom 10. Oktober 2018 mit dem Antrag befasst.

 

Berichterstatter Klubobmann Abg. Egger MBA verliest den Antrag und beantragt die Einleitung der Debatte und Beschlussfassung. Obwohl in unserem Land mehr Holz nachwachse als geerntet werde, gehöre Österreich nach China zum weltweit zweitgrößten Holzimporteur. 2014 habe es in Österreich einen Einschlag von 17 Mio. Festmetern gegeben, wovon 10 Mio. Festmeter auf Kleinwaldbesitzer entfallen würden. Während dieser Wert seither leicht sinke, steige die Importmenge. Salzburgs Wälder seien überwiegend Familienwälder mit meist kleinen Strukturen: 46,7 % würden auf Kleinwaldbesitz mit weniger als 200 Hektar Waldfläche entfallen und 12,8 % auf größere Betriebe. 40,5 % stünden im Eigentum der Österreichischen Bundesforste AG. Salzburg verfüge über einen Holzvorrat von rund 85 Mio. Festmetern im Ertragswald. Der jährliche Zuwachs betrage rund 2,06 Mio. Festmeter, wovon nur rund 1,47 Mio. Festmeter pro Jahr geerntet würden. Dies entspreche einem jährlichen Nettozuwachs der Holzreserven von rund 600.000 Festmetern. Während große Forstbetriebe ihren Einschlag planen und konstant halten würden, liege der Großteil der ungenutzten Reserven im Bereich der Kleinwaldbesitzer. Offensichtlich würden hier die Möglichkeiten und auch die Anreize fehlen, diese Wälder stärker in die Bewirtschaftung einzubeziehen. Die Verfügbarmachung dieser Reserven würde die Abhängigkeit von Importen senken und die nachhaltige Belieferung der heimischen Industrie mit heimischem Holz absichern.

 

Abg. Ing. Schnitzhofer erklärt die Unterstützung des vorliegenden Antrages und betont die Wichtigkeit des Rohstoffes Holz, nicht nur aus Sicht der Industrie und der Energiegewinnung, sondern auch in ökologischer Hinsicht. Die Mobilisierung von Kleinwaldbesitz könne unter anderem über den Preis erfolgen. Die Experten ersucht er um Auskunft über die bisherigen Maßnahmen zur Holzmobilisierung und über die weitere Entwicklung.

 

Abg. Scheinast verweist darauf, dass der Kleinwald teilweise auch als Anlageobjekt verwendet werde und erkundigt sich über diesbezügliche Zahlen.

 

DI Lanschützer (Landwirtschaftskammer) erklärt, dass die Salzburger Landwirtschaftskammer gemeinsam mit dem Waldverband Salzburg mit dem sogenannten Waldservice eine umfassende Beratung in der Waldbewirtschaftung anbiete. Über das Projekt B3 (Beraten-Bewirtschaften-Bewegen) würden inaktive Waldbesitzer direkt angesprochen und beraten. Darüber hinaus seien noch entsprechende Förderungsprojekte im Bereich der ländlichen Entwicklung erforderlich. Schließlich sei eine verstärkte Holznutzung in der Energiegewinnung und im geförderten Wohnbau notwendig. Der Import von Holz sei auch aus dem Gesichtspunkt zu sehen, dass in Salzburg rund 1,3 Mio. Festmeter Holz gewonnen, jedoch fast 4 Mio. Festmeter verarbeitet würden. Hinsichtlich des Holzpreises hält er fest, dass dieser sich seit 1988 nicht verändert habe, wodurch entsprechende Produktivität verloren gegangen sei.

 

Landesforstdirektor DI Mitter ergänzt dazu, dass es das Ziel sei, sogenannte hofferne Waldbesitzer wieder zur Waldnutzung zu motivieren und entsprechend zu beraten. Überdies würden in den forstwirtschaftlichen Ausbildungsstätten in Oberösterreich und Kärnten entsprechende Kurse für solche Waldbesitzer angeboten.

 

Abg. Dr.in Dollinger spricht sich für mehr Eigenmobilisierung anstatt stärkerer Importe aus. Sie spreche sich dafür aus, noch einen Schritt weiter zu gehen und bringt einen Abänderungsantrag ein.

 

Abg. Lassacher betont, dass Holzmobilisierung regional unterschiedlich zu betrachten sei. So sei es etwa im Lungau nur sehr schwer möglich, auf Marktveränderungen sofort zu reagieren. Er spreche sich eher dafür aus, die zukünftigen Betriebsübernehmer entsprechend zu schulen und die Beratung zB durch die Bezirksförster auszubauen.

 

Landesrätin Mag.a (FH) Klambauer erläutert, dass die Verwendung von nachhaltigen Bau- und Dämmstoffen in der Wohnbauförderung schon jetzt einen wichtigen Stellenwert habe und durch eine Novelle noch wichtiger werde. Bei der Errichtungsförderung werde es Zuschläge für die Verwendung von nachhaltigen und nachwachsenden Bau- und Dämmstoffen sowie für die Gesamtenergieeffizienz geben. Die Nutzung von Holz im mehrgeschossigen Wohnbau werde derzeit geprüft.

 

Der SPÖ-Abänderungsantrag wird mehrfach modifiziert und sodann einstimmig angenommen.

 

 

Der Ausschuss für Wirtschaft, Energie und Lebensgrundlagen stellt einstimmig den

 

Antrag,

 

der Salzburger Landtag wolle beschließen:

 

Die Landesregierung wird ersucht,

 

  1. ein konkretes Maßnahmenpaket vorzulegen, welches die nachhaltige Nutzung des einheimischen Forstes - mit besonderem Augenmerk auf die privaten Kleinwälder und damit die bestmögliche Versorgung der österreichischen und Salzburger Industrie - durch ausreichende Holzmobilisierung sichert,

     

  2. gesetzliche Möglichkeiten zu schaffen, um die Verwendung von nachwachsenden Bau- und Dämmstoffen sowie Bauen mit Holz zu forcieren,

     

  3. zu prüfen, ob die Förderrichtlinien im Salzburger Wohnbauförderungsgesetz dahingehend geändert werden können, dass die Verwendung von Holz auch im mehrgeschossigen Wohnbau attraktiver wird,

     

  4. zu prüfen, ob für den Bau von kommunalen Einrichtungen die GAF-Richtlinien für die verstärkte Verwendung von Holz geändert werden können, und

     

  5. dem Landtag bis 31. März 2019 zu berichten.

 

 

Salzburg, am 10. Oktober 2018

 

Die Vorsitzende:

Weitgasser eh.

 

Der Berichterstatter:

Egger MBA eh.

 

Beschluss des Salzburger Landtages vom 7. November 2018:

Der Antrag wurde einstimmig zum Beschluss erhoben.