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Nr. 216 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(2. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Antrag

 

der Abg. Bartel, Klubobfrau Mag.a Gutschi und Mag.a Jöbstl betreffend Einführung eines Pilotprojektes Lehrpraxen in der Ausbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde

 

 

Es ist für viele Jungärzte mittlerweile unattraktiv geworden, nach Abschluss der Ausbildung eine Ordination mit Kassenverträgen zu übernehmen. Dies gilt besonders für die beiden Gruppen der medizinischen Basisversorger, nämlich die Fachgebiete Allgemeinmedizin sowie Kinder- und Jugendheilkunde. So war es beispielsweise drei Jahre lang nicht möglich, eine aufgrund von Pensionierung frei gewordene Kassenvertragsstelle für Kinder- und Jugendheilkunde in der Stadt Salzburg zu besetzen. Es ist zu befürchten, dass sich dieses Problem ohne aktive Gegenmaßnahmen in der Zukunft noch verschärfen wird, zumal in den nächsten Jahren landesweit mindestens fünf weitere Kinder- und Jugendfachärztinnen und -fachärzte ihre Pension antreten werden.

 

Mit der Ermöglichung von Gemeinschaftspraxen, Job-sharing-Modellen und anderer Formen der Zusammenarbeit wurden bereits Schritte gesetzt, um dem Problem entgegenzuwirken.

Ein weiterer Ansatz, um den Ausbildungsärzten die Arbeit eines niedergelassenen Kassenvertragsarztes näher zu bringen, ist die Möglichkeit, einen Teil der Ausbildung in einer Lehrpraxis zu absolvieren. Das erfolgreiche Salzburger Modell der Lehrpraxis für Allgemeinmediziner sollte daher im Rahmen eines Pilotprojektes auch für die zweite Gruppe der medizinischen Basisversorger, die Kinder- und Jugendärzte, umgesetzt werden.

 

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten den

 

Antrag,

 

der Salzburger Landtag wolle beschließen:

 

  1. Die Landesregierung wird ersucht, mit allen relevanten Partnern Verhandlungen aufzunehmen, um ein Pilotprojekt „Lehrpraxen in der Ausbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde“ nach dem Vorbild der Lehrpraxen für Allgemeinmediziner umzusetzen.

 

  1. Dieser Antrag wird dem Sozial-, Gesellschafts- und Gesundheitsausschuss zur weiteren Beratung, Berichterstattung und Antragstellung zugewiesen.

 

Salzburg, am 30. Jänner 2019

 

Bartel eh.

Mag.a Gutschi eh.

Mag.a Jöbstl eh.