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Nr. 201 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(2. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Bericht

 

des Ausschusses für Wirtschaft, Energie und Lebensgrundlagen zum Antrag
der Abg. Weitgasser, Zweiter Präsident Dr. Huber und Klubobmann Egger MBA

(Nr. 174 der Beilagen) betreffend Fachkräftemangel im Wintertourismus

 

 

Der Ausschuss für Wirtschaft, Energie und Lebensgrundlagen hat sich in der Sitzung vom 16. Jänner 2019 mit dem Antrag befasst.

 

Klubobmann Abg. Egger MBA sagt einleitend, dass jedes Jahr sowohl der Winter- als auch der Sommertourismus in Salzburg vor der gleichen Herausforderung stehe. Fachkräfte seien Mangelware, vielerorts müssten Speisekarten in Ermangelung qualifizierter Arbeitskräfte reduziert oder schlimmstenfalls Betriebe gänzlich geschlossen werden. Das aktuelle Kontingent für die befristete Beschäftigung von Ausländerinnen und Ausländern im Wintertourismus belaufe sich laut dem am 24. Oktober 2018 ausgegebenen Bundesgesetzblatt für die Republik Österreich in Salzburg auf 380 Personen, davon 90 für Gletscherregionen. Dies sei eine vergleichsweise geringe Anzahl gegenüber den tatsächlich offenen Stellen, die sich laut dem AMS für den November 2018 in Salzburg auf 951 Stellen in der Beherbergung und Gastronomie beziffern ließen. Zusätzlich erschwert werde die aktuelle Situation dadurch, dass die Arbeitsmarktöffnung für Kroatien um zwei Jahre nach hinten verschoben worden sei. Die Kroaten wären allerdings für den heimischen Tourismus als Arbeitskräfte besonders wertvoll, weil das Land vorwiegend Sommertourismus habe und so die Saisonarbeitskräfte für den Winter in den Wintersportregionen Österreichs arbeiten könnten.

 

Abg. Forcher widerspricht und sagt, dass er nichts davon halte, ständig nach Personal aus dem Ausland zu rufen. Auch diese Personen würden schnellstmöglich die Tourismusbranche verlassen, wenn sich eine andere Beschäftigungsmöglichkeit böte. Viel wichtiger und zielführender sei, Aktionen zu setzen, damit sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Tourismusbetrieb wohl fühlten und damit auch im Betrieb blieben.

 

Abg. Mag. Scharfetter stellt fest, dass mit 30. Juni 2019 sich dieses Thema erübrige, da mit diesem Datum die kroatischen Staatsbürgerinnen und –bürger den EU-Bürgerinnen und –bürgern gleichgestellt seien.

 

Abg. Stöllner unterstreicht die Wortmeldung von Abg. Forcher und fordert, dass nicht ständig neue Arbeitskräfte „importiert“ werden sollten, sondern die vorhandenen Arbeitskräfte besser entlohnt und die „Jobs“ attraktiver gemacht werden sollten.

 

Abg. Scheinast kündigt die Unterstützung des Antrages an.

 

Der Ausschuss für Wirtschaft, Energie und Lebensgrundlagen stellt mit den Stimmen von ÖVP, GRÜNEN und NEOS gegen die Stimmen von SPÖ und FPÖ - sohin mehrstimmig - den

 

Antrag,

 

der Salzburger Landtag wolle beschließen:

 

Die Salzburger Landesregierung wird aufgefordert, sich an die Bundesregierung zu wenden und sich dafür einzusetzen, dass die Arbeitsmarktöffnung für Kroatinnen und Kroaten schon früher als in zwei Jahren stattfindet.

 

 

Salzburg, am 16. Jänner 2019

 

Die Vorsitzende:

Weitgasser eh.

 

Der Berichterstatter:

Egger MBA eh.

 

Beschluss des Salzburger Landtages vom 30. Jänner 2019:

Der Antrag wurde mit den Stimmen von ÖVP, GRÜNEN und NEOS gegen die Stimmen von SPÖ und FPÖ – sohin mehrstimmig – zum Beschluss erhoben.