Meldung anzeigen


Nr. 276 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(2. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Antrag

 

der Abg. Zweiter Präsident Dr. Huber, Klubobmann Egger MBA und Weitgasser betreffend

einen Aktionsplan „ehrlicher Sport“ in Österreich

 

 

Laut des Online-Artikels der Presse „Doping-Razzia in Seefeld, ÖSV Langläufer festgenommen“ vom 27. Februar 2019 wurden während der Operation „Aderlass“ in Seefeld und einer zugleich stattfindenden Razzia in Erfurt insgesamt neun Personen verhaftet und 16 Hausdurchsuchungen durchgeführt. Der österreichische Wintersport erleidet mit diesem Vorfall einen nachhaltigen Imageschaden.

 

Doping ist im Sport leider weiter verbreitet, als man dies vielleicht für möglich gehalten hätte. Die Operation „Aderlass“ hat bisher nur die Spitze des Eisbergs offengelegt. Neben dem Langlauf ist vor allem auch der Radsport massiv betroffen.

 

Der österreichische Radfahrer Stefan Denifl zeigte sich etwa bei einer polizeilichen Einvernahme am Freitag, den 1. März 2019, laut Anklagebehörde geständig. Auch er hat die verbotene Methode des Blutdopings angewendet und Sponsoren, Veranstalter und vor allem auch die Fans getäuscht. 

 

Auch am Montag, den 4. März 2019, gab es ein weiteres Nachbeben: Georg Preidler, ein steirischer Rad-Profi, gestand Blutdoping: “Ich habe einen Blödsinn gemacht und will ehrlich sein. Das war der größte Fehler meines Lebens", sagte der 28-Jährige am selben Tag in der Kleinen Zeitung. Preidler hat bereits Selbstanzeige erstattet.

 

All diese aktuellen Vorfälle, aber auch Vorfälle aus der Vergangenheit, führen uns vor Augen, dass zukünftig im Zuge eines Masterplans „ehrlicher Sport“ in Österreich Maßnahmen gesetzt werden müssen, um gegen das vorherrschende Doping-Netzwerk anzukämpfen.

 

Dabei muss bereits in jungen Jahren bei den Nachwuchssportlerinnen und Nachwuchsportlern das Bewusstsein geschaffen werden, was es heißt, den Sport zu leben, fair zu agieren und die eigene Karriere gesundheitsbewusst zu gestalten. Doping zerstört all diese Wertvorstellungen.

 

Diese Einstellung muss den Sportlerinnen und Sportlern bereits von Beginn an vermittelt werden, sodass sie von sich aus Doping aus voller Überzeugung ablehnen.

 

Sollte es so weit kommen, dass Druck auf die Sportlerinnen und Sportler ausgeübt wird oder sie sich in Strukturen wiederfinden, in denen Doping nicht nur toleriert, sondern sogar gefordert wird, braucht es eine Anlaufstelle, an die sie sich wenden können und die ihnen Unterstützung bietet.

 

Zudem ist ein gut ausgestatteter sportpsychologischer Dienst vonnöten, der die Sportlerinnen und Sportler mental und psychisch entlastet und sie dabei unterstützt, Entscheidungen zu treffen, die sie später nicht bereuen und die ihrer Karriere nicht schaden.

 

Besonders für Salzburg als einer in der ganzen Welt angesehenen Skiregion ist ein Aktionsplan „ehrlicher Sport“ von immenser Bedeutung, wurden doch bei der WM in Seefeld sieben der neun Podestplätze unter Salzburger Beteiligung geholt.

Zudem trainieren alle der in Summe 24 Aktiven seit Jahren im Heeresleistungszentrum (HLSZ) in Hallein.

 

Zu den aktuellen Vorfällen kommen aus dem ÖSV vor allem Aussagen und Stellungnahmen, die darauf schließen lassen, dass der Verein die Probleme nicht selbst in den Griff bekommen kann. So witterte man seitens des Verbandes eine Verschwörung, die Dopingrazzia in Seefeld sei eine fingierte Aktion gewesen, von einer Gruppe, die dem ÖSV Schaden zufügen wolle. Der ÖSV sei zu erfolgreich. (orf.at; abgerufen am 3. März 2019)

 

Die Politik ist daher gefordert, sich hier aktiv einzuschalten, Verfehlungen transparent und schonungslos aufzuklären und dabei zu unterstützen, offensichtliche Missstände zu beheben.

 

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten den

 

Antrag,

 

der Salzburger Landtag wolle beschließen:

 

1. Die Landesregierung wird ersucht, mit der Forderung an den Bundesminister für öffentlichen Dienst und Sport heranzutreten, einen Aktionsplan „ehrlicher Sport“ zu entwickeln und diesen sowohl im österreichischen Spitzen- als auch im österreichischen Breitensport zu implementieren. Dieser Aktionsplan muss bei der Prävention von Doping ansetzen und eine Strategie aufzeigen, wie man die bestehenden Missstände aktiv und transparent aufklärt.

 

 

 

2. Dieser Antrag wird dem Bildungs-, Sport- und Kulturausschuss zur weiteren Beratung, Berichterstattung und Antragstellung zugewiesen.

 

 

Salzburg, am 13. März 2019

 

Dr. Huber eh.

Egger eh.

Weitgasser eh.