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Nr. 184-BEA der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(2. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Beantwortung der Anfrage

 

der Abg. Zweiter Präsident Dr. Huber, Klubobmann Egger MBA und Weitgasser an Landesrätin Hutter (Nr. 184-ANF der Beilagen) betreffend tägliche Turnstunde

 

 

Hohes Haus!

 

Zur Beantwortung der Anfrage der Abg. Zweiter Präsident Dr. Huber, Klubobmann Egger MBA und Weitgasser betreffend tägliche Turnstunde vom 30. Jänner 2019 erlaube ich mir, Folgendes zu berichten:

 

In wie vielen Salzburger Pflichtschulen wurden in den Schuljahren 2017/2018 und 2018/2019 die tägliche Turnstunde ermöglicht (mit Bitte um Aufschlüsselung nach Jahren und Schultyp)?
 

Eingangs muss erwähnt werden, dass die „tägliche Turnstunde“, wie in der Einleitung der Anfrage richtig erläutert, ein Projekt des Bundesministeriums für öffentlichen Dienst und Sport ist. Die Kompetenz darüber generell, wie auch eine Auskunft über die Durchführung, liegt deshalb beim Bund.

 

In Salzburg macht man sich nicht erst seit den medaillenlosen Olympischen Spielen von London 2012 Gedanken, wie die tägliche Bewegung in den Schulalltag unserer Kinder und Jugendlichen implementiert werden kann. Es war für die Verantwortlichen im Bundesland schon immer klar, dass die angekündigte „Tägliche Turnstunde“ in der Praxis schwer umsetzbar sein wird, wenn die Stundentafeln nicht maßgeblich verändert werden würden.

Vielmehr wurde der Fokus daraufgelegt, dass unsere Schülerinnen und Schüler vom Verlassen der eigenen Wohnung weg bis zur Rückkehr in das eigene Heim für Bewegungsinitiativen begeistert werden. Beispiele dafür sind der „Bewegte Schulweg“ oder der „Pedibus“ (Haltestellen für Kinder, die zu Fuß in die Schule gehen). Weitere Maßnahmen werden direkt in der Schule durchgeführt (Morgenspaziergang, bewegte Pause, Frischluftpause, Bewegung in der Sporthalle vor dem Unterricht, Kurzturnen im Unterricht, Bewegtes Lernen, Bewegungstagebücher, Bewegungspass, Bewegungsprojekte wie z. B. „… und sie bewegen sich doch!“, „Schule und Sport“, „Sport in der Tagesbetreuung“…). Zudem werden auch Aktionen außerhalb des Schulgeländes angeboten (z. B.: bewegungsbezogene Schulveranstaltungen und Schulsportwettkämpfe).

 

Im Schuljahr 2017/2018 wurden zwei weitere Projekte bundesweit, für eine Bildungsregion pro Bundesland als Pilotprojekt, ausgerollt: „Kinder gesund bewegen“ oder TBuS (Tägliche Bewegungs- und Sporteinheit). Wobei man sich in Salzburg für letzteres entschied und die Bildungsregion Lungau als Modellregion auswählte.

Es nahmen 2017/2018 13 Volksschulen (Göriach, Lessach, Mariapfarr, Muhr, Oberweißburg, Ramingstein, St. Andrä, St. Michael, Seetal, Thomatal, Tweng, Weißpriach, Zederhaus) mit insgesamt 31 Klassen teil. Die Bewegungscoaches (waren bei der SPORTUNION und beim ASKÖ angemeldet) hielten an den Schulen eine zusätzliche Bewegungseinheit im Laufe des Vormittags ab.

 

Da die Umsetzung des TBuS-Projekts 2017/2018, vor allem für die Dachverbände, einen enormen Aufwand (Personal, Kostendeckung, Beschäftigung der Bewegungscoaches in der Ferienzeit, Supplierbereitschaft) bedeutete, entschied man sich in Salzburg im Schuljahr 2018/2019 für eine ökonomischere Lösung, auch mit dem Wissen, dass es ab 2019/2020 eine neue Projektauslegung durch die Zusammenführung mit dem Projekt „Kinder gesund bewegen“ geben wird.

 

Die vom Land unterstützten Projekte „Sport in der Tagesbetreuung“ (wird seit dem Schuljahr 2018/2019 an 44 VS bzw. ASO durchgeführt), „… und sie bewegen sich doch!“ (eingereichte Schulprojekte mit jährlich über 5.000 teilnehmenden Schülerinnen und Schülern) und „Schule und Sport“ (bis zu drei Doppeleinheiten mit den Fachverbänden im Rahmen des BESP-Unter-richts) spielen in diesem Kanon eine entscheidende und initiative Rolle im Sinne der Bewegung der Salzburger Kinder und Jugendlichen.

Einen wesentlichen Anteil an der Persönlichkeits- und Bewegungsentwicklung unserer Schülerinnen und Schüler haben auch die vom Land Salzburg unterstützten Schulsportwettkämpfe. Die zahlreichen Bezirks- und jährlich ca. 55 Landesmeisterschaften zählen jedes Jahr mehr als 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

 

In Salzburg wird schon seit langem ein ganzheitliches Konzept, für die Bewegung und die Motivation zum Sport unserer Schülerinnen und Schüler, forciert. Viele verschiedene Initiativen greifen hier ineinander und decken unterschiedlichste Bereiche ab. Eine Auflistung der Salzburger Aktionen zur Bewegungsförderung 2018/2019, die auch bundesweit vom BMBWF gesammelt und bundeslandsortiert zusammengefasst wurde, befindet sich im Anhang.

 

Ich ersuche das Hohe Haus um Kenntnisnahme dieser Anfragebeantwortung.

 

 

Salzburg, am 12. März 2019

 

Hutter eh.