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Nr. 243 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(2. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Bericht

         

des Sozial-, Gesellschafts- und Gesundheitsausschusses zum Antrag der Abg. Bartel, Klubobfrau Mag.a Gutschi und Mag.a Jöbstl (Nr. 216 der Beilagen) betreffend Einführung
eines Pilotprojektes Lehrpraxen in der Ausbildung zum Facharzt
für Kinder- und Jugendheilkunde

 

 

Der Sozial-, Gesellschafts- und Gesundheitsausschuss hat sich in der Sitzung vom 20. Februar 2019 mit dem Antrag befasst.

 

Abg. Bartel berichtet, dass es für viele Jungärztinnen und Jungärzte nicht mehr attraktiv sei, Kassenverträge im Bereich der Allgemeinmedizin sowie der Kinder- und Jugendheilkunde zu übernehmen und Kassenstellen schwer nachzubesetzen seien. Als Gegenmaßnahme schlägt sie in der Ausbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde die Einführung eines Pilotprojekts von Lehrpraxen vor. Diese solle nach dem Salzburger Modell der Lehrpraxen für Allgemeinmediziner umgesetzt werden.

 

Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Stöckl bestätigt, dass sich bei Nachbesetzungen von Stellen Schwierigkeiten ergäben. Die Kinder- und Jugendheilkunde sei jedoch kein Mangelfach. Seit 2015 bestehe die Möglichkeit, dass ein halbes Jahr der allgemeinmedizinischen Ausbildung in Lehrpraxen absolviert werden könnte. Ein ähnliches österreichweites Modell schwebe ihm auch für den Bereich der Kinder- und Jugendheilkunde vor, weshalb er bereits Gespräche mit der Ärztekammer und der SGKK geführt hätte. Nach Möglichkeit sollten zwei Stellen im Bundesland Salzburg geschaffen werden, eine im Süden und eine im Norden. Bei der Finanzierung sollten aber wie bei den Lehrpraxen für Allgemeinmediziner ebenfalls Ärztekammer und Bund mitfinanzieren.

 

Abg. Thöny MBA bekräftigt, dass Lehrpraxen ein erfolgreich umgesetztes Modell seien und kündigt seitens der SPÖ die Zustimmung zum Antrag an.

 

Zweiter Präsident Dr. Huber berichtet, dass er selbst fünf Lehrpraktikantinnen und –praktikanten ausgebildet und gute Erfahrungen mit dem System habe. Er verweist darauf, dass die niedergelassene Medizin und eine kassenärztliche, wohnortnahe Versorgung wichtig seien.

 

Abg. Berger begrüßt die Forderung nach der Einführung von Lehrpraxen und weist ebenfalls auf die Problematik und Wichtigkeit der kassenärztlichen Versorgung hin.

 

Abg. Mag.a Dr.in Humer-Vogl schließt sich den Ausführungen an und hebt die Bedeutung eines solidarischen Gesundheitssystems hervor.

 

Mag.a Hofer MBA (SGKK) berichtet, dass 2011 eine flächendeckende Befragung von Ärztinnen und Ärzten in Salzburg durchgeführt worden sei, um die Ursachen des nachlassenden Interesses an Kassenverträgen zu untersuchen. Dabei hätten sich bei den Antworten die Themenkomplexe Arbeitszeit/Freizeit sowie Ausbildung herauskristallisiert. Daraufhin habe man sich entschlossen, das Pilotprojekt von Lehrpraxen zu unterstützen. Kinder- und Jugendärzte seien wie Allgemeinmedizinerinnen und -mediziner als Basisversorger zu betrachten. Da eine unzureichende Vorbereitung für die Praxis zu vermuten sei, wäre das Pilotprojekt einer Lehrpraxis inhaltlich zu unterstützen. Es wäre aber wichtig, dass der Bund die Finanzierung mittrage.

 

 

Der Sozial-, Gesellschafts- und Gesundheitsausschuss stellt einstimmig den

 

Antrag,

 

der Salzburger Landtag wolle beschließen:

 

Die Landesregierung wird ersucht, mit allen relevanten Partnern Verhandlungen aufzunehmen, um ein Pilotprojekt „Lehrpraxen in der Ausbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde“ nach dem Vorbild der Lehrpraxen für Allgemeinmediziner umzusetzen.

 

 

Salzburg, am 20. Februar 2019

 

Die Vorsitzende:

Mag.a Jöbstl eh.

 

Die Berichterstatterin:

Bartel eh.

 

Beschluss des Salzburger Landtages vom 13. März 2019:

Der Antrag wurde einstimmig zum Beschluss erhoben.