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Nr. 178-BEA der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(2. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Beantwortung der Anfrage

 

der Abg. Landtagspräsidentin Dr.in Pallauf, Mag.a Jöbstl und Ing. Schnitzhofer an die

Landesregierung (Nr. 178-ANF der Beilagen) durch Landesrätin Hutter und Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Schellhorn betreffend die Suchtmittelprävention im Bundesland Salzburg

 

 

Hohes Haus!

 

Zur Beantwortung der Anfrage der Abg. Landtagspräsidentin Dr.in Pallauf, Mag.a Jöbstl und Ing. Schnitzhofer betreffend die Suchtmittelprävention im Bundesland Salzburg vom 30. Jänner 2019 erlauben sich Landesrätin Hutter und Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Schellhorn, Folgendes zu berichten:

 

Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Schellhorn:

 

Zu Frage 1: Wie haben sich die Zahlen von Jugendlichen mit Drogenproblemen in den letzten zehn Jahren verändert? Bitte um Aufschlüsselung nach Jahr und Bezirk.

 

Eine Annäherung an die Zahl der Jugendlichen mit Drogenproblemen lässt sich am ehesten über die Zahl der jugendlichen Klientinnen und Klienten in den Drogenberatungsstellen und die Zahl der jugendlichen Personen, die sich einer amtsärztlichen Begutachtung gemäß § 12 Suchtmittelgesetz zu unterziehen haben, bewerkstelligen.

Anzumerken ist, dass aufgrund von Vorgaben des Bundes und der Europäischen Union in den Alterskategorien der entsprechenden Dokumentationssysteme Personen bis zum Alter von 19 Jahren erfasst werden. Die regionale Aufschlüsselung der Daten aus den Drogenberatungsstellen erfolgt im Zentralraum (mit den Bezirken Salzburg-Stadt, Salzburg-Umgebung, Hallein), die Region Pongau/Lungau (mit den Bezirken St. Johann im Pongau, Tamsweg) und die Region Pinzgau (Bezirk Zell am See) entsprechend den Standorten der Beratungsstellen.

 

Diese Daten stellen sich in den letzten zehn Jahren folgendermaßen dar:

 

Drogenberatungsstellen:

Jahr             Zentralraum            Pongau – Lungau       Pinzgau                  gesamt

2008                      76                         29                   14                      119

2009                      74                         23                   15                      112

2010                      72                         20                   24                      116

2011                      44                         11                   25                         80

2012                      57                           7                   13                        77

2013                      59                           8                   25                        92

2014                      65                         12                   13                        90

2015                      77                         19                   11                      107

2016                      76                         20                   11                      107

2017                      78                         19                     8                      105

 

SMG-Begutachtungen:

Jahr             S        S-U     HA      JO      TA      ZE                gesamt

2008            34      16        7      29        9        9                104

2009            48      34      14      22        1      12                131

2010            36      28        5      19        0      28                116

2011   aufgrund einer Umstellung des Dokumentationssystems nicht vollständig verfügbar

2012            46      19        7        8        0        8                  88

2013            34      16        8        7        0      10                  75

2014            31      24        4      13        0        9                  81

2015            37      23        5      14        1        8                  88

2016            45      45        0        7        0        2                  99

2017            52      31        2      20        5      20                130

 

Landesrätin Hutter:

 

Zu Frage 2: Welche Beratungsangebote werden von Seiten des Landes für Lehrer und Personen, die in der offenen bzw. verbandlichen Jugendarbeit tätig sind, zur Aufklärung von Kindern und Jugendlichen über Suchtmittel angeboten?

 

Auf der Homepage der Bildungsdirektion findet sich unter www.bildung-sbg.gv.at >

Service/KIS/ - SUCHTPRÄVENTION ein umfassendes Angebot und Informationen für Schulen zu:

 

  • sämtliche Workshops

  • weiterführendes Informationsmaterial

  • < >

    Programme und Projekte

  • sowie Netzwerkpartner

 

aufgelistet.

 

Eine genaue Auflistung befindet sich in der Beilage.

 

Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Schellhorn:

 

Zu Frage 2: Im Auftrag des Sozialressorts entwickelt und organisiert die Fachstelle Suchtprävention für den Bereich der verbandlichen und der offenen Jugendarbeit spezifische Angebote, die sich an die eigentliche Zielgruppe der Jugendlichen sowie an die Fachkräfte der offenen und verbandlichen Jugendarbeit und der Jugendsozialarbeit, einschließlich sozialpädagogischer Initiativen richten. Darüber hinaus gibt es bereichsübergreifende Angebote, die auch in der offenen und verbandlichen Jugendarbeit zur Verfügung stehen. Alle diese Angebote sind als Standardmaßnahmen abrufbar und als solche im „Angebotskatalog Suchtprävention Salzburg“ zusammengefasst.

Bei den Angeboten für die Jugendlichen selbst handelt es sich um den Jugendworkshop „AngeRAUSCHt“ zu den Themen Rausch, Risiko und Jugendschutz, um den Cannabis-Parcours „AusgeRAUCHt?“ für Jugendgruppen, um den „Klarsichtkoffer“, einen Mitmachparcour zur Tabak- und Alkoholprävention, um den „Pokerkoffer“, einen Infoworkshop zum Thema Glücksspiel und um das regionale Jugendprojekt „NachtRauschen“.

Für die Fachkräfte der offenen und verbandlichen Jugendarbeit und der Jugendsozialarbeit werden folgende Standardmaßnahmen angeboten: der Workshop „Sucht & Rausch“, das vertiefende Seminar „Ich will hier RAUSch!“, die „JUZ-Sprechblase“, eine Infoberatung zur Rausch, Risiko und Suchtberatung in konkreten Einzelfällen, „Motivational Interviewing“, Seminare zur motivierenden Gesprächsführung mit riskant konsumierenden Jugendlichen, der Workshop „Cannabis – harmlos oder höllisch?“ und der Workshop „Neue Drogen – new in town?“

Alle Angebote der Fachstelle Suchtprävention sind unter http://www.akzente.net/fileadmin/user_upload/akzente_Fachstelle_Suchtpraevention/Materialien_und_Downloads/Angebotskatalog/angebote-suchtpraev_akzente-2016.pdf abrufbar.

 

Landesrätin Hutter:

 

Zu Frage 3: Wie oft wurden die Drogen-Präventions-Workshops der Fachstelle Suchtprävention von akzente Salzburg in den letzten fünf Jahren von Einrichtungen und Schulen genutzt? Bitte um Aufschlüsselung pro Jahr.

 

An den Schulen finden sehr viele selbstwertstärkende/-bewusstseinsstärkende Workshops statt, die auch in den Bereich Suchtprävention fallen.

Eine Auflistung von in Anspruch genommenen Workshops, Projekten, Programmen … liegt dem Bildungsressort nicht vor bzw. wird seitens der Behörde hier keine Abfrage an den Schulen durchgeführt.

 

Zu Frage 4: Wie wird der „Tag der Aufklärung“ an Schulen beworben?

 

Der „Tag der Aufklärung“ wird über eine Aussendung an Salzburger Schulen im Bundesland beworben; informiert und eingeladen wurden im Vorjahr folgende Schultypen: AHS, BHS, BMS, PTS, NMS, HTL, HAK, Fachschulen.

 

 

 

Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Schellhorn:

 

Zu Frage 4: Der „Tag der Aufklärung“ wird über eine Aussendung an Salzburger Schulen im Bundesland beworben; informiert und eingeladen wurden im Vorjahr folgende Schultypen: AHS, BHS, BMS, PTS, NMS, HTL, HAK, Fachschulen.

 

Landesrätin Hutter:

 

Zu Frage 5: Wie oft wurde der Workshop „Alkohol, Rausch, Risiko & co“, der im Rahmen des „Tages der Aufklärung“ für Schulen angeboten wird, bereits abgehalten?

 

Der Workshop „Alkohol, Rausch, Risiko & co“ wurde von akzente Salzburg im Rahmen eines Pilotprojekts 2018 zwei Mal für je 20 Schülerinnen und Schüler durchgeführt.

Eine Evaluierung des Tages und des Workshops wurde von akzente Salzburg an das Referat 2/06 (Jugend, Generationen, Integration) im Amt der Salzburger Landesregierung übermittelt. Dem Bildungsressort liegen, aufgrund der fehlenden Zuständigkeit, keine weiteren und näheren Informationen vor.

 

Beide Regierungsmitglieder ersuchen das Hohe Haus um Kenntnisnahme dieser Anfragebeantwortung.

 

Salzburg, am 13. März 2019

 

Dr. Schellhorn eh.

Hutter eh.