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Nr. 180-BEA der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(2. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Beantwortung der Anfrage

 

der Abg. Dr.in Dollinger, Thöny MBA und Mösl MA an die Landesregierung (Nr. 180-ANF der

Beilagen) – ressortzuständige Beantwortung durch Landeshauptmann-Stellvertreter

Dr. Schellhorn – betreffend die Publikationen der Salzburger Volkskultur

 

 

Hohes Haus!

 

Zur Beantwortung der Anfrage der Abg. Dr.in Dollinger, Thöny MBA und Mösl MA betreffend die Publikationen der Salzburger Volkskultur vom 30. Jänner 2019 erlaube ich mir, Folgendes zu berichten:

 

Einleitend möchte ich zum besseren Verständnis die Strukturen der Salzburger Volkskultur erläutern:

 

Das Forum Salzburger Volkskultur ist die Dachorganisation der sieben Landesverbände (ARGE Volkstanz Salzburg, Chorverband Salzburg, Salzburger Blasmusikverband, Salzburger Heimatvereine, Salzburger Museen & Sammlungen, Salzburger Schützen, Salzburger Volksliedwerk), bei dem auch die fachlichen den volkskulturellen Landesverbänden zugeordneten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beschäftigt sind. Die Landesverbände sind eigenständige Vereine und werden von ehrenamtlichen Personen geführt.

 

  • Das Forum Salzburger Volkskultur ist Servicestelle für alle volkskulturell Interessierten im Land Salzburg und ist die Geschäftsstelle der volkskulturellen Landesverbände

  • Rund sind über die Landesverbände im Forum Salzburger Volkskultur organisiert und prägen die kulturellen Gemeinschaften in Stadt und Land Salzburg. Es werden viele Veranstaltungen und Initiativen für ein Miteinander mit anderen Volkskulturen, bei uns und anderswo organisiert.

  • Die volkskulturellen Vereine begleiten durch ihre Musik, Gesang, Trachten, Bräuche und Präsenz die weltlichen und kirchlichen Feste im Jahreskreis und sind ein angesehener und geschätzter Teil des kulturellen Lebens in den Salzburger Gemeinden.

  • Zur Aus- und Weiterbildung in allen Bereichen der Volkskultur werden rund 150 Weiterbildungsveranstaltungen mit rund 3.000 Teilnehmenden pro Jahr organisiert.

  • Die zentrale Fachbibliothek Salzburger Volkskultur mit rund 8.000 Büchern und 1.000 Zeitschriftenjahrgängen gibt wichtige Nachschlagwerke in die vielfältigen volkskulturellen Themen.

  • Die Herausgabe von Publikationen wie z. B. die Zeitschrift der Salzburger Volkskultur, Dokumentationen zur vielfältigen Brauchlandschaft sowie die Aufarbeitung von Feldforschungen sind wichtige Werke der Vermittlung von Wissen, Dokumentation und Weitergabe an nächste Generationen.

 

Zu Frage 1: Welche Ausgaben wurden im Rahmen der Volkskultur seit 2013 für analoge Folder, Informationsschreiben, Bildbände, Kalender und andere Publikationen getätigt? (Es wird um Auflistung je Medium, Stückzahl, Adressatenkreis und Kosten pro Jahr und Gesamtkosten für das Land ersucht.)

 

Die Gesamtkosten für sämtliche Druckwerke der volkskulturellen Landesverbände (mit Ausnahme des Salzburger Blasmusikverbandes) und des Referates 2/03 im Bereich der Volkskultur beliefen sich in den Jahren 2013 bis 2018 auf € 450.143,28.

Die gewünschte Detaildarstellung ist der Beilage „Publikationen Volkskultur“ zu entnehmen.

 

Zu Frage 2: Welche weiteren personellen oder sachlichen Ausgaben (z. B. Fotoerstellung, Redaktion etc.) fielen für diese Veröffentlichungen seit 2013 intern und extern an? (Es wird um Auflistung je Medium und Kosten pro Jahr ersucht.)

 

Die jährliche Dienstleistung, die das Land Salzburg für das Forum Salzburger Volkskultur als A-Kunde durch die Landesamtsdirektion übernimmt, ist mit € 75.000,--/Jahr gedeckelt (siehe Schreiben zu Zahl 20002-A/62/144-2014). Darin enthalten sind alle Dienstleistungsbereiche der Landesamtsdirektion wie EDV-Infrastruktur, Telefonie, Hausdruckerei, Grafik, Poststelle, Materialverwaltung, Organisationsberatung. Der Anteil für Druck- und Graphikkosten ist dabei jährlich sinkend (von knapp € 25.000,-- im Jahr 2013 auf voraussichtlich unter € 20.000,-- im Jahr 2018), obwohl die Anzahl der Mitglieder gestiegen ist und das Angebot an Kursen, Aus- und Weiterbildungen in den einzelnen Landesverbänden aufgrund der steigenden Nachfrage ausgebaut wurde. Derart übernommene Kosten sind in der Beilage in der Spalte „Finanziert“ mit „Land Salzburg/interne LV“ gekennzeichnet.

 

Die personellen und sachlichen Ausgaben werden über die Jahresarbeit des Forums Salzburger Volkskultur und/oder der volkskulturellen Landesverbände abgewickelt, wobei alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der sieben volkskulturellen Landesverbände im Forum Salzburger Volkskultur angestellt sind und die Personalkosten anteilig über Fördergelder finanziert werden. Die Arbeit an Publikationen etc. ist in der Beilage mit „internes Verbandspersonal“ in der Spalte Redaktionskosten vermerkt. Eine Berechnung der Personalkosten für diese Tätigkeiten wird nicht vorgenommen.

 

Zu Frage 3: Gibt es Finanzierungspartner für diese unter Punkt 1. und 2. genannten Kosten?

 

Zu Frage 3.1.: Wenn ja, welche und wie viel tragen sie jährlich seit 2013 bei?

 

Die Finanzierungspartner sind in der Beilage vermerkt.

Zu Frage 3.2.: Wenn nein, warum nicht?

 

Siehe Antwort zu den Fragen 3 und 3.1.

 

Zu Frage 4: Welche weiteren Gelder fließen für welche Publikationsprodukte in Form von Förderung seit 2013? (Es wird um Auflistung nach Förderung gesamt, Förderhöhe für die Institution und Jahr ersucht.)

 

Die weiteren Förderungen sind in der Beilage in der Spalte Landesförderung aufgelistet.

 

Zu Frage 5: Haben Sie vor, zumindest Teile davon künftig nur mehr digital zu verbreiten?

 

Die einzelnen Landesverbände und das Forum Salzburger Volkskultur stellen hier laufend Überlegungen an und verbreiten auch bereits jetzt Informationen auf digitalem Weg. In einem idealen Marketingmix für die Mitglieder und interessierten Zielgruppen wird es auch in Zukunft eine Mischung aus analogen und digitalen Produkten brauchen.

 

Die Homepage www.salzburgervolkskultur.at mit über 1.000 Seiten ist das zentrale Medium zur breiten Information vom Veranstaltungskalender bis hin zu Wissenswerten aus allen Bereichen der Volkskultur. Durch die Homepage/Mitgliederverwaltung und die Information der Mitglieder durch die Newsletter konnten in den letzten fünf Jahre hunderte Druckwerke eingespart werden.

 

Mit der zentralen Mitglieder- und Vereinsverwaltung der Salzburger Volkskultur wird allen Vereinen ein Mitgliederverwaltungstool zur Verfügung gestellt, welche seit der Inbetriebnahme im Jahr 2016 die online-Anmeldung zu den Weiterbildungen und Veranstaltungen über die Homepage ermöglicht – es gibt keine analogen Anmeldeformulare mehr. Weiters werden jährlich hunderte Ehrungsanträge nur mehr digital abgearbeitet. Der analoge Museumsführer wurde vom digitalen Salzburger Museumsportal abgelöst.

 

Die Zeitschrift der Salzburger Volkskultur als begehrtes und wichtiges Nachschlagewerk für Mitglieder, Interessierte und viele Bibliotheken in ganz Österreich und Bayern lässt sich durch kein digitales Medium ersetzen. Genauso ist es unbedingt notwendig die Mitgliedsvereine, Einzelmitglieder, Freunde und Förderer jährlich mit dem Weiterbildungskalender, Weiterbildungsprogrammen und Informationsfoldern als Nachschlagewerke über das Geschehen und die vielen Weiterbildungen und Veranstaltungen zu informieren.

 

Zu Frage 6: Haben Sie vor, Teile davon in kleinerem Umfang bzw. gekürzt heraus zu bringen?

 

Siehe Beantwortung der Frage 5.

 

Zu Frage 7: Haben Sie vor, Finanzierungspartner zu suchen?

 

Es werden bereits jetzt laufend Finanzierungspartner gesucht und dies wird auch fortgesetzt. In der Beilage sind bestehende Partnerorganisationen in den Spalten Finanziert bzw. Partner auch angeführt.

 

Zu Frage 7.1.: Wenn ja, welche?

 

Siehe Beantwortung der Frage 7.

 

Zu Frage 8: Teilweise sind Preisangaben auf den Veröffentlichungen zu finden. Welche Einnahmen konnten durch den Verkauf seit 2013 erzielt werden? (Es wird um Auflistung je Medium, Stückzahl und Einnahmen pro Jahr ersucht.)

 

Verkaufspreise sind in der Beilage angeführt. Eine Detailaufstellung zu den Einnahmen aus Verkauf liegt mir nicht vor.

 

Ich ersuche das Hohe Haus um Kenntnisnahme dieser Anfragebeantwortung.

 

 

Salzburg, am 13. März 2019

 

Dr. Schellhorn eh.