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Nr. 192-BEA der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(2. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Beantwortung der Anfrage

 

der Abg. Klubvorsitzenden Steidl und Thöny MBA an die Landesregierung (Nr. 192-ANF

der Beilagen) – ressortzuständige Beantwortung durch Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Stöckl – betreffend die Schulen für Sozialbetreuungsberufe der Caritas und

Diakonie (SOB-Schulen)

 

 

Hohes Haus!

 

Zur Beantwortung der Anfrage der Abg. Klubvorsitzenden Steidl und Thöny MBA betreffend die Schulen für Sozialbetreuungsberufe der Caritas und Diakonie (SOB-Schulen) vom 7. Februar 2019 erlaube ich mir, Folgendes zu berichten:

 

Zu Frage 1: Werden mit den zusätzlichen Mitteln in der Höhe von je € 200.000,-- an den Schulen der Caritas und der Diakonie zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen?

 

Ja, an den genannten Schulen werden zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen.

 

Zu Frage 1.1.: Wenn ja, wie viele und für welche Berufsbilder? (Es wird um Auflistung der Anzahl zusätzlicher Plätze pro Berufsbild ersucht.)

 

Die Caritas bietet 52 neue Ausbildungsplätze für Pflegeassistenz. Davon können 39 mit Fachsozialbetreuung Altenarbeit, 26 mit Familienarbeit und 13 mit Behindertenarbeit kombiniert werden.

 

Die Diakonie plant aktuell eine Zusatzklasse (Fach-Sozialbetreuer Altenarbeit inklusive Pflegeassistenz) mit rund 25 Plätzen.

 

Zu Frage 2: Wie erfolgt die angesprochene „bedarfsorientierte Steuerung der Ausbildungsschwerpunkte“ und welches Gremium entscheidet darüber?

 

Um die Langzeitpflege in den Seniorenwohnhäusern und die mobilen Dienste abzusichern braucht es mehr Pflegeassistentinnen und Pflegeassistenten. Die Caritas und die Diakonie sehen die (dankenswerte) Kostenübernahme des Schulgeldes durch das Gesundheitsressort des Landes als Steuerungsinstrument an. Damit fördert das Gesundheitsressort künftig die Sozialbetreuungsberufe auf Fach- und Diplomebene bzw. Pflegeassistenz im Land.

 

 

Zu Frage 3: Wie erfolgt die gemeinsame Bewerbung der Gesundheits-, Pflege- und Sozialberufe als attraktive Berufe?

 

In der Plattform Pflege und Betreuung widmet sich die Arbeitsgruppe Marketing (geleitet von Mag. Pichler/BFI) aktuell diesem Thema.

 

Zu Frage 3.1.: Wie viele Mittel sind dafür reserviert?

 

Die Klärung des Budgetrahmens soll bis April 2019 erfolgen.

 

Zu Frage 3.2.: Wird die gemeinsame Bewerbung von einer externen Agentur entworfen und betreut?

 

Siehe Beantwortung der Frage 3.

 

Zu Frage 3.3.: Wer übernimmt die Bewerbung?

 

Siehe Beantwortung der Frage 3.

 

Laut Caritas und Diakonie werden schulspezifische Werbemaßnahmen von den Trägern Caritas und Diakonie konzipiert und verantwortet.

 

Zu Frage 3.4.: Wie wird die Bewerbung durchgeführt?

 

Siehe Beantwortung der Frage 3.

 

Was die schulspezifischen Werbemaßnahmen angeht, haben Caritas und Diakonie einen Auszug der Aktivitäten übermittelt: Besuche von mittleren und höheren Schulen, Schaltung von Inseraten, Teilnahme an Berufsmessen, Aussendungen via Newsletter usw., Beratungen und Tage der offenen Tür, Arbeit mit Multiplikatoren wie AMS, Stiftungen, Beratungsstellen, Jugendcoaching, Social Media usw.

 

Zu Frage 4: Wie erfolgt die Vorsorge für die Ausbildungskapazitäten und in welcher Höhe?

 

Der Bedarf an Ausbildungsplätzen an den SOB-Schulen wird von Caritas und Diakonie jeweils im März mit der Bildungsdirektion für Salzburg kommuniziert. Angefragte Kontingente von Einrichtungen der Langzeitpflege werden dabei berücksichtigt.

 

Zu Frage 5: Wo sind die bedarfsorientierten regionalen Ausbildungsplätze in den Bezirken angesiedelt und wie viele Ausbildungsplätze gibt es in den Bezirken? (Es wird um Auflistung nach Standort, Bezirk, Anzahl der Ausbildungsplätze und jeweiligem Berufsbild ersucht.)

 

Die Caritas betreibt einen Standort in der Stadt Salzburg. Eine dislozierte Klasse wird eventuell in Schwarzach angestrebt, sofern die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen steigt.

 

Die Diakonie führt seit 25 Jahren eine Schule in Salzburg-Aigen und lagert Seminare nach Puch-Urstein und zum Teil auch nach Zell am See aus. Darüber hinaus plant die Diakonie ab kommenden Schuljahr eine Fachsozialbetreuung-Altenarbeit-Ausbildung für Personen ab 17 Jahren in Henndorf.

 

An der SOB Saalfelden wird ab September 2019 die Ausbildung zum Fachsozialbetreuer/Altenarbeit erstmals auch in Tagesform – also nicht berufsbegleitend – angeboten. Aufnahmebedingung ist, dass die Schülerinnen und Schüler 17 Jahre alt sind (Jahrgang 2002 und älter). Am Ende der viersemestrigen Ausbildung verfügen die Absolventinnen und Absolventen über die notwendigen Qualifikationen in den Bereichen Pflegeassistenz, Fachsozialbetreuung und haben zudem die Zusatzqualifikation Demenzbegleitung erworben. Die Ausbildung kommt bei einer Mindestzahl von 20 Schülerinnen und Schülern zustande.

 

Zu Frage 6: Welche Zielquantifizierung gibt es für die Sicherstellung der qualifizierten Ausbildung von einer ausreichenden und bedarfsgerechten Anzahl an Mitarbeiterinnen und Mitar-beiter im Bereich der Langzeitpflege, Behindertenarbeit und mobilen Pflege?

 

In der Plattform Pflege und Betreuung widmet sich eine von Landesstatistiker Dr. Filipp geleitete Arbeitsgruppe mit dieser Thematik und erarbeitet quantifizierbare Daten.

 

Ich ersuche das Hohe Haus um Kenntnisnahme dieser Anfragebeantwortung.

 

 

Salzburg, am 22. März 2019

 

Dr. Stöckl eh.