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Nr. 310 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(2. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Antrag

 

der Abg. Ing. Wallner, Bartel und Klubobfrau Mag.a Gutschi betreffend Maßnahmen zur

Erhöhung der Anzahl der Medizinstudentinnen und Medizinstudenten an österreichischen

Universitäten

 

 

Wie Absolventenstatistiken der medizinischen Universitäten zeigen, haben sich die Absolventenzahlen ausgehend von einer Spitze von rund 1800 Absolventinnen und Absolventen in den Jahren 2008 bis 2012 um rund ein Drittel auf 1200 reduziert. Mit einem Verzögerungseffekt durch die postpromotionelle Ausbildung von drei bis sechs Jahren (je nach Art der Ausbildung) reduziert sich dadurch der Zustrom junger Ärztinnen und Ärzte auf den Arbeitsmarkt. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Jungmedizinerinnen und Jungmediziner nach Abschluss ihres Studiums ins Ausland gehen bzw. in der Pharmaindustrie Fuß fassen. Die Spezialisierungen in der Medizin sowie der Wunsch der jungen Ärztinnen und Ärzte nach Teilzeitarbeitsmöglichkeiten bzw. Work-Life-Balance verstärkt ebenfalls den Ärztemangel, vor allem im niedergelassenen Bereich.  Ausgehend von einer zwar im europaweiten Vergleich hohen Ärztedichte in Österreich hat das zur Folge, dass Absolventinnen und Absolventen eines Medizinstudiums mehr Wahlmöglichkeiten für ihre berufliche Tätigkeit haben.  In einzelnen Bereichen, wie   insbesondere bei Krankenhäusern in peripheren Gebieten, bei Sonderfächern wie Kinder- und Jugendpsychiatrie, aber auch in der Allgemeinmedizin mit traditioneller Organisationsform, bei Kinder- und Jugendfachärztinnen und -ärzten, Sprengelärztinnen und -ärzten, Schulärztinnen und -ärzten oder Notärztinnen und -ärzten wird es immer schwieriger, ärztliches Personal zu finden. 

Bemühungen, die Anzahl der Medizinstudenten wieder zu erhöhen, sind notwendig.  Darüberhinaus sollten bei den Aufnahmekriterien für das Medizinstudium auch die sozialen Kompetenzen künftig eine gewichtigere Rolle spielen.

 

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten den

 

Antrag,

 

der Salzburger Landtag wolle beschließen:

 

1. Die Landesregierung wird ersucht, an die Bundesregierung mit der Forderung heranzutreten, Maßnahmen zu setzen, um die Anzahl der Medizinstudentinnen und Medizinstudenten deutlich zu erhöhen und die dafür notwendige Infrastruktur an den österreichischen Universitäten zur Verfügung zu stellen.

 

2. Dieser Antrag wird dem Sozial-, Gesellschafts- und Gesundheitsausschuss zur weiteren Beratung, Berichterstattung und Antragstellung zugewiesen.

 

 

Salzburg, am 10. April 2019

 

Ing. Wallner eh.

Bartel eh.

Mag.a Gutschi eh.