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Nr. 326 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(2. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Antrag

 

der Abg. Klubobmann Egger MBA, Zweiter Präsident Dr. Huber und Weitgasser betreffend

Vehicle to Grid

 

 

Im Durchschnitt steht ein Elektroauto 23 Stunden des Tages still. Zeit, die besser genutzt werden könnte, indem das Auto als temporärer Batteriespeicher einspringt. Es wäre sinnvoll, wenn die in einer Fahrzeugbatterie gespeicherte Energie zu Zeiten erhöhten Energiebedarfs wieder ans Stromnetz zurückgegeben werden könnte. Die Nutzer der Fahrzeuge hätten dadurch keinen Nachteil, sondern könnten sogar die Anschaffungs- und Haltungskosten für Ihr Elektroauto senken.

 

Ein Beispiel für den Anwendungsbereich von Vehicle-to-Grid:

Windräder, die tagelang stillstehen, sind heute in vielen Teilen Europas kein seltener Anblick. Das liegt keineswegs daran, dass nicht genug Wind weht. Im Gegenteil: Windräder werden zwangsabgeschaltet, wenn sie mehr Energie produzieren, als das Stromnetz aufnehmen kann. Ein Einsatzfeld für V2G-Technologie: die Stromüberproduktion auffangen. Die Speicherkapazität wächst mit der Zahl von Elektroautos, die in den Vehicle-to-Grid Schwarm eingebunden sind. Erneuerbare Energien können dadurch besser genutzt werden.

Viele weitere Bereiche sind denkbar.

 

Die V2G-Technik könnte dazu beitragen, den Verkehrssektor zu dekarbonisieren, Laststeuerungsaufgaben wahrzunehmen, die Integration erneuerbarer Energien zu verbessern sowie eine zusätzliche Einnahmequelle für Energieversorgungsunternehmen und Besitzer von Elektroautos zu bilden. Die V2G-Technik kann damit eine ähnliche Funktion erfüllen wie Batterie-Speicherkraftwerke und Solarbatterien. Für eine effiziente Anwendung ist allerdings eine ausreichend hohe Zahl von Fahrzeugen mit Elektrospeichern und von öffentlichen oder privaten Anschlussstellen erforderlich.

 

Salzburg ist bereits Smart Grids Pionier-und Modellregion.

 

Das integrierte Salzburger Gesamtkonzept basiert auf wissenschaftlichen Vorarbeiten, die sich mit der technischen Machbarkeit und den ökonomischen und ökologischen Auswirkungen von Smart Grids auseinandergesetzt haben und zielt auf eine komfortable, intelligente, ressourcenschonende und integrierte Infrastruktur ab. Um die bestmögliche Realisierung von Smart Grids in der Modellregion zu erreichen wurde eine Strategie entwickelt, die sich über die Felder Politik, Netzausbau/-planung und Netzbetrieb bzw. Kundenlösungen erstreckt. Hierfür werden Leuchtturm-Anlagen errichtet, anhand derer der integrierte Ansatz sichtbar und nachvollziehbar gemacht werden kann.

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten den

 

Antrag,

 

der Salzburger Landtag wolle beschließen:

 

  1. Die Landesregierung wird ersucht, die gesetzten V2G-Initiativen weiter voranzutreiben, zu intensiveren und bei landesnahen Organisationen und Unternehmen weitere Pilotprojekte zu starten.

     

  2. Die Landesregierung wird ersucht, sich bei der Bundesregierung fürbessere steuerrechtliche und bürokratische Rahmenbedingungen für V2G einzusetzen undNetzgebühren sowie Steuern und Abgaben auf allen Netzebenen für Speichertätigkeiten fallen zu lassen.

     

  3. Dieser Antrag wird dem Ausschuss für Infrastruktur, Mobilität, Wohnen und Raumordnungzur weiteren Beratung, Berichterstattung und Antragstellung

     

                                              

Salzburg, am 10. April 2019

 

Egger MBA eh.

Dr. Huber eh.

Weitgasser eh.