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Nr. 232-ANF der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(2. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Anfrage

 

der Abg. Hofrat Prof. Dr. Schöchl, Huber und Ing. Sampl an Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Schellhorn betreffend die Förderungen im Bereich des Salzburger Amateurtheaterverbands

 

 

Über hundert Theatergruppen aus dem gesamten Land Salzburg sind im Salzburger Amateurtheaterverband zusammengeschlossen.

 

Alle diese Gruppen haben einen wesentlichen Anteil an der kulturellen Szene im Land und stellen eine großartige Bereicherung des Kulturangebotes, insbesondere in den ländlichen Regionen, dar. Mit jährlich etwa 140 Theaterproduktionen erfreuen 3500 Mitwirkende ca. 150.000 Besucherinnen und Besucher.

 

Der als Verein organisierte Salzburger Amateurtheaterverband hat ganz wesentliche Aufgaben, wie etwa die Organisation von Haftpflichtversicherungen oder der AKM-Befreiung. Vom Verband wird auch die Beratung bei der Stückauswahl, die Vermittlung von Referenten oder die Mitwirkung bei Gastspielen im In-und Ausland angeboten.

Außerdem erfolgt der kostenlose Verleih von Beleuchtungs- und Effektgeräten, Theatertexten, Kostümen oder Kulissenmaterialien durch den Verband.

 

Auch die Förderung der einzelnen Produktionen in den verschiedenen Förderschienen (Regie, Coaching, Kinder- und Jugendtheater) mit Mitteln des Landes erfolgte seit vielen Jahren in Selbstverwaltung durch den Salzburger Amateurtheaterverband. Diese bewährte Praxis wurde nun anscheinend geändert, und es kommt zu einer direkten Auszahlung durch die Kulturabteilung an die einzelnen Theatergruppen.

 

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten die

 

Anfrage:

 

  1. Wieso wurde der über Jahrzehnte übliche Modus bei der Vergabe der Förderungen für Produktionen an die einzelnen Theatergruppen vom Salzburger Amateurtheaterverband direkt hin zum Land verlagert?

 

  1. Mit dem Programm „Amator“ wurde das bisherige System, das einen wesentlichen allgemeinen Bildungsauftrag für ländliche Kinder-/Jugend- und Erwachsenengruppen erfüllt hat, auf ein reines Projektfördersystem umgestellt, mit welcher Begründung?

 

  1. Wie hoch ist der damit verbundene Mehraufwand für das Land Salzburg in personeller und finanzieller Hinsicht?

 

  1. Entspricht diese neue Vorgangsweise dem Ziel der Landesregierung, möglichst Schritte zur Deregulierung zu setzten?

 

  1. Wie werden sich die Höhen der Förderungen für die einzelnen Stücke verändern und kommt es zu einer Vergrößerung des dafür zur Verfügung stehenden Budgets?

 

  1. Welche Schwerpunkte bei der Auswahl der Förderungen für die Stücke sollen nun gesetzt werden und wie unterscheiden sich diese von den bisher durch den Amateurtheaterverband selbst vergebenen Förderungen. Warum ist eine Förderung nur mehr alle zwei Jahre möglich?

 

  1. Wie bzw. nach welchen Kriterien wird gemäß den Förderrichtlinien des Landesprogrammes „Amator“ der Innovationscharakter einer Produktion festgelegt und überprüft?

 

  1. Das Programm „Amator“ ist mit der Förderung von Freien Gruppen, bei denen auch Spielergagen ausgebezahlt werden, vergleichbar. Ist es überhaupt möglich die Leistungen von Amateurtheatergruppen, die vorrangig ehrenamtlich erbracht werden, wirtschaftlich abzubilden und die Förderwürdigkeit gemäß wirtschaftlichen Gesichtspunkten festzulegen?

 

                            

Salzburg, am 10. April 2019

 

HR Prof. Dr. Schöchl eh.

Huber eh.

Ing. Sampl eh.