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Nr. 387 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(2. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Antrag

 

der Abg. Klubvorsitzenden Steidl, Mösl MA und Thöny MBA betreffend die Unterstützung für Kinder und Jugendliche bei Mobbing an Schulen

 

 

Am 30. Jänner 2019 hat der Landtag in seinem Beschluss die Salzburger Landesregierung ersucht zu prüfen, wie Mobbing und Gewalt an Schulen durch eine bessere bedarfsorientierte Versorgung durch Sozialarbeiter noch effektiver angegangen werden können und wie viel Bedarf für einen Ausbau an den Salzburger Schulen herrscht. Die Landesregierung wurde weiters ersucht, dem Landtag bis 30. Juni 2019 einen Bericht über die Prüfung zukommen zu lassen. Darüber hinaus wurde die Landesregierung ersucht, die psychosoziale Versorgung an Schulen sukzessive und die Schulsozialarbeit datenorientiert schrittweise auszubauen, mit dem Fokus auf jene Schulen, wo Bedarf besteht bzw. bereits Bedarf gemeldet wurde.

 

Dieser Beschluss und vor allem seine Umsetzung ist ein wichtiger Schritt der Unterstützung für die Salzburger Schulen. Die Arbeit von Schulsozialarbeiterinnen und -arbeitern, Schulpsychologinnen und -psychologen, Beratungslehrerinnen und -lehrern oder Institutionen wie KIS und Friedensbüro ist an den Schulen unverzichtbar. Gewaltschutz-Expertinnen und -Experten, die in diesem schulischen Kontext arbeiten, bestätigen jedoch, dass die Kontaktaufnahme bei den vorhandenen Angeboten fast ausschließlich über Schulleiterinnen und Schulleiter sowie Pädagoginnen und Pädagogen erfolgt. Von (Cyber-)Mobbing betroffene Schülerinnen und Schüler melden sich aus verschiedenen Gründen (Scham, Angst etc.) nicht in der Schule und bleiben mit ihren Ängsten und psychischen Schmerzen oft alleine bzw. leiden im „Stillen“.

 

In Oberösterreich fungiert die Kija auch als Anlaufstelle für Mobbing und Gewaltopfer, in deren Zentrum der Arbeit die Kinder und Jugendlichen stehen. Auch Erwachsene (Lehrer, Schulleiter, Eltern) können sich an die Kija OÖ wenden. Das Beratungsangebot steht Kindern und Jugendlichen und Erwachsenen kostenlos zur Verfügung. Vor allem betroffene Kinder und Jugendliche erhalten kostenlose Unterstützung wie Psychotherapie. Dazu wurde die Kija Oberösterreich mit personellen Ressourcen ausgestattet und verfügt daher über interdisziplinäre Teams, die auf das Thema (Cyber-)Mobbing spezialisiert sind.

 

In Salzburg gibt es derzeit für von (Cyber-)Mobbing Betroffene keine spezielle außerschulische Anlaufstelle, an die sie sich wenden können. Die Kinder- und Jugendanwaltschaft (Kija) Salzburg als Anlaufstelle für alle Kinder und Jugendlichen im Bundesland Salzburg hat schon bisher Anfragen von Schülerinnen und Schülern in Zusammenhang mit Mobbing bearbeitet und verfügt daher über eine entsprechende Expertise. Der steigenden Nachfrage kann nicht ausreichend nachgekommen werden. Es fehlt an einer systematischen Bearbeitung. Um diese Lücke zu schließen, braucht es im bestehenden Angebotsnetzwerk einen niederschwelligen Zugang außerhalb der Schule, der Kindern und Jugendlichen auch bekannt ist. Es fehlt bei allen Bemühungen im Bundesland Salzburg eine parteiliche anwaltschaftliche Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche als sinnvolle schulexterne Ergänzung.

 

In diesem Zusammenhang stellen die unterzeichneten Abgeordneten den

 

Antrag,

 

der Salzburger Landtag wolle beschließen:

 

  1. Die Landesregierung wird aufgefordert, in der Kija Salzburg eine außerschulische Anlaufstelle für von (Cyber-)Mobbing betroffene Kinder und Jugendliche einzurichten und diese Stelle mit den notwendigen personellen und finanziellen Ressourcen auszustatten,

 

  1. diese Anlaufstelle als Koordinationsstelle für (Cyber-)Mobbingfälle für Schulen zu etablieren und

 

  1. die Möglichkeit und den Bedarf für mobile Krisenteams für Kinder und Jugendliche im Bundesland Salzburg zu prüfen und dem Landtag bis 1. September 2019 zu berichten.

 

  1. Dieser Antrag wird dem Sozial-, Gesellschafts- und Gesundheitsausschuss zur weiteren Beratung, Berichterstattung und Antragstellung zugewiesen.

 

 

Salzburg, am 5. Juni 2019

 

Steidl eh.

Mösl MA eh.

Thöny MBA eh.