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Nr. 340 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(2. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Bericht

 

des Bildungs-, Sport- und Kulturausschusses zum Antrag der Abg. Obermoser, Schernthaner und HR Dr. Schöchl (Nr. 153 der Beilagen) betreffend Revitalisierung Festung Kniepass

 

 

Der Bildungs-, Sport- und Kulturausschuss hat sich in der Sitzung vom 8. Mai 2019 mit dem Antrag befasst.

 

Berichterstatter Abg. Obermoser führt aus, dass sich die Festung Kniepass im Saalachtal des Pinzgaus in der Gemeinde Unken seit 1981 im Besitz des Landes Salzburg befinde. Die Verwaltung der historisch sehr bedeutsamen Festungsanlage, die unter Fürsterzbischof Paris Lodron errichtet worden sei, werde zukünftig durch die Salzburger Burgen- und Schlösserbetriebsführung erfolgen. Die letzten größeren Sanierungsarbeiten in der Festungsanlage gingen auf die 1980er Jahre zurück. Ein sehr umtriebiger Museumsverein habe sich danach um die Entwicklung gekümmert, ein Museum eingerichtet und Fundstücke aus dem unteren Saalachtal ausgestellt. Eine umfassende Revitalisierung im Sinne einer touristischen und kulturellen Nutzung solle einen ganzjährigen Besuch ermöglichen und zusätzliche Besucherinnen und Besucher anziehen. Abg. Obermoser ersucht den Experten um Auskunft zum aktuellen Planungsstand und um Zustimmung zum Antrag.

 

Abg. Thöny MBA meint, dass der Antrag in eine gute Richtung gehe. Ihrer Meinung nach sei der Antrag aus Dezember 2018 in der Zwischenzeit in einigen Punkten überholt. In einem SN-Interview habe der Unkener Bürgermeister von einem Architektur-Wettbewerb gesprochen, der mit Ende April abgeschlossen sein sollte. Das Leuchtturmprojekt würde auf mehreren Säulen basieren und die Bereiche Kultur, Kulinarik, Spaß und Events abdecken. Für die Adaptierung unter denkmalschutzrechtlichen Gesichtspunkten seien € 5,5 Mio. eingeplant. Abg. Thöny MBA erkundigt sich nach dem aktuellen Stand des Projektes.

 

Abg. Heilig-Hofbauer BA kündigt Zustimmung zum Antrag an.

 

Abg. Berger erkundigt sich zum Planungs- und Projektierungsstand und zum Ergebnis der Jurysitzung.

 

Klubobmann Abg. Egger MBA freut sich über die geplante Revitalisierung und kündigt Zustimmung zum Antrag an. Er finde es gut, wenn neue Anziehungspunkte geschaffen würden, ihn interessiere der Stand der Planung, das Konzept sowie die Kosten.

 

 

Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Stöckl sagt, dass im Budget € 300.000,-- für Planungsleistungen vorgesehen seien. Die Finanzierung der geschätzten Gesamtkosten für das Projekt in Höhe von ca. € 5,5 Mio. erfolge zum Teil über das Budget für Burgen und Schlösser. Aufgrund der Wichtigkeit für die Gemeinden gebe es eine Zusage für eine Unterstützung aus dem Gemeinde-Ausgleichsfonds. Man werde sich bemühen, in zukünftigen Budgets entsprechende Summen vorzusehen. Durch die Revitalisierung der Burg Mauterndorf sei der Tourismus entsprechend angefacht worden und könne sich Mauterndorf mittlerweile selbst erhalten. Man hoffe, dass sich dieser Effekt bei der Festung Kniepass auch irgendwann einstelle.

 

Mag. Brunner MIM (Salzburger Burgen- und Schlösserbetriebsführung) berichtet über den aktuellen Stand des Projektes. Es habe einen zweistufigen, EU-weiten Architekturwettbewerb gegeben. Von den im ersten Schritt angetretenen 35 Architektinnen und Architekten seien sieben aufgrund ihrer Erfahrungen und Referenzen zum Wettbewerb zugelassen worden. Diese hätten Projekte ausgearbeitet. Letzte Woche sei Abgabeschluss gewesen und habe eine Jurysitzung unter Fach- und Sachexperten stattgefunden, bei der ein Architekturbüro als Sieger definiert worden sei, mit dem man nun in Verhandlungen treten möchte. Der Name werde erst nach Ausverhandlung des Vertrages veröffentlicht. Es sei geplant, 2019 in architektonischer Hinsicht weiter zu arbeiten und im Idealfall die Genehmigungen zu erlangen. Im Wesentlichen betreffe das Projekt einen Neubau an der Straße im Bereich der alten Raststätte. Dort solle mit relativ markanter Architektur ein neues Gebäude entstehen, das sowohl die Funktion einer Raststätte als auch eines Besucherzentrums habe und als Informationsstelle für den Tourismusverband dienen werde. Man rechne damit, dass das Projekt im Herbst 2020 fertiggestellt werden könne. Salzburgs längste und höchste Trockenrutsche werde durch einen privaten Unternehmer betrieben, der dafür ca. € 700.000,--investiere. Man wolle gemeinsam mit dem Agrarmarketing ein zeitgemäßes, alpines Gastronomiekonzept verwirklichen und sei derzeit auf Pächtersuche für den Gastronomiebetrieb. Das Projekt solle ein Leuchtturmprojekt werden. Die Festung Kniepass gehöre derzeit offiziell noch nicht zur Burgen- und Schlösserbetriebsführung, solle aber in Kürze mittels Regierungsbeschlusses in deren Zuständigkeit übertragen werden. Die Vermarktung und der Betrieb solle so wie zB in Werfen und Mauterndorf behandelt werden. Ergänzend zu den von den Abgeordneten aufgeworfenen Fragen führt Mag. Brunner MIM aus, dass das Projekt auf den drei Säulen Gastronomie, Erlebnis mit Riesenrutsche und Ausstellung beruhe. Die Festung Kniepass und das Thema Grenze sollten im Vordergrund stehen. Auch Veranstaltungen wie zB Konzerte sollten weiterhin möglich sein. Die Rutsche werde unterhalb des Bühnenpodestes starten. Auftrag an die Architekten sei, die Rutsche harmonisch in das Gesamtgefüge einzubauen.

 

Der Bildungs-, Sport- und Kulturausschuss stellt einstimmig den

 

 

Antrag,

 

der Salzburger Landtag wolle beschließen:

 

Die Landesregierung wird ersucht, weitere Maßnahmen zur Revitalisierung der Festung Kniepass zu setzen.

 

 

Salzburg, am 8. Mai 2019

 

Der Vorsitzende:

Mag. Zallinger eh.

 

Der Berichterstatter:

Obermoser eh.

 

Beschluss des Salzburger Landtages vom 5. Juni 2019:

Der Antrag wurde einstimmig zum Beschluss erhoben.