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Nr. 347 der Beilagen zum stenographischen Protokoll des Salzburger Landtages
(2. Session der 16. Gesetzgebungsperiode)

Bericht

 

des Bildungs-, Sport- und Kulturausschusses zum Antrag der Abg. Mösl MA und Thöny MBA (Nr. 315 der Beilagen) betreffend die Einführung eines Museumssonntags und

freier Eintritt für Jugendliche in Museen

 

 

Der Bildungs-, Sport- und Kulturausschuss hat sich in der Sitzung vom 15. Mai 2019 mit dem Antrag befasst.

 

Abg. Mösl MA erläutert den Inhalt des Antrages und erklärt, dass im Land Salzburg eine Vielzahl unterschiedlicher Museen bestünden, die wertvolles Wissen bereitstellten und immer wieder Ausstellungen und Sonderausstellungen durchführten. Ihr Anliegen sei es, dass dieses Wissen allen zugänglich sei und einen sogenannten Museumssonntag mit freiem Eintritt zu schaffen. Sie verweist auf das in Kürze wieder stattfindende Museumswochenende und auf dessen hohe Resonanz in der Bevölkerung. Allein im vergangenen Jahr habe es an diesem Wochenende 10.000 Besucherinnen und Besucher gegeben. Da dieses Angebot angenommen werde, solle zukünftig einmal im Monat der Besuch eines Museums für alle kostenlos zur Verfügung stehen. Der zweite Teil des Antrages ziele auf die Einführung eines Angebotes für Jugendliche unter 26 Jahren ab.

 

Landtagspräsidentin Dr.in Pallauf hält fest, dass Salzburg ein sehr gutes Angebot an Museen zum einen in der Stadt habe, jedoch auch in den Regionen mit den vielfältigen Regionalmuseen. Die Ausführungen im Koalitionsvertrag betreffend die Zugänglichkeit von Kunst und Kultur seien zu unterstreichen und es gebe das Bemühen, so vielen Menschen wie möglich kulturelle Angebote zu machen und sie zu motivieren, diese Angebote auch anzunehmen und manche Barrieren zu überspringen. Der Kulturentwicklungsplan enthalte vielfältige Maßnahmen, wie man mehr Menschen erreichen und insbesondere bei Kindern und Jugendlichen die Begeisterung dafür wecken könne. Abgesehen vom finanziellen Aspekt seien auch Vermittlungsangebote von Bedeutung, damit die Botschaft und der Auftrag eines Museums erfüllt werden könne. In diesem Bereich werde in den Museen bereits viel geleistet. Zudem gebe es Angebote für Führungen und Besuche für Schulen bzw. Sondertarife für Familien und Schulen. Weiters ermöglichten Museumsvereine im Wege der Mitgliedschaft einen kostenlosen Zugang. Sie verweise auch darauf, dass die Museen zur Eigenwirtschaftlichkeit angehalten seien, wozu auch Eintrittspreise gehörten. Abhängig vom bereits bestehenden Angebot seien die monetären Auswirkungen unterschiedlich stark. Der freie Eintritt von Kindern und Jugendlichen im Haus der Natur würde beispielsweise mit einem Einnahmenverlust von € 600.000,- pro Jahr verbunden sein. Ihrer Meinung nach sei der freie Eintritt nicht immer das einzige Mittel, um die Besucherzahlen oder die Attraktivität zu steigern. Der wichtigste Zugang zur Steigerung der Attraktivität von Museen sei der Abbau und die Überwindung von Hemmschwellen. Deshalb seien auch hochwertige Vermittlungsprogramme vor allem für Kinder und Jugendliche wichtig, die zum Teil bereits jetzt einen kostenlosen Eintritt ermöglichten. Die Forderung des Kulturleitplanes nach einem kostenlosen Eintritt für Jugendliche sollte weiter diskutiert werden. Es sollte auch diskutiert werden, ob diese Maßnahme an erster Stelle angestrebt werden solle oder ob noch andere Maßnahmen erforderlich seien. Schließlich sollten in Zusammenhang mit einem kostenlosen Eintritt auch verschiedene Fragen diskutiert werden, wie etwa Substituierung des Einnahmenentfalls, damit es zu keiner Einschränkung des Museumsprogrammes komme, Einbindung der Partnerorganisationen und Maßnahmen zum verstärkten Einsatz von Vermittlungsprogrammen.

 

Abg. Heilig-Hofbauer BA betont die Wichtigkeit, mit der Kulturvermittlung möglichst früh zu beginnen. Es gebe sehr viele und sehr gute Angebote, wo der Eintritt für Schulen sehr günstig oder gar gratis sei und sogar teilweise die Fahrtkosten übernommen würden. In seiner weiteren Wortmeldung verweist er auf das Museumswochenende, wo der Besuch von 54 Museen im gesamten Land kostenlos sei sowie auf die Lange Nacht der Museen. Darüber hinaus gebe es 2.650 Personen, die mit dem Kulturpass pro Jahr rund 10.000 kostenlose Eintrittskarten lösen würden. Er verweist auch auf die Mitgliedschaft im Salzburger Museumsverein, wo Studierende um € 20,-- pro Jahr kostenlosen Zutritt zu diversen Museen erhalten würden. Für Familien koste die Mitgliedschaft € 42,-- pro Jahr. Insgesamt gebe es bereits ein sehr gutes Angebot, das zwar nicht immer kostenlos, jedoch sehr günstig sei. Die Forderung des Museumsleitplanes, nämlich kostenloser Zugang zu den Museen für Personen unter 18 Jahren, sei ein Vorschlag, den man durchaus überlegen könne.

 

Abg. Rieder verweist auf das regionale Angebot beispielsweise in St. Johann im Pongau und ersucht um Auskunft über den finanziellen Bedarf bei Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen.

 

Dr.in Luidold (Referat 2/03) berichtet, dass das Thema der freien Eintritte bereits im Jänner Gegenstand der Museumsdirektorenkonferenz gewesen sei. Man habe sich dort darauf geeinigt, dass es noch eine genauere Prüfung und eine umfassende Sicht brauche. Gratiseintritte könnten jedoch nur ein Baustein sein. Ziel sei es, möglichst viele Menschen für Museen zu interessieren und entsprechende Angebote zu schaffen. Bei Schaffung eines solchen Angebotes für die Museen, die in der Verantwortung des Landes stünden, müsste auch mit überlegt werden, was dies für die Museen in den Regionen bedeute.

 

Frau Weydemann MAS (Vorsitzende Landeskulturbeirat) erklärt, dass der freie Eintritt zu begrüßen sei, jedoch müssten viele weitere Aspekte mitberücksichtigt werden. Sie betont, dass die Kulturvermittlung der Trend für die Zukunft sei. In ihrer weiteren Wortmeldung geht sie auf die verschiedenen Aspekte und Methoden der Kulturvermittlung ein.

 

Dipl.-BW Rolff (Salzburg Museum) erklärt, dass jährlich rund 45.000 Kinder, Jugendliche und Schüler das Salzburg Museum besuchten. Davon hätten etwa 75 % freien Eintritt. Zur Kulturvermittlung hält er fest, dass das Salzburg Museums 15 festangestellte Kunst-, Kultur- und Spielvermittler in einer eigenen Abteilung beschäftige.

 

Herr Aigner (Landesvorsitzender JUSOS) verweist in seiner Wortmeldung auf die Berücksichtigung der Nachfrageseite und geht insbesondere auf den Bildungsauftrag von Museen ein, der neben der Repräsentation und der touristischen Nutzung deren wichtigste Funktion sei. Der Besuch eines Museums müsse für Kinder und Jugendliche in deren Lebensalltag inkorporiert werden. Museen würden in einem gewissen Konkurrenzverhältnis zu modernen Medien wie Videos stehen, die im Gegensatz zu Museen im Regelfall kostenfrei zugänglich seien. Der Besuch eines Museums müsse zur Normalität in der Lebensrealität werden, um dem nachhaltigen Bildungsauftrag entsprechen zu können.

 

Landtagspräsidentin Dr.in Pallauf bringt für die ÖVP folgenden Abänderungsantrag ein:

 

Die Salzburger Landesregierung wird ersucht, gemeinsam mit allen relevanten Partnern weitere Angebote für einen kostengünstigen Museumsbesuch in landeseigenen Museen bzw. in Museen mit Landesbeteiligung zu erarbeiten, dabei insbesondere die offenen Fragen (bereits bestehende Vergünstigungen, Einnahmenentfall, Auswirkungen auf die Museen, Mitgesellschafter und Museumspartner etc.) des im Kulturentwicklungsplan intendierten freien Eintritts in Museen mit öffentlicher Rechtsträgerschaft für Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18.Lebensjahr zu prüfen und dem Landtag über die Ergebnisse zu berichten.

 

Zweiter Präsident Dr. Huber erklärt, dass noch vieles unternommen werden müsse, um die Museen noch attraktiver zu machen und mehr Menschen zu begeistern, ein Museum zu besuchen. Der kostenfreie Eintritt alleine werde dies nicht ermöglichen. Vielmehr müsse das Interesse geweckt werden. Der eingebrachte Abänderungsantrag finde seine Unterstützung.

 

Abg. Mösl MA erklärt zum Abänderungsantrag, dass die Einschränkung auf das 18. Lebensjahr einen Großteil der Studentinnen und Studenten ausklammere.

 

Einvernehmlich wird der Abänderungsantrag um eine Frist für die Berichterstattung bis 31. Dezember 2019 erweitert. Die Debatte um eine Verknüpfung des Abänderungsantrages mit dem Hauptantrag führt zu keinem gemeinsamen Ergebnis.

 

In der Abstimmung wird der modifizierte Abänderungsantrag mit den Stimmen von ÖVP, GRÜNEN und NEOS gegen die Stimmen von SPÖ und FPÖ zum Beschluss erhoben.

 

Gemäß § 49 Abs. 2 Landtags-Geschäftsordnungsgesetz wird Landtagspräsidentin Dr.in Pallauf als Berichterstatterin namhaft gemacht.

 

Der Bildungs-, Sport- und Kulturausschuss mit den Stimmen von ÖVP, GRÜNEN und NEOS gegen die Stimmen von SPÖ und FPÖ - sohin mehrstimmig - den

 

Antrag,

 

der Salzburger Landtag wolle beschließen:

 

Die Salzburger Landesregierung wird ersucht, gemeinsam mit allen relevanten Partnern weitere Angebote für einen kostengünstigen Museumsbesuch in landeseigenen Museen bzw. in Museen mit Landesbeteiligung zu erarbeiten, dabei insbesondere die offenen Fragen (bereits bestehende Vergünstigungen, Einnahmenentfall, Auswirkungen auf die Museen, Mitgesellschafter und Museumspartner etc.) des im Kulturentwicklungsplan intendierten freien Eintritts in Museen mit öffentlicher Rechtsträgerschaft für Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr zu prüfen und dem Landtag bis 31. Dezember 2019 über die Ergebnisse zu berichten.

 

 

Salzburg, am 15. Mai 2019

 

Der Vorsitzende:

Mag. Zallinger eh.

 

Die Berichterstatterin:

Dr.in Pallauf eh.

 

Beschluss des Salzburger Landtages vom 5. Juni 2019:

Der Antrag wurde mit den Stimmen von ÖVP, GRÜNEN und NEOS gegen die Stimmen von SPÖ und FPÖ – sohin mehrstimmig – zum Beschluss erhoben.